Yana Milev

Yana Milev (eigentlich Jana Elisabeth Milev; * 1969 in Leipzig, Deutsche Demokratische Republik) ist eine deutsch-schweizerische Soziologin, Ethnographin und Kuratorin. 2014 habilitierte sie sich an Universität St. Gallen (HSG) und erhielt die Venia Legendi für Kultursoziologie.

Leben

Yana Milev wurde als erstes Kind des bulgarischen Arztes und Anthropologen Gantscho Milev(auch Geo Milev) und der deutschen Sprachmittlerin Karin Fahr-Mileva in Leipzig geboren. Nach dem Abitur begann sie in der Noch-DDR ein Studium für Bühnen- und Kostümbild an der HfBK Dresden, das sie im vereinigten Deutschland mit dem Diplom abschloss. Im Anschluss daran wurde sie mit einer Graduiertenförderung des Landes Sachsen an der HfBK Dresden Meisterschülerin bei Günther Hornig. In den letzten Jahren der DDR war Milev in der Subkultur aktiv. Sie wurde mit Schmalfilmen, Performances und Konzeptkunst bekannt.[1][2][3][4][5][6] Ab 1992 wurde sie als Künstlerin von der Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin auf dem internationalen Kunstmarkt vertreten.1995 erhielt sie als erste DDR-Künstlerin den Max-Pechstein-Preis.[7] 1997 nahm Milev als erste DDR-Künstlerin an einer documenta(dX) teil.[8][9][10] Mit einem DAAD-Stipendium gelangte Yana Milev nach Japan. Dort vertiefte sie sich in ethnografische Studien und trainierte in Kyōto die traditionellen japanischen Kampfkünste Kyudō und Aikidō. Sie erhielt 1999 den Sho-Dan der Zen-Kyudō Renmei Tokio. Nach ihrer Rückkehr aus Japan wurde Milev 2003 von ihrem Galeristen Gerd Harry Lybke freigesetzt. Damit war ihre Top-Karriere als Künstlerin beendet. Sie war gezwungen eine neue berufliche Laufbahn einzuschlagen. 2003 lernte Milev Peter Sloterdijk kennen bei dem sie ein Doktoratsstudium für Philosophie an der Akademie der bildenden Künste Wien und an der HfG Karlsruhe absolvierte. Zur Finanzierung ihres Doktoratsstudiums wurde sie ab 2004 als Dozentin und Projektleiterin an der Zürcher Hochschule der Künste tätig, zunächst am Institut für Designforschung und ab 2013 am Institute of Cultural Studies in the Arts (ICS).[11] Gleichzeitig wurde sie in kuratorischen Projekten an der ZHdK und am ZKM aktiv.[12][13] Yana Milev promovierte 2008 zur Dr. phil. zu einem Thema der politischen Philosophie bei Peter Sloterdijk und Elisabeth von Samsonow (Zweitgutachten) mit summa cum laude. Eine ihr vom Rektor der HfG zugesprochene Gastprofessur wurde unerwartet an den Sloterdijk-Doktoranden Stephan Trüby vergeben. Daraufhin entschied sie sich für eine Habilitation um gleichwertige Voraussetzungen für eine ordentliche Stellenbesetzung vorweisen zu können. Milev wurde 2010 Visiting Research Fellow am Forschungsinstitut der HfG Karlsruhe[14] und 2012 als Habilitandin am Seminar für Soziologie der Universität St. Gallen (SfS-HSG) bestätigt. 2014 habilitierte sich Milev mit einem Thema zur politischen Designsoziologie unter der Mentorenschaft von Franz Schultheis und der Gutachterschaft von Sigrid Schade, Oliver Marchart und Ulf Wuggenig.[15] 2016 hielt sie ihre Antrittsvorlesung als Privatdozentin für Kultursoziologie der Universität St. Gallen (HSG) zum Thema Prekärsein in der Symptomgesellschaft.[16] Milev musste feststellen, dass DDR-sozialisierte Akademikerinnen im vereinigten Deutschland aus Karrieren ausgeschlossen werden. Zu keinem Zeitpunkt wurde sie ordentlich stellenbesetzt, weder als Documenta-Künstlerin, noch nach ihrer Promotion oder nach ihrer Ernennung zur Privatdozentin der HSG. 2017 gründete Milev die unabhängige Plattform AGIO | Gesellschaftsanalyse + Politische Bildung zur Realisierung des Forschungsprojektes Entkoppelte Gesellschaft. Liberalisierung und Widerstand in Ostdeutschland seit 1989/90[17], deren Initiatorin und Herausgeberin sie ist. 1989 lernte Yana Milev den Musiker und Fotografen Philipp Beckert kennen, bis heute ihr Partner in gemeinsamen Projekten.[18][19]

Werk

Kunst

Milev inszenierte Ende der 1980er-Jahre Performances und produzierte Schmalfilme, bildnerische Arbeiten, Installationen und urbane Interventionen. In den seriellen Multi-Media-Inszenierungen zu Horror Vacui wie In Aspik, Einneonopern, Second up, Eine Messe, agierte Milev u. a. mit den Musikern Bo Kondren (Ornament&Verbrechen), Paul Landers, Christian Lorenz (beide Feeling B, heute Rammstein), André Greiner-Pol (Freygang), Taymur Streng (9 Tage alt), wie auch mit dem Dichter Johannes Jansen, und dem Performer Matthias Baader Holst in opernartigen Jam Sassions. Filme wie raster+psyche, oder irreversible wurden ebenfalls mit Live-Sounds bespielt und fanden als konzertante Aufführungen im Rahmen verschiedener Veranstaltungen u. a. an der HfBK Dresden, dem Ausstellungszentrum Fučíkplatz, dem HdJT Berlin (heute Podewil) und dem Lindenpark in Potsdam statt.[20][21]

In den 1990-er Jahren hat sich Milevs Arbeitsschwerpunkt auf die Rauminstallation verlegt. Den Zusammenbruch des Ostblocks und den Beginn der Echtzeit-Medienkriege thematisierte sie in seriellen Medieninstallationen mit dem Titel Exodus (I bis VII). Weiterhin arbeitete Milev mit Elementen des Films und der Projektion und erschuf begehbare Projektionsräume, die sie Projektionsforum nennt. Ihre Projektionsforen wurden auf der Großen Kunstausstellung NRW in Düsseldorf (1993) gezeigt, im Leonhardi-Museum in Dresden (1995), im Städtischen Museum in Zwickau (1995) und in der in der Galerie EIGEN+ART in Berlin (1996). 1997 wurde Milev von Catherine David auf die Documenta X (dX) eingeladen und präsentierte im Ottoneum die interaktive Rauminstallation Projektionsforum III.[22][23]

«Die Verschiebung kult. Räume - v.a. im Deutschland der Nachwendezeit - ist ein Thema, das sie 1997 auch auf der documenta präsentiert, zu der sie von Catherine David als erste weibliche Künstlerin aus einem ehem. Ostblock-Land eingeladen wird. Sie nennt die im Ottoneum gezeigte Installation Projektionsforum III: Ein von der Decke hängender, in einer schwarzen Verkleidung rotierender Projektor wirft Dias von Baustellen an die Wände. Durch die stete Bewegung entsteht ein Lichtfries, die einzelnen Bilder verschmelzen darin zu einer Art Filmsequenz. Auf den Wänden - von M. als "public border" bez. - bleiben die Projektionen unscharf, nur wer auf einem - ebenfalls von M. bez. Bodenkreis "privat border" - ein Bl. Papier oder zur Verfügung gestellte Pappscheiben ins Licht hält, bekommt ein scharfes, wenn auch flüchtiges Bild. "Die Grenze," so eine These M.s, "ist eine Skulptur des Übergangs, ges. Stabilität ist (eine) konstruierte, mit großen Opfern produzierte Illusion"» (Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter, 2020, ISBN 978-3-598-41800-6)

Während eines zweijährigen Studienaufenthalts in Japan wurde Milevs künstlerisches Schaffen stark geprägt. Nach ihrer Rückkehr aus Japan entstanden neue Arbeiten zum Thema Resonanzarchitektur. Sie stelle diese neuen Arbeiten und Rauminstallationen in zahlreichen Museen und Galerien aus, wie 1998 «Zendō Items» im Kunstraum München[24], 2000 «I submit! Für die Resonanz!» in der Galerie EIGEN+ART Berlin, 2000 «Resonanzarchitektur» im Leopold-Hoesch-Museum in Düren, 2001 «Doublewatch» in der Galerie EIGEN+ART Leipzig und 2002 «In die 4. Dimension» in der Akademie der Künste Berlin.

Ab 2005 ist ein Bruch im künstlerischen Schaffen von Yana Milev zu verzeichnen. In aufwändigen Studio- oder Außenrauminszenierungen wurden Szenarien ausschließlich für das Fotobild arrangiert. Es entstanden Werksblöcke wie Body Dwellings, Me Myself & I - Release your true Image und The Storytellers Return, alle zusammen mit dem Fotografen Philipp Beckert realisiert. Milev integriert auch hier Zitate der Kampfkünste, des Zen-Mondo oder des Japanischen Ausdruckstanzes Butoh, kombiniert mit Versatzstücken aus der Pop-Kultur.[25] Die Kunstwerke wurden als großformatige Hochglanzfotos im Kloster Altzella, (2005), im Oktogon - Kunsthalle der HfBK Dresden (2006) oder im Städtischen Museum Zwickau (2014) ausgestellt. Sie stellen bewusst eine Nähe zur Modefotografie her.[26]

Milev stellte weiterhin in der La Grande Halle de la Villette Paris (1990), im Museum of Installations London (1994), auf der Biennale Venedig (1995), im Ottoneum Kassel (dX), (1997), im Goethe-Institut Osaka(1997), in der Galerie Fons Welters Amsterdam (1997), im MoMA PS1 New York (1999), der SCA Gallery Sydney (1999), dem Haus der Kunst München (1998), dem Von der Heydt Museum Wuppertal (1998), dem Fridericianum Kassel (1999), dem Folkwang Museum Essen (2000), dem Kunst Museum Bonn(2000), der Akademie der Künste Berlin (2002), der Neuen Nationalgalerie Berlin (2003), der Max-Gandoloh-Bibliothek Salzburg (2003), dem Museum der Bildenden Künste in Leipzig (2006), der Kunsthalle Mannheim(2011), dem Martin-Gropius-Bau Berlin (2016), dem Leopold Hoesch Museum Düren (2016) und auf anderen Podien aus.

Aktuell wird Milev im Ranking bei ArtFacts.Net unter den Top 100.000 gelistet.[27]

Künstlerische Forschung

1987 beginnt sich das AOBBME-Projekt als roter Faden durch Milevs Schaffen zu ziehen.[28] Die Association of Black Box Multiple Environments (AOBBME) gründet auf der Philosophie des Black Box, der Unsichtbarkeit und Nicht-Einsehbarkeit. Black Box ist für Milev ein Identitätskonstrukt, dass sich im Bezirk des individuellen «Mikrotopos» entfaltet und sich nach Außen einem gesellschaftlichen Zugriff, einer Verwertung oder Stigmatisierung entzieht. 1994 firmiert AOBBME als Institut für Angewandte Raumforschung und Mikrotopische Kulturproduktion in Berlin.

«1994 gründet sie in Berlin das Ein-Personen-Inst. A.O.B.B.M.E. (Association Of Black Box Multiple Environments) auch Inst. für Angew. Raum-Forsch. und Mikrotopische Kulturproduktion, ein Projekt, das sie bereits 1987 beginnt, als Selbstreflexion und individuelle Positionierung einer Künstlerin nicht nur auf dem Kunstmarkt, sondern im gesamt-ges. System. In steten Rollen- und Medienwechseln reflektiert sie den biogr. im kult. Raum, sie selbst versteht die Positionswechsel als selbst gesetzte performative Kulturanordnung.» (Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter, 2020, ISBN 978-3-598-41800-6)

Forschungsschwerpunkt ist die Thematisierung des Leibes als Archiv kultureller Einschreibung sowie die Formulierung von Selbst-Techniken. Diese Selbst-Techniken nennt Milev «Lebendige Archäologie», auch «De-Urbanisierung». Zu diesem Werk Milevs sind zahlreiche Publikationen[29][30][31] erschienen, wie auch umfangreiche Rezeptionen.[32][33][34][35][36] Bereits Anfang der 1990-er Jahre vertritt Milev die Forderung der künstlerischen Forschung als Bedingung der Kunstproduktion.[37] Eine weitere Transformationsphase der künstlerischen Forschung Milevs findet während ihrer ethnografischen Studien und des Trainings der Kampfkünste Kyudō und Aikidō in Japan statt. Milev nennt diese Phase «Nippon Base Training». Sie erarbeitet den Begriff der Resonanzarchitektur[38][39] als Charakteristikum sowohl in den Traditionellen Kampfkünsten (Budō) wie auch den Traditionellen Wegkünsten (Geidō). Das AOBBME-Institut firmierte zur gleichen Zeit als Institut für Angewandte Resonanzforschung in Kyōto. Milev entdeckt in der Disziplin der Kata (stilisierter Bewegungsablauf) und in der Philosophie des Maai (Abstand) den Schlüssel zu einer komplementären Wahrnehmungs-Ordnung.[40][41] Die Methoden der «kinaisthetischen Raumproduktion» erweitern das AOBBME-Projekt um die These der «Krise als permanente räumliche Dimension».[42][43][44] Die in Japan gewonnenen Erkenntnisse beeinflussen Milevs weitere künstlerische Produktion wie auch ihr wissenschaftliches Arbeiten.

Nach 30 Jahren wird die AOBBME-Forschung beendet. AOBBME wird seit 2018 als Online-Werks-Archiv verwaltet und als Marke weitergeführt.[45]

Wissenschaft

Ihre Dissertation in politischer Philosophie zum Thema des Ausnahmezustands und der Souveränität wurde als ihre erste wissenschaftliche Monografie vom Verlag Springer Wien New York unter dem Titel Emergency Empire – Transformation des Ausnahmezustands (Teil 1: Souveränität), 2009 publiziert.[46]

Ab 2004 erweitert Milev ihr Forschungsfeld um den Bereich der Designforschung. An der Zürcher Hochschule der Künste begründet sie 2005 Emergency Design, ein Forschungs-Dispositiv, das die politische, soziale, spatiale und ästhetische Dimension von Überleben thematisiert. Die von Milev hergestellte Verbindung aus den Begriffen der Politischen Philosophie wie Ausnahmezustand, Kriegszustand, State of Emergency oder Zone der Anomie, mit dem Designing als praxeologisches und soziospatiales Handlungskonzept im Emergency Design, ist ein neues Theorieinstrument zur Verifizierung von gesellschaftlichen Transformationen.[47][48]

Mit der englischsprachigen Anthologie D.A. – A Transdisciplinary Handbook of Design Anthropology[49], 2013 vom Internationalen Wissenschaftsverlag Peter Lang herausgegeben, formuliert Milev eine komplementäre Forschungsgrundlage der Designforschung. Das Konzept der „Anthropolgy“ verwendet Milev im amerikanischen Wissenschaftsverständnis als Oberbegriff der Humanwissenschaften. Die Design Anthropology wird ergo von Milev als komplementäre Designwissenschaft im Feld der Social Sciences and Humanities entworfen. Die Anthologie ist in fünf Bücher und elf Cluster gegliedert: dem Buch 1: Design Cultures, dem Buch 2: Design Philosophy, dem Buch 3: Design Sociology, dem Buch 4: Design Embodiment, sowie dem Buch 5: Design Intervention. An dem Projekt sind über 100 namhafte ExpertInnen beteiligt. Milevs Werk der komplentären Designwissenschaft wurde vielfältig rezipiert[50] und in Seminarprogramme integriert.

Das Buch 3: Design Sociology mit den vier Clustern Design Politics, Design Governance, Design Sociology und Design Ethnology, hat Milev aus dem komplexen Opus extrahiert und als deutschsprachige Monografie mit dem Titel Designsoziologie. Der erweiterte Designbegriff im Entwurfsfeld der politischen Theorie und Soziologie[51] verfasst. Die „Designsoziologie“ legte sie als Habilitationsschrift der Universität St. Gallen vor.

Milev vertieft im weiteren Verlauf ihres wissenschaftlichen Tätigseins als Research Associate am Seminar für Soziologie der Universität St. Gallen (SfS-HSG) die Themen der Prekarisierung und der symbolischen Gewalt neoliberaler Regime.[52] Sie erforscht eine Design Governance als Element der Global Governance und arbeitet die Funktion von Medien und Marketings zur Demokratisierung der Zivilgesellschaft heraus. Milev analysiert weiter die pathogenen Effekte in den sozialen Feldern wie sozialethische Desorientierung, Deprivation oder komorbide Erkrankungen. Ein publizistischer Höhepunkt ist ihr Redebeitrag auf dem wissenschaftlichen Symposium „Atmosphären erleben: Dimension eines diffusen Phänomens“ am ZKM 2011[53] und ihr Publikationsbeitrag im „Handbuch der Angst“ des J.B. Metzler Verlags 2013.[54] Es folgen weitere Veröffentlichen zum Thema Prekärsein in der Symptomgesellschaft.[55]

Seit 2017 liegt Milevs Forschungsschwerpunkt auf den Themen der Ungleichbehandlung der Ostdeutschen nach der s.g. Wiedervereinigung 1990, des Ost-West-Kulturkonflikts in der deutschen Gesellschaft, sowie des normativen Populismus einer herrschenden marktliberalen Demokratie. Sie begründet 2017 das Forschungsprojekt Entkoppelte Gesellschaft. Liberalisierung und Widerstand in Ostdeutschland seit 1989/90. Ein soziologisches Laboratorium das auf eine mehrbändige Edition mit den Titeln Anschluss, Umbau, Exil, Tatbestände, Zeugnisse/Fotografie, Zeugnisse/Film, Räume, Szenen, Welche Zukunft? angelegt ist und vom Internationalen Wissenschaftsverlag Peter Lang Berlin seit 2018 publiziert wird.[56]

Neben der Forschungsedition erscheinen weitere Sachbücher wie Demokratiedefekte[57] oder Das Treuhand Trauma[58] die das Thema für ein breites Publikum und eine Debatte zugänglich machen. Milev geht in der Debatte dezidiert auf Distanz zur vorherrschenden Sichtweise, indem sie den „Einigungsvertrag“ als "Enteignungsvertrag"[59] bezeichnet, den Beitrittsbeschluss der Volkskammer als "Ermächtigungsgesetz"[60] und den „Aufbau Ost“ als „Vollstreckungsfeldzug“.[61] Milevs Forschung zur „Wiedervereinigung“ wird vielfältig rezipiert und angefochten.[62][63][64][65] Sie wird als innovativer Beitrag u.a. in der Korea-Forschung[66] zur Kenntnis genommen oder in der Ethnologie und Europäischen Kulturwissenschaft.[67]

Kuratierung / Curating

Kuratierung (Curating) ist für Milev in erster Hinsicht ein Verfahren der kontextualisierten Verdichtung und Vermittlung von komplexen und zeitbezogenen Themen. Sie verschränkt hierbei Wissenschaft, mediale Versuchsanordnungen, ethnografische Feldforschung und szenische Präsentation zu multiplen Environments.

Ihre ersten kontextorientierten Projektleitungen realisierte Milev zwischen 1988 und 1991 an der HfBK Dresden und im Black Box Multiplen Studio Dresden-Nord.

Weitere kuratorische Projekte folgten im Leonhardi-Museum Dresden, 1995, im Goethe-Institut Osaka, 1997 und in der Galerie EIGEN+ART Leipzig, 2001. Im Rahmen ihrer Ausstellungen inszenierte sie mit Publikum und Gästen Workshops mit interdisziplinären Charakter, die so genannten AOBBME Ambulanzen.

Mit dem Internationalen Symposium „Emergency Design“, das 2006 als Festival und Konferenz an der ZHdK in Zürich stattfand, hat Milev ihr spezifisches Profil als Kuratorin etabliert. Mit interdisziplinären Konferenz-Panels, einem Film-Programm, Innen- und Außenraum-Szenarien, Veranstaltungs-Zonen auf dem gesamten ZHdK-Gelände, sowie mehr als 60 Teilnehmern internationalen Ranges, organisierte Milev mit ihrem Team eine dreitägige Kulturinszenierung.[68][69]

An der HfG Karlsruhe entstanden kuratorische Programme und Plattformen wie talk(ing) space[70][71] 2006 und Guerilla Transit[72], 2007. Die 2008 konzipierte Panel-Serie talks in-between emergencies[73] fand 2009 in Zusammenarbeit mit dem ZKM Karlsruhe statt.

2011 war Milev in der Beratung der Programmkoordination von Cordula Hamschmidt für die Veranstaltung „Über Wut / On Rage“ am Haus der Kulturen der Welt Berlin tätig.[74][75][76] Ebenfalls 2011 begründete Milev zusammen mit dem Musiker und Fotografen Philipp Beckert das Label NUXN[77], eine Plattform für Fotografie und Visuelle Soziologie.

Milevs Grundlagenwerk der Trend-Wissenschaft Designanthropologie D.A. - A Transdisciplinary Handbook of Design Anthropology[78], ist gleichzeitig ein Grundlagenwerk der erweiterten Designkuratierung. Dieses Werk wurde 2016 in Zusammenarbeit mit Mind Design[79] in dem Architektur- und Designinstitut "Bureau Europa", Maastricht, unter dem Titel "The Next Big Thing is Not a Thing"[80], als Ausstellung umgesetzt. Im gleichen Jahr präsentierte sie im Epilog der GLOBALE im ZKM Karlsruhe zum Thema Next Society – Facing Gaia einen Entwurf zu angewandten Krisenökonomien im Anthropozän.[81][82]

Lehre

Zwischen 2000 und 2015 arbeitet Milev lückenlos als Universitätsdozentin mit Lehraufträgen an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, der Universität der Künste Berlin (UdK), der Universität Salzburg, der FH Salzburg, der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG), der Züricher Hochschule der Künste (ZHdK) und an der School of Humanities and Social Sciences der Universität St. Gallen (SHSS-HSG). Dabei nimmt ihr Wirken an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe zwischen 2003 und 2012 einen zentralen Platz ein. In dieser Zeit hat Milev neue Seminar-Formate entwickelt wie das Methodenseminar Kritische Theorie-Theoriedesign, das Seminar Krisenökonomien: Neue Tauschformen in den Zonen der Anomie und das Praxis-Format Guerilla Transit: Spot Actings in den Zonen der Anomie.[83][84][85] Daran schlossen sich zwischen 2011 und 2015 Seminare im Kontextstudium an der School of Humanties and Social Sciences der Universität St. Gallen (SHSS-HSG) zum Thema Design Governance an[86][87], wie auch das Seminar an der Universität der Künste (UdK) zum Thema Politics of Self Design.[88]

Politische Positionen

In den Nuller Jahren übt Milev scharfe Kritik an der globalen Kunstindustrie und einer neoliberalen Kreativökonomie, die zunehmend alle gesellschaftlichen Bereiche durchdringt und den sozialen Sinn der Kunst, des Sprechens und Tauschens, in koordinierten Markenbewegungen und Mainstreams vernichtet.[89] Ihr Austritt aus dem globalen Kunstmarkt ist eine folgerichtige politische Haltung.

Für Milev ist der Anschluss der DDR an die BRD ein Modell des Regime Change wie er seit 1973 nach US-amerikanischem Vorbild weltweit stattfindet. Das von US-Ökonom Milton Friedman propagierte Paradigma «Freiheit und Kapitalismus» durchherrscht laut Milev nun auch den ehemaligen «Ostblock». Mit dem Beginn ihrer Forschung «Entkoppelte Gesellschaft» veröffentlicht Milev folgendes Statement:

"Meine Systemkritik endet nicht mit dem Ende der DDR, sondern sie bekommt mit der so genannten ‘Wiedervereinigung’ einen neuen Auftrag! Der Reformwille der Bevölkerungsmehrheit in der DDR 1989/90 mit dem Ziel einer basisdemokratischen konföderativen Verfassungslösung, musste einem Anschluss weichen, dessen Konsequenzen die Rechte und Werte von zig Millionen Menschen beschädigten. Der demokratische Liberalismus manifestiert sich als entfesseltes Projekt der neuen Landnahme und der alternativlosen Entkopplung von Lebens-, Arbeits- und Kulturräumen.“ (Michael Meyen, Der Think Tank Yana Milev, Das mediale Erbe der DDR, URL: https://medienerbe.hypotheses.org/2459)

Aus Protest gegen die völkerrechtliche Löschung ihres Herkunftslandes DDR und aus Protest der BRD alternativlos als Bundesbürger beizutreten, erklärt Milev ab 2000 die Schweiz zum Exil ihrer politischen und territorialen Heimatlosigkeit.

Ausstellungen (Auswahl)

  • 1990: „L’autre Allemagne hors les murs“. La grande halle de la Villette, Paris, F
  • 1990: AVE-Media-Festival, Arnhem, NL
  • 1992: „4 aspekte zu exodus“. Galerie EIGEN + ART, Leipzig
  • 1993: „exodus=asyl+analyse“. Galerie EIGEN + ART, Berlin
  • 1994: Galerie EIGEN + ART in London, Independent Art Space, Museum of Installations, London, UK
  • 1995: „Club Berlin“. kuratiert von Klaus Biesenbach, Biennale, Venedig, I
  • 1996: „exercitium 1.01.-schweigen im reigen“. Rauminstallation Leonhardi-Museum, Dresden
  • 1997: documenta X, Ottoneum, Kassel, kuratiert von Catherine David (erste TeilnehmerIn aus den ehemaligen Ostblock-Ländern)
  • 1997: „AOBBME – de-urban ambulance“. Goethe-Institut Osaka, JP
  • 1997: „URBAN LIVING“. Galerie „Fons Welters“, Amsterdam, NL
  • 1999: „Go East“. SCA Gallery, Sydney, AUS
  • 1999: „Talk. Show“. Von der Heydt-Museum Wuppertal, kuratiert von S.M.-Büsser und B. Schwenk
  • 1999: „Children of Berlin“. MoMA PS1, kuratiert von Klaus Biesenbach, New York, USA
  • 2000: „Floating Cities“. kuratiert von Nina Muecke und Angelika Sommer, Haus der Kulturen der Welt, Berlin
  • 2001: „doublewatch“. Galerie EIGEN + ART, Leipzig
  • 2003: „Rituale“. kuratiert von N. Muecke und A. Sommer, Akademie der Künste, Berlin
  • 2005: „the storytellers return: romantica und cella“. kuratiert von Volkmar Billig, Kloster Altzella, Nossen
  • 2006: „Kultur-Invest-Dresden“. Die Dresdner Bank im Oktogon, kuratiert von Susanne Greinke, Hochschule der Bildenden Künste Dresden
  • 2006: „revision ddr/40 jahre videokunst.de“. kuratiert von Dieter Daniels und Jeannette Stoschek, Museum der Bildenden Künste Leipzig
  • 2007: Transmediale, Akademie der Künste, Berlin
  • 2009: „Ohne uns! Kunst und alternative Kultur in Dresden vor und nach’ 89“, kuratiert von Frank Eckart, Paul Kaiser und Susanne Altmann, Dresden
  • 2010: „Puzzle“, kuratiert von Julia Schäfer und Angelika Richter, Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig
  • 2011: „Hab ich Euch nicht blendend amüsiert? Weibliche Subversionen in der späten DDR“, kuratiert von Susanne Altmann, Kunsthalle Mannheim
  • 2014: „Wir werden 100“, anl. der Eröffnung des Max Pechstein Museums, Kunstsammlung Zwickau, Max-Pechstein-Museum Zwickau
  • 2016: "Gegenstimmen", kuratiert von Christoph Tannert und Eugen Blume, Martin Gropius Bau Berlin

Öffentliche Sammlungen (Auswahl)

Händler

  • Galerie EIGEN+ART Leipzig/Berlin (1992-2003)

Kuratorische Projekte (Auswahl)

Schriften (Auswahl)

Monografien

  • Von Exodus bis Exercitium. Lebendige Archäologie und Theoriedesign als Methoden künstlerischer Forschung. Edition EIGEN + ART, Leipzig/Berlin 1995, ISBN 3-929294-15-X
  • Emergency Empire – Teil 1: Souveränität. Transformation des Ausnahmezustands. Springer, Wien/ New York 2009, ISBN 978-3-211-79811-9
  • Emergency Design – Anthropotechniken des Über/Lebens, Eine kulturanthropologische Perspektive. Merve Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-88396-300-6
  • Designsoziologie. Der erweiterte Designbegriff im Entwurfsfeld der politischen Theorie und Soziologie. Peter Lang Academic Publishers, Bern/ Brüssel/ Berlin/ Wien/Oxford/New York 2014, ISBN 978-3-631-65670-9
  • Entkoppelte Gesellschaft - Ostdeutschland seit 1989/90. Anschluss. Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Berlin 2018, ISBN 978-3-631-77155-6
  • Demokratiedefekte. Ein Essay zum normativen Populismus, Agenda Verlag, Münster 2019, ISBN 978-3-89688-624-8.
  • Das Treuhand-Trauma : Die Spätfolgen der Übernahme, Das Neue Berlin, Berlin 2020, ISBN 978-3-360-01359-0
  • Entkoppelte Gesellschaft - Ostdeutschland seit 1989/90. Umbau. Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Berlin 2019, ISBN 978-3-631-77155-6
  • Entkoppelte Gesellschaft - Ostdeutschland seit 1989/90. Exil. Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Berlin 2020, ISBN 978-3-631-77155-6

Herausgaben

  • Emergency Design. Designstrategien im Arbeitsfeld der Krise. Verlag Springer, Wien/ New York 2008, (zus. mit Gerhard Blechinger), ISBN 978-3-211-48760-0
  • D.A. - A Transdisciplinary Handbook of Design Anthropology. Peter Lang Verlag, Bern/ Brüssel/ Berlin/ Wien/ Oxford/ New York 2013, ISBN 978-3-631-61906-3
  • Design Kulturen. Der Erweiterte Designbegriff im Entwurfsfeld der Kulturwissenschaft. HFG Forschung, Fink, München 2013, ISBN 978-3-7705-5534-5.
  • Europa im freien Fall. Orientierung in einem neuen Kalten Krieg. Turia+Kant, Wien/ Berlin 2016, ISBN 978-3-85132-822-6.
  • Entkoppelte Gesellschaft - Ostdeutschland seit 1989/90. Tatbestände. Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Berlin 2019, (zus. mit Franz Schultheis), ISBN 978-3-631-78731-1
  • Entkoppelte Gesellschaft – Ostdeutschland seit 1989/90. Zeugnisse/Fotografie. Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Berlin 2021, (zus. mit Philipp Beckert und Marcel Noack), ISBN 978-3-631-81991-3.

Bibliografie (Auswahl)

  • Claus Löser: Gegenbilder – Filmische Subversion in der DDR 1976–1989. Janus Press, 1996 1996, ISBN 3-928942-38-7.
  • Johannes Kirschenmann: Konstruktionen auf der Baustelle des Subjekts. Überlegungen zur documenta-Arbeit von Yana Milev. In: Bernhard Balkenhol, Heiner Georgsdorf (Hrsg.): X mal documenta X. Über Kunst und Künstler der Gegenwart. Ein Nachlesebuch zur 10. documenta. University Press Kunsthochschule Universität Kassel, Kassel 1997, ISBN 3-88122-963-9.
  • bohème und diktatur in der ddr. Katalog zur gleichen Ausstellung im Marstall, Berlin, Fannei & Walz-Verlag, Deutsches Historisches Museum, Berlin 1997, ISBN 3-927574-39-2.
  • Politics/Poetics. Das Buch zur documenta X, Werner Stehr, Johannes Kirschenmann (Hrsg.), Hatje Cantz Verlag, 1997, ISBN 3-89322-909-4.
  • "short guide" Kunstführer documenta X, Cantz Verlag, 1997, ISBN 3-89322-938-8.
  • Eckart Gillen (Hrsg.): Deutschlandbilder. Kunst aus einem geteilten Land. Katalog zur gleichen Ausstellung Martin-Gropius-Bau, Berlin. DuMont Verlag, 1997, ISBN 3-7701-3869-4.
  • Susanne Meyer-Büser: Yana Milev. Begriffs-Environment als Gesamtkunstwerk. In: Talk Show. Die Kunst der Kommunikation. Hatje Cantz, Ostfildern 1999, ISBN 3-7913-2066-1.
  • Zelle 05: Kreuzungen. Ausstellungskatalog, Volkmar Billig (Hrsg.), Verlag&Druckerei Tierbs, Pirna 2005.
  • Susanne Greinke (Hrsg.): Kulturinvest Dresden. Verlag für Moderne Kunst Nürnberg, Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, 2006, ISBN 3-939738-03-4.
  • Dieter Daniels, Jeannette Stoschek (Hrsg.): Grauzone 8mm. Materialien zum autonomen Künstlerfilm in der DDR, Materialband zur Ausstellung 40 jahrevideokunst.de:revision.ddr. Museum der bildenden Künste Leipzig mit DVD produziert vom Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Hatje Cantz, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7757-1955-1.
  • Christoph Tannert: Intermedia. Weiblicherseits. In: Angelika Richter, Beatrice E. Stammer, Bettina Knaup (Hrsg.): und jetzt. Künstlerinnen aus der DDR. Verlag für moderne Kunst Nürnberg, Nürnberg 2009, ISBN 978-3-941185-73-9.
  • Susanne Altmann: Hab ich Euch nicht blendend amüsiert? Weibliche Subversion in der späten DDR. In: Projektgruppe OHNE UNS!, Ohne Uns! Kunst und alternative Kultur in Dresden vor und nach ’89. EFAU-Verlag, Dresden, 2010, ISBN 978-3-9807388-1-1.
  • Claus Löser: Strategien der Verweigerung. Untersuchungen zum politisch-ästhetischen Gestus unangepasster filmischer Artikulation in der Spätphase der DDR. DEFA-Stiftung, Berlin 2011, ISBN 978-3-00-034845-7.
  • Susanne Altmann, Ulrike Lorenz (Hrsg.): Entdeckt. Rebellische Künstlerinnen in der DDR. Kunsthalle Mannheim, 2011, ISBN 978-3-89165-221-3.
  • Rebecca Riedel, Mieke Ulfig, Matthias Einhoff, Superschools Geschichtsbuch. Eine Übertragung des szenischen Vortrags Krisenökonomien von Yana Milev, aufgeführt im Maxim-Gorki-Theater Berlin, Studiobühne, 12.6.2010, in: Matthias Götz, Maike Fraas (Hg.), Fiasco - ma non troppo. Vom Designfehler zum Fehlerdesign, Schwabe Verlag, Basel, 2012, S. 284-311, ISBN 978-3-7965-3419-5
  • Claudia Mareis, Theorien des Designs. Zur Einführung, Junius, Hamburg, 2014, ISBN 978-3-88506-086-4.
  • Elize Bisanz, Marlene Heidel (Hg.), Bildgespenster. Künstlerische Archive aus der DDR und ihre Rolle heute, Transcript, Bielefeld, 2014, ISBN 978-3-8376-2461-8.
  • Angelika Richter, Das Gesetz der Szene: Genderkritik, Performance Art und zweite Öffentlichkeit in der späten DDR (Studien zur visuellen Kultur), transcript Verlag, Bielefeld 2019, ISBN 978-3-8394-4572-3.
  • Seth Howes, Moving Images on the Margins – Experimental Film in Late Socialist East Germany, Boydell & Brewer Ltd, NY USA, 2019, ISBN 978-1-64014-068-4
  • Ronald Galenza, Die Hosen haben Röcke an. Female Voices der DDR Subkultur, in: Alexander Pehlemann, Ronald Galenza, Robert Mießner (Hg.), MAGNETIZDAT DDR. Magnetbanduntergrund Ost 1979-1990, Verbrecher Verlag, Berlin, 2021, ISBN 9783957324764

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Autonome Kunst in der DDR, Hochschule der Bildenden Künste Dresden, In Aspik von Yana Milev, HfBK Nachtmahr-Kunstaktion, 1988. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  2. Marianne Tralau, Peter Kleinert, Freiheit wird nicht erbettelt, sondern erkämpft, Neue Rheinische Zeitung, 1988. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  3. Claus Löser, Strategien der Verweigerung / Untersuchungen zum politisch-ästhetischen Gestus unangepasster filmischer Artikulationen in der Spätphase der DDR. Schriftenreihe DEFA-Stiftung, Berlin 2011, S.243-254. ISBN 978-3-00-034845-7.
  4. Claus Löser, Gegenbilder – Filmische Subversion in der DDR 1976–1989 (Hrsg. mit Karin Fritzsche), Janus Press, Berlin 1996, S.56, 57-58, 123-124, 157. ISBN 3-928942-38-7.
  5. Dieter Daniels, Jeannette Stoschek, Grauzone 8 mm. Materialien zum autonomen Künstlerfilm in der DDR, Hatje Cantz, 2007. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  6. Ronald Berg, Gegenstimmen aus der DDR, Zitty, 29.8.2016. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  7. Preisträger, Kunstsammlungen Zwickau. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  8. documenta X, Teilnehmende Künstler. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  9. Henning Ritter, Der Sozialarbeiter als Dandy, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.8.1997, Nr. 187, S. 29. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  10. Johannes Kirschenmann, Konstruktionen auf der Baustelle des Subjekts. Überlegungen zur documenta-Arbeit von Yana Milev, in: Bernhard Balkenhol, Heiner Georgsdorf (Hrsg.), x mal documenta x, Kunsthochschule der Universität Kassel, 1997. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  11. Anthropodesign. Zur Konzeptualisierung eines komplementären Designbegriffs, ICS, ZHdK, 2013. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  12. Hans-Peter Schwarz, Emergency Design – Ein Entwurf mit Perspektive, in: In: Blechinger G., Milev Y. (eds) Emergency Design. Springer, Vienna, 2008, Stand vom 24.6.2021
  13. Talks in-between Emergencies. Ausnahmezustand Kunstmarkt - Ausnahmeraum Kunst, ZKM Medientheater, 07.03.2009. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  14. Marc Jongen, HfG Forschungskolleg: Yana Milev, in: Jahresbericht, Annual Reprt, HfG Karlsruhe, 2012/13, S. 182-183. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  15. Habilitationen/Dissertationen, SfS, Universität St. Gallen. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  16. Einladung zur Antrittsvorlesung PD Dr. Yana Milev, Kultursoziologie, 10. Mai 2016, HSG. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  17. Entkoppelte Gesellschaft – Ostdeutschland seit 1989/90, Edition in mehreren Bänden, Verlags HP. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  18. Philipp Beckert, Yana Milev, Das Sound-Gelände Berlin, in: Positionen. Texte zur aktuellen Musik. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  19. Entkoppelte Gesellschaft. Zeugnisse des sozialen und kulturellen Verschwindens in Ostdeutschland seit 1989/90, Institute for Cultural Studies in the Arts (ICS), ZHdK. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  20. Seth Howes, Film Experiments, Design Anthropology, and the politics of Vision: Yana Milev Moving Images on the Margins. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  21. Ronald Galenza, Die Hosen haben Röcke an. Female Voices der DDR Subkultur, in: Alexander Pehlemann, Ronald Galenza, Robert Mießner (Hg.), MAGNETIZDAT DDR. Magnetbanduntergrund Ost 1979-1990, Verbrecher Verlag, Berlin, 2021, ISBN 9783957324764
  22. Christoph Tannert, Yana Milevs «Projektionsforum III» auf der documenta X, in: Entkoppelte Gesellschaft - Ostdeutschland seit 1989/90, Band 5: Zeugnisse/Fotografie, in: Yana Milev, Philipp Beckert, Marcel Noack, Peter Lang, Berlin, 2021, S. 376-382. ISBN 978-3-631-81991-3.
  23. http://www.medienkunstnetz.de/werke/projektionsforum-iii/bilder/3/
  24. Sinn im Reispfannkuchen, Der Spiegel 50/1998, 06.12.1998. Stand vom 26.06.2021
  25. Yana Milev Artwork. Abgerufen am 30. Juni 2021.
  26. Eine für Alles. Sie sucht die Krise und findet Lösungen. Bei Yana Milev ist Kunst mehr als nur schön, ein Portrait von Bernd Skupin, VOGUE KULTUR, 12/2006, S. 204
  27. ArtFacts: Yana Milev | Artist. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  28. Phasen 1-9, AOBBME Genesis, in: AOBBME Philosophie. Abgerufen am 30. Juni 2021.
  29. Yana Milev im Interview mit Stefan Fuchs, Die Kunst ist ein Phantom, in: Elize Bisanz, Marlene Heidel (Hg.), Bildgespenster. Künstlerische Archive aus der DDR und ihre Rolle heute, Transcript, Bielefeld, 2014, S. 179-203, ISBN 978-3-8376-2461-8
  30. Yana Milev, Von Exodus bis Exercitium. Lebendige Archäologie und Theoriedesign als Methoden künstlerischer Forschung, Edition Eigen+Art, Leipzig und Berlin, 1995, ISBN 3-929294-15-X
  31. Yana Milev, A.O.B.B.M.E. – Microtopic Enterprise®, Katalog, Edition Eigen+Art, Berlin, 1997, ISBN 3-929294-24-9
  32. Allgemeines Künstlerlexikon Online/Artists of the World Online, De Gruyter, 2020, ISBN 978-3-598-41800-6
  33. Angelika Richter, Techniken des Selbst. Das System Aobbme von Yana Milev, in: Dies.: Das Gesetz der Szene. Genderkritik, Performance Art und zweite Öffentlichkeit in der später DDR, transcript Verlag, Bielefeld, 2019, S. 338 - 368. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  34. Marlene Heidel, Das Über/Leben der Yana Milev, in: Dies. (Hg.), Kunst hat System. Ein Wagnis der Erinnerung, AOBBME Edition, Berlin, 2014. Stand vom 24.6.2021
  35. Stefanie Kleefeld, Über Yana Milevs Begriff der De-Urbanisierung, Magisterarbeit, Kunsthochschule Kassel der Universität Kassel, 1997, Manuskript, limitierte Auflage, AOBBME Archiv
  36. Seth Howes, Film Experiments, Design Anthropology, and the politics of Vision: Yana Milev Moving Images on the Margins. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  37. Yana Milev, Gestalten, in: Jens Badura, Selma Dubach, Anke Haarmann, Künstlerische Forschung. Ein Handbuch, Diaphanes, 2015, S. 143-146, ISBN 978-3-03734-880-2
  38. Yana Milev, Resonanzarchitektur, Peill-Stiftung, Düren, 2000, ISBN 3-925955-38-0
  39. Yana Milev, The Way of the Bow, in: D.A.-A Transdisciplinary Handbook of Design Anthropology, Peter Lang, Bern Berlin, 2013, S. 872-879, ISBN 978-3-631-61906-3
  40. Rudolf zur Lippe, Sinnenbewußtsein. Grundlegung einer anthropologischen Ästhetik. Schneider Verlag, Hohengehren, 2000, Teil 2, S. 1-2, ISBN 3-89676-257-5.
  41. In die 4. Dimension, in: Nina Mücke, Angelika Sommer (Hg.), Rituale in der zeitgenössischen Kunst, Akademie der Künste Berlin, 2003, S. 36-37, ISBN 3-88331-073-5
  42. Volkmar Billig im Gespräch mit Yana Milev, Skulpturen des Übergangs. Über den Aufenthalt beyond the emergencies, in: Volkmar Billig, Matthias Korn (Hg.), Quer Feld Über. Zur Topologie von Kunst, Verlag für moderne Kunst, Nürnberg, 2008, S. 15-17, ISBN 978-3-940748-54-6
  43. Volkmar Billig im Gespräch mit Yana Milev, Lebensräume sind Krisenräume, in: Volkmar Billig (Hg.) Zelle05: Kreuzungen, Kulturförderverein. Klosterbezirk e.V., Nossen, 2005, S. 14-16, Eine Publikation aus Anlass der Ausstellung und Werkstatt im Kloster Altzella vom 6. August bis 31. Oktober 2005.
  44. Krise als Moment der Reparatur, in: What’s next? Kunst nach der Krise. Ein Reader, Johannes M. Hedinger, Torsten Meyer (Hg.), Kadmos, Berlin, 2013, S. 392-394, ISBN 978-3-86599-200-0. Stand vom 24.6.21
  45. Yana Milev Werksarchiv.
  46. Emergency Empire - Transformation des Ausnahmezustands. 1: Souveränität. Stand vom 24.6.21
  47. Diaspora und Emergency Design: Designstrategien in den Zonen der Anomie, KCTOS: Wissen, Kreativität und Transformationen von Gesellschaften, Wien, 6. Bis 9. Dezember 2007. Stand vom 24.6.21
  48. Yana Milev, Emergency Design – New Semiotic Orders of Urban Survival, in: Andrea Gleiniger, Angelika Hilbeck, Jill Scott (Eds.), Transdiscourse 1, Springer Wien New York, 2011, S. 145-160, ISBN 978-3-7091-0288-6
  49. Design Anthropology. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  50. Claudia Mareis, Theorien des Designs, Junius Verlag, Hamburg, 2014, S. 11, 15, 18, 201-202, 205, 211-212, ISBN 978-3-88506-086-4
  51. Mara Recklies, Yana Milev: Designsoziologie, in: Designcritics, 27.11.14. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  52. Prekärsein in der Symptomgesellschaft. Zur Prekarisierung der Wahrnehmung durch mediokratische Operationen, in: Rolf Hepp, Rober Riesinger, David Kergel (Hrsg.), Verunsicherte Gesellschaft. Prekarisierung auf dem Weg ins Zentrum, Springer VS, Wiesbaden, 2016, S. 195-219, ISBN 978-3-658-12901-9
  53. Yana Milev, Breaking News. Das medialisierte Klima der permanenten Katastrophe im Emergency Empire, Symposium Atmosphären erleben: Dimension eines diffusen Phänomens,ZKM, Juni 2011, Organisiert von PD Dr. Christiane Heibach (Medien- und Literaturwissenshcaftlerin), HfG. Stand vom 21.06.2021
  54. Lars Koch (Hg.), Angst. Ein interdisziplinäres Handbuch, J.B. Metzler, Stuttgart, 2013, S. 226-235, ISBN 978-3-476-02415-2
  55. Yana Milev, Design und Gleichschaltung. Der pathogene Effekt von Designstrategien in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, Public Lecture, 19.12.2011, Kunsthochschule Universität Kassel. Stand vom 21.06.2021
  56. Entkoppelte Gesellschaft, Edition, Peter Lang International Academic Publishers. Stand vom 21.06.2021
  57. Yana Milev, Demokratiedefekte. Ein Essay zum normativen Populismus, Agenda, Münster, 2019. ISBN 978-3-89688-624-8
  58. Yana Milev, Das Treuhand Trauma. Die Spätfolgen der Übernahme, Verlag Neues Berlin, Berlin, 2020. ISBN 978-3-360-01359-0
  59. Frank Schumann, Der Osten wird vom Westen verwaltet und beherrscht. Ein Gespräch mit Yana Milev. Über kulturkoloniale Dominanz der BRD, die Mär von der „Wiedervereinigung“ und die Ähnlichkeit der DDR mit der Schweiz, Junge Welt, Ausgabe vom 13.07.2019.
  60. ebd.
  61. Yana Milev, Der Vollstreckungsfeldzug: „Eile, Verkaufszwang und Verjährungsgesetze: Zum fatalen Wirken der Treuhandanstalt und der Bundesanstalt für vereinigunsgbedingte Sonderaufgaben“, Junge Welt, Ausgabe vom 07.09.2020
  62. Kathrin Gerlof, Kein Stein blieb. Teuhand: Yana Milev sieht koloniale Gewalt bei der Abwicklung der DDR, derFreitag, Ausgabe 11/2020. Stand vom 24.6.2021
  63. Stefan Bollinger, Nicht nur ein Kulturkonflikt. Sie Soziologin Yana Milev erklärt, warum der Osten anders tickt, nd, 28.01.2021. Stand vom 24.6.2021
  64. Gerd Bedszent, Grausige Bilanz. Die Zahlen zur Katastrophe: Dritte Band der Reihe über Ostdeutschland nach 1989/90, Junge Welt, 26./27. Juni 2021. Stand vom 24.6.2021
  65. Michael Mayen, Der Think Tank Yana Milev, Das mediale Erbe der DDR, 16.10.2020. Stand vom 24.6.2021
  66. «Overall, Milev stresses that the “policy of memory” in post-1990 Germany mostly excludes East German academics of the age cohort born between 1945 and 1975. In addition, she highlights the “devaluation of everyday culture and the cultural heritage of the GDR” as an “act of colonial violence.” Her effort to research against the grain is enabled by the Zurich University of the Arts and other institutions. It will be interesting to observe to what extent her monumental and dissident “Remembrance of Things Past” will be recognized as a significant contribution to the “policy of memory” in the German media and cultural landscape.», in: Jörg Michael Dostal, Germany's Post-Reunification Effort to Achieve National Reconciliation: Muddling Through, Routinization, and Policy Failure. International Journal of Korean Unification Studies, 28(2), 1-35, 2019, p. 13. Stand vom 24.6.2021
  67. Mareile Flitsch, Karoline Noack, Museum, materielle Kultur und Universität. Überlegungen zur Parallelität und Zeitgenossenschaft der DDR/BRD-Ethnologie im Hinblick auf eine Standortbestimmung mit Zukunftsaussichten, Zeitschrift für Ethnologie, Band 122, 2019. Stand vom 24.6.2021
  68. Emergency Design, 1. Internationales Symposium 15.|16. Februar 2006, Initiatorin Yana Milev, Veranstalter ZHdK, Programmheft. Abgerufen am 23. Juni 2021.
  69. Emergency Design. Krisenbasierte Architektur- und Designstrategien in räumlichen Systemen, Symposium, Veranstaltungsdokumentation, Museum für Gestaltung Zürich, 2006. Stand vom 24.6.2021
  70. Talk in(g) space HfG KA. Stand vom 24.6.2021
  71. Talk in(g) space HfG KA, Plakat. Stand vom 24.6.2021
  72. Guerilla Transit, Plakat. Stand vom 24.6.2021
  73. Talks in-between Emergencies. Ausnahmezustand Kunstmarkt. Ausnahmeraum Kunst, Konferenz mit Catherine David, Peter Weibel, Jean-Baptiste Joly und Yana Milev, kuratiert von Yana Milev und Peter Weibel, ZKM, 07.03.2009, Medientheater. Stand vom 24.6.2021
  74. Über Wut – On Rage, Programm, 14. März 2010-09. Mai 2010, HKW, Berlin. Stand vom 24.6.2021
  75. Yana Milev, Emergency Design – The Art to Resist, 17. März 2010, Über Wut – On Rage, HKW, Berlin. Stand vom 24.6.2021
  76. Yana Milev, Emergency Design. Semiotic meaning within the Micro-Politics of Survival and Resistance, Valerie Smith, Susanne Stemmler, Cordula Hamschmidt, On Rage, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2011, S. 301-315, ISBN 978-3-86895-135-6
  77. NUXN. Abgerufen am 17. Februar 2021
  78. Design Anthropology. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  79. D.A. by Yana Milev and Mind Design. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  80. D.A. by Yana Milev and Bureau Europa Maastricht. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  81. Anthropodesign Globale ZKM. Abgerufen am 17. Februar 2021
  82. http://www.anthropodesignstudies.org/
  83. Seminar HfG 2007. Stand vom 24.6.2021
  84. Seminar HfG 2010. Abgerufen 30.06.2021
  85. Praxis Format Guerilla Transit, HfG 2007-2012. Stand vom 24.6.2021
  86. Design Governance: Designstrategien als Regierungstechniken, Kontextstudium SHSS-HSG, HS 2012. Stand vom 26. 06.2021
  87. Design und Kriminalität – Designstrategien der Global Governance, Kontextstudium SHSS-HSG, HS 2014. Stand vom 24.6.2021
  88. Seminar UDK 2011/12. Stand vom 24.6.2021
  89. Kunst ist ein Phantom, Interview mit Yana Milev, Moderation und Redaktion Stefan Fuchs, Baden-Baden, zum Thema: „Ende der Kunst – Kunst des Endes“ anlässlich der documenta X in Kassel, DLF, 24.08.1997
  90. Emergency Design. Abgerufen am 19. März 2021.
  91. Talks in-between Emergencies | 07.03.2009 - 19:00 | ZKM. Abgerufen am 19. März 2021.