Stettfurt

Stettfurt
Wappen von Stettfurt
Wappen von Stettfurt
Staat:Schweiz Schweiz
Kanton:Kanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk:Frauenfeld
BFS-Nr.:4606i1f3f4
Postleitzahl:9507
Koordinaten:714234 / 265065
Höhe:475 m ü. M.
Höhenbereich:448–707 m ü. M.[1]
Fläche:6,37 km²[2]
Einwohner:1237 (31. Dezember 2022)[3]
Einwohnerdichte:194 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
8,2 %
(31. Dezember 2022)[4]
Website:www.stettfurt.ch
Blick auf Stettfurt
Blick auf Stettfurt

Blick auf Stettfurt

Lage der Gemeinde
Karte von StettfurtMindelseeBodenseeNussbommerseeRaffolterseeHasenseeHüttwilerseeGuemüliweierDeutschlandDeutschlandKanton St. GallenKanton SchaffhausenKanton SchaffhausenKanton ZürichBezirk KreuzlingenBezirk MünchwilenBezirk WeinfeldenBasadingen-SchlattingenBerlingen TGDiessenhofenEschenzFelben-WellhausenFrauenfeldGachnangHerdern TGHomburg TGHüttlingen TGHüttwilenMammernMatzingenMüllheim TGNeunfornPfynSchlatt TGSteckbornStettfurtThundorf TGUesslingen-BuchWagenhausen TGWarth-Weiningen
Karte von Stettfurt
{w

Stettfurt [ˈʃtetːfʊrt] (im einheimischen Dialekt: [ˈʃtøpfərt])[6] ist eine Ortschaft[7] und eine politische Gemeinde im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Ab 1803 war Stettfurt eine Ortsgemeinde der Munizipalgemeinde Matzingen. 1817 trennte es sich von Matzingen und bildete die Orts- und Munizipalgemeinde Stettfurt. Von 1870 bis 2002 war Stettfurt eine Einheitsgemeinde.[8]

Geographie

Stettfurt liegt am südlichen Fuss des Immenbergs. Zur Gemeinde im Lauchetal gehören neben den Ortsteilen Vorstatt und Brüel auch die Weiler Hummerbärg und Chöll sowie das Schloss Sonnenberg.

Geschichte

Stettfurt und Schloss Sonnenberg. Luftbild von Walter Mittelholzer aus dem Jahr 1923

Der Ort ist im Jahr 827 als Stetivurt erstmals urkundlich erwähnt. Es handelt sich bei diesem Namen um eine Zusammensetzung, als dessen vorderer Teil das althochdeutschen Wort stat ‚Ort, Stelle, Wohnstätte, Ortschaft, Stadt‘ im Genitiv (steti) erscheint, als hinterer ahd. furt ‚Furt, Flussübergang‘, hier vielleicht erweitert zu ‚Bachbett, Wassergraben‘.[6]

Im 9. Jahrhundert besass das Kloster St. Gallen in Stettfurt Güter. Diethelm III. von Toggenburg schenkte Stettfurt 1228 der Kommende Tobel. Das Niedergericht Stettfurt gehörte vom 13. Jahrhundert bis 1798 zur Gerichtsherrschaft Sonnenberg und umfasste Kalthäusern, Ruggenbühl und Stettfurt. Die Dorfoffnung datiert von 1482.[8]

1746 wurde die Kirche gebaut und 1752 Stettfurt zur Kirchgemeinde erhoben. Zuvor war das rein reformierte Dorf Teil der Kirchgemeinde Wängi gewesen.[8]

Bis ins 19. Jahrhundert wurde Ackerbau im Dreizelgensystem betrieben, daneben Obst- und bis 1908 Weinbau. Ab 1850 breitete sich die Vieh- und Milchwirtschaft aus, 1883 wurde eine Käserei eröffnet. Die 1888 gegründete Brennereigenossenschaft errichtete 1902 die Presshefe­fabrik Stettfurt, die 1946 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.[8]

Wappen

Blasonierung: Rot und Weiss gerautet.[9]

Das schon in der Chronik von Johannes Stumpf für Stettfurt abgedruckte Wappen erscheint auch im vollen Wappen der Herrschaft Sonnenberg. Nachdem die Einheitsgemeinde Stettfurt 2003 zur politischen Gemeinde wurde, blieb das Wappen unverändert im Gebrauch.[9]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Stettfurt[10]
Die Darstellung von Grafiken ist aktuell auf Grund eines Sicherheitsproblems deaktiviert.
Bevölkerungsentwicklung der Einheits- und politischen Gemeinde[10]
Jahr1831185018801900195019801990200020102018
Einwohner532[8]53240642544355271097111121207

Von den insgesamt 1207 Einwohnern der Gemeinde Stettfurt im Jahr 2018 waren 97 bzw. 8,0 % ausländische Staatsbürger. 572 (47,4 %) waren evangelisch-reformiert und 309 (25,6 %) römisch-katholisch.[7]

Wirtschaft

Seit 1902 wird in Stettfurt Hefe produziert. Das ursprüngliche Unternehmen Presshefefabrik der Brennereigenossenschaft Stettfurt wurde 1946 zur Presshefefabrik Stettfurt A.G., 1993 wurde durch Fusion mit der Presshefefabrik Hindelbank die Hefe Schweiz AG gegründet. Die Hefe wird seit 2000 hauptsächlich mit Melasse Rübendicksaft der Zuckerfabrik Frauenfeld produziert. Mit 30 Angestellten werden rund zwei Drittel des Hefeverbrauchs in der Schweiz abgedeckt.

Im Jahr 2016 bot Stettfurt 250 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 43,7 % in der Land- und Forstwirtschaft, 17,6 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 38,8 % im Dienstleistungssektor tätig.[5]

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

  • Jakob Huldreich Bachmann (* 21. November 1843 in Stettfurt; † 26. August 1915 in Stettfurt) Nationalrats- und Bundesgerichtspräsident
  • Isabella Carmen Müller (* 1974), Motorradfahrerin, Langstrecken-Motorrad-Weltrekordlerin
  • Johannes Schulthess (* 28. September 1763 in Stettfurt; † 10. November 1836 in Zürich) evangelischer Geistlicher und Hochschullehrer
  • Johann Georg Schulthess (* 18. Dezember 1758 in Stettfurt; † 20. September 1802 in Zürich) reformierter Theologe

Weblinks

Commons: Stettfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Generalisierte Grenzen 2023. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 7. September 2023.
  2. Generalisierte Grenzen 2023. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 7. September 2023.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2022. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2022 zusammengefasst. Abruf am 5. September 2023
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2022. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2022 zusammengefasst. Abruf am 5. September 2023
  5. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Website der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  6. a b Philipp Obrist, Stettfurt TG (Frauenfeld) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 856.
  7. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Website der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 20. Juni 2022.
  8. a b c d e Erich Trösch: Stettfurt. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  9. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  10. a b Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 (Excel-Tabelle; 0,1 MB),
    Wohnbevölkerung – Wohnbevölkerung der Gemeinden 1990, 2000, 2010 und 2011 (PDF; 1,3 MB) und
    Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019 (Excel-Tabelle; 0,1 MB). Auf der Website der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 20. Juni 2022.

Auf dieser Seite verwendete Medien

Karte Gemeinde Stettfurt 2011.png
Autor/Urheber: Tschubby, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Municipality Stettfurt
StettfurtII.jpg
Autor/Urheber: Abderitestatos, Lizenz: CC BY 3.0
Blick vom Südhang des Sonnenbergs aufs Dorf zu Stettfurt.
Stettfurt-Schloss-Sonnenberg.jpg
Autor/Urheber: Roland Zumbuehl, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Schloss Sonnenberg in Stettfurt
ETH-BIB-Stettfurt, Schloss Sonnenberg Ausschnitt.jpg
Stettfurt, Schloss Sonnenberg v. S. O. aus 400 m
Ausschnitt aus einer Foto von Walter Mittelholzer
KäsereistrStettfurtIV.jpg
Autor/Urheber: Abderitestatos, Lizenz: CC BY 3.0
Häuser im Dorfkern zu Stettfurt; rechts oben im Hintergrunde das Schloss Sonnenberg.
KäsereistrStettfurtIII.jpg
Autor/Urheber: Abderitestatos, Lizenz: CC BY 3.0
Wohnhaus zu Stettfurt.