Zoh Amba

Zoh Amba (2024)

Zoh Amba (* 27. April 2000 als Britni Hamrick) ist eine amerikanische Musikerin (Tenorsaxophon, auch Flöte, Gitarre, Gesang, Komposition).

Leben und Wirken

Amba, die aus Kingsport (Tennessee) stammt, spielte zunächst Gitarre. Als Jugendliche übte sie Saxophon im Wald, weil ihre Mutter dessen Klang nicht mochte.[1][2] Ab 2018 studierte sie am San Francisco Conservatory of Music; sie nahm auch Privatunterricht bei Hafez Modirzadeh.[3] Sie setzte ihre Ausbildung am New England Conservatory in Boston fort, wo David Murray ihr Mentor war.[4] Da Amba mit der Form akademischer Wissensvermittlung ihre Probleme hatte, schloss sie das Studium nicht ab.[2]

Ambas Debütalbum O, Sun wurde von John Zorn produziert und 2022 auf dessen Label Tzadik veröffentlicht.[5] Kurz darauf erschien bei 577 Records ihr Album O Life, O Light Vol. 1, auf dem Amba mit William Parker und Francisco Mela zusammenarbeitet; die JazzTimes lobte das Album und stellte Ambas Nähe zum spirituellen und spielerischen Ansatz von Albert Ayler fest.[6] Gemeinsam mit Francisco Mela entstand im selben Jahr das Duo-Album Causa y Efecto (Vol. 1). Ambas Album Bhakti mit Micah Thomas und Tyshawn Sorey sowie Matt Hollenburg ist im September 2022 erschienen.[7] Sie ist ferner auf Chad Andersons Album Mellifluous Excursions Vol. 1, Where You Been zu hören und hat mit Henry Fraser und Marc Edwards, Tashi Dorji und Thom Nguyen gespielt.

Außerdem ist Amba Teil der 2022 gegründeten Avantgarde-Supergroup Beings aus New York City, in der sie singt und Saxophon und Gitarre spielt. Weitere Mitglieder sind der Gitarrist Steve Gunn, der Bassist und Multiinstrumentalist Shahzad Ismaily sowie der Schlagzeuger Jim White. Die Musik der Band bewegt sich zwischen freier Improvisation, strukturierten Songformen und ausgedehnten Drone-Passagen. Beings Album There Is a Garden erschien 2024 bei No Quarter Records.[8]

Auf dem 2026 erschienenen Album Eyes Full rückte Amba stärker zum Songwriting mit akustischer Gitarre und Gesang; das Album umfasst grungigen Alternative Rock und Noise-Pop ebenso wie Folk und Blues und wurde ohne Overdubs mit dem Gitarristen Kevin Hyland und Schlagzeuger Jim White eingespielt.[2] Die Titel greifen Erinnerungen und soziale Realitäten aus ihrer Kinder und Jugendzeit auf, darunter verpasste Chancen, psychiatrische Zuschreibungen, familiäre Geheimnisse und Fentanyl-Mißbrauch.[2][9] Kritiken beschrieben Eyes Full trotz eines extremen Stilwechsels als Fortsetzung von Ambas genreüberschreitender Intensität.[10][9][2]

Diskographische Hinweise

  • O, Sun (Tzadik 2022, mit John Zorn, Micah Thomas, Thomas Morgan, Joey Baron)
  • Chad Fowler, Ivo Perelman, Zoh Amba, Matthew Shipp, William Parker, Steve Hirsh: Alien Skin (Mahakala Music, 2022)
  • Zoh Amba featuring William Parker and Francisco Mela: O Life, O Light Vol. 2 (577 Records, 2023)
  • Beings: There Is a Garden (No Quarter 2024, mit Steve Gunn, Shahzad Ismaily, Jim White)
  • Marek Pospieszalski Octet & Zoh Amba: Now! (2024)
  • Sun (Smalltown Supersound 2025, mit Lex Korten, Caroline Morton, Miguel Marcel Russel)
Commons: Zoh Amba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Andreas Borcholte: «Manche Dämonen lassen sich nur mit Gitarrenlärm besiegen». In: Der Spiegel. 5. Juni 2026 (spiegel.de).
  2. a b c d e Stephanie Grimm: Neues Album von Zoh Amba: Ein Fluss, ein Gebet und viel Schmerzmittel. In: die tageszeitung. 4. Juni 2026, abgerufen am 6. Juni 2026.
  3. Zoh Amba. In: All About Jazz. Abgerufen am 28. Juli 2022 (englisch).
  4. New England Conservatory Reimagined. Annual Scholarship Gala. New England Conservatory, 8. Mai 2021, abgerufen am 28. Juli 2022.
  5. Zoh Amba, le soleil et la sagesse, une découverte de John Zorn. In: Radio France. 27. Juni 2022, abgerufen am 28. Juli 2022.
  6. Shaun Brady: Zoh Amba: O Life, O Light Vol. 1. A review of the saxophonist's second album. In: JazzTimes. 17. Juni 2022, abgerufen am 18. Juli 2022.
  7. Mark Corroto: Zoh Amba: Bhakti. In: All About Jazz. 27. Oktober 2022, abgerufen am 22. November 2022.
  8. Arielle Gordon: Meet Beings, The New Experimental Supergroup With Zoh Amba, Steve Gunn, Jim White, & Shahzad Ismaily. 24. April 2024, abgerufen am 5. Juni 2026 (englisch).
  9. a b Katie Hawthorne: Zoh Amba: Eyes Full review – raw, rugged country rock also has real tenderness. In: The Guardian. 5. Juni 2026, abgerufen am 6. Juni 2026 (englisch).
  10. Nils Aschoff: Zoh Amba – „Eyes Full“: Tennessee aus der Distanz. In: MusikExpress. 4. Juni 2026, abgerufen am 7. Juni 2026.