Zwietow

Zwietow
Gemeinde Luckaitztal
Koordinaten:51° 41′ N, 13° 58′ O
Höhe: 109 m ü. NHN
Eingemeindung:1. September 1950
Eingemeindet nach:Gosda
Postleitzahl:03229
Vorwahl:03541
Blick auf Zwietow von Gosda aus
Blick auf Zwietow von Gosda aus

Zwietow (niedersorbisch Swětow) ist ein Ort im südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Zwietow ist Gemeindeteil von Gosda, das ein Ortsteil der Gemeinde Luckaitztal im Amt Altdöbern ist.

Lage

Zwietow liegt sieben Kilometer südlich von Calau in der Niederlausitz im Naturpark Niederlausitzer Landrücken. Direkt im Osten grenzt Zwietow an den Ort Weißag, der wie Zwietow eine Ortslage von Gosda ist, das westlich des Ortes liegt. Weiter im Osten folgt Buchwäldchen, ein weiterer Ortsteil von Luckaitztal. Nördlich befindet sich der Calauer Ortsteil Werchow mit der Ortslage Cabel. Im Südosten grenzt der Ort an Luckaitz, eine Ortslage von Schöllnitz, das weiter im Südosten folgt. Im Südwesten grenzt Zwietow an die Gemeinde Bronkow.[1]

Geschichte

Ehemalige Bockwindmühle zwischen Zwietow und Gosda

Zwietow wurde als Sackgassendorf angelegt. Im Jahr 1403, drei Tage vor dem Fest Sankt Bartholomäi, wurde es erstmals als Schwieto erwähnt. Die Erwähnung erfolgte gemeinsam mit Weißag im Zusammenhang mit der Alten Mühle. Der Name leitet sich wohl vom niedersorbischen Swet ab, was Welt bedeutet. Dies kann in topographischer Bedeutung früher auch Lichtung bedeutet haben. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Ort als Schwieto, Schwitto und Zwieto genannt. Das Dorf gehörte zum Besitz der Köckritzer in Drebkau. Da Zwietow und Weißag dicht beieinander liegen, nahm man an, dass sie ursprünglich einen Ort bildeten. Nach der angeblichen Trennung wurde das Dorf Zwietow mit dem sorbischen Wort Dwaj als das Zweite bezeichnet. Die Dörfer Zwietow, Gosda und Weißag nennt man auch Plinsdörfer.

Nachweislich eingepfarrt war Zwietow nach Calau ab 1718. Neben der Alten Mühle gab es in Zwietow noch die Fuchsmühle aus dem 15. Jahrhundert und eine Bockwindmühle, die auf einem Hügel zwischen Zwietow und Gosda stand. Die Alte Mühle musste für das Kloster Dobrilugk Buchweizen mahlen.

Im Ergebnis des Wiener Kongresses kam Zwietow an das Königreich Preußen. Der Ort gehörte zum preußischen Landkreis Calau. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Ort beim 1952 neugegründeten Kreis Calau und wurde am 1. September 1950 nach Gosda eingegliedert.[2] In den 1980er Jahren lag Zwietow in einem Bergbauschutzgebiet des Feldes Calau-Süd im Lausitzer Braunkohlerevier und war durch die Devastierung bedroht. Nach der Wende wurden die Planungen zur Öffnung des Feldes wieder verworfen.[3][4] Am 31. März 2002 schloss sich Gosda mit seinen Ortslagen Zwietow und Weißag mit den Orten Buchwäldchen, Muckwar und Schöllnitz zur Gemeinde Luckaitztal zusammen.[5] Kirchlich gehört Zwietow zur Kirchengemeinde Bronkow im Kirchenkreis Niederlausitz.

Einwohnerentwicklung

Anzahl Einwohner[6][7]
Jahr181818461871187518901900191019251933193919461950
Einwohner58659382951109910095959889

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die heute noch funktionsfähige „Alte Mühle“ in Zwietow wurde erstmals im Jahr 1403 urkundlich erwähnt. Sie diente über Jahrhunderte hinweg als Buchweizen-, Getreide- und Schneidemühle und befindet sich seit 1850 im Besitz der Familie Seidel. Bis 1960 wurde das Mahl- und Schneidewerk von zwei Wasserrädern angetrieben, die später verfielen. Heute ist die Mühle elektrisch betrieben, langfristig ist jedoch eine Reaktivierung der Wasserkraftanlage vorgesehen.[8]

Seit 2023 wird die historische Anlage unter dem Namen Fuchsmühle Zwietow vom heutigen Eigentümer Rico Kühnel betrieben. Das Gelände wird im Rahmen eines sozialen No-Budget-Projekts schrittweise zu einem offenen Begegnungs-, Kultur- und Ferienort entwickelt. Ziel des Projekts ist es, die Fuchsmühle zu einem sozialen Ort für alle Menschen zu gestalten – insbesondere für Familien, Kinder und sozial benachteiligte Personen.

Geplant sind kulturelle Veranstaltungen, Workshops, gemeinschaftliche Bau- und Umweltprojekte sowie kostenfreie Übernachtungs- und Campingmöglichkeiten. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltigem und sozialem Engagement im ländlichen Raum.[9]

Im Ort befindet sich zudem ein Kriegerdenkmal an der Hauptstraße vor einer alten Eiche, das an die Gefallenen der Weltkriege erinnert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Westlich des Ortes verläuft die Bundesautobahn 13. Durch Zwietow verläuft der Radwanderweg Niederlausitzer Kreisel.

Südlich des Ortes liegt der Flugplatz Bronkow.

Literatur

  • Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1975.
  • Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg (Hrsg.): Beitrag zur Statistik – Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 – Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Band 19.8. Potsdam 2006 (statistik-berlin-brandenburg.de [PDF; 331 kB; abgerufen am 28. Dezember 2016]).
  • Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz – Band 1 – Einführung und Übersichten – Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. Bearbeitet von Rudolf Lehmann. In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam). Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-89-1, S. 403.
Commons: Zwietow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BrandenburgViewer der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB)
  2. Beitrag zur Statistik – Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 – Landkreis Oberspreewald-Lausitz. 2006, S. 35.
  3. Karte der Bergbauschutzgebiete von 1986. Abgerufen am 1. Februar 2021.
  4. Studie zur Fortschreibung der Tagebauentwicklung im Lausitzer Braunkohlerevier.@1@2Vorlage:Toter Link/lbgr.brandenburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2023. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg (Hrsg.), Mai 2007, S. 67. Abgerufen am 1. Februar 2021.
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz – Band 1 – Einführung und Übersichten – Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. 2011, S. 403.
  7. Beitrag zur Statistik – Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 – Landkreis Oberspreewald-Lausitz. 2006, S. 22 f.
  8. Homepage des Landkreises Oberspreewald-Lausitz – Darstellung der Alten Mühle, abgerufen am 24. Oktober 2009.
  9. Website der Fuchsmühle Zwietow, abgerufen am 25. Oktober 2025.

Auf dieser Seite verwendete Medien

Zwietow 2022.jpg
Autor/Urheber: Rheinlausitzer, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Ortsansicht von Zwietow, einem zum Ortsteil Gosda gehörenden Gemeindeteil der Gemeinde Luckaitztal im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, Brandenburg.
Zwietow muehle.JPG
Autor/Urheber: Z thomas, Lizenz: CC BY 3.0
ehemaligen Windmühle in Zwietow, Luckaitztal