Sornay (Saône-et-Loire)

Sornay
StaatFrankreich
RegionBourgogne-Franche-Comté
Département (Nr.)Saône-et-Loire (71)
ArrondissementLouhans
KantonLouhans
GemeindeverbandBresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten46° 38′ N, 5° 11′ O
Höhe174–200 m
Fläche18,12 km²
Einwohner2.001 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte110 Einw./km²
Postleitzahl71500
INSEE-Code
Websitehttp://www.sornay71.fr/

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Sornay ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum gleichnamigen Kanton Louhans. Der Ort hat 2001 Einwohner (Stand 1. Januar 2019). Die Einwohner werden Sornaysiens, resp. Sornaysiennes genannt[1].

Geografie

BrangesLouhansLa Chapelle-NaudeBantangesSavigny-sur-SeilleSornay mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Sornay liegt 3,5 Kilometer westlich von Louhans und wird von der Departementsstraße D971[2] (Louhans–Cuisery) in Ost-West-Richtung durchquert. Die Nord- und Nordwestgrenze der Gemeinde wird durch die Seille[3] gebildet, die nach Westen fließt. Die Grenze im Südosten bildet die Sane-Morte[4]. Eine Seilleschlinge wird verbunden durch den Bras de la Culée[5], dadurch entsteht eine eigentliche Insel, genannt La Culée. Im Gemeindegebiet münden der Ruisseau du Champ[6] und der Ruisseau de Barbette[7] in die Seille. Die Gemeinde ist schwach bewaldet, hingegen finden sich in den Feuchtgebieten entlang der Seille ausgedehnte Pappelplantagen. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Amortets, Armalets, Bas-de-Rédy, Bief-Bouly, Bois-de-Rédy, Bruyères, Champ-Bise, Champs-Rouges, Communautés-de-la-Croix, Communautés-de-Rédy, La Croix, Écluse, Étang-Blonde, Étang-Borey, Fugères, Fugny, Grandes-Varennes, Grand-Rédy, Grange-des-Pèles, Grannod, Gruyères, Lusigny, Mare-au-Prêtre, Marrages, Meuneuvres, Montécot, Nauvret, Pèles, Petit-Rédy, Piochets, Platières, Rippe, Robin, Sane, Sarcins, Saugets, Seugnière, Tuilerie, Vernay[8].

Klima

Das Klima in Sornay ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Im Jahresdurchschnitt herrscht einer Temperatur von 11,1 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 808 mm.

Sornay
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Sornay
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Max. Temperatur (°C)5,07,012,515,920,023,625,925,221,915,89,75,4Ø15,7
Min. Temperatur (°C)−0,9−0,22,65,69,112,614,513,911,57,03,30,2Ø6,6
Temperatur (°C)2,03,47,510,714,518,120,219,516,711,46,52,8Ø11,1
Niederschlag (mm)605857587877587878667664Σ808
T
e
m
p
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a
t
u
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5,0
−0,9
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−0,2
12,5
2,6
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20,0
9,1
23,6
12,6
25,9
14,5
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13,9
21,9
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9,7
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5,4
0,2
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Toponymie

Der Ort wird erstmals 1155 als Ecclesia de Saonay erwähnt. Die Endung -ay lässt auf Gallo-römische Besiedlung schließen, etwas später wird auch tatsächlich der Ort mit Saornaco erwähnt, also als Besitz des Saornus. Schließlich entstand daraus der heutige Ortsname Sornay.

Geschichte

Ein kurzes Stück der Römerstraße Louhans–Tournus führte vermutlich östlich von Sornay vorbei. Angeblich bestand ein Schloss an der Stelle, an der heute die Mairie steht. Sornay gehörte den Herren von Sainte-Croix, die 1387 einen Jahrmarkt im Oktober, am Tag des Saint-Germain, hatten ausrufen lassen, ohne die Bewilligung des Herzogs von Burgund einzuholen. Die Herren von Cuisery und Chalon wollten dies verhindern, was der Herzog von Burgund schützte und den Jahrmarkt verbot. Im 18. Jahrhundert gehörte der Ort der Familie Perrigny, das Gebiet von Grannod der Familie Gueret und La Croix den Herren de la Marche. 1856 bestanden mehrere Getreide- und Ölmühlen, sowie Gerbereien an der Seille. Es bestanden zwei Gemeindeschulen und zwei protestantische Schulen. Die alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die neue Hauptstraße verlegt, 1846 der Chor vergrößert und 1861 das Dach restauriert. In der Folge verschoben sich die Mauern aufgrund eines Baufehlers, die Kirche wurde jedoch weiterhin unterhalten und repariert. Schließlich musste sie abgebrochen werden. Ende der 1970er Jahre wurde eine neue Kirche um den alten Glockenturm von 1834 erbaut und im Oktober 1980 eingeweiht. Die Knabenschule datiert von 1903, die Mädchenschule von 1912 und das Postgebäude von 1913. Entlang dem Südufer der Seille wurden rund 6 Kilometer Treidelpfade instand gestellt. 1988 bestanden in der Gemeinde 119 Landwirtschaftsbetriebe. 1973 wurde Sornay – zusammen mit Branges – mit Louhans vereinigt, 1979 wurde die Fusion jedoch rückgängig gemacht.

Heraldik

Seit dem 18. September 2009 benutzt die Gemeinde Sornay ein offizielles Wappen, das nicht direkt auf eine Familie zurückgeführt werden kann, sondern durch verschiedene Gremien neu geschaffen wurde. Das Wappen, seine Bedeutung und Entstehungsgeschichte wurde der Bevölkerung im Journal Municipal vom Dezember 2009 vorgestellt.[9] Blasonierung: Geviert durch ein blaues Kreuz, in Feld 1 und 4 auf goldenem Grund ein rotes Schloss, in 2 auf goldenem Grund ein roter Hahn, in 3 auf goldenem Grund eine rote Garbe.

Vom Wappen der Familie Guerret wurde die Form übernommen, sowie Gold und Blau. Gold symbolisiert Reichtum, Reinheit und Beständigkeit, Blau Loyalität und Treue. Im Fall von Sornay symbolisiert das blaue Kreuz gleichzeitig die beiden Hauptflüsse in der Gemeinde, die Seille und die Sâne. Die beiden Burgen symbolisieren Grannod und Lusigny, zugleich aber auch Schutz und Sicherheit. Hahn und Garbe zeigen die Verbindung zur Bresse und kennzeichnen Sornay als landwirtschaftlich geprägten Ort.

Bevölkerung

Anzahl Einwohner
(Quelle: [10])
Jahr179318001821183118411851186118721881189119011911192119311946196219821990199920062011
Einwohner1.1951.2511.3571.4391.5001.5671.5861.5861.6501.5661.5571.6121.5011.4711.4461.4241.5291.6311.6311.8551.979

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche 49 Landwirtschaftsbetriebe, eine Bäckerei, eine Metzgerei, ein Blumengeschäft, zwei Gastronomiebetriebe, zwölf Betriebe des Baugewerbes. Ein Wochenmarkt findet samstags statt, jeweils von 08:00 bis 13:00 Uhr auf dem Platz vor der Mairie. Als AOC-Produkte sind in Sornay Volaille de Bresse[12] und Dinde de Bresse[13], ferner Crème et beurre de Bresse[14][15] zugelassen.

Bildungseinrichtungen

In der Gemeinde bestehen folgende Bildungseinrichtungen:

die beide der Académie de Dijon[16] unterstehen. Für die Schulen gilt der Ferienplan der Zone A[17].

Literatur

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks

Commons: Sornay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Sornay. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Sornay. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Sornay. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Sornay. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).
  • Webpräsenz der Gemeinde Sornay

Einzelnachweise

  1. Sornay. auf habitants.fr. Abgerufen am 24. Januar 2016 (französisch).
  2. Departementsstraße D971. auf routes.wiki.com. Abgerufen am 4. Dezember 2015 (französisch).
  3. La Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 45′ 52,2″ N, 5° 41′ 30,8″ O in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei 46° 31′ 10,6″ N, 4° 56′ 20,8″ O in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Sane-Morte, Länge 54,6 km, Zufluss zur Sane-Vive, Quelle bei 46° 22′ 31,4″ N, 5° 11′ 28,3″ O in Foissiat auf ca. 218 m, Mündung bei 46° 34′ 30″ N, 5° 5′ 38,8″ O in Ménetreuil auf ca. 177 m, La Sane-Morte auf sandre.eaufrance.fr
  5. Bras de la Culée, Länge 1,4 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 38′ 15″ N, 5° 7′ 9,5″ O in Branges auf ca. 176 m, Mündung bei 46° 38′ 16,1″ N, 5° 10′ 14,5″ O in Branges auf ca. 175 m, Bras de la Culée oder rivière la Seille auf sandre.eaufrance.fr
  6. Ruisseau du Champ, Länge 3,3 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 39′ 57,6″ N, 5° 10′ 43,7″ O in Branges auf ca. 198 m, Mündung bei 46° 38′ 20″ N, 5° 10′ 3,7″ O in Branges auf ca. 175 m, Ruisseau du Champ auf sandre.eaufrance.fr
  7. Ruisseau de Barbette, Länge 6,0 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 40′ 12″ N, 5° 7′ 9,5″ O in Montret auf ca. 206 m, Mündung bei 46° 37′ 51,2″ N, 5° 7′ 48,7″ O in Sornay auf ca. 175 m, Ruisseau de Barbette auf sandre.eaufrance.fr
  8. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Sornay).
  9. Patricia Treffot: Journal Municipal. (PDF) der Gemeinde Sornay. Commune de Sornay, Dezember 2009, S. 2, abgerufen am 28. Januar 2016 (französisch, Originalblasonierung: «Ecartelé à la croix d’azur sur champ d’or, au premier et au quatrième d’or au château de gueules, au deuxième d’or au coq hardi de gueules et au troisième d’or à la gerbe de blé de gueules»).
  10. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 29. November 2014 (französisch).
  11. Kurzbeschrieb der Kirche. (PDF) von Sornay. La Pastorale du Tourisme en Saône et Loire, abgerufen am 30. Mai 2015 (französisch).
  12. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  13. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  14. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  15. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  16. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  17. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Sornay. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).

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