Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne

Universitätskapelle Sainte-Ursule, einer der Eingänge des Universitätsgebäudes Sorbonne
Hauptgebäude, unweit des Panthéon

Die Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne ist eine der 13 Nachfolgeinstitutionen der 1970 aufgespaltenen Universität von Paris, der Sorbonne. Ihre Hauptverwaltungsgebäude liegen mitten im Quartier Latin, sie hat jedoch auch Standorte in mehreren anderen Arrondissements sowie Ägypten und der Türkei. Die Hochschule wurde 1971 von einem Teil der Professoren der Fakultät für Sprach- und Geisteswissenschaften sowie der Fakultät für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der ehemaligen Universität von Paris gegründet.

Namensgeber der Hochschule ist das Universitätsgebäude Sorbonne, das sie sich mit mehreren anderen Universitäten teilt, sowie das Panthéon, in dessen unmittelbarer Nähe sich das im späten 18. Jahrhundert von Jacques-Germain Soufflot entworfene Gebäude der einstigen Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Paris befindet. Die Universität Panthéon-Sorbonne teilt sich dieses Gebäude mit der ebenfalls 1970 entstandenen Universität Panthéon-Assas. Im Zuge der Aufspaltung der Universität von Paris entschlossen sich nämlich einige Rechtswissenschaftler, Teil der neuen interdisziplinären Panthéon-Sorbonne zu werden, während 88 der insgesamt 108 Rechtswissenschaftler die Universität Panthéon-Assas als primär rechtswissenschaftliche Universität begründeten.[1]

Paris I ist gegliedert in 14 Fakultäten (UFR), 4 Institute; des Weiteren besitzt die Universität ein Fernstudienzentrum, ein Weiterbildungszentrum und einen Universitätsverlag.

Mit 42.000 Studierenden (davon 8.000 ausländische Studenten)[2] ist sie die größte Hochschule mit geisteswissenschaftlichen Studiengängen in Frankreich.

Die Paris I war Gründungsmitglied der heSam Université; aus dieser Gemeinschaft ist sie allerdings am 16. November 2016 ausgetreten.

Entstehung der Universität

Als Folge der Ereignisse im Mai 1968 wurde die Universität von Paris in 7 neue Universitäten aufgeteilt.

Nach Veranlassung der Professoren François Luchaire (Öffentliches Recht), Henri Bartoli (Wirtschaft) und Hélène Ahrweiler (Geisteswissenschaften) wurde die Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne als Zusammenschluss der Rechtsfakultät, den Wirtschaftswissenschaften (Panthéon) und der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften (Sorbonne) gegründet.

Seit der Gründung der Paris I ist ein Wachstum der Studierendenzahl von über 50 % zu beobachten, während der Anteil an Doktoranden auch konstant steigt. Dieses Wachstum, begleitet von der Entwicklung neuer Disziplinen wie Wirtschafts- und Sozialverwaltung, Angewandte Mathematik und Sozialwissenschaften, erforderte die Zuweisung neuer Lokalitäten, die die Erweiterung der Universität begünstigt hat: dazu kamen das Centre Saint-Charles für die Bildende Kunst (1973), das Centre Tolbiac (heutzutage Centre Pierre-Mendès-France[3] (1973)), das Centre de Recherches historiques et juridiques de la rue Mahler (1972), das Centre René-Cassin für den Bachelor in Recht (1990), das Maison des sciences économiques (1998) für die Forschung in der Disziplin Wirtschaftswissenschaft und das Centre Broca (2001).

Die Präsidenten der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne

PräsidentenDauer des Mandats
François Luchaire19701976, Präsident der verfassungsgebenden Versammlung 1970–1971
Hélène Ahrweiler19761981
Pierre Bauchet19811982
Jacques Soppelsa19821989
Georges Haddad19891994
Yves Jégouzo19941999
Michel Kaplan19992004
Pierre-Yves Hénin20042009
Jean-Claude Colliard20092012
Philippe Boutry20122016
Georges Haddad (2. Mandat)20162020

Alumni

  • Ronny Abraham (* 1951), französischer Jurist
  • Philippe Aghion (* 1956), französischer Ökonom
  • Hamid Algabid (* 1941), nigrischer Politiker
  • Dorothée Boccanfuso (* 1970), französische Ökonomin
  • Luc Chatel (* 1964), französischer Politiker
  • Pierre-André Chiappori (* 1955), monegassischer Ökonom
  • Klaus Evard (* 1936), deutscher Ökonom
  • Azza Filali (* 1952), tunesische Autorin
  • Lionel Fontagné (* 1958), französischer Ökonom
  • Boubé Gado (1944–2015), nigrischer Historiker und Politiker
  • Marielle Gallo (* 1949), französische Politikerin
  • Emma Gannagé (* 1967), französische Philosophiehistorikerin
  • Annette Haug (* 1977), deutsche klassische Archäologin
  • Liêm Hoang-Ngoc (* 1964), französischer Politiker
  • Adamou Idé (* 1951), nigrischer Schriftsteller
  • Gustavo Jalkh (* 1966), ecuadorianischer Jurist und Politiker
  • Maria da Piedade de Jesus (* 1963), angolanische Archäologin und Ministerin
  • Anna Joubin-Bret, französische Juristin und UN-Beamtin
  • Giorgos Kaminis (* 1954), griechischer Verfassungsrechtler und Politiker
  • Aïchatou Boulama Kané (* 1955), nigrische Politikerin
  • Ingo Kolboom (* 1947), deutscher Politologe, Historiker und Romanist
  • Alexandre Lacroix (* 1975), französischer Schriftsteller, Essayist und Journalist
  • Ali Lamine Zeine (* 1965), nigrischer Politiker
  • Ibrahim Hassane Mayaki (* 1951), nigrischer Politiker
  • Franz Mayer (* 1968), deutscher Jurist
  • Achille Mbembe (* 1957), kamerunischer Politikwissenschaftler
  • Yves Mersch (* 1949), luxemburgischer Jurist und Bankmanager
  • Aïchatou Mindaoudou (* 1959), nigrische Juristin, Politikerin und Diplomatin
  • Gamal El-Din Ahmed Mokhtar (* 1928), ägyptischer Militärangehöriger und Sportfunktionär
  • Arnaud Montebourg (* 1962), französischer Politiker
  • Jean Ping (* 1942), gabunischer Politiker und Diplomat
  • Jean Sarkozy (* 1986), französischer Politiker
  • Javad Tabatabai (* 1945), iranischer Jurist und Autor
  • Jean-Pierre Thiollet (* 1956), französischer Journalist und Schriftsteller
  • José Luís da Cruz Vilaça (* 1944), portugiesischer Rechtswissenschaftler
  • Michel Wolter (* 1962), luxemburgischer Politiker
  • Manuel Valls (* 1962), französischer Politiker
  • Mariliza Xenogiannakopoulou (* 1963), griechische Politikerin

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Les programmes de I à VII. 24. Juni 1970 (lemonde.fr [abgerufen am 9. Februar 2019]).
  2. Universität Paris 1: L'université en chiffres (fr, pdf; 1,2 MB) Abgerufen am 28. Februar 2019.
  3. Centre Pierre-Mendès-France. Abgerufen am 28. Februar 2019.

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Main buildings of the universities Panthéon-Sorbonne and Panthéon-Assas, former Faculty of Law and Economics of the University of Paris (Sorbonne). Place du Panthéon, Paris.