Theodor Henner

Theodor Henner (* 28. September 1854 in Würzburg; † 15. Dezember 1928 ebenda) war ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung am Gymnasium in Würzburg studierte Theodor Henner Geschichte an den Universitäten Würzburg, München und Göttingen. Im Jahre 1874 promovierte er bei Franz Xaver von Wegele an der Universität Würzburg. Bereits ein Jahr später (1875) habilitierte er sich an dieser Universität. Hier lehrte er zunächst als Privatdozent, 1886 wurde er außerordentlicher Professor und 1898 Ordinarius für Geschichte, insbesondere bayerische Landesgeschichte. Von 1888 bis zu seinem Tode war er Vorsitzender des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg und Mitbegründer der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. 1926 wurde er emeritiert. 1909 wurde ihm vom Papst der Gregoriusorden (zivile Klasse) verliehen.

Im Jahre 1895 begründete und leitete Theodor Henner die "Altfränkischen Bilder", in denen er zahlreiche Beiträge veröffentlichte. Seine Veröffentlichungen behandeln vor allem Themen aus der fränkischen Geschichte bzw. des Bistums Würzburg.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die herzogliche Gewalt der Bischöfe von Würzburg. Stuber, Würzburg 1875 (= Dissertation Universität Würzburg) (Volltext).
  • Bischof Hermann I. von Lobdeburg und die Befestigung der Landesherrlichkeit im Hochstift Würzburg, 1225–1254. Würzburg 1875 (= Habilitationsschrift Universität Würzburg) (Volltext).
  • Zur Geschichte des Grebnerschen Buches "Allgemeine und besondere Würzburgische Münzgeschichte". In: Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken, Bd. 23 (1875/76), S. 91–112.
  • (Hrsg., mit August Schäffler): Lorenz Fries / Die Geschichte des Bauern-Krieges in Ostfranken. Zwei Bände. Verlag des Historischen Vereins für Unterfranken, Würzburg 1876–1879 (Reprint: Scientia Verlag, Aalen 1978).
  • Der Historische Verein von Unterfranken und Aschaffenburg in seinem 60jährigen Wirken. Historischer Verein, Würzburg 1893 (Volltext).
  • Eine Doppelwahl für den Würzburger Bischofsstuhl im Jahre 1314. In: Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken, Bd. 42 (1900), S. 57–74.
  • Beiträge zur Kunstgeschichte Frankens. In: Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken, Bd. 46 (1904), S. 224–247.
  • (mit August Schäffler): Autobiographie des Staatsrats Christian Johann Baptist von Wagner. In: Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken, Bd. 47 (1905), S. 1–124.
  • Dr. Friedrich Stein, der Geschichtsschreiber Frankens. In: Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken, Bd. 48 (1906), S. 189–214.
  • Florian Geyer und seine schwarze Schar im Bauernkrieg. In: Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken, Bd. 52 (1910), S. 181–193.
  • Ein Soldatenleben aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Feldmarschall Ernst Albrecht von Eberstein. In: Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken, Bd. 57 (1915), S. 77–90.
  • Julius Echter von Mespelbrunn. Fürstbischof von Würzburg und Herzog von Ostfranken (1573–1617) (= Neujahrsblätter / Gesellschaft für Fränkische Geschichte, Bd. 13). Duncker & Humblot, München/Berlin 1918 (Volltext).

Literatur

  • Helmut Flachenecker: Theodor Henner, geheimer Regierungsrat und ordentlicher Professor für Geschichte (1851-1928). In: ders. (Hrsg.): Anfänge der geschichtlichen Forschung an der Universität Würzburg (= Historische Studien der Universität Würzburg, Bd. 9). Ed. Vulpes, Würzburg 2010, S. 108–143, ISBN 978-3-939112-80-8.

Einzelnachweise

  1. Henner, Theodor. In: Wolfgang Weber: Biographisches Lexikon zur Geschichtswissenschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Lehrstuhlinhaber für Geschichte von den Anfängen des Faches bis 1970. 2. Aufl. Lang, Frankfurt/M. 1987, S. 229f., ISBN 3-8204-1051-1; Henner, Theodor. In: https://www.bavarikon.de/object/bav:UBR-BOS-0000P348XTB00011