Thailändische Schrift

Thailändische Schrift
SchrifttypAbugida
SprachenThailändische, Südthailändische
ErfinderKönig Ramkhamhaeng (?)
Entstehung1283 (?)[1][2][3][4]
Verwendungszeitseit dem 13. Jahrhundert
Offiziell inThailand
AbstammungBrāhmī
 → Pallava
  → Khmer[2]
   → Thailändische Schrift
Verwandtelaotische Schrift[3]
Besonderheitengehört zum
indischen Schriftenkreis
UnicodeblockU+0E00–U+0E7F
ISO 15924Thai
Der vollständige Name Bangkoks in Thai-Schrift. Die Vokale sind in schwarz, die „tiefen“ Konsonanten in blau, die „mittleren“ in grün und die „hohen“ in rot dargestellt.

Die thailändische Schrift (thailändischอักษรไทย [ʔàksɔ̌ːn tʰaj]) ist das Schriftsystem, das zur Niederschrift der thailändischen Sprache verwendet wird. Sie gehört wie die birmanische Schrift, die Khmer-Schrift sowie die laotische Schrift zum südostasiatischen Zweig der indischen Schriften. Sie ist eine Abugida und steht damit zwischen Alphabet und Silbenschrift.

Geschichte

Ramkhamhaeng-Stele im Nationalmuseum Bangkok

Traditionell wird ihre Entwicklung König Ramkhamhaeng von Sukhothai zugeschrieben. Noch heute wird in Thailands Schulen verbreitet, dass König Ramkhamhaeng diese Schrift „erfunden“ habe, weil im Jahre 1833 König Mongkut (zu jener Zeit noch im Mönchsstand) auf dem heutigen Noen Prasat nahe dem Wat Mahathat im Geschichtspark Sukhothai eine Stele entdeckte, auf der die Regierungserklärung Ramkhamhaengs aus dem Jahre 1292 in Stein gemeißelt ist (siehe dazu die Weblinks unten). Das ist der älteste überlieferte Text in der neuen Schrift, die offenbar von der Khmer-Schrift abgeleitet wurde, da letztere zum Schreiben der tonalen Sprache der Thai kaum geeignet war. Diese Darstellung führte jedoch in neuerer Zeit zu heftigen Kontroversen über die historische Echtheit der Stele, die heute im Nationalmuseum Bangkok zu sehen ist.

Im heutigen Nordthailand ist neben der thailändischen Schrift auch noch die sogenannte Nordthai-Schrift des ehemaligen Königreichs Lan Na selten in Gebrauch, diese geht aber wie die birmanische Schrift auf die Mon-Schrift zurück.

Übersicht

Die thailändische Schrift besteht aus 44 Konsonantenbuchstaben (Thai:พยัญชนะ [pʰáʔjant͡ɕʰáʔnáʔ]), die in drei Klassen unterteilt werden, und den diakritischen Vokalzeichen. Die Konsonantenbuchstaben werden horizontal von links nach rechts geschrieben, während die Vokalzeichen – je nachdem, um welchen Vokal es sich handelt – über, unter, vor oder nach Konsonanten geschrieben sein können.

Die thailändische Schrift unterscheidet im Gegensatz zum lateinischen Alphabet nicht zwischen Minuskeln und Majuskeln (Klein- und Großbuchstaben). Im Allgemeinen werden einzelne Wörter ohne einen Zwischenraum zusammengeschrieben, ein Satzende wird dagegen durch einen Zwischenraum gekennzeichnet. Ein Wort kann aus einer oder mehreren Silben bestehen, wobei eine Silbe immer das Format „Konsonant - Vokal“ oder „Konsonant - Vokal - Konsonant“ hat. Bei der Sortierung besitzen die Konsonanten Priorität über Vokale. Beginnt eine Silbe nach westlichen Verständnis mit einem Vokal, dann wird ein stimmloser Konsonant verwendet, ähnlich wie im Hebräischen. Meist wird der Konsonant „อ อ่าง“ verwendet, Beispiel: „อาหาร“ (aahaan Lebensmittel). Das Wort besteht aus zwei Silben, „อา“ (aa) und „หาร“ (haan). Der Konsonant „อ“ ist stimmlos. Bestimmte Konsonanten können nur an einem Silbenende vorkommen. Auch gibt es Konsonanten die am Silbenende anders ausgesprochen werden als am Silbenanfang. Im Beispiel „อาหาร“ wird der Konsonant „ร เรือ“ wie ein „n“ gesprochen, am Silbenanfang jedoch wie ein „r“ - „เรือ“ (rüa Boot). Es gibt Fälle wo der Vokal in einer Silbe nicht geschrieben wird. Im Format „Konsonant - Vokal“ wird ein „a“ gesprochen im Format „Konsonant - Vokal - Konsonant“ ein „o“. Beispiel: „คน“ (khon Mensch, Person). Auch hier gibt es Ähnlichkeiten zum Hebräischen. Vokale können vor, hinter, unter oder oberhalb eines Konsonanten stehen. Es gibt auch Vokale welche sich aus mehreren Zeichen zusammensetzen. Beispiel: „เมา“ (mau betrunken), Die Zeichen „เ“ und „า“ bilden einen einzigen Vokal welche vor und hinter dem Konsonanten stehen. Ein Vokal kann sich aus bis zu 3, eine Vokalkombination aus bis zu 4 Zeichen zusammensetzen. „เทียน“ (thiian Kerze) der Vokal „iia“ besteht aus 3 Zeichen. „แห้ง“ (häng trocken) besteht aus zwei Zeichen. Beide werden vor dem Konsonanten geschrieben. „เดิน“ (döön gehen) Der Vokal „ö“ besteht aus zwei Zeichen, ein Zeichen vor dem Konsonanten, das zweite Zeichen über einem Konsonanten. „ดู“ (duu sehen) der Vokal wird unter dem Konsonanten geschrieben. „ดี“ (dii = gut) der Vokal „ii“ wird über dem Konsonanten geschrieben.

Romanisierung

Es gibt bisher keinen universellen Standard für die Romanisierung, also die Übertragung der thailändischen Schrift in das lateinische Alphabet. Zum Beispiel wird der Name des 2016 verstorbenen Königs (ภูมิพล) so unterschiedlich geschrieben wie Bhumibol, Phumiphon, phuuM miH phohnM, daneben existieren noch weitere Schreibweisen. Jedes Sprachlehrbuch oder Wörterbuch, jeder Reiseführer hat ein eigenes System der Romanisierung. Dazu kommt der Umstand, dass die Aussprache in der romanisierten Form oft auf dem Englischen basiert, was es dem deutschsprachigen Leser zusätzlich erschwert. Daher empfehlen die meisten Thailändisch-Lehrer das frühzeitige Erlernen der thailändischen Schrift.

Die ersten Versuche einer Festsetzung der Romanisierung der Thai-Schrift unternahm König Vajiravudh (Rama VI.) 1912[5] im Zuge der Einführung von Familiennamen in Siam.

Einem Standard am nächsten kommt das heutige Royal Thai General System of Transcription (RTGS; „Allgemeines Königlich-Thailändisches Umschriftsystem“) des Royal Institute, das bereits 1939 und 1968 Systeme veröffentlicht hatte.[6] Dieses System wird immer häufiger von Regierungsstellen zum Beispiel bei der Beschriftung von Straßenschildern benutzt.

Nachteile:

  • Das RTGS hat keine Anzeige von Tonhöhen und Tonverläufen.
  • Das RTGS hat keine Anzeige der Länge der Vokale.
  • Es ist unmöglich, aus einem romanisierten Wort auf die tatsächliche Schreibweise in Thai zu schließen.
  • Es ist unmöglich, aus einem romanisierten Wort auf die korrekte Aussprache zu schließen.

Konsonanten

Tabelle der Konsonanten

Die Konsonantenbuchstaben werden in drei Klassen unterteilt: die mittleren, die hohen und die tiefen Buchstaben.

Die Klasse der mittleren Buchstaben besteht aus allen Buchstaben, die unaspirierte Plosive bezeichnen (einschließlich des nahezu plosiv ausgesprochenen /ʨ/-Lautes und des Glottisschlags ).

Für die im Thai nur stimmlos vorkommenden aspirierten Plosive und Frikative gibt es hohe Buchstaben, wobei der velare Frikativ /x/ als aspirierter Plosiv /kh/ ausgesprochen wird (dieser Buchstabe ist daher nicht mehr in Gebrauch). Die hohen Konsonantenbuchstaben sind lautlich erkennbar am steigenden Ton im Buchstabennamen.

Abgesehen vom alveolaren Frikativ /s/ und vom retroflexen Frikativ /ʂ/ gibt es zu jedem hohen auch einen entsprechenden tiefen Konsonantenbuchstaben. Weitere tiefe Buchstaben existieren zu jedem aspirierten Plosiv und dem entsprechenden Nasal sowie für die Approximanten.

Die Retroflexe und auch die palatalen Frikative /ç⁠/ sowie /ç⁠/ werden im Thai zudem wie die entsprechenden Alveolare ausgesprochen. So gibt es z. B. sechs Buchstaben (zwei hohe und vier tiefe) für den aspirierten alveolaren Plosiv /th/. Diese Vielzahl von Buchstaben ist nötig, damit religiöse indische Texte, die in Pali oder Sanskrit verfasst sind, auch mit der thailändischen Schrift geschrieben werden können.

Vokale

Für die Darstellung von Vokalen (Thai:สระ [sàʔràʔ]) dienen Vokalzeichen (siehe auch Erläuterungen zur Vokal-Tabelle weiter unten) und gewisse Konsonantenbuchstaben (die Halbvokale , und , manchmal auch ). Es gibt, hauptsächlich zur Bildung von Diphthongen und Triphthongen, auch bestimmte Kombinationen mehrerer Vokalzeichen sowie von Vokalzeichen mit diesen Konsonantenbuchstaben.

Die Zeichen/Zeichenkombinationen , ฤๅ, und ฦๅ sind, epigraphisch gesehen, die Transliteration von altindischem , , , und . Im Sanskrit werden diese Laute traditionell zu den Vokalen gerechnet, die dazugehörigen Zeichen werden in den indischen Schriften im Allgemeinen entsprechend unter den Vokalzeichen eingereiht. Im Thailändischen werden /rɯ́/, ฤๅ /rɯː/, /lɯ́/ und ฦๅ /lɯː/ jedoch als Kombination von Konsonant /r/ bzw. /l/ und Vokal​[⁠ɯ⁠]​/[ɯː] (geschlossenes, dunkles i, ähnlich einem ungerundeten, dunklen 'ü', transkribiert ue) aufgefasst, bzw. wird entweder /rí/, /rɯ́/ oder /rɤː/ gesprochen. Deshalb werden , ฤๅ alphabetisch entsprechend unter den Konsonantenbuchstaben nach (/r/) und , ฦๅ nach (/l/) eingeordnet.

Beim Lesen der Thai-Schrift ist auch zwischen einigen Buchstaben ein kurzes [o] oder [a] zu lesen, letzteres oft bei Lehnwörtern aus dem Pali oder dem Sanskrit. In diesem Fall werden die Vokale als „dem Konsonantenbuchstaben inhärent“ gesehen. In einigen Fällen dient das kurze a als Sprossvokal. Beispiele: „คน“ (k[o]n Mensch, Person), „ลม“ (l[o]m Wind), นคร (n[a]k[o]n Stadt). Das Wort „นคร“ besteht aus zwei Silber n[a] und k[on] wobei beide Vokale nicht geschrieben werden. Silben eines werden von rechts nach links zusammengefasst deswegen „na kon“.

Weitere Zeichen

Zusätzlich zu den Konsonanten und Vokalen gibt es:

Ziffern

Das thailändische Zahlensystem ist ein Dezimalsystem, das in indo-arabischen Ziffern (Thai:ตัวเลขอารบิก [tua lêːk aːrá.bìk]) oder (zunehmend seltener) einem eigenen Thaiziffernsatz (Thai:ตัวเลขไทย [tua lêːk tʰaj]) geschrieben werden kann.

Tabellen mit dem Thai-Alphabet

Zeichen für „M“ in Thai-Schrift, als Sonorant den tiefen Konsonanten zugerechnet

Konsonanten

  • Erläuterung zur Tabelle:
  • 1. Spalte: der Buchstabe in thailändischer Schrift.
  • 2. Spalte: Romanisierung des Buchstabens (siehe dazu Weblinks und thailändisches Umschrift-System).
  • 3. Spalte: Name des Buchstabens
  • 4. Spalte: Name des Buchstabens, offizielle Umschrift des Royal Institute.[7] Die ch-Konsonanten in den Namen sind englisch auszusprechen. Beispiel: ching wird im Deutschen ausgesprochen wie tsching.
    "*" = Diese Zeichen zählen eigentlich zu den Vokalen, werden aber in Wörterbüchern an den hier gezeigten Stellen eingeordnet. Sie dienen zur Darstellung von Lehnwörtern und Namen aus dem Sanskrit (nicht Pali) und anderen Sprachen, zum Beispiel อังกฤษ für „englisch“. In Klammern die am ehesten verwendbare deutsche Aussprache.
  • 5. Spalte: Aussprache des Merkwortes in Lautschrift.
  • 6. Spalte: Übersetzung des Merkwortes.
  • 7. Spalte: Aussprache, wenn der Buchstabe am Ende einer Silbe steht. Ein „-“ bedeutet: dieser Buchstabe kommt nicht am Silbenende vor.
  • 8. Spalte: Klasse des Buchstabens (L: „tiefe“ Klasse, M: „mittlere“ Klasse, H: „hohe“ Klasse). Die Klassifizierung wird zusammen mit weiteren Kriterien benötigt, um die Tonhöhe einer Silbe zu bestimmen.
ZeichenRomanis.Name/Merkwort (Original)Name/Merkwort (Umschrift)LautschriftÜbersetzungSilbenendeKlasse
kก ไก่ko kai (go gai)[kɔː kàj]Huhn-kM
khข ไข่kho khai[kʰɔ̌ː kʰàj]Ei-kH
khฃ ขวดkho khuat[kʰɔ̌ː kʰùat]Flasche [obsolet]-kH
khค ควายkho khwai[kʰɔː kʰwaːj]Wasserbüffel-kL
khฅ คนkho khon[kʰɔː kʰon]Person [obsolet]-kL
khฆ ระฆังkho rakhang[kʰɔː rákʰaŋ]Glocke-kL
ngง งูngo ngu[ŋɔː ŋuː]Schlange-ngL
chจ จานcho chan[ʨɔː ʨaːn]Teller-tM
chฉ ฉิ่งcho ching[ʨʰɔ̌ː ʨʰìŋ]Zimbel-H
chช ช้างcho chang[ʨʰɔː ʨʰáːŋ]Elefant-tL
sซ โซ่so so[sɔː sôː]Kette-tL
chฌ เฌอcho (ka)choe[ʨʰɔː (kà)ʨʰɤː]Busch-tL
yญ หญิงyo ying[jɔː jǐŋ]Frau-nL
dฎ ชฎาdo chada[dɔː ʨʰádaː]Krone, Kopfschmuck-tM
tฏ ปฏักto patak[tɔː pàtàk]Speer-tM
thฐ ฐานtho than[tʰɔ̌ː tʰǎːn]Sockel-tH
th / dฑ มณโฑtho montho[tʰɔː montʰoː]weiblicher Eigenname-tL
thฒ ผู้เฒ่าtho phuthao[tʰɔː pʰûː tʰâw]Greis-tL
nณ เณรno nen[nɔː neːn]Novize-nL
dด เด็กdo dek[dɔː dèk]Kind-tM
tต เต่าto tao (do dau oder dto dtau)[tɔː tàw]Schildkröte-tM
thถ ถุงtho thung[tʰɔ̌ː tʰǔŋ]Beutel-tH
thท ทหารtho thahan[tʰɔː tʰáhǎːn]Soldat-tL
thธ ธงtho thong[tʰɔː tʰoŋ]Flagge-tL
nน หนูno nu[nɔː nǔː]Maus-nL
bบ ใบไม้bo baimai[bɔː bajmáj]Blatt-pM
pป ปลาpo pla (bo bla oder bpo bplaa)[pɔː plaː]Fisch-pM
phผ ผึ้งpho phueng[pʰɔ̌ː pʰɯ̂ŋ]Biene-H
fฝ ฝาfo fa[fɔ̌ː fǎː]Deckel-H
phพ พานpho phan[pʰɔː pʰaːn]Tablett-pL
fฟ ฟันfo fan[fɔː fan]Zahn-pL
phภ สำเภาpho samphao (pho sampau)[pʰɔː sǎmpʰaw]Dschunke-pL
mม ม้าmo ma[mɔː máː]Pferd-mL
yย ยักษ์yo yak[jɔː ják]Riese-iL
rร เรือro ruea (ro rüa)[rɔː rɯːa]Boot-nL
rue, ri, roe-*[], [ri], [rɤː]---
ฤๅrue-*[rɯː]---
lล ลิงlo ling[lɔː liŋ]Affe-nL
lue-*[]---
ฦๅlue-*[lɯː]---
wว แหวนwo waen (wo wän)[wɔː wɛ̌ːn]Ring-oL
sศ ศาลาso sala[sɔ̌ː sǎːlaː]Pavillon-tH
sษ ฤๅษีso ruesi (ro rüsi)[sɔ̌ː rɯːsǐː]Einsiedler-tH
sส เสือso suea (so süa)[sɔ̌ː sɯ̌ːa]Tiger-tH
hห หีบho hip[hɔ̌ː hìːp]Kiste-H
lฬ จุฬาlo chula[lɔː ʨùlaː]Drachen-nL
(wird ignoriert)อ อ่างo ang[ʔɔː ʔàːŋ]Becken-oM
hฮ นกฮูกho nokhuk[hɔː nók hûːk]Eule-L

Vokale

Die thailändische Schrift kennt 16 „einfache Vokale“: ะ   ั   า   ำ   ิ   ี   ึ   ื   ุ   ู  เ   โ   ใ   ไ   อ   ว

Diese können einzeln benutzt oder miteinander kombiniert werden.

  • Erläuterung zur Tabelle:
  • 1. Spalte: der Buchstabe/die Buchstabenkombination in thailändischer Schrift. Das Zeichen „|“ dient dabei als Platzhalter für den jeweiligen Konsonanten.
  • 2. Spalte: Name des Buchstabens, offizielle Umschrift des Royal Institute.[7]
  • 3. Spalte: Romanisierung des Buchstabens (siehe dazu Weblinks und thailändisches Umschriftsystem).
  • 4. Spalte: Aussprache des Vokals/der Vokalkombination in Lautschrift.
ZeichenNameRomanis.Laut
o ango​[⁠ɔ⁠]​
—ะsara aa​[⁠a⁠]​
—ั—mai han-akata​[⁠a⁠]​
—ัวmai han-akat wo waen (wo wän)ua[ua]
—ัวะsara uaua[ua]
—าsara aa[]
—ำsara amam[am]
—ิsara ii​[⁠i⁠]​
—ีsara ii[]
—ึsara ue (sara ü)ue​[⁠ɯ⁠]​
—ืsara ue (sara ü)ue[ɯː]
—ุsara uu​[⁠u⁠]​
—ูsara uu[]
เ—sara ee[]
เ—ะsara ee​[⁠e⁠]​
เ—าsara e…sara aao[aw]
เ—าะsara oo[ɔʔ]
เ—ียsara e…sara i yor yakia[ia]
เ—ียะsara iaia[iaʔ]
แ—sara ae (sara ä)ae[ɛː]
แ—ะsara ae (sara ä)ae​[⁠ɛ⁠]​
โ—sara oo[]
โ—ะsara oo​[⁠o⁠]​
ใ—sara ai maimuanai[aj]
ไ—sara ai maimalaiai[aj]

Ziffern

  • Erläuterung zur Tabelle:
  • 1. Spalte: die Ziffer in thailändischer Schrift
  • 2. Spalte: die Ziffer als Wort auf Thailändisch
  • 3. Spalte: Aussprache des Zahlwortes in Lautschrift
  • 4. Spalte: indo-arabische Ziffer
ZeichenThaiLautschr.Wert
ศูนย์[sǔːn]0
หนึ่ง[nɯ̀ŋ]1
สอง[sɔ̌ːŋ]2
สาม[sǎːm]3
สี่[sìː]4
ห้า[hâː]5
หก[hòk]6
เจ็ด[ʨèt]7
แปด[pɛ̀ːt]8
เก้า[kâːw]9
๑๐สิบ[sìp]10
๑๐๐ร้อย[rɔ́ːj]100
๑,๐๐๐พัน[pʰan]1.000
๑๐,๐๐๐หมื่น[mɯ̀ːn]10.000
๑๐๐,๐๐๐แสน[sɛ̌ːn]100.000
๑,๐๐๐,๐๐๐ล้าน[láːn]1.000.000
  • Anmerkung: Außer für Dokumente und Inschriften mit offiziellem oder religiösem Charakter oder mit historischem Bezug werden im täglichen Umgang arabische Ziffern benutzt. Weiterhin ist es verbreitet, dass Schilder mit Preisangaben für den Eintritt zu Sehenswürdigkeiten einen niedrigeren Preis für thailändische Staatsbürger in thailändischen Ziffern ausweisen, während der höhere Betrag für Ausländer in arabischen Ziffern geschrieben ist.

Betonungszeichen

ZeichenThaiErmittlung des Tons / Bemerkung
_่ไม้เอกmai ek, über Konsonanten der „hohen Klasse“: ergibt tiefen Ton
Über Konsonanten der „mittleren Klasse“: ergibt tiefen Ton
Über Konsonanten der „tiefen Klasse“: ergibt fallenden Ton
_้ไม้โทmai tho, über Konsonanten der „hohen Klasse“: ergibt fallenden Ton
Über Konsonanten der „mittleren Klasse“: ergibt fallenden Ton
Über Konsonanten der „tiefen Klasse“: ergibt hohen Ton
_๊ไม้ตรีmai tri, über Konsonanten der „mittleren Klasse“: ergibt hohen Ton
_๋ไม้จัตวาmai chattawa, über Konsonanten der „mittleren Klasse“: ergibt steigenden Ton
_็ไม้ไต่คู้mai taikhu, Silbe wird kurz gesprochen, Ton bleibt unverändert
_์ไม้ทัณฑฆาตmai thanthakhat, steht über einem stummen Endkonsonanten

Hat eine Silbe kein Betonungszeichen, so hängt die Betonung von der Klasse des einleitenden Konsonanten („hohe Klasse“, „mittlere Klasse“, „tiefe Klasse“), von der Vokallänge (kurz oder lang) und vom abschließenden Konsonanten (Sonorant oder Plosiv) ab. Beginnt die Silbe mit zwei Konsonanten, so ist der erste Konsonant maßgebend.

  • Silben mit langem Vokal oder mit abschließendem Sonoranten (m, n, ng):
    • hohe Klasse: steigender Ton (สี, [sǐː] – Farbe;สอง, [sɔ̌ːŋ] – zwei),
    • mittlere Klasse: Mittelton (ดู, [duː] – schauen;ดิน, [din] – Erde, Sand),
    • tiefe Klasse: Mittelton (ทา, [tʰaː] – auftragen;ทำ, [tʰam] – machen).
  • Silben mit langem Vokal und abschließendem Plosiv (b, d, g, p, t, k):
    • tiefe Klasse: fallender Ton (พูด [pʰûːt] – sprechen;มาก, [mâːk] – sehr),
    • mittlere Klasse: tiefer Ton (ปาก, [pàːk] – Mund),
    • hohe Klasse: tiefer Ton (ถูก, [tʰùːk] – billig, günstig).
  • Silben mit kurzem Vokal:
    • tiefe Klasse: hoher Ton (เล็ก, [lék] – klein),
    • mittlere Klasse: tiefer Ton (เด็ก, [dèk] – Kind),
    • hohe Klasse: tiefer Ton (สุข, [sùk] – gesund, glücklich).

Typographische Zeichen

ZeichenThaiBedeutung
ไม้ยมกmai yamok, Silbe oder Wort muss wiederholt werden
ไปยาลน้อยpaiyan noi, Abkürzungszeichen,
wird zum Beispiel beim Namen von Bangkok benutzt.
ฯลฯไปยาลใหญ่paiyan yai, entspricht „etc.“
ฟองมันfong man, markiert den Anfang eines Absatzes
(obsolet!)
อังคั่นคู่angkhan khu, markiert das Ende eines Absatzes
(sehr selten benutzt)
โคมูตรkhomut, markiert das Ende eines Kapitels oder eines Buches
(sehr selten benutzt)

Thailändische Schrift im Computer

Zur Verarbeitung von thailändischen Schriftzeichen wird in Unicode der Unicodeblock Thailändisch (U+0E01 bis U+0E7F) verwendet. Daneben ist in Thailand vor allem die ASCII-Erweiterung Thai Industrial Standard 620-2533 (TIS-620) in Gebrauch. Eine fast identische Variante dazu ist der Zeichensatz ISO 8859-11.

Betriebssystemspezifische Zeichensätze für thailändische Schrift gibt es für Microsoft Windows (Codepage 874) und Apple Macintosh.

In Windows gibt es das standardmäßige Werkzeug osk.exe, das eine mit der Maus zu betätigende Bildschirmtastatur (On-Screen-Keyboard) darstellt und mit Hilfe der Sprachauswahl in der Taskleiste umgeschaltet werden kann. Hat man unter der Windows-Steuerung „Thai“ aktiviert, kann man diese Variante über osk nutzen, sofern die benutzte Software dies zulässt.

Eines der grössten Probleme der Thai Schrift ist die Sortierung. Die Schreib- und Leserichtung innerhalb einer Silbe ist nicht eindeutig. Deswegen müssen Einträge, z. B. in einer Datenbank nach Silben sortiert werden und nicht nach Buchstaben. So muss z. B. das Wort „ไม่“ (mai, Verneinung also, nein oder nicht) von Rechts nach Links sortiert werden. Im Wörterbuch findet man den Eintrag nicht unter „ไ“ sondern unter „ม“. Schwierig wird es bei dem Wort „เป็น“ (bpen sein) Die Sortierung beginnt bei „ป“ (b) darauf folgt „เ“ (e) und dann das „น“ (n). In der Vergangenheit waren die wenigsten Datenbanksysteme in der Lager Thai richtig zu sortieren. Ein weiteres Problem stellen die fehlenden Abstände zwischen Wörtern dar. Computerprogramme taten und tun sich in dieser Richtung schwer. Oft muss mit Wörterbüchern gearbeitet werden um einen Satz in seine Worte zu zerlegen. Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass Vokale vor, nach, unter oder über Konsonanten geschrieben werden. Besonders bei Tastaturtreibern und bei der Darstellung führt dies zu grossen technischen Problemen der Programmierung von Betriebssystemen. Auch können sich Vokale aus mehreren Zeichen zusammensetzen. Langezeit war es nicht möglich Thai ordentlich darzustellen oder zu drucken. Die Philosophie des Thai Alphabets war gegenüber westlichen Alphabeten zu verschieden und zu komplex.

Literatur

  • Anuman Rajadhon, Phraya: The Nature and Development of the Thai Language, The Fine Arts Department, Bangkok 6th ed. 1989 (Thai culture; Bd. 10)
  • Danvivathana, Nantana: The Thai Writing System, Buske, Hamburg 1987, ISBN 978-3-87118-753-7
  • Fischer, Gero: Einführung in die thailändische Schrift, Buske, Hamburg 1993, ISBN 978-3-87548-054-2
  • Kummer, Manfred: Einführung in das Leseverständnis der thailändischen Sprache, Groos, Heidelberg 1994, ISBN 3-87276-705-4
  • McFarland, George Bradley: Thai-English Dictionary, Stanford 1972, ISBN 0-8047-0383-3
  • Rohrer, Josef: Wörterbuch Deutsch-Thai, VVB Laufersweiler Verlag, Gießen 2007, 8. Auflage, ISBN 3-89687-322-9
  • Stopperka, Ulf: Einführung in die thailändische Schrift, Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-815-9

Weblinks

Commons: Script of Thailand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. P.J. Bee, I. Brown, Patricia Herbert, Manas Chitkasem: Thailand. In: South-East Asia. Languages and Literatures – a Select Guide. University of Hawaii Press, Honolulu 1989, S. 28.
  2. a b David Bradley: Burma, Thailand, Cambodia, Laos and Vietnam. In: Sociolinguistics Around the World. A Handbook. Routledge, Abingdon (Oxon) / New York 2010, S. 100.
  3. a b Gero Fischer, Bua Srikasibhandha: Einführung in die thailändische Schrift. Helmut Buske Verlag, Hamburg 1980, S. 9.
  4. Timothy D. Hoare: Thailand. A Global Studies Handbook. ABC-CLIO, Santa Barbara CA 2004, S. 211.
  5. König Rama VI.: The Romanization of Siamese words. In: Journal of the Siam Society. 9 (1912), 4. Online (PDF, letzter Zugriff am 31. Oktober 2012; 1,1 MB).
  6. Nitaya Kanchanawan: Romanization, Transliteration, and Transcription for the Globalization of the Thai Language. (PDF) In: The Journal of the Royal Institute of Thailand. Band 31, Nr. 3, Juli–September 2006, S. 832–841, auf S. 835–836.
  7. a b Romanisierungsregeln des Royal Institute (PDF in Thai; 166 kB) (aufgerufen am 20. April 2009).

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Konsonanten der Thai-schrift

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* Place: Siwamok Phiman Hall, Bangkok National Museum, Bangkok, Thailand.
  • Item: Inscription 1 (จารึกหลักที่ ๑) or Ram Khamhaeng Inscription (จารึกพ่อขุนรามคำแหง), allegedly created in 1835 BE (1292/93 CE).
BangkokThaiColored (vectorized).svg
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The name of Bangkok in Thai, in a colored version (marked vowels are in black, high consonants in red, mid ones in green, and low ones in blue, other symbols in brown, including the transcription of unmarked vowels)
MThai.svg
Das thailändische Zeichen „ม“, mit dem phonetischen Wert [m] in der Schriftart Code2000.