Bezirk Wolfsberg

Der Bezirk Wolfsberg ist ein politischer Bezirk des österreichischen Bundeslands Kärnten.

Geographie

Der Bezirk liegt im Lavanttal im Osten Kärntens in der Region Unterkärnten; Koralpe und Packalpe bilden die Grenze zur Steiermark. Der Bezirk Wolfsberg wird durchzogen vom Fluss Lavant, der bei Lavamünd in die Drau mündet. Der südliche Teil des Bezirkes ist eingebettet zwischen Klippenzone und Saualpe. Der nördliche Teil des Bezirkes liegt zwischen der Packalpe und den Seetaler Alpen und grenzt im Norden an den Obdacher Sattel.

Fast sechzig Prozent der Bezirksfläche sind bewaldet, mehr als ein Viertel wird landwirtschaftlich genutzt.[1]

Angrenzende Gebietskörperschaften (Bezirke)

Murau (St.)Murtal (St.)Voitsberg (St.)
St. VeitKompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigtDeutschlandsberg (St.)
VölkermarktSlowenien Slowenien

Angehörige Gemeinden

Der Bezirk Wolfsberg umfasst neun Gemeinden, darunter drei Städte und vier Marktgemeinden. In Klammern stehen die Einwohnerzahlen vom 1. Jänner 2025.[2]

GemeindeslowenischLageEwkm²Ew / km²Gerichts­bezirkRegionTyp
Bad St. Leonhard im Lavanttal
4.244111,8338WolfsbergLavanttalStadt-
gemeinde
Frantschach-St. Gertraud
2.394100,9724WolfsbergLavanttalMarkt-
gemeinde
Lavamünd
Labot2.75793,8029WolfsbergLavanttalMarkt-
gemeinde
Preitenegg
89168,3413WolfsbergLavanttalGemeinde
Reichenfels
1.70087,2119WolfsbergLavanttalMarkt-
gemeinde
St. Andrä
Šentandraž9.840113,4787WolfsbergLavanttalStadt-
gemeinde
St. Georgen im Lavanttal
1.91572,3826WolfsbergLavanttalGemeinde
St. Paul im Lavanttal
3.14447,3566WolfsbergLavanttalMarkt-
gemeinde
Wolfsberg
Volšperk24.961278,3190WolfsbergLavanttalStadt-
gemeinde

Gemeindereformen

Einst gab es 32 Gemeinden im Bezirk Wolfsberg. Vor der jüngsten Gemeindereform im Jänner 1973 waren es 23:

#Gemeinde heuteGemeinde im Jahr 1972
1Bad St. Leonhard im Lavanttal
2Frantschach-St. Gertraud
3Lavamünd
4Preitenegg
5Reichenfels
6St. Andrä im Lavanttal
  • Fischering
  • Granitztal (Teil)
  • Maria Rojach
  • Schönweg
  • St. Andrä
  • St. Georgen im Lavanttal (Teil)
  • St. Marein (Teil)
  • St. Paul im Lavanttal (Teil)
  • St. Stefan im Lavanttal (Teil)
7St. Georgen im Lavanttal
  • Ettendorf (Teil)
  • St. Georgen im Lavanttal (Teil)
8St. Paul im Lavanttal
  • Granitztal (Teil)
  • St. Paul im Lavanttal (Teil)
9Wolfsberg

Bevölkerungsentwicklung

Bezirk Wolfsberg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
39.035
1880
  
39.274
1890
  
40.499
1900
  
41.745
1910
  
42.727
1923
  
42.284
1934
  
45.422
1939
  
46.540
1951
  
51.096
1961
  
55.315
1971
  
57.520
1981
  
56.437
1991
  
56.303
2001
  
56.611
2011
  
54.024
2021
  
52.393
2025
  
51.846
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Die Bevölkerungszahl wird voraussichtlich weiter sinken, bis 2030 wird ein Rückgang um über 6 % erwartet. Verursacher sind sowohl das Geburtendefizit als auch die hohe Abwanderungsquote. Besonders auffällig ist dabei die sehr hohe Abwanderungsquote der Altersgruppe 20 bis 34 Jahre.

Das ist erstaunlich, da sowohl die Arbeitslosigkeit niedrig, als auch die Einkommen hoch sind: Die Arbeitslosenquote im Bezirk Wolfsberg war im Jahr 2019 mit 6,2 Prozent weit unter dem Durchschnitt des Bundeslandes Kärnten (8,8 %) und auch unter dem Schnitt von Österreich. Das Brutto-Medianeinkommen liegt mit 2.788 Euro deutlich über dem von Kärnten und auch von Österreich:[3][4][5]

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Wirtschaft

2,3 % der Bevölkerung sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig (Primärsektor nach der NACE – Definition). Das ist deutlich über dem Durchschnitt von Kärnten (0,9 %) und Österreich (0,7 %). Noch stärker ausgeprägt ist der Produktionssektor: 42,6 % gegenüber 26,4 % in Kärnten und 25,2 % in Österreich. Entsprechend geringer ist der Anteil im Dienstleistungssektor:[4]

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Wolfsberg
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Kärnten
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Österreich
Zellstoff-Fabrik in Frantschach

Land- und Forstwirtschaft

Die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im Bezirk Wolfsberg sank von 1.955 im Jahr 2006 auf 1.671 Jahr 2017. 2025 waren es sogar 2.359.[6]

In den Tallagen überwog Körnermais-Anbau mit Schweine- und Hühnerzucht. Im unteren Lavanttal gibt es Obstanbau, besonders Äpfel für Most- und Schnapserzeugnisse. 2018 wurden zwei Millionen Kilogramm Obst verarbeitet.[7] In höheren Lagen und auch im oberen Lavanttal überwog die Grünlandwirtschaft. Mit 36.528 Tieren hatte der Bezirk im Jahr 2017 den höchsten Rinderbestand in Kärnten. Von recht großer Bedeutung war 2017 auch die Holzwirtschaft mit den großen Fichtenbeständen auf Koralpe und Saualpe: im Bezirk wurden 227.000 Festmeter Holz verkauft, davon 212.000 Festmeter Nadelholz.[8] 2020 gab es noch 36.411 Rinder.[9]

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Produktion

Die Top-5-Industriebetriebe im Bezirk Wolfsberg sind (Stand 2017):
  • Steiner Bau GmbH in St. Paul: 600–800 Mitarbeiter, Durchführung von Bauvorhaben in ganz Österreich.
  • Kostmann GmbH in St. Andrä: Niederlassungen in Österreich, Ungarn, Slowenien, Slowakei und Rumänien, Bauleistungen aller Art.
  • Mondi Frantschach GmbH in St. Gertraud: Teil der internationalen Mondi Group, Kraft-Sackpapier-Herstellung.
  • SCHWING GmbH in St. Stefan: Stahlbau und Zylinderfertigung.
  • Geislinger GmbH in Bad St. Leonhard: Zentrale in Salzburg, Erzeugung von Kupplungen und Schwingungsdämpfern.

Daneben gibt es eine große Anzahl von holzverarbeitenden Betrieben (Sägewerke, Pellets-Hersteller, Tischlereien) sowie Österreichs größten Harmonika-Hersteller in Bad St. Leonhard.[4]

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Anzahl der Betriebe je Gemeinde

Fremdenverkehr

(c) Johann Jaritz / CC BY-SA 4.0
Wolfsberg: Altstadt, Pfarrkirche und Schloss

Die Anzahl der Nächtigungen ist im Vergleich zu den meisten anderen Kärntner Bezirken niedrig. Der Bezirk Wolfsberg verzeichnete im Jahr 2017 insgesamt 320.000 Übernachtungen. Fünf Kärntner Bezirke hatten zwischen einer und zwei Millionen Nächtigungen, der Bezirk Spittal hatte im gleichen Jahr über drei Millionen Nächtigungen.[10]

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Übernachtungen im Tourismusjahr 2017 (in Tausend)

Eisenglimmerbergbau in Waldenstein

Bergbau

Aktuell wird im Bezirk Wolfsberg Eisenglimmer (Hämatit) bei Waldenstein abgebaut. Hämatit wird vor allem für Korrosionsschutzanstriche verwendet.[11]

Für ein auf der Koralpe liegendes Lithium-Vorkommen werden seit 2016 Probebohrungen durchgeführt. Der kommerzielle Abbau war für 2021 geplant.[12]

Autobahnbrücke bei Preitenegg

Infrastruktur / Verkehr

  • Eisenbahn: Von der ehemals durchgängig von Zeltweg bis Klagenfurt befahrbaren Bahnlinie wird seit 2010 die Strecke von Zeltweg nach Bad St. Leonhard nur noch von Güterzügen befahren. Seit Ende 2018 ist der Personenverkehr auch zwischen Bad St. Leonhard und Wolfsberg eingestellt.[13]

Beim Neubau der Koralmbahn wurde am 14. August 2018 der Tunnel-Durchschlag gefeiert. Bis zur Fertigstellung wird auch die Anschluss-Strecke nach Wolfsberg elektrifiziert.[14]

Commons: Bezirk Wolfsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Preitenegg. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 13. Oktober 2020.
  2. Statistik Austria – Bevölkerung zu Jahresbeginn nach administrativen Gebietseinheiten (Bundesländer, NUTS-Regionen, Bezirke, Gemeinden) seit 2002 (ODS)
  3. RML Regionalmanagement Lavanttal GmbH. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  4. a b c WIBIS, Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds - Bezirksprofil 2017. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  5. WIBIS Kärnten, Bezirksprofil 2019, Wolfsberg. (PDF) Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds, S. 8, 25, abgerufen am 10. Januar 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde. Abgerufen am 9. November 2025.
  7. Lavantaler Obst, Ernte 2018. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  8. Land Kärnten, Landwirtschaftsbericht 2017. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde. Abgerufen am 9. November 2025.
  10. Land Kärnten, Tourismus. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2019; abgerufen am 4. Januar 2019.
  11. Kleine Zeitung, Eisenglimmer aus dem Tal schimmert weltweit. 13. Oktober 2017, abgerufen am 4. Januar 2019.
  12. ORF Kärnten, Pläne für Lithiumabbau werden konkreter. 18. Juni 2018, abgerufen am 4. Januar 2019.
  13. Kleine Zeitung, Der Zug ist auch hier abgefahren. 11. August 2017, abgerufen am 4. Januar 2019.
  14. ÖBB, Bau-Information Koralmbahn. Februar 2018, abgerufen am 4. Januar 2019.

Koordinaten: 46° 50′ N, 14° 50′ O

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Schild des Wappens von Kärnten, Österreich
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Autor/Urheber: Naturpuur, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Mondi Zellstoff- und Papierfabrik in der Gemeinde Frantschach-Sankt Gertraud, Bezirk Wolfsberg, Kärnten, Österreich, EU
Wolfsberg Ansicht Altstadt mit Stadtpfarrkirche und Schloss 26082015 7011.jpg
(c) Johann Jaritz / CC BY-SA 4.0
Ansicht des Altstadt-Zentrums an der Lavant, Stadtgemeinde Wolfsberg, Bezirk Wolfsberg, Kärnten, Österreich, EU
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Wappen von St. Paul im Lavantal
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Wappen von Bas St. Leonhard im Lavanttal
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Autobahnbrücke A2 im Packabschnitt in Auerling, Gemeinde Preitenegg, Kärnten, Österreich, Europäische Union
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Wappen von Reichenfels