Strafgesetzbuch (Liechtenstein)

Basisdaten
Titel:Strafgesetzbuch
Abkürzung:StGB
Art:
Geltungsbereich:Liechtenstein
Rechtsmaterie:Strafrecht
Erlassen am:24. Juni 1987
Inkrafttreten am:1. Januar 1989
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Das Strafgesetzbuch Liechtensteins folgt in seiner Fassung dem Muster des österreichischen Strafgesetzbuchs. Wie dieses gliedert es sich in zwei Teile, den Allgemeinen Teil, §§ 1–74, und den Besonderen Teil, §§ 75–321. Auch inhaltlich folgt es in weiten Teilen wörtlich dem Vorbild.

Der Schwangerschaftsabbruch ist jedoch im Gegensatz zu Österreich nur erlaubt, wenn er zur Abwendung einer nicht anders abwendbaren ernsten Gefahr für das Leben oder eines schweren Schadens für die Gesundheit der Schwangeren erforderlich ist oder die Schwangere zur Zeit der Schwängerung unmündig (unter 14 Jahre) gewesen ist oder wenn an der Schwangeren eine Vergewaltigung (§ 200), eine sexuelle Nötigung (§ 201) oder ein sexueller Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person (§ 204) begangen wurde und die Schwangerschaft auf einer solchen Tat beruht (§§ 96–98a). Bis zum 30. Juni 2015 war der Schwangerschaftsabbruch nur erlaubt, wenn er zur Abwendung einer nicht anders abwendbaren ernsten Gefahr für das Leben oder eines schweren Schadens für die Gesundheit der Schwangeren erforderlich war oder die Schwangere zur Zeit der Zeugung unmündig (unter 14 Jahre) gewesen und nicht mit dem Schwängerer verheiratet war; der ohne diese Voraussetzungen an einer liechtensteinischen Frau vorgenommene Schwangerschaftsabbruch konnte gem. § 64 Nr. 8 auch dann in Liechtenstein bestraft werden, wenn er im Ausland begangen worden war.

In Liechtenstein ist es im Gegensatz zu Österreich strafbar, sich zur Prostitution anzubieten (§ 210).

Am 1. Februar 2001 trat mit LGBl. 2001 Nr. 16 eine entscheidende Erweiterung des Inzest-Tatbestands (§ 211) in Kraft. Wie bei einigen anderen Delikten wurde auch beim Inzest nach dem Beischlaf (als Vaginalverkehr) die Formulierung „oder eine dem Beischlaf gleichzusetzende sexuelle Handlung“ eingefügt.[1][2] Dagegen ist in Österreich nur der Beischlaf als Inzest strafbar.

Der Hochverrat besteht – überraschend für eine Monarchie – nicht in einem Angriff auf den Landesfürsten, sondern dem österreichischen StGB folgend in einer Abtrennung eines zum Fürstentum gehörenden Gebiets (Gebietshochverrat) oder in einer durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt bewirkten Verfassungsänderung (Verfassungshochverrat) (§ 242 Absatz 1).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gesetzestext: Liechtensteinisches Landesgesetzblatt, Jahrgang 2001, Nr. 16 . (PDF; 97 kB; 13 Seiten) In: gesetze.li. Änderungen vom 13. Dezember 2000, ausgegeben am 1. Februar 2001 (abgerufen am 8. Juli 2013).
  2. Strafgesetzbuch (StGB): liStGB konsolidiert. (PDF; 465 kB; 184 Seiten) In: gesetze.li. 8. Februar 2013 (abgerufen am 8. Juli 2013).