Strohblumen
| Strohblumen | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
(c) Stan Shebs, CC BY-SA 3.0 Helichrysum basalticum | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Helichrysum | ||||||||||||
| Mill. |
Die Pflanzengattung der Strohblumen (Helichrysum) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 600 Arten sind hauptsächlich in der Alten Welt, besonders im Südlichen Afrika und Madagaskar beheimatet.
Einige Arten behalten beim Trocknen die Färbung der Blütenkörbe und eignen sich gut für Trockensträuße. Sie werden auch als Immortellen (Unsterblichen; da die Blüten nicht verwelken) bezeichnet. Die Sorten einiger Arten eignen sich als Beet- und Balkonpflanzen.
Beschreibung
Erscheinungsbild und Laubblätter
Helichrysum wachsen als ein-, zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanzen, Halbsträucher oder Sträucher, die meist Wuchshöhen von 20 bis 80 Zentimeter erreichen. Viele Arten duften aromatisch. Sie bilden oft Pfahlwurzeln. Die meist aufrechten, manchmal niederliegenden bis aufsteigenden Stängel sind mehr oder weniger wollig-filzig behaart und besitzen meist auch gestielte oder sitzende Drüsenhaare.
Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind meist gestielt und stängelumfassend und/oder herablaufend. Die einfachen Blattspreiten sind eiförmig, spatelförmig bis lanzettlich oder linealisch mit keilförmiger bis gestutzter Spreitenbasis. Der ganzrandige Blattrand ist manchmal zurückgerollt. Die beiden Blattseiten sind gleich oder seltener unterschiedlich gefärbt und meist grau bis weiß filzig oder seidig behaart und sie besitzen manchmal auch gestielte oder sitzende Drüsenhaare; die Blattoberseite verkahlt manchmal und ist dann grünlich.
Blütenstände und Blüten
In schirmtraubigen Gesamtblütenständen stehen mehrere in Knäueln zusammengefasste körbchenförmige Blütenstände zusammen. Die Blütenkörbchen sind mehr oder weniger scheibenförmig. Die Körbchenhülle (Involucrum) ist glockenförmig mit einem Durchmesser von nur 4 bis 8 mm. Die in meist drei bis fünf, selten bis zu sieben Reihen stehenden Hüllblätter sind weißlich, stroh- bis rosafarben, rot oder orangefarben und undurchsichtig bis durchscheinend und meist glänzend. Der Körbchenboden ist flach und kahl, meist ohne Spreublätter.
Die Kronblätter sind meist gelblich. Randständige weibliche Blüten fehlen oder sind einzeln oder zu zweit vorhanden. Es sind 3 bis 30, selten bis über 50 innere, zwittrige Röhrenblüten vorhanden. Zungenblüten, mit oder ohne Zungen, kommen selten vor.
Früchte
Die mehr oder weniger säulenförmigen Achänen besitzen meist eine glatte, manchmal papillöse Oberfläche, die durch erhabene, dachziegelförmig übereinanderliegende Spitzen der Epidermiszellen rau ist, sowie manchmal vier bis sechs Längsrillen und sie sind meist kahl oder selten behaart. Der oft früh abfallende Pappus besteht aus einer Reihe mit 12 bis 20 freien oder an ihrer Basis etwas zusammenhängenden, meist bärtigen bis selten fast federartigen Borsten. Als Diaspore wird die Achäne ausgebreitet.
Chromosomenzahlen
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7.
Synökologie
Manche Arten sind Futterpflanzen: Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) für Aethes williana, Eublemma minutata, Platyptilia tesseradactyla; Garten-Strohblume (Helichrysum bracteatum) von Vanessa kershawi; Italienische Strohblume (Helichrysum italicum) für Gypsochares baptodactylus Zeller 1850.
Verbreitung
Sehr viele Arten stammen aus der Capensis. Ein weiterer Schwerpunkt der Artenvielfalt ist Australien. Vergleichsweise wenige Arten gibt es auch jeweils in der Mittelmeerregion, in Neuseeland und im westlichen und zentralen Asien.




Systematik
Die Gattung Helichrysum wurde 1754 mit der Schreibweise Elichrysum durch Philip Miller aufgestellt. Typusart ist Helichrysum orientale(L.) Gaertn.[1] Synonyme für HelichrysumMill. sind: LeontonyxCass., Virginea(DC.) Nicoli, Virginia(DC.) Nicoli. Der Gattungsname Helichrysum leitet sich von den griechischen Wörtern helios für Sonne und chrysos für Gold ab; helichrysos war bei den Griechen ein Name für eine griechische Pflanzenart aus der Familie der Asteraceae.
Die Gattung Helichrysum gehört zur Tribus Gnaphalieae in der Unterfamilie Asteroideae innerhalb der Familie Asteraceae.[2] Der Umfang der Gattung Helichrysum ist in Diskussion, da sich herausgestellt hat, dass die bisherige Gattung nicht monophyletisch ist, ausgegliederte Gattungen sind zum Beispiel ArgentipalliumPaul G.Wilson, CastroviejoaGalbany et al., CoronidiumPaul G.Wilson, LawrencellaLindl., XerochrysumTzvelev, OzothamnusR.Br. und ChrysocephalumWalp. mit einer ozeanischen Verbreitung.[3]
In der artenreichen Gattung der Strohblumen (Helichrysum) gibt es etwa 600 Arten. Hier eine Auswahl:[2]
- Helichrysum adenophorumF.Muell.: Sie kommt in Australien vor.[2]
- Helichrysum amorginumBoiss. & Orph.: Sie kommt auf Inseln in der Ägäis vor.[2]
- Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium(L.) Moench)
- Helichrysum argyrosphaerumDC.: Sie kommt in Angola, Botswana, Namibia und Südafrika vor.[2]
- Helichrysum asperum(Thunb.) Hilliard & B.L.Burtt: Sie kommt in Südafrika vor.[2]
- Helichrysum aureum(Houtt.) Merr.: Sie kommt in Tansania, Mosambik, Angola, Simbabwe, Botswana, Lesotho, Eswatini, Namibia und Südafrika vor.[2]
- Helichrysum basalticumHilliard
- Helichrysum bellidioides(G.Forst.) Willd.: Sie kommt in Neuseeland vor.[2]
- Helichrysum blandowskianumSteetz ex Sond.: Sie kommt in Australien vor.[2]
- Helichrysum cymosumD.Don
- Helichrysum doerfleriRech.f..
- Stinkende Strohblume (Helichrysum foetidum(L.) Moench): Sie kommt ursprünglich im Jemen und im tropischen und im südlichen Afrika vor und ist ein Neophyt in Spanien, Frankreich, Madeira, Réunion und Hawaii.[2]
- Helichrysum heldreichiiBoiss.
- Italienische Strohblume (Helichrysum italicum(Roth) G.Don) mit zwei Unterarten:
- Helichrysum italicum subsp. italicum: Sie kommt in Marokko, Algerien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Griechenland und in Zypern vor.[2]
- Helichrysum italicum subsp. serotinum(Boiss.) P. Fourn.: Sie kommt in Marokko, Algerien, Spanien, Portugal und im südlichen Frankreich vor.[2]
- Helichrysum kirkiiOliv. & Hiern: Sie kommt in Kenia, Tansania, Angola, Malawi, Mosambik, Sambia, Burundi, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Republik Kongo vor.[2]
- Helichrysum leucopsideumDC.: Sie wurde aus Australien erstbeschrieben.
- Helichrysum maracandicumPopov ex Kirp.: Sie kommt in Tadschikistan und in Kirgisistan vor.[2]
- Helichrysum moeserianumTell.: Sie wurde aus dem südlichen Afrika erstbeschrieben.
- Helichrysum orientale(L.) Vaill.
- Helichrysum panormitanum Tineo ex Gussone mit sechs Unterarten im Mittelmeerraum, darunter:
- Helichrysum panormitanum subsp. melitense (Pignatti) Iamonico & Pignatti
- Helichrysum pendulum(C. Presl) C. Presl (Syn.: Helichrysum rupestre(Raf.) DC.): Sie kommt in Marokko, Algerien, Spanien, Sardinien, Sizilien und Malta vor.[2]
- Lakritz-Strohblume (Helichrysum petiolareHilliard & B.L.Burtt)
- Helichrysum plicatumDC.: Sie kommt in Serbien, Albanien, Griechenland, Makedonien, Bulgarien, in der Türkei, Syrien, Libanon, Irak, Iran, Armenien, Aserbaidschan und Georgien vor.[2]
- Helichrysum sibthorpiiRouy
- Mittelmeer-Strohblume (Helichrysum stoechas(L.) Moench)
- Helichrysum umbraculigerumLess.: Sie kommt in Lesotho und von Südafrika bis Free State und KwaZulu-Natal weitverbreitet vor.[2]
Quellen
- Guy L. Nesom: Helichrysum – textgleich online wie gedrucktes Werk. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York / Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-530563-9, S. 524 (englisch). (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
Einzelnachweise
- ↑ Helichrysum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p q Helichrysum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
- ↑ M. Galbany-Casals, N. García Jacas, A. Susanna de la Serna, L. Sáez, Carles Benedí: Phylogenetic relationships in the Mediterranean Helichrysum (Asteraceae, Gnaphalieae) based on nuclear rDNA ITS sequence data. In: Australian Systematic Botany. Band 17, Nr. 3, 2004, S. 241–253, doi:10.1071/SB03031.
Ergänzende Literatur
- Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Was blüht am Mittelmeer? 750 Arten (= Kosmos-Naturführer). 4. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10211-4.
Weblinks
Auf dieser Seite verwendete Medien
Autor/Urheber: (of code) -xfi-, Lizenz: CC BY-SA 3.0
The Wikispecies logo created by Zephram Stark based on a concept design by Jeremykemp.
Autor/Urheber: Didier B (Sam67fr), Lizenz: CC BY-SA 2.5
Helichrysum umbraculigerum in Kirstenbosch Botanical Gardens, South Africa
Autor/Urheber: Nanosanchez, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Helichrysum stoechas en las dunas de la playa de Las Amoladeras, Cartagena (España).
Autor/Urheber: Rüdiger Kratz, St. Ingbert, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Blütenstand der Stinkenden Strohblume (Helichrysum foetidum), Botanischer Garten Berlin
Autor/Urheber: Winfried Bruenken (Amrum), Lizenz: CC BY-SA 2.5
Helichrysum moeserianum Thellung, De Hoop nature reserve, South Africa
(c) Stan Shebs, CC BY-SA 3.0
Photo of Helichrysum basalticum at the UBC Botanical Garden