Tränen (Heraldik)

Tränenbestreuter Schild

Die Tränen, die auch Tropfen oder frz. Goutte genannt werden, sind in der Heraldik eine gemeine Figur und werden als kleines tropfenförmiges Wappenbild zumeist in mehrfacher Anzahl dargestellt. Dieses Motiv eignet sich zum Bestreuen von Schildflächen oder zum Belegen anderer heraldischer Motive.

Blason und Darstellung

Je nach Tinktur unterscheidet man in der Blason verschiedene Bezeichnungen für die gemeine Figur (zum Beispiel werden Tropfen in Silber goutte d’eau oder auf Deutsch Wassertropfen genannt). Werden die Tropfen in roter Farbe im Wappen gezeigt, sollen sie Blutstropfen verkörpern.[1]

MetalleFarben
goutte d’or
Goutte or.png
Goldtropfen, goldene Träne
goutte d’eau
Goutte argent.png
Wassertropfen
goutte des larmes
Goutte azure.png
Träne
goutte de sang
Goutte gules.png
Blutstropfen, Träne aus Blut
goutte de poix
Goutte sable.png
Teertropfen, Träne aus Teer
goutte d’huile
Goutte vert.png
(Oliven-)Öltropfen, Träne aus Öl

Auf goldener Schildfarbe werden die Tränen auch als Flämmchen, Flammen, beschrieben.

Werden die Tränen recht groß dargestellt und ist ihre Anzahl gering, so werden diese unheraldisch als „Säcke“ bezeichnet.

In der Gotik und der Renaissance wurden die Goutte mit wellenartigen Seiten dargestellt (siehe oben). Neuere Darstellungen haben die Seiten geglättet und zeigen die Tröpfchen fetter und symmetrischer.

Beispiele

Ein bekanntes Beispiel für ein Goutte-Wappen ist das Kölner Wappen. Die elf schwarzen (Teer-)Tropfen (in Köln spricht man unheraldisch von „Flammen“ oder „Tränen“) zieren seit dem 16. Jahrhundert das Stadtwappen und stellen eigentlich Hermelinschwänze dar.

Literatur

  • Václav Vok Filip: Einführung in die Heraldik (= Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen. Bd. 3). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07559-3, S. 129.
  • Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim u. a. 1985, ISBN 3-411-02149-7.

Weblinks

Commons: Tränen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Arthur Charles Fox-Davies: A Complete Guide to Heraldry. Dodge Pub. Co., New York NY 1909, S. 89–90 (Nachdruck. Bonanza Books, New York NY 1978, ISBN 0-517-26643-1).
    Charles Boutell, Arthur Charles Fox-Davies: The Handbook to English Heraldry. 11th edition, thoroughly revised. Reeves & Turner, London 1914, S. 168 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Auf dieser Seite verwendete Medien

Goutte sable.png
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Goutte or.png
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Tarbek Wappen.png
Wappen der Gemeinde im Kreis Segeberg, Schleswig-Holstein.
Blasonierung: In Blau ein goldener, abgeflachter beiderseits leicht eingebogener Hügel, der mit einem goldenen Steingrab bestanden ist. Im Hügel ein großer blauer Tropfen.
Goutte vert.png
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Sack image from Siebmachers Wappenbuch.jpg
Ausschnitt aus Siebmachers Wappenbuch
Goutte argent.png
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Goutte gules.png
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Goutte azure.png
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Coat of Arms of the Diocese of Bangor.svg
Autor/Urheber: Echando una mano, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Coat of arms of the Diocese of Bangor
DEU Salzbergen COA.png
Wappen der Gemeinde Salzbergen, Landkreis Emsland, Niedersachsen.
„Das Wappen der Gemeinde Salzbergen zeigt auf rotem Grund einen silbernen mit einem blauen Wellenbalken belegten Dreiberg, darüber nebeneinander gestellt drei goldene Tropfen.“[1]