Wunsiedel

WappenDeutschlandkarte
Wappen der Stadt Wunsiedel
Koordinaten: 50° 2′ N, 12° 0′ O
Basisdaten
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk:Oberfranken
Landkreis:Wunsiedel im Fichtelgebirge
Höhe:525 m ü. NHN
Fläche:54,88 km2
Einwohner:9152 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte:167 Einwohner je km2
Postleitzahl:95632
Vorwahl:09232
Kfz-Kennzeichen:WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel:09 4 79 169
Stadtgliederung:30 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 6
95632 Wunsiedel
Website:wunsiedel.de
Bürgermeister:Karl-Willi Beck (CSU)
Lage der Stadt Wunsiedel im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-SüdMeierhöfer SeiteWeißenstadter Forst-SüdWeißenstadter Forst-NordTröstauer Forst-WestTröstauer Forst-OstSelbNeubauer Forst-SüdKaiserhammer Forst-OstVordorfer ForstSelbSelbHohenberg an der EgerHohenberg an der EgerMarktleuthenThierstein (Fichtelgebirge)SelbSelbWunsiedelWeißenstadtTröstauThiersheimSchönwald (Bayern)SchirndingRöslauMarktredwitzKirchenlamitzHohenberg an der EgerHöchstädt im FichtelgebirgeArzberg (Oberfranken)Bad AlexandersbadNagel (Fichtelgebirge)TschechienLandkreis TirschenreuthLandkreis BayreuthLandkreis HofKaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild
Altstadt Wunsiedel von Osten vom Katharinenberg
Zentrum von Norden

Wunsiedel (bairisch: Wousigl) ist die Kreisstadt des oberfränkischen Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge und liegt an der Bayerischen Porzellanstraße.

Wunsiedel ist Geburtsort des Schriftstellers Jean Paul und Austragungsort der alljährlichen Luisenburg-Festspiele. Sie ist eine von 13 leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.

Geografie

Die Stadt liegt im Tal der Röslau am Fuß der Kösseine.

Die nächstgelegenen Oberzentren Hof (Saale) und Bayreuth.

Stadtgliederung

Die Stadt Wunsiedel hat 30 Ortsteile:[2]

Die Ortsteile Schönbrunn und Holenbrunn sind deutlich größer als die anderen. Schönbrunn mit Furthammer und vor allem Holenbrunn grenzen nahezu direkt an die Kernstadt an.

Geschichte

Innenstadt von Wunsiedel mit Blick auf das Rathaus (März 2014)

Bis zum 19. Jahrhundert

Der Ort wurde erstmals 1163 als Sitz eines Ministerialen Adelbertus oder Albrecht urkundlich erwähnt. Der Name rührt wahrscheinlich von wunne (Waldwiesenland) und sedel (Edelsitz) her. Im Jahr 1285 erhielt Burggraf Friedrich III. von Nürnberg die Lehnsherrschaft durch König Rudolf I. von Habsburg. 1326 wurden die Stadtrechte durch Burggraf Friedrich IV. verliehen und 1328 durch Kaiser Ludwig den Bayern bestätigt. Hans von Kotzau besiegte 1430 die Hussiten in der Schlacht am Katharinenberg, 1462 siegte Jobst von Schirnding über die Böhmen ebenfalls am Katharinenberg.

Wunsiedel war im späteren Mittelalter, vornehmlich von 1250 bis 1450, ein Zentrum des Zinnbergbaus und erlangte trotz seiner ungünstigen Verkehrslage große wirtschaftliche Bedeutung durch die Herstellung von Weißblech durch das ansässige Schmiedehandwerk, welches jedoch Ende des 15. Jahrhunderts auch als Folge der Hussitenkriege einbrach.[3] Seit 1613 war Wunsiedel Hauptort des Sechsämterlandes. Dem Amtshauptmann in Wunsiedel waren die Amtmänner in Hohenberg, Weißenstadt, Kirchenlamitz, Selb und Thierstein unterstellt (siehe auch Liste der Amtmänner des Sechsämterlandes). Seit 1427 war in Wunsiedel ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das als „Sondersiechenhaus“ bezeichnet wurde. Es ist um 1600 verfallen.[4]

Bis 1792 gehörte die Stadt zum hohenzollernschen Fürstentum Bayreuth und seit 1500 auch zum Fränkischen Reichskreis, stand nach der Abdankung des letzten Markgrafen Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach von 1792 bis 1806 unter preußischer Verwaltung, war vier Jahre von napoleonischen Truppen besetzt und kam 1810 zum Königreich Bayern.

Brände in den Jahren 1476, 1547, 1607, 1636, 1644, 1646, 1657 und 1731 vernichteten jeweils Teile der Stadt. Nach dem letzten Großbrand im Jahre 1834, der zwei Drittel Wunsiedels zerstörte, erhielt die Stadt ein klassizistisches Stadtbild. Am Friedhof an der Egerstraße befinden sich die Gräber von dreißig KZ-Opfern.[5]

20. und 21. Jahrhundert

Seit dem Suizid von Hitlerstellvertreter Rudolf Heß (17. August 1987) veranstalteten Neonazis einen jährlichen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch zu seinem Grab in Wunsiedel. Von 1991 an war der Marsch einige Male verboten, die Teilnehmer missachteten die Verbote jedoch. Die Antifa mobilisierte bundesweit zu Gegenveranstaltungen, zu denen anfangs Tausende, 1997 noch rund 600 Personen kamen.[6] 2004 erlaubten der Bayerische Verwaltungsgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht die „Gedenkmärsche“. Daraufhin kamen 2004 rund 4500 Neonazis nach Wunsiedel. Dortige Bürgerinitiativen organisierten Gegendemonstrationen. 2005 verboten Bayerische Verwaltungsgerichte den Aufmarsch aufgrund einer neuen Fassung des Volksverhetzungsparagraphen; 2009 bestätigte das Bundesverfassungsgericht letztlich diese Urteile (Wunsiedel-Entscheidung).[7] Am 23. September 2008 verlieh die Bundesregierung Wunsiedel auch für seinen Umgang mit dem Neonaziaufmarsch den Titel „Ort der Vielfalt“. Das Grab von Rudolf Heß wurde im Juli 2011 nach Ablauf des Pachtvertrages aufgelöst, der Leichnam exhumiert, verbrannt und seine Asche zerstreut, um diesen Pilgerort für Neonazis zu beenden.[8]

Gleichwohl setzten diese ihre jährlichen Rudolf-Heß-Aufmärsche in Wunsiedel und andernorts (Quedlinburg, Rudolstadt, Spandau) fort. Für den 15. November 2014 verwandelten die Bewohner von Wunsiedel einen solchen Aufmarsch in den „unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“: Unter dem Motto „Rechts gegen Rechts“ wurde die Laufstrecke mit satirisch bedruckten bunten Bannern geschmückt und von Unterstützern aus der Region für jeden gelaufenen Meter 10 Euro an Exit Deutschland gespendet. Am Zielort wurden „Siegerurkunden“ an die Teilnehmer vergeben, auf denen ihnen Exit Hilfe beim Ausstieg aus der rechten Szene anbot.[9]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schönbrunn eingegliedert. Am 1. Januar 1978 kamen die ebenfalls selbständigen Gemeinden Bernstein, Hildenbach und Holenbrunn hinzu.[10]

Politik

Rathaus Wunsiedel (August 2012)

Stadtrat

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:

200220082014[11]
CSU13117
SPD754
Bündnis 90/Die Grünen111
Freie Wähler32
Aktive Bürger34
Bunte Liste12
Wählergemeinschaft e.V./Freie Bürger3
Gesamt242420

Städtepartnerschaften

Wunsiedel pflegt Partnerschaften mit folgenden Städten:[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Katholische Pfarrkirche Zu den Zwölf Aposteln, Seitenansicht (März 2014)

Museen

  • Das Fichtelgebirgsmuseum ist das größte bayerische Regionalmuseum mit umfangreicher Gesteins- und Mineraliensammlung.
  • Im Deutschen Natursteinarchiv befindet sich mit 5500 Musterplatten von Naturwerksteinen aus aller Welt die weltweit größte einschlägige Sammlung.
Koppetentor (2018)

Bauwerke

Spitalkirche.
  • Stadtpfarrkirche St. Veit
  • Spitalkirche St. Maria
  • Katholische Pfarrkirche Zu den Zwölf Aposteln
  • Friedhofskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit
  • Die Kirchenruine St. Katharina auf dem Katharinenberg ist das älteste Baudenkmal der Stadt.
  • Das Rathaus wurde von 1835 bis 1837 erbaut.
  • Das Koppetentor, einzig erhaltenes Tor der ehemaligen Stadtbefestigung, wurde 1471 errichtet.
  • Jean-Paul-Geburtshaus (ehemaliges Schulhaus) mit Jean-Paul-Büste von Ludwig Schwanthaler
  • Schloss Bernstein
  • Historische Milchgruben im Ortsteil Schönbrunn[13]
  • Standorte ehemaliger Burganlagen (Turmhügelanlagen) in den Ortsteilen Schönbrunn und Schönlind
Greifvogelpark auf dem Katharinenberg

Parks

  • Luisenburg-Felsenlabyrinth, bürgerlicher Landschaftsgarten und nationales Geotop
  • Bürgerpark Katharinenberg mit Rotwildgehege und Greifvogelpark mit Falknerei
  • Der Eisweiher ist ein künstlich angelegter Weiher, der von einem Park umgeben ist. Durch diesen fließt die Röslau und der Mühlbach. Im Sommer werden Ruder- und Tretboote verliehen, es gibt einen Kiosk und eine Minigolfanlage.
  • Auf dem Friedhof, auf dem auch Rudolf Heß bis Juli 2011 bestattet war, befinden sich Einzel- und Reihengräber von dreißig KZ-Insassen, die bei einem der Todesmärsche am 15. April 1945 von SS-Wachmannschaften ermordet wurden.[14][15]

Sport

Neben der Fichtelgebirgshalle und dem Fichtelgebirgsstadion gibt es das städtische Freibad mit Sauna und das Hallenbad. Auf dem Katharinenberg steht eine moderne Jugendherberge. In der Hornschuchstraße befindet sich ein in städtischer Regie geführtes renoviertes Jugendzentrum. Zur Naherholung dient das Freizeitgelände um den Sportteich (Freibad mit Wasserrutsche, Natursauna, Minigolf, Kegeln, Tretbootfahren und Tennis). Neben den Sportanlagen der Vereine gibt es verschiedene Kinderspielplätze. Am 21. Dezember 2009 wurde im Gebäude der ehemaligen Zuckerfabrik die höchste Kletteranlage Nordbayerns eröffnet (Zuckerhut).

Wunsiedel ist Ausgangsort für Wanderungen in das gesamte Fichtelgebirge. Durch die Kreisstadt verlaufen der Jean-Paul-Weg, der Höhenweg und der Röslaweg. Es besteht ein Anschlussweg zum Weitwanderweg Fränkischer Gebirgsweg auf der Luisenburg. In der Stadtmitte beginnen der Königin-Luise-Rundweg, der Landschaftslehrpfad und verschiedene Rundwanderwege. Durch die Stadt führt der Brückenradweg Bayern-Böhmen, der östlich zum tschechischen Asch und westlich über Bischofsgrün zum Main-Radweg führt. Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände direkt am Brückenradweg wurde ein Freizeitgelände mit Kinderspielplatz, Seniorenfitnessplatz, Boulebahn usw. geschaffen. Dort wurde am 3. Oktober 2015 das Wiedervereinigungsdenkmal „Drei Bäume für die Einheit“ zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung eingeweiht.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Luisenburg-Festspiele Juni bis August auf der ältesten Freilicht- und Naturbühne Deutschlands
  • Brunnenfest am Samstag vor dem 24. Juni (Johanni)
  • Volks- und Wiesenfest auf dem städtischen Festplatz jeweils von Freitag bis Dienstag in der ersten Juliwoche
  • Wunsiedler Kultnacht am zweiten Samstag im Mai
  • Museumsfest im Fichtelgebirgsmuseum am zweiten Sonntag im September
  • Wunsiedler Kneipennacht Anfang November
  • Sechsämterland Holztage (ehemals Wunsiedler Holztage, bis 2013 in zweijährlichem Rhythmus, 2015 entfallen)[veraltet][16]
  • Collis Clamat (Großes mittelalterliches Ereignis), Katharinenberg
  • Wunstock Festival (Open-Air-Festival für Sub-Kulturen) meist Mitte September

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft der Stadt Wunsiedel ist durch die Chemie- (Farbenwerke, Dronco), Bekleidungs-, Porzellan-, Glas-, Verpackungs-, Steinverarbeitungs- und Bauindustrie geprägt. Außerdem haben einige Autohäuser dort ihren Sitz. Zwei Brauereien sowie diverse Handwerksbetriebe sind in Wunsiedel beheimatet. Insbesondere im Dienstleistungsgewerbe sind viele Beschäftigte tätig. Ein beliebtes Exportprodukt ist der Kräuterlikör Sechsämtertropfen. Im Gemeindegebiet wird der Wunsiedler Marmor abgebaut. Durch den massiven Umbau des Energienetzes auf erneuerbare Energien durch die Stadtwerke Wunsiedel entstanden Arbeitsplätze in der Umwelttechnologie.

Verkehr

Straße

Zwei Kilometer südlich von Wunsiedel führt die B 303 vorbei, die bei Bad Berneck in die A 9 München – Berlin einmündet (Ost-West-Verbindung zwischen Tschechischer Republik und A 9). In Nord-Süd-Richtung verläuft die neue A 93 Hof – Regensburg, Ausfahrt Wunsiedel, oder die Staatsstraße 2177 Hof – Wunsiedel.

Eisenbahn/Bus

Der nächste Bahnhof Wunsiedel–Holenbrunn befindet sich im Wunsiedler Ortsteil Holenbrunn (ca. drei Kilometer). Der nächste Bahnhof von überregionaler Bedeutung befindet sich in Marktredwitz (Hauptlinien München – Regensburg – Hof – Nürnberg – Prag). Busverbindungen gehen ab Busbahnhof Wunsiedel in alle Richtungen (Hof – Marktredwitz – Selb – Arzberg). In Wunsiedel gibt es zudem noch einen Bürgerbus. Für die Mobilität in der Zukunft gibt es den Plan, einen autonom fahrenden Elektrobus einzusetzen.

Flugverkehr

Internationaler Flugverkehr ab Nürnberg (ca. 130 km), Leipzig-Halle, Leipzig–Altenburg, Erfurt, München, Frankfurt, Prag und Karlsbad (Tschechische Republik) (ca. 75 km), insbesondere für Flüge nach Russland. Für den nationalen Flugverkehr steht der Regionalflugplatz Hof-Plauen (ca. 40 km) zur Verfügung.

Radwege

Früher gab es die Nebenstrecken Holenbrunn – Wunsiedel – Tröstau – Leupoldsdorf sowie Holenbrunn – Selb. Diese Strecken wurden inzwischen stillgelegt; die Trasse wird in beiden Fällen größtenteils als Fahrradweg genutzt.

Öffentliche Einrichtungen

Wunsiedel im Jahr 1911
Blick über Wunsiedel vom Bundesstein im Felsenlabyrinth aus

Öffentlichen Einrichtungen sind das Landratsamt, das Finanzamt, das Vermessungsamt, das Amtsgericht, eine Dienststelle des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg, die AOK-Direktion, das staatliche Schulamt und eine Polizeiinspektion. In der Zeit des Kalten Krieges wurde Wunsiedel 1967 Bundeswehrstandort. In der 1993 aufgegebenen Fichtelgebirgs-Kaserne waren Fernmeldeteile der Luftwaffe stationiert.[17]

Wunsiedelnotgeld von 1918 mit Stadtmotiv auf der Rückseite

Bildung und Forschung

  • Städtische Sing- und Musikschule
  • Jean-Paul-Schule (Grund- und Hauptschule)
  • Luisenburg-Gymnasium
  • Sigmund-Wann-Realschule
  • Staatliche Wirtschaftsschule
  • Staatliche Fachschule für Steinbearbeitung mit dem Deutschen Naturstein-Archiv
  • Europäisches Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
  • Staatliche Berufsschule Marktredwitz-Wunsiedel
  • Landesjagdschule des Bayerischen Jagdverbandes (BJV)
  • Stadtarchiv
  • Stadtbibliothek
  • Haus des Fichtelgebirgsvereins
  • Volkshochschule des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge
  • Lernort Natur auf dem Katharinenberg
  • BayernLab Wunsiedel

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • August Tuppert, Arzt (1883)
  • Friedrich Meinel (1894)
  • Heinrich Hohenner, Professor der Geodäsie an der TH Darmstadt (1946)
  • Heiner Beer, Verleger und Buchdruckermeister (1950)
  • Elisabeth Jäger (1912–2012), Stadtchronistin und Stadtarchivarin (1987)
  • Monsignore Heinrich Benno Schäffler, katholischer Geistlicher und Gymnasiallehrer (2008)
  • Dr. Peter Seißer, ehem. Landrat, Heimatforscher, Buchautor (2016)

Söhne und Töchter der Stadt

Jean-Paul-Denkmal aus dem Jahr 1845
  • Sigmund Wann (um 1400–1469), Handelsherr, Stifter des Spitals, heute Fichtelgebirgsmuseum
  • Matthias Anomäus (1550–1614), Pädagoge, Mathematiker und Mediziner
  • Johann (Hans) Pachelbel (* 1613), Vater des Komponisten Johann Pachelbel
  • Johann Alexander Christ (1648–1707), Jurist und Bürgermeister von Leipzig
  • Johann Georg Pertsch (1694–1754), Jurist und Hochschullehrer
  • Johann Daniel Leers (1727–1774), Apotheker, Botaniker, Hochschullehrer
  • Eugen Johann Christoph Esper (1742–1810), Entomologe, Botaniker und Pathologe
  • Jean Paul (1763–1825), Schriftsteller
  • Christoph Friedrich Leers (1769–1825), Magistratsrat und Fabrikant, Stifter des Leers’schen Waisenhauses in Bayreuth
  • Heinrich Christian Funck (1771–1839), Apotheker, Botaniker und Mitbegründer der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft
  • Karl Ludwig Sand (1795–1820), Burschenschafter, Mörder August von Kotzebues
  • Heinrich Holzschuher (1798–1847), Sozialarbeiter, Pädagoge und Lieddichter (O du fröhliche)
  • Johann Christian Ziegler (1803–1833), Maler
  • Theodor Karl Eduard von Bomhard (1841–1945), Offizier der Bayerischen Armee
  • Hans Bunte (1848–1925), Chemiker und Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe
  • Johann Carl Fraas (1848–1938), Erfinder („Deutscher Edison“), Pionier der deutschen Technikgeschichte
  • Johann Konrad Unglaub (1860–1940), Oberingenieur und Erfinder, Vizepräsident der Reitfechtschule und Philatelist
  • Christian Döbereiner (1874–1961), bedeutender Violoncellist, Gambist, Dirigent und Musikschriftsteller
  • Wilhelm Wirth (1876–1952), oberfränkischer Psychologe
  • Ludwig Heinrich Jungnickel (1881–1965), Illustrator
  • Hannsheinz Bauer (1909–2005), Politiker, MdB, einer der „Väter des Grundgesetzes“
  • Heiner Grimm (1913–1985), Kunstmaler
  • Friedrich Müller (1923–2003), Lehrer und Sachverständiger für Naturwerkstein, Begründer des Naturstein-Archivs der Staatlichen Fachschule für Steinbearbeitung in Wunsiedel
  • Bruno Sansoni (1927–2018), analytischer Chemiker
  • Walther Tröger (* 1929), Jurist und Sportfunktionär, Präsident des NOK 1992–2002
  • Karl Braun (* 1952), Ethnologe und Hochschullehrer
  • Siegfried Roch (* 1959), Handball-Nationaltorhüter, Silbermedaillengewinner
  • Peter Meyer (* 1963), Politiker (Freie Wähler), bayerischer Landtagsabgeordneter und Landtagsvizepräsident
  • Wolfgang Haffner (* 1965), Jazz-Schlagzeuger
  • Klaus Unterburger (* 1971), katholischer Theologe

Mit Wunsiedel verbunden

  • Hans-Peter Friedrich (* 1957), deutscher Politiker der CSU, von März 2011 bis Dezember 2013 Bundesminister des Innern und seit 2017 Bundestagsvizepräsident, wohnt in Wunsiedel
  • Horst Hüttel (* 1968), Skisprungtrainer, wohnt in Wunsiedel

Literatur

  • Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz. Die Kunstdenkmäler von Bayern, VIII. Regierungsbezirk Oberfranken, Band 1. München 1954, ISBN 3-486-41941-2, S. 401–591.
  • Dietmar Herrmann: Eine historische Wanderung zur Kapelle St. Josef in Wunsiedel, in: Der Siebenstern 2010, S. 219–221
  • Dietmar Herrmann: Damals Bahnhof – heute Park, in: Der Siebenstern 2015, Heft 6, S. 14
  • Peter Seißer: Das Kriegstagebuch der Wunsiedler Volksschule von 1940 bis 1945, in: Archiv für Geschichte von Oberfranken, Band 95 (2015), S. 201–230
  • Der Erzähler vom Gabelmannsplatz, Heimatbeilage des Sechsämterbotens/Frankenpost mit vielen Abhandlungen über Wunsiedel
  • Das Brandunglück der Stadt Wunsiedel im Jahre 1834 und der Wiederaufbau derselben in den Jahren 1835 bis 1843. Ein Beitrag zur Stadtchronik mit 2 Situationsplänen. Gewidmet den Wohltätern der Stadt Wunsiedel nach dem Brande von 1834. Bayreuth 1848 (E-Kopie).
  • Johann Wilhelm Schricker: Kurze Geschichte von dem Ursprunge, den Begebenheiten und Veränderungen der Stdt Wunsiedel vom Jahre 1285 bis 1850. Wunsiedel 1852 (E-Kopie).
  • Ruckdeschel: Geschichte der königlich bayerischen Stadt Wunsiedel, der ehemaligen Hauptstadt der Sechsämter, nach schriftlichen gedruckten Quellen. Wunsiedel 1855 (E-Kopie).
  • Elisabeth Jäger: Wunsiedel 1163–1560 Band I einer Geschichte der Burg und der Stadt Wunsiedel (1987)
  • Elisabeth Jäger: Wunsiedel 1557–1632 Band II/1 einer Geschichte der Stadt Wunsiedel (1994)
  • Elisabeth Jäger: Wunsiedel 1810–1932 Band III einer Geschichte der Stadt Wunsiedel (1983)
  • Dr. Peter Seißer: Wunsiedel 1632–1810 Band II/2 einer Geschichte der Stadt Wunsiedel (2015)

Weblinks

 Commons: Wunsiedel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Wunsiedel – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Wunsiedel – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111206/200107&attr=OBJ&val=1314
  3. Geschichte von Wunsiedel, Bayern Online
  4. siehe Mittelalterliche Leprosorien in Bayern, Daten der Gesellschaft für Leprakunde (1995), abgerufen am 23. April 2017 (Memento des Originals vom 6. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muenster.org
  5. Jüdische Friedhöfe in Bayern
  6. Bernd Langer: Antifaschistische Aktion. Geschichte einer linksradikalen Bewegung. Unrast, Münster 2015, S. 223–234
  7. BVerfG-Beschluss vom 4. November 2009, Az.: 1 BvR 2150/08
  8. Hans Holzhaider: Ende einer Nazi-Pilgerstätte. Süddeutsche Zeitung (SZ), 20. Juli 2011.
  9. Rechts gegen Rechts Homepage; taz, 15. November 2014: Antifaschistischer Protest in Wunsiedel: Nazis sammeln unfreiwillig Spenden.; SZ, 16. November 2014: Aktion im bayerischen Wunsiedel: Neonazis marschieren unfreiwillig gegen Rechts
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700 und 701.
  11. Wunsiedel – Vorläufiges Ergebnis zur Stadtratswahl 2014, abgerufen am 19. Juli 2014.
  12. wunsiedel.de – Städtepartnerschaften der Festspielstadt Wunsiedel
  13. Quellen und Brunnen im Fichtelgebirge
  14. Constanze Werner: KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. Schnell und Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3795424831, S. 197–198. Nach Werner geschah der Mord am Zeitelmoos.
  15. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 200
  16. Offizielle Website. In: holztage.de. Abgerufen am 29. Januar 2017.
  17. Fernmelde- und Elektronische Aufklärung der Luftwaffe

Auf dieser Seite verwendete Medien

DEU Wunsiedel COA.svg
Die Burggrafen von Nürnberg erwarben 1285 die Burg Wunsiedel und das dazugehörige Land. 1326 erhoben sie den Ort zur Stadt. Aus dem Jahr 1384 sind Abdrucke eines Siegels überliefert, das um 1340 entstanden ist mit dem Vollwappen der Zollern mit Kübelhelm, Decke und Brackenkopf als Helmzier. Das zweite Siegel von 1394 enthält einen gevierten Schild mit der Zollernvierung in 1 und 4 und dem Großbuchstaben W als Stadtinitiale. Ein Siegel von 1462 hat wieder das zollerische Vollwappen. Das Siegel von 1482 wurde zur Vorlage der nachfolgenden Wiedergaben. Die älteste farbige Abbildung stammt von 1581. Das Wappen ist auch auf einem Relief von 1591 an der Ortskirche und von 1609 am Rathaus überliefert sowie auf Zinnmarken seit dem 17. Jahrhundert. Im Zuge der Wappenrevision zeigte die Zollernvierung die Farben Silber und Blau, die Stadtinitiale fiel weg. Der Bracke wurde eine Mauerkrone wie ein Halsband umgelegt. Anlässlich des Stadtjubiläums 1927 nahm die Stadt das Wappen in der Form von 1482 wieder an.
Wunsiedel Rathaus.JPG
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Rathaus Wunsiedel
Wappen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.svg
Wappen von Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Jean-Paul-Denkmal Wunsiedel.jpg
Autor/Urheber: Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird Schubbay als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben)., Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Description: Jean Paul-Denkmal von Ludwig Schwanthaler in Wunsiedel
Inschrift: WUNSIEDEL SEINEM JEAN PAUL FR[iedrich] RICHTER MDCCCXLV [1845]

  • Source: selbst fotografiert
  • Date: 5. April 2005
  • Author: Schubbay
Wunsiedel - Bibersbacher Str v N - Zentrum.jpg
Autor/Urheber: Flodur63, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Wunsiedel - Zentrum von Norden
Ganzsache, K. Unglaub - Wunsiedel 1911 - VS.jpg
Privat-Ganzsache, K. Unglaub - Wunsiedel 1911 - Vorderseite
Wunsiedel - Katharinenberg - Altstadt v O 03.jpg
Autor/Urheber: Flodur63, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Wunsiedel - Altstadt von Osten vom Katharinenberg
Wunsiedel Kirche Aposteln Seitenansicht.jpg
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Seitenansicht der Kirche zu den zwölf Aposteln in Wunsiedel.
Felsenlabyrinth 31 db.jpg
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Wunsiedelnotgeld.jpg
Notgeld aus Wunsiedel: 25 Pfennig Kriegsnotgeld der Stadt Wunsiedel von 1918 (verschiedene Stadtansichten auf der Rückseite)
Wunsiedel Greifvogelpark.JPG
Autor/Urheber: Corradox, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Greifvogelpark Wunsiedel
Wunsiedel in WUN.svg
Deutsch (de): Lagekarte von Wunsiedel, Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, Bayern, Deutschland.
   markierte Kommune
   andere Kommune im Gemeindeverband
   andere Kommunen im Landkreis
   andere Landkreise im (Bundes-)land
Sitz der Verwaltung eines Gemeindeverbands  Sitz der Verwaltung eines Gemeindeverbands
   ausländische Staaten
   andere (Bundes-)Länder
   Seen und Meere
   Flüsse und Küstenlinien

See also: Projekt Landkreiskarten

English (en): Locator map of Wunsiedel in District of Wunsiedel, Bavaria, Germany.
   highlighted municipality
   other municipalities in administrative body (Gemeindeverband, etc.)
   other municipalities in same district
   other districts in same state
administrative centre of a municipalities association  administrative centre of a municipalities association
   foreign countries
   other german states
   lakes and seas
   rivers and coastlines

See also: Projekt Landkreiskarten (German)

français (fr): Plan de localisation de la municipalité Wunsiedel dans L'arrondissement de Wunsiedel im Fichtelgebirge dans Bavière, Allemagne.
   la municipalité marqués
   autres municipalités dans le même canton (Amt)
   autres municipalités dans le même arrondissement
   autres arrondissements dans le même Land
siège de l'administration d'un syndicat intercommunal  siège de l'administration d'un syndicat intercommunal
   autres pays
   autres Länder allemands
   lacs et mers
   rivières

Voir aussi: Projet Landkreiskarten (allemand)

hornjoserbsce (hsb): Poziciska karta gmejny Wunsiedel, Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, Bayern, Němska.
   wuzběhnjena gmejna
   druhe gmejny w administratiwnym zwjazku (zarjadniski zwjazk etc.)
   druhe gmejny w samsnym wokrjesu
   druhe wokrjesny w samsnym kraju
administratiwne srjedźišćo gmejnskeho zwjazka  administratiwne srjedźišćo gmejnskeho zwjazka
   wukraj
   druhe němske kraje
   jězory a morja
   rěki a pobrjóhi

Hlej tež: projekt Landkreiskarten (němsce)

Nederlands (nl): Detailkaart van Wunsiedel in de Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, Bayern, Duitsland.
   gemarkeerde gemeente
   andere gemeenten in het gemeenteverband
   andere gemeenten in de landkreis
   andere landkreise in de deelstaat
Bestuurszetel van een gemeenteverband  Bestuurszetel van een gemeenteverband
   andere landen
   andere deelstaten
   meren en zeeën
   rivieren en kustlijnen

Zie ook: Projekt Landkreiskarten (Duits)

Esperanto (eo): Situomapo de Wunsiedel en Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, Bayern, Germanio.
   akcentita komunumo
   aliaj komunumoj en administra kunumunaro
   aliaj komunumoj en sama distrikto
   aliaj distriktoj en sama federacia lando
administra centro de kunumunaro  administra centro de kunumunaro
   ŝtatoj krom Germanio
   aliaj federaciaj landoj de Germanio
   lagoj kaj maroj
   riveroj kaj marbordoj

Vidu ankaŭ: Projekt Landkreiskarten (germane)

മലയാളം (ml): ജർമ്മനിയിലെ Bavaria, District of Wunsiedel, Wunsiedel ഭൂപടസ്ഥാനം.
   എടുത്തുകാണിക്കുന്ന നഗരസഭ
   ഭരണതലത്തിലുള്ള മറ്റ് നഗരസഭകൾ (ഗെമിൻഡർവാർഡ്, തുടങ്ങിയവ.)
   അതേ ജില്ലയിലുള്ള മറ്റ് നഗരസഭകൾ
   അതേ സംസ്ഥാനത്തുള്ള മറ്റ് ജില്ലകൾ
നഗരസഭാ സമിതിയുടെ ഭരണനിർവഹണ കേന്ദ്രം  നഗരസഭാ സമിതിയുടെ ഭരണനിർവഹണ കേന്ദ്രം
   വിദേശരാജ്യങ്ങൾ
   മറ്റ് ജർമ്മൻ സംസ്ഥാനങ്ങൾ
   തടാകങ്ങളും കടലുകളും
   നദികളും തീരപ്രദേശങ്ങളും

ഇതും കാണുക: Projekt Landkreiskarten (German)

Wunsiedel Innenstadt2.jpg
Autor/Urheber: ernstol, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ansicht Wunsiedel Innenstadt. März 2014