Feusisberg

Feusisberg
Wappen von Feusisberg
Staat:Schweiz
Kanton:Schwyz (SZ)
Bezirk:Höfew
BFS-Nr.:1321i1f3f4
Postleitzahl:8834 Schindellegi
8835 Feusiberg
8836 Biberbrugg
UN/LOCODE:CH FSG (Feusisberg)

CH SGI (Schindellegi)

Koordinaten:699196 / 227079
Höhe:685 m ü. M.
Fläche:17,56 km²
Einwohner:5272 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte:300 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
24,5 % (31. Dezember 2015)[2]
Website:www.feusisberg.ch
Feusisberg unter dem Etzel vom Zürichsee aus

Feusisberg unter dem Etzel vom Zürichsee aus

Karte
HüttnerseeliIlimoosweiherSihlseeUfenauLützelauZürichseeKanton St. GallenKanton ZugKanton ZürichBezirk EinsiedelnBezirk MarchBezirk SchwyzFeusisbergFreienbachWollerauKarte von Feusisberg
Über dieses Bild
w

Feusisberg ist eine politische Gemeinde im Bezirk Höfe des Kantons Schwyz in der Schweiz. Zu Feusisberg gehören auch die Orte Schindellegi und Biberbrugg.

Geographie

Die Gemeinde Feusisberg befindet sich auf einer Höhenterrasse am Etzel. Am Einschnitt, den die Sihl sich zwischen Etzel und Höhronen geschaffen hat, liegt der Ort Schindellegi. Ein Drittel der Gemeindefläche ist bewaldet.

Geschichte

Die strategische Lage des Ortes Schindellegi am nordöstlichen Zugang zur Innerschweiz und dem Sattel wirkte sich vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert auf die Geschichte der Gemeinde aus. Der Ort liegt auch am Jakobsweg und war in der Vergangenheit ein Durchgangsort für die Pilger nach Santiago de Compostela.

Der Ort Schindellegi wird als Schindel-Lagerplatz 1220 erstmals erwähnt. Im 13. Jahrhundert wird Feusisberg als «Uffenberge» erwähnt. Der Name des Ortes (im 16. Jahrhundert «Fessiskilch» geschrieben) leitet sich vom Geschlecht der Feusi ab.

Im alten Zürichkrieg zwischen 1439 und 1450 wird Schindellegi zweimal durch Truppen besetzt. Desgleichen geschieht während der beiden Kappelerkriege 1529 und 1531 durch Schwyzer.

1620 regelt der Schindellegi-Brief den Warenverkehr durch den Übergang nach Sattel.

Weitere Besetzungen von Schindellegi erfolgten im Ersten Villmerger Krieg (1656) und im Zweiten Villmerger Krieg (1712). Nach dem Aufstand der Fünf Orte gegen die Helvetische Republik (1798) und der Besetzung der Ostschweiz durch die Österreicher und Russen (1799) wurden Schindellegi und Feusisberg von französischen Truppen verwüstet.

Aus den Dörfern Feusisberg und Schindellegi wird 1848 die Gemeinde Feusisberg gegründet. Mit dem Bau des Kurhauses Feusisgarten 1857/58 und einer Baumwollspinnerei in Schindellegi 1869 erhält die Wirtschaft einen gewissen Aufschwung, der 1877 durch den Anschluss von Schindellegi an die Wädenswil-Einsiedeln-Bahn, die heute zur Schweizerischen Südostbahn (SOB) gehört, noch verstärkt wird.

Beim Bau des Reduit werden von 1939 bis 1945 mit der Sperrstelle Schindellegi starke Befestigungen im Gemeindegebiet angelegt. 2004 wurde der Höhronenturm gesprengt.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
JahrEinwohner
1743649
1799110
18331099
1850991
18701121
18801241
18881348
19001276
19101348
19201534
19301573
19411627
19501654
19601761
19702173
19802829
19903178
20003843
20104800
20114848
20124993
20134972
20145031
2015[3]5203
2016[3]5292
2017[3]5299

Der grösste Teil der Bevölkerung wohnt in Schindellegi. Durch die guten Verkehrsverbindungen nach Zürich, Rapperswil und Schwyz leben auch viele Pendler in der Gemeinde Feusisberg.

Stand der Einwohner am 31. Dezember 2017[4]:

Feusisberg: 1678
Schindellegi: 3621

Wappen

Die beiden Raben im Wappen erinnern an die Einsiedler Sage des Meinrad von Einsiedeln (Mönch, † 861). Die weissen Jakobsmuscheln symbolisieren den Kirchenpatron, Jakobus den Älteren.

Sehenswürdigkeiten

Landschaftlich markante und kunsthistorisch wertvolle Sehenswürdigkeiten sind die neubarocke St.-Anna-Kirche (Schindellegi) und die spätbarocke Kirche St. Jakobus (Feusisberg). Die letztere wurde 1785 geweiht und verfügt über ein ungewöhnliches, gegen Reformation und Aufklärung gerichtetes ikonographisches Programm.

Wirtschaft

Im Ort Schindellegi haben sich bereits im 19. Jahrhundert eine Spinnerei und andere von der Wasserkraft der Sihl abhängige Firmen angesiedelt. Entlang des Flusslaufs entstand so ein kleines Industriegebiet, in dem sich heute verschiedene Gewerbebetriebe einmieten. Aus steuerlichen Gründen haben auch Grossfirmen den Hauptsitz nach Schindellegi verlegt. Dort befindet sich der Sitz des Transport- und Logistikkonzerns Kühne + Nagel und der Kühne-Stiftung.

Persönlichkeiten

  • Martina Hingis (* 1980) Tennisspielerin, lebt in Feusisberg.
  • Peter Marvey (* 1971), Zauberkünstler und Illusionist, zaubert in seinem Magic House in Feusisberg, Ortsteil First.

Literatur

  • Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Band I: Die Bezirke Einsiedeln, Höfe und March. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 1). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1927.
  • Anja Buschow Oechslin: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwytz. Schwyz IV. Bezirk Höfe. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2010 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 118). ISBN 978-3-906131-93-1.

Weblinks

 Commons: Feusisberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bilder

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. Mai 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sz.ch
  3. a b c Gemeinde Feusisberg, Kennzahlen [1], abgerufen am 23. Juni 2018
  4. Gemeinde Feusisberg, Kennzahlen, Dokument "Einwohnerzahlen nach PLZ" [2], abgerufen am 23. Juni 2018

Auf dieser Seite verwendete Medien

Zürichsee - Etzel IMG 3021.JPG
Autor/Urheber: Roland zh, upload on 10. Juni 2009, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Etzel mountain and Feusisberg as seen from Lake Zürich (Switzerland)
2017-Feusisberg-Schulhaus.jpg
Autor/Urheber: Roland Zumbuehl, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Schulhaus in Feusisberg (SZ)
Feusisberg katolika preghejo 131.JPG
Autor/Urheber: Dietrich Michael Weidmann, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Katholische Kirche von Feusisberg, Kanton Schwyz, Schweiz
Feusisgarten (Feusisberg).jpg
Autor/Urheber: Arminius1000, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das ehemalige Kurhaus Feusisgarten in Feusisberg (Schweiz), heute als Restaurant genutzt.
Karte Gemeinde Feusisberg 2007.png
Autor/Urheber: Tschubby, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Municipality Feusisberg
Feusisberg 143.JPG
Autor/Urheber: Dietrich Michael Weidmann, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Feusisberg, Kanton Schwyz, Schweiz
Feusisberg pastra domo kun sunhorlogho 128.JPG
Autor/Urheber: Dietrich Michael Weidmann, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Sonnenuhr am Pfarrhaus von Feusisberg, Kanton Schwyz, Schweiz
Wappen feusisberg.png
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
2017-Feusisberg-Alterszentrum.jpg
Autor/Urheber: Roland Zumbuehl, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Alterszentrum in Feusisberg (SZ)
2017-Feusisberg-Gemeindehaus.jpg
Autor/Urheber: Roland Zumbuehl, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Gemeindehaus in Feusisberg (SZ)
Feusisberg katolika preghejo 126.JPG
Autor/Urheber: Dietrich Michael Weidmann, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Katholische Kirche von Feusisberg, Kanton Schwyz, Schweiz