Sixtus Lampl

Sixtus Lampl (2015)
Sixtus Lampl spielend am ehemaligen Zentralspieltisch von St. Lorenz, Nürnberg

Sixtus Lampl (* 6. August 1941[1] in Schliersee) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Musikwissenschaftler. Er war Oberkonservator am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und ist der Gründer und Eigentümer des Orgelzentrums Valley.

Leben und Werk

Sixtus Lampl erhielt bereits während seiner Gymnasialzeit in Schäftlarn und Tegernsee Orgelunterricht. Nach dem Abitur studierte er Philosophie, Theologie, Kirchen- und Kunstgeschichte sowie Musikwissenschaften an der LMU München. Er wurde 1972 mit einer Arbeit über die Klosterkirche Tegernsee bei Norbert Lieb promoviert und arbeitete zunächst als Universitätsassistent, bevor er dann 1977 am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Konservator angestellt wurde. 2006 ging er in den Ruhestand.

Im Jahr 1980 wurde er als Orgelreferent mit der denkmalpflegerischen Betreuung der historischen Orgeln in ganz Bayern betraut.[2]

Im Rahmen dieser Tätigkeiten versuchte er 1983, die 1914 erbaute Koulen-Orgel von St. Martin in Landshut, eine der letzten großen romantischen Orgeln in Bayern, vor der Verschrottung zu bewahren. Da sich für ein derart großes Instrument kein Interessent fand, kaufte er es schließlich selber. Als für diese Orgel kein passender Aufstellungsort zu finden war, erwarben er und seine Frau Inge 1987 die Ruine des Alten Schlosses in Valley, restaurierten es und richteten es als Orgelmuseum her.

1993 ließ er einen barocken Bundwerkstadel und 2001 eine frühere Sägewerkshalle in „Zoll-Bauweise“ auf das Orgelzentrumsgelände transferieren. Der Stadel und die Werkhalle werden nun als Depot, Ausstellungs- und Konzertsaal genutzt.[3] 2025 wurde ein weitgehend unterirdischer Verbindungsbau vom Alten Schloss zur Zollingerhalle fertiggestellt, der ebenfalls für das Orgelmuseum genutzt wird.[4]

Altes Schloss, Gartenansicht 2015 mit dem neuen Anbau

Eine drohende Einsturzgefahr des Alten Schlosses in Valley auf der Südseite des Gebäudes konnte bereits durch einen von 2008 bis 2010 errichteten Anbau abgewendet werden, der den mächtigen Südost-Giebel des Altbaus stützt.[5]

Zurzeit befinden sich im Orgelzentrum mehr als 60 Orgeln verschiedener Bauweisen. Davon sind 24 wieder spielbereit aufgebaut und werden von Lampl regelmäßig im Rahmen von Führungen präsentiert. Namhafte Organisten geben dort Konzerte[6].

Lampl ist Autor zahlreicher kunstgeschichtlicher Veröffentlichungen und Kirchenführer und betreibt den Schloßverlag Valley. Er leitet vier Chöre und Orchester: die Valleyer Barockmusikfreunde, den Kirchenchor Oberdarching-Laindern, das Schloßorchester Valley und den Männergesangverein Valley.[7]

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Sixtus Lampl (Hrsg.): Musik und Orgelwerke des Klosters Tegernsee. Schloßverlag Valley, Valley 2007, ISBN 978-3-932055-03-4.
Commons: Sixtus Lampl – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Mitteilungen. In: Ars Organi. Band 49. Gesellschaft der Orgelfreunde, 2001, ISSN 0004-2919, S. 199.
  2. Sixtus Lampl (Hrsg.): Musik und Orgelwerke des Klosters Tegernsee. Schloßverlag Valley, Valley 2007, ISBN 978-3-932055-03-4.
  3. Sixtus Lampl: Das Orgelmuseum Valley, Ausdruck eines gewandelten Orgelbewusstseins. In: Ars Organi. Band 50. Gesellschaft der Orgelfreunde, 2002, ISSN 0004-2919, S. 22–26.
  4. Etappenziel für den Lebenstraum: Neue Räume fürs Orgelzentrum sind fertig. In: Münchner Merkur. 29. März 2025, abgerufen am 7. Dezember 2025.
  5. Orgelzentrum feiert Richtfest. In: Münchner Merkur. 14. April 2009, abgerufen am 7. Dezember 2025.
  6. Matthias Köpf: Dieser Mann hat mehr als 60 Orgeln. In: sueddeutsche.de. 2019, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de).
  7. Chöre und Orchester unter Leitung von Sixtus Lampl. Archiviert vom Original am 5. Juni 2019; abgerufen am 28. Mai 2019.
  8. Daniela Kuhr: Dreimal Gold, 39-mal Silber. In: sueddeutsche.de. 27. November 2015, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 28. Mai 2019]).
  9. Elena Zengel: 63 Neue im „exklusivsten Klub der Bayern“. In: sueddeutsche.de. 9. Juli 2025, abgerufen am 9. Juli 2025.

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Altes Schloss Valley 01.jpg
Autor/Urheber: Michael F. Schönitzer, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Zweigeschossiger Bau mit Steilsatteldach und zwei Bodenerkern an den Ecken der Nordfassade, mittelalterlicher Kernbau im 16. Jahrhundert erweitert, seit 1778 zum sogenannten Alten Schloss ausgestaltet, dabei 1895 Teilabbrüche, seit 1987 Einrichtung als Orgelmuseum
Sixtus Lampl 01.jpg
Autor/Urheber: Burkhard Mücke, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Sixtus Lampl, fotografiert 2015 in seinem Orgelzentrum in Valley.
Lampl am historischen Zentralorgelspieltisch 02.jpg
Autor/Urheber: Michael F. Schönitzer, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Sixtus Lampl spielt am historischen Zentralorgelspieltisch von St. Lorenz, Nürnberg (Steinmeyer 1936-1937) im Orgelzentrum Valley