zenith (Magazin)
| zenith | |
|---|---|
| Beschreibung | Deutsches Fachmagazin |
| Fachgebiet | Orient, Naher Osten, MENA, Zentralasien, Südasien, Islam, Wirtschaft, Kultur und Internationale Politik |
| Sprache | Deutsch |
| Verlag | Deutscher Levante Verlag (Deutschland) |
| Hauptsitz | Berlin |
| Erstausgabe | 1999 |
| Gründer | Daniel Gerlach, Moritz Behrendt, Christian Meier und Marcel Mettelsiefen |
| Erscheinungsweise | halbjährlich |
| Verkaufte Auflage | 3500 Exemplare |
| (2017; Gesamtauflage: 5000[1]) | |
| Chefredakteur | Daniel Gerlach |
| Herausgeber | Candid Foundation gGmbH |
| Weblink | zenith.me |
| ISSN (Print) | 1439-9660 |
zenith ist ein deutschsprachiges Fachmagazin, das sich mit der arabisch-islamischen Welt beschäftigt.
Das Magazin erscheint seit 2018 zweimal im Jahr als gedruckte Ausgabe[2] und befasst sich mit Themen der Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft des Nahen Osten, Nordafrikas, Süd- und Zentralasiens und mit der islamischen Welt überhaupt.
Redaktionell und wirtschaftlich unabhängig wird zenith vom Deutschen Levante Verlag GmbH in Berlin verlegt und von der gemeinnützigen Candid Foundation gGmbH[3] herausgegeben. Verantwortlicher im Sinne des Pressegesetzes ist Chefredakteur und Mitgründer Daniel Gerlach, einer der meistzitierten Nahost-Experten in deutschen Medien. Stellvertretender Chefredakteur ist Robert Chatterjee.[4] Hauptsitz der Redaktion ist Berlin[5].
Geschichte
Das Magazin wurde im Sommer 1999 von Studenten der Islamwissenschaft in Hamburg als Non-Profit-Projekt gegründet. Inzwischen verfügt zenith über ein ausgedehntes Netzwerk aus Journalisten und Fachautoren.
Im Frühjahr 2000 wurde der Verein forum zenith e. V. gegründet. Bis 2008 trat der Verein auch als Verleger der Zeitschrift zenith auf. Inzwischen widmet sich der Verein vornehmlich der inhaltlichen Gestaltung der Zeitschrift und der Förderung junger Journalisten und Fotografen. Das Magazin bezeichnet sich selbst als Plattform für jungen, kritischen, alternativen Journalismus über eine Region, deren Bild von „Krisenberichterstattung, Vorurteilen und ideologisch verhärteten Positionen“ geprägt ist und will der deutschsprachigen Berichterstattung zusätzliche Facetten geben.
2008 gründeten drei der sechs Herausgeber, Daniel Gerlach, Jörg Schäffer und Veit Raßhofer, die Deutsche Levante Verlag GmbH, um das regelmäßige Erscheinen des Magazins zu gewährleisten. Dem Redaktionbeirat gehören u.a. Aline Abboud, Marcel Mettelsiefen und Dr. Walter Posch an.[6]
Im Oktober 2012 fand ein Relaunch des Magazins statt. Seitdem wird auf den Zusatz „Zeitschrift für den Orient“ verzichtet. Neben dem Magazin produzieren Verlag und Redaktion die Online-Plattform zenith.me, auf der aktuelle Beiträge zu zenith-Themen veröffentlicht werden. Die Online-Artikel sind dabei grundsätzlich ohne Bezahlschranke verfügbar. Seit Frühjahr 2015 ist die Zeitschrift zenith Organ der gemeinnützigen Candid Foundation gGmbH, die sich selbst als Think-and-Do-Tank bezeichnet .[7] Gerlach begründete dies gegenüber dem Spiegel damit, zenith sei „kein kommerzielles Produkt”; über die Candid Foundation wolle man ein Community-Modell für nachhaltigen Spezial-Journalismus aufbauen.[8] Die Candid Foundation organisiert auch die Gesprächsreihe zenithTalk, den zenith-Fotopreis und konzipiert Events und Konferenzen weltweit.
In einer Ausgabe im Jahr 2013 bildete zenith auf dem Titel eine verspielte, fiktive Karte Kurdistans ab und fragte „Ist dieses Land noch zu verhindern?“. Es folgten heftige negative Reaktionen von türkischen Medien und positive aus dem kurdischen Nordirak. Daniel Gerlach berichtete von Hackerangriffen aus der Türkei auf die Seite und das System des Magazins.[9][10]
Der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und der folgende israelische Krieg in Gaza markieren eine redaktionelle Zäsur für zenith: Das Magazin positionierte sich in der öffentlichen Debatte mit einer explizit kontextualisierenden Perspektive, die Gerlach u. a. in einem ausführlichen Interview bei Jung & Naiv (Juli 2025) darlegte. Dabei plädierte er für eine Unterscheidung zwischen „Nahostkonflikt” und „Palästinafrage” und entwarf gemeinsam mit dem Staatsrechtler Naseef Naeem bereits im November 2023 ein Szenario zur Kriegsbeendigung unter Einbindung einer multinationalen arabischen Sicherheitstruppe mit israelischen Sicherheitsgarantien.[11]
Ziele, Inhalte und Strukturen
zenith versteht sich als Gradmesser für politische und soziale Entwicklung: Das Magazin berichtet nach eigenem Anspruch über Themen „oft lange bevor sie Gegenstand der tagesaktuellen Medien werden” und setzt auch nach dem Ende medialer Aufmerksamkeitszyklen die Berichterstattung fort.[12] Die Candid Foundation, die als Herausgeberin fungiert, beschreibt den publizistischen Ansatz des Fachmagazins als „fundierte, unabhängige Berichterstattung” mit dem Ziel, Vorurteile, Intoleranz und Verschwörungstheorien zu bekämpfen und gleichzeitig Themen wie soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung und Selbstbestimmung in den Vordergrund zu stellen.
Der Name zenith leitet sich vom astronomischen Begriff für den höchsten Punkt des Sonnenstands ab – dem Moment größter Klarheit, in dem Schatten kürzer werden und bisher Verborgenes ins Licht tritt. Diese Metapher gilt als programmatisches Leitbild der Redaktion.
Neben Analysen und Hintergrundberichten sind preisgekrönte Fotoreportagen ein zentrales Element des Magazins. Die thematischen Schwerpunkt-Dossiers beleuchten Zeitgeschehen nach eigener Aussage „auf unkonventionelle Art und Weise”.[13]Entscheidend für die Autorenauswahl ist laut Redaktion die Verbindung aus journalistischer Aufbereitung und fachlicher Expertise, um zu belegen, dass „Kreativität, Journalismus und Beredsamkeit mit akademischer Gründlichkeit vereinbar sind”. Neben Print- und Onlinebeiträgen produziert zenith auch Video-Inhalte und Audio-Formate. Die Redaktion veröffentlicht viele Formate auch auf ihrem Instagram-Account @zenith.magazin, dem etwa 9.500 Menschen folgen.[14]
zenith verfügt nach eigener Darstellung über ein großes Netzwerk an Korrespondenten und Fotografen in den Ländern der arabischen Welt, Zentralasiens, Russlands und Afrikas und veröffentlicht regelmäßig exklusive Reportagen und Analysen aus diesen Regionen. Außerdem produziert die Redaktion Fachliteratur für Stiftungen und Behörden.[15]
Obwohl zenith auch Fachbeiträge veröffentlicht, besteht die Redaktion nach eigener Auskunft auf journalistischen Stil und Gestaltung. Während zenith sich selbst vor allem als Fachmagazin bezeichnet, spricht die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) von zenith als einer Publikumszeitschrift.
Der Verein forum zenith e. V. stellt den Beirat des Verlages und wacht laut Gründungsvereinbarung darüber, dass zenith „der Information verpflichtet bleibt und kein PR-Instrument für Unternehmen, Staaten oder öffentliche Personen wird“. Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Medien und Organisationen dürfen das Magazin demnach nicht in seiner journalistischen Qualität, seiner redaktionellen Freiheit und der Ausübung seiner selbst auferlegten Informationspflicht beschränken.
zenith ist Medienpartner von Der Spiegel, Die Welt, Goethe-Institut, Bertelsmann Stiftung und der deutschen UNESCO-Kommission.
Seit einem Relaunch des Onlineauftritts im Jahr 2017 werden neben deutschsprachigen Artikeln auch Beiträge in englischer und arabischer Sprache veröffentlicht.
Leser können zenith über eine sogenannte zenith-Club-Mitgliedschaft kostenpflichtig abonnieren, die den Erhalt der gedruckten Ausgabe zweimal jährlich einschließt. Zum redaktionellen Kernangebot für Abonnenten gehören auch regelmäßige Zoom-Meetings[16] mit Experten und andere Veranstaltungen zur MENA-Region sowie der wöchentlich erscheinende Newsletter ("Club-Briefing"), der Hintergründe über Aktuelles und Vergessenes aus der arabischen Welt berichtet. Das Magazin finanziert sich neben Abonnements und Anzeigen über die gemeinnützige Trägerschaft der Candid Foundation.[17]
zenith Council
Seit 2013 betreibt Chefredakteur Gerlach gemeinsam mit dem Staatsrechtler Naseef Naeem das Beratungsinstitut zenith Council, das sich vornehmlich mit Fragen von Staatlichkeit und Recht in der arabischen Welt befasst.[18] Der zenith Council agiert als eigenständige Forschungs- und Expertengruppe, die personell eng mit der Candid Foundation und dem Magazin verbunden ist, organisatorisch aber unabhängig operiert. Das Beratungsinstitut erstellt nach eigenen Angaben Gutachten und politische Analysen und berät unter anderem internationale Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen in Fragen der zivilen und politischen Konfliktbearbeitung.[19]
zenith Channels
Auf dem Onlineauftritt betreibt das Magazin zusätzlich thematische oder regionale Unterrubriken, sogenannte Channels, die eigenständige Berichterstattungsstränge bündeln. Das Channel-Modell erlaubt die Einbindung externer Kooperationspartner und Fördergeberprojekte in die redaktionelle Plattform, ohne die Kernredaktion zu belasten.[20]
Im Januar 2026 lancierte zenith auf der englischsprachigen Website den Channel „Reporting Lebanon” – ein kollaboratives Journalismusprojekt, das unabhängige libanesische Journalistinnen und Journalisten zusammenbringt, um das Alltagsleben in einem Land zu dokumentieren, das durch Jahrzehnte politischer Krisen, Wirtschaftskollaps und den israelischen Einmarsch im Herbst 2024 geprägt ist.[21]
Das Projekt wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung MENA gefördert. Die erste Veröffentlichung war eine Reportage von Hussein Chaabane über den Wiederaufbau des Schreins des Propheten Shimon al-Safa im Dorf Chamaa im Südlibanon – ein Symbol für den Wiederaufbau kollektiver Erinnerung nach dem israelischen Angriff.[22]
„Reporting Lebanon” steht in der Tradition des zenith-Recherchestipendiums für Journalisten aus arabischen Ländern, das bereits ab 2020 mit Unterstützung des Auswärtigen Amts vergeben wurde.[23]
zenith-Fotopreis
Seit 2011 vergibt die Candid Foundation zusammen mit der Stiftung Mercator den zenith-Fotopreis. Der Wettbewerb zeichnet Profi- und Amateur-Fotografen aus, die in ihren Fotostrecken den Islam in Deutschland und Europa dokumentieren.[24]
Weblinks
- Webpräsenz
- Johannes Rausch: „Sind da, bevor es knallt!“ In: fm5.at. 13. Januar 2008, archiviert vom am 16. August 2012 (Interview mit Daniel Gerlach).
- Alexandra Bühler: Die Nahostversteher: weg von Karl May und Peter Scholl-Latour. In: NZZ.ch. 31. August 2019, archiviert vom am 1. September 2019.
Einzelnachweise
- ↑ Zenith Mediadaten 2017. (PDF) zenithonline.de, abgerufen am 6. Oktober 2022.
- ↑ Über uns. 5. Dezember 2016, abgerufen am 4. Januar 2020.
- ↑ CANDID Foundation gGmbH.
- ↑ Impressum. 15. März 2017, abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ Impressum. 15. März 2017, abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ Impressum. 15. März 2017, abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ CANDID Foundation gGmbH
- ↑ Jung & Naiv: Nahost-Experte Daniel Gerlach über Gaza, Israel & die Palästinafrage - Jung & Naiv: Folge 775. 31. Juli 2025, abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ "Kurdistan"-Kontroverse: Hacker greifen Magazin "Zenith" an. In: Der Spiegel. 24. Juli 2013, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. März 2026]).
- ↑ Iris Alanyali: „Zenith“: Wie ein Orientmagazin Ziel türkischer Hacker wurde. In: Welt Online. 25. Juli 2013, abgerufen am 5. April 2018.
- ↑ Jung & Naiv: Nahost-Experte Daniel Gerlach über Gaza, Israel & die Palästinafrage - Jung & Naiv: Folge 775. 31. Juli 2025, abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ Onleihe. eMagazine/ePaper-Angebot. Abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ Onleihe. eMagazine/ePaper-Angebot. Abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ Instagram. Abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ LinkedIn Login, Einloggen. Abgerufen am 7. März 2026 (deutsch).
- ↑ Instagram. Abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ Mitgliedschaft im zenith-Club. Abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ Christiane Müller-Lobeck: Buch über Herrschaft in Syrien: Es gibt ihn nicht, den Staat. In: Die Tageszeitung: taz. 29. Mai 2015, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 7. März 2026]).
- ↑ zenith Council. 1. Juni 2017, abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ Jung & Naiv: Nahost-Experte Daniel Gerlach über Gaza, Israel & die Palästinafrage - Jung & Naiv: Folge 775. 31. Juli 2025, abgerufen am 7. März 2026.
- ↑ zenith.me. Abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
- ↑ zenith.me. Abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
- ↑ Grants of 3,500 Euro for Journalists from Zenith Magazine 2020. Abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
- ↑ „Wie wir zusammenleben“. In: FAZ, Bericht über den 4. zenith-Fotopreis
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