Waterbury (Vermont)

Waterbury

Waterbury Amtrak Station
Lage in Vermont
Waterbury (Vermont)
Waterbury
Basisdaten
Gründung:7. Juni 1763
Staat:Vereinigte Staaten
Bundesstaat:Vermont
County:Washington County
Koordinaten:44° 22′ N, 72° 46′ W
Zeitzone:Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner:5.331 (Stand: 2020)
Haushalte:2.094 (Stand: 2020)
Fläche:128,7 km² (ca. 50 mi²)
davon 124,8 km² (ca. 48 mi²) Land
Bevölkerungsdichte:43 Einwohner je km²
Höhe:188 m
Postleitzahl:05671
Vorwahl:+1 802
FIPS:50-76975
GNIS-ID:1462244
Website:www.WaterburyVT.com

Waterbury[1] ist eine Town im Washington County des Bundesstaates Vermont in den Vereinigten Staaten mit 5331 Einwohnern (laut Volkszählung von 2020).

Geografie

Geografische Lage

Das Gebiet liegt inmitten der Green Mountains und wird vom Winooski River durchflossen. Montpelier liegt 17 km südöstlich, Burlington 40 km nordwestlich des Gebietes. In der Town Waterbury sind drei Siedlungskerne zu finden: das Village Waterbury, Waterbury Center und Colbyville.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die Hauptsiedlung in der Town Waterbury ist das im Süden am Winooski River liegende und mit eigenständigen Rechten versehene Village Waterbury. Im Village befindet sich auch die Siedlung Mills Village deren Kern genau wie der Ortskern von Waterbury Village im National Register of Historic places gelistet ist. Nördlich befindet sich im Zentrum der Town die Ansiedlung Waterbury Center.

Nachbargemeinden

Alle Angaben als Luftlinien zwischen den offiziellen Koordinaten der Orte aus der Volkszählung 2010.[2]

Klima

Waterbury, Vermont
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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-3
-13
 
 
69
 
-1
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4
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8
 
 
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0
-9
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: weatherbase.com
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Waterbury, Vermont
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Max. Temperatur (°C)−2,9−0,94,111,918,923,725,824,820,213,26,3−0,4Ø12,1
Min. Temperatur (°C)−13,2−12,0−7,1−0,26,310,913,412,48,01,9−2,5−9,3Ø0,8
Niederschlag (mm)73,768,678,783,894,0106,7101,6111,899,1101,694,078,7Σ1.092,3
Sonnenstunden (h/d)9,911,012,514,015,416,115,714,513,011,410,19,5Ø12,8
Regentage (d)151213131313131412131516Σ162
T
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m
p
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a
t
u
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−2,9
−13,2
−0,9
−12,0
4,1
−7,1
11,9
−0,2
18,9
6,3
23,7
10,9
25,8
13,4
24,8
12,4
20,2
8,0
13,2
1,9
6,3
−2,5
−0,4
−9,3
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
N
i
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s
c
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a
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73,7
68,6
78,7
83,8
94,0
106,7
101,6
111,8
99,1
101,6
94,0
78,7
 JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Die mittlere Durchschnittstemperatur in Waterbury liegt zwischen −8,1 °C im Januar und 19,7 °C im Juli. Damit liegt der Ort im Bereich des langjährigen Temperaturmittels in Vermont. Die Schneefälle zwischen Oktober und Mai liegen mit bis zu sechs Metern etwa doppelt so hoch wie die mittlere Schneehöhe in den USA, die tägliche Sonnenscheindauer liegt am unteren Rand des Wertespektrums der USA.[3]

Geschichte

Die Town wurde am 7. Juni 1763 als Teil der New Hampshire Grants durch Gouverneur Benning Wentworth ausgerufen, aber erst ab 1784 dauerhaft besiedelt. Die erste Stadtversammlung, mit der die verwaltungstechnische Unabhängigkeit der Town festgestellt wurde, fand am 31. März 1790 statt. Waterbury wurde in erster Linie landwirtschaftlich genutzt, aber zwei größere Wasserläufe boten die Möglichkeit, auch Getreide- und Holzmühlen zu errichten.[4] Daraus entwickelte sich rasch eine lokale Industrie, die zum Teil auch innovativ wirkte. So gründeten die Colby-Brüder, später wichtige Unternehmer Vermonts, hier ab 1856 in einer stillgelegten Schnapsbrennerei die erste Weidenrinden-Schälfabrik; Weide war für den Bau von Kisten und Körben damals eine unabdingbare Grundlage. Einen deutlichen Flächenzuwachs verzeichnete die Town Ende Oktober 1850, als ihr einige Flächen aus der benachbarten Town Middlesex zugeschlagen wurden, die damals neu zugeschnitten wurde.[5]

Bereits 1849 war Waterbury über die Bahnstrecke Windsor–Burlington an das wachsende Schienennetz der Vereinigten Staaten angeschlossen, was aber durch die örtliche Industrie kaum genutzt wurde. Der Personenverkehr war dagegen erheblich. Im Jahr 1897 wurde der Bahnhof in Waterbury deswegen zusätzlich von einer Überlandstraßenbahn, der Straßenbahn Waterbury–Stowe, angefahren, die bis 1932 bestand. Der zunehmende Individualverkehr und die sinkenden Beförderungszahlen führten zu einer Vernachlässigung der Strecke, bis 1966 der Personenverkehr aus Sicherheitsgründen eingestellt wurde. Nach einer ersten Sanierung der Strecke war Waterbury zwischen 1977 und 1995 mit dem Expresszug The Montrealer mit der kanadischen Metropole Montreal verbunden. 1995 wurde diese Zugverbindung eingestellt und durch den Expresszug The Vermonter ersetzt, der seither die Gemeinde mit Washington verbindet.

Religionen

Als Religionsgemeinschaften finden sich eine römisch-katholische, eine wesleyanische Gemeinde und eine Niederlassung der United Church of Christ; zudem gibt es zwei methodistische Kirchen.

Einwohnerentwicklung

Volkszählungsergebnisse[6] – Town of Waterbury, Vermont
Jahr1700171017201730174017501760177017801790
Einwohner93
Jahr1800181018201830184018501860187018801890
Einwohner64496612691650119223522198263322972232
Jahr1900191019201930194019501960197019801990
Einwohner2810327335424045411842764303461444654589
Jahr2000201020202030204020502060207020802090
Einwohner491550645331


Wirtschaft und Infrastruktur

Die kommerzielle Grundlage des Ortes bildet heute der Tourismus. Waterbury dient als zentraler Standort für eine größere Zahl von Sommer- und besonders Wintersportzielen in einem Umkreis von 50 Kilometern. Zusätzlich sind zwei größere Firmen mit ihrem Hauptsitz hier angesiedelt: die auch in Europa vertretende Speiseeisproduktion Ben & Jerry’s sowie eine Kaffeerösterei, die Green Mounain Coffee Roasters.

Verkehr

Die Interstate 89 liegt am Südrand der Town und stellt die wichtigste Verkehrsanbindung dar. Zusätzlich verkehrt auf der noch bestehenden Bahnstrecke Windsor–Burlington der Amtrak-Express The Vermonter.[7]

Öffentliche Einrichtungen

Neben den üblichen städtischen Einrichtungen und den Schulen findet sich in Waterbury eine öffentliche Bibliothek. Das nächstgelegene Krankenhaus, das Central Vermont Medical Center, findet sich in Berlin.

Bildung

Waterbury gehört mit Duxbury, Fayston, Moretown, Waitsfield und Warren zur Washington West Supervisory Union.[8]

In der Town werden alle Schulformen bis zur Highschool angeboten: die vierzügige, mit Kindergarten ausgestattete Thatcher Brook Primary School[9] sowie die Crossett Brook Middle School. Eine öffentliche Bücherei komplettiert das Bildungsangebot.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Ezra Butler (1763–1838), Gouverneur Vermonts und Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus; Rechtsanwalt in Waterbury
  • Henry Fisk Janes (1792–1879), Politiker und Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus; Stadtrat in Waterbury
  • Porter H. Dale (1867–1933), Politiker und Abgeordneter Vermont in beiden Kammern des US-Senates; Lehrer in Waterbury
  • Charles J. Adams (1917–2008), US-amerikanischer Jurist und Politiker, der Vermont Attorney General war

Literatur

  • Zadock Thompson: History of Vermont, natural, civil and statistical, in three parts. Band 3. Chauncey Goodrich, Burlington 1842, S. 182 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks

Commons: Waterbury, Vermont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Waterbury. In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey; (englisch)., abgerufen am 24. Mai 2012
  2. Koordinaten der Orte. Census-Behörde, 2010 (englisch)
  3. Klimadaten. City-Data.com (englisch)
  4. Zadock Thompson: History of Vermont: natural, civil, and statistical, in three parts. Band 3. George H. Salisbury, Burlington 1842, S. 182 f. (Textarchiv – Internet Archive).
  5. A.J. Coolidge, G.B. Mansfield: A History and Deskription of New England, General and Local. Band 2. Austin Coolidge, Boston 1859, S. 933 f. (Textarchiv – Internet Archive).
  6. Einwohnerzahl 1790–2010 laut Volkszählungsergebnissen
  7. Beschreibung der Station, ihrer Geschichte und der statistischen Kennzahlen auf der Website GreatAmericanStations.com (englisch)
  8. Washington West Supervisory Union, abgerufen am 11. Juni 2017
  9. Homepage der Thatcher Brook Primary School (englisch)

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