Taschdīd

Schadda

Der Taschdīd (arabisch تَشْدِيد, DMG Tašdīd) ist eine verstärkte Aussprache oder Verdoppelung eines Konsonanten in der arabischen Sprache. Er wird im Schriftbild durch ein Doppelhäkchen in der Form eines kleinen Sīn gekennzeichnet, das Schadda (شَدَّة / Šadda) genannt wird. Die Verdopplung (Gemination) ist in der Weise zu sprechen, dass der Konsonant (genau wie im Italienischen) verlängert bzw. dass kurz auf ihm verharrt wird. Die einfache Aussprache des Konsonanten ohne Verdoppelung wird auf Arabisch Tachfīf (تَخْفِيف / taḫfīf) genannt.

Allgemeines

Die Schadda ist ein optionales Schriftzeichen. Sie ist die einzige Möglichkeit, die Konsonantenverdoppelung anzuzeigen, da Buchstabe in der arabischen Schrift nicht doppelt geschrieben werden. Da die Verdopplung eine Bedeutungsänderung bewirken kann, begegnet die Schadda oft auch in ansonsten unvokalisierten Texten.

Schadda und Vokalzeichen

Folgt dem Taschdid ein Fatha, Damma oder Sukūn als Vokalzeichen, so wird dieses auf das Schadda und nicht direkt auf den Konsonanten gesetzt. Kasra steht klassischerweise auch in Kombination mit Schadda wie üblich unter dem Konsonanten. In modernen Drucken jedoch wird Kasra meist über den Konsonanten unmittelbar unter Schadda gesetzt.[1] Diese Konvention geht auf Ahmad Zaki Pascha zurück, damit das Auge beim Lesen nicht zwischen oben und unten wechseln muss.[2] In digitaler Umgebung hängt die Darstellung insofern von dem verwendeten Font[3] und hierbei gegebenenfalls auch von der Eingabereihenfolge von Schadda (U+0651) und Kasra (U+0650) ab (Beispiel: Font Akhbar MT). Bei U+FC62 aus dem Unicodeblock Arabische Präsentationsformen-A wird Kasra in der Regel direkt unter Schadda angezeigt (Beispiel: فَه‍ﱢ‍مْ fahhim ‚erkläre!‘).

Umschrift

In wissenschaftlichen Umschriften arabischer Wörter in das lateinische Alphabet wird der Taschdīd stets durch die Verdopplung des betreffenden Konsonanten wiedergegeben; in nicht-wissenschaftlichen Umschriften wird der Konsonant zum Teil nur einfach geschrieben, zum Beispiel in Eigennamen wie Mohammed (deswegen auch die Schreibweise Mohamed) oder Amman; auch das Wort Schadda selbst enthält ein Schadda. Hingegen wird etwa der Name des ägyptischen Fußballspielers Gedo (mit Schadda auf dem d) in der Regel – etwa auf seinem Trikot – mit einfachem Konsonanten geschrieben.

Schadda in Unicode

Unicode CodepointU+0651
Unicode-NameARABIC SHADDA
HTMLّ
ISO 8859-60xf1

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Wolfdietrich Fischer: Grammatik des klassischen Arabisch (1972), § 17, Anm. 2
  2. الترقيم وعلاماته في اللغة العربية (1912), S. 45
  3. Unicode-Konsortium: The Unicode® Standard. Version 15.0 – Core Specification (2022), S. 376 f.

Auf dieser Seite verwendete Medien

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Das Schriftzeichen Taschdid des arabischen Alphabets. Es gehört zur Gruppe der diakritischen Zeichen der Harakat, die zur Vokalisation verwendet werden. Das Taschdid bewirkt, das der Konsonant lang ausgesprochen wird – in lateinischen Schriften durch Konsonantverdopplung realisiert. Der punktierte Kreis zeigt die Position des zu vokalisierenden Konsonanten an.