Weltethos-Institut Tübingen

Weltethos-Institut Tübingen
Weltethos-Institut Tübingen
Weltethos-Institut Tübingen
Kategorie:An-Institut
Träger:Weltethos-Stiftung
Karl Schlecht Stiftung
Universität Tübingen
Bestehen:seit 2012
Standort der Einrichtung:Tübingen
Unmittelbar vorher:Claus Dierksmeier
Art der Forschung:Grundlagenforschung
Fächer:Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften
Fachgebiete:Ethik
Leitung:Ulrich Hemel (Direktor)
Bernd Villhauer (Geschäftsführer)
Homepage:www.weltethos-institut.org

Das Weltethos-Institut Tübingen (WEIT, auch engl. Global Ethic Institute) ist ein An-Institut der Universität Tübingen, das sich insbesondere mit Themen der Wirtschafts- und Unternehmensethik auseinandersetzt. Es wurde im Jahr 2011 von der Stiftung Weltethos, der Karl Schlecht Stiftung und der Universität Tübingen ins Leben gerufen. Ziel der Arbeit des Instituts ist die Weiterentwicklung der Weltethos-Idee für Wirtschaft und Zivilgesellschaft durch Forschung, Lehre und Praxistransfer.[1]

Entstehung

Hintergrund für die Errichtung des WEIT ist das Projekt Weltethos des Schweizer Theologen Hans Küng. Küng geht davon aus, dass allen Weltreligionen ein gemeinsames Weltethos zugrunde liegt. Konkret lässt sich dieses Weltethos auf die Prinzipien der Goldenen Regel und des Humanismus sowie auf vier Formeln herunterbrechen: Gewaltlosigkeit und Ehrfurcht vor allem Leben, Solidarität und Gerechtigkeit, Toleranz und Wahrhaftigkeit sowie Gleichberechtigung und Partnerschaft zwischen Mann und Frau.[2]

Zur Förderung und Verbreitung dieser Idee existiert seit 1996 die Stiftung Weltethos in Tübingen. Diese war kurz vor der Emeritierung Küngs an der dortigen Universität mit Kapital des Stifters Karl Konrad von der Groeben gegründet worden. Im Jahr 2009 hatte die Stiftung Weltethos gemeinsam mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft das Manifest Globales Wirtschaftsethos erarbeitet.[3] Im Jahr 2011 ermöglichte dann eine neuerliche Stiftung des süddeutschen Unternehmers Karl Schlecht die Errichtung eines Weltethos-Instituts mit Fokus auf interkulturelle Fragen der Globalisierungs- und Wirtschaftsethik. Über die von ihm ins Leben gerufene Karl Schlecht Stiftung sicherte er dem zu gründenden Institut die Grundfinanzierung zu. Dies führte zur Gründung des WEIT in Zusammenarbeit der Stiftung Weltethos mit der Universität Tübingen im April 2012. Zum Direktor des neu entstandenen Instituts wurde seinerzeit der Bostoner Professor Claus Dierksmeier ernannt.[4] Seit Juni 2018 ist Ulrich Hemel der Direktor des Weltethos-Instituts.[5]

Forschung

Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Fundierung eines Wirtschafts- und Globalisierungsethos. Dazu verfügt es über eine Professur für Globales Wirtschaftsethos.[6]

Konkret betreibt das Weltethos-Institut einerseits Grundlagenforschung sowohl für eine Ethik der Globalisierung als auch im Bereich der Wertefundierung im Business. Dabei wird explizit ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der Ergebnisse verschiedener Geistes- und Sozialwissenschaften einbindet.

Lehre

In Kooperation mit internen und externen Dozenten bietet das Institut regelmäßig Lehrveranstaltungen zum Thema Ethik und Wirtschaft sowie Globalisierungsfragen an der Universität Tübingen an.[7] Pro Semester werden etwa zwölf Seminare angeboten. Zum Teil ist das Institut auch an Bildungseinrichtungen außerhalb der Universität aktiv.[8]

Wirken

Neben der Forschungstätigkeit ist der Praxistransfer ein zentraler Grundpfeiler der Arbeit des Instituts. Das WEIT ist unter anderem Mitglied der UN-Initiative Principles for Responsible Management Education (PRME) als Teil des Global Compact, der Gesellschaft für Nachhaltigkeit e.V. (GfN), des Netzwerk Plurale Ökonomik und des Humanistic Management Network.[9][10][11] Es veranstaltet und beteiligt sich regelmäßig an Symposien und Workshops mit Unternehmern und Wissenschaftlern aus dem Bereich der Wirtschaftsethik. In seinen Räumlichkeiten richtet es verschiedene Veranstaltungen, wie etwa die halbjährliche Reihe Klüger wirtschaften, aus, in deren Rahmen unter anderem Max Otte, Sahra Wagenknecht, Viktor Vanberg, Joachim Starbatty, Karl-Heinz Brodbeck, Birger Priddat, Franz Alt, Heiner Geißler und Christian Felber bereits zu Gast waren.[12] Zudem beherbergt es in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen und bietet eine Koordinationsplattform für lokale studentische Initiativen, die sogenannte World Citizen School.

Siehe auch

  • Weltethos – Das von Hans Küng ins Leben gerufene Weltethos-Projekt ist die globale Sammlung von Initiativen, in die das WEIT sich einordnet.
  • Manifest Globales Wirtschaftsethos – Das von Führungskräften aus Politik und Wirtschaft in Kooperation mit Wirtschaftsethikern ausgearbeitete Manifest bildet die programmatische Grundlage für das WEIT.

Einzelnachweise

  1. Hans Küng: Handbuch Weltethos. Eine Vision und ihre Umsetzung. Piper Verlag, München 2012, ISBN 978-3-492-30059-9, S. 134.
  2. Hans Küng: Dokumentation zum Weltethos. Piper Verlag, München 2002, ISBN 3-492-23489-5, S. 25ff.
  3. Stiftung Weltethos: Globales Wirtschaftsethos. Homepage der Stiftung Weltethos. Abgerufen am 18. April 2016.
  4. Küng eröffnet Weltethos-Institut. Südwest Presse. Abgerufen am 18. April 2016.
  5. Das Team. In: weltethos-institut.org. Weltethos-Institut Tübingen.
  6. Hans Küng: Handbuch Weltethos. Eine Vision und ihre Umsetzung. Piper Verlag, München 2012, ISBN 978-3-492-30059-9, S. 136.
  7. Weltethos-Institut: Lehrveranstaltungen. Homepage des Weltethos-Instituts. Abgerufen am 20. April 2016.
  8. Experten sprechen zu Wirtschaftsthemen am Studienkolleg Obermarchtal. schwäbische.de. Abgerufen am 20. April 2016.
  9. PRME Chapter DACH. Homepage des PRME. Abgerufen am 20. April 2016.
  10. Assoziierte Gruppen. Homepage des Netzwerks Plurale Ökonomik. Abgerufen am 20. April 2016.
  11. Weltethos-Institut: Mitgliedschaften. Homepage des Weltethos-Instituts. Abgerufen am 20. April 2016.
  12. Weltethos-Institut: Aktuelles. Homepage des Weltethos-Instituts. Abgerufen am 20. April 2016.

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