Stalinez-80

ЧТЗ
(c) Bundesarchiv, Bild 183-33184-0004 / CC-BY-SA 3.0

Stalinez-80 mit Wurzelroder beim Bau des Kombinats Schwarze Pumpe (1955)

Stalinez-80
HerstellerTscheljabinski Traktorny Sawod
VerkaufsbezeichnungStalinez-80, S-80
Produktionszeitraum1946–1958
MotorenVierzylinder-Dieselmotor
Zugkraftetwa 60 kN
Länge4255 mm
Breite3280 mm
Höhe2980 mm
Radstand2373 mm
StandardbereifungKettenlaufwerk
Leergewicht11.400 kg
VorgängermodellStalinez-65
NachfolgemodellStalinez-100

Der Stalinez-80 (russisch Сталинец-80, abgekürzt auch S-80) ist ein sowjetischer schwerer Kettentraktor, der ab 1946 im Tscheljabinski Traktorny Sawod gebaut wurde. Er war Nachfolger des bis 1941 gebauten Stalinez-65 und wurde nach über 200.000 Exemplaren 1958 vom Stalinez-100 abgelöst. Mit entsprechenden Planierschildern kann das Fahrzeug als Planierraupe genutzt werden.

Fahrzeuggeschichte

Stalinez-80 ohne Schiebeschild mit Straßenhobel im Schlepp in der Ukraine (um 1960)

Der Befehl zum Bau des Stalinez-80 als Ersatz für den Stalinez-65 erging an das Tscheljabinski Traktorny Sawod vom Ministerrat der UdSSR bereits im Oktober 1945. Darin war unter anderem festgelegt, dass sich das Modell am Caterpillar D8 zu orientieren hatte und die Produktion 1946 beginnen sollte. Zudem wurde ein Planziel für die Produktion von 10.000 Maschinen für das Jahr 1949 festgelegt.[1]

Der erste Stalinez-80 wurde am 5. Januar 1946 fertiggestellt. Neben dem stärkeren Motor verfügte er im Gegensatz zum Vorgänger auch über eine geschlossene Kabine, die den Fahrer vor der Witterung schützt. Wie zu dieser Zeit bei schweren Land- und Baumaschinen aus sowjetischer Fertigung üblich, hatte das Modell an Stelle eines elektrischen Anlassers einen kleinen Ottomotor. Der Zweizylindermotor vom Typ P-46 war zum einen für die großen bewegten Massen des großvolumigen Dieselmotors notwendig, zum anderen erleichtert er das Starten bei strengem Frost. Die Serienfertigung der Traktoren begann am 12. Juli 1946.[2]

In der Praxis wurde die Auflage von 10.000 Maschinen pro Jahr bald übertroffen. Innerhalb von zwölf Jahren liefen exakt 200.296 Exemplare von den Bändern in Tscheljabinsk, die Fertigung wurde 1958 eingestellt. Nachfolger wurde der ähnliche Stalinez-100, dessen Motor jedoch eine höhere Leistung erbrachte.[3]

Technische Daten

Für das Grundmodell Stalinez-80.[4][5]

  • Motor: Vierzylinder-Viertakt-Dieselmotor[6]
  • Motortyp: KDM-46
  • Dauerleistung: 80 PS (59 kW)
  • Höchstleistung: 100 PS (74 kW)
  • Max. Drehmoment: 72 kpm (706 Nm) bei 1000 min−1
  • Hubraum: 13,54 l
  • Hub: 205 mm
  • Bohrung: 145 mm
  • Getriebe: Schaltgetriebe, 5 Vorwärtsgänge, 4 Rückwärtsgänge
  • Tankinhalt: 235 l Dieselkraftstoff
  • Anlasser: Zweizylinder-Ottomotor Typ P-46
  • Zugkraft: etwa 60 kN

Abmessungen und Gewichte

  • Länge: 4255 mm
  • Breite: 3280 mm mit Planierschild (optional)
  • Höhe: 2980 mm
  • Bodenfreiheit: 382 mm
  • Radstand (Abstand zwischen den Achsen der Treibräder): 2373 mm
  • Leergewicht: 11,4 t
  • Motorgewicht: 2,7 t
Commons: Stalinez-80 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kopie des Befehls von Stalin an das Tscheljabinski Traktorny Sawod vom Oktober 1945 (russisch)
  2. Werkshistorie mit Bemerkungen zum Stalinez-80 (russisch)
  3. Weitere Webseite des Herstellers zu Firmenhistorie (Memento vom 20. Mai 2013 im Internet Archive) (russisch)
  4. Daten für den Stalinez-80B-2, der sich jedoch nur im Laufwerk unterscheidet (russisch)
  5. Einige weitere technische Daten sowie Sammlung von historischen Fotografien (russisch)
  6. Motordaten des KDM-46 (Memento vom 13. Januar 2020 im Internet Archive) (russisch)

Auf dieser Seite verwendete Medien

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Autor/Urheber: Thomas Taylor Hammond (1920-1993), Lizenz: CC BY-SA 4.0
These images were taken by Thomas T. Hammond during his trip to the Soviet Union. The box of images is titled "Soviet Union - Ukraine to Stalingrad," so the specific locations and people are unidentified.
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Wurzelrodemaschine Zentralbild Quasch. 21-Ko. 35 Motive 30.9.1955 Von den Arbeiten am Kokskombinat "Schwarze Pumpe". "Der Bau des Kombinats ist in drei Baustufen geplant. Es werden jeweils drei in sich geschlossene Werke nebeneinander gestellt. Jedes Werk wird erhalten: Die Kohlenaufbereitung, die Brikettfabrik, das Kraftwerk und die Kokerei. Die Rohstoffgrundlage für die Entwicklung dieses Kombinates sind die Tagebaue Burghammer, Welzow-Süd, Stradow und Nochten. Diese Tagebaue werden aufgeschlossen und erweitert. Neben dem Bau des Kombinats und der Entwicklung der Tagebaue wird sich als dritter großer Komponent in diesem Plan die Entstehung einer moderenen sozialistischen Stadt im Anschluss an die Altstadt Hoyerswerde als Kernproblem im Bezirk Cottbus ergeben." Aus der Rede des Ministers Selbmann auf der VII. Sitzung des Bezirkstages des Bezirkes Cottbus zum Thema "Entwicklung des Braunkohlenbergbaues im Bezirk Cottbus". (Siehe Begleittext) UBz: Eine sowjetische Wurzelrodemaschine des VEB Strassenbau Potsdam arbeitet an dem Radfahrweg Spremberg - Hoyerswerda.