Werse

Werse
rechter Hauptstrang-Oberlauf: Kollenbach

Mündung der Werse in die Ems bei Münster-Gelmer

Daten
GewässerkennzahlDE: 32
LageKreis Warendorf und Münster (kreisfreie Stadt); Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
FlusssystemEms
Abfluss überEms → Nordsee
Ursprungan den Beckumer Bergen in Beckum
51° 45′ 29″ N, 8° 2′ 53″ O
Quellhöhe112 m ü. NHN[1][2]
Mündungbei Münster-Gelmer in die EmsKoordinaten: 52° 2′ 5″ N, 7° 40′ 58″ O
52° 2′ 5″ N, 7° 40′ 58″ O
Mündungshöhe41 m ü. NHN[1][2]
Höhenunterschied71 m
Sohlgefälle1,1 ‰
Länge66,6 km[1]
Einzugsgebiet762,47 km²[1]
Abfluss am Pegel Ahlen[3]
AEo: 46,62 km²
Lage: 52,23 km oberhalb der Mündung
NNQ (17.09.1997)
MNQ 1976/2008
MQ 1976/2008
Mq 1976/2008
MHQ 1976/2008
HHQ (03.05.2001)
4 l/s
80 l/s
613 l/s
13,1 l/(s km²)
14,7 m³/s
87,1 m³/s
Abfluss am Pegel Albersloh[4][5]
AEo: 321,58 km²
Lage: 27,47 km oberhalb der Mündung
NNQ (02.09.2008)
MNQ 1960/2014
MQ 1960/2014
Mq 1960/2014
MHQ 1960/2014
HHQ (05.12.1960)
26 l/s
232 l/s
2,92 m³/s
9,1 l/(s km²)
48,3 m³/s
109 m³/s
Linke Nebenflüssesiehe Zufluss-Auflistung
Rechte Nebenflüssesiehe Zufluss-Auflistung
GroßstädteMünster
MittelstädteAhlen, Beckum
KleinstädteDrensteinfurt, Sendenhorst
Die Werse am Osttor in Beckum
Eine Werseschleife in Handorf

Die Werse ist ein 67 km[1] langer, südlicher und linker Zufluss der Ems im Münsterland. Sie fließt im Kreis Warendorf und in der kreisfreien Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen. Ihr Einzugsgebiet ist 762,47 km²[1] groß, und die Gewässergüte ist in die Güteklasse II–III, abschnittsweise in Güteklasse II, eingestuft. Der Fluss ist durch mehrere Überfallwehre reguliert.

Name

Der älteste urkundliche Beleg des Namens der Werse stammt aus dem Jahr 1189 als Werse, und aus dem Jahr 1279 stammt die Form de Wersa. Für das Jahr 1316 erscheint in lateinisch der Eintrag molendino dicto Wersa, also ein Mühlort, beziehungsweise eine Wassermühle die (an der) Werse genannt wird. Für das 15. Jahrhundert liegen niederdeutsche Belege (1456) to Werze un (1498) up der Werse vor, des Weiteren aus dem Flussnamen gebildete Ortsnamen wie beispielsweise aus dem 11. Jahrhundert ein van Wersetharpa, Wersitharpa.

Der Name lässt sich sicher als mit einer germanischen Herkunft feststellen. Für die Erklärung, beziehungsweise namenkundlich-etymologische Deutung sind zwei Lösungsmöglichkeiten plausibel:

  • geht der Name der Werse auf einen germanischen Flussnamen War-is-ō zurück; eine s-Ableitung zu germanisch war- aus protogermanisch uor- zur indogermanischen Wurzel h2uer- mit der Bedeutung für „feucht (sein)“ zurück.
  • auf germanisch Wer-s-ō mit s-Suffix von der gleichen indogermanischen Wurzel h2uer- mit derselben Bedeutung wie in der ersten Option.[6]

Geographie

Verlauf

Die Werse entsteht in der Kernstadt des bei den Beckumer Bergen liegenden Beckum aus den drei Quellbächen Kollenbach, Siechenbach und Lippbach. Als Hauptoberlauf gilt der auch längste Kollenbach, der von links den Siechenbach aufnimmt und dann sich mit dem wiederum von links kommenden Lippbach an der Oststraße beim ehemaligen Osttor der einstigen Stadtbefestigung zur Werse vereint.

In Beckum fließen Kollenbach und Werse in einem Bogen erst südlich, dann westlich um die Altstadt. Unterhalb der Kernstadt läuft sie dann in Richtung Westen nach Ahlen. Entlang der Kernstadt von Ahlen dreht sie nach Nordwesten und gelangt nach Drensteinfurt. Hiernach wendet sie sich etwa nach Norden und fließt durch Albersloh. Dann passiert sie östlich die Kernstadt von Münster und läuft durch den Münsteraner Stadtteil Handorf.

Etwas weiter nördlich passiert sie erst die ehemalige Turmhügelburg Haskenau und dann den Münsteraner Stadtteil Gelmer, wonach sie in die dort etwa von Osten kommende Ems mündet.

Einzugsgebiet und Zuflüsse

Das Einzugsgebiet der Werse ist 762,47 km²[1] groß. Zu ihren Zuflüssen gehören (flussabwärts betrachtet):

  • Siechenbach (noch in den Kollenbach)
  • Lippbach (linker Quellbach)
  • Rüenkolk
  • Rattbach
  • Stelterbach
  • Elkerbach
  • Landwehrgraben
  • Olfe
  • Kälberbach
  • Kleine Olfe
  • Allendorfbach
  • Brockhauser Bach
  • Prillenbach
  • Erlebach
  • Austermanngraben
  • Suerbach
  • Pellengahrbach
  • Umlaufbach
  • Flaggenbach
  • Ahrenhorster Bach
  • Moorbach
  • Westerbach
  • Emmerbach
  • Angel
  • Vornholtgraben
  • Loddenbach
  • Honebach
  • Wersebach
  • Laerbach
  • Pleistermühlenbach
  • Kreuzbach
  • Schmorbach
  • Graelbach
  • Hammelbach
  • Juffernbach
  • Lammerbach
  • Edelbach
  • Hornbach

Ortschaften

Zu den Ortschaften an der Werse gehören (flussabwärts betrachtet):

Wassermühlen

Wassermühlen an der Werse sind/waren unter anderem (flussabwärts betrachtet):

  • Wersemühle
  • Verings Mühle
  • Pleistermühle
  • Sudmühle
  • Havichhorster Mühle

Fauna

Zur Fischfauna der Werse gehören unter anderem Aale, Bachforellen, Flussbarsche, Hechte, Karpfen, Schleien, Welse und Zander sowie Weißfischarten wie Brassen, Döbel, Rotaugen, Rotfedern und Schneider. Außerdem leben am Fluss teils seltene Tiere wie Eisvögel und Ringelnattern.

Gewässergüte

Die Gewässergüte der Werse ist in die Güteklasse II–III, abschnittsweise in Güteklasse II eingestuft. Einträge aus kommunalen Kläranlagen, Fischteichen, besonders aber diffuse Einträge aus der Landwirtschaft belasten den Stoffhaushalt der Werse und führen auf der gesamten Fließstrecke, vor allem in Rückstaubereichen zu Eutrophierung, also zur Anreicherung des Wassers mit Nährstoffen.

Sport und Tourismus

Kanusport auf der Werse im Winter

Die Werse ist Heimatfluss der Kanusportvereine Albersloher Kanu Club 1989 e. V., TG Münster Paddelabteilung, Paddelsport Münster von 1923 e. V. und Kanuverein Münster 1922 e. V. Weiterhin sind viele Bootshäuser von Studentenverbindungen dort zu finden. Vor allem im Sommer wird der Fluss intensiv durch kommerzielle Bootsverleiher genutzt.

Auf dem Flussabschnitt zwischen Sudmühle und Pleistermühle verkehrte im 19. Jahrhundert in den Sommermonaten mehrmals täglich ein kleines Dampfboot.[7]

Die Werse ist beliebtes Angelgewässer und unter anderem Pachtgewässer der Vereine Angelsportverein Ahlen e. V., Angelverein Wersetal 80 e. V. und ASC Rinkerode e. V.

Im April 2007 wurde der Werseradweg eröffnet, der bereits in Rheda-Wiedenbrück beginnt und auf 122 km entlang der Werse bzw. durch die von ihr geprägte Landschaft verläuft. Er endet bei der Einmündung in die Ems bei Münster-Gelmer.

Verschiedenes

Überregional bekannt ist die Werse als Namensgeber des in Ahlen direkt am Fluss stehenden Wersestadions, der Heimstätte des Fußballvereins Rot Weiss Ahlen.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. a b Deutsche Grundkarte 1:5000
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, abgerufen am 22. Januar 2016 (PDF, deutsch, 6184 kB).
  4. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2014. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, S. 265, abgerufen am 4. Oktober 2017 (PDF, deutsch, 8805 kB).
  5. NNQ aus Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, abgerufen am 22. Januar 2016 (PDF, deutsch, 6184 kB). (2014er Wert ist 0,068 m³/s)
  6. Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Etymologie der Gewässernamen und der dazugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. Verlag de Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-019039-7, S. 585.
  7. Mittel- und Norddeutschland: Handbuch für Reisende. Ausgabe 14 (1885), S. 329, auf books.google.com

Weblinks

 Commons: Werse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Auf dieser Seite verwendete Medien

Wersemuendung.jpg
(c) Pr, CC-BY-SA-3.0
Mündung der Werse in die Ems bei Münster-Gelmer; Bereich im Naturschutzgebiet „Emsaue“ (NSG MS-013)
Werse January2010.JPG
Autor/Urheber: Marvin 101, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Kanusport auf der Werse im Winter; nahe Pleistermühle in Münster, Werse-Abschnitt im Landschaftsschutzgebiet „Werse-Ems-Niederung, Kreuzbach, Angel und Wolbecker Tiergarten“
20140601 122514 Werseschleife in Handorf, Münster (DSC02144).jpg
© Günter Seggebäing, CC BY-SA 3.0

Werseschleife in Handorf, Münster, Nordrhein-Westfalen.
Das Foto entstand während des Münsterland-Fotoflugs am 1. Juni 2014.
Hinweis: Die Aufnahme wurde aus dem Flugzeug durch eine Glasscheibe hindurch fotografiert.

Commonist.svg
Diese Datei wurde mit Commonist hochgeladen.