Steinheid

Steinheid
Koordinaten:50° 28′ N, 11° 5′ O
Höhe: 800 m ü. NHN
Fläche:23,21 km²[1]
Einwohner:ca. 990 (15. Feb. 2022)[2]
Bevölkerungsdichte:43 Einwohner/km²
Eingemeindung:1. Dezember 2011
Postleitzahl:98724
Vorwahl:036704
Karte
Lage im Landkreis Sonneberg
Panorama-Ansicht aus
Panorama-Ansicht aus
(c) Störfix, CC BY-SA 3.0 de
Liebfrauenkirche
(c) Störfix, CC BY-SA 3.0 de
Pfarrhaus

Steinheid ist eine Ortschaft in Thüringen, die seit 1. Dezember 2011 mit Status „Ortsteil“ zur Stadt Neuhaus am Rennweg im Landkreis Sonneberg gehört. Für den ehemals selbständigen Ort mit Bürgermeisteramt und Schule nimmt ein Ortsbürgermeister die kommunalen Interessen wahr, der ehrenamtlich tätig ist.

Geografie

Steinheid befindet sich auf dem Kamm des Thüringer Schiefergebirges, unmittelbar am Rennsteig. Der Ort liegt halbmondförmig über dem Tal der Grümpen. Mit 820 Metern Höhe ist Steinheid neben Neuhaus am Rennweg (835 m) einer der höchstgelegenen Orte Thüringens. Der höchste Berg der Umgebung sowie der zweithöchste des Thüringer Schiefergebirges ist das 868 Meter hohe Kieferle, etwa 500 Meter östlich des Ortes.

Ortsgliederung

Weit bis in das 19. Jahrhundert entwickelten sich landesweit in den Tälern und Höhen Thüringens sowie entlang von Flussläufen aus Einzelanwesen z. T. weitläufige Siedlungen, Weiler oder ganze Wohnplätze mit eigener Namensgebung. Dies traf auch für Steinheid zu. So war es naheliegend, dass Ende des 19. Jahrhunderts mit Reichsgründung und Gebietsreform in Sachsen-Meiningen die Ansiedlungen Limbach und Neumannsgrund nach Steinheid eingemeindet wurden.

Lage
  • Limbach: etwa einen Kilometer westlich von Steinheid
  • Neumannsgrund: etwa einen Kilometer südwestlich von Steinheid
Steinheid mit zugehörigen Ortsteilen
  • Steinheid (Roman Koch) OrtBgm

weiter Ortschaften (zu Neuhaus am Rennweg)

OrtBgm 
Berufung Ortsbürgermeister gemäß Wahl Stadtrat Neuhaus am Rennweg.

Geschichte

1362 wurde der Ort erstmals als die steynerne Heyde in einem Lehnsbrief des Markgrafen von Meißen urkundlich erwähnt.

Einst wurde dort insbesondere der Goldbergbau betrieben. Im Jahre 1430 wurden die Goldbergwerke bei Steinheid durch die Hussiten eingenommen und geplündert.[3]

1530 wurde Steinheid zur freien Bergstadt erhoben. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Grubenwesen der Stadt mit 51 Zechen völlig zerstört. Danach waren Glasbläserei und Schachtelmacherei als zuliefernde Gewerbe für den Olitätenhandel wichtige Erwerbszweige.

Bis 1920 gehörte Steinheid zum Herzogtum Sachsen-Meiningen.

Steinheid war staatlich anerkannter Erholungsort und wurde am 1. Dezember 2011 in die Stadt Neuhaus am Rennweg eingemeindet,[4] die heute ebenfalls das Prädikat als Erholungsort besitzt.[5] Zuvor war seit 1997 die Stadt Steinach erfüllende Gemeinde für Steinheid.

Wintersport

Auf Grund der Höhenlage ist Steinheid ein traditionsreicher Wintersportort. Der organisierte Wintersport wurde im Jahr 1910 begründet und noch heute finden regelmäßig Skisportwettkämpfe statt. Sie werden vom SC Steinheid e. V. organisiert und durchgeführt.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

In Steinheid gab es früher Bergbau und Schieferabbau. Heute lebt der Ort hauptsächlich vom Tourismus. Die Glasindustrie ist mit dem größten Arbeitgeber Thüringer Baumschmuck Steinheid und zahlreichen Heimwerkstätten etabliert.

Verkehr

Steinheid liegt an der B 281, die Saalfeld über Neuhaus am Rennweg mit Eisfeld verbindet. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Steinach, Scheibe-Alsbach und Schalkau.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Gemarkung Steinheid, Stadt Neuhaus am Rennweg. In: GEOindex. Abgerufen im November 2025.
  2. Steinheid. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de. Abgerufen im November 2025.
  3. August Freysold: Der Rennsteig der Thüringer Waldes. In: Schriften des Vereins für Sachen-Meinungische Landeskunde. Band 38. Kesselring'sche Hofbuchhandlung, Hildburghausen 1901, S. 9.
  4. Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2011. (PDF) In: Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Thüringen. 17. November 2011, S. 293ff, abgerufen am 26. Mai 2013 (§§ 1–13).
  5. Steinheid steht nicht mehr auf der Liste, siehe Angela Buchröder: Erholungsort – Thüringer Erholungsorte im Überblick. In: Tourismusnetzwerk Thüringen. Abgerufen am 22. November 2025.
  6. Internetseite des SC Steinheid e. V.
Commons: Steinheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Steinheid – Reiseführer

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Steinheid von Siegmundsburg aus gesehen. Ersteller: Volker Siegel
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Pfarrhaus der ev.-luth. Kirchgemeinde, 1915, Steinheid, Hohewartstraße 17
Steinheid-Liebfrauenkirche.jpg
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ev. Liebfrauenkirche in Steinheid, Landkreis Sonneberg