William Motherby

Dr. Motherby, Kopie nach der in der Gemäldegalerie Alte Meister befindlichen Miniatur von August Grahl, um 1832

William Motherby (* 12. September 1776 in Königsberg; † 16. Januar 1847 ebenda) war ein Arzt und Landwirt in Ostpreußen.

Leben

Wie sein Vater, der Kaufmann Robert Motherby, gehörte er zum Freundeskreis Immanuel Kants. William war noch sehr jung, als er in Königsberg studierte und sich für das Studium der Medizin entschied. In Edinburgh promovierte er zum Doktor der Medizin, wurde ein angesehener Arzt in Königsberg, und hatte sich um die Einführung der Kuhpockenimpfung verdient gemacht, wozu er zwei Schriften beisteuerte.

Motherbys Haus galt als Mittelpunkt geistiger Geselligkeit. Zu Williams Freundeskreis zählten viele bekannte Persönlichkeiten. Besonders seine Frau Johanna übte eine starke Anziehungskraft aus, so auf Wilhelm von Humboldt seit 1809 und Ernst Moritz Arndt, bezeugt durch einen langwährenden Briefwechsel. Johanna Motherby ließ sich später scheiden und war von 1824 bis 1833 mit dem Mediziner Johann Friedrich Dieffenbach verheiratet.

Motherby widmete sich allmählich ganz der Landwirtschaft, begründete den ostpreußischen Verein zur Beförderung der Landwirtschaft und war zuletzt dessen Direktor. Er trat mit einer Schrift über die Vorteile des Pferdefleisches hervor. Von 1827 bis 1847 war William Motherby Besitzer von Gut Arnsberg.[1]

Ein Jahr nach dem Tode Kants 1804 gab er die Anregung zu dem Erinnerungsmahl am Geburtstag des Philosophen, an dem sich dessen Tischfreunde als Gesellschaft der Freunde Kants alljährlich zu dem Bohnenmahl versammelten. Durch Zuwahl ergänzt sich dieser Kreis ständig bis auf den heutigen Tag, auch nach dem Verlust Königsbergs. Nach 1945 versammelten sich die Freunde Kants regelmäßig am 22. April zuerst in Göttingen, ab 1974 in Mainz (Rudolf Malter) und seit 2008 wieder in Königsberg.[2]

Familie

William Motherby heiratete 1806 Johanna Charlotte geb. Tillheim, 1783–1842 aus Königsberg, mit der er zwei Kinder hatte: Anna, genannt Nancy, geboren 1807, und Robert Motherby, der den Namen seines Großvaters erhielt, und wie sein Vater Arzt und Landwirt wurde.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Beschriftung des Bildnis: Kopie nach der in der Königlichen Gemäldegalerie befindlichen Miniatur, Bildnis des Königsberger Arztes Dr. Motherby, Nr. 198 F., Fach A. Dr. William Motherby geb. 1776 gest. 1847, Besitzer von Arnsberg 1827-47, Besitzer des Bildnis Robert Motherby [daneben Stempel: "Motherby Königsberg (Pr) Körteallee 34"], Königsberg .... (Tag und Monat nicht lesbar) 1911.
  2. Preußische Allgemeine Zeitung 2009

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Dr. William Motherby, about 1832.jpg
Photo of Portrait of the physician Dr. William Motherby of Königsberg. About 1832. Bust-length. A on ivory, 0,15 h. by 0,11 w.