Stationsdienst (Marine)

Kriegsschiffe der Kaiserlichen Marine leisteten in Übersee Stationsdienst, um die Interessen des Deutschen Kaiserreiches zu wahren. Dazu gehörten die Sicherung der Seewege und Häfen und die Bekämpfung der Piraterie. Für die Niederschlagung von Aufständen wurde zuweilen Marineinfanterie eingeschifft. Eingesetzt wurden Auslandskreuzer und typneutrale Stationsschiffe (Stationäre).

Bedeutende Auslandsstationen Deutschlands lagen seit Herbst 1867 für die Stationen West- und Ostafrika in Kapstadt und Sansibar, für die Südseestation in Sydney und Apia, für Ostasien in Yokohama und Hongkong und für das Mittelmeer in Konstantinopel. Ab 1894 kamen in Kamerun, Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Samoa und Kiautschou eigene Stützpunkte hinzu.

Besetzung überseeischer Stationen (1914)

  • Australien: Kanonenboote Geier und Cormoran; Vermessungsschiff Planet; Gouvernementsschiff Komet
  • Ostafrika: Kleiner Kreuzer Königsberg; Vermessungsschiff Möwe
  • Westafrika: Kanonenboote Eber und Panther[1]
  • Amerika: Kleine Kreuzer Karlsruhe und Dresden[2]
  • Mittelmeer: Schlachtkreuzer Goeben; Kleiner Kreuzer Breslau; Stationsyacht Loreley.

Literatur

  • Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: Kolonialfahrzeuge, in: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 7. S. 216–225. Bernard & Graefe, Koblenz 1997.
  • Hans H. Hildebrand, Albert Röhr, Hans Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien – ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart. 10 Bände. Köhler, Herford 1973 ff.
  • Hans Jürgen Witthöft: Auslandsstationen, in: Lexikon zur deutschen Marinegeschichte. 2 Bände. Köhler, Herford 1977.

Anmerkungen

  1. Die Panther war zur Reparatur in Deutschland.
  2. Die Dresden war detachiert zum Ostasiengeschwader