Skylla

Darstellung der Skylla auf einem rotfigurigen böotischen Krater, etwa 450-425 v. Chr.

Skylla (auch Scylla oder Szylla; griechisch Σκύλλα) ist ein Meeresungeheuer aus der griechischen Mythologie mit dem Oberkörper einer jungen Frau und einem Unterleib, der aus sechs Hunden besteht. Eine berühmte hellenistische Statuengruppe aus Sperlonga, die sog. Skylla-Gruppe, zeigt das Ungeheuer beim Angriff auf Odysseus und seine Männer.

Mythologie

Über Skylla gibt es verschiedene Sagen. Nach Ovid ist sie die Tochter der Nymphe Krataiis und wird von Glaukos umworben.[1] Weil Skylla dies nicht erwidert, begibt sich Glaukos zu der Zauberin Kirke, um sich zumindest von der heftigen Liebesglut heilen zu lassen. Kirke aber ist eifersüchtig auf Skylla, da sie sich selbst in Glaukos verliebt hat. Und so vergiftet Kirke das Gewässer, in dem Skylla sich gerne aufhält. Nachdem diese dort ein Bad genommen hat und aus dem Wasser gestiegen ist, wachsen ihr aus dem Unterleib sechs Hundeköpfe und zwölf Hundefüße. Skylla haust dann gegenüber einem anderen Ungeheuer namens Charybdis bei einem Felsen an der Meerenge zwischen Sizilien und Italien. Zusammen sind sie zwei unvermeidliche, gleich große Übel. Sie (Skylla) frisst alles, was lebt und in ihre Reichweite kommt, und ergreift mit ihren Fangarmen vor allem unvorsichtige Seefahrer, die ihr deshalb zu nahe kommen, weil sie Charybdis entgehen wollen. Als Odysseus durch die Enge fährt[2], frisst sie sechs seiner Gefährten.

(c) Classical Numismatic Group, Inc. http://www.cngcoins.com, CC-BY-SA-3.0
Darstellung der Skylla auf einer Münze des Sextus Pompeius aus dem Jahr 42 v. Chr., auf der Vorderseite der Leuchtturm von Messina

In manchen Quellen wird Skylla auch mit Skylla, der Tochter des Nisos, in Verbindung gebracht.[3] Nach einem anderen Stammbaum der griechischen Götter stammt Skylla von Phorkys und Hekate ab.

Seneca erwähnt in seinem 79. Brief an Lucilius einen Felsen namens Skylla, der für die Schifffahrt so gefährlich auch wieder nicht sei. Nach der Skylla ist der Ort Scilla an der Straße von Messina benannt, wo sie späteren Legenden nach gehaust haben soll.

Der norwegische Mönch Theodoricus Monachus (12. Jahrhundert) hielt Pentland Firth für die Meerenge von Skylla und Charybdis.[4]

Redewendung

In der Alltagssprache taucht Skylla in der Redewendung „zwischen Skylla und Charybdis“ auf. Dies bezeichnet ein Dilemma, bei dem man vor der ausweglosen Wahl zwischen zwei Übeln steht oder zwischen zwei unumgehbaren Gefahren entscheiden muss. Es ist unmöglich, ohne Schaden aus diesem Dilemma herauszukommen.[5][6]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Ovid Metamorphosen 13, 730-749 und 898-968 sowie 14, 51-74
  2. Homer, Odyssee 12, 222-259.
  3. Vergil, Eclogae 6,74-77; Properz, Elegiae 4,4,39-40.
  4. Lars Ivar Hansen und andere: „Nordens plass i middelalderens nye Europa: Samfunnsomdanning, sentralmakt og periferier“. In: Nordens plass i middelalderens nye Europa: Samfunnsomdanning, sentralmakt og periferier. Rapporter til det 27. nordiske historikermøte, Tromsø 11.–14. august 2011. Tromsø 2011.
  5. Spracheprojekt Skylla und Charybdis (PDF-Datei)
  6. Zitate – Redewendung – zwischen Skylla und Charybdis. In: seefelder.de. 25. Februar 2008, abgerufen am 6. Oktober 2016.

Weblinks

Commons: Skylla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Denarius Sextus Pompeius-Scilla.jpg
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Sextus Pompeius. 42-40 BC. AR Denarius (3.50 gm).

MAG PIVS IMP ITER, galley adorned with aquila, sceptre and trident before the Colonna Rhegina, decorated with a statue of Neptune/Poseidon
PRAEF CLAS ET ORAE MARIT EX S C, the monster Scylla, her torso of dogs and fishes, wielding a rudder as a club.

Crawford 511/4a; Sear, CRI 335; Sydenham 1348; RSC 2.

On the reverse, the title of Sextus Pompeius, PRAEFECTUS CLASSIS ET ORAE MARITIMAE EX SENATUS CONSULTO, means "Commander of the fleet and of the coasts for decision of the Senate".
It seems beyond doubt that this coin marks Pompey's "victory" over Octavian's fleet in 42 BC near Scyllaeum in the difficult waters of the Strait of Messina. Therefore the dates given for this issue in RSC and Crawford (42-40 BC) are probably right, though a second and similar disaster, which was mainly due to an unfavorable wind that drove Octavian's ships onto the rocks, happened off Rhegion in 38 BC.
Bell-crater Scylla Louvre CA1341.jpg
Scylla. Side A from a Boeotian red-figure bell-crater, 450–425 BC.