Stadtwerketurm

Stadtwerketurm mit den Unterbauten des HKW II sowie den Ersatzschornstein für HKW I und Heizwerk im Hintergrund (links, 2014); Nachtaufnahme mit der charakteristisch grünen Beleuchtung (2012)

Der Stadtwerketurm ist ein 200 Meter hoher ehemaliger Schornstein der Stadtwerke Duisburg AG in Duisburg, am Rande der Innenstadt im Stadtteil Dellviertel. Er bestand aus vier Rohren, die im Unterschied zu anderen Schornsteinen nicht im Innern einer Stahlbeton- oder ähnlichen Konstruktion verborgen waren, sondern offen lagen. Drei dieser Rohre dienten der Abfuhr der Rauchgase des Heizkraftwerks Hochfeld (HKW I & HKW II & Heizwerk), das vierte Rohr enthielt einen Aufzug. Der 1966/67 errichtete Stadtwerketurm ist ein markantes Bauwerk in Duisburg und gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt. Das nach dem Rückbau der Schornsteine mittlerweile funktionslose Turmgerüst steht unter Denkmalschutz.

Leuchtinstallation

Seit November 1999 wird der Stadtwerketurm mit dem Einbrechen der Dunkelheit mit grünen Strahlern beleuchtet. Somit ist dieser Turm nachts weit über die Stadtgrenzen hinweg sichtbar.

In der Umgebung des Stadtwerketurms, insbesondere in der Vulkanstraße, befindet sich Duisburgs Rotlichtviertel.

Zwischen dem 30. Juni und 24. Juli 2005 leuchtete der Turm mithilfe von Lampenbändern und großen Strahlern in den Farben der World Games (Blau, Rot, Gelb und Grün).[1] Zum Bundesligaaufstieg des MSV Duisburg in der Saison 2004/05 und 2006/07 erstrahlte der Turm für mehrere Wochen in den Vereinsfarben Weiß und Blau. Nachdem die ursprünglich verbauten, 46 Quecksilberdampfleuchten 2016 ausgebaut wurden, erhielt der Turm bis 2018 eine LED-Beleuchtung. Das Lichtdesign des Turms, das vom Architekturbüro Planwerk aus Essen kuratiert wurde, erhielt im Jahr 2020 den Deutschen Lichtdesign-Preis in der Kategorie Außenbeleuchtung/Inszenierung. Seit 2018 erstrahlte der Turm unter anderem in den Farben Schwarz-Rot-Gold (Tag der Deutschen Einheit) und Rot-Gelb (als Weihnachtskerze).[2]

Rückbau bei Erhalt des Wahrzeichens

Das Hochfelder HKW II bestand aus dem Block II/A, der von 1956 bis 1999 in Betrieb war, und dem Block II/B, der von 1967 bis 2012 betrieben wurde. Die Grundfläche des Gebäudekomplexes umfasste rund 4500 Quadratmeter.[3] Ende 2012 wurde das vierzig Jahre alte Heizkraftwerk II in Hochfeld stillgelegt, da es die verschärften Immissionsschutzbestimmungen, die seit 2013 gelten, nicht mehr erfüllte und eine Modernisierung mit Kosten von 8 Mio. Euro laut Betreiber nicht wirtschaftlich waren.[4]

Mit der Stilllegung des HKW I im Jahr 2018 stiegen die Stadtwerke Duisburg dann vollständig aus der Kohleverstromung aus; 2023 ging ein Blockheizkraftwerk am Standort Hochfeld in Betrieb, das mit weiteren dieser Art allmählich die Kapazitäten von HHK I und II ersetzen soll.[3] Im Zuge des Rückbaus des alten Kraftwerk-Komplexes sollte der gesamte Stadtwerketurm demontiert werden; dies war aus Denkmalschutzgründen jedoch nicht möglich. Ab Juli 2016 bis November 2017 wurden nur die Rauchgasrohre demontiert, da sie dem Wind besonders viel Angriffsfläche boten und aufgrund der Stilllegung zu rosten begonnen hatten. Obendrein bestand in den Rohren eine Asbestbelastung, deren Dekontamination den Rückbau besonders aufwändig gestaltete. Betonsockel und Stahlträger verblieben an Ort und Stelle[5]. Die Leuchteinheit wurde im Mai 2016 wegen der zurückgebeugten Rohre vorübergehend deaktiviert.[6] Seit dem 6. Dezember 2018 wird der nun fertiggestellte Turm wieder grün angestrahlt.[7]

Seit 2021 wurde das stillgelegte Kraftwerk ebenfalls rückgebaut, wobei zunächst über mehrere Jahre das Innenleben mit allen Maschinenräumen entkernt wurde. Ab Beginn 2024 wurde der gesame Gebäudekomplex mit Ausnahme des Turms abgerissen. Aufgrund der innerstädtischen Lage wurde nicht gesprengt, sondern mit Abrissbirnen und Kränen gearbeitet, der Plan sah ein Ende der Abrissarbeiten im ersten Quartal 2025 vor.[3] Der Abriss wurde dann allerdings erst Ende 2025 abgeschlossen; auch im Mai 2026 war die durch den Rückbau entstandene Baugrube noch nicht wieder verfüllt. An der Nordwest- und der Südwestseite des Turms verblieben nach dem Abriss des Nachbargebäudes insgesamt 16 Öffnungen von neun Türen sowie sieben größeren Einführungen. Diese werden 2026 in Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde so verschlossen, dass die Funktionsweise des Industriedenkmals dokumentiert bleibt.

Siehe auch

  • Kraftwerk Schilling, ein inzwischen abgerissenes Kraftwerk, welches einen ähnlichen Schlot verwendete
  • Prager Fernsehturm, einem 216 Meter hohem Bauwerk aus drei stahlverkleideten Betonsäulen

Literatur

  • Thomas Richter: Das stählerne Chamäleon. In: Duisburger Jahrbuch 2021. Mercator-Verlag, Duisburg 2021, ISBN 978-3-946895-33-6. S. 8–13.
Commons: Stadtwerketurm Duisburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. World Games 2005 - News. 21. März 2016, archiviert vom Original am 21. März 2016; abgerufen am 9. April 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.duisburg.de
  2. Thomas Richter: Das stählerne Chamäleon. In: Duisburger Jahrbuch 2021. Mercator-Verlag, Duisburg 2021, ISBN 978-3-946895-33-6. S. 9.
  3. a b c Stadtwerke Duisburg bauen altes Kohlekraftwerk zurück, Presemitteilung der Stadtwerke Duisburg vom 21. Februar 2024
  4. Oliver Schmeer: Kleine „Brüder“ ersetzen Stadtwerke-Turm. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 12. Oktober 2013, abgerufen am 9. April 2018.
  5. Stadtwerketurm verliert seine Röhren; Rheinische Post am 23. Juli 2016
  6. DerWesten - derwesten.de: So geht es mit der Beleuchtung des Stadtwerketurms in Duisburg voran. (derwesten.de [abgerufen am 9. April 2018]).
  7. Der Duisburger Stadtwerketurm leuchtet wieder (dauerhaft)! 6. Dezember 2018, abgerufen am 9. Dezember 2018 (deutsch).

Koordinaten: 51° 25′ 47,5″ N, 6° 45′ 11,1″ O

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Duisburg, Stadtwerketurm, 2012-09 CN-01.jpg
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Duisburg (Nordrhein-Westfalen) – Stadtbezirk Mitte, Stadtteil Dellviertel – abendlich beleuchteter Stadtwerketurm