Situiertes Wissen

Situated Knowledge (deutsch: „Situiertes Wissen“) bezeichnet die erkenntnistheoretische Auffassung, dass der Begriff von Wissen zu bestimmen ist im Bezug auf jeweilige spezifische soziale und historische Verortungen, die die Perspektive der Subjekte von Wissen prägen. Der Begriff wurde 1988 begründet von Donna Haraway[1] und verbunden mit der Situierung durch Gender im Kontext feministischer Erkenntnistheorie.[2] „Situiertes Wissen“ ist eine Auffassung, die sowohl einem erkenntnistheoretischen Relativismus ebenso wie einem Objektivismus entgegensteht[3], wobei letzterer von vollständiger Neutralität ausgeht. Wenn Wissen als situiert verstanden wird, werden auch Machtverhältnisse und epistemische Gewalt in den Blick genommen. Mit dem Konzept geht die Notwendigkeit einer intersektionalen Auseinandersetzung mit Prozessen von Wissensproduktion einher.

Einzelnachweise

  1. Donna Haraway: Situated Knowledges: The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective, in: Feminist Studies 14/3 (1988), 575–599 (http://www.jstor.org/stable/3178066).
  2. Vgl. Elizabeth Anderson: Feminist Epistemology and Philosophy of Science, in: Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2020.
  3. Vgl. Marcel Stötzler, Nora Yuval-Davis: Situated Knowledge, doi:10.1111/b.9781405124331.2007.x.

Weblinks