Walhalla

Blick auf die Gedenkstätte
Luftbild
Außenansicht von Nordwesten
Innenansicht (zum Eingang hin)

In der Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf im bayerischen Landkreis Regensburg werden – ursprünglich auf Veranlassung des bayerischen Königs Ludwig I. – seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt. Benannt ist sie nach Walhall, der Halle der Gefallenen in der nordischen Mythologie. Der Architekt war Leo von Klenze.

Zur Eröffnung im Jahre 1842 wurden 160 Personen mit 96 Büsten und, in den Fällen fehlender authentischer Abbildungen oder bei Handlungen wie dem Rütlischwur, 64 Gedenktafeln geehrt. Gegenwärtig umfasst die Sammlung 130 Büsten und 65 Gedenktafeln, die an Personen, Taten und Gruppen erinnern. Zwölf der Geehrten sind Frauen. Jedermann kann eine zu ehrende Persönlichkeit aus der germanischen Sprachfamilie frühestens 20 Jahre nach deren Tod vorschlagen und trägt dann gegebenenfalls die Kosten für die Anfertigung und Aufstellung der Büste. Über die Neuaufnahmen entscheidet der Bayerische Ministerrat.[1]

Entstehungsgeschichte

Politischer Hintergrund

Die Idee zur Errichtung der Walhalla ist vor dem Hintergrund der politischen Situation zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu sehen. Nach Niederlagen gegen Napoleon zerbrach das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Viele deutsche Fürsten arbeiteten, notgedrungen oder auf eigenen Vorteil bedacht, im Rheinbund mit den Franzosen zusammen. Das Kurfürstentum Bayern war seit 1805 mit Frankreich verbündet, wurde von Napoleon zum Königreich erhoben, und im Vierten Koalitionskrieg 1806/1807 marschierte Kronprinz Ludwig I. an der Seite der Franzosen gegen Preußen kämpfend in Berlin ein.

Die politische Zersplitterung und Schwächung Deutschlands, die französische Besetzung und die Teilnahme vieler Deutscher an Napoleons verheerendem Russlandfeldzug 1812 wurden als tiefe Erniedrigung aufgefasst (siehe Johann Philipp Palm). Man begann zunehmend, eine gemeinsame nationale Identität in der Vergangenheit zu suchen, die sich an der gemeinsamen Muttersprache orientierte, und ging bis zurück zur Germanenzeit. Die Jahrzehnte später erfolgte Errichtung nationaler Denkmäler, wie etwa des Hermannsdenkmals im Teutoburger Wald, die zwar meist klassizistischen Stiles waren, jedoch germanische Themen aufgriffen, ist ein Resultat dieser Identitätssuche.

Angesichts von „Teutschlands tiefster Schmach“ im Jahr 1806, als das Heilige Römische Reich aufgelöst wurde, ein Großteil Deutschlands als Rheinbund unter dem direkten Einfluss Napoleons stand und die linke Rheinseite zu Frankreich gehörte, ließ der damalige Kronprinz Ludwig bereits 1807 eine Serie von Büsten „rühmlich ausgezeichneter Teutscher“ erschaffen. „Kein Stand nicht, auch das weibliche Geschlecht nicht, ist ausgeschlossen. Gleichheit besteht in der Walhalla; hebt doch der Tod jeden irdischen Unterschied auf.“ Nur „teutscher Zunge zu seyn, wird erfordert, um Walhallas Genosse werden zu können“, so Ludwig, denn die Sprache „ist das große Band, das verbindet, wäre jedes andere gleich zernichtet; in der Sprache währt geistiger Zusammenhang“. Zu den Teutschen zählte Ludwig auch historische Germanen wie z. B. Goten und Wandalen.

Baugeschichtlicher Hintergrund

Ludwig hatte, wie in der ersten der drei Bodeninschriften vermerkt, schon im Januar 1807 den Beschluss gefasst, so bald wie möglich für fünfzig große Deutsche einen Ehrentempel zu errichten. Zusammen mit dem Schweizer Geschichtsschreiber Johannes von Müller, der auch den Namen Walhalla vorschlug, wählte er Persönlichkeiten aus, von Kaisern längst vergangener Zeiten über jüngst Verstorbene, wie Friedrich Schiller, bis zu Zeitgenossen wie Goethe und Joseph Haydn, und gab auf eigene Kosten deren Büsten in Auftrag, bei Bildhauern wie u. a. Johann Gottfried Schadow, dessen Sohn Rudolf Schadow, Joseph Maria Christen oder Christian Friedrich Tieck.

Während die ersten Büsten noch 1807 vollendet wurden, verzögerte sich die Planung und Fertigstellung eines angemessenen Gebäudes um Jahrzehnte. Erst nach der Niederlage Napoleons konnte 1814 ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung trug die Überschrift: „Ein Gebäude, dem Andenken großer Deutschen bestimmt.“[2] Ludwig dachte als Standort für den klassizistischen Prachtbau zunächst an den Englischen Garten in München, erst später verlegte er sich auf die Ausführung auf einem Berg und außerhalb der Residenzstadt.

Der Entwurf im Stile des Parthenons geht auf Zeichnungen des Architekten und frühen Archäologen Carl Haller von Hallerstein zurück, der mit einem Stipendium des bayerischen Königlichen Hofes 1810 Griechenland bereiste und Baustudien am Original durchführte.[3] Eine enge Korrespondenz mit Kronprinz Ludwig ist seit 1811 bezeugt. Sein Entwurf bestand aus 26 Zeichnungen, die heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München liegen, die er im November 1815 einreichte.[4] Nach seinem frühen Tode im Jahre 1817 erwarb der Architekt Leo von Klenze im Jahre 1819 ein umfangreiches Schriftstück von 175 Blättern Hallers mit Studien zur Walhalla und zur ebenfalls von Klenze gebauten Glyptothek. Für die Walhalla übernahm er einige wesentliche Ideen Hallers.

Bei Ludwigs Regierungsantritt 1825 waren bereits 60 Büsten vollendet, aber noch kein Bauplatz gefunden. Zusammen mit Klenze wurde der Bräuberg oberhalb des Donautals bei Donaustauf ausgewählt.

Bau und Eröffnung

Einweihung der Walhalla 1842, Lithografie von Gustav Kraus
Eröffnungsfeier 1842, Darstellung aus der Illustrated London News

Die Grundsteinlegung für den „Ruhmestempel“ erfolgte am 18. Oktober 1830, dem 17. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig.[5] Klenze errichtete die Anlage in den Jahren 1831 bis 1842. Die Walhalla war mit Baukosten von vier Millionen Gulden Ludwigs teuerstes Projekt.[6] (Etwa 82 Millionen Euro (2018)[7])

Am 18. Oktober 1842, dem 29. Jahrestag der Völkerschlacht, eröffnete Ludwig I. den Bau[8] mit Worten, die auf einem Stein vor der Walhalla zu lesen sind:

„Möchte Walhalla förderlich sein der Erstarkung und der Vermehrung deutschen Sinnes! Möchten alle Deutschen, welchen Stammes sie auch seien, immer fühlen, dass sie ein gemeinsames Vaterland haben, ein Vaterland auf das sie stolz sein können, und jeder trage bei, soviel er vermag, zu dessen Verherrlichung.“

Weitere Entwicklung

Ludwig veröffentlichte selbst eine Beschreibung von Walhallas Genossen. Heinrich Heine verspottete diese als „Walhall-Wisch“ und kritisierte das Fehlen von Luther, der bei der Einweihung noch nicht aufgenommen war. Erst 1847 wurde auch die schon 1831 fertiggestellte Büste des Reformators eingestellt, der mit seiner Bibelübersetzung die deutsche Schriftsprache geprägt hatte.

Auch bedingt durch seine Affäre mit Lola Montez dankte Ludwig im Revolutionsjahr 1848 zugunsten seines Sohnes Maximilian II. ab. Wie auch die Eröffnungsfeier eher sparsam gehalten war, so erfolgten die weiteren Neuaufnahmen in Anwesenheit von Ludwig in einer schlichten Weise, zuletzt 1866 auch die Aufnahme von Ludwig van Beethoven. In diesem Jahr, inzwischen war sein Enkel Ludwig II. auf dem Thron, musste der 80-jährige Ludwig noch miterleben, wie der Deutsche Bruderkrieg dem Deutschen Bund nach einem halben Jahrhundert ein Ende bereitete.

Statue von König Ludwig I. (1890, Nr. 68)

Ludwig starb 1868, also zwischen der Gründung des Norddeutschen Bundes und seiner Erweiterung zum Deutschen Reich. Schon 1862 hatte er testamentarisch die Walhalla „Deutschland, seinem großen Vaterlande“ vermacht und hinzugefügt, dass bei Auflösung des Deutschen Bundes Bayern den Besitz übernehme, mit der Einschränkung: „Würde später wieder ein Bund Deutschland vereinigen, würde Walhalla aufs neue Eigentum Deutschlands.“ Dies wurde jedoch nicht umgesetzt: Walhalla blieb Eigentum des Königreiches und späteren Freistaates Bayern.

Die erste Neuaufnahme von Skulpturen nach dem Tod des Gründers erfolgte erst 22 Jahre später und galt Ludwig I. selbst. „Das dankbare Volk“ ehrte „Ludwig, Koenig von Bayern“ 1890 mit einem großen Standbild.

Architektur

Die Walhalla ist das älteste Beispiel einer Gruppe monumentaler Gedenkbauwerke Deutschlands, zusammen mit dem Niederwalddenkmal bei Rüdesheim am Rhein, dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, dem Kyffhäuserdenkmal, dem Deutschen Eck in Koblenz, dem Hermannsdenkmal bei Detmold, dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica und der Berliner Siegessäule.

Der Architekt Leo von Klenze errichtete den als „Ruhmestempel“ gedachten Bau aus Kelheimer Kalkstein im Auftrag König Ludwigs von 1830 bis 1842 hoch über der Donau bei Regensburg. Die Gesamtanlage mit Unterbau ist 125 Meter lang und 55 Meter hoch.

Die Walhalla erhielt die Gestalt eines marmornen griechischen Tempels im Stil eines dorischen Peripteros nach dem Vorbild des Parthenon in Athen. Das Dach wird von einer für die damalige Zeit modernen Eisenkonstruktion getragen. Die Länge des klassizistischen Tempelbaus beträgt 66,7 Meter, die Breite 31,6 Meter, die Höhe 20 Meter. Innen ist die Walhalla 48,5 Meter lang, 14 Meter breit und 15,5 Meter hoch.

Das vollplastische Giebelfeld der Nordseite zeigt links die Germanen unter Arminius in der Schlacht im Teutoburger Wald gegen die von Westen (rechts) anstürmenden Römer. Das südliche Giebelfeld stellt Teutschlands Befreyung im Jahr 1814 dar: In der Mitte Germania, von links und rechts nähern sich huldigend die deutschen Teilstaaten und Bundesfestungen, im Zwickel sind die Grenzflüsse Rhein und Mosel symbolisiert.[9]

Der umlaufende Innenfries von Martin von Wagner stellt die Frühgeschichte der Germanen, ihren Aufbruch vom Kaukasus und ihre Einwanderung in Mitteleuropa dar. Die letzte Etappe bildet die Bekehrung zum christlichen Glauben durch den Heiligen Bonifatius.

Büsten

Allgemeines

Die fünfte Büstengruppe (Nr. 90 bis 110) mit einer Göttin, die den „durch ungünstige Entwicklungen beim Feinde zufallenden Sieg“ verkörpert
Marmorbüsten Nr. 125–128, unten: Sophie Scholl

Bei der Eröffnung 1842 wurden 96 der seit 1807 angefertigten Büsten in der Reihenfolge des Todesdatums, also des Eingangs ins mythologische Walhall, aufgestellt, im Uhrzeigersinn ausgehend von der Eingangstür, in zwei Reihen übereinander:

  • Die ersten 70 Büsten, beginnend an der Pforte mit König Heinrich I. und mit Erzherzogin Maria Theresia auch wieder an der Pforte endend, wurden auf einzelnen Tragsteinen über Kopfhöhe an der Wand angebracht.
  • Die weiteren 26 Büsten jüngerer Geehrter wurden weniger prominent in einer unteren Reihe nebeneinander auf Podesten aufgestellt, beginnend an der Pforte mit Lessing und endend zunächst mit Goethe, dem 1832 verstorbenen jüngsten der Originalmitglieder.

Da die Halle in drei Abteile unterteilt ist, ergeben sich so an den Seitenwänden sechs Büstengruppen, die um jeweils eine Siegesgöttin herum aufgestellt wurden. Jede der von Christian Daniel Rauch geschaffenen Göttinnen verkörpert eine andere Entstehungsart eines Sieges.

Eine Ausnahme in der Reihenfolge und Ausführung bildet das große Standbild von König Ludwig, das 1890 freistehend an der Stirnseite der Halle vor dem Opisthodom errichtet wurde.

Fünf Jahre nach der Eröffnung, im Herbst 1847, wurde mit Luther der erste Neuzugang hinzugefügt, obwohl dessen Büste schon 1831 vollendet war. Daher steht Luther neben Goethe, und beide werden von Luthers Zeitgenossen Kopernikus überragt. Seit 1847 wurden insgesamt 33 Büsten hinzugefügt, im Schnitt ungefähr alle fünf Jahre eine. In jüngerer Zeit werden vermehrt Frauen gewürdigt: Seit 1998 kamen drei Frauenbüsten und vier Männerbüsten hinzu. Insgesamt sind sechs Büsten Frauen gewidmet.

2003 wurde die Büste der Sophie Scholl an den prominenten letzten Platz neben der Tür gestellt. Neben ihr soll keine weitere Büste aufgestellt werden. Eine Gedenktafel auf dem Sockel ihrer Büste ehrt den Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Im Gedenken an alle, die gegen Unrecht, Gewalt und Terror des „Dritten Reichs“ mutig Widerstand leisteten.

Am 12. September 2007 wurde die Büste des Mathematikers Carl Friedrich Gauß in die Walhalla aufgenommen und am 25. Juni 2009 die Büste der heiliggesprochenen Edith Stein.[10] Zuletzt kam am 28. Juli 2010 eine Büste für den Schriftsteller und Walhalla-Kritiker Heinrich Heine hinzu.[11] Nach dem Aufstellungsplan sind noch vier weitere Plätze frei.

Eine Büste von Käthe Kollwitz soll 2018, eine von Max Planck 2019 aufgestellt werden.[12]

Die Büsten selbst sind von unterschiedlicher Qualität. Es finden sich darunter Höchstleistungen künstlerischer Ausdruckskraft, aber auch umstrittene Büsten wie die des Dichters Adalbert Stifter[13][14] und auch völlig missglückte Versuche, das Wesen des Dargestellten bildhaft umzusetzen, so z. B. die Büste des Komponisten Franz Schubert.

Bei einigen Personen, wie Zarin Katharina, wird darauf hingewiesen, dass nicht der Ort des Wirkens ausschlaggebend sei, sondern deutsche Abstammung.

Liste

Die Nummern entsprechen denen im Begleitheft Walhalla – amtlicher Führer von 2008, der die Exponate beider Reihen im Uhrzeigersinn von 1 bis 128 durchnummeriert. Seither kamen die Nummern 129 und 130 dazu. Die Nummer dient in der Walhalla zum Auffinden des Standplatzes der Büste bzw. des Eintrags im Heft und zum Abruf im Sprachausgabegerät.

Obere Reihe
Nr.Artikel – Inschrift – Beschreibung (Bildhauer, Jahr)
Büsten obere Reihe links vom Eingang
001Heinrich I.Heinrich der Finkler, König der Teutschen (Schadow, 1809)
002Otto I.Otto der Große, Teutscher Kaiser (Schadow, 1809)
003Konrad II.Konrad der Salier, Teutscher Kaiser (Schadow, 1809)
006Friedrich I.Barbarossa, Kaiser – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (Franz Xaver Schwanthaler, 1838)
007Heinrich der Löwe – Herzog von Sachsen und Bayern (Schadow, 1811)
008Friedrich II.Kaiser – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (Tieck, 1814)
009Rudolph von HabsburgKaiser[Anm. 1] – deutscher König (Tieck, 1832)
015Erwin von Steinbach – Baumeister (Ohmacht, 1811)
016Johannes GutenbergHennes Genzschfleich, Johann von Guttenberg, Erfinder der Buchdruckkunst[Anm. 2] (Matthiä, 1835)
017Jan van EyckIohann van Eyck, Maler – flämischer Maler (Tieck, 1817–1842)
018Friedrichder Siegreiche, Churfürst von der Pfalz (Lossow, 1842)
024Johann Müller RegiomontanusGelehrter – Astronom und Mathematiker (Lossow, 1842)
025Niklaus von FlüeBruder Nikolaus von der Fluee – Schweizer Einsiedler, Asket und Mystiker (Tieck, 1812)
026Eberhard im BartHerzog von Würtemberg, geb. 1445 gest. 1496 (Wagner, 1830)
027Hans MemlingHans Hemling[Anm. 3], Maler (Woltreck, 1841)
028Johann XX. von DalbergBischof zu Worms – Kanzler der Universität Heidelberg (Modell: Halbig, Ausführung: Lossow, nach 1867)
029H.S. von Hallwyl – Schweizer Offizier (Joseph Maria Christen, 1812)
035Berthold von HennebergKurfürst von Mainz – Fürstbischof (E. Mayer, 1824)
036Maximilian I.Kaiser – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (P. Kaufmann, 1811)
037Johannes von ReuchlinGelehrter – Philosoph und Humanist (Heinrich Max Imhof, 1835)
038Franz von SickingenRitter – Anführer der rheinischen und schwäbischen Ritterschaft (Ernst von Bandel, 1827)
039Ulrich von HuttenIch habs gewagt – Reichsritter und Humanist (Joseph Kirchmayer, 1811)
040Albrecht Dürer – Maler (Rauch, 1837)
041Georg von Frundsberg – Landsknechtsführer (Widnmann, 1841)
047Peter Vischer der ÄltereKünstler in Erz – Erzgießer (F. Müller, 1839)
048Johannes AventinusIohann Thurmayr, genannt Aventin, Geschichtschreiber – Chronist (Modell: L. Schwanthaler, 1827; Ausführung: Horchler, 1841)
049Walther v. PlettenbergHeermeister in Liefland – Deutschordensmeister (L. Schwanthaler, 1832)
050Erasmus von Rotterdam – Gelehrter und Humanist (Tieck, 1813)
051ParacelsusTheophrastus Paracelsus von Hohenheim, Arzt (E. Wolff, 1827)
052Nicolaus Copernicus – Astronom (Schadow, 1807)
058Hans Holbein der Jüngere – Maler (Lossow, 1840)
059Carl V.Kaiser – König von Spanien, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (F. X. Schwanthaler, 1842)
060ChristophHerzog von Württemberg (Bissen, 1831)
061Aegidius Tschudi – Schweizer Historiker (Tieck, 1817)
067Wilhelm von OranienNiederländischen Freistaates Stifter (Tieck, 1815)
Büsten obere Reihe rechts vom Standbild Ludwigs I.
069August I.Churfürst von Sachsen (Rietschel, 1840)
070Julius Echter von MespelbrunnBischof zu Würtzburg (Scholl, 1840)
071Prinz Moritz von Oranien – Generalkapitän der Streitkräfte der Vereinigten Niederlande (Tieck, 1815)
072Johannes KeplerIohann Keppler, Sternkundiger – Mathematiker und Astronom (Schöpf, 1842)
073Albrecht von WallensteinHerzog von Friedland – General im Dreißigjährigen Krieg (Tieck, 1812)
079Bernhard von Sachsen-WeimarHerzog Bernhard von Weimar – Heerführer im Dreißigjährigen Krieg (Tieck, 1812/13)
080Peter Paul RubensRubens – flämischer Maler (Lamine, 1809)
081Anton van DyckMahler – flämischer Maler (Rauch, 1812)
082Hugo de Grootgenannt Grotius – niederländischer Rechtsgelehrter (Tieck, 1814)
088Maximilian von und zu TrauttmansdorffGraf Max von Trauttmansdorff, Friedensstifter – österreichischer Politiker (Schaller, 1824)
089Maximilian I.Churfürst von Baiern, geb. 1573, gest. 1651 (Imhof, 1832)
090Amalie Elisabeth von Hanau-MünzenbergAmalia, Landgräfin von Hessen (Tieck, 1817)
091Maarten TrompMart. Haperttson Tromp, holländischer Admiral (Kessels, 1825)
092Paris von LodronParis Lodron, Bischof von Salzburg (Eberhard, 1814)
093Frans SnydersMahler – flämischer Maler (Rauch, 1814)
099Karl X. GustavKönig von Schweden (Tieck, 1816)
100Johann Philipp von SchönbornChurfürst von Mainz – Fürstbischof (Tieck, 1818)
101Ernst der FrommeHerzog von Gotha (Tieck, 1815)
102Michiel de RuyterMichael Adrian Ruyter, Admiral – niederländischer Admiral (Tieck, 1817)
103Otto von GuerickeOtto de Guerice – Naturwissenschaftler und Ingenieur (Rathgeber, 1811)
104Friedrich Wilhelm von Brandenburgder Große Churfürst – Kurfürst von Brandenburg (Wichmann, 1828)
105Karl V.Herzog von Lothringen (Tieck, 1817)
111Wilhelm III.König von Großbritanien (Haller, 1816)
112Ludwig Wilhelm von BadenLudwig Markg. v. Baden, Reichsfeldmarschall – genannt der "Türkenlouis" (Widnmann, 1842)
113Gottfried Wilhelm LeibnizWilhelm Gottfried Leibnitz – Universalgelehrter (Schadow, 1808)
114Herman BoerhaaveArzt – niederländischer Mediziner (Leeb, 1823)
115Moritz v. SachsenMareschal de France – Feldherr und Kriegstheoretiker (Tieck, 1813)
116Georg Friedrich HändelGeor. Gottf. Haendel, Tonsetzer – Komponist (R. Schadow, 1815)
122Nicolaus Ludewig Graf von ZinzendorfStifter der Brueder Gemeinde – Theologe und Liederdichter (Tieck, 1818)
123Burkhard Christoph von MünnichGraf Münich, Russ. Feldmarschall – Ingenieur und Generalfeldmarschall in russischen Diensten (Lossow, 1841)
124Johann Joachim WinckelmannWinkelmann – Archäologe und Kunstwissenschaftler (R. Schadow, 1814)
125Wilhelm Graf v. d. Lippe Schaumburgder Portugiese – Heerführer im Siebenjährigen Krieg (Schadow, 1809)
127Albrecht v. Haller – Schweizer Naturforscher und Dichter (Schadow, 1808)
128Anton Raphael MengsRaphael Mengs, Mahler (Rauch, 1808)
129Maria TheresiaTeutsche Kaiserin – Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen (Eberhard, 1811/2)
Untere Reihe
Nr.Artikel – Inschrift – Beschreibung (Bildhauer, Jahr)
Büsten untere Reihe links vom Eingang
004Gotthold Ephraim LessingGotthold Ephr. Lessing – Dichter (Tieck, 1813)
005Friedrich II. von PreußenFridericus II. Rex (Schadow, 1807)
010Christoph Willibald Gluck – Komponist (Dannecker, 1812)
011Gideon Ernst von LaudonErnst Gideon Greyherr v. Loudon, oe. Feldmarschall, geboh. 1716 in Liefland gest. 1790 (Kiesling, 1813)
012Wolfgang Amadeus MozartTondichter (F. X. Schwanthaler, 1846)
013FerdinandHannovers Befreier – preußischer Generalfeldmarschall (Schadow, 1808)
014Justus MöserAdvocatus Patriae – Jurist und Publizist (Schmidt von der Launitz, 1821)
019Gottfried August BürgerDichter (Tieck, 1817)
020Katharina II.Kaiserin von Russland, geb. 1729, gest. 1796 – genannt „Katharina die Große“, Zarin (Wredow, 1831)
021Klopstockder heilige Sänger – Dichter (Schadow, 1808)
022Wilhelm HeinseDichter und Gelehrter – Schriftsteller (Haller / Mayer, 1826)
023Johann Gottfried HerderHerder – Dichter und Philosoph (Tieck, 1815)
030Immanuel KantImanuel Kant – Philosoph (Schadow, 1808)
031Friedrich v. SchillerDichter (Dannecker, 1794)
032Joseph HaydnJoseph Heyden, Doctor der Tonkunst (Robatz, 1810)
033Johannes von MüllerJohann Mueller, Geschichtsschreiber – Schweizer Historiker (Schadow, 1808)
034Christoph Martin WielandDichter (Schadow, 1807)
042Gerhard von Scharnhorst – preußischer General (Rauch, 1830)
043Fürst Barclay de TollyRuss. Feldmarschall – General in russischen Diensten (Widnmann, 1841)
044Gebhard Leberecht von BlücherFürst von Wahlstatt – preußischer Generalfeldmarschall (Rauch, 1817)
045Fst. C. v. SchwarzenbergOberster Feldherr im Rettungskampf – österreichischer Feldmarschall – (Schaller, 1821)
046Wilhelm HerschelHerschel, Sternkundiger – Astronom (Eberhard, 1816)
053Gr. Diebitsch SabalkanskiRuss. Feldmarschall (Rauch, 1830)
054Heinrich Friedrich Karl vom und zum SteinH. F. Carl Fhr. vom Stein, der teutschen Befreyung Grundstein – preußischer Politiker (Leeb, 1825)
055August Neidhardt von GneisenauAugust Wilhelm Graf v. Gneisenau, preuss. Feldmarschall (Tieck, 1842)
056Johann Wolfgang von GoetheGoethe – Dichter (Tieck, 1808)
057Martin LutherDoctor Martin Luther – Reformator (Rietschel, 1831, Aufnahme Herbst 1847)
062Karl von Österreich-TeschenErzherzog Carl, Generalissimus – österreichischer Feldherr (Zauner, 1809; Aufnahme: 1853)
063Josef Wenzel Radetzky von RadetzGraf Joseph Radetzky, oest. Feldmarschall (Halbig, 1858)
064Friedrich Wilhelm Joseph SchellingWeltweiser – Philosoph (Modell: Tieck 1809, Ausführung: Lossow 1859, Aufnahme: 1860)
065Ludwig van BeethovenTondichter – Komponist (Modell: Dietrich 1822, Ausführung: Lossow 1866)
066Wilhelm I.Wilhelm der Siegreiche, Deutscher Kaiser u. König v. Preußen (Knoll, Aufstellung: 22. März 1898)
Standbild:
068Ludwig I. von BayernLudwig I., König von Bayern. Das dankbare Volk (Ferdinand v. Miller d. Jüngere, 25. August 1890)
Büsten untere rechts vom Standbild Ludwigs I.
074Otto von BismarckBismarck – deutscher Reichskanzler (Kurz, 18. Oktober 1908)
075Helmuth Karl Bernhard von MoltkeMoltke – preußischer Generalfeldmarschall (Hahn, 10. Mai 1910)
076Richard Wagner – Komponist (Bleeker, 29. Mai 1913)
077J.S. Bach – Komponist (Behn, 11. Juli 1916)
078Justus v. Liebig – Chemiker (Georgii, 9. Juni 1925)
083Friedrich Ludwig JahnJahn – Turnvater (G. Müller, Aufstellung: 14. Oktober 1928)
084Franz Schubert – Komponist (Weckbecker, Aufstellung: 25. November 1928)
085Joseph GörresGoerres – Publizist (Mattes, 5. September 1931)
086Anton Bruckner – Komponist (Rothenburger, 6. Juni 1937)
087Max RegerReger – Komponist (G. Müller, 19. März 1948)
094Adalbert Stifter – Schriftsteller (Hajek, 26. September 1954)
095Joseph Freiherr von Eichendorffv. Eichendorff – Dichter (Knecht, 13. Oktober 1957)
096W. C. Röntgen – Physiker (Rothenburger, 5. Juli 1959)
097Max von PettenkoferPettenkofer – Chemiker und Mediziner (Fiedler, 23. September 1962)
098Jakob Fugger – Augsburger Kaufmann (Ladner, 7. Juli 1967)
106Jean Paul – Schriftsteller (Sonnleitner, 14. Juli 1973)
107Richard Strauss – Komponist (Mikorey, 14. Juli 1973)
108Carl Maria von Weber – Komponist (Schorer, 12. Juni 1978)
109Gregor MendelMendel, Johann Gregor – Naturforscher (Hafner, 23. September 1983)
110Albert EinsteinA. Einstein (als seine Unterschrift) – Physiker (Uhlig, 23. Mai 1990)
117Karolina GerhardingerTheresia Gerhardinger – Ordensgründerin (Uhlig, 3. September 1998)
118Konrad Adenauer – erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (Weiland, 15. September 1999)
119Johannes Brahms – Komponist (Knobloch, 14. September 2000)
120Carl Friedrich Gauss – Mathematiker und Astronom (Arfmann, 12. September 2007)
121Edith Stein – als „Hlg. Teresia Benedicta vom Kreuz“ eine Patronin Europas, Ordensfrau und Philosophin, ermordet in Auschwitz (Brunner, 25. Juni 2009)
126Heinrich Heine – Dichter (Gerresheim, 28. Juli 2010)[15]
130Sophie Scholl – (auf dem Postament) In Gedenken an alle, die gegen Unrecht, Gewalt und Terror des „Dritten Reichs“ mutig Widerstand leisteten. – Widerstandskämpferin (Eckert, Aufstellung: 22. Februar 2003[Anm. 4])

Bilder

Gedenktafeln

Die 64 Gedenktafeln für jene Personen und Handlungen, für die keine Vorlagen zur Anfertigung einer Büste überliefert worden sind, wurden schon zur Eröffnung 1842 angebracht, in großer Höhe unter der Decke, in zwei Reihen übereinander.

Auch die Tafeln wurden chronologisch nach dem Sterbejahr im Uhrzeigersinn angeordnet, die obere Reihe beginnend über dem Eingangstor mit Hermann, endend mit Einhard, die untere Reihe beginnend mit Rabanus Maurus und endend mit Peter Henlein. Der Amtliche Führer bezeichnet jedoch mehrere Inschriften als falsch und gibt Sterbejahre gemäß neuerem Stand der Forschung an. Die Nummer des amtlichen Walhalla-Führers wurde entsprechend zugeteilt.

Nr.Name oder ThemaInschrift mit Todesjahr
obere Reihe, mittig über dem Eingang beginnend
01ArminiusHermann, der Römer Besieger, † XXI
02MarbodMarbod, der Markomannen Haupt, † um XL[Anm. 5]
03VeledaVelleda, Seherin, gestorben nach LXV
04Iulius CivilisCl.[Anm. 6] Civilis, Heerführer der Bataver, † vor C
05ErmanarichHermannrich, König der Ostgothen, † CCCLXXV[Anm. 7]
06WulfilaUlphila, Bischof, Goth. Bibelübersetzer, † vor CCCLXXX[Anm. 8]
07FritigernFriediger, Anführer der Westgothen, † nach CCCLXXXX
08Alarich I.Alarich, König der Westgothen, † CCCCX
09AthaulfAtaulf, König der Westgothen, † CCCCXV
10Theoderich I.Theodorich, König der Westgothen, † CCCCLI
11HorsaHorsa, Britaniens Eroberer, † CCCCLI
12GeiserichGenserich, König der Vandalen, † um CCCCLXXVII
13HengestHengist, Britaniens Eroberer, † CCCCLXXX
14OdoakerOdoaker, König der Heruler und Gepiden, † CCCCLXXXXVII[Anm. 9]
15Chlodwig I.Klodwig, König der Franken, † DXI
16Theoderich der GroßeTheodorich der Große, Kön. d. Ostgothen, † DXXVI
17TotilaTotila, König der Ostgothen, † DLII
18AlboinAlboin, König d. Langobarden, † DLXXIII[Anm. 10]
19TheudelindeTheutelinde, Königin d. Langobarden, † um DCXXVI[Anm. 11]
20Emmeram von RegensburgEmmeran der Heilige, Bischof, † DCLXXX[Anm. 12]
21Pippin der MittlerePipin von Heristal, Hausmayer, † DCCXVI[Anm. 13]
22Beda VenerabilisBeda d. V., Abt und Geschichtschreiber, † DCCXXXV
23WillibrordWillibrord d. Heil., Bischof von Utrecht, † DCCXXXIX
24Karl MartellKarl d. Hammer, Herzog, Fürst d. Franken, † DCCXLI
25BonifatiusBonifacius d. Heilige, Erzbischof v. Maynz, † DCCLV[Anm. 14]
26Pippin der JüngerePipin d. Kurze, König des Frankenreichs, † DCCLXVIII
27WidukindWittekind, Heerführer der Sachsen, † um DCCC[Anm. 15]
28Paulus DiaconusPaul Warnefried, Geschichtsschreiber, † nach DCCC[Anm. 16]
29AlkuinAlcuin, Abt und Gelehrter, † DCCCIV
30Egbert von WessexEgbert, Erster König von England, † um DCCCX[Anm. 17]
31Karl der GroßeKarl der Große, Röm. Kaiser, † DCCCXIV
32EinhardEginhard, Geschichtsschreiber, † um DCCCXXXIX[Anm. 18]
untere Reihe, mittig über dem Eingang beginnend
33Rabanus MaurusRhabanus Maurus, Bischof und Gelehrter, † DCCCLVI
34Arnulf von KärntenArnulph, Römischer Kaiser, † DCCCC[Anm. 19]
35Alfred der GroßeAlfred d. Große, König von England, † DCCCC[Anm. 20]
36Otto I. von SachsenOtto der Erlauchte, Herzog von Sachsen, † vor DCCCCXIX[Anm. 21]
37Arnulf I.Arnulph I., Herzog von Bayern, † DCCCCXXXVII
38Mathilde die HeiligeMechthilde d. Heilige, Königin von Teutschland, † DCCCCLXVIII
39HrotsvitRoswitha, Dichterin, gestorben vor M[Anm. 22]
40Bernward von HildesheimBernward d. Heil., Bischof und Bildner, † MXXVIII[Anm. 23]
41Heribert von KölnHeribert d. Heil., Erzbischof v. Cöln, † MXXVIII
42Heinrich III.Heinrich der Dritte., Röm. Kaiser, † MLVI
43Lampert von HersfeldLambrecht v. Aschaffenburg, Gesch. Schreiber, † MLXXVII
44Otto von BambergOtto d. H., Bischof von Bamberg, † MCXXXIX
45Otto von FreisingOtto, Bisch. v. Freysingen, Gesch. Schreiber, † MCLVIII
46Hildegard von BingenHildegard die Heilige, Abtissin, † MCLXXIX
47Otto I. von BayernOtto d. Gr. von Wittelsbach, Herzog v. Bayern, † MCLXXXIII
48Engelbert I. von KölnEngelbert d. Heil., Erzbischof v. Cöln, † MCCXXVI[Anm. 24]
49Dichter des NibelungenliedesDer Dichter des Nibelungenliedes
50Walther von der VogelweideWalther v. d. Vogelweide, Minnesänger, † MCCXXX
51Elisabeth von ThüringenElisabeth d. Heil., Landgräfin v. Thüringen, † MCCXXXI
52Leopold VI.Leopold der Glorreiche, Herz. v. Östreich, † MCCXXXIV
53Hermann von SalzaHermann von Salza, Teutschordenshochmeister, † MCCXL
54Wolfram von EschenbachWolfram v. Eschenbach, Minnesänger, † MCCLI
55Meister GerhardDer Baumeister des Cölner Domes, † MCCLXXI
56Arnold zum TurmA. v. Thurn, Gründer des Rheinstädtebundes, † MCCLXIV
57Albertus MagnusAlbertus Magnus, Bischof und Gelehrter, † MCCLXXX
58RütlischwurDie drei Männer von Rütli, nach † MCCCVI
59Friedrich der SchöneFriedrich der Schöne, Gegenkaiser, † MCCCXXX
60Bruno von WarendorpBruno von Warendorp, Anführer d. Hanse, † MCCCLXIX
61Arnold WinkelriedArnold v. Winkelried, Ritter u. Landmann, † MCCCLXXXVI
62Wilhelm von KölnMeister Wilhelm, Maler in Cöln, † MCCCLXXXVIII
63Adrian I. von BubenbergHadrian von Bubinberg, Feldherr, † MCCCCLXXIX
64Peter HenleinP. Henlein, Erfinder der Taschenuhr, † MDXLII

Die Gedenktafel für den Widerstand im Dritten Reich am Sockel der Büste von Sophie Scholl ist nicht Teil dieser Reihe.

Sanierung

Zwischen 2004 und 2015 musste das Gebäude für 13,3 Millionen Euro saniert werden.[16] Die Sanierung betraf den gesamten Unterbau und das Dach. Auch die Entwässerung musste erneuert werden. Seit Anfang April 2015 steht sie wieder der Öffentlichkeit für Besichtigungen zur Verfügung.[17]

Besonderheiten

Umgebung

Vom Walhallaplateau aus erschließt sich dem Beobachter ein Ausblick, der von Westen über das Regensburger Donautal bis kurz vor die Nachbarstadt Straubing im Osten reicht. An klaren Tagen sind einige Berge des vorderen Bayerischen Waldes mit dem Bogenberg sowie Straubing am Horizont zu erkennen; an seltenen Föhntagen sogar die Spitzen der Berchtesgadener Alpen im Südosten.

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Panoramablick auf das Donauufer

Die „Halle der Erwartung“

Ursprünglich sollte im Unterbau der Walhalla die „Halle der Erwartung“ verwirklicht werden. Dort sollten Büsten noch lebender Personen aufgestellt werden. Nach ihrem Tod hätten diese dann in einer feierlichen Prozession in den „Himmel“, also die Walhalla selbst, getragen werden sollen. Diese Idee wurde auf Grund politischer Bedenken jedoch nie realisiert und Klenze wandelte die ursprüngliche Halle in einen Treppenaufgang zur Haupthalle. So wurde zumindest der symbolträchtige Weg von der Erde in den „Himmel“ vollzogen. Klenze konnte so auch die Grundidee als formales Motiv beibehalten und erreichen, dass Walhalla lebendig bleibt. Dieser Aufgang ist noch heute gut sichtbar als große Tür in der Mitte der Rampentreppe auf der Frontseite zu sehen.[18]

Der monumentale Unterbau im klassizistisch-ägyptischen Stil ist mit seiner stereometrischen Formensprache, dem Verzicht auf Ornament oder Kaschierung der Kanten der Revolutionsarchitektur angelehnt. Die Halle der Erwartung an sich wurde nie vollendet, sie befindet sich immer noch im Rohbauzustand. Die weitere Nutzung ist nach wie vor unklar, sie soll aber nach Auskunft des Staatlichen Hochbauamtes Regensburg der Öffentlichkeit nach Abschluss der Renovierungsarbeiten zugänglich gemacht werden.

Siehe auch

Walhallabahn

Am 23. Juni 1889 eröffnete die nach der Walhalla benannte Walhallabahn, im Volksmund „Walhallabockerl“ genannt, von Regensburg-Stadtamhof nach Donaustauf und zum Haltepunkt „Walhalla“. Am 30. April 1903 wurde die privat betriebene Schmalspurbahn bis Wörth an der Donau verlängert. Mit zunehmendem Straßenverkehr wurde aus Rentabilitätsgründen am 1. Oktober 1960 der Personenverkehr, am 31. Dezember 1968 auch der Güterverkehr eingestellt.

Literatur

  • Leo von Klenze: Walhalla in artistischer und technischer Beziehung, München 1842 (PDF; 22MB Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fmediatum.ub.tum.de%2Fdoc%2F1379271%2F1379271.pdf%20PDF%3B%2022MB~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Walhallas Genossen, geschildert durch König Ludwig den Ersten von Bayern, den Gründer Walhallas, Literarisch-artistische Anstalt, München 1842 (Vollansicht in der Google-Buchsuche).
  • Adalbert Müller: Donaustauf und Walhalla. G. J. Manz 1838
  • Joseph Anton Pangkofer: Walhalla und Stauf an der Donau. Pustet, Regensburg, 1852 (Vollansicht in der Google-Buchsuche). Pustet, Regensburg 1842 Digitalisat (Titel hier nur Walhalla)
  • Horst Hanske, Jörg Traeger: Walhalla. Ruhmestempel an der Donau. Bosse, Regensburg 1998, ISBN 3-927529-05-2 (Bildband).
  • Ruprecht Stolz: Die Walhalla. Ein Beitrag zum Denkmalsgedanken des 19. Jahrhunderts. Dissertation an der Universität Köln 1977, DNB 780830466.
  • Jörg Traeger (Hrsg.): Die Walhalla. Idee, Architektur, Landschaft. Bosse, Regensburg, 1979/1980, DNB 810650304.
  • Jörg Traeger: Der Weg nach Walhalla. Denkmallandschaft und Bildungsreise im 19. Jahrhundert. Bosse, Regensburg 1987; zweite erweiterte Auflage 1991, ISBN 3-921114-71-3.
  • Emanuel Schmid: Die Planungsgeschichte der Walhalla-Giebelfelder 1809–1842. Ein Beitrag zur Kunstpolitik König Ludwigs I. von Bayern. Teil I (1809–1830) In: Ars Bavarica. Band 49/50, München 1988, S. 93–132. Teil II (1830–1842) In: Ars Bavarica. Band 67/68, München 1992, S. 111–157.
  • Horst Hanske, Jörg Traeger: Walhalla – Ruhmestempel an der Donau. Ein Bildband. Bosse, Regensburg 1992, ISBN 3-927529-05-2.
  • Annika Poloczek: Die Walhalla: Entstehungs- und Baugeschichte, architektonische Gestaltung. Grin, München 2007, ISBN 978-3-638-67220-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Andre Rank: Die Walhalla im Zeitalter des romantischen Nationalismus. Grin, München 2008, ISBN 978-3-638-90146-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Landbauamt Regensburg (Hrsg.): Walhalla. Amtlicher Führer. Bosse, Regensburg 2006, DNB 1072421682.
  • Staatliches Bauamt Regensburg (Hrsg.): Walhalla 2004–2014: Werkbericht zur Restaurierung der Ruhmeshalle, Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2602-1.
  • Eginhard König: „Bei Regensburg lässt er erbaun eine marmorne Schädelstätte…“ Ein Leseheft zur Walhalla Morsbach, Regensburg 2014, ISBN 978-3-937527-68-0.
  • Simone Steger: Die Bildnisbüsten der Walhalla bei Donaustauf: von der Konzeption durch Ludwig I. von Bayern zur Ausführung (1807–1842), Diss. München 2011, urn:nbn:de:bvb:19-136900.

Weblinks

 Commons: Walhalla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Walhalla – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Walhalla. Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, abgerufen am 11. Februar 2015.
  2. Bekanntmachung dreyer architektonischer Preisaufgaben. II. Ein Gebäude, dem Andenken großer Deutschen bestimmt. In: Extrabeilage zum Morgenblatt für gebildete Stände. Achter Jahrgang, Nr. 1, April 1814.
  3. Rudolf Bergau: Haller von Hallerstein, Carl Freiherr. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 438–440.
  4. Hansgeorg Bankel (Hrsg.): Carl Haller von Hallerstein in Griechenland 1810–1817 Architekt, Zeichner, Bauforscher. Anlässlich der Ausstellung Carl Haller von Hallerstein in Griechenland 1810–1817: München, Palais Preysing, 14. Februar–15. März 1986; Nürnberg, Albrecht-Dürerhaus u. Fembohaus, 22. März–11. Mai 1986; Berlin-Charlottenburg, Antikenmuseum SMPK, 14. Juni–31. August 1986. Im Auftrag der Carl-Haller-von-Hallerstein-Gesellschaft. Reimer, Berlin 1986, ISBN 3-496-00840-7.
  5. Emanuel Schmid: Feste in Regensburg. Hrsg.: Karl Möseneder. Mittelbayerische Druckerei- und Verlags-Gesellschaft, Regensburg 1986, ISBN 3-921114-09-8, Die Feierlichkeiten anlässlich der Grundsteinlegung zur Walhalla 1830 (Nr. 83), S. 443–459.
  6. Annika Poloczek: Die Walhalla – Entstehungs- und Baugeschichte, architektonische Gestaltung. Erste Auflage. Grin, 2007, ISBN 978-3-638-67220-7, S. 13.
  7. Bundesbank: kaufkraftaequivalente-historischer-betraege-in-deutschen-waehrungen-data.pdf. Abgerufen im Jahr 2019.
  8. Emanuel Schmid: Feste in Regensburg. Hrsg.: Karl Möseneder. Mittelbayerische Druckerei- und Verlags-Gesellschaft, Regensburg 1986, ISBN 3-921114-09-8, Die Eröffnung der Walhalla 1842 (Nr. 87), S. 473–477.
  9. Emanuel Schmid: Die Planungsgeschichte der Walhalla-Giebelfelder.
  10. Edith Stein in der Walhalla – Die heilige Nazi-Gegnerin. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2009, abgerufen am 14. September 2013.
  11. Eckhard Fuhr: Jetzt steht auch Heinrich Heine in der Walhalla. Die Welt, 29. Juli 2010, abgerufen am 14. September 2013.
  12. Käthe Kollwitz und Max Planck kommen in die Walhalla
  13. Otto von Locwenstern: Pro Jahr nur eine Büste zeit.de, 13. April 1962. Zitat: „Als 1954 Adalbert Stifter nicht gerade modern, aber auch nicht mehr unbedingt ‚klassisch‘ ausfiel, erhob sich im ganzen Lande Protestgeschrei.“
  14. Emanuel Schmid: Viele Wege führen in die Ewigkeit – Adalbert Stifters Einzug in die Walhalla. In: Adalbert Stifter. Dichter und Maler, Denkmalpfleger und Schulmann. Neue Zugänge zu seinem Werk. Hrsg. von Hartmut Laufhütte und Karl Möseneder, Tübingen 1996, S. 538–565.
  15. Späte Ankunft in der Schädelstätte – Fazit. Deutschlandradio, 28. Juli 2010, abgerufen am 14. September 2013.
  16. Mittelbayerische Zeitung: Walhalla hat wieder einen sicheren Stand. Bericht vom 14. November 2014
  17. Bayerisches Fernsehen: Walhalla in neuem Glanz. Bericht vom 15. April 2015.
  18. Annika Poloczek: Die Walhalla – Entstehungs- und Baugeschichte, architektonische Gestaltung. Erste Auflage. Grin, 2007, ISBN 978-3-638-67220-7, S. 11.

Anmerkungen

  1. fälschliche Inschrift, da Rudolf nicht Kaiser wurde.
  2. Erfinder des Buchdruckes mit beweglichen Lettern
  3. fälschlich Hemling statt Memling
  4. d. h. an ihrem 60. Todestag
  5. ungenau, um 37 n. Chr.
  6. fälschlich Claudius
  7. fälschlich, 376 n. Chr.
  8. fälschlich, 381 n. Chr.
  9. fälschlich. Richtig wäre nach heutigem Stand † 493 n. Chr.
  10. fälschlich, 572 n. Chr.
  11. fälschlich, 628 n. Chr.
  12. fälschlich, 715 n. Chr.
  13. fälschlich, 714 n. Chr.
  14. fälschlich, 754 n. Chr.
  15. ungenau, 807 n. Chr.
  16. fälschlich, 797 n. Chr.
  17. fälschlich, 839 n. Chr.
  18. fälschlich, 840 n. Chr.
  19. fälschlich, 899 n. Chr.
  20. fälschlich, 899 n. Chr.
  21. fälschlich, 912 n. Chr.
  22. ungenau, nach 975 n. Chr.
  23. fälschlich, 1022 n. Chr.
  24. fälschlich, 1225 n. Chr.

Koordinaten: 49° 1′ 53,4″ N, 12° 13′ 26,7″ O


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Walhalla wie Parthenon zu Ehren bedeutender Personen - erbaut 1842 - König Ludwig I - Foto Wolfgang Pehlemann DSCN2430.jpg
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Walhalla (wie Parthenon) im Auftrag von König Ludwig I. bis 1842 erbaut. Ehrenhalle zur Würdigung deutschsprachiger Frauen und Männer, bei denen man verdienstvolles Wirken zum Anlass der Ehrung macht - ausgestellt sind Büsten und Gedenktafeln. Nahe Donaustauf, Bayern - Foto Wolfgang Pehlemann DSCN2430
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Steintafel vor der Walhalla: „Möchte Walhalla förderlich sein der Erstarkung und der Vermehrung deutschen Sinnes! Möchten alle Deutschen, welchen Stammes sie auch seien, immer fühlen, dass sie ein gemeinsames Vaterland haben, ein Vaterland auf das sie stolz sein können, und jeder trage bei, soviel er vermag, zu dessen Verherrlichung.“ - Worte Ludwig I.
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