Stäfa

Stäfa
Wappen von Stäfa
Staat:SchweizSchweiz Schweiz
Kanton:Kanton ZürichKanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk:Meilenw
BFS-Nr.:0158i1f3f4
Postleitzahl:8712 Stäfa
8713 Uerikon
UN/LOCODE:CH SFA
Koordinaten:697202 / 233130
Höhe:414 m ü. M.
Höhenbereich:405–627 m ü. M.
Fläche:8,59 km²
Einwohner:i14'497 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte:1688 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
18,9 % (31. Dezember 2018)[2]
Gemeindepräsident:Christian Haltner (FDP)
Website:www.staefa.ch
Blick vom Zürichsee aus
© Roland Fischer, Zürich (Switzerland) – Mail notification to: roland_zh(at)hispeed(dot)ch / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Blick vom Zürichsee aus

Lage der Gemeinde
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Stäfa ist eine politische Gemeinde im Kanton Zürich in der Schweiz. Sie liegt am oberen rechten Zürichseeufer im Bezirk Meilen im Kanton Zürich und umfasst die Ortschaften Stäfa, Kehlhof, Uerikon und den Weiler Mutzmalen.

Geographie

Stäfa besteht aus den Ortsteilen Oetikon (am Hafen), Oberhusen, Grundhalden, Uelikon und Dorf (am Zusammenfluss von Schmitten- und Dorfbach). Weiter gehören zur Gemeinde Stäfa die Ortschaften Kehlhof und Uerikon sowie der Weiler Mutzmalen. Die Fläche beträgt 859 ha, davon 46 % Landwirtschaft, 19 % Wald, 27 % Siedlungen, 7 % Verkehr.

Geschichte

Das Zürichseeufer von Stäfa ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie 1937 in Ürikon gefundene Spuren einer damaligen Siedlung belegen. 1874 bereits wurde im Ortsteil Oberredlikon ein Mädchengrab mit verschiedenen Grabbeigaben gefunden, das auf etwa 400 v. Chr. datiert wurde. 1794/95 gab die Gemeinde einer Auseinandersetzung über die politische und wirtschaftliche Benachteiligung der Zürcher Landschaft gegenüber der Stadt ihren Namen. (→ Stäfner Handel) 1837 wurde der obere Teil des Stäfner Kirchturmes vom Architekten Ferdinand Stadler neu aufgebaut.

Anfang 1952 begann Robert Barth, Begründer des Unternehmens «Milkin-Institut Robert R. Barth», in einer ehemaligen Weinhandlung in Stäfa mit der Produktion des schweizerischen Erfolgsgetränks Rivella, das heute als Nationalgetränk in der Schweiz auf dem zweiten Platz hinter Coca-Cola steht.

Wappen

Blasonierung

In Silber die heilige Verena, golden nimbiert, in goldenem Kleid und rotem Mantel, in der Rechten einen goldenen Kamm, mit der Linken einen grünen Wasserkrug haltend.

Das Wappen von Stäfa zeigt seit 1526 die heilige Verena, die im Schild der damaligen Obervogtei geführt wurde.

Bevölkerung

In Stäfa wohnten Ende 2015 14'152 Menschen. Der Ausländeranteil beträgt 18,2 %.[3]

Politik

Bei den Nationalratswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Stäfa: SVP 25,1 %, SP 17,3 %, glp 17,0 % FDP 16,9 %, Grüne 12,2 %, CVP 4,2 %, EVP 3,0 %, EDU 1,9 % BDP 1,1 %.[4] Gemeindepräsident ist seit 2014 Christian Haltner.[5]

Kirchen

41,4 % der Bevölkerung zählen sich zur evangelisch-reformierten Konfession, 25,1 % zur römisch-katholischen. Bei den evangelischen Freikirchen sind deren drei in der lokalen Sektion der Evangelischen Allianz verbunden: die Chrischona-Gemeinde, die Evangelische Täufergemeinde ETG und die Hausgemeinde Lendi/Grau.[6]

Wirtschaft

Weinbau

Traube am Schiffsteg
Rebberg Sternenhalde

Stäfa ist die grösste Weinbaugemeinde im Kanton Zürich und blickt auf eine lange Weinbautradition zurück, da die Lage an der sonnigen Goldküste, der Zürichsee als Wärmespeicher und die häufigen Föhnlagen ideale Voraussetzungen bilden. (Siehe hierzu auch den Artikel Weinbau am Zürichsee.)

1969 wurden die Rebberge Kirchbühl, Lattenberg und Sternenhalde sowie Risi Ürikon durch die Gemeindeversammlung vor der Überbauung bewahrt und unter Schutz gestellt. Seither orientiert der Reblehrpfad Stäfa-Ürikon über Reben und Arbeiten im Weinberg.

Ansässige Unternehmen

Ihren Sitz in Stäfa hat die auf Hörsysteme spezialisierte Sonova Holding AG. Auch der Sensorhersteller Sensirion ist in Stäfa ansässig.

Verkehr

Der Hafen am Zürichsee

Bahnverkehr

Die rechtsufrige Zürichseebahn (Zürich–Meilen–Rapperswil) gilt als Vorläuferin der S-Bahn Zürich. In den 1960er Jahren erhielt sie eigens vom Kanton Zürich finanzierte RABDe 12/12-Triebzüge («Mirage») und den sogenannten starren Fahrplan (heute Taktfahrplan). Auf der Linie wurden als Vorläufer der S-Bahn ab 1968 der Halbstundentakt und die Selbstkontrolle getestet und rund 25 Jahre später auf den gesamtschweizerischen Regionalverkehr ausgedehnt.

In der Gemeinde gibt es zwei Bahnstationen: Stäfa im unteren Haslenbach und Uerikon. Letztere war 1901–1947 Ausgangspunkt der Uerikon-Bauma-Bahn.

Folgende Linie der S-Bahn Zürich verkehrt von den Bahnhöfen Stäfa und Uerikon:

Busverkehr

Folgende Buslinien werden durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient:

Schiffsverkehr

An den Anlegeplätzen Stäfa und Uerikon halten die Schiffe der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft auf der Linie Zürich BürkliplatzRapperswil.

Kunst, Kultur

Ansicht von Feusisberg auf Stäfa, Wollerau im Vordergrund
Wannenbrünneli der heiligen Verena, Zeuge früher zentraler Wasserversorgung
Reformierte Kirche
Das Patriotendenkmal von August Bösch
Das Patriotendenkmal von August Bösch

Sehenswürdigkeiten

Stadlervilla

Sehenswürdigkeiten in Stäfa sind das Gasthaus Alte Krone, wo Johann Wolfgang von Goethe 1797 beim Besuch seines Freundes Heinrich Meyer übernachtete – heute erinnert eine Gedenktafel daran – und das sogenannte Goethebänkli, von wo man einen grossartigen Blick auf den Zürichsee, die Insel Ufenau, den Etzel und die Alpen geniesst.

Architektonisch interessant ist die Villa des Ferdinand Stadler, fertiggestellt 1850.

Überregional bedeutsam sind die vom Künstler Dan Rubinstein (* 1940 in Netanja) gestalteten Glasfenster in der römisch-katholischen Kirche St. Verena, die Szenen der ersten beiden Bücher des Alten Testaments in leuchtenden Farben nacherzählen (Zyklus von 13 Fenstern, die unter das Motto «Barmherzigkeit und Liebe – Gesetz und Gerechtigkeit» gestellt sind).

Das historische Patriotendenkmal von August Bösch wurde 1898 eingeweiht.[7]

In Ürikon steht am Seeufer das sogenannte Ritterhaus Ürikon mit Kapelle.

Im Ortsteil Kehlhof steht direkt am See die 1906 im Jugendstil erbaute Villa Sunneschy. Sie wurde 2001 umfangreich restauriert. Die Rückkehr zur freigelegten Originalsubstanz brachte Räume, die durch ihre Farbigkeit faszinieren. Die Villa mit ihrer grossen Wiese ist heute im Besitz der Gemeinde und wird öffentlich genutzt.

Ortsmuseum

Das Ortsmuseum zur Farb gibt einen Einblick in das Leben um 1600.

Sport

Sportanlagen

Die grösste Sportanlage in Stäfa ist der Sportplatz Frohberg. Neben drei Fussballplätzen (davon einer mit Kunstrasen) sind zahlreiche Tennisplätze, sowie die Mehrzweckhalle «Halle für Alle» zu finden.

Handball

In Stäfa gibt es einen Handballclub mit einer Juniorenabteilung, die Lakers Stäfa. Die erste Mannschaft hat in der Saison 2008/2009 in der Nationalliga A gespielt, wurde als Tabellenletzter jedoch in die Nationalliga B relegiert. Am 1. Mai 2010 gelang der sofortige Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse.

Unihockey

Den Unihockeyclub Lokomotive Stäfa gibt es seit 1993. Heute spielen acht Mannschaften in der Meisterschaft mit, in verschiedene Ligen. Von den acht Mannschaften sind fünf Junioren.

Fussball

Der 1895 gegründete FC Stäfa ist einer der ältesten Fussballvereine der Schweiz. Im Jahr 2019 zählte er 35 Mannschaften.[8] Seit über 30 Jahren kicken auch Frauen auf der Sportanlage Frohberg. Der Club hat rund 700 Aktivmitglieder und unterhält 24 Junioren- und 6 Juniorinnen-Mannschaften.

Turnverein

Der Turnverein Stäfa bezweckt in erster Linie die Förderung und Unterstützung des Breiten- und Leistungssportes. Jeder soll nach seinen Möglichkeiten und Grenzen mithalten können. Ganz nach dem Motto, Turnen in einem Verein von 3–99 Jahren, bietet der Turnverein Stäfa sportliche Aktivitäten für alle Altersstufen.

Persönlichkeiten

  • Peter Arens (1928–2015), Schauspieler und Theaterregisseur
  • Oskar Bachmann (1941–2013), Politiker (SVP)
  • Alfred Bollinger (1932–2015), Mediziner und Professor für Angiologie
  • Heinrich Braendlin (1777–1848), Kaufmann und Politiker
  • Hans Kaspar Grob (1800–1865), evangelischer Geistlicher und Mitbegründer des Stäfner Waisenhauses
  • Heinz Haller (1914–2004), deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Staatssekretär, Wahlheimat und verstorben in Stäfa
  • Franziska Kohlund (1947–2014), Schauspielerin und Theaterregisseurin
  • Johann Heinrich Meyer (1760|1832), Maler, Autor, Direktor der Fürstlichen freien Zeichenschule, Goethes Freund
  • Christoph Mörgeli (* 1960), Politiker (SVP) und Medizinhistoriker, in Stäfa geboren und lebt in Stäfa
  • Ernst Näf (* 1920), Radrennfahrer
  • Julius Oetiker (1877–1956), Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung
  • Hans Pfaff (1896–1971), Pfarrer und Schriftsteller, lebte und arbeitete ab 1935 bis zu seinem Tod in Stäfa
  • Rudolf Rebmann (1759–1837), Landwirt und Politiker
  • Hans Heinrich Ryffel (1804–1880), Unternehmer und Politiker
  • Stefan Stahel (* 1962), Jazzmusiker
  • Werner Vetterli (1929–2008), Sportler, Sportreporter, Fernsehmoderator und Politiker (SVP), in Stäfa geboren und aufgewachsen
  • Ernst Wiechert (1887–1950), Schriftsteller, lebte von 1948 bis 1950 in Uerikon
  • Alexander Ziegler (1944–1987), Schauspieler und Schriftsteller, lebte viele Jahre in Stäfa

Literatur

  • Beat Frei: Stäfa: wohnen, arbeiten, mitreden, leben. Lesegesellschaft, Stäfa 2007, ISBN 978-3-033-01269-1.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks

Commons: Stäfa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/daten/gemeindeportraet_kanton_zuerich.html#a-content (abgerufen am 17. Dezember 2016).
  4. Wahlen 2019. Abgerufen am 1. August 2020.
  5. NZZ 6. Juli 2014
  6. http://www.each.ch/ea-st%C3%A4fa.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  7. Das Patriotendenkmal in Stäfa
  8. FC Stäfa: Home. In: fc-staefa.ch. Abgerufen am 21. November 2013.

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Stäfa - Zürichsee - ZSG Limmat 2012-08-26 16-54-42.JPG
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Stäfa as seen from Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft (ZSG) MS Limmat on Zürichsee in Switzerland
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Rebgelände Sternenhalden in de: Uerikon
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Villa von Architekt Ferdinand Stadler in Stäfa, Schweiz. Erbaut 1850 für J.J. Weber, Färbereibesitzer
Stäfa - Memorial und Stäfner Handel - Schützenhaus 2011-07-24 17-05-10 ShiftN2.jpg
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Das Denkmal im Hafen von Stäfa (Schweiz) für die 'Freiheitskämpfer' im Memorial und Stäfner Handel (Stäfnerhandel) in den Jahren 1794/95 wird Patriot und Kettensprenger genannt. Geschafen wurde es 1898 vom Ostschweizer Bildhauer August Bösch. Dargestellt ist ein Bewohner der Zürcher Landschaft, der die Ketten der Bevormundung durch die Stadt Zürich zerreisst.

Memorial und Stäfner Handel.
Zürichsee - Stäfa IMG 3093.jpg
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Stäfa and Pfannenstiel (Switzerland), as seen from Lake Zürich