Wehrverband

Ein Wehrverband ist ein militärähnlich organisierter, uniformierter Verband von freiwilligen Mitgliedern, die nicht (oder nur vorübergehend) kaserniert, nicht besoldet und offiziell nicht bewaffnet sind und ihren Dienst an Abenden oder Wochenenden leisten. Historisch verfügten einige Wehrverbände allerdings im Geheimen über Waffen. Meist hat ein Wehrverband auch eine politische Zielsetzung.[1]

Im deutschsprachigen Raum wurden besonders in der Zwischenkriegszeit viele Wehrverbände gegründet. Beispielsweise in Deutschland der Reichsbanner, der Jungdeutsche Orden, der Stahlhelm oder der Rotfrontkämpferbund, und in Österreich die Heimwehrverbände und der Republikanische Schutzbund. Kennzeichnend für die Wehrverbände der Weimarer Republik war ein sich an klassische militärische Rituale anlehnendes, martialisches Auftreten in der Öffentlichkeit, das geprägt war durch Marschkapellen, Flaggen, Uniformen und Paraden. Ziel war weniger die Ausbildung der Mitglieder zu kriegerischen Handlungen, als vielmehr die Betonung der Kampf-, Angriffs- und Verteidigungsbereitschaft gegen den politischen Gegner in Saal- und Straßenschlachten. Eine reguläre Bewaffnung der Verbände auf dem Niveau einer paramilitärischen Bürgerkriegsarmee oder den die Frühzeit der Weimarer Republik prägenden Freikorps war nicht vorhanden.

Belege

  1. Walter Wiltschegg: Die Heimwehr. Eine unwiderstehliche Volksbewegung? (= Studien und Quellen zur österreichischen Zeitgeschichte. Bd. 7). Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1985, ISBN 3-7028-0221-5, S. 14.