Bergwandern

Bergwanderung im Kanton Graubünden
Bergwandern, starker Höhenunterschied
Wegweiser für Tal- (gelb), Berg- (weiß-rot-weiß) und Alpinwanderwege (weiß-blau-weiß) in der Schweiz (Engstligenalp)
Markierung eines Bergwanderwegs

Das Bergwandern ist die Wanderung auf Bergwegen in Gebirgsgelände. Beim Bergwandern wird im Gegensatz zum Bergsteigen komplett auf eine Partnersicherung verzichtet, jeder Bergwanderer muss das Gelände – auch bei allfälligem Klettern – allein beherrschen.

Arten von Bergwandertouren

Man teilt die Strecken beim Bergwandern grob anhand der Schwierigkeiten in Talwanderung (gelb markierter Weg), Bergwanderung (weiß-rot-weiß markierter Weg) und Alpinwanderung (weiß-blau-weiß markierter Weg) ein. Ähnelt die Talwanderung abgesehen von den gebirgsgeländetypischen Bodenverhältnissen noch dem normalen Wandern ohne größere Höhenunterschiede, so beginnt die Bergwanderung dort, wo der Weg sich am Berghang befindet. Von Alpinwanderung spricht man, ganz grob, wenn überwiegend keine Wegspur mehr vorhanden ist. Bei Alpinwanderungen nennt man den Bergwanderer auch Berggänger (in Abgrenzung zum Bergsteiger) oder Alpinist, den Weg Alpine Route. Typischerweise sind von der Talwanderung hin zur Alpinwanderung die Wege schlechter ausgezeichnet und ausgebaut bzw. verschwinden ganz, die Höhen nehmen zu, Gletscher, Eis, Geröllfelder und heikle Wiesenhänge kommen hinzu und die Strecke stellt insgesamt zunehmend größere Anforderungen an Erfahrung, Ausdauer, Ausrüstung und Orientierungsvermögen. Bergwandern wird zur Gratwanderung, wenn sie in größerer Höhe ohne starke Höhenunterschiede verläuft und das Gelände auf beiden Seiten abfällt. Trotz der Differenzierung zum Bergsteigen und Klettern enthalten viele Strecken mit höherem Schwierigkeitsgrad auch Bergsteige- und Kletterpassagen, so dass die Übergänge fließend sein können. Entgegen allgemeiner Annahme stellen die schwierigeren Alpinwanderwege bereits höhere Anforderungen als leichte Hochtouren.

Alpinunfälle

2005 gab es in Österreich 416 Tote bei Alpinunfällen, im gleichen Jahr beklagte man 764 Verkehrstote. In Tirol standen sich 179 Alpintote und 57 Verkehrstote gegenüber. Bezogen auf Österreich ereigneten sich die meisten tödlichen Unfälle beim Bergwandern (130), dann folgte Klettern (36), Hochtourenbergsteigen (29). Nach einer schweizerischen Studie kommt auf 7.143 Wanderstunden ein Unfall. So gesehen ist von gängigen Freizeitsportarten nur das Schwimmen sicherer, während das Verletzungsrisiko beim Wintersport das des Wanderns 7,5-fach übersteigt (Fußballspielen 18-fach). Ursache tödlicher Alpinunfälle sind in 64 % Stolpern, Ausrutschen und Absturz, in 21 % Erschöpfung und Überlastung, die restlichen 15 % verteilen sich auf Orientierungsverlust, Versteigen, Stein- und Blitzschlag, Hitze- oder Kälteschäden oder Lawinen.[1]

Betreiber alpiner Schutzhütten

Literatur

  • Bernhard Rudolf Banzhaf: Gefahren beim Bergwandern. In: Die Alpen. Nr. 4, 2005, S. 22–24.
  • Ueli Mosimann: Bergwandern. Richtiges Verhalten bei Gefahrenstellen. In: Die Alpen. Nr. 4, 2005, S. 24–27.
  • Martin Krauß: Der Träger war immer schon vorher da. Die Geschichte des Wanderns und Bergsteigens in den Alpen. Nagel & Kimche, Zürich 2013, ISBN 978-3-312-00558-1.

Weblinks

Wiktionary: Bergwanderer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Abgewandelt zitiert nach „Alpen tödlicher als Straßenverkehr“, Medical Tribune, 12. Januar 2007, S. 12. Online (PDF; 869 kB)@1@2Vorlage:Toter Link/extranet.medical-tribune.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

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