Social Democratic Party (Vereinigtes Königreich)

Social Democratic Party
ParteiführerWilliam Clouston
Gründung1990
Hauptsitz272 Bath Street,
Glasgow,
G2 4JR 69
AusrichtungEU-Skepsis
Regionalismus
Sozialdemokratie
Sozialkonservatismus
Farbe(n)Blau und Rot
JugendorganisationYoung Social Democrats (YSD)
Sitze House of Commons
0 / 650 (0 %)
Websitewww.sdp.org.uk

Die Social Democratic Party ist eine politische Partei im Vereinigten Königreich. Die Vorgängerpartei war zwischen 1981 und 1988 unter dem gleichen Namen aktiv. Die jetzige Partei besteht aus den Resten dieser SDP nach einer Fusion (1988) und einer Selbstauflösung des ersten Nachfolgers (1990).

Geschichte der alten Partei

1981–1988

Die Abspaltung von Labour

Die Partei entstand als Abspaltung aus dem rechten Flügel der Labour Party, die in den 1980er Jahren innerhalb des politischen Spektrums weiter links stand als heute und viele sozialistische Positionen vertrat. Die Gründung ging am 26. März 1981 von der damit unzufriedenen sogenannten Gang of Four (deutsch Viererbande) aus, den ehemaligen Labour-Politikern Roy Jenkins, David Owen, Bill Rodgers und Shirley Williams.

Fusion mit der Liberal Party

Da sie auf Grund des britischen Mehrheitswahlrechts von Anfang an in ihrer parlamentarischen Existenz bedroht war, arbeitete die SDP bereits kurz nach der Gründung mit der vom Wahlrecht ebenfalls benachteiligten Liberal Party zusammen. Gemeinsam traten Liberal Party und SDP bei den Unterhauswahlen 1983 und 1987 als The Alliance auf. 1988 schlossen sich die beiden kleineren Parteien in der Mitte des politischen Spektrums zur heutigen Partei Liberal Democrats (anfangs Social & Liberal Democrats) zusammen.

Parteiführer (Leader)

NameAmtszeit (Beginn)Amtszeit (Ende)
Roy Jenkins7. Juli 198213. Juni 1983
David Owen13. Juni 19836. August 1987
Robert Maclennan29. August 19873. März 1988

Wahlergebnisse

JahrWahlStimmenStimmenanteilSitze
1983Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 1983 a3.507.80311,5 %
6/650
1984Europa Europawahl 1984 a1.233.4909,2 %
0/81
1987Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 1987 a3.168.1839,7 %
5/650
a 
Im SDP–Liberal Alliance. Insgesamt: 7.780.949 Stimmen und 23 Mandate (1983), 2.591.659 Stimmen und keine Mandate (1984) und 7.341.633 Stimmen und 22 Mandate (1987).

1988–1990

Neugründungen durch Minderheiten

Eine Minderheit der Partei, darunter Mitbegründer David Owen, vollzog 1988 die Fusion mit der Liberal Party nicht mit. Sie trat aus der Fusionspartei aus und gründete die SDP neu. Auf Grund der Erfolglosigkeit dieser übrig gebliebenen Partei beschloss sie 1990 mehrheitlich ihre Selbstauflösung.

Wahlergebnisse

JahrWahlStimmenStimmenanteilSitze
1989Europa Europawahl 198975.8860,5 %
0/81

Geschichte der neuen Partei

Mit der Selbstauflösung im Jahr 1990 war auch eine Minderheit der damaligen Mitglieder nicht einverstanden. Am Tag nach Auflösung gründete diese die Partei, ähnlich wie zwei Jahre davor, erneut, erreichte jedoch nicht mehr ihre vorherige Bedeutung. Als Kleinpartei existiert sie im Vereinigten Königreich bis heute. Sie war in einzelnen Regionalparlamenten vertreten und versucht sich gegenüber Labour durch einen europakritischen Kurs zu profilieren. Von November 2018 bis zum 1. Juli 2019 war sie durch den Übertritt von Patrick O’Flynn von der UKIP im Europäischen Parlament vertreten.[1] Steve Kelleher kam bei der Londoner Bürgermeisterwahl 2021 mit 0,3 % der Stimmen auf Platz 17. Amy Gallagher kam bei der Londoner Bürgermeisterwahl 2024 mit 1,4 % der Stimmen auf Platz 7.

Parteiführer (Leader)

NameAmtszeit (Beginn)Amtszeit (Ende)
Jack Holmes19901991
John Bates19912008
Peter Johnson20082018
William Clouston2018

Wahlergebnisse

JahrWahlStimmenStimmenanteilSitze
1992Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 199235.2480,1 %
0/651
1997Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 19971.2460,0 %
0/659
2010Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 20101.5510,0 %
0/650
2015Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 20151250,0 %
0/650
2017Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 20174690,0 %
0/650
2019Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 20193.2950,0 %
0/650
2021Schottland Parlamentswahl in Schottland 20214050,0 %
0/129
2021EnglandEngland Wahl zur London-Versammlung 20217.7820,3 %
0/25
2024EnglandEngland Wahl zur London-Versammlung 202423.0210,9 %
0/25
2024Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Unterhauswahlen 202433.8110,1 %
0/650

Literatur

  • Georg Binzenbach: Die Social Democratic Party im politischen System Großbritanniens (= Politische Parteien in Europa, Bd. 1). LIT, Münster 1993, ISBN 3-89473-587-2.
  • Ivor Crewe/Anthony King: SDP. The birth, life, and death of the Social Democratic Party. Oxford University Press, Oxford 1995, ISBN 0-19-828050-5.
  • Radhika Desai: Intellectuals and socialism. 'Social democrats' and the British Labour Party. Lawrence & Wishart, London 1994, ISBN 0-85315-795-2.
  • Gerd Kräh: Die britische SDP. Ursachen für das Scheitern der Social Democratic Party. Nomos, Baden-Baden 1993, ISBN 3-7890-2872-X.
  • Patricia Lee Sykes: Losing from the inside. The cost of conflict in the British Social Democratic Party. Transaction Books, New Brunswick, NJ 1988, ISBN 0-88738-223-1.
  • Hugh Stephenson: Claret and chips. The rise of the SDP. M. Joseph, London 1982, ISBN 0-7181-2189-9.
  • Geoffrey Lee Williams/Alan Lee Williams: Labour's decline and the Social Democrats' fall. Macmillan, Basingstoke 1989, ISBN 0-333-46541-5.
Commons: Social Democratic Party – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jon Stone: Ukip MEP Patrick O'Flynn quits party in protest at growing Tommy Robinson links. In: independent.co.uk. 27. November 2018, abgerufen am 11. Februar 2024 (englisch).

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Flagge des Vereinigten Königreichs in der Proportion 3:5, ausschließlich an Land verwendet. Auf See beträgt das richtige Verhältnis 1:2.
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Die Europaflagge besteht aus einem Kranz aus zwölf goldenen, fünfzackigen, sich nicht berührenden Sternen auf azurblauem Hintergrund.

Sie wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt und erst 1986 von der Europäischen Gemeinschaft übernommen.

Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit. Nur rein zufällig stimmte sie zwischen der Adoption der Flagge durch die EG 1986 bis zur Erweiterung 1995 mit der Zahl der Mitgliedstaaten der EG überein und blieb daher auch danach unverändert.
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