Team Kärnten

Team Kärnten
ParteivorsitzenderGerhard Köfer
Stellvertretender VorsitzenderSiegfried Huber
Gründung2016
GründungsortVelden am Wörther See
HauptsitzLidmanskygasse 10, A-9020 Klagenfurt
Sitze in Landtagen
5/36
Staatliche Zuschüsse1,1 Millionen Euro (2022)[1]
AusrichtungPopulismus
Regionalismus
EuropaparteiEuropean Alliance for Freedom and Democracy
FarbeGelb
Websitewww.team-kaernten.at
Team Kärnten mit Bürgermeister Christian Scheider beim Faschingsumzug in Klagenfurt, Waidmannsdorf (2023)

Das Team Kärnten (vormals Team Stronach Kärnten) (TK) ist eine politische Partei im österreichischen Bundesland Kärnten. Sie ging aus der Kärntner Landesorganisation des mittlerweile nicht mehr existierenden Team Stronach hervor. Medial wird ihr eine populistische Ausrichtung attestiert.[2][3][4][5][6][7][8] Bei der Landtagswahl in Kärnten 2018 erreichte das Team Kärnten mit 5,80 % der Stimmen und 3 Mandaten den Einzug in den Kärntner Landtag.

Geschichte

Bei der Landtagswahl in Kärnten 2013 erzielte die Partei 11,18 % der abgegebenen Stimmen und zog mit vier Mandaten in den Kärntner Landtag ein.[9] Damit war das Team Stronach Kärnten zusammen mit dem Team Stronach Niederösterreich, das bei der ebenfalls am 20. März 2013 stattfindenden Landtagswahl in Niederösterreich 9,84 % der abgegebenen Stimmen erzielte,[10] nicht nur eine der beiden ersten Landesorganisationen des Team Stronach, die bei Wahlen antraten, sondern auch eine der beiden ersten Landesorganisationen der Partei, die in einen österreichischen Landtag gewählt wurden.

Nachdem Frank Stronach am 2. Oktober 2013 Gerhard Köfer als Kärntner Landesparteiobmann sowie den gesamten Landesparteivorstand abgesetzt und den Landtagsabgeordneten Siegfried Schalli zum neuen Landesparteiobmann ernannt hatte[11], kam es zu innerparteilichen Spannungen.[12] Der Konflikt um den Einfluss Frank Stronachs auf die Landesorganisation, ausgetragen zwischen Köfer, Schalli und deren jeweiligen Anhängern, konnte schließlich nach mehreren Krisensitzungen bereinigt werden.[13] Am 14. Oktober 2013 wurde Andrea Krainer zur interimistischen Landesparteiobfrau gewählt.[14]

Ende Oktober 2013 trat Schalli überraschend aus der Partei aus und wechselte zur FPÖ. Das Team Stronach Kärnten verlor damit seinen Klubstatus im Landtag und war nur noch eine Interessengemeinschaft.[15] Martin Rutter wurde Ende September 2017 von Parteiobmann Gerhard Köfer aus der Partei ausgeschlossen.[16] Als Isabella Theuermann im Dezember 2017 zur FPÖ wechselte, verblieb nur Hartmut Prasch im Landtag und die Liste verlor ihren Status als Interessensgemeinschaft.[17]

Im Dezember 2013 wurde Gerhard Klocker zum neuen interimistischen Landesparteiobmann gewählt.[18] Im April 2014 wurde Klocker schließlich Landesparteiobmann.[19]

Seit Oktober 2016 trat die Partei, nach der Rückzahlung eines Darlehens an Frank Stronach, unter dem Namen „Freies Team Kärnten – Liste Gerhard Köfer“ auf. Aus rechtlichen Gründen führte die Partei bis Ende der Legislaturperiode jedoch weiterhin den Namensbestandteil Stronach.[20] Im November erfolgte eine Statutenänderung, die die Partei vom Team Stronach löste. Landesparteiobmann der nun selbstständigen Partei wurde Gerhard Köfer.[21] Zur Landtagswahl 2018 trat die Partei als Team Kärnten an und erreichte 5,7 % Die Partei war somit mit drei Abgeordneten im Landtag vertreten.[22]

Bei der Gemeinderatswahl 2021 trat das Team Kärnten in sieben Gemeinden an, in vier davon stellte es auch Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Besondere Bedeutung kam dem Antritt in der Bezirkshauptstadt Spittal an der Drau, der Landeshauptstadt Klagenfurt und der Gemeinde Keutschach am See zu, wo mit dem Parteivorsitzenden Köfer und den aus der FPÖ ausgetretenen Christian Scheider und Gerhard Oleschko drei vormalige Bürgermeister erneut für das Amt des Stadt- bzw. Gemeindeoberhauptes kandidierten.[23] Die Bürgermeisterkandidaten konnten sich in allen vier Gemeinden (zusätzlich zu den genannten noch Sankt Georgen im Lavanttal) durchsetzen.[24]

Bei der Landtagswahl in Kärnten 2023 erzielte das Team Kärnten 10,08 % der Stimmen und zog mit fünf Abgeordneten in den Kärntner Landtag ein.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Parteienförderung: 224 Millionen Euro von Bund und Ländern, ÖVP Spitzenreiter. In: Der Standard. 10. April 2022, abgerufen am 27. November 2022 (österreichisches Deutsch).
  2. Team Kärnten: Rückkehr des Populismus. In: derstandard.at. 15. März 2021, abgerufen am 17. März 2021.
  3. Scheiders Facetten: Populist, Pragmatiker und später Papa. In: kleinezeitung.at. 15. März 2021, abgerufen am 17. März 2021.
  4. Christian Scheider, der selbsternannte "Bürgermeister der Herzen". In: kleinezeitung.at. 15. März 2021, abgerufen am 17. März 2021.
  5. Gerhard Oleschko macht das gelbe Bürgermeister-Quartett komplett. In: kleinezeitung.at. 15. März 2021, abgerufen am 17. März 2021.
  6. Was vom Team Stronach blieb. In: sn.at (Salzburger Nachrichten). 15. März 2021, abgerufen am 17. März 2021.
  7. Gerhard Köfer kämpft ums politische Überleben. In: vienna.at (Russmedia). 5. Februar 2018, abgerufen am 17. März 2021.
  8. Gerhard Köfer: "One Man Show" – halbiert, aber "überlebt". In: diepresse.com. 4. März 2018, abgerufen am 17. März 2021.
  9. Endergebnis der Landtagswahl in Kärnten 2013 (Memento vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive)
  10. Endergebnis der Landtagswahl in Niederösterreich 2013
  11. Team Stronach Kärnten: Siegfried Schalli neuer Landesparteiobmann, 2. Oktober 2013
  12. "Ungeheuerlich": Kärntner wehren sich gegen Stronach, 3. Oktober 2013, Die Presse online
  13. Neue Obfrau soll Team Stronach retten, 15. Oktober 2013, Kleine Zeitung
  14. Stronach/Köfer/Schalli: Andrea Krainer neue interimistischen Landesparteiobfrau in Kärnten, 14. Oktober 2013
  15. Team Stronach darf doch im Landtag bleiben, 21. November 2013, ORF.at Kärnten
  16. Martin Rutter aus Team Kärnten ausgeschlossen. In: ORF. 28. September 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  17. Parteiwechsel zeigt Auswirkungen im Landtag. In: ORF. 14. Dezember 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  18. Team Stronach: Gerhard Klocker neuer interimistischer Landesobmann in Kärnten, 21. Dezember 2013
  19. Gerhard Klocker neuer TS-Obmann, 12. April 2014, ORF.at Kärnten
  20. Köfer/Klocker: Das „Freie Team Kärnten“ ist nun auch formell endgültig frei!, 1. Oktober 2016.
  21. Team Kärnten: Köfer wieder an der Spitze, 26. November 2016, ORF.at Kärnten.
  22. Landtagswahl 4. März 2018. In: ktn.gv.at. Abgerufen am 23. Februar 2021.
  23. Der Angriff der Ex-Bürgermeister. In: diepresse.com. 22. Februar 2021, abgerufen am 23. Februar 2021.
  24. Köfers „Team Kärnten“ gewinnt Klagenfurt und Spittal. In: diepresse.com. 14. März 2021, abgerufen am 14. März 2021.

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Wappen der Republik Österreich: Nicht gesetzeskonforme Version des österreichischen Bundeswappens, umgangssprachlich „Bundesadler“, in Anlehnung an die heraldische Beschreibung des Art. 8a Abs. 3 Bundes-Verfassungsgesetz mit zwar nach Wappengesetz detailliertem, aber schwarzem statt grauem Gefieder, mit zu grellem Gelb sowie mit inkorrekter Darstellung des Bindenschilds, da die weiße Binde zu breit und der untere rote Balken zu schmal sowie der Spitz, statt halbrund zu sein, zu flach gerundet ist:

Das ursprüngliche Staatswappen wurde in der ersten Republik Österreich im Jahr 1919 eingeführt. Im austrofaschistischen Ständestaat wurde es im Jahr 1934 wieder abgeschafft und, im Rückgriff auf die österreichisch-ungarische Monarchie, durch einen Doppeladler ersetzt. In der wiedererstandenen (zweiten) Republik im Jahr 1945 wurde das Bundeswappen mit dem Wappengesetz in der Fassung StGBl. Nr. 7/1945 in modifizierter Form wieder eingeführt. Der Wappenadler versinnbildlicht, diesem Gesetzestext entsprechend (Art. 1 Abs. 1), „die Zusammenarbeit der wichtigsten werktätigen Schichten: der Arbeiterschaft durch das Symbol des Hammers, der Bauernschaft durch das Symbol der Sichel und des Bürgertums durch das Symbol der den Adlerkopf schmückenden Stadtmauerkrone […]. Dieses Wappen wird zur Erinnerung an die Wiedererringung der Unabhängigkeit Österreichs und den Wiederaufbau des Staatswesens im Jahre 1945 dadurch ergänzt, dass eine gesprengte Eisenkette die beiden Fänge des Adlers umschließt.“

Mit dem Bundesverfassungsgesetz vom 1. Juli 1981, mit dem das Bundes-Verfassungsgesetz in der Fassung von 1929 geändert wird, BGBl. Nr. 350/1981, wurden die Wappengesetze von 1919 und 1945 außer Kraft gesetzt und dem Text des Bundes-Verfassungsgesetzes mit Artikel 8a B-VG eine Verfassungsbestimmung über die Farben, die Flagge und das Wappen der Republik Österreich hinzugefügt. Mit der Neuverlautbarung des Wappengesetzes mit BGBl. Nr. 159/1984 in § 1 in der grafischen Umsetzung der Anlage 1 wurde das Bundeswappen in seiner aktuellen Version eingeführt.
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Faschingsumzug in Klagenfurt, Waidmannsdorf mit abschließendem Verbrennen der Faschingsfigur, einer bekleideten Strohpuppe als Symbol der zu Ende gehenden Winterszeit, Österreich, European Union
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