Timelkam

Marktgemeinde
Timelkam
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Timelkam
Timelkam (Österreich)
Basisdaten
Staat:Osterreich Österreich
Land:Oberösterreich Oberösterreich
Politischer Bezirk:Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen:VB
Fläche:18,12 km²
Koordinaten:48° 0′ N, 13° 37′ O
Höhe:454 m ü. A.
Einwohner:5.913 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte:326 Einw. pro km²
Postleitzahl:4850
Vorwahl:07672
Gemeindekennziffer:4 17 43
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Pollheimerstraße 5
4850 Timelkam
Website:www.timelkam.at
Politik
Bürgermeister:André Reichart (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(31 Mitglieder)
Insgesamt 31 Sitze
Lage von Timelkam im Bezirk Vöcklabruck
Lage der Gemeinde Timelkam im Bezirk Vöcklabruck (anklickbare Karte)Ampflwang im HausruckwaldAttersee am AtterseeAttnang-PuchheimAtzbachAurach am HongarBerg im AttergauDesselbrunnFornachFrankenburg am HausruckFrankenmarktGampernInnerschwand am MondseeLenzingManningMondseeNeukirchen an der VöcklaNiederthalheimNußdorf am AtterseeOberhofen am IrrseeOberndorf bei SchwanenstadtOberwangOttnang am HausruckPfaffingPilsbachPitzenbergPöndorfPuchkirchen am TrattbergPühretRedleitenRedlhamRegauRüstorfRutzenhamSchlattSchörfling am AtterseeSchwanenstadtSeewalchen am AtterseeSt. Georgen im AttergauSt. LorenzSteinbach am AtterseeStraß im AttergauTiefgrabenTimelkamUngenachUnterach am AtterseeVöcklabruckVöcklamarktWeißenkirchen im AttergauWeyregg am AtterseeWolfsegg am HausruckZell am MoosZell am PettenfirstOberösterreich
Lage der Gemeinde Timelkam im Bezirk Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Timelkam ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel mit 5913 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Vöcklabruck.

Geografie

Timelkam liegt auf 454 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung der Gemeindefläche beträgt von Nord nach Süd 7 km, von West nach Ost 5,2 km. Die Gesamtfläche beträgt 18,1 km². 23,8 % der Fläche sind bewaldet, 61,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Die Dürre Ager fließt durch Timelkam und mündet dort in die Vöckla.

Gemeindegliederung

Oberthalheim

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

  • Ader (468)
  • Altwartenburg (34)
  • Außerungenach (65)
  • Eiding (37)
  • Gsteinedt (59)
  • Haag (37)
  • Heitzing (58)
  • Heuweg (57)
  • Kalchofen (210)
  • Leidern (244)
  • Maierhof (63)
  • Mühlfeld (16)
  • Neuwartenburg (6)
  • Oberau (17)
  • Obereck (137)
  • Obergallaberg (31)
  • Oberthalheim (101)
  • Pichlwang (532)
  • Stöfling (126)
  • Straß (55)
  • Timelkam (3262)
  • Ulrichsberg (19)
  • Unterau (4)
  • Untereck (14)
  • Untergallaberg (210)
  • Wimberg (51)

Nachbargemeinden

Neukirchen an der VöcklaPuchkirchen am TrattbergUngenach
GampernKompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigtVöcklabruck

Regau

Seewalchen am AtterseeLenzing an der AgerAurach am Hongar

Geschichte

Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert gehörte das Gebiet zur Grafschaft Schaunberg, danach zum Erzherzogtum Österreich. Im Jahr 1399 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als „Tumelchaim“. Im Jahr 1500 wurde der Ort als „Timelkham“ bezeichnet. Kaiser Maximilian I. erhob Timelkam 1512 zum Markt mit einem Jahrmarkt am 29. September. Im Jahr 1609 erfolgte die Errichtung des Marktturmes. Ab 1615 wurden Jahr- und Wochenmärkte abgehalten, eine Marktordnung wurde geschaffen. Im Jahr 1710 wurde von Kaiser Josef I. eine Brückenmaut zur Errichtung der Brücke über die Dürre Ager und Uferschutzbauten an der Vöckla bewilligt.

Entgleisung der Amstetten am 19. Oktober 1875

Am 19. Oktober 1875 entgleiste die Lokomotive Amstetten auf der österreichischen Westbahn beim Bahnhof Timelkam nach dem Bruch eines Radreifens. Ursache war die damals noch unbekannte Materialermüdung und kein Materialfehler.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Bevölkerungsentwicklung

Timelkam: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
1.916
1880
  
1.822
1890
  
1.790
1900
  
1.896
1910
  
1.875
1923
  
1.875
1934
  
1.979
1939
  
2.440
1951
  
2.875
1961
  
3.624
1971
  
5.051
1981
  
5.480
1991
  
5.723
2001
  
5.796
2011
  
5.941
2021
  
5.962
2025
  
5.913
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 5723 Einwohner, 2001: 5796 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Marktturm; Wahrzeichen der Marktgemeinde
Schloss Neuwartenburg
  • Burgstall Perkheim
  • Burgruine Altwartenburg: liegt auf einer Anhöhe von Timelkam – und westlich von Vöcklabruck; wurde bereits im Jahr 909 als Burg erwähnt
  • Schloss Neu-Wartenburg: Spätbarock, errichtet von 1730 bis 1732 von dem Wiener Architekten Anton Erhard Martinelli, mit einem Fresko von Bartolomeo Altomonte
  • Marktturm Timelkam: Wahrzeichen von Timelkam. Der Turm wurde 1610 errichtet, war bis 1842 Sitz des Marktrates und von 1706 bis 1919 als Mautturm in Verwendung.
  • Evangelische Pfarrkirche Timelkam
  • Katholische Pfarrkirche Timelkam
  • Katholische Filialkirche Oberthalheim
  • Museumsbahn Timelkam – Ampflwang der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte
  • Timelkam verfügt über ein Kulturzentrum und zahlreiche Kulturvereine, wobei einerseits traditionelle Vereine wie die Marktmusik und andererseits zeitgenössische Initiativen wie KAT3 oder das Sozialforum Freiwerk aktiv sind. Außerdem gibt es in Timelkam einen Highland Club und weitere Initiativen.
  • Das Bock Ma’s Benefizfestival war ein jährlich stattfindendes Festival für Musik, Kleinkunst und gesellschaftspolitische Information. Das 3-Tages-Festival fand seit 2005 jährlich am letzten Augustwochenende auf der Burgruine Altwartenburg statt und ging zu Gunsten des Flüchtlingsprojekts von Ute Bock über die Bühne, wodurch der gesamte Reinerlös sowie die Gagen aller auftretenden Bands und Künstler gespendet wurde. Im Jahr 2010 fand das Bock Mas aufgrund der einsturzgefährdeten Ruine zum letzten Mal statt.
  • Der historische Bewässerungskanal ist eine Wasseranlage, die wahrscheinlich während der römischen Besetzung des Königreichs Noricum errichtet wurde und vermutlich der Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen eines römischen Gutshofes diente.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

Der von der Energie AG betriebene Kraftwerkskomplex in Timelkam

Neben einen im Jahr 2008 in Betrieb gegangenen Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk befindet sich noch ein Biomassekraftwerk vor Ort. Beide Kraftwerke versorgen den Ort auch mit Fernwärme.[3][4]

Verkehr

Timelkam liegt an der Westbahnstrecke Wien-Linz-Salzburg. Der Bahnhof in der Ortschaft Leidern wird von Regional- und Regionalexpresszügen bedient.

Sport

Zu den bekanntesten Sportvereinen in Timelkam gehören der ATSV Timelkam und der TSV Timelkam. Weiters existiert ein Tennisclub und zahlreiche kleinere Vereine. Timelkam verfügt über mehrere Sportstätten, darunter Tennisplätze, Fußballplätze, ein Fitnessparcour und zwei Asphaltstockhallen. In Timelkam findet jährlich der sogenannte Vöckla-Ufer-Lauf statt.

Politik

Rathaus; eröffnet am 19. Februar 2009

Der Gemeinderat hat 31 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 2002–2015 Johann Riezinger (SPÖ)
  • 2015–2025 Johann Kirchberger (SPÖ)
  • seit 2025 André Reichart (SPÖ)[6]

Wappen

Blasonierung: In Rot auf grünem Schildfuß ein goldenes Kamel mit einem ebenfalls golden gekleideten Reiter, der in der linken Hand die roten Zügel, in der rechten einen blanken, silbernen Krummsäbel hält. Über einem blauen Bach schräglinkshin eine goldene Brücke; im Hintergrund auf grünem, flachem Dreiberg ein silberner, schwarz geöffneter und mit einer Zwiebelhaube schwarz bedachter Turm mit rechtsseitigem Anbau.
Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb-Grün.

Wann das Wappen verliehen wurde, ist nicht bekannt. Der erste Nachweis ist ein Siegelabdruck aus dem Jahr 1647. Das Wappen zeigt den charakteristischen Marktturm mit der Brücke über die Dürre Ager. Das Kamel entstammt vermutlich dem Wappen des Adelsgeschlechts der Seeauer, die eine enge Verbindung zur Herrschaft Wartenburg hatten. Die Bedeutung des Reiters mit dem Krummsäbel ist unbekannt.[7]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

  • Hans Riezinger († 2020), Bürgermeister von Timelkam 2001–2015

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Klaus Pitter (* 1947), Cartoonist und Illustrator
  • Regina Prehofer (* 1956), Bankmanagerin
  • Gerald Lehner (1968–2016), Schiedsrichter

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Peter Keppelmüller (* 1944), Chemiker und Politiker (SPÖ)
  • Kurt Palm (* 1955), Autor und Regisseur, wuchs in Timelkam auf. Er wurde 2001 von der Gemeinde Timelkam mit dem Verdienstzeichen in Gold ausgezeichnet.
  • Reinhard Palm (1957–2014), Autor, Übersetzer und Dramaturg, wuchs in Timelkam auf.
Commons: Timelkam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. Historischer Bewässerungskanal in Timelkam. In: Atterwiki. Abgerufen am 15. März 2025.
  3. Energie AG: Biomasse-Kraftwerk Timelkam@1@2Vorlage:Toter Link/www.energieag.at (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 655 kB); abgerufen am 20. Nov. 2011
  4. GuD-Kraftwerk Timelkam@1@2Vorlage:Toter Link/www.energieag.at (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 369 kB) Energie AG Oberösterreich
  5. Wahlen Oberösterreich 2021. In: orf.at. Abgerufen am 15. März 2024.
  6. Christine Steiner-Watzinger: Timelkam hat einen neuen Bürgermeister. In: MeinBezirk.at. 1. November 2025, abgerufen am 1. November 2025.
  7. Das Wappen der Marktgemeinde Timelkam (PDF; 957 kB), Marktgemeinde Timelkam, abgerufen am 19. Juni 2018

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Weiß-rot mit Wappen von Oberösterreich, gekrönt mit Erzherzogshut. Dienstflagge von Oberösterreich. White-red with coat of arms of Upper Austria, crowned with the archducal hat. Flag of the state of Upper Austria.
Timelkam - Marktturm (2).JPG
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Der denkmalgeschützte Marktturm in der oberösterreichischen Marktgemeinde Timelkam. 1610 errichtet; bis 1842 Sitz des Marktrates und von 1706 bis 1919 als Mautturm in Verwendung.
Timelkam - Kraftwerkspark.JPG
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Westansicht des Kraftwerksparks in der oberösterreichischen Marktgemeinde Timelkam.
Das erste Kraftwerk auf dem Gelände wurde in den Jahren 1923 bis 1925 von der Stern und Hafferl AG errichtet, das mit Braunkohle von der Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG (WTK) betrieben wurde und eine Leistung von 2 mal 3 MW hatte (später wurde die Leitung erhöht und 1986 erfolgte die Außerbetriebnahme). Von 1962/63 errichtete man ein zweites Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 60 Megawatt (2008/09 außer Betrieb genommen) und in den Jahren 1973 bis 1975 wurde das Dampfkraftwerk durch den Bau einer neuen Gasturbinenanlage mit einem Abhitzekessel erweitert (2013 außer Betrieb genommen). 2005/06 wurde auf dem Gelände ein Biomassekessel zu Verbrennung von biogenen Heizmaterialien, im Wesentlichen für die Verbrennung von Altholz errichtetː [1]. Nach einem Umbau 2017 produziert man damit jährlich Strom von bis zu 72.000 MWh und eine Fernwärmeerzeugung von bis zu 162.000 MWhː [2]. Im Jahr 2008/09 wurde der Betrieb des 1962/63 erbauten Kohlekraftwerks eingestellt und durch ein neu errichtetes 400 Megawatt starkes Gas- und Dampfkraftwerk (GuD-Kraftwerk) mit Fernwärmeauskopplung ersetzt, welches nach einer zweijährigen Errichtungsdauer im Herbst 2008 in Betrieb genommen wurde (offizielle Eröffnung am 7. Juni 2009)ː [3]. Die Kenndaten des GuD-Kraftwerkesː Kostenː rd. 210 Mio. Euro; Brennstoffː Erdgas; Kraftwerksleistungː bis zu 405 MW elektrisch und bis zu 100 MW thermisch (Fernwärme); jährliche Stromerzeugung bis zu 2.000 GWh und Fernwärmeauskopplung bis zu 140 GWhː [4].
Timelkam - Rathaus.JPG
Autor/Urheber: C.Stadler/Bwag (talk / email), Lizenz: CC BY-SA 4.0
Das Rathaus der oberösterreichischen Marktgemeinde Timelkam.
Das Rathaus wurde anstelle eines Vorgängerbaues aus dem Jahr 1953 nach Plänen der F2 Architekten ZT GmbH errichtet und am 19. Februar 2009 feierlich eröffnet. Das Gebäude hat eine Nutzfläche von knapp über 1.000 m² und kostete rd. 4,5 Mio. Euro, inklusive Vorplatzː Timelkamer Gemeindenachrichten, Jänner 2009.
Timelkam - Schloss Neuwartenburg (1).JPG
Autor/Urheber: C.Stadler/Bwag, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Hauptflügel des Schlosses Neuwartenburg in der oberösterreichischen Marktgemeinde Timelkam.
Das spätbarocke Schloss umfasst das Haupthaus und einen von zwei Seitentrakten und einem Portal mit zwei Torpavillons Richtung Osten eingefassenen Ehrenhof. Das Schloss ließ Johann Albert Graf Saint-Julien-Wallsee (1673–1766) von 1730 bis 1732 von dem Wiener Architekten Anton Erhard Martinelli errichten.
Oberthalheim Richtung Westen.jpg
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Blick auf Oberthalheim von Vöcklabruck Richtung westen