Wiktorija Leleka

Wiktorija Leleka, 2026

Wiktorija Leleka, ukrainisch Вікторія Лелека (* 10. November 1990 in Perschotrawensk als Wiktorija Kornikowa, auch bekannt unter dem Künstlernamen Viktoria Leléka), ist eine ukrainische Jazzmusikerin (Gesang), die derzeit in Deutschland lebt. Mit dem Lied Ridnym (Ukrainisch: Рідним) vertrat sie die Ukraine beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien.

Leben und Wirken

Leleka stammt aus Perschotrawensk (heute Schachtarske) in der Oblast Dnipropetrowsk; 2014 zog sie nach Deutschland, wo sie ihre musikalische Laufbahn weiterverfolgte.[1] Ihr Künstlername „Leléka“ bedeutet „Storch“.[1]

Leleka erhielt ihren Bachelor-Abschluss in Darstellender Kunst/Schauspiel an der Nationalen Theater-, Film- und Fernsehhochschule „I. K. Karpenko-Kary“ in Kiew. Im Anschluss studierte sie Jazzgesang am Jazz-Institut Berlin und dann bei Céline Rudolph an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.[2]

Leleka sang im Berliner Chor Young Voices Brandenburg und mit der Big Band Flinstones in Berlin. Ebenfalls 2016 wurde sie Preisträgerin des StuVo Jazz Contest 2016 (Berlin) in der Kategorie „ungewöhnliche Interpretation eines Jazz-Standards“[2] und erhielt ein Stipendium für das International Vocal Jazz Camp der New York Voices.

2016 gründete Leleka in Berlin die Ethno-Jazzband Leléka mit Robert Wienröder, Thomas Kolarczyk und Jakob Hegner. Mit der Gruppe gewann Leleka 2017 den Creole – Global Music Contest und 2018 den „Europäischen Nachwuchs-Jazzpreis“ bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen;[3][4] beim Jungen Münchener Jazzpreis 2019 kam sie auf den zweiten Platz.[5] Roland Spiegel hob ihre „Stimme mit Aura und einem hellen, weichen Klang voll fesselnd natürlicher Kraft“ besonders hervor.[6] Mit dem Quartett, das auch in Ralf Dombrowskis Buch „111 Gründe Jazz zu lieben“ aufgenommen wurde, entstand nach der gleichnamigen EP Leléka (2017) 2019 mit Povel Widestrand als neuem Pianisten das Debütalbum Tuman.[7] Im September 2021 veröffentlichte Leléka das zweite Album Sonce u Serci bei GLM.[8] Das Quartett beschreibt sich als Folk-Jazz-Gruppe mit ausgeprägter Improvisationsfreude; 2022 war es in der Kategorie „Gruppe des Jahres“ für den Deutschen Jazzpreis nominiert.[1]

Im Februar 2026 gewann Leleka mit ihrem Beitrag Ridnym die Widbir 2026 und qualifizierte sich damit für den Eurovision Song Contest 2026, wo sie am 14. Mai im zweiten Halbfinale auftrat und sich erfolgreich für das Finale qualifizierte.[9] In der Endrunde des ukrainischen Vorentscheids erhielt sie dabei Höchstwertungen von Jury und Publikum.[1] Im Lied Ridnym wechseln sich Ukrainisch und Englisch ab, wobei der Text keine expliziten politischen Aussagen enthält.[1] Leleka erklärte, die Entstehung des Textes sei von ihren Eindrücken zu Beginn der russischen Invasion 2022 und den Demonstrationen in Berlin geprägt gewesen.[1] Ihre Auswahl löste in der Ukraine Diskussionen darüber aus, inwieweit im Ausland lebende Künstler das Land beim ESC repräsentieren; zugleich wurde ihre fortgesetzte Verbundenheit mit der Ukraine betont, einschließlich öffentlicher Unterstützung der Streitkräfte und der erklärten Absicht einer Rückkehr.[1]

Diskografie (Auswahl)

  • Ridnym (2026)
Commons: Viktoria Leléka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Barbara Oertel: Eurovision Song Contest: Darf der Storch für die Ukraine singen? In: taz.de, 9. Februar 2026, abgerufen am 9. Februar 2026.
  2. a b Leleka (Kurzporträt)
  3. Leleka (Webpräsenz)
  4. Ethno-Jazz-Band Leléka aus Berlin gewinnt 10. Europäischen Nachwuchsjazzpreis
  5. 3 aus 34: 7. Junger Münchner Jazzpreis 2019 mit grandiosem Konzertfinale (Jazzzeitung)
  6. Festivalbericht Burghausen (Jazzthetik)
  7. Tuman (Bandcamp)
  8. Review (jazzfun.de)
  9. Eurovision 2026: The Second Semi-Final Qualifiers. In: eurovision.com. 14. Mai 2026, abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).

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Eurovision Song Contest 2026 Wien, Bild zeigt:Leleka (Ukraine)