The Riot Club

Film
TitelThe Riot Club
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2014
Länge107 Minuten
Altersfreigabe
Stab
RegieLone Scherfig
DrehbuchLaura Wade
ProduktionGraham Broadbent,
Peter Czernin,
Ben Knight
MusikKasper Winding
KameraSebastian Blenkov
SchnittJake Roberts
Besetzung

The Riot Club ist ein britischer Film von Lone Scherfig aus dem Jahr 2014. Er basiert auf dem Theaterstück Posh von Laura Wade, die auch das Drehbuch zum Film verfasste. Die Hauptrollen spielen Max Irons und Sam Claflin.

Handlung

Der Film beginnt im Oxford des 18. Jahrhunderts. Ein junger Student, der sich selbst Lord Riot nennt, fällt seinem ausschweifenden Lebenswandel zum Opfer: Er wird beim Geschlechtsverkehr mit einer verheirateten Frau von deren Ehemann ertappt und erstochen. Seine Freunde gründen daraufhin den Riot Club, in den nur die klügsten und besten Studenten Oxfords aufgenommen werden sollen, und schwören, innerhalb dieses Clubs dem Lebenswandel ihres verstorbenen Freundes zu frönen. Danach setzt die eigentliche Handlung des Films im Oxford von heute ein.

Die beiden Oberschichtsprösslinge Alistair und Miles beginnen ihr Studium in Oxford. Miles findet schnell Anschluss und geht eine Beziehung mit Lauren ein, die ebenfalls neu in der Stadt ist und aus einer niedrigeren sozialen Schicht kommt. Der schüchtern wirkende Alistair ist zunächst eher ein Einzelgänger. Das gemeinsame Tutorium der beiden endet häufig in wilden Diskussionen und Streitgesprächen, da Alistair politisch konservativ ist, Miles hingegen eher linksgerichtet.

Beide geraten ins Visier des Riot Club, der mit acht Mitgliedern zwei zu wenig zählt. Miles wird vom homosexuellen Hugo angeworben, der von Miles’ äußerer Erscheinung angezogen ist, Alistair wird von Harry angeworben, als dieser herausfindet, dass Alistairs Bruder Sebastian Ryle ist, ein ehemaliger, langjähriger Präsident des Clubs. Beide absolvieren erfolgreich die Aufnahmeprüfungen, die darin bestehen, in alkoholisiertem Zustand Fragen richtig zu beantworten und sich öffentlich mit einer Flasche Portweins zu begießen. Nach der vollständigen Verwüstung ihrer Zimmer sind sie offiziell Mitglieder des elitären Zirkels.

Bald darauf steht das alljährliche ausschweifende Dinner des Riot Club an. Zu diesem Zweck wurde ein separater Raum in einem Pub außerhalb Oxfords angemietet. Als alle Mitglieder anwesend sind, beginnen der exzessive Alkoholkonsum und das dekadente Essen. Bei einem weiteren Initiationsritual besiegt Miles Alistair, dessen Laune sich deswegen drastisch verschlechtert. Als Miles sich für kurze Zeit auf einem abseits stehenden Sofa ausruht, schreibt Alistair in Miles’ Namen und mit dessen Handy eine SMS an Lauren, sie möge ihn retten kommen.

Harry hat unterdessen eine Prostituierte namens Charlie engagiert, die zunächst vom Besitzer des Pubs hinausgeworfen wird, dann aber durch den Hintereingang Einlass findet. Sie weigert sich, unter dem Tisch hockend die ganze Runde oral zu befriedigen, da sie das als unter ihrer Würde ansieht, und verlässt das Dinner ungehalten, was den Unmut einiger Mitglieder hervorruft. Der steigert sich, als man feststellt, dass unter den zehn bestellten und servierten Geflügelsorten das Perlhuhn fehlt.

Die anderen Gäste reagieren zunehmend verärgert auf den Lärm der Veranstaltung und die langsame Bedienung des Pubs, der hauptsächlich durch die Mitglieder des Riot Club in Beschlag genommen wird. Als sich der Wirt bei ihnen darüber beschwert, dass Gäste ihretwegen seinen Pub verlassen, wird er vom Mitglied Dimitri kurzerhand durch Geld entschädigt.

Nun trifft Lauren ein. Miles ist überrascht, da er von der SMS an sie nichts weiß. Er bietet ihr an, ein Taxi für die Rückfahrt zu rufen, doch Harry bittet sie, zu bleiben, und stellt ihr 300 Pfund für die Vollführung der von Charlie abgelehnten Fellatio in Aussicht. Als Lauren sich indigniert zur Tür wendet, bezeichnet Dimitri den Betrag als Beleidigung und erhöht das Angebot auf 27.000 Pfund. Perplex fragt sie ihren Freund nach seiner Ansicht. Miles steht wegen der Gefahr, die die Situation für seine Beziehung bedeutet, sichtlich unter Druck und bringt nur die Antwort hervor, es sei ihre Entscheidung. Dass er ihr nicht geradewegs abrät, kränkt Lauren und auch sein von den übrigen Mitgliedern schadenfroh verfolgtes Bemühen, ihr seine unentschiedene Haltung als Achtung vor ihrer Freiheit darzustellen, besänftigt sie nicht. Einige Augenblicke wird sie von den anderen Mitgliedern am Gehen gehindert und von einem zwangsweise auf den Mund geküsst. Sie verlässt den Pub wütend und enttäuscht.

Durch den voranschreitenden Alkoholkonsum fallen die Hemmungen zusehends. Besonders Alistair erbost sich immer mehr über die niedrigeren sozialen Schichten, vertreten durch Charlie, welche die orale Befriedigung verweigerte, und den Wirt, der mit dem Fehlen des Perlhuhns gegen die Abmachungen verstoßen und sich zudem über den Lärm beschwert hat. Die Mitglieder beginnen, den Raum rücksichtslos zu verwüsten. Nur Miles bleibt die ganze Zeit auf seinem Stuhl sitzen. Als der Wirt den Raum betritt und sich weigert, sich für den entstandenen Schaden ohne weitere Konsequenzen auszahlen zu lassen, fängt Alistair an, ihn zu verprügeln. Außer Hugo und Miles machen alle Mitglieder mit. Schließlich schlägt Alistair den Wirt mit einem Cricketschläger bewusstlos. Dies bringt die anderen Mitglieder wieder zur Besinnung und Miles ruft den Notarzt. Die Mitglieder des Riot Club werden festgenommen.

Am nächsten Tag kommen sie auf Kaution frei. Da sich der Wirt nicht erinnern kann, wer genau ihn geschlagen hat, beschließen sie, ein Mitglied zu opfern, um den eigenen Schaden möglichst gering zu halten. Die Wahl fällt auf Miles, da er als letzter für den Club angeworben wurde. Nachdem allerdings unter den Fingernägeln des Wirts Hautpartikel von Alistair gefunden wurden, wird dieser verhaftet und als einziger des Colleges verwiesen. Als Miles zu einem erneuten Treffen des Riot Club eingeladen wird, lehnt er ab. Alistair wird bald darauf von Harrys Onkel, dem Parlamentsabgeordneten Jeremy Villiers, eine Stelle angeboten.

Hintergrund

Kritiken

Insgesamt wurde der Film positiv aufgenommen. Rotten Tomatoes zählt bei 33 Rezensionen 79 Prozent positiv.

„Trotz einer etwas simplen Polarisierung zwischen Normalvolk und Statuskönigen führt die Dänin Lone Scherfig […] die Begriffe von Gentleman und Elite überzeugend ad absurdum, zeigt aber auch die unverminderte Potenz eines sich selbst schützenden Systems. Der mit vielen interessanten und kompetenten britischen Newcomern besetzte Film kennt letztlich nur in den drei nennenswerten Frauenfiguren (Studentin, Wirtstochter, Escortgirl) und einem ohnmächtigen Gastwirt Charaktere, die sich mit Stärke und Moral die Sympathie des Zuschauers verdienen. Der Club selbst ist ein menschlicher Dschungel, den man nur mit der Machete in der Hand betreten möchte.“

„Die Dänin Lone Scherfig, die ihren Durchbruch einst als Dogma-Jüngerin mit Italienisch für Anfänger erlebte, hat ihr Wirken mittlerweile auf die britische Insel verlegt und gehört dort inzwischen fest zum filmischen Establishment. Nach dem oscarnominierten An Education und Zwei an einem Tag spielt auch ihr jüngstes Werk The Riot Club in England, dieses Mal jedoch in der Gegenwart. Diese Rückkehr in die heutige Zeit ist allerdings weit entfernt von einer Besinnung auf den ungeschliffen-unmittelbaren Dogma-Stil, vielmehr weht durch das dialogreiche Oberschichten-Drama der stete Hauch einer vermeintlich längst untergegangenen Epoche grenzenloser Dekadenz und Arroganz – womit auch gleich das Problem von Scherfigs Films umrissen ist: Sie zeigt uns einen Haufen Unsympathen (sehr höflich formuliert) dabei, die sich mit größter Selbstverständlichkeit für die Herren der Welt halten. Und wenn das fiese Treiben in der zweiten Hälfte doch noch eine teils packende Dynamik bekommt, ist das Interesse an den vor Borniertheit strotzenden Figuren beinahe schon erlahmt.“

Carsten Baumgardt: Filmstarts.de[4]

„Immer wieder stockt einem der Atem, wenn der nächste in der Runde seine abgrundtiefe Bosheit oder Feigheit offenbart, rettende Ambivalenzen gibt es nicht – und weil im Leben kein reiches Arschloch je ausreichend bestraft wird, kommen die Schweine auch hier mit einem blauen Auge davon. Anders gesagt – dies ist ein lupenreiner, altertümlicher und ziemlich effektiver Propagandafilm: wir da unten, die da oben. Gut und böse, schwarz und weiß.“

Tobias Kniebe: Süddeutsche Zeitung[5]

„The Riot Club fasst das Thema härter an. Aber dann doch nicht so hart, dass Scherfig nicht ein Dutzend Gesichter auf die Leinwand bringen könnte, die deutlich attraktiver sind als die des realen ‚Bullingdon Club‘. Und der Film ist auch brav genug, um Max' Geliebte, eine Studentin aus der Arbeiterklasse, als moralisches Sprachrohr der – in diesem Film durchweg als tadellos und bodenständig gezeigten – Arbeiter- und Mittelklasse einzusetzen. Manchmal jedoch, vor allem wenn Nicht-Zugehörige des Zirkels für ihr Anderssein bitter bezahlen müssen, geht das Klassen-Melodram unter die Haut. Dann zeigt sich die seismographische Sensibilität dieser nicht groß angelegten und eher konventionell gefilmten Produktion: Sie wird zur universal lesbaren Studie einer sich von der Umwelt abspaltenden Gruppierung, die als zunehmend machtlose Kaste bei gleichwohl hohem Machtanspruch noch immer ihre Menschenverachtung in die Tat umsetzt.“

Marion Douglas: Die Zeit[6]

Auszeichnungen und Nominierungen

  • Abu Dhabi Film Festival 2014: nominiert für Bester narrativer Film

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für The Riot Club. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 147174/V; abgerufen am 17. April 2026).
  2. Alterskennzeichnung für The Riot Club. Jugendmedien­kommission.
  3. Filmkritik bei Kino.de
  4. Filmkritik bei Filmstarts.de
  5. Filmkritik
  6. Filmkritik