Terrainfolgeradar
Terrainfolgeradar (englisch terrain-following radar, TFR), auch Geländefolgeradar oder seltener Bodenfolgeradar, ist eine Technik, die es einem tieffliegenden Luftfahrzeug ermöglicht, automatisch eine relativ konstante Flughöhe über Grund einzuhalten.
Verfahren, Technik und Verwendung
| 1. | In einem Diagramm mit Höhe a und Entfernung r stellt das blaue Dreieck das Flugzeug dar, die blaue Kurve Z die Nulllinie für die Freigabeeinstellung c, die grüne Kurve T das erfasste Gelände (gestrichelte Bereiche liegen im Radarschatten) und die schwarze Kurve T−Z deren Differenz. Der positive Maximalwert (roter Pfeil) gibt an, um wie viel das Flugzeug steigen sollte. |
| 2. | Fliegt das Flugzeug höher, gibt der negative Maximalwert an, um wie viel es sinken sollte. |
Das System funktioniert durch Senden eines Radarsignals in Richtung Erdoberfläche, auf den vor dem Luftfahrzeug liegendem Bereich, der überflogen werden soll. Die zurückgeworfenen Strahlen werden analysiert, um die Veränderungen des Geländes festzustellen. Diese Information kann dann vom Autopiloten des Flugzeuges verwendet werden, um automatisch eine konstante Höhe über dem Boden einzuhalten.
Die Technik wird vorwiegend von militärisch genutzten Flugzeugen eingesetzt, um im Tiefflug mit hohen Geschwindigkeiten in feindlichem Terrain zu fliegen. Dies soll die Entdeckung durch gegnerisches Radar erschweren und ermöglicht Flüge auch bei unzureichenden Wetterverhältnissen sowie bei Dunkelheit.
Einige Flugzeuge, wie zum Beispiel der Tornado, besitzen mehrere Radargeräte, wobei ein System ausschließlich für den Bodenfolgeflug genutzt wird. Modernere Flugzeuge wie die Rafale können mit ihrem Phased-Array-Radar gleichzeitig vorwärts und nach unten schauen.
Auch Militärhubschrauber können mit Terrainfolgeradar ausgerüstet sein. Wegen ihrer geringeren Geschwindigkeit und der guten Manövrierbarkeit können sie normalerweise eine geringere Höhe als Flugzeuge einhalten.
Das Terrainfolgeradar wird auch manchmal in der zivilen Luftfahrt verwendet, zum Beispiel wenn es bei der Erstellung von Luftbildaufnahmen erwünscht ist, eine konstante Höhe über Grund einzuhalten.
Flugzeuge mit Terrainfolgeradar

- A7A/B/C/D/E
- AIDC F-CK-1 C/D Hsiang Sheng
- Rockwell B-1
- B-2
- F-15E
- F-16E/F
- F/A-18C/D
- F-105
- F-111
- Dassault Mirage F1
- Dassault Rafale
- RF-4C
- Panavia Tornado
- Tupolew Tu-160
- Suchoi Su-34
Siehe auch
Literatur
- Krachmalnick, F.M., Vetsch, G.J., and Wendl, M.J. (1968) Automatic flight control system for automatic terrain-following (PDF-Datei; 123 kB), Journal of Aircraft 5(2), 168–175.
Auf dieser Seite verwendete Medien
U.S. Air Force integrated avionics attack control systems specialists, A1C Russell Scott Morrow on right and Mark Philips, from the 524th Tactical Fighter Training Squadron, 27th Tactical Fighter Wing, service the AN/APQ-130 attack and guidance radar system of an General Dynamics F-111D aircraft at Cannon Air Force Base, New Mexico (USA), on 27 January 1984.
A Royal Australian Air Force F-111 flies to the ranges during Red Flag 06-1, at Nellis Air Force Base, Nevada. Red Flag tests aircrews' warfighting skills in realistic combat situations.
Autor/Urheber: Cmglee, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Simplified operation of terrain-following radar illustrated by CMG Lee. 1. In a plot of altitude a and range r, the blue triangle denotes the aircraft, the blue curve Z its zero command line for clearance setting c, the green curve T the detected terrain (dotted parts are in radar shadow), and the black curve T−Z their difference. Its maximum (red arrow) being positive determines by how much the aircraft should climb. 2. If the aircraft flies higher, the maximum being negative determines by how much it should descend.