Das Zen-Glossar erläutert häufig verwendete Begriffe und ihre Zusammenhänge aus dem japanischen Zen-, dem chinesischen Chan-, dem vietnamesischen Thiền- und dem koreanischen Seon-Buddhismus.
Achtsamkeit (englisch mindfulness) bezeichnet einen Zustand von Geistesgegenwart, in dem ein Mensch hellwach die gegenwärtige Verfasstheit seiner direkten Umwelt, seines Körpers und seines Gemüts erfährt, ohne von Gedankenströmen, Erinnerungen, Phantasien oder starken Emotionen abgelenkt zu sein, ohne darüber nachzudenken oder diese Wahrnehmungen zu bewerten. Achtsamkeit kann demnach als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand verstanden werden, als spezielle Persönlichkeitseigenschaft sowie als Methode zur Verminderung von Leiden (im weitesten Sinne). Achtsamkeit kann klar von Konzentration unterschieden werden.[1][2][3][4] Konzentration besteht darin, sich aufmerksam auf ein bestimmtes Objekt oder einen Objektbereich wie etwa eine Schriftzeile einzustellen, darauf seinen Blick zu fokussieren und seine ganze Aufmerksamkeit für diesen begrenzten Bereich seiner Wahrnehmung aufzuwenden. „Achtsamkeit“ hat eine dazu entgegengesetzte Ausrichtung.[5] Hier wird der Fokus der Aufmerksamkeit nicht gezielt eingeengt, sondern vielmehr weit gestellt. Im Buddhismus wird Achtsamkeit (Pali: Sati) zusammen mit konzentrativer Meditation (Samatha) praktiziert, so dass beides als Grundlage für das Erkennen (Vipassana) dient. Achtsamkeit ist das 7. Glied des Edlen Achtfachen Pfades, der erste Punkt der Sieben Faktoren des Erwachens sowie die dritte Fähigkeit der insgesamt Fünf Fähigkeiten: Vertrauen, Energie, Achtsamkeit, Sammlung, Weisheit (Prāñja).
Regenzeit-Retreat, ursprünglich in Indien die Zeit während der Monsunzeit, in der Nonnen und Mönche in einem Tempel oder Kloster intensiv praktizieren. Der Begriff bedeutet wörtlich „friedliches Verweilen“ und ist die japanische Übersetzung des Sanskrit-Wortes „vârsika“. Der Brauch geht auf die Zeit des historischen Buddha zurück, der sich mit seinen Anhängern während der jährlichen Monsunzeit niederließ, da die buddhistische Ordensregel (Vinaya) das Reisen während der Regenzeit verbot. Heute hält die japanische Sangha das Sommer-Retreat als eines von zwei jährlichen Retreats ab. Während der Klausur halten sich die Mönche und Nonnen streng an die monastischen Zen-Regeln (shingi) und konzentrieren sich auf Zazen. Im Japanischen heißen die Klausuren „ge-ango“ (Sommerklausur) oder „u-ango“ (Regenklausur). Dōgen Kigen beschreibt die Tradition des Sôtô für das Ango im neunundsiebzigsten Kapitel des Shōbōgenzō, genannt „Ango“.
Anjin
Anjin, auch Anshin, ist ein japanischer Begriff, der wörtlich „Herz-Geist in Frieden“ bedeutet. Er beschreibt einen Bewusstseinszustand der Seelenruhe oder des Geistesfriedens, wie er sich nach buddhistischer Auffassung nur aus der Erfahrung der Erleuchtung ergibt. Im Zen wird die Praxis des Zazen als einer der kürzesten Wege angesehen, um den Frieden des Geistes zu erlangen.[6.1]
Antaiji ist ein zen-buddhistischer Tempel in Japan. Der Tempel wurde 1921 in Kyōto gegründet und zog 1976 an den heutigen Ort in der Präfektur Hyōgo.[7] Im Antaiji wird Sōtō-Zen praktiziert. Wer sich im Kloster aufhält, muss sich in den anstrengenden Tagesablauf integrieren. Der Tag beginnt morgens um 4 Uhr und endet abends um 21 Uhr. Jeden Monat finden intensive mehrtägige Sesshin mit etwa 15 Stunden Meditation am Tag statt. Die auf dem Antaiji gründende Überlieferungslinie des Japanischen Zen-Meisters und Abt des Klosters Kōdō Sawaki ist im Westen weit verbreitet. Sawakis Nachfolger in der Überlieferungslinie sind z. B. Kōshō Uchiyama, Shōhaku Okumura, Gudō Wafu Nishijima, Brad Warner und Muho Nölke.
Arayashiki
Japanische Transliteration für den Sanskrit Begriff Alayavijnana, was Alaya-Bewusstsein bedeutet.
Ashi no ha ni nori no hōben
Der Ausdruck bedeutet wörtlich übersetzt „Ein Mittel zur Vermittlung des Dharma, selbst für ein Schilfrohrblatt.“ Gemäß der Überlieferung gelangte der legendäre Bodhidharma (Japanisch: Daruma) aus Indien nach China, indem er auf einem Schilfrohrblatt über das Meer segelte. Diese Metapher wird verwendet, um die Nützlichkeit einer auf den ersten Blick nutzlosen Sache zu beschreiben.[8]
Association Zen Internationale (AZI)
Die AZI ist eine internationale buddhistische Vereinigung, die 1970 vom Zen-MeisterTaisen Deshimaru gegründet wurde. Die AZI verfolgt das Ziel, die Praxis und die Lehren des Zen den Menschen in Europa zugänglich zu machen.[9] Sie ist heute die größte zen-buddhistische Gruppe in Europa[10] und ihr gehören mehr als rund 200 Dōjōs und Zengruppen an.
Bedeutet im Deutschen „Blumengirlanden-Sutra“ und wird nach der chinesischen bzw. japanischen Lesung oft auch als Huayan (Hua-yen)-Sutra oder Kegon-Sutra (Kegon-kyō) bezeichnet. Das Sutra hatte großen Einfluss in China (Huayan-Schule) und gelangte später auch nach Japan (Kegon-Schule) und Korea (Hwaeom jong). Innerhalb des koreanischen Zen-Buddhismus, dem Seon, spielt das Avatamsaka-Sutra bis heute eine bedeutende Rolle.
Vietnamesische Schule (Trúc-Lâm-Schule) des Zen-Buddhismus (vietnamesisch: Thiền), die auf den Lehrer Lieu Quan (der Asket des Bambuswaldes) zurückgeht, der Anfang des 14. Jahrhunderts Buddhismus lehrte.
Banka
Das japanisch Wort Banka bezeichnet die Abendzeremonie in einem Zenkloster. Die Abendzeremonie ist eine von drei Perioden des rituellen Singens, welche gemeinsam mit der Morgenzeremonie (Chōka) und der Mittagszeremonie (Hōka)[11] täglich in einem Zen-Kloster abgehalten werden. Die Banka findet vor Dämmerung in der Haupthalle (Butsuden) statt und umfasst das gemeinsame harmonische Rezitieren verschiedener Sutras. In der Literatur wird sie zudem als „Banka Fugin“ bezeichnet.[12] Diese Zeremonien variieren je nach Klosterlinie (z. B. Rinzai oder Sōtō) oder Meister leicht, bleiben jedoch stets zentrale Elemente der Disziplin.
Bendōwa
Bendōwa, bedeutet wortwörtlich übersetzt „Gespräche über die Praxis des Weges“ und ist ein Abschnitt aus dem Shōbōgenzō („Der Schatz des Auges des wahren Gesetzes“), dem Meisterwerk von Dōgen, dem Gründer der Sōtō-Zen-Schule. Bendōwa ist ein Grundsatzdokument, das als Prolog zum Shōbōgenzō angesehen werden kann.[13] Der Aufsatz dient in erster Linie dazu, japanischen Buddhisten das Zazen – also die sitzende Meditation – näherzubringen, da nur sehr wenige von ihnen bisher mit dieser Praxis in Berührung gekommen sind.[14]
Bedeutet im Deutschen näherungsweise Aufzeichnungen des türkisblauen Felsens und ist eine Sammlung von 100 Kōan in 10 Faszikeln (Hefte) aus der Blütezeit des chinesischen Chan-Buddhismus (960–1279). Die Sammlung gilt als Klassiker der Zen-Literatur, mit Beispielen u. a. von dem 1. Patriarchen des Zen-Buddhismus Bodhidharma und Yunmen, von dem der Spruch „Nichi nichi kore kōjitsu“ – „Tag für Tag ein guter Tag“ stammt.
Bodai ist die japanische Übersetzung für den Sanskrit-Begriff Bodhi. Der Begriff „Bodhi“ wird gemeinhin mit „Erleuchtung“ oder „Weisheit“ übersetzt. Er bezeichnet das Ziel der buddhistischen Praxis. Der historische Buddha erlangte Bodhi, als er unter dem Bodhi-Baum meditierte. Der Theravada-Buddhismus beschreibt Bodhi als den Punkt, an dem man sich von allen Leiden (Sanskrit: Dhuka) und illusorischen Missverständnissen befreit hat und die vier edlen Wahrheiten verwirklicht. Der Bodhisattva-Pfad wird als Weg zur Erlangung von Bodai beschrieben. Die verschiedenen Schulen des Mahayana-Buddhismus beschreiben die Bodai-Weisheit auf unterschiedliche Weise, wobei eine der häufigsten Beschreibungen darin besteht, sie als Verwirklichung der Leerheit (Sanskrit: Shunyata) zu bezeichnen. Dies führt zur Erkenntnis der Einheit von Samsara und Nirwana.[15]
Bodai-Daruma oder Bodhidharma oder Daruma auf Japanisch war ein buddhistischer Mönch, der aus Indien stammte und als der erste Patriarch der Chan- und Zen-Linien gilt.
Bodaiju
Japanische Bezeichnung für den Boddhi-Baum (Pappel-Feige). In der buddhistischen Symbolik steht der „bodaiju“ für Erleuchtung (Satori) und Weisheit.
Bồ-đề
Vietnamesische Bezeichnung für den Pali- und Sanskritbegriff Bodhi.
Bodaishin im Japanischen oder Bodhichitta im Sanskrit ist in der buddhistischen Lehre das Streben nach Erleuchtung (Sanskrit: Bodhi), die selbstlose Entschlossenheit, das Ziel des Erwachens nicht aus Eigennutz, sondern zum Wohle aller Wesen zu erlangen. Das Wort Bodhichitta setzt sich aus den Wörtern Bodhi und Citta ‚Geist‘, ‚Emotion‘, ‚Gedanke‘ zusammen und wird daher oft mit ‚Erleuchtungsgeist‘ oder ‚Geist der Erleuchtung‘ übersetzt.
Dieses Sanskritwort, das im Deutschen mit „Erwachen“ und „Erleuchtung“ übersetzt wird, bezeichnet im Buddhismus einen Erkenntnisprozess, der auf dem von Buddha gelehrten Heilsweg von zentraler Bedeutung ist. Innerhalb des Zen gibt es zwei unterschiedliche Lehrmeinungen die von Bodhi als spontaner, plötzlicher Erfahrung (z. B. Huineng) und die von der allmählichen meditativen Selbstvollendung (z. B. Shenxiu).[16] Aber auch die spontane Erfahrung ist kein einmaliger Vorgang, durch den die endgültige Erkenntnis in absoluter Vollständigkeit erlangt wird, sondern alle Meister haben ihre gewonnene Einsicht über Jahrzehnte vertieft. Die Vorstellung, eine blitzartige „Erleuchtung“ erlangen zu können oder gar zu wollen, ist nach diesen Lehren der geduldigen meditativen Übung abträglich und bewirkt eher das Gegenteil.
Bodhidharma oder Bodai-Daruma oder Daruma auf Japanisch war ein aus Indien stammender buddhistischer Mönch und gilt als der erste Patriarch der Chan- und Zen-Linien. Seine Historizität ist zwar teilweise gesichert, jedoch liegen die historischen Einzelheiten im Dunklen, da die Legende erst einige Jahrhunderte nach seinem Tod entstand und immer weiter ausgeschmückt wurde. Seine Lehre gelangte von China weiter nach Korea (koreanisch: Son), Vietnam (vietnamesisch: Thien) und Japan (japanisch. Zen), von wo sie als Zen-Buddhismus ab dem 19. Jahrhundert auch im Westen bekannt wurde.
Bodhidharma-Schule
Bodhidarma-Schule heißt wörtlich, die Schule oder Linie von Bodhidharma und wird auch Daruma-shū genannt.
Bodhimanda
Der Platz unter dem Bodhi-Baum, wo Buddha praktizierte und die Erleuchtung erfuhr, heißt im Sanskrit bodhimaṇḍa „Platz der Erleuchtung“. Dem entspricht chinesischdaochang, japanisch dōjō und koreanischdojang.[17]
Bodhisattva (Sanskrit: bodhisattva; aus bodhi „Erleuchtung“ oder „Erwachen“ und sattva „das Seiende“, „Wesen“, Pali: bodhisatta) bedeutet auf Deutsch annähernd „Erleuchtungswesen“ und auf japanisch Bosatsu. Bosatsu ist ein nach höchster Erkenntnis strebendes Wesen, das darum bemüht ist, allen noch nicht erlösten Wesen auf ihrem Heilsweg beizustehen. Das Ideal des Bodhisattva ist ein Ausdruck des Mahāyāna.
Die Entschlossenheit der Bodhisattvas, Bodhicitta zu vertiefen und zu verwirklichen und sich dem Heil der fühlenden Wesen und ihrer Befreiung zu widmen, wird in den Gelübden der Bodhisattvas bekräftigt. Bodhisattva-Gelübte ist ein häufig rezitierter Text im chinesischen und japanischen Buddhismus, insbesondere im Zen und wird im Deutschen auch die Vier bedeutsame Gelübde genannt. Im tibetischen Buddhismus ist das Bodhisattva-Gelübde Grundlage für die Mahayana-Praxis. Es ist Ausdruck und Bestärkung des Bodhisattva-Geistes (bodhichitta) und motiviert zur täglichen Praxis von Mitgefühl und Weisheit (Japanisch: Hannya), zur praktischen Umsetzung im Alltag zum Wohle aller fühlenden Wesen.
Bodhi-Tag
oder Erleuchtungstag (japanisch Shaka-Jōdō-e, kurz: Jōdō-e) ist ein Gedenktag im Mahayana-Buddhismus, der an die Erleuchtung von Shakyamuni Buddha unter dem Bodhi-Baum erinnert. Nach dem chinesischen Kalender wird der Erleuchtungstag am achten Tag des zwölften Mondes und nach japanischer und Zen Tradition am 8. Dezember begangen. Im japanischen Zen ist der Erleuchtungstag als Rōhatsu oder Rōhachi bekannt[18].
Bonshō kann im Deutschen mit ‚buddhistische Glocke‘, ‚hängende Glocke‘, ‚große Glocke‘, oder ‚Riesenglocke‘ übersetzt werden und bezeichnet in der japanischen Tempelarchitektur (Zenshū garan) Glocken, die die Mönche und Nonnen zur Rezitation rufen und die Tageszeiten angeben. Sie haben keinen Klöppel, sondern werden von außen an einem tsukiza (Schlagsockel) genannten verstärkten Bereich mit einem Holzbalken (shumoku, „Schlagholz“), der an Seilen hängt, angeschlagen.[19] Bonshō sind in der Regel in einem separaten Turm, auf japanisch auch Shōrō genannt, untergebracht. Sie werden auch verwendet, um den Verlauf der Zeit darzustellen.[20] In neuerer Zeit wurden die Glocken zu einem Symbol für Weltfrieden.
Bokuseki
Bokuseki, zu Deutsch „Tuschspur“, ist eine Form der japanischen Kalligraphie (Shodō). Sie wurde von Zen-Mönchen als spezieller Zenga-Stil entwickelt. Die Tuschspuren sind Ausdruck eines intensiv erlebten Augenblicks. Bei den Bokuseki-Praktizierenden verwirklicht sich in jeder Tuschspur Zen und die Zazen-Praxis ist auch Ausdruck der Zazen-Erfahrung des Einzelnen, die sich in einer körperlich-künstlerischen Handlung veranschaulicht.
Bonnō
Bonnō ist die japanische Transkription des Sanskrit-Begriffs Klesha was wiederum auf Deutsch Leiden[21] bedeutet. Bonnō bedeutet auf Japanisch das, was uns quält, beschäftigt, was uns verunsichert oder beunruhigt. Es bedeutet auch das, was unser Gewissen belastet.[22]Bonnō sind den Geist trübende Leidenschaften. In der indischen Philosophie, insbesondere im Buddhismus und Hinduismus, werden diese „Befleckungen“ als Ursache des Leidens verstanden. Der Begriff „Leidenschaften“ ist nicht weitreichend genug, um die verschiedenen Arten von Verblendungen zu erfassen, die im Originalbegriff enthalten sind. Bonnō bezeichnet jegliche Form von Leidenschaft, Anhaftung, geistiger Regung oder Handlung, die das Erlangen der Erleuchtung behindert. Die Leiden verursachen weitere Leiden und werden traditionell als Verunreinigungen betrachtet. Die buddhistische Praxis hat die Aufgabe, diese Verunreinigungen zu heilen. Nirwana wird auch als das Erlöschen aller Bonnō interpretiert. Sechs Geisteshaltungen werden gemäß der Tradition als die grundlegenden Ursachen für menschliches Leiden (japanisch: konpon bonnō) identifiziert. Zu diesen zählen Gier, Wut, Unwissenheit, Arroganz, Zweifel und falsche Ansichten. In der Fachsprache werden die ersten drei als die Drei Geistesgifte bezeichnet. Eine Vielzahl kleinerer Leidensursachen, wie Faulheit, Schamlosigkeit und Täuschung, manifestiert sich in Verbindung mit den grundlegenden Formen.[23]
Bosatsu
Japanisch für den Sanskrit-Begriff Bodhisattva. und bedeutet auf Deutsch annähernd „Erleuchtungswesen“.
Bồ-tát
Vietnamesich für den Sanskrit-Begriff Bodhisattva.
Der Begriff für japanische Kampfkunst Budō setzt sich aus den beiden Teilen "bu" (oder auch "w") und "dō" zusammen.[24] Die Bedeutung des ersten Teils ist "Krieg" oder "kriegerisch", die des zweiten Teils "Pfad" oder "Weg". Dieser Begriff bezeichnet die Vereinigung von Geist und Körper.[25] Er geht auf die alten indischen dharmischen und buddhistischen Vorstellungen vom "Pfad" oder Sanskrit: "Mārga" zurück. Budō bedeutet im Deutschen „Militärweg, Kriegsweg“ und ist der Oberbegriff für alle japanischenKampfkünste, also Jiu Jitsu, Judo, Karate, Suijutsu, Aikidō, Shōrinji Kempō, Sumō, Kendō, Bujinkan, Iaidō, Kyūdō u. a., die – im Gegensatz zu den traditionellen Bujutsu-Kriegskünsten – außer der Kampftechnik noch eine „innere“ Dō-Lehre oder auch -Philosophie enthalten. Die Budō-Wege sind auch unter dem wachsenden Einfluss des Zen entstanden, als die Samurai keine Kriege mehr führen mussten und sie Zeit für das Üben der Kampf-„Künste“ im Sinne der Selbstschulung hatten.
Die Buddha-Natur oder buddha-dhātu in Sanskrit, ist in weiten Teilen des Mahayana-Buddhismus[26] ein zentraler Begriff, insbesondere im chinesischen Chan und im japanischen Zen, sowie im tibetischen Vajrayana[27]. Die Buddha-Natur bezeichnet die allgemeine, innewohnende Fähigkeit und Kraft von Lebewesen, die Erleuchtung zu erlangen und die Buddhaschaft zu erreichen. In der westlichen Philosophie wird sie oft als Fähigkeit zur plötzlichen Erkenntnis beschrieben, eine Erkenntnis, die über den Intellekt hinausgeht und einen radikalen Wandel bewirkt.[28]
Bùshī
Bùshī ist der chinesische Begriff für das Sanskrit-Wort Dāna. Dāna wird im japanischen fuse und im vietnamesischen bố thí genannt.
Busshō (Shōbōgenzō)
Busshō, auch als Buddha-Natur bezeichnet, ist das dritte Buch des Shōbōgenzō des Sōtō-Zen-Mönchs Eihei Dōgen in dem er das Konzept der Buddha-Natur behandelt und die Bedeutung des Begriffs darlegt. Während klassischerweise die Buddha-Natur als die Aussicht interpretiert wird, ein Buddha zu werden, oder alternativ als eine Art Lebenskraft in uns, sieht Dōgen in Busshō die Buddha-Natur einfach als konkrete Realität selbst. Dōgen präsentiert diese These durch häufige Anspielungen auf und Kommentare zu klassischer Zen-Literatur sowie durch komplexe Wortspiele, die auf kreativen Interpretationen der klassischen chinesischen Satzstruktur beruhen.[29]
Der Butsudan ist der Altar in einem Kloster, einem Tempel oder im Haus eines Laien, auf dem den Bildern des Buddha (Butsu), der Bodhisattvas und verstorbener Familienmitglieder und Vorfahren Opfergaben dargebracht werden. Im Mittelpunkt der Rituale stehen gewöhnlich große Buddhas oder Bodhisattvas wie Avalokiteśvara (japanisch: Kannon), Kṣitigarbha und Manjushri (japanisch: Monju). Ein wichtiges Element der rituellen Zen-Praxis ist die Durchführung ritueller Niederwerfungen (japanisch: Pai) oder Verbeugungen, die gewöhnlich vor einem Butsudan durchgeführt werden.[30]
Butsuden
Butsuden heist wörtlich "Buddhapalast" und ist eine alternative japanische Bezeichnung für Hondō die Haupthalle.
Butsudō
Butsudō heist wörtllich "Buddhahalle" und ist eine alternative japanische Bezeichnung für Hondō die Haupthalle.
C
Caódòng-zōng
Caódòng-zōng ist der ursprüngliche chinesische Name für die japanische Sōtō-Schule.
Bedeutet im Deutschen in etwa „Teeweg“[31] oder „japanische Teezeremonie“, auch bekannt als „Teeritual“, steht in ihrer zugrunde liegenden Philosophie dem Zen nahe. Es ist eine in ihrem Ablauf bestimmten Regeln folgende Zusammenkunft und eine meditative Übung des konkreten Im-Augenblick-Seins. In ritualisierten Abläufen werden scheinbar alltägliche Handlungen wie die Bereitung und der Genuss von Tee mit großer Achtsamkeit ausgeführt, wobei Körper, Geist und Atmung zu einer Einheit werden und Gast und Gastgeber sich in Harmonie miteinander verbinden. Die Teezeremonie vermittelt tiefe Stille und Frieden mitten in der Alltäglichkeit. Beim verwendeten Tee handelt es sich um so genannten Matcha, fein gemahlenen Grüntee. Um dem Gast die Möglichkeit zur inneren Einkehr zu bieten, findet die Zusammenkunft in einem bewusst schlicht eingerichteten Teehaus statt.
Eine in China durch Synthese mit Daoismus und Konfuzianismus entstandene Linie des Mahayana-Buddhismus. Das chinesische Wort chán leitet sich vom Sanskritwort Dhyāna ab, das zunächst als Chan’na (chánnà) ins Chinesische übersetzt wurde und „Zustand meditativer Versenkung“ bedeutet. Auch wenn die Ursprünge des Buddhismus in Indien liegen, ist der Chan-Buddhismus religionsgeschichtlich als eine genuin chinesische Entwicklung anzusehen, wobei insbesondere deutliche Einflüsse des Daoismus erkennbar sind. Der Legende nach von Bodhidharma zwischen 480 und 520 n. Chr. begründet; weitere Verbreitung durch Mönche nach Vietnam (Thiền), Korea (Seon) und Japan (Zen).
Chánshī
Bis zur Tang-Dynastie wurde der Begriff „Chánshī“ (Dhyana-Meister) in China regelmäßig für einen Mönch verwendet, der ein Meister des Chan oder der Meditation war, im Gegensatz zu denjenigen, die sich auf Schriftlehren Dharma und Disziplin und Ordensregeln (Vinaya) spezialisiert hatten.[32]
Chanzong
Chanzong ist die chinesische Bezeichnung für Chan-Schule und bedeutet im japanischen Zenshū.
Chōka ist die Morgenzeremonie in einem Zenkloster. Die Morgenzeremonie ist eine von drei Perioden (Chōka, Hōka[33], Banka) des rituellen Gesangs, die täglich in einem Zen-Kloster abgehalten werden. Die Morgenzeremonie findet vor Sonnenaufgang in der Haupthalle (Butsuden), nach dem ersten Zazen des Tages, statt. Dabei werden verschiedene Sutren und andere Gebete gesungen. Chōka wird auch als Chōka fugin bezeichnet.[34] Diese Zeremonien variieren je nach Klosterlinie (z. B. Rinzai oder Sōtō) oder Meister leicht, bleiben jedoch stets zentrale Elemente der Disziplin.
Besagt im Deutschen „großer Buddha“ und bezeichnet verschiedene große japanische Buddha-Statuen, beispielsweise die Statue im Tempel Tōdai-ji oder Ushiku Daibutsu eine Darstellung des Amitabha.
Daijō
Daijō, wortwörtlich „Großes Fahrzeug“ ist die japanische Übersetzung von Mahayana, einer der beiden Hauptrichtungen des Buddhismus. Der Mahayana-Buddhismus ist in ganz Ostasien verbreitet und umfasst viele verschiedene Schulen, darunter auch Zen.[35]
Daikan Enō
Japanischer Name für den chinesischen Zen-Meister Huineng.
Daioshō
Japanischer Titel für die Patriarchen, die während der Morgenzeremonie (Chōka) rezitiert werden. Im Sōtō-Zen ist der Titel „Dai-Osho“ der höchste priesterliche Rang in einer klaren monastischen Hierarchie. Er wird nur noch von „Zenji“ übertroffen, der nur auf Dōgen und Keizan (die Gründer der Schule) sowie auf die derzeitigen oder ehemaligen Äbte der beiden Haupttempel der Schule angewandt wird.[36]
Das Sanskritwort bedeutet Gabe, Almosen, Spende, Geschenk. Im Dāna wird jedoch mehr gesehen als nur das Geben von materiellen Dingen. So bezeichnet Dāna im Buddhismus allgemein etwas, das gegeben oder geschenkt wird, ohne eine Gegenleistung zu erwarten oder auch nur zu erhoffen. Darüber hinaus bedeutet dana das Verschenken von Energie und Weisheit an andere. Dāna wird im chinesischen Bùshī, im japanischen fuse und im vietnamesischen bố thí genannt.
Dàochǎng
Chinesische Transkription des Sanskrit-Begriffs Bodhimanda,[37] dem Platz unter dem Bodhi-Baum.
Darani
Japanische Transliteration des Sanskritbegriffs Dharani.
Japanische Bezeichnung für Bodhidharma, den ersten Patriarchen des Zen. Die Zen-Schule betrachtet Bodhidharma traditionell als den Gründer des chinesischen Zen (Chan).
Daruma Sanron
Daruma Sanron bedeutet im Deutschen „Drei Traktate über Bodhidharma“ und ist eine apokryphe Schrift, die der Sōtō-Mönch Kyōgō der Daruma-shū zugeschrieben hatte. Dabei handelte es sich um das Hasō-ron, das Goshō-ron und das Kechimyaku-ron.[38]
Daruma-shū
Wörtlich heißt es „die Schule oder Linie von Bodhidharma“, einem indischen Mönch, der Zen im sechsten Jahrhundert von Indien nach China gebracht hat. Der Name wird verwendet, um die Zen-Schule im Allgemeinen oder die Lehren des Zen-Buddhismus zu bezeichnen. Im engeren Sinn bezieht er sich auf eine kurzlebige Schule des Zen, die von dem Mönch Dainichim Nônin in Japan gegründet wurde.bezeichnet.[39] Diese kurzlebige Schule war eine frühe japanische Zen Strömung, die im Deutschen auch als „Bodhidharma-Schule“ bezeichnet wird. Sie entstand in der Kamakura-Zeit (1185/1187–1333) und hörte später auf, als eigenständige Schule zu existieren. Ein Teil von ihr ging im Rahmen ihrer Verfolgung fast vollständig in der damals noch jungen Sōtō-shū auf und dominierte diese zeitweise.[40]
Daruma uta
Bedeutet wörtlich Unsinnspoesie und ist die abwertende (pejorative) Bezeichnung für Zen-Poesie besonders des 12. und 13. Jahrhunderts.
Das Buch vom Tee
Das Buch vom Tee (Originaltitel: The Book of Tea) von Kakuzō Okakura wurde 1906 veröffentlicht. Das Buch wurde als „die früheste klare Darstellung des Zen-Buddhismus und seiner Beziehung zu den Künsten in englischer Sprache“ bezeichnet.[41] Okakura argumentierte, dass „Tee mehr ist als eine Idealisierung der Form des Trinkens; er ist eine Religion der Lebenskunst“.[42]
Denbō bezeichnet die Dharma-Übertragung. Die Ernennung eines Dharma-Erben ist ein wichtiger Schritt im Buddhismus. Dabei wird das „Dharma“ (hō), das zuvor von einem Lehrer in einer bestimmten Dharma-Linie übernommen wurde, „weitergegeben“ oder „übertragen“ (den).[43]
Dendokyoshi
Die Soto-shū hat im Ausland praktizierende, nicht-japanische Mönche und Nonnen mit einer „Lehrerlaubnis für den westlichen Weg“ ausgestattet (Dendokyoshi). Diese Ausbildung beinhaltet einen mehrmonatigen Studienaufenthalt in Japan, die traditionelle Praxis in einem Zen-Ausbildungs-Kloster (Sōdō), die Vertiefung der Zen-Praxis in Japan sowie Zeremonien, in denen die Dendokyoshi symbolisch für jeweils einen Tag Abt von Sōji-ji und Eihei-ji werden. Darüber hinaus werden die Dendokyoshi aus Amerika und Europa regelmäßig zu Tokubetsu-Sesshins eingeladen, bei denen Aspekte der Sōtō-Zen-Praxis studiert werden.
Das Denkō-roku („Aufzeichnung des Mönches Keizan über die Weitergabe des Lichts“) enthält eine Sammlung von Ereignissen, welche die Dharma-Übertragung in der Sotolinie von Mahakashyapa, einer der wichtigsten Schüler Buddhas, bis zu Dōgen Zenji schildern. Das Denkō-roku wurde von dem japanischen Meister Keizan Jōkin, der nach Dōgen Zenji als der bedeutendste Zen-Meister der Soto-Schule gilt, aufgezeichnet und gilt als eine der bedeutendsten Schriften des Soto-Zen.
Densu
Ein Mönch, der die anderen Mönche am Morgen weckt. Er leitet die Sutra-Rezitation und andere Zeremonien. Außerdem reinigt er die Ritualhallen.
Wörtlich bedeutet es „das, wodurch etwas aufrechterhalten wird“[44] und bezeichnet oft buddhistische Sprechgesänge ohne logischen Sinnzusammenhang. Dharani werden ähnlich wie Mantras gesungen. Dharani und Mantras unterscheiden sich nur in der Länge. Wie Mantras haben auch Dharanis oft wörtlich wenig Sinn, aber man glaubt, dass die Silben eine gewisse Kraft haben. Chinesische und japanische Dharani-Versionen sind oft Transkriptionen des Sanskrit, wobei die genaue Wortwahl nicht immer beibehalten wird. Wie Mantras kann man Dharani auch wiederholen, um sich besser auf bestimmte Meditationen zu konzentrieren. Außerdem werden sie als Zaubersprüche genutzt. Dharanis sind in verschiedenen hinduistischen Strömungen sowie in den esoterischen Schulen des Buddhismus zu finden.[45]
Dem Begriff Dharma (Sanskrit) bzw. Dhamma (Pali) kommen im Buddhismus verschiedene kontextabhängige Bedeutungen zu. In einer der möglichen Lesarten bezeichnet er die Lehre Buddhas. Der Dharma als das vom Buddha erkannte und verkündete Daseinsgesetz beinhaltet die Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten und bildet in der Zufluchtsformel „Ich nehme Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha“ eines der ‚Drei Juwelen‘, die auch als die ‚Drei Zufluchtsobjekte‘ bezeichnet werden. Im Mahayana und Vajrayana verweist der Begriff neben der Lehre Buddhas zudem auf die Lehren der großen Bodhisattvas und aller Meister, die in der Nachfolge Buddhas Erleuchtung (Satori) erlangt haben. Darüber hinaus ist das Wort als Sammelbezeichnung für die Gesamtheit aller Phänomene gebräuchlich.
Dharma-Halle
Die Dharma-Halle ist die Hauptversammlungs- und Vortragshalle in einem Zen-Kloster; auf Japanisch als Hattō bekannt.
Dharma-Lehrlinien
Zen-Lehrer sehen sich als Nachfolger einer langen Reihe von Meistern, von denen jeder die Dharma-Übertragung von seinem Lehrer erhielt und sie entsprechend an einen oder mehrere seiner Schüler weitergab. Es gibt verschiedene Begriffe wie Traditionslinien, Lehrlinien, Dharma-Lehrlinien, Dharma-Übertragungslinien usw. Ihren Ursprung hat diese Tradition im Buddha Shakyamuni.
Dharma-Sitz
Der formelle Vortragsitz des Abtes, auf Japanisch Hōza genannt, befindet sich auf der erhöhten Plattform (Tan) in der Dharma-Halle des Klosters.
Dharma-Übertragung bedeutet wörtlich „Weitergabe des Gewandes“. Der Begriff stammt aus dem Chan- oder Zen-Buddhismus. Der Begriff beschreibt die Erlaubnis, die ein Zen-Meister einem Schüler erteilt, seine Nachfolge anzutreten. Nach dem Selbstverständnis des Zen ist die wahre Erkenntnis nicht lehrbar im üblichen Sinne, sie kann nur jenseits von Worten und traditionellen Lehren erfahren werden, da der Wesenskern des Zen nicht intellektuell und rational zu begreifen ist. Die Rolle eines Lehrers besteht darin, dem Schüler Vorbild und Ansporn zu sein, er kann ihm Techniken und Wege zur Erleuchtung (Satori) zeigen, letztlich kann der Schüler diese aber nur durch Übung und aus eigenem Bemühen erlangen. In der Sōtō-Linie ist die Dharma-Übertragung die Anerkennung der Bindungen zwischen Lehrer und Schüler. Sie war im Laufe der Geschichte der Sōtō-Schule Veränderungen unterworfen.[46] Die Dharma-Übertragung wird auch Shiho genannt.[47]
„Form ist Leerheit – Leerheit ist Form“: Der Kerngedanke aus dem Herz-Sutra Hannya Shingyō zieht sich wie ein roter Faden auch durch das Diamant-Sutra. Es existieren zwei Wirklichkeiten/zwei Wahrheiten: 1.) einerseits die Welt der Form, die Welt der sinnlich erfahrbaren Phänomene, die Welt der in Zeichen und Begriffen geronnenen trügerischen, da einseitigen, Wahrnehmungen und 2.) auf der anderen Seite: die Welt der Leerheit (Shunyata), die Welt der „Soheit“, eine Sphäre jenseits der Form, jenseits von Geburt und Tod, Anfang und Ende, Selbst und Nichtselbst, eine Welt jenseits aller Begriffe. Der Buddha beschränkt sich nicht darauf, diese beiden Wirklichkeiten einander gegenüberzustellen. Form und Leerheit sind eins, es gibt keine Dualität von Form und Nicht-Form – beide sind Ausdrucksformen ein und derselben Wirklichkeit, zwei Gesichter ein und der gleichen Welt.
Bedeutet „Weg“ oder „Pfad“, die japanische Übersetzung des chinesischen Wortes Tao. Manchmal wird es als „Tō“ ausgesprochen, wie in Shintō, „der Weg der Kami“.
Dojang
Koreanische Entsprechung des Sanskrit-Begriffs Bodhimanda.[48]
Im Rahmen der Zen-Übung bezeichnet „Dokusan“ den Besuch eines Schülers beim Lehrer oder Meister in der Zurückgezogenheit seines Zimmers. Im Dokusan kann der Schüler zum Zweck der Unterweisung alles besprechen, was die Zen-Praxis betrifft, Probleme oder Einsichten. Der Lehrer oder Meister erhält die Möglichkeit, die Fortschritte des Schülers zu prüfen. Das japanische Wort bedeutet auf Deutsch „Einzelbesuch“ womit die Begegnung mit dem Meister unter vier Augen, im Rinzai-Zen und im Westen teilweise auch im Soto-Zen, gemeint ist.[49][50] Die besprochenen Inhalte unterliegen der absoluten Vertraulichkeit. Dokusan ist eine der tragenden Säulen der Zen-Übung. Häufig dient das Dokusan der Bearbeitung von Kōans und der Überprüfung des Übungsfortschritts des Praktizierenden.[51] Dokusan unterliegt einem ritualisierten Ablauf, die Rituale unterscheiden sich je nach Schule. Siehe auch Sanzen.
Doshi
Zeremonien-Leiter im Zendō. Die oder der Doshi leitet die Sitzung und bestimmt den Rhythmus und die Abfolge der Praktiken. Ein Doshi kann auch Anweisungen erteilen und die Praktizierenden durch die Meditation führen.[52]
Dōshin : Der japanische Begriif Dōshin bedeutet wörtlich Weg-Geist. Dōshin ist das Verlangen und der Entschluss die Erleuchtung zu verwirklichen.
Dōshin
Die japanische Aussprache für Tao-hsin (580–651), den vierten chinesischen Patriarchen des Zen.
Drei Gifte
Gier, Zorn und Unwissenheit (japanisch: Sandoku). Diese drei grundlegenden Hindernisse auf dem Weg zum Erwachen (japanisch: Satori) werden manchmal als Leiden bezeichnet und können auch als die grundlegenden Ursachen des Leidens (japanisch: Bonnō) identifiziert werden.
Die Drei Juwelen oder auch Drei Kostbarkeiten (Sanbō), dreifache Edelsteine, Drei Schätze[53][54] genannt, bezeichnen im Buddhismus, den Lehrer (Buddha), die Lehre (Dharma) und die Gemeinschaft der Praktizierenden (Sangha). Indem jemand Zuflucht zu diesen Drei nimmt, bezeugt er seine Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Buddhisten und gilt als Buddhist.
Dunjiao
„Dunjiao“ ist ein chinesischer polemischer Begriff, den Heze Shenhui in der sogenannten „Südlichen Schule“ (Nanzong) des chinesischen Chan verwendete, um seine rivalisierende „Nördliche Schule“ (Beizong) als eine schrittweise und damit minderwertige Darstellung der Chan-Lehren und -Praxis abzuwerten.[55]
Heißt im Deutschen annähernd „Tempel des ewigen Friedens“ und ist ein zen-buddhistisches Kloster in Japan. Es ist wie Sōji-ji eines der beiden Hauptklöster in der Linie des Sōtō-Zen und wurde 1243 von Dōgen gegründet.
Myōan Eisai (1141–1215)[56] war ein japanischer buddhistischerPriester, der die Rinzai-Schule des Zen-Buddhismus und den Tee von China nach Japan gebracht hat. Er wird oft einfach als Eisai Zenji d. h. Zen-Meister Eisai, bezeichnet. Er machte den Shōfuku-Tempel (Shōfuku-ji) zur ersten Ausbildungsstätte der Zen-Schule in Japan. Sein Schüler Myōzen war ein Lehrer von Dōgen. Die beiden reisten zusammen nach China, wo Myōzen starb.
Enza
Der japanische Begriff bedeutet wörtlich „freudiges Sitzen“ und ist ein anderer Ausdruck für „Sitzen in Versunkenheit“.
Ekkaku
posthumer Name für den Zen-Meister Hakuin-Zenji.
Ekō
Die Widmung, die nach der Rezitation eines Sutra gelesen wird, um den durch die Rezitation gewonnenen Verdienst an eine bestimmte Person oder Gruppe zu richten.
Enō
Die japanische Aussprache für Huineng (638–713), den sechsten chinesischen Patriarchen des Zen.
Symbol der japanischen Kalligrafie, welches in enger Verbindung mit dem Zen-Buddhismus steht. Das japanische Wort hat im Deutschen die Bedeutung „Kreis“. Es symbolisiert Erleuchtung (Sanskrit: Bodhi), Stärke, Eleganz, das Universum und die Leere (Mu). Im Zen stellt das Malen des Ensō einen Moment dar, in dem das Bewusstsein frei ist und Körper und Geist nicht in ihrem Schaffensprozess eingeschränkt werden. Das Ensō zeigt den Zustand des Geistes im Augenblick des Erschaffens. Einige Künstler praktizieren das Zeichnen des Ensō täglich als spirituelle Übung.[57][58][59]
Der Begriff leitet sich vom Althochdeutschen „arliuhtan“ (erleuchten), Mittelhochdeutschen „erliuhtunge“ (aufleuchten, erleuchten) und Lateinischen „illuminatio“ (Erleuchtung) ab. Auch Illumination, bezeichnet eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der ein Mensch sein Alltagsbewusstsein überschritten hat und eine dauerhafte Einsicht in eine – wie auch immer ausgeprägte – gesamtheitliche Wirklichkeit aus Immanenz und Transzendenz erlangt. Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter „Erleuchtung“ gewöhnlich eine plötzliche Erkenntnis oder Eingebung. Im Buddhismus hat der Begriff des Erwachens (sanskrit: bodhi) eine zentrale Bedeutung. Er findet sich in den Wörtern „Buddha“ („der Erwachte“) und „Bodhisattva“ wieder. Bodhi kommt von der Sanskrit-Wurzel budh, die „aufwachen, erkennen, wahrnehmen, verstehen“ bedeutet. Als deutsche Übersetzung wird jedoch auch in buddhistischer Literatur sehr häufig „Erleuchtung“ gewählt, auch wenn dies der Etymologie weniger entspricht.[60]
Der Erleuchtungstag oder Bodhi-Tag (japanisch: Shaka-Jōdō-e, kurz Jōdō-e) ist ein Gedenktag im Mahayana-Buddhismus, der an die Erleuchtung von Shakyamuni Buddha unter dem Bodhi-Baum im Jahr 525 v. Chr. erinnert. Im Zen ist der Erleuchtungstag als Rōhatsu oder Rōhachi bekannt[61]. Der Bodhi-Tag wird in vielen gängigen Mahayana-Traditionen gefeiert, zum Beispiel in den traditionellen Zen- und Amitabha-Schulen in China, Korea, Japan, Vietnam und auf den Philippinen.[62] Der Erleuchtungstag wird im Buddhismus nicht so häufig gefeiert wie der Vesakh-Tag, an dem sowohl die Geburt, die Erleuchtung (Sanskrit: Nirvāna) und das Verscheiden (Parinirvāna) von Gautama Buddha gefeiert werden.[63]
Erleuchtungswesen
Siehe Boddhisatva.
Ethik
Gemäß der buddhistischen Lehre (Dharma) ist das Üben von ethischem Verhalten die Voraussetzung und das Fundament für die Entwicklung eines ruhigen und stabilen Bewusstseinszustand. Dazu gehören neben dem Verzicht auf Gewalt und auf Rauschmittel das Üben von Ehrlichkeit, angemessener Sprache, sinnlicher Zurückhaltung und Großzügigkeit. Solches Verhalten schaffe die karmischen Bedingungen, unter denen der Geist friedlich werden könne. Ethisches Verhalten (Sila), Konzentration (Samadhi) und Einsicht (Vipassana) verstärken sich gegenseitig und bilden gemeinsam die drei Pfeiler der buddhistischen Praxis.[64]
Bedeutet im Deutschen „Buddhas Berg des Lichtes“ und ist ein chinesisch-buddhistischer Orden der Chan-Tradition. Der Orden gehört zum durch Linji Yixuan begründeten Linji zong (japanisch: Rinzai-shū) und hat eine internationale Bekanntheit erreicht. Der Orden gründet und leitet weltweit Tempel und Gruppen unter seinem Namen. Der Hauptsitz der Organisation ist das größte buddhistische Kloster in Taiwan und die Organisation ist eine der größten Wohlfahrtsorganisationen in Taiwan. Fo Guang Shan ist heute eine weltweit operierende Organisation. In den vergangenen Jahrzehnten sind Tempel und Organisationen auf fünf Kontinenten in 173 Ländern etabliert worden, welche von 1.300 Nonnen und Mönchen betreut werden.
Die Fuke-shū war eine mehr oder weniger lose Bewegung innerhalb des japanischen Zen-Buddhismus, die bis zu ihrem Verbot in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts existierte. Der Großteil der Lehre der Fuke-shū bestand offensichtlich so gut wie kaum im Studium irgendwelcher Schriften. Eine zentrale Bedeutung kam der Musik mit der japanischen Bambusflöte (Shakuhachi) zu. Die Schule erlaubte ein freies Umherziehen und war ein Auffangbecken für Laien, die keinen festen Platz in der feudalen japanischen Gesellschaftsordnung hatten. Komosō oder komusō waren Anhänger der Fuke-Schule.
Fukuten
Japanischer Name für den Stellvertreter des Küchenchefs (Japanisch: Tenzo).
Fukudenkai
Die Fukudenkai-Bewegung ist eine moderne Praxis innerhalb des japanischen Buddhismus. In dieser Bewegung wird das Nähen des buddhistischen Gewands (Kesa/Rakusu) als eigenständiger spiritueller Weg verstanden. Sie entstand im Umfeld des Sōtō-Zen und wurde maßgeblich von Sawaki Kōdō inspiriert[67]. Das Nähen des Kesa wird als meditative Tätigkeit betrachtet, bei der Konzentration, Geduld und Achtsamkeit in der Präzision der Stiche zum Ausdruck kommen sollen. Seit den 1960er-Jahren hat sich diese Bewegung stark verbreitet.
Fukudo
Der Fukudo ist der Assistent des Dōan, dem „Assistent der Halle“ und die Bezeichnung für die Person, die den Han schlägt.
Fukyō
Der japanische Begriff Fukyo bedeutet wortwörtlich Sūtra-Rezitation und meint das gemeinsame rezitieren in Zen-Klöstern und auf Sesshins.
Fünf Häuser des Chan
Die Fünf Häuser des Chan (auch die fünf Häuser des Zen genannt) waren die fünf wichtigsten Schulen des chinesischen Chan-Buddhismus, die während der Tang-Dynastie in China entstanden. Obwohl sie zu dieser Zeit nicht als formelle Schulen des Buddhismus angesehen wurden, gelten sie heute als wichtige Schulen in der Geschichte des Chan-Buddhismus. Die meisten Chan-Linien in Asien und dem Rest der Welt sind ursprünglich aus den ursprünglichen Fünf Häusern des Chan hervorgegangen oder wurden stark von ihnen beeinflusst. Die fünf Häuser zeichneten sich jeweils durch eine einzigartige Lehrmethode aus. Die Methoden der einzelnen Schulen unterschieden sich erheblich voneinander, obwohl es nicht ungewöhnlich war, dass Lehrer einer Schule die Methoden einer anderen Schule verwendeten.[68]
Fuonju
Bedeutet kein Alkohol trinken und ist eines der fünf Gebote (Gokai).[69]
Fumōgo
Bedeutet nicht lügen und ist eines der fünf Gebote (Gokai).[70]
Furoshiki ist ein quadratisches Wickeltuch, das vor allem in Japan traditionellerweise als Verpackung und als Tragebeutel genutzt wird. Im Zen auch zum Aufbewahren und Transportieren von Roben.
Fuse
Fuse ist die japanische Bezeichnung für den Sanskrit Begriff Dāna und bedeutet, Geben ohne dafür etwas zu erwarten.
Fusesshō
Bedeutet keine Lebewesen töten und ist eines der fünf Gebote (Gokai).[71]
Frage und Antwort
Siehe Mondō.
G
Ga
Japanische Übersetzung des Sanskrit-Begriffs Atman.
Der japanische Begriff entstammt der Zen-Lehre[72], wird mit „Geduld und Beharrlichkeit“ übersetzt und bezeichnet eine innere Haltung gegenüber äußeren Widrigkeiten. Die japanisch-amerikanischen Internierten im Zweiten Weltkrieg übten Gaman, um gesellschaftliche Ausgrenzung, Bedrängnis und Demütigung durchzustehen. Diese verinnerlichte Haltung wurde oft von Nicht-Japanern als mangelnde Initiative falsch verstanden.[73][74][75]
Gaki im Japanischen und „Hungergeist“ (Sanskrit: Preta) im Deutschen sind eifersüchtige und gierige Geister, die zur Strafe mit einem unstillbaren Hunger verflucht wurden. In Zen-Klöstern und auf Sesshins ist es üblich vor dem Essen ein Speiseopfer für die Gaki darzubringen. Gaki können nach japanischer Vorstellung durch Erinnerungen und Opfer, Segaki, aus ihrem bedauernswerten Zustand befreit werden.
Garan-ishi
In der japanischen Tempelarchitektur werden die Säulen als "Garan-ishi" oder "Garan-seki" bezeichnet. Diese ruhen auf runden Steinplatten.
Gasshō bezeichnet im japanischen Buddhismus eine grundlegende Grußgeste (Mudra) und bedeutet wörtlich „zusammengefügte Handflächen“, Geste des Grußes und Respektes, der Dankbarkeit oder der Verehrung, bei der die Handflächen auf Gesichtshöhe zusammengeführt werden. Gasshō wird im Zen beim Betreten der Zen-Halle (Zendō), vor dem Zazen und je nach Zenlinie auch bei anderen Ritualen praktiziert und signalisiert zusätzlich den Respekt vor der Übung. Diese Geste schafft von selbst Einheit und Harmonie.[76]Gasshō ist die japanische Übersetzung des Sanskrit-Begriffs añjali mudrā,[77] was wiederum die Geste aus der indischen Begrüßung Namaste ist, die sich auch in anderen Ländern findet.
Ge-ango
Japanischer Ausdruck für den Sanskrit Begriff Varṣā und meint eine buddhistische Sommerklausur (Ango).
La Gendronnière
Ein 1980 gegründeter Zen-Tempel in der Nähe von Blois in Frankreich und einer der europäischen Haupttempel der Sōtō-Schule des Zen-Buddhismus.[78] Sein vollständiger Name ist Zendonien Tai Sei Bukkyo Dai Ichi, was soviel bedeutet wie: „Haupt-Soto-Dojo des Westens für die Lehre des Buddha“. Der Tempel wird auch als „La Gendronnière, der Haupttempel des Zen im Westen“ oder Schloss ohne Furcht bezeichnet.[79][80] La Gendronnière ist ein Schloss und ein Gebäudekomplex in einem Wald am Rand der Sologne gelegen, im Loire-Tal, 15 Kilometer südlich von Blois (Frankreich).
Genjō kōan
Das Genjō kōan ist ein Text aus dem Shōbōgenzō, dem bedeutenden Werk von Dōgen, dem Gründer der Sōtō-Zen-Schule. Dōgen verortet seine Lehre in der buddhistischen Tradition und legt die Hauptthemen des Shōbōgenzō dar: die Praxis als Schleier der buddhistischen Weltanschauung und die Unbeständigkeit von Wesen und Dingen. Das Genjō kōan gilt als eine der bedeutendsten Abhandlungen im Shōbōgenzō.[81]
Gō
Das japanische Wort für Karma beschreibt Handlungen und die daraus resultierenden Konsequenzen.
Godō
Godō ist der Lehrer der hinteren Halle, auch als Ausbildungsleiter bezeichnet. Der Begriff „hinterer (Sitz) der (Meditations-)Halle“ verweist auf die Position innerhalb der buddhistischen Meditationspraxis. In einem Sōtō Zendō ist der Mönch, der für den Zendō verantwortlich ist, der zweite in der Hierarchie nach dem Meister. In den Rinzai-Klöstern entspricht dies dem jikijitsu (Oberster Ausbilder) in einem traditionellen japanischen Kloster, der den Kyōsaku benutzt. Der Godō verwendet den Kyōsaku, um Praktizierenden, die schläfrig oder angespannt sind und somit ihre ideale Haltung verlieren, scharfe Schläge auf die Schultern zu versetzen. In einigen Fällen, insbesondere in der Soto-Linie, bittet der Meditierende um einen solchen Schlag, indem er dem Godō ein Zeichen gibt.[82]
Gokai
Japanischer Begriff für die fünf Gebote, die von buddhistischen Laien befolgt werden. Es handelt sich dabei um keine Lebewesen töten (fusesshō), nicht stehlen (fuchūtō), sich sexuellen Verfehlungen enthalten (fujain), nicht lügen (fumōgo) und keinen Alkohol trinken (fuonju).[83]
Go-ke
Bedeutet im Deutschen die fünf Schulen des Zen.
Gomai
Gomai ist eine spezielle Form des Takuhatsu, bei der einzelne Mönche oder Nonnen einmal pro Monat zu bestimmten Haushalten gehen, um Reis entgegenzunehmen, der von den Familien für die Klostergemeinschaft beiseite gelegt wurde.[84]
Die japanischen Begriff Gozan oder Gosan bedeutet im Deutschen „Fünf Berge“. Die Gozan war ein in der Kamakura-Zeit entstandenes Tempelrangfolgensystem im japanischen Zen-Buddhismus. Es vereinte die großen Tempel der damals dominanten Zen-Schulen und brachte ihnen damit eine erstmalige umfassende Anerkennung seitens der weltlichen Autoritäten ein.[86] Die Gozan war während der Muromachi-Zeit de facto Teil der staatlichen Infrastruktur und trug zur Regierung des Landes beitrug. Die Gozan wurden hauptsächlich von den Rinzai-Schulen dominiert.[87] Als einzige Schule des Sōtō-Zen war die Kōchi-ha bzw. Wanshi-ha an den Gozan beteiligt.
Goun
Japanisch für die fünf Skandhas. Die fünf Aggregate, die Bestandteile, aus denen alle Dinge bestehen.
Das Green Gulch Farm Zen Center, auch Soryu-ji (Tempel des grünen Drachen) genannt, ist ein Zen-Zentrum in der Tradition der Sōtō-Schule in Kalifornien. Das Zen Center bietet neben Meditationskursen und Einführungen in die Japanische Teezeremonie auch mehrmonatige Lehrgänge zum ökologischen Landbau an.
Gyoji
Im Zen-Buddhismus bezeichnet gyoji die „kontinuierliche Praxis“ und betont die ununterbrochene Beschäftigung mit der spirituellen Praxis im täglichen Leben. Der Begriff verbindet zwei Konzepte: gyo (Praxis oder Verhalten) und ji (Aufrechterhaltung oder Bewahrung). Dies bedeutet, dass die buddhistische Praxis ohne Unterbrechung fortgesetzt wird.[88]
Der japanische Begriff „Gyoji Dokan“ bedeutet wortwörtlich „Der Kreis des Weges“ in der „fortwährenden Praxis“. „Dokan“ steht für den „Ring des Weges“ und „Gyoji“ für „die fortgesetzte Praxis“. „Gyoji Dokan“ ist ein zentraler Begriff des Sotõ-Zen-Buddhismus, der die Sichtweise auf die Praxis und Verwirklichung widerspiegelt. Er steht am Anfang des Shobogenzo Gyoji.[91]
Gyōrin
Alternative japanische Bezeichnung für Mokugyō (Holzfisch).
Gyōshō
Morgenglocke. Das Läuten der großen Tempelglocke (Bonshō) am Morgen.
H
Hachi
Alternatives japanisches Wort für Jihatsu. Siehe Jihatsu.
Diese traditionelle japanische Gedichtform gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt und besteht regelhaft aus drei Wortgruppen (oder Zeilen) mit 5 – 7 – 5 Lauteinheiten (oder Silben). Das (oder der) Haiku ist immer gegenständlich und spiegelt einen ganz präsenten Moment, so dass es erst im jeweiligen Lesen und Nacherleben, also Vergegenwärtigen, ganz wird. Hierin liegt eine große Nähe zum Zen, das seinen Fokus ganz auf das Gegenwärtigsein richtet. Zu den bedeutendsten Haiku-Dichtern zählen Matsuo Bashō, Yosa Buson, Kobayashi Issa und Masaoka Shiki.
Hakkai
Hakkai oder die „Acht Gebote“, ist eine japanische Abkürzung für Hassaikai.
Han
Der japanische Begriff bedeutet im Deutschen wörtlich „Brett“ oder „Tafel“. Es handelt sich um ein in Zen-Klöstern und -Dojos gebräuchliches dickes hölzernes Signal-Brett, das rhythmisch mit einem Holzhammer geschlagen wird, um die Praktizierenden zum Zazen und zu Zeremonien zu rufen.[92] Die Person, die den Han schlägt heißt Fukudo.
Hannya
Hannya ist die japanische Transkription des Sanskrit-Begriffs Prajñā und steht für Weisheit.
Hannya Shingyō
Das Herz-Sutra ist ein verkürzter japanischer Titel für das Prajna-paramita-hrdayasutra, dessen vollständiger Titel auf Japanisch Maka Hannya Haramitta Shingyô lautet. Das Hannya Shingyō oder Sutra der höchsten Weisheit in deutscher Sprache gehört zu den bekanntesten buddhistischen Mahayana-Sutras. Es ist einer der kürzesten Texte der Prajnaparamita und gilt als ihr Kern. Es wurde als „der am häufigsten verwendete und rezitierte Text in der gesamten Tradition des Mahayana-Buddhismus“ bezeichnet.[93] Siehe auch Leerheit.
Hanka fuza
Japanische Bezeichnung für den halben Lotussitz, bei dem nur ein Fuß auf dem Oberschenkel des anderen Beines liegt.
Hasshōdō
Hasshōdôō oder auf Deutsch „Heiliger Achtfacher Pfad“, ist die japanische Bezeichnung für den Achtfachen Pfad des Buddhismus.
Der japanische Begriff Hara kann wörtlich als „Unterleib“, „Bauch“ oder „Eingeweide“ verstanden werden. Im Zen wird dies auch als geistig-seelische Mitte des Menschen interpretiert.[94]
Hassu
In der japanischen Tradition bezeichnet Hassu einen Schüler, der dazu qualifiziert ist, die Nachfolge seines Meisters bei der Unterweisung der Schüler und der Weitergabe des Dharma anzutreten.
Hishiryō wird häufig als „Nicht-Denken“, „das dem Denken Unermessliche“ und „Denken aus dem Grunde des Nicht-Denkens“ übersetzt. Es beschreibt einen Bewusstseinszustand im Zen-Buddhismus, insbesondere in der Sōtō-Schule, in dem die letzte Wirklichkeit jenseits des Denkens erfahrbar wird. Dabei geht es darum, das rationale und analytische Denken abzulegen und ein universelles Bewusstsein zu erlangen, das über Raum und Zeit hinausgeht. Dieser Aspekt wird im Zen-Buddhismus als zentrales Element der Sōtō-Schule geübt. Hishiryō beschreibt zusammen mit Shikantaza („nur Sitzen“) die beiden wichtigsten charakteristischen Leitsätze des Zen-MeistersDōgenZenji für die Praxis des Zazen. Das wichtigste Quellenwerk, welches die Praxis des Hishiryō beschreibt, ist das Shōbōgenzō.
Hōka ist die Mittagszeremonie in einem Zen-Kloster. In Zen-Klöstern der Sōtō-Schule (Sōtō-shu) gibt es traditionell drei tägliche Zeremonien, die den Rhythmus des klösterlichen Lebens strukturieren: die Morgenzeremonie (Chōka), die Mittagzeremonie (Hōka)[95] und die Abendzeremonie (Banka). Diese Zeremonien variieren je nach Klosterlinie (z. B. Rinzai oder Sōtō) oder Meister, bleiben jedoch stets zentrale Elemente der Disziplin.
Hokkekyô
Die am häufigsten verwendete verkürzte japanische Bezeichnung für das Myôhô rengekyô, auch Lotus-Sutra genannt.
Hondō
Hondō ist eine japanische Bezeichnung für Haupthalle und bezeichnet in japanischen buddhistischen Tempelanlagen, das Gebäude das die wichtigsten religiösen Objekte der Verehrung (Honzon) beherbergt. Häufig verwendete altetnative Bezeichnungen sind Kondō (wörtlich: Goldene Halle/Goldhalle), Butsuden (wörtlich: Buddhapalast), Butsudō (wörtllich: Buddhahalle) oder auch Kompon-chūdō (wörtllich: Fundamentale Mittelhalle).
Horō
Alternatives japanisches Wort für Kreuzgang (Kairō).
Ein Schlaginstrument aus Holz, das in der Regel die Form eines Fisches hat. Der Holzfisch wird auf Japanisch: mokugyo bezeichnet. Er wird in verschiedenen Mahayana-Traditionen des Buddhismus vor allem in Japan (Mokugyo), China (Mu-Yü), Korea (Moktak) und Vietnam (Mō) als Begleitinstrument bei Rezitationen verwendet. Im Zen/Chan-Buddhismus wird er auch als Signal zum Beginn und zum Ende einer Meditationseinheit verwendet. Da Fische nicht schlafen, sind sie im Buddhismus ein Symbol unter anderem für Wachsamkeit. Das mokugyo soll also die Rezitierenden daran erinnern, mit ihrer ganzen Konzentration beim rezitierten Sutra zu sein.
Im Zen bezeichnet "Ho mon" (japanisch: Hōmon) das "Dharma-Tor" oder "Lehre-Tor". Das Symbol steht für den Zugang oder das Tor (japanisch: Mon) zur buddhistischen Lehre Dharma. Es repräsentiert den Weg zur Erkenntnis und zur Praxis des Erwachens.[96]
Mazu ("Meister Ma") Daoyi
Hongzhou-Schule
Die chinesische Chan-Schule hat sich auf die Entwicklung von „Schocktechniken wie Schreien, Schlagen und irrationale Erwiderungen“ spezialisiert, um ihre Schüler zu erschrecken und zur Erkenntnis zu bringen. In vielen Chan-Traditionen ist es heute üblich, dass Chan-Lehrer bei formellen Zeremonien einen Stock bei sich haben. Dieser Stock ist ein Symbol der Autorität und kann auch dazu verwendet werden, während eines Vortrags auf den Tisch zu schlagen. Diese Schocktechniken sind Bestandteil des traditionellen und nach wie vor populären Bildes von Chan- und Zen-Meistern, die irrationales, seltsames und ungewöhnliches Verhalten an den Tag legen, um ihren Schülern zu helfen. Die Hongzhou-Schule von Mazu Daoyi gehören Dazhu Huihai, Baizhang Huaihai, Huangbo Xiyun und Linji (Rinzai).
Zen-Meister mit HossuEin Hossu ist ein kurzer Stab aus Holz oder Bambus mit gebündelten Haaren, der von einem zen-buddhistischen Priester benutzt wird.[97]
Eine Form buddhistischer Meditation in den Lehren des chinesischen Chan, des koreanischen Seon und des japanischen Rinzai. Hua Tou lässt sich ungefähr mit 'Wort Haupt', 'Kopf der Rede' übersetzen oder genauer übertragen als „Punkt hinter dem das Sprechen sich selbst erschöpft“.[98] Ein Hua Tou kann ein kurzer Satz oder ein einzelnes Wort sein, der in der Meditation als Subjekt verwendet wird, um den Geist zu fokussieren.
Huineng (japanisch, Daikan Enō; * 638; † 713) war ein chinesischer Meister des Chan-Buddhismus. Er gilt als eine der wichtigsten Figuren in der gesamten Zen-Tradition. Huineng ist der sechste (letzte) Dharma-Vorfahre des Chan/Zen-Buddhismus in der (historisch nicht belegten) Nachfolgelinie ab Bodhidharma. Er gilt als Autor des Plattform-Sutra des Sechsten Dharma-Vorfahren, das für die Entwicklung der 'Südlichen Schule' des Chan von großer Bedeutung wurde. Dieses Sutra enthält auch die biographischen Daten.
Hyōshigi
Hölzerne Klöppel, die im Zen verwendet werden, um bestimmte Zeiten und Ereignisse zu signalisieren, z. B. den Beginn der Mahlzeiten.
I
Ichi Ensō
„Ein Kreis“, ein alternativer Name für Ensō, das Bild eines gemalten Kreises, das in der Zen-Kunst häufig zu finden ist.
Ichi-go ichi-e
Das japanische Konzept besagt, dass wir besondere Momente im Leben schätzen sollen, da sie einmalig sind. Der Begriff hängt eng mit der Zen-Buddhistischen Philosophie der Vergänglichkeit zusammen, vor allem aber mit der japanischen Teezeremonie (chadō). Ichi-go ichi-e bedeutet, dass wir jede Zusammenkunft wertschätzen sollen, weil wir ein Treffen mit den gleichen Menschen am gleichen Ort nie genau wiederholen können. Das Konzept gilt nicht nur für die japanische Teezeremonie, sondern auch für die japanischen Kampfkünste (Budō). Da bedeutet es dann, dass die Praktizierenden die Techniken mit einem Gefühl der Endgültigkeit und des Engagements angehen sollen. Der Begriff bedeutet, dass kein Moment im Leben wiederholt werden kann. Auch wenn die gleiche Gruppe von Menschen wieder am selben Ort zusammenkommt, wird sich eine bestimmte Zusammenkunft nie wiederholen. Deshalb ist jeder Moment immer etwas Besonderes.
Inkin
Bei dem "Inkin" handelt es sich um eine Stielglocke, die mit einem Kissen als Unterlage ausgestattet ist und auf einem Holzstiel befestigt wird. Sie wird mit einem kleinen metallenen Klöppel angeschlagen und entspricht in ihrer Form und Funktion einer Klangschale auf einem Stiel. Sie wird verwendet, um den Beginn und das Ende von Abschnitten des Zazen anzuzeigen oder Rezitationen einzuleiten.[6.2][99][100]
Inō
Mönch (oder Nonne) der mit der Verwaltung und der Leitung der Zeremonien beauftragt ist.
Initiationsritual für buddhistische Laien
Das Initiationsritual für buddhistische Laien heißt auf japanischJukai und auf koreanischSugye. Es bezieht sich auf die öffentliche Ordinationszeremonie, bei der ein Laienanhänger des Zen-Buddhismus buddhistische Lebensregeln (Pāramitās) empfängt.[101] Die Einzelheiten der Zeremonie sind von Land zu Land und von Schule zu Schule des Buddhismus sehr unterschiedlich.
Iro-Futo
Iro-Futo bedeutet wortwörtlich dem Denk-Weg unerreichbar und ist ein anderer Ausdruck für Erwachen oder Erleuchtung (Bodhi).
Interbeing
Interbeing ist ein philosophisches Konzept und eine Kontemplationspraxis, die in der Tradition des Zen verwurzelt ist und insbesondere von Thich Nhat Hanh vorgeschlagen wurde.[102][103] Es unterstreicht die Verbundenheit und gegenseitige Abhängigkeit aller Elemente der Existenz.[104][105] Es prägt ethisches Leben, Achtsamkeit und mitfühlendes Handeln.[106] Es wird von der buddhistischen Tradition des Plum Village und dem Orden der Interbeing, einer Laiengemeinschaft, die sich seiner Praxis verschrieben hat, praktiziert.
Ishin Denshin
Übertragung von Geist zu Geist und von Herz zu Herz. Ein Ausdruck für die wahre Weitergabe des Dharma von Meister zu Schüler und von Generation zu Generation. Das Konzept des Ishin Denshin ist eine wichtige Grundlage des Zen. Die Zen-Praxis geht davon aus, dass ein Mensch, der erwacht ist, diese Erfahrung auf einen anderen Menschen übertragen kann. Dabei geht es nicht darum, dass der eine dem anderen etwas beibringt, sondern dass sie sich in ihren Gedanken und ihrer Wahrnehmung miteinander verbinden. Der Schüler erfährt die Wahrheit der Lehre intuitiv, und der Meister erkennt das an. Obwohl sie keine konkreten Lehren austauschen, teilen sie die Erfahrung des Dharma.[12]
Isshu
Bei dieser Handhaltung, die während der Gehmeditation (Kinhin) eingenommen wird, wird die linke Hand zu einer Faust um den Daumen geformt, während die rechte Hand die linke bedeckt. Die Hände werden mit gestreckten Unterarmen vor dem Körper gehalten.
J
Japanische und chinesische Kampfkünste ; Traditionelle Kampfkünste, wie das japanische Bogenschießen (kyūdō), andere Formen der japanischen (budō) und chinesische Kampfkünste (gōngfu) wurden auch als Formen der Zen-Praxis gesehen. Diese Tradition geht auf das einflussreiche Shaolin-Kloster in Henan zurück, das die erste institutionalisierte Form des gōngfu entwickelte.[107] Die Shaolin-Praktiken, die sich um das 12. Jahrhundert herum zu entwickeln begannen, wurden traditionell auch als eine Form der inneren Kultivierung des Chan-Buddhismus (heute wǔchán) gesehen. Die Shaolin-Künste machten auch Gebrauch von taoistischen Körperübungen (dǎoyǐn) Atem- und Energie-Kultivierungspraktiken (qìgōng).[108][109]
Ji
Der japanische Begriff „ji“ wird im Allgemeinen verwendet, um japanische buddhistische Tempel und Klöster zu bezeichnen. Er erscheint in der Regel als Nachsilbe (Suffix) des Namens eines buddhistischen Tempels.
Jihatsu
Der japanische Begriff kann mit "hölzerne Schale" übersetzt werden und bezeichnet die Schale, die von Mönchen und Nonnen als Ess- und Bettelschale verwendet wird. Siehe auch Ōryōki.
Jizō-Statue auf dem Osorezan
Jizō
Jizō ist die japanische Trankription des Sanskritwortes Ksitigarbha und die Kurzform von Jizō bosatsu. Jizō ist eine vor allem in Japan populäre Bodhisattva-Figur, meist dargestellt als buddhistischen Mönch mit kahl geschorenem Schädel, der in der Hand einen Pilgerstab hält.
Jīng
Jīng ist die chinesische Bezeichnung für Sūtra und bedeutet im japanischen Kyō.
Der Jogye-Orden ist der führende Orden des traditionellen koreanischen Buddhismus, dessen Wurzeln 1.200 Jahre zurückreichen. Um 820 n. Chr. führte der koreanische Seon-Meister Doui Seon (Zen) die Lehren des sechsten Patriarchen Huineng aus China ein. Der Name des Ordens, Jogye, stammt von dem Dorf, in dem sich Huinengs Heimat-Tempel, der Nanhua-Tempel, befindet.[110]
Das Jōtō Shōgakuron ist ein „Traktat über die Erlangung vollkommener Erleuchtung“ und enthält in drei Abschnitten, einen Bericht über die Geschichte des Zen-Buddhismus, eine Glosse über „Der Geist selbst ist Buddha“ (sokushin zebutsu) eine zentrale Doktrin der Daruma-shū und eine Passage über weltliche Vorteile und magische Kräfte.[111]
Video zum Boncho-SchlagenBonshō schlagen im Glockenturm
Joya no Kane
Joya no Kane zu Deutsch "Mitternachtsglocke", ist ein japanisch-buddhistisches Ereignis, das alljährlich zu Silvester stattfindet. Die Glocke, auch Bonshō genannt, wird um Mitternacht des 31. Dezembers geläutet. Die Glocke der meisten Tempel wird 108 Mal geläutet. Dieses Ritual wird hauptsächlich in Japan gefeiert, aber auch in Südkorea und in japanisch-buddhistischen Tempeln auf der ganzen Welt. Ursprünglich wurde Joya no Kane als eine Zen-Praxis des etabliert. Vor dem Läuten der Glocke begeben sich die Teilnehmer in eine meditative Haltung, bei der sie ihre Hände in Gassho vor dem Körper halten und die Glocke im Blick behalten. In Bezug auf den Zeitplan ist zu beachten, dass sich die 108 Schläge bei einigen Tempeln über beide Jahre erstrecken, während andere erst nach Mitternacht mit dem Läuten beginnen. Tempel, die vor Mitternacht beginnen, tun dies in der Regel um 23 Uhr oder später. Bei Tempeln, die 108 Glockenschläge durchführen, läuten einige die Glocke 107 Mal im alten Jahr und heben sich den verbleibenden Schlag für das neue Jahr auf. Zu den Tempeln, die erst nach Mitternacht mit dem Läuten beginnen, gehören Zojo-ji, Senso-ji und Narita-san Shinsho-ji.
Jukai
Jukai oder Bodhisattva-Gelübde ist der japanische Name eines buddhistischen Initiations-Rituals. Das Wort Jukai setzt sich aus ju „erhalten“ und kai, das in etwa „Regel“ bedeutet zusammen, sodass die wörtliche Bedeutung des Satzes „Gebote erhalten“ lautet. Das Bodhisattva-Gelübde ist Ausdruck und Bestärkung des Bodhisattva-Geistes (bodhicitta oder Bodaishin) und motiviert zur täglichen Praxis von Mitgefühl und Weisheit, zur praktischen Umsetzung im Alltag zum Wohle aller fühlenden Wesen.
Jukin
Ein geflochtener Gürtel, der von Nonnen und Mönchen über der langen Robe (Kolomo) getragen wird.
K
Kai
Das japanische Wort bezeichnet die Gemeinschaftsregeln der Zen-Übenden (Sangha), zu deren Einhaltung sich die Praktizierenden freiwillig verpflichten. Die Kai sind eine Sammlung von Vorschriften, die sich aus dem achtfachen Pfad der buddhistischen Lehre ableiten. Es handelt sich nicht um Gebote, wie dieser Begriff etwa im Christentum verstanden wird. Die Kai sollen eine gewisse Richtung für die eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln in einer konkreten Situation vorgeben. Daher wird nicht die imperative Form verwendet.
Kaijō
Kaijō ist ein japanischer Begriff, der wörtlich "Öffnen der Stille" bedeutet. Es bezeichnet das morgendliche Wecken der Nonnen und Mönche in einem Zen-Kloster oder der Praktiziernden bei einer Sesshin. Das Wecken erfolgt durch das Anschlagen eines Holzbretts (Han) oder eines Gongs (Umpan). Das Wort wird auch benutzt, um die Beendigung der Sitzmeditation (Zazen) durch ein Klangsignal zu betonen.[6.3]
Kairō des Yakushi-ji-TempelsKairō, bu, sōrō oder horō ist die japanische Version eines Kreuzgangs, eines überdachten Korridors, der ursprünglich um den heiligsten Bereich eines buddhistischen Tempels herum gebaut wurde. Heutzutage findet man ihn auch in Shinto-Schreinen und in aristokratischen Residenzen.[112]
Kaisandō
Der Begriff bezeichnet in der japanischen Kultur eine Gründerhalle, ein Klostergebäude, das dem Gründungsabt des Tempels gewidmet ist.
Katsu ist ein Schrei, der in Begegnungsgeschichten des Chan- und Zen-Buddhismus beschrieben wird, um den erleuchteten Zustand (japanisch: Satori) des Zen-Meisters zu offenbaren und/oder bei einem Schüler eine erste Erleuchtungserfahrung auszulösen.[113][113]
Kanchō ist der japanische Titel für einen Erzabt des Hauptklosters einer Zen-Linie (Zen-shū). Er ist das nominelle Linienoberhaupt und residiert im Haupttempel. Aufgrund seines Ansehens geht sein Einfluss über die repräsentative Funktion hinaus. Diese Position und das Kanchō-System wurden von der japanischen Regierung festgelegt.[114] Der Titel wird auch für das Oberhaupt einer Kampfsportschule verwendet.[115]
Kanna-Zen
Im zwölften Jahrhundert entwickelten sich in China zwei Strömungen des Zen, die als „Kanna-Zen“ und „Mokusho-Zen“ bezeichnet werden. Kanna-Zen bezieht sich auf die Zen-Tradition der Kōan-Betrachtung während Mokusho-Zen auch als Zen der stillen Erleuchtung bezeichnet wird.[116]
Kannon
Kannon ist der japanische Name für Avalokiteshvara (Sanskrit) und ist ein Bodhisattva des Universellen Mitgefühls, eine Art „Emanation“ des Buddha Amithaba. In China und Japan wird er oft in einer weiblichen Form dargestellt. In den ältesten Texten wird sein Mitgefühl mit der Mutterliebe verglichen.[117] In China ist der Bodhisattva unter dem Namen Guanyin, in Vietnam als Quan An bekannt und in Korea als Kwan Seoun Bosai.[118][119]
Das Kannonsutra ist ein Kapitel aus dem Lotus-Sūtra und beinhaltet eine Anrufung an Kannon (Sanskrit: Avalokitesvara), den Bodhisattva des Mitgefühls. Es ist eines der wichtigsten Sutras des Mahayana-Buddhismus und durchdringt die chinesische und japanische Kultur. Die Weisheit und das Mitgefühl, die in diesem Sutra beschrieben sind, können dazu beitragen, das Leiden zu verringern.[120]
Kanzeon
Einer, der die Klänge der Welt beobachtet ist ein alternativer japanischer Name für den BodhisattvaAvalokiteshvara.
Kanzan
Japanische Wiedergabe des Namens Han-shan, der ein chinesischer Chan-Dichter der T'ang-Dynastie (618–907) war. Vor allem die Gedichte aus der Zeit seines Einsiedlerlebens spiegeln tiefe meditative Erfahrungen wider. Den Idealen des Daoismus und Buddhismus verpflichtet, beschreibt der Dichter die Schwierigkeiten und Hürden auf dem Weg des Dao und der zen-buddhistischen Erleuchtung.
Kare-san-sui
Kare-san-sui
Kare-san-sui bedeutet im Deutschen „trockene Landschaft“ bzw. „ausgetrocknete Landschaft“ und ist ein japanischer Steingarten, eine Sonderform des japanischen Gartens. Diese umgangssprachlich häufig auch Zengarten genannte Gartenform wird auch als „Trockengarten“ oder „Trockenlandschaftsgarten“ bezeichnet, da sie lediglich aus Kies, Steinen und Felsbrocken besteht. Mit Ausnahme von Moos werden keine Pflanzen verwendet. Wasser ist durch wellenförmige Strukturen in Kies- oder Sandflächen angedeutet. Sowohl das Rechen dieser Felsengärten durch Zen-Mönche und -Nonnen als auch die Betrachtung der Kare-san-sui gilt im Zen-Buddhismus als Teil der Meditation.
Kashô
Die japanische Transliteration für Kashyapa und eine gebräuchliche Abkürzung für Makakashô oder Mahakashyapa.
Ein Katōmado
Katōmado
Ein Katōmado ist ein glockenförmiges Fenster, das ursprünglich in Chan-Tempeln in China entwickelt wurde, aber auch in anderen buddhistischen Schulen und in Gebäuden von Laien weit verbreitet ist.
Kegon-Sutra
Das Kegon-Sutra wird im Japanischen auch Kegon-kyū und im Deutschen „Blumengirlanden-Sutra“ genannt. Siehe Avatamsaka-Sutra.
Keisaku
Keisaku
Keisaku oder im Sōtō-ZenKyōsaku, ist ein Stock, mit dem im Zen Training während längerer Sitzperioden den Übenden zwei bis drei Schläge auf die Schultern (Schultermuskel) gegeben werden. Dieser Stock der Warnung, manchmal auch als Aufweckstock, oder Stock des Mitgefühls bezeichnet, dient dazu, dem Übenden zu helfen, Unkonzentriertheit, Unachtsamkeit, Schläfrigkeit und Verspannung, die bei längerem Zazen auftreten, zu überwinden.
Keisu ist eine Klangschale, meist aus Bronze, die angeschlagen oder angerieben Töne erzeugt. Im traditionellen Zen-Buddhism ist das Keisu eine Standglocke in Form einer großen Klangschale, die als Begleitung zu Rezitationen geschlagen wird.[121] Andere Bezeichnungen sind Kin und Dobachi.[122][123] Das Inkin ist eine Stiel-Glocke, die in ihrer Form und Funktion einer Klangschale auf einem Stiel entspricht. Sie wird verwendet, um den Beginn und das Ende von Abschnitten des Zazen anzuzeigen oder Rezitationen einzuläuten.[124][125]
Keizan Jōkin (1264–1325), war ein buddhistischer Zen-Meister der in Japan wirkte. Er gilt neben Eihei Dōgen als einer der Gründer der japanischen Sōtō-shū und war Gründer des Yōkō-ji. Er war der erste japanische Zen-Mönch, der sein eigenes Leben beschrieb.[126] Keizan erhielt die Dharma-Übertragung von Tettsū Gikai.[127]
Bedeutet in etwa „Selbsterkenntnis“ oder „Erkenntnis der eigenen Natur“ und ist eine spirituelle Erfahrung in der Zen-Tradition. Kenshō wird auch oft mit „Selbst-Wesens-Schau“ übersetzt, was bedeutet, dass man die wahre Natur seines Seins erkennt und dadurch die alles Seienden. Der Begriff bezeichnet eine erste Erleuchtungserfahrung, in der der Erwachte seine eigene wahre Natur oder Buddha-Natur erkennt. Kenshō wird auch oft mit „Selbst-Wesen-Schau“ übersetzt, was bedeutet, dass man die wahre Natur seines Seins und damit alles Seiende erkennt. Die Aufgabe des Praktizierenden besteht darin, diesen Bewusstseinszustand in sein tägliches Leben zu übertragen, das heißt, nach dieser tief empfundenen Erkenntnis zu leben.
Kenshō jōbutsu
Die Theorie der „Schau der eigenen Natur und direkte Erlangung der Buddhaschaft“ die von Huineng im sogenannten „Plattform-Sutra des sechsten Patriarchen“ entwickelt worden war, wurde von der Daruma-shū zum Leitmotiv erhoben.[128] Dabei konnte sie sich auch auf die Tendai-shū beziehen, die diese Doktrin, so in Saichōs Kechimyakufu (血脈譜) expliziert, ebenfalls vertrat.[129]
Kenshō Jōbutsuron
Das Kenshō Jōbutsuron ist ein „Traktat über die Schau der eigenen Natur und der direkten Erlangung der Buddhaschaft“[129] und eine Lehrschrift der Daruma-shū.
Die oder das Kesa bzw. Kasaya (Sanskrit) ist die Robe der Mönche und Nonnen im Buddhismus. Das Kleidungsstück drückt die Übermittlung des Dharma von Buddha Shakyamuni aus. Im Soto-Zen drückt die Farbe des Kesa auch die Tiefe der Praxis aus. So ist das erste Kesa meist schwarz, das große Kesa braun und das Meister-Kesa ockerfarben. Obwohl es auch viele mehrfarbige und verzierte Kesa gibt, ist das Gewand aus alten Stoffresten das höchste Kesa. „Funzo-e ist das reinste und sauberste Material zur Anfertigung einer Kesa“. (Dogen Zenji)[130]
Kesa-Sutra
Das Kesa-Sutra wird auf japanisch Takkesa Ge genannt.
Kinh
Kinh ist die vietnamesische Bezeichnung für Sūtra und bedeutet im japanischen Kyō.
Kinhin ist Gehmeditation zwischen den Sitzmeditation-Perioden. In der Zen- und der Theravāda-Tradition nimmt die Gehmeditation eine grundlegende Stellung ein. Die Übung beinhaltet das achtsame Gehen auf einem geraden Weg oder im Kreis. Dabei wird die Aufmerksamkeit auf jeden Schritt, die Bewegung der Füße, den Atem und die Körperempfindungen gerichtet. In der Regel wird sie im Wechsel mit der Sitzmeditation bei Klausuren (Sesshin) und in der täglichen Praxis eingesetzt. So kann die Achtsamkeit in die körperliche Bewegung integriert werden. Kinhin ist somit die Meditation im Gehen oder das Gehen in Achtsamkeit und Bewusstheit. Die Praxis des achtsamen Gehens kann bis auf den historischen Buddha zurückverfolgt werden.
Kinhinsho
Das Ende einer Zazen-Periode mit anschließendem Kinhin wird durch zwei Schläge die Kinhinsho betont.
Kikai
Das Zentrum des Atmens befindet sich etwa 3,81 cm unterhalb des Nabels. Während der Meditation richtet sich die Aufmerksamkeit auf einen Bereich unterhalb des Nabels zwischen Kikai und dem Tanden.
Kō
Der japanische Begriff für das Sanskrit-Wort Kalpa. Ein Weltzeitalter, Äon, oder ein Weltzyklus im Buddhismus und Hinduismus.
Kōans sind im chinesischen Chan-Buddhismus und im japanischen Zen-Buddhismus eine Art kurze Anekdote oder Sentenz, die eine beispielhafte oder lehrreiche Handlung oder eine pointierte Aussage eines Zen-Meisters, sehr selten auch eines Zen-Schülers, darstellt. Der Zen-Meister verwendet ein Kōan im persönlichen Gespräch (Dokusan) mit seinem Schüler, das im Anschluss an eine Zazen-Sitzung stattfindet. An der Reaktion des Schülers erkennt der Meister den Grad seiner Erkenntnis. Der Ablauf und die Pointen dieser Anekdoten erscheinen dem Laien oft völlig paradox, unverständlich oder sinnlos. Das Ziel der Kōan-Praxis ist die Erkenntnis der Nichtzweiheit. Die Illusion, dass die Dinge sich unterscheiden und dass das Ich eine eigene, vom Rest abgegrenzte Existenz hätte, soll sich in der Übung mit dem Kōan auflösen.
Kompon-chūdō
Kompon-chūdō bedeutet wörtllich "Fundamentale Mittelhalle" und ist eine Alternative japanische Bezeichnung für Hondō die Haupthalle.
Kondō
Kondō bedeutet wörtlich "Goldene Halle/Goldhalle" und ist eine Alternative japanische Bezeichnung für Hondō die Haupthalle.
Kongōkyõ
Diamant Sutra, der populäre abgekürzte japanische Titel für das Kongõ Hannya haramitsu kyõ. „Form ist Leerheit – Leerheit ist Form“: Der buddhistische Kerngedanke aus dem Herz-Sutra (Hannya Shinggyō) zieht sich (wenn auch nicht explizit) wie ein roter Faden auch durch das Diamant-Sutra.
Kotsu
Kotsu ist ein japanisches Wort das wortwörtlich "Knochen" bedeutet. Es bezeichnet einen etwa 35 cm langen Stab, der von einem Zen-Meister im Zen verliehen wird. Der Stab ist ein Zeichen der Meisterwürde und der Anerkennung der Schüler für ihre Fähigkeiten.
Komosō
Komosō oder komusō waren Anhänger der Fuke-Schule. Die Mitglieder dieser Mönchsgemeinschaft (Sangha) wurden zunächst Komosō genannt, was auf Deutsch so viel wie "Strohmatten-Mönche" bedeutet. Später wurden sie als Komusō bezeichnet, was auf Deutsch so viel wie "Mönche der Leerheit" bedeutet. Sie trugen bienenkorbförmige Bambushüte, wanderten durchs Land und spielten Bambusflötte (Japanisch: shakuhachi).
Koun Ejō
Koun Ejō (1198–1280) war der zweite Patriarch der japanischen Sōtō-Schule. Er war zunächst ein Schüler der Darumashū-Schule studierte aber später unter dem Gründer der Sōtō-Schule, Dōgen, und erhielt von ihm die Dharma-Übertragung. Heute wird Ejō von allen bestehenden Zweigen der Sōtō-Schule als Dōgens spiritueller Nachfolger angesehen. Er ist heute vor allem als Autor des Shōbōgenzō Zuimonki bekannt, einer Sammlung informeller Gespräche von Dōgen.[131]
Kōun ryūsui
Kōun ryūsui oder Unsui bedeutet auf Deutsch „Wolke und Wasser“. Die Zen-Mönche zogen während ihrer Zen-Ausbildung wie Wolken und Wasser von Ort zu Ort, ohne eine Spur zu hinterlassen. Gleichmütig und nirgends verweilend wanderten sie von Kloster zu Kloster, wo sie jeweils nur eine Nacht blieben.
Ku
Ku kann näherungsweise mit Leiden übersetzt werden. Es ist eine der grundlegenden Lehren des Buddhismus und die japanische Übersetzung des Sanskrit-Begriffs „Dukha“.
Ein Kuri (庫裏, wörtlich „Lagerhaus hinter“) oder Kuin (庫院, wörtlich „Lagerhalle“) ist die Küche eines Zen-Klosters, die sich in der Regel hinter dem Butsuden (auch Buddha-Halle) befindet.[132] Siehe auch Zenshū garan, die Struktur japanischer Tempelanlagen.
Kusen
Das Wort ist vom japanischen Ku „Mund“ und sen „Unterweisung“ abgeleitet und ist die Unterweisung des Meisters an die Schüler während des Zazen.[133][134]
Kwannon
Kwannon auch Kannon oder Kanzeon sind die japanischen Worte für Avalokiteshvara.
Eine Zen-Gemeinschaft, die in koreanischer Tradition steht, jedoch hauptsächlich in westlichen Gesellschaften aktiv ist.[135][136] Die Schule wurde 1983 von dem aus Korea stammenden Zen-Meister Seung Sahn gegründet und unterhält heute knapp 100 Zentren auf der ganzen Welt, mit Schwerpunkt in den USA, Europa und Asien.[137] Seit 2008 liegt der europäische Haupttempel in Berlin auf dem ExRotaprint-Gelände[138].
Kyō
Die japanische Standardübersetzung für Sutra wird an den Titel einer Sutra angehängt (Suffix) und kann auch als Gyō ausgesprochen werden.
Die Kyōto-Schule ist eine japanische philosophische Strömung, die in Kyōto, Japan, entstand. Sie verbindet westliche Philosophie mit buddhistischen Konzepten, insbesondere aus dem Zen-Buddhismus, und entwickelte eine eigenständige asiatisch-japanische Philosophie. Die Kyōto-Schule ist ein Zusammenschluss von Intellektuellen, der von der Universität Kyōto aus koordiniert wird. Sie hat bedeutende Beiträge zur interkulturellen Philosophie geleistet und bleibt ein wichtiger Bezugspunkt für die Verbindung östlicher und westlicher Denktraditionen. Zentrale Idee der Schule ist das Konzept des Absoluten Nichts. Auch das Absolute Nichts ist nicht als unabhängig von der Welt zu denken (schon gar nicht als Entität). In diesem Zusammenhang beruft sich die Kyōto-Schule auch auf einen Satz aus dem Herz-Sutra, in dem eine Gleichsetzung von Leerheit (Shunyata) und Welt erfolgt: „Form ist nicht verschieden von Leerheit, Leerheit ist nicht verschieden von Form.“[139]
Der Kyōzō (Deutsch: Sutralager), auch Kyōko, Kyōdō (Deutsch: Sutrahalle) oder Zōden (Deutsch: Lagerhalle), ist in der traditionellen japanischen Tempelarchitektur (Zenshū garan) der Aufbewahrungsort für buddhistische Lehrschriften (Sutras) und Chroniken des jeweiligen Tempels.
Bedeutet auf Deutsch „Weg des Bogens“ und ist eine japanische Kunst des Bogenschießens. Sie zeichnet sich durch einen langsamen, meditativen Bewegungsablauf, die traditionelle, zeremonielle Bekleidung und die Handwerkskunst des Bambusbogens und der Bambuspfeile aus. Beim Abschuss des Pfeils sollte der Schütze idealerweise „Mushin“ erreichen, also den „Nicht-Geist“. Das heißt, er sollte absichtslos und ganz im „Hier und Jetzt“ sein. Diese Praxis macht den „Weg des Bogens“ zu einer Zen-Kunst.
Der Begriff Laienbuddhismus bezeichnet buddhistische Praxis und Lehre, wenn sie nicht von Mönchen oder Nonnen ausgeübt bzw. gelehrt wird. Lebensweise, Praxis sowie die Stellung von Laien und nichtordinierten Praktizierenden in der buddhistischen Gemeinschaft (Sangha) variieren sehr, je nach Ausrichtung der einzelnen Schulen. Nach den Lehren des Zen und Chan, ist es auch Nichtordinierten (Laien) möglich, Erleuchtung zu erlangen. Dies steht in enger Verbindung mit der Vorstellung des Bodhisattva-Ideals und dem des „Erleuchtungsgeistes“ (Bodhicitta). Demzufolge wird das eigene Bedürfnis, für sich selbst Erleuchtung zu erlangen, hintangestellt, um zum Besten aller Wesen zu wirken und ihnen somit zu helfen, ebenfalls aus dem Daseinskreislauf des Leidens (Samsara) herauszutreten.
Lâm Tế tông
Vietamesische Bezeichnung für den chinesischen Begriff Línjì-zōng (Japanisch : Rinzai-shū).
Der Sanskrit-Begriff Laṅkāvatāra-sūtra bedeutet zu Deutsch etwa „Sūtra über die Ankunft (Buddhas) in Lankā“. Lankā wiederum ist ein Begriff für einen mythologischen Ort, der in etwa dem heutigen Sri Lanka entspricht. Das Sutra ist eines der wichtigsten Sutras des Mahāyāna-Buddhismus. Traditionell wird es als wörtliche Überlieferung des historischen Buddha angesehen.
Ensō ist das Symbol der Leerheit im Zen-Buddhismus
Im Zen-Buddhismus bedeutet „Leerheit“, im Japanischen Ku und im Sanskrit Shunyata, die Abwesenheit einer inhärenten, unabhängigen Existenz in allen Dingen. Alles ist voneinander abhängig und beeinflusst sich gegenseitig, d. h., nichts existiert für sich allein. Dieser Gedanke wird im Herzsutra (Hannya shingyo) mit dem Satz „Form ist Leerheit und Leerheit ist Form“ ausgedrückt, was darauf hinweist, dass scheinbare Realität und Leerheit untrennbar miteinander verbunden sind. Leerheit ist also kein nihilistisches Nichts, sondern ein Zustand des Potentials, aus dem alles entstehen kann. „Leerheit“ ist eine Umschreibung für das Fehlen eines konstanten Seins, einer Eigennatur und eines beständigen Ich im steten Wandel der Existenz.
Linji Yixuan (Japanisch: Rinzai Gigen) ist der Begründer der nach ihm benannten Schule Linji zong, des Meditationsbuddhismus (Chan) im Kaiserreich China, die in der Folge auch in Korea (seon), in Japan (Zen) und in Vietnam (thiền) Fuß fasst. Am bekanntesten ist die japanische Rinzai-shū, die einen Zweig des japanischen Zen-Buddhismus darstellt.
Die 'Aufzeichnungen des Linji', auf Japanisch: Rinzai-roku, ist ein Standardwerk der Zen-Literatur und entstand in der Zeit nach dem Tod des chinesischen Meisters Linji in mehreren Fassungen, von denen einige noch erhalten sind.
Der Lotossitz wird im Sanskrit padmāsana oder kamalāsana und umgangssprachlich auch Lotussitz genannt.[142][143] Er ist eine Sitzhaltung, in der in den fernöstlichen Religionen (Hinduismus und Buddhismus) seit alters her die Meditation ausgeübt wird, und eine der klassischen Sitzhaltungen des Zen und des Yoga.
Lotus-Sūtra ist die deutsche Bezeichnung für Myōhō-Renge-kyo oder Hokkekyō. Es handelt sich um eines der einflussreichsten und meistverehrten buddhistischen Mahāyāna-Sūtras. Diese Hauptschrift bildet die Grundlage für die Gründung der Tiantai-, Tendai-, Cheontae- und Nichiren-Schulen des Buddhismus. Es erfährt aber auch im Zen eine besondere Wertschätzung. In der japanischen Zen-Schule stehen zwei Kapitel im Vordergrund: das sechzehnte, „Die Langlebigkeit des So-Gekommenen“, und das fünfundzwanzigste, „Das universelle Tor des Bodhisattva, der die Stimmen der Welt wahrnimmt“ (japanisch: Kanzeonbosatsu fumonbon), wobei letzteres separat unter dem Titel Kannongyō, „Kannon-Sutra“.
M
Mādhyamaka-Schule
Mādhyamaka ist eine philosophische Schule des Mahāyāna-Buddhismus, die sich auf die Analyse der Leerheit konzentriert und daher auch als Śūnyatavāda bekannt war.[144][145] Madhyamaka bedeutet wortwörtlich „Mittelweg“. Die Schule wurde von Nāgārjuna (2.–3. Jahrhundert n. Chr.). Sie legt besonderen Wert auf den Begriff der Leerheit (śunyatā), der eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des Chan/Zen und des Vajrayāna spielen sollte.[146]
Bedeutet wörtlich „der große Kassapa“. Mahakashyapa war einer der wichtigsten Schüler Buddhas und wird als der erste indische Zen-Patriarch bezeichnet. Nach Buddhas Tod leitete er das erste Buddhistische Konzil.
Das japanische Wort bedeutet im Deutschen „Teufelswelt“ und bezeichnet im Zen eine Halluzination oder Illusion, die meist während der Meditation auftritt. Diese können bildhaft sein oder andere Sinneseindrücke umfassen, wie beispielsweise ein verändertes Körpergefühl. Makyōs können die Meditation erheblich stören und eine Behinderung auf dem Weg zum Erwachen oder der spirituellen Praxis darstellen. Aufgabe des Zen-Meisters ist es, Makyos von „echten“ mystischen Erfahrungen zu unterscheiden wie beispielsweise Kenshō oder Satori.
Ein zu Pulver vermahlener Grüntee, der in der vom japanischen Zen und chinesischen Chan geprägten japanischen Teezeremonie(chadō) verwendet wird und wortwörtlich „gemahlener Tee“ bedeutet. Matcha wurde traditionell in buddhistischen Klöstern hergestellt und auch zum Großteil dort konsumiert. Aus dieser Tradition entwickelte sich das Teeritual.
Menju Kuketsu
Mündliche Übertragung des Dharma von Angesicht zu Angesicht.
Eine Meditationsbank (auch Meditationsbänkchen oder Meditationshocker) unterstützt den Meditierenden darin, während der Meditation eine aufrechte und entspannte Sitzhaltung einzunehmen. Entscheidend für eine Meditationsbank ist die nach vorne abfallende Sitzfläche. Dadurch wird das Becken leicht nach vorne gekippt, was eine lotrechte Ausrichtung der Wirbelsäule unterstützt. Der Bauchraum bleibt entspannt und der Atem kann frei fließen. Klassisch sitzt der Meditierende im Lotussitz oder halben Lotus-Sitz, wobei er sein Gesäß mit einem Kissen (Zafu) unterstützen kann. In Kulturen, wo diese Sitzhaltung alltäglich ist, ist es eine sehr bequeme und stabile Form des Sitzens. Für viele westliche Menschen ist es jedoch unmöglich, diese Sitzhaltung längere Zeit einzunehmen, weil die Beine nicht gelenkig genug sind.
Seit 1977 wird beim Kloster Dietfurt unter der Leitung der Franziskaner das Dietfurter Meditationshaus St. Franziskus betrieben, in dem Anleitungen zur Zen-Meditation erteilt werden. Jesuiten Pater Hugo Makibi Enomiya-Lassalle (1898–1990) und dem Mitgründer Franziskaner Pater Victor Löw († 1994) ging es bei der Gründung um den Versuch einer tieferen Durchdringung von Zen und Mystik in christlichen und außerchristlichen Erfahrungen und um das Bestreben, die Einheit des Weges als „christlichen Zen“ über Meditationskurse zu vermitteln. Das Meditationshaus Kloster Dietfurt gilt als das älteste „christliche Zen-Kloster“ im deutschsprachigen Raum.[147]
Bedeutet im Deutschen Wasserraum und ist die Bezeichnung für den Vorbereitungsraum in einem japanischen Teehaus(chashitsu) oder an einem anderen Ort, an dem die japanische Teezeremonie durchgeführt wird. Der Bereich, an dem Teezeremonien im Freien vorbereitet werden, heißt auch mizuya. Die Bezeichnung Mizuya kann sich auch auf Reinigungsbecken in Schreinen und Tempeln beziehen, genauso auf Schränke in Küchen.
Mõ
Mõ ist die vietnamesische Bezeichnung für Holzfisch.
Mokugyo
Mokugyo ist die japanische Bezeichnung für Holzfisch.
Moktak
Das koreanische Wort moktak hat zwei Teile: mok bedeutet Holz und tak schlagen.[148] Die deutsche Bezeichnung lautet „Holzfisch“.
Mon
Mon ist ein allgemeiner japanischer Begriff für „Tor“, der häufig allein oder als Suffix verwendet wird, um die vielen Tore zu bezeichnen, die bei buddhistischen Tempeln, Shinto-Schreinen sowie Gebäuden und Burgen zu finden sind. Das Sanmon ist das wichtigste Tor eines japanischen Zen-Tempels. Das Tor eines Zen-Tempels wird, nach seiner Lage (nandaimon: wörtlich „großes Südtor“), seiner Bauweise (nijūmon: „zweistöckiges Tor“) oder seiner Nutzung (onarimon: wörtlich „Tor für kaiserliche Besuche“, ein dem Kaiser vorbehaltenes Tor) benannt. Dasselbe Tor kann daher mit mehr als einem Begriff beschrieben werden. Im Zen wird Mon auch als Metapher verwendet. So sind z. B. die „Sechs Tore“ (japanisch: Rokumon) ein japanischer buddhistischer Ausdruck für die sechs Sinnesorgane. Hōmon bezeichnet das "Dharma-Tor" oder "Lehre-Tor". Die Metapher steht für den Zugang zur buddhistischen Lehre (Sanskrit: Dharma). Es repräsentiert den Weg zur Erkenntnis und zur Praxis des Erwachens (japanisch: Satori)
Mondō
Mondō ist ein japanischer Begriff, der sowohl im japanischen Zen-Buddhismus als auch im chinesischen Chan-Buddhismus verwendet wird. Er bedeutet: Frage und Antwort. Er beschreibt die Stufen des Fragens, in denen der Schüler den Meister über spirituelle Themen befragt. Der Meister antwortet, ohne auf theoretische Erklärungen zurückzugreifen.[149]
Mokusō bedeutet auf Deutsch „ruhiges Denken“. Es ist eine Art Meditation, die in japanischen Kampfkünsten wie Aikidō, Jūdō und Karate vor und nach dem Training praktiziert wird. Ziel ist es, den Alltag hinter sich zu lassen und sich mental auf das Training vorzubereiten. Je nach Budō-Disziplin nimmt man die entsprechende Meditationshaltung ein. Der Meister ordnet den Beginn der Meditation durch die Aufforderung „Mokusō“ an. Je nach herrschender Etikette ist es üblich, dabei die Augen ganz oder halb zu schließen und den Blick nach unten zu richten oder die Hände zu einer Mudra zu formen.
Mokusho-Zen
Im zwölften Jahrhundert entwickelten sich in China zwei Strömungen des Zen, die als „Mokusho-Zen“ und „Kanna-Zen“ bezeichnet werden. Mokusho-Zen wird auch als Zen der stillen Erleuchtung bezeichnet, während sich Kanna-Zen auf die Zen-Tradition der Koan-Betrachtung bezieht.[150]
Das Kanji無 in Kursivschrift (eine Animation der Strichreihenfolge findet sich hier)
Der japanische Begriff entspricht dem chinesischen wú und ist ein Wort, das im Deutschen ungefähr mit nicht(s) oder ohne übersetzen werden kann. Es wird typischerweise als Vorsilbe (Präfix) verwendet, um die Abwesenheit von etwas anzuzeigen. Jedoch gibt es das Wort Mu auch für sich allein genommen. Mu ist von zentraler Bedeutung für den Buddhismus, insbesondere für die Zen-Schule. Das Schriftzeichen (Kanji) symbolisiert die Leere und steht für die Erkenntnis, dass nichts dauerhaft existiert.
Muga
„Kein-Selbst“ oder „Kein-Ich“ die japanische Übersetzung für den Sanskrit-Begriff Anatman.
Mumon Ekai
Chán-Buddhist, der in der Tradition der Rinzai-Schule ausgebildet wurde, die von Linji Yixuan gegründet wurde. Er wurde bekannt als Herausgeber und Kommentator der 48-Koan umfassenden Sammlung Die torlose Schranke (Mumonkan)[151]. Das zu den ersten (Koan)-Sammlungen gehört.[152]
Mushin
Bezeichnet in den vom Zen beeinflussten japanischen Kampfkünsten (Budō) einen Bewusstseinszustand und ist eine Abkürzung von mushin no shin, einem Zen-Begriff, der mit „Gewahrsein ohne Gewahrsein“ übersetzt werden kann. Mushin wird erlebt, wenn der Geist eines Menschen während des Kampfes oder im Alltag frei von Ärger, Angst oder Ego ist. Es gibt keine diskursiven Gedanken und Urteile, so dass die Person völlig frei ist, zu agieren und auf einen Gegner zu reagieren, ohne zu zögern und ohne von Gedanken gestört zu werden. In diesem Zustand verlässt sich die Person auf ihre natürliche, erlernte Reaktion oder auf das, was sie intuitiv fühlt. Es lässt sich festhalten, dass der Verstand mit hoher Geschwindigkeit arbeitet, jedoch ohne Vorliegen einer Absicht, eines Plans oder einer Richtung.[153]Zanshin ist ein ähnlicher Budō-Begriff.
Mushi-dokugo
Weisheit ohne Lehrer bedeutet im Japanischen mushi-dokugo, manchmal auch „selbst-erleuchtet und selbst-zertifiziert“ oder jigo-jishō auf Japanisch genannt, ist ein Begriff, der im Zen verwendet wird, um sich auf die Erfahrung eines Zen-Praktizierenden zu beziehen, der ohne die Hilfe eines Meisters oder Lehrers Erleuchtung (bodhi) oder Kensho erreicht.[154][155] Die Idee der Weisheit ohne einen Lehrer wird in verschiedenen Zen-Schulen, wie der modernen japanischen Sōtō-Schule, oft als suspekt angesehen. William Bodiford schreibt, dass sich Zen-Schüler aufgrund des hohen Risikos der Selbsttäuschung häufig auf ihren Lehrer verlassen, um ihre Erleuchtungserfahrung „zu authentifizieren und formell anzuerkennen“.[156] Trotzdem gab es im Laufe der Geschichte Zen-Meister, die behaupteten, ohne die Hilfe eines Lehrers erwacht zu sein und keinen Lehrer zur Bestätigung ihres Erwachens benötigt zu haben. Dieses Phänomen steht oft im Zusammenhang mit der Kritik an den Zen-Institutionen, insbesondere an den Institutionen der Dharma-Übertragung und der Übertragungszertifikate.[157]
Myōan Eisai
Alternativer Name für Eisai dem Gründer der Rinzai-Schule (Rinzai-shū).
Ein Unterschied zwischen der Myōshin-ji-Schule und anderen Schulen des Rinzai-Zen besteht darin, dass diese nicht zwangsläufig den etablierten Kōan-Kanon befolgt, um den Stand des Erwachens (Satori) eines Schülers zu prüfen. Vielmehr erlaubt die Myōshin-ji-Schule dem Zen-Meister, die Kōan gezielt auf die Bedürfnisse und den Hintergrund eines Schülers abzustimmen. Diese Methode weicht vom traditionell anerkannten Kōan-Kanon ab.[158]
N
Nagarjuna
Nagarjuna wird weithin als die erste historisch bedeutende Persönlichkeit im Kontext des Mahayana-Buddhismus angesehen, wobei auch Zen zu dieser Tradition gezählt wird. Die detaillierte Ausarbeitung des Leerheitsbegriffes (Sanskrit: śūnyatā) im direkten Zusammenhang mit dem „Entstehen in Abhängigkeit“ (Sanskrit pratītyasamutpāda) sowie die Weiterentwicklung der Lehre von den „Zwei Wahrheiten“ (Sanskrit satyadvaya) zählen zu den von Nagarjuna geleisteten Beiträgen, die ihn vor allem in den Traditionen des Vajrayāna und des Zen nach Buddha zu einem der einflussreichen buddhistischen und philosophischen Denker indischer Herkunft machen.
Namu
Namu ist die japanische Aussprache der chinesischen Schriftzeichen, mit denen das Sanskrit-Wort 'namas' in die chinesische Sprache übertragen wurde. Es bedeutet annähernd 'verehren', 'lobpreisen' und wird in der Regel auf Buddha und die Drei Juwelen (Sanbō) angewandt.[159]
Namu-Sanbō
Bedeutet auf Deutsch Zuflucht zu den drei Kostbarkeiten (Sanbō) nehmen.
Nanzong
Die als "südliche Schule des Zen-Buddhismus" (chinesisch: Nanzong) bezeichnete Strömung innerhalb des chinesischen Chan-Buddhismus geht auf den Sechsten Patriarchen Huineng (638–713) zurück und vertritt die sogenannte "Lehre der plötzlichen Erleuchtung" (chinesisch: dunjiao).
„Nirvana-Halle“, die Krankenstation oder das Krankenzimmer eines Zen-Klosters.
Nichi nichi kore kōjitsu
Nichi nichi kore kōjitsu auch gelesen als Nichi-nichi kore kōnichi, ist ein im heutigen Japan populäres Sprichwort und bedeutet: „Tag um Tag ein guter Tag“ oder „Jeder Tag ist ein guter Tag“. Das englischsprachige Digitale Wörterbuch des Buddhismus[160] gibt beide Lesarten für diese Phrase an[161]. Aber auch die Lesart Hibi kore kōjitsu ist in Japan verbreitet. Das Sprichwort wurde von einigen modernen Zen-Meistern, insbesondere von Kōdō Sawaki und seinem Schüler Taisen Deshimaru[162] dargelegt und u. a. von dem Komponisten John Cage im Westen populär gemacht.
Nihon Daruma-shū
Siehe Daruma-shū.
Ninniku
Der japanische Begriff Ninniku, "Kṣānti" in Sanskrit oder "khanti" in Pāli wird annähernd mit "Geduld", "Nachsicht" und "Vergebung" übersetzt. Es handelt sich um eine der Pāramitās, sowohl im Theravāda- als auch im Mahāyāna-Buddhismus. Der Begriff kann auch mit "Geduld", "Standhaftigkeit" oder "Ausdauer" übersetzt werden und umfasst Bedeutungen wie "Nachsicht", "Akzeptanz" und "Aufgeschlossenheit".[163]
Ein Motiv aus der chinesischen Tradition des Chan-Buddhismus. In der am weitesten verbreiteten Variante auch Zehn Ochsenbilder genannt, in anderen Varianten sind es nur fünf, sechs oder acht Bilder. Die ursprüngliche Variante bestand aus einem kurzen Vers mit illustrierenden Holzschnitten. Sie beschreiben bzw. illustrieren den spirituellen Weg eines typischen Zen-Buddhisten.[164]
Eine ehemalige Schule des chinesischen Chan-Buddhismus, die in der Tang-Dynastie neben der Nordschule von Shenxiu und der Südschule von Huineng in Erscheinung trat. Die Lehre der Ochsenkopfschule war stark vom Prinzip des Mittleren Weges der Sanlun-Schule (Sanlun zong), aber auch von der Tiantai-Schule (Tiantai zong) beeinflusst.
Die Ōbaku-Schule ist die drittgrößte der noch existierenden japanischen Zen-Buddhismus-Schulen, sowohl in historischer Hinsicht als auch in Bezug auf die Größe ihrer Anhängerschaft. Daneben existieren die Richtungen Sōtō-shū und Rinzai-shū.
Das japanische Wort „Obi“ ist ein Synonym für „Gürtel“. Der Begriff bezeichnet traditionell den breiten Gürtel, der zu einem Kimono oder Keikogi der Sportkleidung für Kampfsportarten (Budō) getragen wird. Die Farbe und Art des Obi drücken häufig auch den sozialen Status, Fortschrittsgrad im Kampfsport oder formelle Anlässe aus.
Okakura Kakuzō war ein japanischer Kunstwissenschaftler und -förderer. Außerhalb Japans ist er durch sein Buch vom Tee bekannt geworden. Das Buch wurde als „die früheste klare Darstellung des Zen-Buddhismus und seiner Beziehung zu den Künsten in englischer Sprache“ bezeichnet.[165]
Okesa
Okesa ist das Obergewand (ein großer Umhang) buddhistischer Mönche und Nonnen. Es wird im Zen-Dōjō (Zendo) getragen.
Ōryōki oder Hatsutara ist eine kontemplative, ritualisierte Form des gemeinsamen Essens. Ōryōki bedeutet wörtlich „Gefäß für das richtige Maß“und kann mit „dem Anlass angemessen“ übersetzt werden. Außer im klösterlichen Rahmen wird diese Form der Meditation auch bei Sesshins oder Retreats praktiziert. Das Ritual fördert die Achtsamkeit, Dankbarkeit und Großzügigkeit beim Essen. Die Ōryōki Zeremonie ist eine traditionelle und hoch ritualisierte Form der gemeinsamen Mahlzeit im Zen-Buddhismus. Der Begriff bezeichnet ein Set von Schalen, die in einem bestimmten Ritual verwendet werden, um Achtsamkeit, Dankbarkeit und Großzügigkeit beim Essen zu kultivieren.[166] Bei der Zeremonie wird jede Handlung in vollständiger Konzentration und Stille praktiziert. Die Mahlzeit beginnt meist mit einer Verbeugung (Gasho) und dem Rezitieren eines Essenssutras, das die Dankbarkeit für die Nahrung ausdrückt.[167] Die Praktizierenden sitzen in einer Reihe, die Schalen werden in einer bestimmten Reihenfolge geöffnet, und das Servieren folgt klaren Gesten und Regeln. Während des Essens wird nicht gesprochen, die Aufmerksamkeit liegt ganz auf dem gegenwärtigen Moment und den Bewegungen. Das Ritual endet mit dem Reinigen der Schalen und ein abschließendes Gasho. Durch diese Praxis wird das Alltägliche – das Essen – zu einer spirituellen Handlung, die den Geist schult und die Verbindung zwischen profan und heilig aufhebt. Besonders in Zen-Retreats (Sesshin) ist Oryoki ein fester Bestandteil und unterstützt die meditative Praxis durch Achtsamkeit im Alltag.[168]
Japanischer Titel des Zen-Buddhismus, der mehrere Bedeutungen haben kann. Unter anderem verweist der Titel auf einen hochrangigen oder sehr tugendhaften Mönch, einen religiösen Lehrer oder auf einen Priester, der einen Tempel leitet und auch der Würdename von Bodhidharma.
Pai ist eine rituelle Verbeugung oder Niederwerfung zum Zeichen der Ehrerbietung bei allen Handlungen, wobei man sich ganz auf den Boden (gotai tôchi) niederwirft. Praktizierende machen normalerweise drei Pai (Sanpai) vor und nach dem Rezitieren der Sutren bei den Morgen (Chōka)- und Nachmittagszeremonien und bei anderen Gelegenheiten.[169] Das japanische Wort pai bedeutet im Deutschen „Niederwerfung“. Die rituellen Niederwerfungen, bringen die tiefe Achtung und Dankbarkeit körperlich zum Ausdruck.[170]
Im Buddhismus sind die Pāramitās die sogenannten transzendenten Tugenden, die ans andere (Sanskrit: para) Ufer (Sanskrit: mita) der Weisheit, also zum Erwachen (Satori), führen. In der Mahayana-Tradition wird von sechs Pāramitās und manchmal vor allem im Theravada auch von zehn Pāramītas, gesprochen.
Pfad
Alternative deutsche Übersetzung für das chinesische Wort „Tao“ und das japanische „Dō“ oder „Tō“.
Pfeiler
Der Pfeiler symbolisiert die aufrechte und unbewegliche Haltung, die für die korrekte Ausübung der Zazen-Praxis erforderlich ist. Er soll durch seine Ruhe und Energie die Atmosphäre im Dojo stützen. Seine wichtigste Pflicht besteht darin, nicht zu sprechen und sich nicht zu bewegen, sondern durch seine Anwesenheit Stabilität und Konzentration zu vermitteln. Der Pfeiler demonstriert die korrekte Haltung beim Tragen des Kesa und dient den anderen als Vorbild.[171]
Doppelseite eines koreanischen HolzblockdrucksDas Plattform-Sutra des Sechsten Patriarchen
Plattform-Sutra
Das Plattform-Sutra ist eine buddhistische Schrift des frühen Chan-Buddhismus.Platform bezieht sich auf das Podium, auf dem ein buddhistischer Lehrer spricht. Die Schrift beschreibt das Leben Huinengs und seine Lehren. Sie ist der einzige Text im Chan-Buddhismus, der ausdrücklich als Sutra bezeichnet wird. Das Plattform-Sutra ist die Grundlage der Südlichen Schule des Chan-Buddhismus, die sich die Erleuchtung (Satori) als spontan und plötzlich eintretendes Erlebnis vorstellt. Das Sutra betont die Bedeutung der direkten Wahrnehmung der eigenen wahren Natur, die als zentral für die Erleuchtung gilt, und relativiert die Bedeutung der Sitzmeditation für die Erleuchtung.[172] Es wird die Einheit[173] von Meditation (Chán/Dhyāna/Samādhi) und Weisheit (Prajñā) als grundlegend für das Satori beschrieben, wobei Meditation als die Essenz der Weisheit und Prajñā als Folge der Meditation betrachtet wird. Das Sutra betont die plötzliche Erleuchtung als eine spontane und unerwartete Erfahrung, die nicht durch theoretisches Wissen oder rituelle Praktiken erreicht werden kann.[174]
Meist mit „Weisheit“ übersetzt. Gemeint ist eine umfassende Weisheit, die alle Dinge und Erscheinungen des gesamten Universums durchdringt. Prajñā existiert demnach bereits, bevor das menschliche Bewusstsein alle Daseinsformen wahrnimmt und in Begriffe zu fassen versucht. Prajñā wird nach buddhistischer Lehre intuitiv und unmittelbar erfahren, wenn sich Körper und Geist im Zustand des Gleichgewichts befinden und die Vorstellung der Trennung von Subjekt und Objekt im Samadhi überwunden ist. Um diesen Zustand zu ermöglichen, werden im Zen-Buddhismus Sitzmeditation (Zazen) und Gehmeditation (Kinhin) praktiziert.
(aus prajñā: „Weisheit“ und paramita: wörtl. „anderes Ufer“ im Sinn von „Transzendenz/Vollkommenheit“, also: „transzendente/vollkommene Weisheit“) bezeichnet im Mahayana-Buddhismus die Höchste der sechs Paramitas (transzendenten Tugenden), die den Pfad eines Bodhisattvas zum Nirwana charakterisieren.
Liễu Quán (1667–1742)[175] war ein bedeutender vietnamesischer Zen-Meister der 35. Generation der Linji-Schule. Er gründete die Liễu Quán-Zen-Linie, eine einzigartige vietnamesische Form des Zen-Buddhismus, die bis heute Einfluss hat.[176] Meister Liễu Quán lehrte 34 Jahre lang (1708–1742) und ordinierte Tausende von Menschen. Nach den Worten des Zen-Meisters Thích Nhất Hạnh „vietnamisierte“ er die Lâm-Tế-Tradition und machte sie zur vorherrschenden Zen-Schule in Zentralvietnam, die eher in der vietnamesischen Kultur als in chinesischen Formen verwurzelt war. Seine Schüler gründeten zahlreiche Tempel und Zentren und legten damit den Grundstein für die moderne vietnamesische buddhistische Renaissance.
R
Raihai
Ein wesentlicher Bestandteil der rituellen Zen-Praxis sind rituelle Niederwerfungen (japanisch: raihai) oder Verbeugungen, die in der Regel vor einem Altar (Butsudan) durchgeführt werden.[177]
Ragora
Japanische Transliteration für Rahula, den Sohn des Buddha.
Raku
Raku ist eine der Zen-Künste. Töpfern ist ein gestalterisches Arbeiten, in dem die vier Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer zusammenwirken. Durch die bewusste und konzentrierte Anwendung der Hände wird der Ton in einer ruhigen Umgebung zu einer konkreten Form, ohne dabei eine bestimmte Absicht zu verfolgen. Im Zen steht die Einfachheit und Achtsamkeit im Vordergrund, ebenso die Begegnung mit der Realität: Glasur, Holz, Brand und Rauch. Die Arbeit am Ton wird durch Phasen des Sitzens in Stille (Zazen) ergänzt.[178]
Rakusu
Traditionelles japanisches Gewand, das von Buddhisten der Zen-Schulen, die die Pāramitās, die sogenannten transzendenten Tugenden, erhalten haben, um den Hals getragen wird.[179] Das Rakusu besteht aus 16 oder mehr Stoffstreifen, die normalerweise von einem Schüler während der Vorbereitungszeit auf die Zeremonie (Jukai) zum Empfang der Paramitas oder zur Laienordination zusammengenäht werden.
Eine wichtige Zen-Praxis. So werden z. B. buddhistische Sutras mehrmals täglich gemeinsam, rhythmisch, mit kräftiger Stimme und tiefer Konzentration rezitiert. Im japanischen Zen handelt es sich fast immer um altchinesische Texte mit japanischer Aussprache (sino-japanisch). Die japanischen Silben verweisen nicht nur den europäischen Praktizierenden auf sein eigenes Denken und Bewusstsein und lassen keine Ablenkung in das diskursive Denken des scheinbaren Verstehens von Worten zu. Die Rezitation wird häufig von Instrumenten wie der Mokugyo (einer Holztrommel mit Schlitz), Klangschalen und Taikos begleitet.
Rin
Eine kleine Handglocke, die in Zen-Klöstern während einiger Sutra-Rezitationen verwendet wird. Wird auch rei ausgesprochen.
Die Aufzeichnungen des Linji im Deutschen und Linji lu im Chinesischen, ist ein Standardwerk der Zen-Literatur und entstand in der Zeit nach dem Tod des Meisters in mehreren Fassungen. Neben Dharma-Vorträgen vom 'Hohen Sitz' beinhaltet das Werk Unterweisungen bei anderen Gelegenheiten, Dialoge und die sogenannten 'Aufzeichnungen der Wanderschaft', in denen Episoden von Linji und seinem Lehrer Huangbo geschildert werden.
Eine von Myōan Eisai im Jahre 1191 in Japan eingeführte Lehrtradition des Zen-Buddhismus die auf eine der großen Schulen des chinesischen Chan, die Linji zong und deren Gründer Linji Yixuan (9. Jhd.) zurückgeht. Die Rinzai-shū ist nach der Sōtō-shū heute die zweitgrößte der drei Zen-Schulen in Japan.
Rōhatsu
Rōhatsu heißt auf Japanisch der achte Tag des zwölften Mondmonats (Rō). Dieser Tag wird Bodhi-Tag oder Erleuchtungstag genannt. Im Zen ist der Erleuchtungstag als Rōhatsu oder Rōhachi bekannt.[180] Im Japanischen bedeutet das Wort wörtlich der 8. Tag des 12. Monats. Es ist typisch für Zen-Mönche sowie - Nonnen und Laienanhänger, die ganze Nacht vor Rōhatsu aufzubleiben, um Zazen zu praktizieren. Dem Feiertag geht oft eine Klausur mit intensiver Meditation (Sesshin) voraus. Als Folge der Verwestlichung Japans während der Meiji-Restauration (1862–1869) wird er am 8. Dezember des gregorianischen Kalenders gefeiert.[181] Ein Rôhatsu-Sesshin dauert vom ersten Tag des zwölften Mondmonats bis zum achten Tag. Die Mönche und Nonnen wollen so entschlossen sein wie Buddha, der sich mit dem Ziel des Erwachens zur Meditation niederließ und dieses Ziel erreichte. In der letzten Nacht des Sesshins bleiben die Teilnehmer die ganze Nacht auf. Sie praktizierten dies, um Buddha nachzufolgen, der die ganze Nacht über meditierte und mit der Morgendämmerung erwachte.[182]
Rokumon
Das japanische Wort Rokumon, auch bekannt als Rokkonmon, bedeutet wörtlich Sechs Tore und ist ein buddhistischer Ausdruck für die sechs Sinnesorgane: Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper und Geist.
Rōmon. Im Untetschied zum Nijūmon, gibt es keine Treppe zum zweiten Stock
Rōmon
Rōmon ist der japanische Begriff für ein hohes Tor (japanisch: Mon) mit zwei Stockwerken, von denen nur eines nutzbaren Raum bietet, umgeben von einem Balkon und mit einem Dach bedeckt. Das Romon unterscheidet sich vom ähnlichen Nijūmon dadurch, dass es kein Satteldach zwischen den Stockwerken aufweist.
Ronen
Jahr des Esels auf Japanisch. Etwas, das es nie geben wird, da es im traditionellen Kalender Ostasiens kein Jahr des Esels gibt.
Titel für besonders erfahrene, autorisierte Lehrer im Zen-Buddhismus. Rōshi bedeutet übersetzt so viel wie alter Lehrer oder alter Meister und bezeichnet eine Person, die eine Zen-Gemeinschaft (Sangha) spirituell unterweist. Im Rinzai-Zen wird der Begriff streng verwendet und gilt nur für Personen, die die Dharma-Übertragung (Inka Shōmei) erhalten haben. Im Sōtō-Zen und im christlichen Zen (z. B. Sanbō-Kyōdan) wird der Begriff lockerer verwendet, was insbesondere in den Vereinigten Staaten und Europa der Fall ist. In den Vereinigten Staaten und Europa, kann fast jeder Lehrer, der die Dharma-Übertragung erhalten hat, als Rōshi bezeichnet werden oder diesen Titel sogar für sich selbst verwendet – eine Praxis, die in Japan unbekannt ist.
Rokumon
Der Begriff „Rokumon“ bedeutet im Deutschen „Sechs Pforten“ und bezeichnet die sechs Sinnesorgane: Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper und Geist.
Rújìng
Tiāntóng Rújìng (japanisch: Tendō Nyojō) (1163–1228) war ein chinesischer buddhistischer Mönch der Caodong-Schule, der im Jìngdé-Tempel[183] (japanisch: Keitoku-ji) auf dem Berg Tiāntóng (japanisch: Tendōzan) praktizierte. Er unterrichtete und übertrug den Dharma an den Gründer des Sōtō-Zen, Dōgen.[184] Er wird traditionell als Urheber der Begriffe Shikantaza und Shinjin-datsuraku angesehen, was annähernt übersetzt „Abwerfen von Körper und Geist“ bedeutet.[185]Keizan Jōkin zufolge verhielt sich Ruijing, als er zum Leiter wurde, nicht über die anderen Mönche. Er trug die schwarze Kutte und Robe eines Mönchs. Der Kaiser von China schenkte ihm ein purpurfarbenes Ehrengewand, das er jedoch ablehnte. Selbst nachdem er die Erleuchtung erlangt hatte, war er bereit, die Toilette zu reinigen.[186]
Rūpa
Der Sanskrit- und Pali-Begriff Rūpa bedeutet „Form“ oder „Körperlichkeit“ und bezieht sich auf verschiedene Konzepte der indischen Philosophie im Hinduismus und Buddhismus.[187] Im Buddhismus wird es als das erste der fünf Aggregate (skandha) des Egos betrachtet. Die japanische Transkription für den Begriff Rūpa ist Shiki.[188]
Ryaku Fusatsu
Das im Deutschen oft als „Reue-Zeremonie“ (japanisch: Ryaku Fusatsu) bezeichnetes Ritual, ist wesentlicher Ausdruck der Zen-Praxis. Es handelt sich hierbei nicht um eine gedankliche Reflexion, sondern um eine körperlich gelebte Praxis, die eng mit Zazen verbunden ist. Durch Gesten wie Gassho und insbesondere Niederwerfungen (japanish: Sanpai) wird das „Abwerfen von Körper und Geist“ (shin shin datsu raku) konkret erfahren und die eigenen Gelübde (Paramita) werden aktiv erneuert. Die Zeremonie ähnelt der Bodhisattva-Ordination: Man bringt Reue, Dankbarkeit gegenüber den Buddhas, Zuflucht zu den Drei Kostbarkeiten und die erneute Annahme der Gebote zum Ausdruck. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass das Verständnis nicht nur intellektuell bleibt, sondern durch die körperliche Praxis vertieft und aktualisiert wird. Der Begriff „Reue“ wird hier nicht im christlichen Sinne als Schuldgefühl verstanden, sondern als Einsicht, dass man seiner eigenen Buddha-Natur untreu war. Diese Einsicht führt nicht zu Schuld, sondern weckt den Erwachensgeist (japanisch: Bodai Shin) und den Wunsch nach einem authentischen Leben.[189]
Einsamkeit, die in der traditionellen japanischen Kultur als ästhetische Qualität geschätzt wird. Vom Zen inspirierte Kunstformen wie Töpferei, Poesie und Theater verkörpern die Stile Sabi und Wabi (Strenge, Einfachheit).
Saddharmapuṇḍarīkasūtra
Der Sanskrit-Begriff bedeutet wörtlich „Sutra der Lotosblume vom wunderbaren Gesetz“ und bezeichnet im Deutschen den Lotus-Sūtra.
Sagedatsumon
Alternative japanische Bezeichnung für Sanmon, das wichtigste Tor (Mon) eines Zen-Tempels.
Samadhi bedeutet im Deutschen „Versenkung, Sammlung“ oder wörtlich „fixieren, festmachen, Aufmerksamkeit auf etwas richten“ und ist ein Begriff des Hinduismus, Buddhismus, Zen, Jainismus, Sikhismus und anderer indischer Lehren. Samadhi bezeichnet einen Bewusstseinszustand, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgehen und in dem das diskursive Denken aufhören soll. Es wird als ein völliges Aufgehen in dem Objekt beschrieben, über das meditiert wurde.
Im Zen-Buddhismus die Bezeichnung für das meditative Arbeiten das ebenso zum vollkommenen Gewahrsein führen kann wie die Übung des Zazen. Traditionell ist Samu die Mitwirkung an der körperlichen Arbeit, die zur Aufrechterhaltung des Zen-Klosters notwendig ist.[190][191] Der Überlieferung nach wurde dies von Baizhang Huaihai betont, dem die Aufstellung eines frühen Regelwerks für die klösterliche Disziplin des Chan (chinesisches Zen) zugeschrieben wird.[192] Da die Zen-Mönche Landwirtschaft betrieben, half ihnen dies, die Große chinesische Anti-Buddhistische Verfolgung besser zu überstehen als andere Klöster, die mehr auf Spenden angewiesen waren. Aus diesem Text stammt der bekannte Spruch „Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen“.[193]
Samue
Der Samue ist die Arbeitskleidung der japanischen buddhistischen Mönche und Nonnen, die bei der Samu-Praxis getragen wird.
Sanbō
Im Japanischen werden die Drei Kostbarkeiten als Sanbō bezeichnet. Was so viel wie drei Schätze bedeutet. Ein gleichlautender, anders geschriebener Begriff ist „sanbō“, was mit „drei Entlohungen“ übersetzt werden kann. Er bezieht sich auf die karmische Vergeltung oder Belohnung für gute oder schlechte Taten: • im jetzigen Leben heißt es dann genbō, • die nächste Wiedergeburt wird als shōhō bezeichnet, • In den darauf folgenden Leben bedeutet es gohō.[194] Sanbō ist auch der Name einer Zen-Schule (Sanbō Kyōdan), die die wichtigsten Elemente der traditionellen Zen-Richtungen Sôtô und Rinzai vereint.[195] Namu-Sanbō, bedeutet auf Deutsch Zuflucht zu den drei Kostbarkeiten (Sanbō) nehmen.
Sanbō Kyōdan
Sanbō Kyōdan ist eine laizistische Zen-Schule, die wörtlich auf Japanisch „Drei Schätze Religiöse Organisation“ heißt. Diese vereint Elemente der Soto- (chinesisch: Caodong) und der Rinzai-Tradition (chinesisch: Linji). Sanbō Kyōdan wurde 1954 von Hakuun Yasutani gegründet, nachdem er seine Mitgliedschaft in der Sōtō-Schule aufgegeben hatte und sich öffentlich dazu bekannte, direkt mit Dōgen Zenji verbunden zu sein. 1970 übertrug Hakuun Yasutani dem Zen-Meister Yamada Kōun die Leitung der Zenvereinigung Sanbō Kyōdan.[196] 2014 wurde die Schule in Sanbo-Zen International umbenannt. Der Begriff Sanbō Kyōdan wurde oft verwendet, um auf die Harada-Yasutani-Zen-Linie zu verweisen. Eine Reihe von Yasutani-Schülern hat ihre eigenen Lehrlinien gegründet, die unabhängig von Sanbo Kyodan sind. Streng genommen, bezieht sich Sanbō Kyōdan nur auf die Organisation, die jetzt als Sanbo-Zen International bekannt ist.
Sandoku
Japanisch für die drei Gifte: Gier, Zorn und Unwissenheit.
Sangha bedeutet in der buddhistischen Terminologie „Versammlung“, „Menge“[197] oder auch „Gemeinschaft“. Das Wort „Sangha“ ist in Pali maskulin, allerdings ist im Deutschen auch die weibliche Form, „die Sangha“ (angelehnt an „Gemeinschaft“, „Gemeinde“), verbreitet. In der buddhistischen Tradition wird der Begriff unterschiedlich verwendet. Unabhängig von der genauen Definition gehört die Sangha in allen Traditionen zu den Drei Juwelen (Buddha, Dharma, Sangha), Vorbildern des Buddhismus, durch deren Zufluchtnahme man den Buddhismus annimmt.
Sanmon
Ein Sanmon oder Sagedatsumon (wörtlich „Tor der drei Befreiungen“) ist das wichtigste Tor (Mon) eines japanischen Zen-Buddhistischen Tempels und Teil des Zen Shichidō Garan, der Gebäudegruppe, die das Herzstück eines Zen-Tempels bildet.[198] Siehe auch Zenshū garan, die Struktur japanischer Zen-Tempelanlagen.
Sanpai
Drei Verbeugungen oder Niederwerfungen (pai) zum Zeichen der Ehrerbietung bei allen Handlungen, wobei man sich ganz auf den Boden (gotai tôchi) niederwirft. Die dreimalige Verbeugung steht für die drei Arten von Handlungen, die der Körper, die Sprache und der Geist ausführen. Mönche und Nonnen machen das normalerweise vor und nach dem Rezitieren der Sutren bei den Morgen (Chōka)- und Abendzeremonien (Banka) und bei anderen Gelegenheiten.[169] Im Wort Sanpai bedeutet, san „sich beteiligen“ (gleichgeschrieben mit der literarische Schreibung der Zahl Drei 参san) und pai „Niederwerfung“. Die Niederwerfungen, bringen die tiefe Achtung und Dankbarkeit körperlich zum Ausdruck.[170]
Sanzen
Das Aufsuchen eines Zen-Meisters zur Unterweisung. In der Rinzai-Schule wird der Begriff oft gleichbedeutend mit dem Wort Dokusan, für die privaten Gespräche der Schüler mit dem Zen-Meister. Wörtlich bedeutet Sanzen „Meditation praktizieren“. Bei der Begegnung mit dem Meister unter vier Augen kann es sich um Zazen oder die Kontemplation eines Kôan unter der Anleitung eines Zen-Meisters beinhalten.[169] Siehe auch Dokusan.
Sarei
Sarei bedeutet wörtlich übersetzt „Tee-Etikette“[199] und bezeichnet eine japanische Teezeremonie im Zen-Buddhismus, bei der die gemeinsam Praktizierenden im Dōjō grünen Tee zu Beginn eines Meditationstags oder zwischen zwei Meditationsabschnitten einnehmen. Sarei ist eine Achtsamkeitsübung als Teil der Zen-Übung in der Rinzai-Schule und geht auf den Zen-MeisterEisai zurück, der auch den Tee aus China nach Japan brachte.[200]
Die Erkenntnis der universellen Natur des Daseins, auch Urgrund oder Buddha-Natur genannt. Es ist das Hauptmotiv des Zen-Buddhismus und kann nur durch persönliche Erfahrung verstanden werden. Auch wenn Satori nach der heute vorherrschenden Lehrmeinung blitzartig und unerwartet eintritt, geht dem Satori-Ereignis in der Regel eine jahrelange Vorbereitungspraxis, meist durch (Zazen), voraus. Nach einigen Lehrmeinungen wird Satori auch mit Zazen gleichgesetzt. Die beiden Hauptzweige des Zen-Buddhismus bevorzugen unterschiedliche Wege (Dō) für die Erfahrung von Satori. Praktizierende der Sōtō-Schule setzen Zazen und Satori praktisch gleich. In der Rinzai-Schule wird die Erfahrung von Satori durch die Meditation paradoxer Lehrsätze (Kōans) geübt.
Im Zen wird er bei körperlichen Problemen als Alternative zum Lotussitz genutzt. Im Yoga wird der Schneidersitz (Sanskrit: sukhasana) als Meditationshaltung für Anfänger eingesetzt. Zu den ähnlichen Sitzhaltungen zählen der „burmesische Sitz“, der „halbe Lotussitz“ sowie der „ganze Lotossitz“ für Fortgeschrittenere.
Ein Judoka (rechts) verbeugt sich im Sitzen im Seiza-Stil
Bedeutet im Deutschen „richtig sitzen“ oder Fersensitz, wird jenen Zazen-Übenden als Sitzhaltung empfohlen, denen es nicht möglich ist, die so genannte „Lotos-Haltung“ (Lotussitz) einzunehmen. Im Seiza sitzt man kniend auf den Fersen, den Spann auf dem Boden, rechte über linke große Zehe, den Rücken gerade aufgerichtet. Die Seiza-Sitzhaltung kann für Ungeübte nach einer Weile schmerzhaft werden und wird im „Fernen Osten“ als die geeignetste Sitzhaltung für die Meditation angesehen.
Sechs Pforten
Der Begriff „Rokumon“ entstammt der japanischen Sprache und bedeutet „Sechs Pforten“ oder „Sechs Tore“. Er bezeichnet die sechs Sinnesorgane: Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper und Geist.
Yanagida Seizan
War einer der bedeutendsten japanischen Buddhologen des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war führend bei der Erforschung des chinesischen Zen (Chan).[201][202] Im Jahr 1955 legte er seine Roben als Mönch der Rinzai-Schule als Protest gegen die Haltung der Rinzai-Schule während und nach dem Zweiten Weltkrieg ab.[203]
Selbst-Wesens-Schau
Deutsche Übersetzung des japanischen Begriffs Kenshō.
Bedeutet wörtlich „früher geboren“ und ist ein japanisches Wort für „Lehrer“, das als Anrede auch für einige andere Autoritäten und Respektspersonen verwendet wird. Dieser Ausdruck wird im Sōtō-Zen auch für einen Meister gebraucht. In der Sanbo Kyodan-Schule wird der Begriff für ordinierte Lehrer unterhalb des Rangs Rōshi verwendet. In der Kwan-Um-Schule ist der koreanische Titel ji do poep sa nim laut Zen-Meister Seung Sahn dem japanischen Titel Sensei sehr ähnlich.[204]
Seon
Der koreanische Zen heißt Seon und wurde in der späten Silla-Periode (7. bis 9. Jahrhundert) nach Korea übertragen, als koreanische Mönche begannen, nach China zu reisen, um die sich neu entwickelnde Chan-Tradition von Mazu Daoyi zu lernen. Sie gründeten die ersten Seon-Schulen Koreas.
Bedeutet wörtlich „Versammlung oder Konzentration des Geistes“ und ist eine intensive Zeit konzentrierter Zen-Meditation. Es findet in einem Zen-Kloster oder an einem anderen Ort des Rückzugs statt, wobei bedeutend intensiver Zazen praktiziert wird als in der täglichen Zen-Praxis. Das Programm eines Sesshins ist gekennzeichnet durch häufige und ggf. längere Meditationsperioden. Je nach Schule werden die Mahlzeiten ebenfalls in der Zazen-Haltung während eines Sesshin eingenommen. Längere Sitz-Perioden werden durch Kinhin (Gehmeditation) unterbrochen. Das praktizierte Schweigen dient der Konzentration und Nicht-Ablenkung. Zazenkai ist weniger intensiv und kürzer als eine Sesshin.
Setsu
Setsu ist ein Reinigungsutensil für Schalen, welches während des Essens verwendet wird. Es besteht aus einem Holzstiel und einem Stück weißen Stoffes.
Die Shakuhachi ist eine japanische Bambuslängsflöte, die sich zu einem Meditationsinstrument zenbuddhistischer Mönche der Shuke-Schule (Fuke-shū), entwickelte. Die Flöte erfuhr, durch die wandernden Bettelmönchen der Fuke-shū, eine starke Veränderung in ihrem Gebrauch. So galt die shakuhachi nicht mehr als Musikinstrument (gakki), sondern wurde zu einem spirituellen Werkzeug (hōki) und bildete den Mittelpunkt von Meditationsübungen. Der Gebrauch der Flöte war streng begrenzt: Man durfte sie weder in Konzerten spielen, noch war es einem Außenstehenden gestattet, ihr Spiel zu hören. Allein ihr Gebrauch als „geistliches Werkzeug“ war zugelassen, denn nur durch das Spiel der shakuhachi war es den Mitgliedern dieser Zen-Schule möglich, zur Erleuchtung zu gelangen. Die von den Fuke-Mönchen (komusō) komponierten Stücke werden unter dem Begriff honkyoku zusammengefasst und bilden bis heute die am meisten verehrte shakuhachi-Musiktradition.[205]
Komuso buddhistischer Mönch Bettler
Seung Sahn
Seung Sahn (1927–2004), war ein südkoreanischer Zen-Meister. Er erhielt vom Zen-Meister Ko Bong im Alter von 22 Jahren die Dharma-Übertragung und gründete die Kwan-Um-Schule in den USA. Die Schule unterhält heute Zentren in allen Teilen der Erde, mit Schwerpunkt in den USA, Europa und Asien.
Shaolin ist der Name eines buddhistischen Mönchsordens in China sowie seiner Mitglieder und des Ursprungskloster des Ordens, das in der Provinz Henan im Herzen Chinas liegt. Es ist berühmt für seinen Kampfkunststil Shàolínquán oder in Deutsch „Faust der Shaolin“, besser bekannt als „Shaolin Kung Fu“. Das Kloster gilt auch als die Geburtsstätte des historischen chinesischen Chan-Buddhismus, des Vorläufers des japanischen Zen, des koreanischen Seon und des vietnamesischen Thien. Den Namen Shaolin-Tempel tragen daneben auch eine Reihe anderer Klöster in der Volksrepublik China, Korea (Sorim), Indochina und Japan (Shorinji).
Shari
Reliquien, insbesondere des historischen Buddha oder einer anderen wichtigen buddhistischen Figur. Shari ist die japanische Transkription des Sanskrit-Begriffs sharira.
Shashu Handhaltung
Shashu
Shashu bezeichnet im Zen eine spezifische Handhaltung, die vor allem beim Gehen im Dōjō eingenommen wird, beispielsweise während der Gehmeditation (Kinhin). Dabei wird mit der linken Hand eine Faust gebildet, in der der linke Daumen eingeschlossen ist. Diese Faust wird anschließend mit der rechten Hand umschlossen und vor dem Brustbein oder dem Solarplexus gehalten. Die Unterarme befinden sich in einer waagrechten Position und sind parallel zum Boden ausgerichtet. Die Hände sind nah am Körper positioniert.[206][207] Die Shashu-Handhaltung wird häufig als Standardhaltung beim Betreten, Verlassen oder Gehen im Meditationsraum verwendet.
Shie
Shie ist der japanischer Name für eine ehrenvolle Purpurrobe, die hochrangigen Mönchen verliehen wird.
Shijosho
Der Beginn einer Zazen-Periode wird traditionell durch drei Glockenschläge (japanisch: shijosho) angekündigt, das Ende einer Zazen-Periode mit anschließendem Kinhin wird durch zwei Schläge (japanisch: kinhinsho) angekündigt. Das Ende eines Zazen-Kinhin-Zazen-Zyklus wird durch eine Glockenschlag (hozensho) betont.[208]
Shila
Sanskrit-Aussprache des gebräuchlicheren Pali-Wortes sila.
Shingi
Das japanische Wort shingi (真義) bedeutet „wahre Bedeutung“ oder „wahre Gerechtigkeit“. Die Zusammensetzung ergibt sich aus den Kanji „shin“ (真), was „wahr, echt“ bedeutet, und „gi“ (義), was „Bedeutung, Gerechtigkeit, Pflicht“ bedeutet. In philosophischen, religiösen oder ethischen Kontexten bezeichnet shingi oft den wahren Sinn oder die tiefere Bedeutung von etwas, besonders im Buddhismus und in der japanischen Ethik.[209] Im Zen-Kontext bezeichnet Shingi die verbindlichen klösterlichen Regeln und Verhaltensvorschriften, an die sich Mönche und Nonnen während der gemeinsamen Praxis, insbesondere während der intensiven Klausurzeiten (Sesshin), halten. Diese Regeln strukturieren den klösterlichen Alltag und schaffen den Rahmen, in dem die Meditation (Zazen, Kinhin) und andere Übungen diszipliniert und konzentriert durchgeführt werden können.[210]
Shinjin datsu raku
Shinjin datsu raku ist ein zentraler Begriff im Zen-Buddhismus, der von Meister Dōgen geprägt wurde, nachdem er unter Meister Nyojo in China eine tiefgreifende Erfahrung gemacht hatte.[211] Er bedeutet „das Abfallen von Körper und Geist“ und beschreibt einen Zustand des vollständigen Loslassens von Anhaftungen an das Ego, den Körper und den Geist[212][213][214]. Dieser Zustand wird durch die Praxis von Zazen (Meditation) erreicht, bei der man alle dualistischen Denkweisen und persönlichen Ziele hinter sich lässt, um zur Wirklichkeit zu erwachen.[215] Es ist ein Schlüsselkonzept für die spirituelle Verwirklichung und das Erkennen der universellen Natur des Seins.[216]:
„Den Weg des Buddhas zu studieren bedeutet, das Selbst zu studieren. Das Selbst zu studieren heißt, das Selbst zu vergessen. Das Selbst zu vergessen bedeutet, von den unzähligen Dingen bestätigt zu werden. Von den unzähligen Dingen bestätigt zu werden, bedeutet, Körper und Geist des eigenen Selbst und der anderen abzuwerfen.“
Schlüsselbegriff in der Sōtō-Tradition des Zen-Buddhismus, der im Deutschen meist mit „Nur Sitzen“ übersetzt wird. Er bezieht sich auf die in dieser Schule praktizierte Form der Sitzmeditation (Zazen). Dabei soll der Übende seine Aufmerksamkeit nicht auf ein konkretes Objekt wie den Atem oder das Durchdringen eines Kōans richten, sondern „einfach sitzen“. Shikantaza beschreibt zusammen mit Hishiryō die beiden wichtigsten charakteristischen Leitsätze Dogens für die Zazen-Praxis. Der Begriff taucht erstmals bei Dōgen (1200–1253), dem Begründer der Sōtō-Schule, auf. Er steht in engem Zusammenhang mit der Lehre von der „stillen Erleuchtung“ (japanisch: mokushō zen). Beide Begriffe sind zentral für das Selbstverständnis der Sōtō-Schule, die sich damit insbesondere von der Rinzai-Schule und der dort praktizierten Kōan-Meditation (japanisch: kanna zen) abgrenzt. Dōgen verwendet den Begriff des Shikantaza stets im Zusammenhang mit einem weiteren Ausdruck von Seinem Lehrer Rujing: „Körper und Geist fallen ab“ (chinesisch: shēnxīn tuōluò bzw. japanisch: shinjin datsuraku). Siehe auch shinjin datsuraku
Shike
Der Titel wird sowohl im Rinzai als auch im Soto für eine ausgewählte Gruppe von Personen verwendet, die qualifiziert sind, die Ausbildung von angehenden Priestern in den Sodos, den Ausbildungshallen, zu beaufsichtigen.[217][218]
Shinshin
Der „Wahre Geist“ ein Zen-Ausdruck für die wahre oder ursprüngliche Natur des Menschen, die als Buddha-Natur bezeichnet wird. Die Verwirklichung von Shinshin ist gleichbedeutend mit Erleuchtung (Satori).
Shōbōgenzō bedeutet wortwörtlich auf Deutsch „Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges“ und ist das Hauptwerk des japanischen Zen-Meisters Dōgen, das er zwischen 1231 und 1253 (seinem Todesjahr) verfasste. Das Shōbōgenzō ist die zentrale Schrift für die Praktizierenden des Sōtō-Zen. Eine über die Schule des Sōtō-Zen in Japan hinausgehende Bedeutung erlangte die Schrift im 20. Jahrhundert, nachdem der Philosoph Watsuji Tetsurō sie in seiner 1924 erschienenen Abhandlung Shamon Dōgen (Deutsch: „Der Mönch Dōgen“) als Produkt des „ursprünglich japanischen Denkens“ bezeichnet hatte und sie „aus den Fängen der Sekte (des Sōtō-Zen)“ entreißen wollte. In der Folge wurde das in diesem Werk vorgetragene Denken von zahlreichen japanischen Denkern neu beleuchtet.[219] Das kurze Werk Shushō-gi ist eine einführende Zusammenstellung wichtiger Auszüge aus dem Shōbōgenzō, die dazu beitragen, einem Laienpublikum die grundlegenden Lehren und Konzepte des Dōgen-Zen zu erklären.
Shôbôgenzô Zuimonki
Dôgen Kigen hat seinen Schülern viele Vorträge und Anweisungen gegeben. Diese wurden von Koun Ejô, einem seiner Schüler, aufgeschrieben und veröffentlicht. Dôgen hielt die Vorträge zwischen 1235 und 1237. Er war damals am Kôshô-ji in der Gegend von Kyoto. Das Zuimonki ist in der Sôtô-Schule sehr beliebt. Es ist das früheste japanische Beispiel für die Zen-Gattung der „aufgezeichneten Sprüche“ (Japanisch: goroku), die zuerst in China entwickelt wurde.[220]
„Der Weg des Schreibens“, ein japanischer Begriff für die Kunst der Kalligraphie. Sie ist auch als Shojutsu bekannt. Die Grundlagen, also die Strichformen, die Schriftzeichen selbst, die Ästhetik, die Schrifttypen und die Werkzeuge Papier, Tusche und Pinsel wurden aus China übernommen. Die Zen-Kalligraphie ist eine Kunstform, die von buddhistischen Mönchen und den meisten Shodō-Praktizierenden geübt wird. Um Sie meisterhaft zu praktizieren, ist es essenziell, den Geist zu leeren und die Buchstaben von selbst fließen zu lassen, anstatt sich zu konzentrieren und sich stark anzustrengen. Dieser Geisteszustand wird von dem japanischen Philosophen Nishida Kitaro als „Mushin“ bezeichnet. Diese Form der Kalligraphie ist somit eine meditative Praxis, die auf den Prinzipien des Zen-Buddhismus basiert. Es wird die Verbindung zum Spirituellen und nicht zum Körperlichen betont.[221] Kalligraphieleistungen mit sehr großen Pinseln werden in der Regel in dieser Geisteshaltung ausgeführt.[222]
Shōji „Geburt und Tod“ ist eine Schrift aus dem Shōbōgenzō. In dem Dōgen die buddhistische Nicht-Dualität und das Mitgefühl kommentiert.
Shōfuku-ji in Fukuoka
Shōfuku-ji
Der Shōfuku-ji ist ein buddhistischer Tempel im Stadtteil Gokushōmachi in Hakata, Fukuoka, Japan. Er gehört zum Myōshin-ji-Zweig der Rinzai-Schule des japanischen Zen. Sein Sangō-Präfix lautet Ankokuzan. Er wurde von Eisai mit Unterstützung vom ShogunMinamoto no Yoritomo gegründet und ist der älteste Zen-Tempel Japans.[223]
Shōjin Ryōri
Die Bezeichnung Shōjin Ryōri beschreibt die vegetarische Tempelküche der Zen-Klöster. Diese Küche orientiert sich an den Prinzipien des Buddhismus, insbesondere dem Verzicht auf das Töten von Tieren, was sich in der Vermeidung von Fleisch, Fisch und Eiern äußert. Darüber hinaus wird bei der Zubereitung großer Wert auf Achtsamkeit gelegt. Dōgen beschreibt in seinem Werk „Tenzo Kyōkun“ (Anweisungen für den Klosterkoch) drei Geister (sanshin): Daishin (großherziger Geist, Akzeptanz der Zutaten), Kishin (freudiger Geist bei der Arbeit) und Rōshin (elterliche Fürsorge).[224] Siehe auch Ōryōki.
Shōjō
Shōjō bedeutet wortwörtlich „Kleiner Pfad“ oder „Kleiner Weg“ und ist die japanische Übersetzung für Hinayana.
Shojutsu
Shojutsu bedeutet auf Deutsch „Die Kunst des Schreibens“ und ist ein alternativer japanischer Begriff für Shodō.
Shoshin ist ein Begriff aus dem Zen-Buddhismus, der „Geist des Anfängers“ bedeutet. Er beschreibt eine Haltung der Offenheit, des Eifers und des Fehlens von Vorurteilen beim Studium eines Themas, selbst bei fortgeschrittenem Kenntnisstand, wie ihn ein Anfänger in diesem Fach aufweist. Der Begriff wird insbesondere im Studium des Zen-Buddhismus und der japanischen Kampfkünste verwendet. Ein Beispiel ist der Titel des Buches Zen Mind, Beginner's Mind des Zen-Lehrers Shunryu Suzuki, in dem er Folgendes zum richtigen Zugang zur Zen-Praxis sagt: „Im Geist des Anfängers gibt es viele Möglichkeiten, im Geist des Experten gibt es nur wenige.“[225] Der Anfängergeist ist ein zentraler Begriff im Zen, der einen Geisteszustand offener, wacher Präsenz beschreibt. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass er frei ist von Vorurteilen, Erwartungen und festgefahrenen Mustern. Der Anfängergeist ist sich der zukünftigen Ereignisse und der Art und Weise, wie Dinge sein werden, nicht bewusst. Er begegnet jedem Moment, jeder Situation und jedem Menschen unvoreingenommen, als wäre es das erste Mal. Während der „Expertengeist“ oft von Routinen und Konzepten eingeengt ist sieht der Anfängergeist unendliche Möglichkeiten. Dies ist die höchste Form der Aufmerksamkeit. Um die Realität klar zu sehen, ist es unerlässlich, sich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren und spontan und angemessen auf sie zu reagieren.[226]
Shu
Versammlung, die gesamte Gemeinschaft, die in einem buddhistischen Kloster lebt; wird als alternative japanische Übersetzung für Sangha verwendet.
Shū
Der japanische Begriff Shū kann je nach Kontext mit Schule, Sekte, Konfession oder Abstammung übersetzt werden. In der Regel wird Shū an den Namen einer religiösen Institution angehängt, wie z. B. Sōtō-shū (Sōtō-Schule), Rinzai-shū (Rinzai-Schule) oder Ōbaku-shū (Ōbaku-Shule).
Shujō
Wanderstab, der von Zen-Mönchen und -Nonnen auf ihren Pilgerreisen verwendet wird.
Shukuha-Fugin
Sutra-Rezitation findet nach der Morgenmahlzeit statt.
Shumoku
Shumoku ist die japanische Bezeichnung für einen Holzbalken, der an Seilen hängt und mit dem die Tempelglocke (Bonshō) angeschlagen wird. Wortwörtlich übersetzt bedeutet ShumokuSchlagholz[227]
Shunyata wird im Deutschen meist mit Leerheit übersetzt und ist ein zentraler Begriff des Buddhismus. In seiner grundlegenden Bedeutung besagt er, dass alle Phänomene – da sie durch wechselseitige Bedingtheit miteinander verbunden sind – keinen dauerhaften Wesenskern besitzen bzw. keine Substanz, Essenz oder „Eigenexistenz“ aufweisen. Es wird behauptet, sie seien „leer von Eigenexistenz“ etc. Ein wesentlicher Aspekt des Buddhismus ist die Auffassung, dass auch das menschliche Ich von dieser Lehre umfasst wird. In der buddhistischen Philosophie wurde das Konzept jedoch auf alle Erscheinungen ausgedehnt.
Shushō-gi
Das Shōbōgenzō diente als Grundlage für das kurze Werk mit dem Titel Shushō-gi, das 1890 zusammengestellt wurde. Die Sammlung dient als einführende Zusammenstellung wichtiger Auszüge aus dem Shōbōgenzō, die dazu beitragen, einem Laienpublikum die grundlegenden Lehren und Konzepte des Dōgen-Zen zu erklären.
Shuso
Shuso (japanisch für „Oberster Mönch“) ist der Titel eines Zen-Schülers, der in dieser Funktion eine Übungszeit (Sesshin) leitet. Der Shuso ist der Übende, in dessen „Geist des Weges“ (japanisch: Dôshin) der Meister besonderes Vertrauen setzt.
Shuso hossenshiki
Bezeichnet im Zen die Begegnung oder den Austausch zwischen zwei Praktizierenden als Mittel, ihr Verständnis der Natur der Wirklichkeit auszudrücken und zu vertiefen. Der Austausch kann verbal, durch Gesten oder Bewegungen oder durch eine Kombination von allen dreien erfolgen. Der Austausch ist weniger eine philosophische Debatte als vielmehr eine Manifestation oder Offenbarung des intuitiven Verständnisses der religiösen Wahrheit durch den Einzelnen. Die Aktivität weist gewisse Ähnlichkeiten mit der Praxis des Mondō auf. In der Shuso-hossen-Zeremonie wird der Hauptmönch (Shuso) von anderen Schülern und Lehrern in der Öffentlichkeit verbal auf sein Wissen über die buddhistischen Lehren geprüft. Die Hossenshiki-Zeremonie, auch als „Dharma-Kampf“ bekannt, ist ein wichtiges Ritual in der Sōtō-Zen-Tradition. Dabei erneuern Nonne und Mönch ihr Engagement im Dharma und bekräftigen es öffentlich. Diese Zeremonie findet während des Ango statt, einer intensiven Trainingsperiode. Dabei wird der „Shuso“ (Hauptmönch) von anderen Schülern und Lehrern öffentlich befragt. So testen sie sein Wissen über den Dharma.
Der Sanskrit Begriff „Skandha“ bedeutet im Deutschen „Anhäufung, Ansammlung, Aggregat“ und im Japanischen Un. Skandha ist ein Schlüsselbegriff der buddhistischen Lehre. Er bezeichnet die fünf Komponenten, die zusammen ein menschliches Wesen konstituieren. Die fünf Skandhas sind Form (rūpa), Empfindung (vedana), Wahrnehmung (samjna), Wollen (samskara) und Bewusstsein (vijnana). Alles, was wir als „ich“ bezeichnen, unterliegt den Skandhas. Gemäß der buddhistischen Lehre werden diese Anhaftung und Identifikation als eine Illusion betrachtet, die Leid verursacht.[228] Die Lehre von den fünf Skandhas ergänzt die Lehre der „Drei Daseinsmerkmale“ und dient dem Verständnis des Erleuchtungsweges. Gemäß dieser Darstellung können die verschiedenen Aspekte des menschlichen Daseins wie folgt zusammengefasst werden: Empfindungen des Körpers mit seinen Sinnesorganen, die Gefühle, die Wahrnehmung, die Geistesformationen und schließlich das Bewusstsein. Das „Anhaften an diese fünf Aggregate“ (Sanskrit: Pañcaupādānaskandhāḥ) wird im Buddhismus als Ursache von Leid (Dukkha) gesehen. Zudem besteht ein Zusammenhang mit der Lehre von Anatta (Nicht-Selbst).
So
Der japanische Begriff So bedeutet auf Deutsch „Patriarch“ und ist der Gründer einer Schule oder Linie des Buddhismus.
Sōdō
Sōdō ist ein formelles Zen-Ausbildungs-Kloster. Dort hat ein Mönch die Möglichkeit, die Qualifikation zum Priester zu erwerben. Die Bedeutung ist in etwa mit der des Begriffs „Senmon Dōjō“ vergleichbar. In traditionellen Klöstern gibt es ein spezielles Gebäude, das als Mönchshalle, auch Sōdō genannt, bekannt ist. In diesem Gebäude schlafen, essen und praktizieren die Mönche gemeinsam. Im Sōdō befindet sich eine etwa zwei Fuß hohe Plattform, die als Tan bezeichnet wird. Jede Person verfügt über einen Platz, der mit einer Strohmatte (japanisch: Tatami) ausgestattet ist. Auf dieser kann sie essen, schlafen und sitzen.[229] Siehe auch Tan.
Soen Sa Nim
In der von dem koreanischen Zen-Lehrer Seung Sahn in Amerika und Europa gegründeten Kwan-Um-Zen-Schule kann ein Zen-Meister als „Soen Sa Nim“ (seonsa-nim; Seon ist koreanisch für „Zen“) bezeichnet werden. Seung Sahn selbst wird gewöhnlich als „Dae Soen Sa Nim“ bezeichnet (der Ehrentitel „Dae“ bedeutet „groß“).
Sōgya
Japanische Bezeichnung für Sangha, die Gemeinschaft der buddhistischen Praktizierenden.
Der Begriff bezeichnet im Deutschen Kriegermönche, also bewaffnete buddhistische Mönche im feudal organisierten Japan. Diese hatten zeitweise beträchtlichen politischen Einfluss und zwangen die weltlichen Herrscher zur Zusammenarbeit.
Neben dem Eihei-ji der zweite Haupttempel der japanischen Zen-Linie Sōtō-shū. Ehemals ein Shingon-Tempel wurde der Sōji-ji nach Einsetzung von Keizan Jōkin als Abt 1321 zu einem Zentrum der Sōtō-shū.
Sokushin Zebutsu
Der japanische Begriff kann mit „Der Geist selbst ist Buddha“ übersetzt werden und ist eine zentrale Doktrin der Daruma-shū.[230]
Soshi
Der Begriff bedeutet wörtlich „der Patriarch“ und ist eine Bezeichnung für Bodhidharma.
Richtung des Chan- und Zen-Buddhismus. Mit ca. 14.700 Tempeln und 8 Millionen Anhängern ist die Sōtō-Schule neben der Rinzai-shū und der Ōbaku-shū die größte der drei japanischen Hauptrichtungen des Zen und eine der größten Gemeinschaften des Buddhismus in Japan überhaupt. Die Sōtō-Schule sieht ihre beiden Gründerväter in dem chinesischen Chan-Patriarchen Tōzan Ryōkai (chin.: Dongshan Liangjie) und seinem Schüler Sōsan Honjaku (chin.: Caoshan Benji), von deren Namen sich der Name der Schule ableitet (chin.: Caodong). Die Sōtō-Schule ist eine Vereinigung mit einer modernen Verfassung, die den Anforderungen der modernen japanischen Verfassung von 1949 entspricht.
Sōtō-shumucho
Sōtō-shumucho bezeichnet das Verwaltungsgremium des Sōtō-Zen in Japan.
Sōtō-Zen-Buddhistische Vereinigung
Die große Mehrheit der nordamerikanischen Sōtō-Priester hat sich 1996 zur Soto Zen Buddhist Association zusammengeschlossen. Obwohl diese institutionell unabhängig von der japanischen Sōtō-Schule ist, arbeitet sie eng mit ihr zusammen. Auf ihrer Versammlung im Jahr 2010 verabschiedete die Zen-Vereinigung ein Dokument zur Würdigung der weiblichen Linie in der Zen-Tradition. Weibliche Vorfahren aus Indien, China und Japan, die bis zu 2.500 Jahre zurückreichen, können künftig in den Lehrplan, die Rituale und die Ausbildung westlicher Praktizierender einbezogen werden.
Sumi-e oder Suiboku bedeutet schwarze Tuschemalerei, oder Tuschezeichnung. In der Zen-Schule, die die Übertragung des Dharma vom Meister zum Schüler betont, gab es eine Nachfrage nach den sogenannten Chinzo (Bildnis des Zen-Meisters), das den Schülern zur Übertragung des Dharma ihres Meisters übergeben wurde. Als Bildmotiv waren Darstellungen von Bodhidharma und anderen Patriarchen beliebt. Nebst dem Malen von Zen-Vorfahren und Persönlichkeiten des Taoismus oder Buddhismus beliebt. Die Tuschmalerei wurde in Japan in Zenkreisen intensiv aufgenommen, entspricht dem japanischen Geist, wo Reduktion aufs Wesentliche, Schlichtheit, Einfachheit und große Perfektion zusammenkommen. Geprägt vom schlichten Stil der Zenklöster wurden Einfachheit und Reduktion besondere Merkmale Japanischer Tuschmalerei.
Takuhatsu bezeichnet den Bittgang von Mönchen oder Nonnen, bei dem Spenden in der Öffentlichkeit gesammelt werden. Takuhatsu bedeutet wortwörtlich das „hochhalten“ oder „bitten mit“ (taku) der Eßchale (hatsuoder hachi) und beschreibt damit die Bitte um Almosen.[231] Dabei geht es nicht nur um Almosen, sondern auch um die Förderung von Demut, Verbundenheit und Teilen. Takuhatsu ist in diesem Sinne als spiritueller Austausch zu verstehen und nicht als bloßes „Betteln“. Während des Almosengangs tragen Mönche einen großen Strohhut, der als „takuhatsu gasa“ bezeichnet wird. Dieser Hut verdeckt die obere Gesichtshälfte. Diese Praxis dient dazu, äußere Einflüsse zu minimieren, da das Sichtfeld bei aufgerichtetem Kopf in der Regel auf wenige Schritte begrenzt ist. Neben dem Hut und dem dunklen Mönchsgewand, auch „koromo“ genannt, sind auch die „kyahan“ genannten Gamaschen charakteristisch, die um die Schienbeine gelegt werden und einen schnelleren Gang ermöglichen. Im Gegensatz zum meditativen Gehen Kinhin wird Takuhatsu zügig durchgeführt.[232]Gomai ist eine spezielle Form des Takuhatsu.
Tan
Ein Tan ist eine Meditationsplattform, die in einem Zendo, einem Meditationsraum, zu finden ist. Normalerweise gibt es drei oder vier Tan: den Jikijitsu Tan (der Tan links, wenn man den Zendo von vorne betritt), den Tanto Tan (der Tan rechts, wenn man den Zendo von vorne betritt), den Naka Tan (ein zusätzlicher Tan zwischen dem Jikijitsu Tan und dem Tanto Tan) und manchmal einen Gaitan (ein zusätzlicher Tan außerhalb des Hauptraums des Zendo). Das Wort „Tan“ kann auch den Platz einer Person auf dem „Tan“ und damit ihren Platz in der Hierarchie des Klosters bezeichnen.[233] Siehe auch Tanto.
Tanbuton
Das große Kissen, auf dem Rinzai-Mönche und -Nonnen während dem Zazen sitzen.
Tanden
Einfache oder direkte Übertragung des Dharma von einem Zen-Meister auf einen Schüler.
Tangaryō
Die Wartezeit am Tor (Mon) eines Zen-Klosters wird als "Tangaryō" bezeichnet. Sie kann je nach Qualität der Sitzmeditation (Zazen) zwischen einem Tag und mehreren Wochen dauern. Dies bezieht sich auf den Raum, in dem durchreisende Mönche bei einem Besuch untergebracht sind, oder auf ihre Aufnahme in das Sōdō.
Tanga zu me
Gemäß der japanischen Zen-Tradition ist es für eine Person, die in einem Kloster leben möchte, unerlässlich, zunächst Tanga zu me zu praktizieren. Dies bedeutet, dass sie sich etwa eine Woche lang in einem Zimmer des Klosters zurückzieht, in dem keine Möglichkeiten zur Beschäftigung oder Ablenkung zur Verfügung stehen. Die Anwärter haben somit Zeit für eine tiefgründige Reflexion über die Bedeutung ihres Vorhabens. Der Abt kann damit, die Aufrichtigkeit des Anliegens und die Hingabe des Mönchs oder der Nonne an ihre Praxis, überprüfen.[234]
Tanto
Der Begriff „Tanto“ bezeichnet den Meister der kleinen Podeste (Tan), auf denen die Mönche und Nonnen in Tempeln Zazen praktizieren. Der Tanto ist in einem Dōjø oder Tempel dafür verantwortlich, dass alles reibungslos funktioniert. Er sorgt dafür, dass sich der „richtige Geist“ verbreitet. Er kann sich an die Shusos wenden, um ihnen Hinweise für eine Verbesserung der Atmosphäre im Dojo oder Tempel zu geben. Der Tantō nimmt somit eine zentrale Rolle als Führungs- und Bezugsperson während intensiver Übungszeiten (Sesshin) ein. In der Regel handelt es sich dabei um ein erfahrenes Mitglied der Gemeinschaft (Sangha), das eng mit anderen Verantwortlichen wie dem Abt oder Lehrer zusammenarbeitet.[235][236] Siehe auch Shuso.
Taku
Taku sind Holzklöppel aus zwei robusten Holzstücken. Die beiden Klöppel werden parallel zueinander gehalten und gegeneinander geschlagen. Dadurch entsteht ein scharfes Klacken. Der Jikijitsu verwendet sie, um das Kinhin anzuleiten, und auch der Inō verfügt über ein Set, mit dem er die Rezitationen während der Mahlzeiten taktet.[237]
Tào Ðộng tông
Tào Ðộng tông ist die vietnamesische Bezeichnung für die Sōtō-Schule.
Tatami ist eine Matte aus Reisstroh, die in Japan als Fußboden in sogenannten Washitsu – traditionell gestalteten Zimmern – verwendet wird. Sie zeichnet sich durch ihre dämmenden und dämpfenden Eigenschaften aus. Tatamis sind im Zen ein zentrales Element, da sie traditionell als Bodenbelag in Zen-Klöstern und Meditationsräumen eingesetzt werden. Sie tragen zur Schaffung einer minimalistischen und ruhigen Atmosphäre bei, die die Praxis von Meditation und Achtsamkeit fördert. Ihre schlichte Ästhetik und der Einsatz natürlicher Materialien stehen im Einklang mit den Prinzipien von Einfachheit und Konzentration, die auch im Zen praktiziert werden.
Teihatsu
Bedeutet Tonsur oder Rasur des Kopfes. Buddhistische Mönche und Nonnen verzichten bei der Ordination auf ihre Haare als Zeichen der Abkehr vom weltlichen Leben und der Hingabe an die klösterliche Praxis. Im gesamten Buddhismus ist die Tonsur (Sanskrit: mundanā) ein integraler Bestandteil des Ordinations-Ritus für Mönche (Bikkhu) und Nonnen (Bikkhuni).
Der Begriff Teishō wird am häufigsten für die formellen Zen-Rede verwendet, die der Zen-Meister für seine Schüler während der Perioden intensiver Zen-Praxis (japanisch: Sesshin) hält. Teishô finden in der Regel in der sogenannten Dharma-Halle (japanisch: Hattô) vor der gesamten Gemeinschaft der Praktizierenden (japanisch: Sangha) statt. Der Meister nimmt dabei auf einem erhöhten Podest (japanisch: Hôza) Platz, das als zentrales Podest (erhöhte Plattform) bezeichnet wird. Die Rede selbst hat die Form eines Kommentars zu einem klassischen Zen-Text, wie den Sprüchen von Linji Yixuan oder dem Wu-men Kuan (japanisch: Mumonkan) und Sutras oder klassische Schriften wie dem Shōbōgenzō. Teishō sind jedoch keine Vorlesungen im akademischen Sinne, sondern eine Form der unmittelbaren, interaktiven Lehre.[238]
Tenzo
Tenzo ist die Bezeichnung für den Küchenmeister in einem buddhistischen Kloster. Das Wort „Tenzo“ bedeutet auf Japanisch „Sitz der Zeremonie“ und entspricht in etwa dem deutschen Begriff „Zeremonien-Meister“. Seine Aufgabe ist eine der verantwortungsvollsten in einem Zen-Kloster. Die Aufgaben des Tenzo gehen über die eines gewöhnlichen Kochs hinaus. Die Position ist als eine der anspruchsvollsten zu bewerten. Der Tenzo ist für die Erstellung der Speisepläne für das Sesshin sowie die Sicherstellung der Verfügbarkeit aller erforderlichen Zutaten zuständig. Der Großteil der Lebensmittel wurde traditionel durch das Takuhatsu bereitgestellt. Dies impliziert, dass das Gemüse nicht den Frischestandards entspricht, die bei im Handel erhältlichen Produkten üblich sind. Gemäß seiner Aufgabe obliegt es dem Tenzo, aus den beim Takuhatsu gesammelten Spenden nahrhafte Mahlzeiten zuzubereiten.
Tenzo Kyōkun
"Tenzo Kyōkun" bedeutet wortwörtlich "Anweisungen an den Zen-Koch" ist ein bedeutender Text von Dōgen, der im Jahr 1237 verfasst wurde. Im Sōtō-Zen nimmt er eine herausragende Stellung ein. Ursprünglich war er für die "Tenzo" ("Köche") vorgesehen, wird jedoch sehr oft für ein Laienpublikum kommentiert. Er erläutert, wie man Zen im aktiven Alltag zum Wohle anderer praktizieren kann. Der Autor betont die Wichtigkeit, einen weiten und großmütigen Geist, einen freudvollen Geist und den Geist einer Großmutter gegenüber allem, was existiert, zu pflegen. Ekiho Miyazaki, Abt des Haupttempels der Sōtō-Schule, dem Eiheiji fasst die Bedeutung des Werks wie folgt zusammen: "Die Anweisungen für den Koch sind Anweisungen für das Leben".[239]
Teufelswelt
Deutsche Übersetzung für das japanische Wort Makyō.
The Way of Zen
Der Weg des Zen ist ein Sachbuch über den Zen-Buddhismus und die östliche Philosophie des Philosophen und Religionswissenschaftlers Alan Watts. Das Buch erschien in deutscher Sprache unter dem Titel Zen-Buddhismus. Tradition und lebendige Gegenwart in Rowohlts deutscher Enzyklopädie. Es war ein Bestseller und spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung des Buddhismus bei einem meist jungen westlichen Publikum.[240][241] Watts zufolge ist der Zen-Buddhismus eine Synthese aus chinesischem Taoismus und Mahayana-Buddhismus. Dem Autor zufolge ist die westliche philosophische Tradition durch das Festhalten an logischen Strukturen charakterisiert. Im Gegensatz dazu ist die östliche Philosophie nicht durch diese Strukturen gebunden.
Thiền
Thiền ist die vietnamesische Version des Chan-Buddhismus. Thiền-Buddhismus (vietnamesisch: Thiền tông) ist die Bezeichnung für die vietnamesische Schule des Zen-Buddhismus. Thiền ist die sino-vietnamesische Aussprache des mittelchinesischen Wortes chán, einer Abkürzung von chánnà oder thiền na, das eine Transliteration des Sanskrit-Wortes dhyāna („Meditation“) ist.
Thiền tông
Vietnamesische Bezeichnung für den chinesischen Begriff Chan-Zong (Zen-Schule).
Tongo
Der Begriff „Plötzliche Erleuchtung“ wird im japanischen Zen-Buddhismus verwendet, um die Erleuchtung als plötzliche im Gegensatz zur allmählichen oder in Stufen über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgenden Erfahrung zu beschreiben. Im Gegensatz dazu steht der Begriff „zengo“, der eine allmähliche Erleuchtung beschreibt.
Tiāntóng Rújìng
Alternativer chinesischer Name für Rújìng, dessen japanischer NamemTendō Nyojō lautet.
Im Zen ist die Tonsur (Sanskrit: mundanā) ein integraler Bestandteil des Ordinations-Ritus und ein wesentlicher Aspekt, um Mönch oder Nonne zu werden. Zu den erforderlichen Maßnahmen zählt die Rasur des Kopfes und des Gesichts. Die Tonsur wird in verschiedenen Religionen wie Christentum, Buddhismus oder Hinduismus praktiziert. Auch in der altägyptischen Religion gab es die Tonsur.
Trockengarten
„Trockengarten“ oder „Trockenlandschaftsgarten“ sind die deutschen Übersetzungen für den japanischen Begriff Kare-san-sui.
Tsukiza
Tsukiza oder Schlagsockel auf Deutsch ist ein verstärkter Bereich einer japanischen Tempelglocke (Bonshō), der mit einem Holzbalken (shumoku, „Schlagholz“) der an Seilen hängt, angeschlagen wird.[242]
Tsung
Der aus dem Chinesischen stammende Begriff kann je nach Kontext mit „Schule“, „Sekte“, „Konfession“ oder „Abstammung“ übersetzt werden. Auf Japanisch wird er „shū“ ausgesprochen.
Uji – Zeit-Sein ist das zentrale Kapitel des Shōbōgenzō. Das Essay wurde im Jahr 1240 verfasst und in der Sammlung von Texten veröffentlicht, die unter dem Namen Shōbōgenzō bekannt sind. Das Kapitel wurde vielfach interpretiert, unter anderem im Vergleich mit Martin Heideggers 1927 erschienener Schrift Sein und Zeit. Im Wesentlichen entspricht u der Bedeutung von Sein und ji der Bedeutung von Zeit. In einigen Interpretationen wird der Terminus „uji“ synonym zum Hier und Jetzt in Oppositionen verhandelt.
Umpan
Umpan
Ein Umpan ist ein flacher Gong, der in der Regel aus Bronze gefertigt wird und zur Essenszeit in einem Zen-Kloster geschlagen wird. Der Begriff leitet sich wörtlich von „Wolkenplatte“ ab und wird verwendet, um andere Ereignisse zu signalisieren, wie beispielsweise den Aufruf zum Ende von Zazen.[243][244]
Un
Un bedeutet im Deutschen „Stapel“ oder „Haufen“ und ist die japanische Übersetzung des Sanskrit-Begriffs skandha. Der Begriff Skandha ist ein Schlüsselbegriff der buddhistischen Lehre.
Unsui
Unsui oder kōun ryūsui ist ein spezifischer Zen-Begriff und bedeutet auf Deutsch „Wolke und Wasser“. Die Zen-Mönche zogen während ihrer Zen-Ausbildung wie Wolken und Wasser von Ort zu Ort, ohne eine Spur zu hinterlassen. Gleichmütig und nirgends verweilend wanderten sie von Kloster zu Kloster, wo sie jeweils nur eine Nacht blieben.[245]
Ein Zen-Begriff, der die Nondualität von Subjekt und Objekt unterstreicht. Vergleichbare Meditationsphrasen sind: „Sieh die Blume an und die Blume sieht auch“; „Gast und Gastgeber tauschen“.[246]
Armut oder strenge Einfachheit, die in der japanischen Kulturtradition als ästhetische Qualität geschätzt wird, wird durch verschiedene Zen-inspirierte Kunstformen verkörpert, wie etwa Töpferei, Poesie und Drama. Diese Formen sollen die Stile Wabi und Sabi (Einsamkeit) verkörpern. Siehe auch Sabi.
Wabi-cha
Wabi-cha ist eine Form der japanischen Teezeremonie, die Einfachheit und Bescheidenheit betont. Sie wurde im 16. Jahrhundert von Sen no Rikyu weiterentwickelt und basiert auf den Prinzipien von Wabi-Sabi – der Wertschätzung von Unvollkommenheit und Vergänglichkeit. Wabi-cha. Das Ideal des Wabi-cha, beruht auf der Theorie, dass Tee und Zen eins seien. Diese Theorie wurde von Sōtan (1578–1658) weiterentwickelt.
Wabi-Sabi ist ein japanisches ästhetisches Konzept der Wahrnehmung von Schönheit. Eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden, ist es eine Entsprechung zur ersten der buddhistischen Vier Edlen Wahrheiten, Dukkha. Das schwer zu übersetzende Wabi-Sabi bezeichnet eine Ästhetik des Unperfekten, das sich durch Asymmetrie, Rauheit, Unregelmäßigkeit, Einfachheit und Sparsamkeit auszeichnet. Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit beweisen Achtung vor der Eigenheit der Dinge. Im Vergleich mit der abendländischen Tradition nimmt es einen ähnlich hohen Stellenwert ein wie das westliche Konzept des Schönen.[247] Vom Wabi-Sabi Kunstideal geprägte Künste zählen beispielsweise, Japanische Gärten, Bonsai, Ikebana, Japanische Teezeremonie, Japanische Poesie, besonders Haiku, Japanische Keramik, u. a. Kintsugi sowie Hagi-Keramik (Hagi-yaki) Honkyoku und traditionelle Shakuhachi-Musik der wandernden Zenmönche.
Weg
Die am häufigsten verwendete deutsche Übersetzung für das chinesische Wort „Tao“ und das japanische „Dō“ oder „Tō“.
Deutsche Übersetzung für Shodō, ein japanischer Begriff für die Kunst der Kalligraphie.
White Plum Asanga
Die White Plum Asanga, auch als White Plum Sangha bekannt, ist eine Organisation von Zen-Lehrern. Diese wurde von Taizan Maezumi Roshi (1931–1995) und Tetsugen Bernard Glassman gegründet und hat internationale Verbreitung gefunden. Sie umfasst heute (2024) rund zweihundert Zen-Lehrer und Zen-Meister. Viele ihrer Zen-Zentren befinden sich in Nordamerika und es gibt einige Sanghas in Europa. Die Organisation besteht aus Maezumis Dharma-Erben und deren Nachfolgern und umfasst Lehrer, die verschiedene Schulen des US-amerikanischen Zen repräsentieren, darunter sozial engagierten Buddhismus und Zen in den Künsten.[248]
Weitergabe des Gewandes
Der Begriff "Weitergabe des Gewandes" ist eine deutsche Bezeichnung für die sogenannteDharma-Übertragung. Er bezeichnet die Nachfolgeermächtigung eines Zen-Meisters gegenüber einem Schüler.
Wolkenplatte
Wörtliche Übersetzung des japanischen Wortes Umpan.
Der chinesische Begriff Wúmén guān bedeutet im Deutschen annähernd Die torlose Schranke und ist eine Sammlung von 48 klassischen Kōan, die vom Chan-Meister Wumen Huikai (japanisch: Mumon Ekai; 1183–1260) zusammengestellt wurde. Jedes Kōan wurde von Wumen durch einen Kommentar und einen Vers ergänzt. Die Sammlung ist besser bekannt unter seinem japanischen Titel Mumonkan.
Yamada Kôun Roshi (1907–1989) war ein japanischer Zen-Meister. Er kann als einer der Stammväter vom Zen-Buddhismus im Westen gelten.[249] Kôun Roshi leitete die unabhängige Zen-Vereinigung Sanbô Kyôdan (heute Sanbô Zen), die Soto- und Rinzai-Zen für Mönche wie für Nicht-Ordinierte anbot.[250] Seine Lehre betonte Offenheit und Mitgefühl gegenüber allen Menschen, unabhängig von Nation, Kultur, Glaubensrichtung oder Geschlecht.[251] Sein Angebot zum interreligiösenDialog zog vor allem Menschen aus dem Westen an, darunter überdurchschnittlich viele christliche Priester und Nonnen, die bei ihm Zen studierten, um später eigene Zen-Zentren in Europa, den Vereinigten Staaten und anderen asiatischen Ländern zu gründen.[252]
Yokuju
Yokuju ist im Rinzai der Mönch, der das Bad vorbereitet.
Yokusu
Yokusu ist im Sotō der Bademeister.
Yokushitsu
Yokushitsu ist das Badezimmer eines Klosters. In den Zen-Tempeln war das Yokushitsu eines der sieben Hauptgebäude einer Zen-Tempelanlage (Zenshū garan), und im Inneren des Badehauses befand sich ein Bildnis des Buddabahadra, eines gängigen Zen-Bildes.[253]
Traditionelles japanisches Sitzkissen, das im Zen zur Sitzmeditation (Zazen) verwendet wird. Der Name bedeutet „Sitz aus Rohrkolben“‚ dessen Fasern in China, dem Ursprungsland des Zafus, als Rohstoff dienten. Der Bezug ist meist aus festem Baumwollstoff, in traditionellen Zazen-Praxisräumen (Zendōs) von dunkler oder schwarzer Farbe. Die heute verwendeten Kissen sind traditionell mit Kapok gefüllt, westliche Varianten auch mit Dinkel- oder Buchweizenspreu.
Meditationsmatte, auf die bei der Zen-Meditation das Zafu gelegt wird. Die im Zen verwendete Form des Zabuton ist eine quadratische Matte, die dazu dient, Knie und Knöchel abzufedern, während das Meditationskissen (Zafu) den übrigen Körper stützt und polstert.[254]
Zagu
Zagu bezeichnet ein rechteckiges „Sitztuch“, das während ritueller Zeremonien, insbesondere während den rituellen Niederwerfungen (japanisch: Pai), verwendet werden. Es wird in sorgfältig gefalteter Form von Nonnen und Mönchen über dem linken Handgelenk getragen. Zum Entfalten des Zagu dreht mann sich vom Altar weg und legt es auf die Meditationsmatte (Zabuton). Siehe auch Sanpai.
Zaike
Der Begriff bezeichnet wörtlich übersetzt „Hausbewohner“. Es handelt sich dabei um eine Person, die in ihrem Zuhause lebt. Im Buddhismus wird diese Person als „buddhistischer Laie“ bezeichnet. Im Gegensatz dazu werden Mönche (Biku) oder Nonnen (Bikuni) auch als „Hauslose“ bezeichnet.[255]
Zammai
Zammai bezeichnet einen intensiven Zustand der geistigen Konzentration, der während der Meditation erreicht wird und auch als Zanmai oder Sammai geschrieben wird. Zammai ist die japanische Transkription des Sanskrit-Begriffs Samadhi. Samadhi wiederum bezeichnet einen Bewusstseinszustand, der über Tiefschlaf, Träumen und Wachen hinausgehen und in dem das diskursive Denken aufhört. Es wird auch als ein völliges Aufgehen in dem Objekt beschrieben, über das meditiert wurde.
Zanshin
Zanshin besagt im Deutschen balancierter Geist und ist ein Begriff aus den vom Zen inspirierten japanischen Kampfkünsten (Budō). Zanshin bezeichnet einen körperlich-geistigen Bewusstseinszustand erhöhter Wachsamkeit, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration, nicht nur, aber insbesondere in Kampfsituationen, auch nach einem erfolgreichen Angriff.[256] Äußerlich ist Zanshin bestimmt durch korrekte Haltung (Shisei), korrekte Augenkontrolle (Metsuke), korrekten Abstand zum Gegner (Maai). Innere Aspekte von Zanshin sind unter anderem Harmonie (Riai) und Absichtslosigkeit. Mushin ist ein ähnlicher Budō-Begriff.
Eine Sitzmeditation, die meistens die Hauptpraxis der zen-buddhistischen Tradition ist. Diese soll Körper und Geist zur Ruhe bringen und wird in betont aufrechter, stabil in sich selbst ruhender Körperhaltung geübt. Durch die Haltung, Beobachtung der Atmung und Konzentration kommt der Gedankenstrom zur Ruhe. Zazen kann im Lotossitz (Kekka-Fuza), im halben Lotossitz (Hanka-Fuza), im sogenannten Burmesischen Sitz oder im Fersensitz (Seiza) durchgeführt werden. Hilfsmittel sind im Zen das Sitzkissen (Zafu) mit der darunter liegenden Matte (Zafuton). Sitzschemel oder Meditationsbank werden ebenfalls genutzt. Die Hände werden häufig im sogenannten Meditations-Mudra knapp unterhalb des Nabels gehalten und die Augen sind meist offen oder halboffen. Während es im Sōtō-Zen üblich ist, mit dem Gesicht zur Wand zu sitzen, sitzen die Meditierenden im Rinzai-Zen mit dem Rücken zur Wand.
Zazen-Periode
Der Beginn einer Zazen-Periode wird traditionell durch drei Glockenschläge (japanisch: shijosho) angekündigt, das Ende einer Zazen-Periode mit anschließendem Kinhin wird durch zwei Schläge (japanisch: kinhinsho) angekündigt. Das Ende eines Zazen-Kinhin-Zazen-Zyklus wird durch eine Glocke (japanisch: hozensho) markiert.[257] Vor und nach der Sitzung auf dem Zafu (Meditationskissen) führt der Praktizierende ein Gasshō (Begrüßung mit vereinten Händen) durch, indem er sich vor seinem Zafu verbeugt, um die Menschen auf beiden Seiten von ihm zu grüßen; danach macht man eine halbe Drehung nach rechts (das Zafu befindet sich dann hinter dem Praktizierenden), die Hände immer noch im Gasshō, und man verbeugt sich erneut, um die Menschen auf der anderen Seite des Raumes zu grüßen.[258]
Zazengi
„Handbuch der Zen-Meditation“, ist der japanische Titel eines der Handbücher, die korrekte Zazen-Praxis beschreiben. Der Titel bezieht sich meist auf das Zuochan Yi, einen chinesischen Chan-Text, der im Chanyuan Qinggui (japanisch: Zennen Shingi) des chinesischen Chan-Meisters Changlu Zongze erscheint. Er wird auch als Kurztitel für Dôgens Fukanzazengi verwendet, das ein Kapitel des Shōbōgenzō bildet. Dôgens Abhandlung basiert auf dem früheren Werk von Changlu Zongze.
Zazenkai
Zazenkai bedeutet wörtlich „zur Meditation zusammenkommen“ und ist ein zen-buddhistisches Retreat oder Klausur. Im Vergleich zu Sesshin ist es in der Regel weniger intensiv und von kürzerer Dauer. Es kann sich um ein kurzes Treffen ohne Rituale handeln, das von einem Mönch, Nonne oder einer Gruppe von Praktizierenden ohne die Anwesenheit eines Lehrers geleitet wird. In einigen Fällen wird der Begriff auch für Treffen von Laienpraktizierenden verwendet, die regelmäßig zusammen praktizieren, ohne dass ein Lehrer anwesend ist.[259] Der Begriff kann auch im Zusammenhang mit einem Tempelprogramm stehen und eine Zazen-Periode bezeichnen.[260]
Zenbyô
Japanisch für „Zen-Krankheit“, ein Leiden, das durch die Ausübung der Zen-Meditation entstehen kann.
Zendō
Im Zen-Buddhismus ist das Zendō ein spirituelles Dōjō, in dem Sitzmeditation (Zazen) und Gehmeditation (Kinhin) praktiziert wird. Ein vollwertiger zen-buddhistischer Tempel hat in der Regel mindestens einen Zendō sowie einen Hondō ("Haupthalle", aber manchmal auch als "Buddha-Halle" übersetzt), der für zeremonielle Zwecke genutzt wird, und eine Vielzahl anderer Gebäude mit unterschiedlichen Funktionen. Allerdings kann jeder Ort, an dem Menschen Zen praktizieren, als Zendō bezeichnet werden.
Sōtō-Zendo der La Gendronniére in der Nähe von Blois (Frankreich)
Zen for Nothing
Ein schweizerisch-deutscher Dokumentarfilm von Werner Penzel aus dem Jahr 2016. Der Regisseur begleitet darin die Schweizer Schauspielerin Sabine Timoteo bei ihrer Auszeit im japanischen Zen-Kloster Antai-ji das vom deutschen Zen-Meister und damaligen Abt Muhō Nölke geleitet wird.
Der japanische Begriff Zengo im Deutschen „allmähliche Erleuchtung“, steht für die Überzeugung, dass Erwachen in mehreren Schritten über einen längeren Zeitraum erreicht werden kann. Im Gegensatz dazu steht der Begriff „tongo“, der eine „plötzliche Erleuchtung“ beschreibt.
Zenji
Zenji (Zen-Meister) ist ein Ehrentitel, der einem spirituellen Menschen und insbesondere einem großen Meister des Zen-Buddhismus verliehen wird, oft posthum.[261]
Zen-Kunst
Die Zen-Kunst entwickelte eine Reihe von Ausdrucksformen, wie beispielsweise: Schreibkunst (Shodō), Zen-Gartenkunst, Tuschezeichnungen (Sumi-e) oder Dichtkunst (Haiku). Ihnen gemeinsam ist das Bestreben, die „Essenz“ der Erscheinungsformen der Welt, in nicht-dualistisch Form, zu repräsentieren. Der Schaffensakt eines Kunstwerkes ist dabei vielmehr religiöse Praxis als die Kreation eines Kunstobjektes und damit ein Ausdruck des Strebens nach Erleuchtung (japanisch: Satori, siehe auchBodhi) im Moment. Auf dieser Basis bildeten sich auch weitere meditative Formen der Praxis, wie die Künste des Blumensteckens (Ikebana), der Teezeremonie (Sadō) oder des Bogenschießen (Kyūdō). Letztlich kann in dieser Sichtweise jede Tätigkeit als eine Kunst mit sowohl ästhetischer wie auch spiritueller Bedeutung betrachtet werden.
Zen-Meister
Zen-Meister ist ein etwas vager Begriff, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufkam und manchmal verwendet wird, um sich auf eine Person zu beziehen, die zen-buddhistische Meditation und Praktiken lehrt, was in der Regel ein langjähriges Studium und die anschließende Erlaubnis, die Tradition selbst zu lehren und weiterzugeben, impliziert. Siehe auch Rōshi und Liste von Zen-Meistern.
Zenshū
Zenshū ist die japanische Bezeichnung für Zen-Schule und bedeutet im chinesischen chanzong.
Zenshū garan
Zenshū garan sind japanische Tempelanlagen. Während der Kamakura-Zeit fand der Zen-Buddhismus seinen Weg nach Japan und beeinflusste die Architektur der Tempel. Im Rahmen der Überarbeitung des Gebäude-Arrangements wurde eine Anpassung vorgenommen, die durch den Zen initiiert wurde. In den Zenshū garan sind beispielsweise keine Pagoden vorhanden, und die Gebäude sind, soweit möglich, entlang einer Längsachse angeordnet. Zu den zentralen Baustrukturen gehören die Buddha-Halle (Butsuden bzw. Butsudō), die Lehrhalle (Hattō), der Sutrenspeicher (Kyōzō), die Glocke (Bonshō), das Refektorium (Kuri) und das Badehaus (Yokushitsu). Der Zugang zur Anlage erfolgt durch das große Tor, das auch als „Tor der Drei Befreiungen“ (Sanmon) bezeichnet wird.
Zhǐguǎn dǎzuò
Der von Dōgen verwendete japanische Begriff Shikantaza ist die sinojapanische Lesung des chinesischen Ausdrucks Zhǐguǎn dǎzuò. Der erste Bestandteil zhǐguǎn, lässt sich mit „nur“, „lediglich“ oder „ausschließlich“ übersetzen. Der zweite Bestandteil dǎzuò bedeutet „sitzen“, wobei dǎ (wörtlich „schlagen“) zur Desubstantivierung dient. Als feststehender Ausdruck wird Shikantaza zumeist im Sinne von „nur sitzen“ oder „nichts als sitzen“ verstanden. Im Bendowa, dem Shōbōgenzō vorangestellt, verwendet Dōgen auch die japanische Übersetzung tadashi taza shite.
Zölibat
Der Zölibat ist in fast allen in Japan verbreiteten buddhistischen Richtungen aufgehoben, die meisten Mönche haben Familie und betreiben ihre Tempel wie einen Familienbetrieb, der später an die Kinder weitergegeben wird.[262] Solche Familientempel sind häufig von einem kleinen Friedhof umgeben und versorgen eine lokale Gemeinde mit religiösen Dienstleistungen, vor allem bei Todesfällen.
Zufluchtnahme
Der Begriff Zuflucht (Sanskrit: triśaraṇa/Trisharana; Pali: tisaraṇa; „dreifache Zuflucht“) ist ein zentraler Begriff im Buddhismus. Die drei Juwelen (Buddha, Dharma, Sangha) sind ein wesentlicher Bestandteil der buddhistischen Lehre (Dharma). Die Zufluchtnahme impliziert, die drei Juwelen zu den wesentlichen Pfeilern der persönlichen Lebenspraxis zu machen, also sich am Buddha, seiner Lehre und der Gemeinschaft (Sangha) zu orientieren. Die Zufluchtnahme kann im Rahmen einer Zeremonie in einer Sangha erfolgen und wird in der Regel mit einer Verpflichtung auf die sogenannten Fünf Silas, die sittlichen Übungsregeln oder Tugenden verknüpft.
Literatur
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Einzelnachweise
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↑Akincano Marc Weber: Achtsamkeit – ein Begriff zwischen den Welten. Teil 2: Buddhistische Geistesgegenwart in therapeutischer Praxis. In: Transpersonale Psychologie und Psychotherapie. 1, 2010, S. 61–73.
↑Von den vielen Aspekten des Begriffs „Achtsamkeit“ ist zuallererst der zu beachten, dass er ein alltagspsychologischer Begriff der deutschen Umgangssprache und entsprechend „unscharf“ ist. Durch die außerkulturellen Einflüsse aus dem Buddhismus ist er inzwischen noch vieldeutiger geworden, wie in denhier verlinkten Texten (Memento vom 2. Juli 2012 im Internet Archive) erläutert wird.
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↑Shohaku Okumura, Dōgen: Realizing Genjōkōan: the key to Dōgen's Shōbōgenzō. Wisdom Publications, Boston 2010, ISBN 978-0-86171-601-2, S.9 (englisch).Fehler in Vorlage:Literatur – *** Parameterproblem: Dateiformat/Größe/Abruf nur bei externem Link
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Samue-worn-2006.jpg Autor/Urheber:Michael Cornelius from Lincoln, Nebraska, USA,
Lizenz:CC BY-SA 2.0 These are the samue, the everyday work outfit of a Japanese Buddhist monk, I got for the HNIR seminar in Guelph back in 2006.
Enso.jpg Autor/Urheber: Kanjuro Shibata XX "Ensō (円相)",
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Myoan-Eisai-Kennin-ji-Portrait.png Zenmeister Yōsai (Bild: Kurokawa Takao no Bi). Myōan Yōsai war der Begründer des japanischen Rinzai-Zen und Abt des Kennin-ji. Die charakteristische Schädelform findet sich auf anderen Portraits von ihm. Yōsai sitzt auf dem traditionellen Abtsessel, in der Hand den Stock Linjis. Man beachte, dass Yōsai zwar auf einem erhöhten Stuhl sitzt, die Schuhe aber ausgezogen und die Beine überkreuzt hat. Diese Sitzweise ist auch auf vielen anderen Mönchsportraits zu beobachten.
Tea ceremony performing 2.jpg Autor/Urheber: Photograph taken by Stephane D'Alu (en:User:Sdalu) in April 2004,
Lizenz:CC BY-SA 3.0 A woman wearing kimono performs a tea ceremony. It is not clear which specific style of ceremony is being performed, but visible in the image are the kettle, the ro, and the tea bowl. The object at the far right of the image is a bamboo marker which marks the seating position of the host. Such markers take many forms; this one is somewhat unusual, but is of a type used for outdoor ceremonies.
Enso.svg Autor/Urheber:Kendrick Shaw,
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Shakuzōji, a Buddhist temple in Kyoto, is devoted to Jizō, protector of children.
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