Wechsellauf
Ein Wechsellauf (auch Austauschlauf, englisch interchangeable Barrel) bezeichnet einen vorbereiteten Schusswaffenlauf, der je nach Bauweise mit zusätzlichen Anbauteilen ausgestattet ist. Im Bereich von Handfeuerwaffen werden Wechselläufe vorwiegend gebraucht, um unterschiedliche Kaliber mit Schusswaffen zu nutzen. In militärischen Bereichen nutzt man Wechseläufe bei überhitzten oder bei verschlissenen Schusswaffenläufen. Der technische Aufwand zum Laufwechsel ist beispielsweise bei Kipplaufwaffen oder Maschinengewehren gering, wogegen der Austausch bei Geschützrohren der Artillerie ein aufwendiger Wartungsvorgang ist. Die Definitionen von waffenrechtlichen Bestimmungen in Deutschland sind für Kriegswaffen nicht übertragbar.
Anwendungsbereiche
Für Repetierbüchsenmodellreihen und kombinierte Jagdwaffen wurden im 20. Jahrhundert eine Vielzahl von unterschiedlichen Patronen entwickelt, um dem technischen Fortschritt nachzukommen. Entsprechend wurden von Waffenherstellern austauschbare Läufe für eine Vielzahl von Modellen mit Kalibervarianten entwickelt wie es beispielsweise von der Blaser R93 bekannt ist.
Im militärischen Bereich sind vor allem luftgekühlte Maschinengewehre mit Wechselläufen (englisch quick-change barrels) ausgestattet. Auf diese Weise kann der Soldat einen heißgeschossenen Lauf schnell austauschen und dann sofort weiterschießen. Die Gewichtseinsparung gegenüber wassergekühlten Modellen wie dem MG 08/15 ist ein wesentlicher Vorteil von austauschbaren Läufen bei Maschinengewehren.
Bei Geschützrohren sind austauschbare Reserveläufe (englisch replacement gun barrels, spare barrels) ein wesentlicher Bestandteil der militärischen Logistik Instandhaltung wegen Verschleiß bei Geschützrohren.
- Laufwechsel beim M242 Bushmaster eines Bradley-Schützenpanzers
- Wechsellauf mit Griff (Schnellwechsellauf) beim M240; der Griff dient gleichzeitig als Tragegriff
- Laufwechsel beim MG3 durch die rechte Laufwechselklappe; links ist ein Wechsellauf mit Behälter
- Laufwechsel mit Asbesthandschuh beim M60
- M240-Schütze mit Wechsellauf im Gepäck
Wechsellauf im deutschen Waffenrecht

Ein Wechsellauf ist nach der Definition des deutschen Waffengesetzes ein Lauf, der für eine bestimmte Waffe zum Austausch des vorhandenen Laufs vorgefertigt ist und der noch eingepasst werden muss. (Ziff. 3.2 der Anlage 1 zu § 1 Abs. 4 WaffG)
Ein Wechsellauf erfüllt die Merkmale eines wesentlichen Teils einer Schusswaffe i. S. d. Ziff. 1.3.1 der Anlage 1 zu § 1 Abs. 4 WaffG und wird deshalb rechtlich wie eine Schusswaffe behandelt.
Der Erwerb und Besitz eines Wechsellaufs ist für Inhaber einer Waffenbesitzkarte erlaubnisfrei, wenn er gleichen oder geringeren Kalibers der bereits in der Waffenbesitzkarte eingetragenen Schusswaffe ist. (Ziff 2.1. der Anlage 2 zu § 2 Abs. 2–4 WaffG).
Siehe auch
Weblinks
Auf dieser Seite verwendete Medien
Spare barrels for Soviet ZU-23-2 anti-aircraft gun. Photographed in RUK-museum in Hamina.
Autor/Urheber: Sonaz, Lizenz: CC BY-SA 3.0
MG3 bei einer Waffenausstellung des PzGrenBtl 391. Links das Ersatzrohr. Rechts eine Granatpistole 40 mm HK69A1.
An M60 machine gun team changes barrels before engaging their last target during the DEFENDER CHALLENGE '88 competition.
Pfc. James Ormsby, assigned to 2nd Squadron, 13th Cavalry, 3rd Armored Brigade Combat Team, 1st Armored Division, prepares to replace the barrel of a M242 Bushmaster 25mm Chain Gun on an M2A3 Bradley Fighting Vehicle during gunnery training at the Doña Ana Range Complex, N.M., Aug. 3, 2018.
Autor/Urheber: Joachim Bäcker;, Lizenz: CC BY-SA 3.0
BDF zerlegt in Hauptteile: Laufbündel, Vorderschaft, Schaft;