Weltbevölkerung

Entwicklung der Weltbevölkerung. Oben: absolut in Millionen Menschen; unten: relativer Zuwachs pro Jahr in %

Als Weltbevölkerung bezeichnet man die Anzahl der Menschen, die auf der Erde leben bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt gelebt haben (oder laut Hochrechnungen leben werden). Die Disziplinen Demografie und Bevölkerungsgeografie untersuchen den Stand, die historische Entwicklung, die räumliche Verteilung sowie die Dynamik der Weltbevölkerung und erstellen Prognosen.

Die Weltbevölkerung umfasste im Oktober 2018 rund 7,63 Milliarden Menschen.[1] Die UNO rechnet für den Zeitraum 2015 bis 2020 mit einem Bevölkerungswachstum von rund 78 Millionen Menschen pro Jahr.[2] Die Vereinten Nationen erwarten 2050 etwa 9,7 Milliarden Menschen auf dem Globus. Für das Jahr 2100 werden 10,9 Milliarden Menschen prognostiziert.[3] Nach dem Weltbevölkerungsbericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen wurde die Sieben-Milliarden-Menschen-Marke am 31. Oktober 2011 überschritten.[4] Die Festlegung auf einen Tag ist dabei als symbolischer Akt zu verstehen, weil diese Schätzung der Weltbevölkerung mit einer Unsicherheit von bis zu ±5 % behaftet ist.[5]

Historische Entwicklung der Weltbevölkerung

Theorie der Ausbreitung des Menschen in der zweiten Siedlungswelle ab etwa 40.000 Jahren vor heute

Der moderne Mensch (Homo sapiens) ist nach dem Aussterben der Neandertaler vor 30.000 Jahren und des Homo floresiensis vor 60.000 Jahren die einzige überlebende Art der Gattung Homo. Nach der Theorie des genetischen Flaschenhalses erlitt der moderne Mensch den für seine Existenz bedrohlichsten Rückgang seiner Bevölkerung vor 75.000 Jahren, als sich nach dem Ausbruch des Supervulkans Toba (heute der Tobasee auf Sumatra) weltweit nur 1.000 bis 10.000 Menschen retten konnten (siehe auch Toba-Katastrophentheorie). Danach verbreitete sich der moderne Mensch von Afrika aus über alle anderen Kontinente. Bis zum Ende der letzten Kaltzeit vor 10.000 Jahren lebten dann etwa 5 bis 10 Millionen Menschen weltweit.

Die Größe der Weltbevölkerung vor 2000 Jahren wird auf 170 bis 400 Millionen geschätzt, die UNO geht von 300 Mio. aus. Das Römische Reich soll zu Beginn unserer Zeitrechnung 57 Mio. Menschen gezählt haben, das Chinesische Reich 75 Mio. Einwohner. Vor 1000 Jahren lebten 250 bis 350 Mio. Menschen, die UNO nimmt 310 Mio. an. Nach diesem Stillstand der Bevölkerungsentwicklung im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung begann das Wachstum im Hochmittelalter erneut, erlitt im Spätmittelalter jedoch Einbrüche durch Pest, Pocken und andere Seuchen.

Vor 500 Jahren betrug die Weltbevölkerung 425 bis 540 Mio., die UNO geht von 500 Mio. aus. Im Laufe des 16. Jahrhunderts soll die amerikanische Bevölkerung (Indianer) durch eingeschleppte Seuchen von etwa 50 Mio. auf nur noch 5 Mio. zurückgegangen sein, während in Europa und Asien die Bevölkerung weiter zunahm. Das weltweite Wachstum stieg im 18. Jahrhundert dauerhaft über 0,5 % im Jahr und Mitte des 20. Jahrhunderts für einige Jahrzehnte sogar über 2 %, so dass man von einer Bevölkerungsexplosion sprechen kann.

Neuzeit

Nach dem Jahr 1700 setzte ein rapides Bevölkerungswachstum ein und erstmals in der Menschheitsgeschichte lag die Verdopplungzeit im Bereich von Jahrhunderten und schließlich Jahrzehnten. Um das Jahr 1800 überschritt die Weltbevölkerung eine Milliarde Menschen. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung fast vervierfacht. 1927: 2 Milliarden, 1960 (nach 33 Jahren): 3 Milliarden, 1974 (nach 14 Jahren): 4 Milliarden, 1987 (nach 13 Jahren): 5 Milliarden, 1999 (nach 12 Jahren): 6 Milliarden und 2011 (nach 12 Jahren): 7 Milliarden Menschen. Bei einem Bevölkerungswachstum von jährlich rund 80 Millionen Menschen steigt die Zahl der Erdenbürger jeden Tag um fast 220.000 und in jeder Minute um über 150 Menschen.

Seit Ende der 1960er-Jahre nimmt das jährliche Wachstum prozentual wieder ab: von damals 2,1 % auf 1,15 % im Jahr 2009. Seit Ende der 1980er-Jahre nimmt das jährliche Weltbevölkerungswachstum auch in absoluten Zahlen ab: von damals 87 Millionen auf 79 Millionen im Jahr 2009.

Die Gesamtzahl der Kinder unter 15 Jahren lag ab etwa 2000 ungefähr gleichbleibend bei knapp unter 2 Milliarden.[6] Laut einer Statistik der Weltbank erreichte ihre Zahl mit 1,844 Milliarden im Jahr 1999 einen zeitweisen Höchststand, sank auf 1,828 Milliarden im Jahr 2005 ab und stieg anschließend wieder allmählich an. Ihre Gesamtzahl liegt weiterhin bei knapp unter 2 Milliarden.[7] Während die Gesamtzahl sich von 1960 bis 2000 nahezu verdoppelte und sich seitdem kaum änderte, stieg ihr Anteil an der Weltbevölkerung ab 1960 nur kurzzeitig an, erreichte 1966 einen Höchstwert von 40 % und fiel danach kontinuierlich bis auf 26 % ab (Stand: 2017).[8]

Der überwiegende Anteil des Bevölkerungswachstums findet derzeit in den Entwicklungsländern bzw. in den wenig entwickelten und ärmeren Staaten der Welt statt. In einigen höher entwickelten Ländern – insbesondere den meisten ehemaligen Ostblock-Staaten – nimmt die Bevölkerung dagegen ab.

Prognosen und Szenarien

UNO-Bevölkerungsanalyse und -prognose nach Kontinenten[9]
Entwicklung der Weltbevölkerung (und der Wiederkäuer-Nutztierpopulationen) nach „World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice“ 2017[10]

Die UNO erwartet mit Stand 2010 bei mittlerer Projektion bis 2025 8,17 Milliarden und bis 2100 10,9 Milliarden Menschen.[11] 1975 betrugen die Prognosen für 2010 7,6 Milliarden Menschen (tatsächlich waren es 6,9 Mrd.), für 2100 12,3 Milliarden.[12] Bei der Prognose aus dem Jahr 2015 gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau (Fertilitätsrate) von heute 2,5 Kindern pro Frau weltweit bis zum Jahr 2100 unter das sogenannte Ersatzniveau (2,1) auf zwei Kinder pro Frau sinken wird.[13]

Wenn die durchschnittliche Kinderzahl um ein halbes Kind pro Frau höher läge, würde die Weltbevölkerung bis 2100 auf 16,6 Milliarden Menschen anwachsen (hohe Variante). Bei einem halben Kind weniger würden im Jahr 2100 nur noch 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben (niedrige Variante).[13]

Neben der Fertilitätsrate hängt die Bevölkerungsentwicklung wesentlich von der – als allgemein weiter steigend angenommenen – Lebenserwartung und insbesondere der Kindersterblichkeit ab. Bei der regionalen Verteilung spielen auch Wanderungsbewegungen eine wichtige Rolle.

In der Vergangenheit haben die Prognosen die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung fast immer deutlich überschätzt. Hierfür ist allerdings vor allem die Fehleinschätzung der Entwicklung in der Volksrepublik China verantwortlich, wo das Bevölkerungswachstum sehr viel deutlicher sank als allgemein erwartet. In den 1960er Jahren erlangte die pessimistische Berechnung eines amerikanischen Bevölkerungsstatistikers Aufmerksamkeit, wonach bis zum 21. Juni 2116 die Weltbevölkerung so angestiegen sein würde, dass für jeden Menschen nur noch ein Stehplatz auf der Erdoberfläche zur Verfügung stehen werde.[14]

Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung im Jahr 2004 betrug gemäß WHO 27,6 Jahre und wird nach UNO-Angaben bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf 38,1 Jahre steigen. Die UNO erwartet bis zum Jahr 2050 einen weltweiten Zuwachs bei den über 60-Jährigen von jetzt gut 10 % auf dann knapp 22 % bei gleichzeitigem Rückgang des Bevölkerungsanteils der Kinder bis 15 Jahre von jetzt knapp 30 % auf knapp 20 %.

Die Weltbevölkerung nach Kontinenten

Weltbevölkerung nach Kontinenten (in Mio.)[15]
201620302050
Asien443749465327
Afrika120316812527
Amerika99711171220
Europa740744728
Ozeanien405166
Welt741885399869

Die folgenden Bevölkerungszahlen und -projektionen sind dem DSW-Datenreport 2016[15] der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2016 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureau: 2016 World Population Data Sheet.[16]

Historische Entwicklung

400 v. Chr. bis heute

Weltbevölkerung nach Kontinenten (Asien dreigeteilt), von 400 v. Chr. bis heute[17]

Zur Zeitenwende lebten etwa 69 % der Weltbevölkerung in Asien (31 % in China, 21 % in Indien und ca. 18 % im restlichen Asien), 18 % in Europa, 10 % in Afrika und 3 % in Amerika und dem Rest der Welt. Diese Anteilsverhältnisse blieben bis zum Jahr 1800 weitgehend konstant.[17]

Indien hatte im frühen Mittelalter seinen prozentual größten Anteil an der Weltbevölkerung mit 30 %. In dieser Zeit lag Europa mit 13 % auf einem historischen Minimum.[17]

China hatte drei Maxima um die Jahre 200, 1200, und 1800 mit Anteilen über 30 %, dazwischen Perioden um die 20 %.[17]

Der Anteil von Nord- und Südamerika blieb lange gering und hatte um 1700 ein historisches Tief mit nur 2 %. Er nahm jedoch seit 1800 stark zu und erreichte 1975 die 15-%-Marke.[17]

Afrika schwankte zwischen 7 und 13 %, wobei sein Anteil, um 1900 auf einem historischen Tief angekommen, im Verlauf des 20. Jahrhunderts wieder rasch aufholte.[17]

Um 1900 erreichte Europa sein Maximum mit 24 %, seither fiel es wieder ab. Zeitgleich befand sich Indien auf seinem historischen Minimum mit 18 %.[17]

1950 bis 2010

Folgendes Diagramm zeigt die Entwicklung der Bevölkerung der Welt und ihrer Kontinente von 1950 bis 2010 (in Millionen; NA.: Nordamerika, AA.: Südamerika, Zentralamerika, Karibik, OZ.: Ozeanien):[18]

Aktueller Stand

Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung
Die Weltbevölkerung 2011
Bevölkerung der vier größten Staaten 2011
Bevölkerungstabelle 2011

Die Angaben zu einer Weltbevölkerung von 7418 Millionen Menschen sind dem DSW-Datenreport 2016[19] der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2016 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureau: 2016[16] World Population Data Sheet.

Nebenstehende Karten und Tabellen:

  • Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung
  • Die Weltbevölkerung 2011
  • Bevölkerung der vier größten Staaten 2011
  • Bevölkerungstabelle 2011

bieten einen vollständigen Überblick zur Verteilung einer Weltbevölkerung von genau sieben Milliarden Menschen auf die in der Liste der Staaten der Erde (am Ende des Jahres 2011) angeführten 206 Staaten:

  1. Karte: Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung – beinhaltet einen farblich gegliederten Überblick zur Bevölkerungsverteilung auf die Kontinente, wobei jedes Feld für ein Prozent der Weltbevölkerung steht.
  2. Karte: Die Weltbevölkerung 2011 – beinhaltet die 136 größeren Staaten mit jeweils mehr als 0,05 % der Weltbevölkerung. In diesen 136 der 206 Staaten leben zusammen 99,2 % der Weltbevölkerung.
  3. Karte: Staaten Bevölkerung 2011 – beinhaltet die Regionen der vier größten Staaten (China, Indien, USA, Indonesien) mit zusammen 45,0 % der Weltbevölkerung, sowie eine Auflistung der 70 kleineren Staaten mit zusammen 0,8 % der Weltbevölkerung.
  4. Karte: Bevölkerungstabelle 2011 – beinhaltet die Bevölkerungszahlen der Kontinente und der 206 Staaten zum Zeitpunkt an dem sieben Milliarden Menschen auf der Welt lebten.

• Quellen der Bevölkerungszahlen nebenstehender Karten: DSW-Datenreport 2011 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2011 (teilweise auf die nächste Million gerundet), sowie die Volkszählungsergebnisse in China, Indien, USA und Indonesien im Jahr 2010 bzw. 2011 (gerundet zur Angleichung an die Bevölkerungszahlen des DSW-Datenreport 2011)

Die bevölkerungsreichsten Staaten

Die 16 bevölkerungsreichsten Staaten 2011

Die Angaben sind dem DSW-Datenreport 2016 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2016 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureau: 2016 World Population Data Sheet.

  1. China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China: 1.386 Millionen (etwa 18,7 % der Weltbevölkerung)
  2. IndienIndien Indien: 1.329 Mio. (17,8 %)
  3. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten: 324 Mio. (4,4 %)
  4. IndonesienIndonesien Indonesien: 260 Mio. (3,5 %)
  5. BrasilienBrasilien Brasilien: 206 Mio. (2,8 %)
  6. PakistanPakistan Pakistan: 203 Mio. (2,7 %)
  7. NigeriaNigeria Nigeria: 187 Mio. (2,5 %)
  8. BangladeschBangladesch Bangladesch: 163 Mio. (2,2 %)
  9. RusslandRussland Russland: 144 Mio. (1,9 %)
  10. MexikoMexiko Mexiko: 129 Mio. (1,7 %)
  11. JapanJapan Japan: 125 Mio. (1,7 %)
  12. PhilippinenPhilippinen Philippinen: 103 Mio. (1,4 %)
  13. AthiopienÄthiopien Äthiopien: 102 Mio. (1,4 %)
  14. AgyptenÄgypten Ägypten: 94 Mio. (1,3 %)
  15. VietnamVietnam Vietnam: 93 Mio. (1,2 %)
  16. DeutschlandDeutschland Deutschland: 83 Mio. (1,1 %)

In diesen 16 bevölkerungsreichsten Staaten leben 4931 Millionen Menschen und somit rund zwei Drittel der gesamten Weltbevölkerung von 7418 Millionen. Die Europäische Union würde mit 510 Millionen Einwohnern (etwa 6,9 % der Weltbevölkerung) in 28 Mitgliedstaaten den 3. Rang einnehmen. In China, Indien, der EU und den USA lebt zusammen fast die Hälfte der Weltbevölkerung.

Bevölkerungsdichte und Verstädterung

GebietBevölkerungs-
dichte 2015
Welt insgesamt000000000000054.000000000054
Indien000000000000400.0000000000400
Volksrepublik China000000000000144.0000000000144
Europäische Union000000000000116.0000000000116
Afrika000000000000040.000000000040
Vereinigte Staaten000000000000034.000000000034
Südamerika000000000000024.000000000024
Russland000000000000008.00000000008
Kanada000000000000004.00000000004
Australien000000000000003.00000000003
Mongolei000000000000002.00000000002
Bevölkerungsdichte nach Regionen
Bevölkerungsdichte nach Staaten

Die Bevölkerungsdichte der Welt ist regional extrem unterschiedlich. Die höchste Bevölkerungsdichte eines Staates weisen die Stadtstaaten Monaco mit rund 19.000, Singapur mit fast 8.000 und Vatikanstadt mit 1.900 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Die größte Bevölkerungsdichte eines Flächenstaats hat Bangladesch mit etwa 1.100 E./km². Deutschland zählt 230 E./km², die Schweiz 200 E./km² und Österreich rund 100 E./km². Unter den deutschen Bundesländern ist Berlin mit rund 3.900 E./km² am dichtesten besiedelt. Bei den Flächenbundesländern ist es Nordrhein-Westfalen mit 520 E./km². Der Staat mit der geringsten Bevölkerungsdichte ist die Mongolei mit nur etwa 2 E./km². Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte der Erde liegt bei etwa 54 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche (ohne Antarktis).

Die UNO erwartet auch in der Zukunft eine weitere Zunahme der weltweiten Verstädterung. Im Jahr 2007 lebten erstmals in der Geschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Der Anteil der Stadtbevölkerung wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf über 60 % steigen und im Jahr 2050 rund 70 % erreichen. Im Jahr 1950 lag er noch bei 30 %, der Anteil der ländlichen Bevölkerung folglich bei 70 %. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Verdopplung der Stadtbevölkerung zwischen 2005 und 2050 von gut drei auf gut sechs Milliarden Menschen. In derselben Prognose aus dem Jahre 2007 erwartet die UNO[20] hingegen, dass die absolute Anzahl der auf dem Land lebenden Menschen zwischen 2010 und 2025 nahezu konstant sein und danach fallen wird.

Zahl aller jemals geborenen Menschen

Die im Jahr 2011 lebenden 7 Milliarden Menschen sind über 6 Prozent der rund 110 Milliarden jemals geborenen modernen Menschen; über 100 Milliarden sind somit in der Vergangenheit einschließlich der Steinzeit gestorben. Zur Berechnung der Zahl aller jemals geborenen Menschen gibt es verschiedene Quellen, so zum Beispiel ein Artikel des Population Reference Bureau aus dem Jahr 2002[21] mit rund 106 Milliarden jemals geborenen modernen Menschen.

Diese Hochrechnung beginnt mit zwei Menschen im Jahr 50.000 v. Chr., während man heute annimmt, dass die Menschwerdung bereits vor 200.000 Jahren oder früher in die Entstehung des modernen Menschen gemündet hat. Die frühen Menschen spielen in der Gesamtzahl jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Trotz der langen Zeitspanne, der geringen Lebenserwartung und entsprechend hohen Geburtenraten entfallen auf die 42.000 Jahre bis zum Beginn der Sesshaftwerdung vor etwa 10.000 Jahren nur rund 1 Prozent der Gesamtzahl, während mehr als die Hälfte allein auf die letzten 2000 Jahre entfällt.

Andere Arten der Gattung Homo, die in einem Zeitraum bis vor etwa 2,5 Millionen Jahren gelebt haben, sind in dieser Hochrechnung nicht enthalten. Beim Neandertaler wird teilweise davon ausgegangen, dass zeitweise nur wenige Tausend gleichzeitig gelebt haben.

Eine andere Hochrechnung stammt vom Mathematik-Department der Universität Hawaii aus dem Jahr 1999[22] und startet bereits vor einer Million Jahren mit zwei Personen. Bei ähnlicher Methodik kommt sie zu einer Gesamtzahl von etwa 96 Milliarden Menschen. Obwohl die Gesamtpopulation bereits zum Beginn der Sesshaftwerdung viel höher eingeschätzt wird, entfällt auch hier mit rund 20 Milliarden Menschen nur eine klare Minderheit auf die Zeit vor 8000 vor Christus. Ausgegangen wird dabei allerdings von einer über den ganzen Zeitraum konstanten Lebenserwartung von 25 Jahren.

Beide Hochrechnungen gehen für die gesamte Frühzeit von einem konstanten Bevölkerungswachstum aus, das sich aufgrund der Rahmenannahmen zu lediglich 0,035 bzw. 0,0015 Prozent pro Jahr errechnet (entspricht einer Verdopplung der Population innerhalb von ungefähr 2.000 bzw. 45.000 Jahren).

Weltbevölkerungstag

Am 11. Juli 1987 überschritt die Weltbevölkerung nach UN-Berechnungen die Zahl von fünf Milliarden Menschen. Um auf die damit verbundenen Probleme aufmerksam zu machen, wurde seit 1989 der 11. Juli eines jeden Jahres zum Internationalen Weltbevölkerungstag erklärt. Am 12. Oktober 1999 wurde nach UN-Berechnungen der sechsmilliardste Mensch auf der Erde geboren;[23] am 31. Oktober 2011 der siebenmilliardste Mensch.[24]

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2018. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung. Abgerufen am 7. November 2018.
  2. Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat (Hrsg.): World Population Prospects. The 2010 Revision. World Population change per year (thousands) Medium variant 1950–2050. 2012.
  3. https://population.un.org/wpp/Publications/Files/WPP2019_Highlights.pdf
  4. UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2011 (Memento vom 6. November 2012 im Internet Archive), Website der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung
  5. Bevölkerungswachstum Uno kürt siebenmilliardsten Menschen. In: Spiegel Online, 30. Oktober 2011, abgerufen am 7. Januar 2018
  6. Bevölkerungsentwicklung: Daten, Fakten, Trends zum demografischen Wandel. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), 2016, archiviert vom Original am 25. März 2018; abgerufen am 5. April 2018. Abschnitt „Entwicklung der Weltbevölkerung nach Altersgruppen, 1950 bis 2015“, S. 77.
  7. Population ages 0-14, total – 2017 Revision. World Bank, abgerufen am 12. Juni 2019.
  8. Population ages 0-14 (% of total), total – 2017 Revision. World Bank, abgerufen am 12. Juni 2019.
  9. Bevölkerungswachstum und Bevölkerungswachstum nach Regionen. In: Zahlen und Fakten: Globalisierung. Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.
  10. William J. Ripple, Christopher Wolf, Thomas M. Newsome, Mauro Galetti, Mohammed Alamgir, Eileen Crist, Mahmoud I. Mahmoud, William F. Laurance und 15.364 Biowissenschaftler aus 184 Ländern: World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice. In: BioScience. Band 67, Nr. 12, 2017, S. 1026–1028, doi:10.1093/biosci/bix125.
  11. UNO-Prognose
  12. UNESCO-Angaben, zitiert nach: Werner Mohrig: Wieviel Menschen trägt die Erde? Urania-Verlag, Leipzig/Jena/Berlin 1976, S. 10.
  13. a b Bevölkerungsprojektionen bis 2100 (Memento vom 19. März 2017 im Internet Archive)
  14. Rudolf Eppler: Technischer Fortschritt, Bd. 3: Eine Studie über spezielle Umweltprobleme des technischen Fortschritts. Duncker & Humblot, Berlin 1978, S. 109; Gregory Fuller: Das Ende. Von der heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe. Meiner, Hamburg 2017, S. 24.
  15. a b Datenreport der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) 2016
  16. a b 2016 World Population Data Sheet., Toshiko Kaneda, Population Reference Bureau, 24. August 2016, Abruf 24. Januar 2019
  17. a b c d e f g Colin McEvedy, Richard Jones: Atlas of World Population History. Facts on File, New York: Penguin Books, 1978, S. 342–351, zitiert auf worldhistorysite.com
  18. United Nations, Department of Economic and Social Affairs: World Population Prospects: The 2010 Revision, Daten online abrufbar
  19. DSW-Datenreport 2016
  20. UN World Urbanization Prospects The 2007 Revision
  21. How Many People Have Ever Lived on Earth? (Memento des Originals vom 24. April 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prb.org
  22. How many people have ever lived? Universität Hawaii
  23. Weltbevölkerung – 6.000.000.000 Menschen. In: spiegel.de, 12. Oktober 1999, abgerufen am 7. Januar 2018
  24. Sadiah Meiselbach: Der siebenmilliardste Mensch wird geboren – und die Öffentlichkeit soll davon erfahren. In: dsw.org, 24. August 2016, abgerufen am 7. Januar 2018

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Bevölkerungsverteilung im Jahr 2011 auf Zahlenbasis diverser Quellen, u. a. DSW Datenreports bis 2011

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Prozentualer Anteil der Kontinente an der Weltbevölkerung – jedes Kästchen entspricht einem Prozent der Weltbevölkerung.

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Bevölkerung der Welt und ihrer Regionen. Daten: http://esa.un.org/unpp/

  • Durchgezogene Linien: mittlere Entwicklungsvariante
  • Gefärbte Bereiche: niedrige bis hohe Entwicklungsvariante
  • Gestrichelte Linien: Variante mit konstanter Zeugungsrate
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Die 16 bevölkerungsreichsten Staaten der Welt

Die Weltkarte zeigt die 16 bevölkerungsreichsten Staaten. Die Angaben sind dem DSW-Datenreport 2011 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2011 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureau: 2011 World Population Data Sheet.

Rot:

  1. Volksrepublik China: 1354 Millionen (etwa 19,3 % der Weltbevölkerung)
  2. Indien: 1241 Mio. (17,7 %)
  3. USA: 312 Mio. (4,5 %)

Mittel-Rot:

  1. Indonesien: 238 Mio. (3,4 %)
  2. Brasilien: 197 Mio. (2,8 %)
  3. Pakistan: 177 Mio. (2,5 %)
  4. Nigeria: 162 Mio. (2,3 %)
  5. Bangladesch: 151 Mio. (2,2 %)
  6. Russland: 143 Mio. (2,0 %)
  7. Japan: 128 Mio. (1,8 %)
  8. Mexiko: 115 Mio. (1,6 %)

Hellrot:

  1. Philippinen: 96 Mio. (1,4 %)
  2. Vietnam: 88 Mio. (1,3 %)
  3. Äthiopien: 87 Mio. (1,2 %)
  4. Ägypten: 83 Mio. (1,2 %)
  5. Deutschland: 82 Mio. (1,2 %)
World-pop-hist-de-2.png
(c) Anton, CC-BY-SA-3.0
Entwicklung der Weltbevölkerung (Ersatz für :bild:World pop hist de 1.png, dem wohl die genaue Referenz fehlt.)

Zahlenbasis:

Jahr    Bevölkerung in Millionen
-10000      4
-1000      50
-750       60
-500      100
-400      162
-200      150
   1      170
 200      190
 400      190
 500      190
 600      200
 700      207
 800      220
 900      226
1000      310
1100      301
1200      360
1250      400
1300      360
1340      443
1400      350
1500      425
1600      545
1650      470
1700      600
1750      790
1800      980
1850    1.260
1900    1.650
1910    1.750
1920    1.860
1930    2.070
1940    2.300
1950    2.400
1960    3.020
1970    3.700
1974    4.000
1980    4.430
1987    5.000
1990    5.260
2000    6.070
2010    6.892
2014    7.238
2022    8.000
2031    9.000
(Werte für 2022 und 2031 extrapoliert aus Werten 2000-2014)
Bevölkerungstabelle 2011.svg
Bevölkerungsverteilung im Jahr 2011 auf Zahlenbasis diverser Quellen, u. a. DSW Datenreports bis 2011
World-Scientists’-Warning,-Populationen.png
Autor/Urheber: Fährtenleser, Lizenz: CC0
Änderung der Weltbevölkerung sowie Rinder, Schafe und Ziegen nach „World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice“ 2017
Countries by population density.svg
A map of the world, with colours to highlight the population density of each country or territory. Numbers on the legend are in people per km2, and all countries smaller than 20,000 km2 are represented by a dot. The information was taken from en:Countries by population density.It is intended as a vector replacement for Image:World population density map.PNG. It is derived from Image:BlankMap-World6.svg, so thanks to everyone who has contributed to that. If you have any comments, suggestions, corrections, or requests for other maps, please contact me at my English Wikipedia talk page.
Ausbreitung des Menschen nach Amerika.png
Karte über die Ausbreitung des Menschen von Afrika über Asien nach Nordamerika.
Population density.png
This image shows the number of people per square kilometer around the world in 1994. The data were derived from population records based on political divisions such as states, provinces and counties.