Will Brandes

Electrola-Single Kiss Me, Honey Honey, Kiss Me von 1959
Chart­plat­zie­rungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
Teenager Melodie (& Conny)
 DE1901.12.1958(8 Wo.)
Was wär’ das alles ohne dich? (& Ruth Fischer)
 DE4401.12.1959(8 Wo.)
Marina
 DE101.10.1959(40 Wo.)
Annemarie
 DE3501.05.1961(12 Wo.)
Baby Twist
 DE201.11.1962(20 Wo.)
Baby-Babbel-Bossa-Nova
 DE901.12.1963(8 Wo.)

Will Brandes (* 11. Januar 1928 in Münstedt; † 8. April 1990 ebenda) war ein deutscher Schlagersänger.

Leben

Brandes absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre und ließ sich später in Braunschweig zum Operntenor ausbilden. Ab 1958 trat er als Schlagersänger in Erscheinung. Seinen ersten Schallplattenvertrag schloss er mit der Kölner Plattenfirma Electrola ab und versuchte sich zunächst mit deutschen Coverversionen englischsprachiger Erfolgstitel wie Wach auf little Susie (Wake Up Little Susie, Everly Brothers) oder King Creole (gleichnamig von Elvis Presley). Von Beginn an produzierte Electrola auch Duettaufnahmen mit Brandes und verschiedenen Sängerinnen. Mit Conny Froboess hatte er bereits 1958 seinen ersten größeren Erfolg. Die Titel Teenager Melodie und Ich möchte mit dir träumen, beide veröffentlicht unter der Katalognummer 21052, erreichten Platz 7 bzw. 13 in der Musikfachzeitschrift Musikmarkt. Weitere Partnerinnen waren Ruth Fischer und Hanna Dölitsch. Zu Brandes’ größtem Erfolg bei Electrola geriet die deutsche Adaption des italienischen Titels Marina, gesungen von Rocco Granata. Die Version von Will Brandes war zwischen Dezember 1959 und Mai 1960 19 Wochen in den deutschen Hitlisten vertreten und erreichte mit Platz 7 seine beste Notierung. Die Platte wurde bis Ende 1960 über 500.000 Mal verkauft. Zu dieser Zeit war es üblich, dass die Musikproduzenten dafür sorgten, dass ihre Künstler auch über den Kinofilm an Popularität gewannen. So erhielt auch Brandes die Gelegenheit, in zwei Musikstreifen mitzuwirken. 1959 sang er gemeinsam mit Conny Froboess und Rex Gildo in Hula-Hopp, Conny, und 1960 trat er zusammen mit Bill Ramsey und Dany Mann in dem Film Das Rätsel der grünen Spinne auf.

Als nach Marina Brandes’ Plattenkarriere insgesamt unbefriedigend verlief, wechselte er im Sommer 1961 zu der damals größten deutschen Plattenfirma Polydor. Nach fünf erfolglosen Veröffentlichungen, darunter eine Duettplatte mit Lolita, gelang Brandes im Herbst 1962 mit dem Titel Baby-Twist der größte Erfolg seiner Plattenkarriere. Es war ein Nachzieher des 1961 mit Ralf Bendix erfolgreichen Titels Babysitter-Boogie, den Bendix ebenfalls zur gleichen Zeit als Babysitter-Twist bei Electrola herausbrachte. Während Bendix 1961 mit dem Boogie einen Riesenerfolg schaffte, hatte Brandes mit seinem Twist deutlich die Nase vorn. Bendix konnte sich nur auf Rang 29 platzieren, dagegen stieß Brandes bis auf Platz zwei vor und wurde 22 Wochen lang im Musikmarkt notiert. Mit einem weiteren Baby-Song, dem Baby-Babbel-Bossa-Nova, erreichte Brandes im Dezember 1963 Platz neun im Musikmarkt, es war aber zugleich seine letzte Hitparadennotierung. Fernsehauftritte führten Brandes auch in die DDR, durch die es zu einer speziellen Zusammenarbeit mit der DDR-Plattenfirma Amiga kam. 1963 erwarb Polydor den von Amiga mit Lutz Jahoda veröffentlichten Titel Kartäuser Knickebein Shake und produzierte eine eigene Version mit Will Brandes (Katalognummer 52230). Zwei Jahre später veröffentlichte Amiga mit Brandes den nur in der DDR produzierten Song Ich hab keinen Zylinder (Katalognummer 450531). 1966 lief Brandes’ Plattenvertrag bei Polydor aus. 1967 nahm er mit seiner Tochter Marina noch eine Platte bei der kleinen Plattenfirma Alcora auf, danach zog er sich, abgesehen von einigen Nostalgie-Auftritten, aus dem Showgeschäft zurück. Er arbeitete anschließend als Kaufmann und im Gastronomiegewerbe. Brandes starb im Alter von 62 Jahren am 8. April 1990 in seinem Heimatort Münstedt.

Diskografie (45 rpm)

TitelKatalog-Nr.Veröffentlichung
Electrola
Wach auf little Susie / Die Musik ist gut (mit Ben Barry)8793Januar 1958
Wunderbares Mädchen / O Judie20936Juni 1958
Teenager-Melodie (mit Conny) / Ich möchte mit dir träumen (mit Conny)21052November 1958
King Creole / In Tonies Pizzeria21057November 1958
Kiss Me / Die Boys und Girls von heute21124April 1959
Komm / Gaucho, Gaucho21232Juli 1959
Marina / Casanova21305November 1959
Was wär’ das alles ohne dich (mit Ruth Fischer) / Eine Nacht in Barcelona21343Dezember 1959
Gärtner aus Liebe / Ich bin nur ein Spielmann21401März 1960
Du bist schön / Hallo Fräulein Amerika21547August 1960
Gaby / Ti amo21701Dezember 1960
Annemarie / Träumen von der Südsee21734*Februar 1961
Carolina Dai / Monegassen Gassenhauer21754März 1961
Kleine Möwe / Ahoi, ohe21822*Mai 1961
Ich sag’ du zu dir (mit Hanna Dölitsch) / Das hab’ ich mir schon lange gewünscht (mit Hanna Dölitsch)21833**Mai 1961
Polydor
Junge Mädchen / Baby, mein blondes Baby24635Oktober 1961
Musikanten der Liebe (mit Margot Eskens) / Ich möchte mit dir verheiratet sein (mit Margot Eskens)24647Oktober 1961
Rosen und Flieder / Himmelblaue Augen24701Dezember 1961
Seit ich dich gesehen / Ich freu mich auf heute Abend24836April 1962
Elisa / Oh Bella Magdalena24839April 1962
Baby-Twist / Traum24922Oktober 1962
Giovane, Giovane / Wenn die Sonne versinkt52042April 1963
Bleib’ immer bei mir, Manuela / O Valentino52153September 1963
Baby-Babbel-Bossa-Nova / Ein guter Stern (mit M. Grimm)52198November 1963
Kartäuser Knickebein Shake / Good Old Mississippi52230Dezember 1963
Hello, Dolly / Komm doch mit nach Mexiko52340Mai 1964
Rote Kirschen / Swanee River52408Dezember 1964
Rosa / Du darfst nicht weinen52606Dezember 1965
Alles für die Katz / Träum was schönes527111966
Sie war solide / Mein Darling528091966
Alcora
Romantische Liebe (Marina Brandes) / So weitT 41 MR 11967
Amiga (DDR)
Ich hab keinen Zylinder / Ausgerechnet Liszt heißt der Pianist (Enzo-Trio)4505311965
* auf Columbia, ** auf Odeon

Filmografie

Literatur

  • Frank Laufenberg: Rock&Pop Lexikon. Econ Taschenbuch Verlag 1998, ISBN 3-612-26207-6.
  • Angelika Binding, Lothar Binding: Der große Binding Single Katalog. 3. Auflage, Heidelberg 1994.
  • Hit Bilanz – Deutsche Chart Singles 1956–1980. Taurus Press 1990, ISBN 3-922542-24-7.

Quellen

  1. Chartquellen: DE

Auf dieser Seite verwendete Medien

Electrola E 21 124 Will Brandes.jpg
Autor/Urheber:

EMI Group

, Lizenz: PD-Schöpfungshöhe

Single von Electrola (E 21 124) aus dem Jahr 1959 mit Firmenlochcover und Mittelkreuz