Sihl

Sihl
Die Sihl bei Sihlwald

Die Sihl bei Sihlwald

Daten
GewässerkennzahlCH: 577
LageSchwyzer Voralpen

Schweizer Mittelland


Schweiz

FlusssystemRhein
Abfluss überLimmat → Aare → Rhein → Nordsee
Quelleam Drusberg bei der Vereinigung zweier Quellbäche
47° 0′ 25″ N, 8° 51′ 9″ O
Quellhöhe1872 m ü. M.[1]
Mündungam Platzspitz in die LimmatKoordinaten: 47° 22′ 58″ N, 8° 32′ 17″ O; CH1903: 683029 / 248567
47° 22′ 58″ N, 8° 32′ 17″ O
Mündungshöhe402 m ü. M.[1]
Höhenunterschied1470 m
Sohlgefälle21 ‰
Länge69 km[2]
Einzugsgebiet344,26 km²[3]
Abfluss am Pegel Sihlhölzli Zürich[4]
AEo: 343 km²
Lage: 2,1 km oberhalb der Mündung
NNQ (1950)
MNQ 1938–2016
MQ 1938–2016
Mq 1938–2016
MHQ 1938–2016
HHQ (2005)
750 l/s
3,69 m³/s
6,8 m³/s
19,8 l/(s km²)
10,4 m³/s
280 m³/s
Linke NebenflüsseAlp, Grossbach, Minster
Rechte NebenflüsseSchanzengraben
Durchflossene StauseenSihlsee
Karte Sihl.png

Die Sihl ist ein Schweizer Fluss und grösster Nebenfluss der Limmat. Sie entwässert Teile der Schwyzer Voralpen und fliesst dann in einem schmalen Korridor südlich des Zürichsees und nördlich resp. östlich des Einzugsgebiets von Reuss und Reppisch nach Nordwesten der Stadt Zürich zu, wo sie in die Limmat mündet. Die Sihl ist 69 Kilometer lang und entwässert ein Gebiet von 341 Quadratkilometern.

Name

Der Name des Flusses stammt aus dem Keltischen und bedeutet die Starke.[5]

Geographie

Verlauf

Sihlsprung

Die Sihl entspringt am Nordosthang des Drusbergs zwischen Höch Hund und Mieserenstock im Kanton Schwyz südlich von Studen und östlich des Hoch-Ybrigs.

Bei Einsiedeln wird sie gemeinsam mit dem etwas grösseren Minster zum Sihlsee gestaut, dem mit einer Oberfläche von 11 km² grössten Stausee der Schweiz. Unterhalb der Staumauer führt die Sihl gemäss Konzession 0,3 m³/s bis 0,4 m³/s respektive bei der Zürcher Kantonsgrenze 2,5 m³/s bis 3,0 m³/s Wasser. Durchschnittlich 88 % des natürlichen Zuflusses könnten somit für die Energiegewinnung verwendet werden. Dieses Wasser wird durch den Etzel per Druckleitung nach Altendorf SZ ins Kraftwerk und von dort in den Zürichsee geleitet.[6] Wo heute der Sihlsee liegt, gab es bereits vor 15'000 Jahren einen Natursee von sogar grösserer Fläche.[7]

Wenig unterhalb der Staumauer wird die Sihl bei Egg SZ von der Teufelsbrücke überquert, über die der Jakobsweg Pfäffikon SZ und den Etzelpass mit Einsiedeln verbindet. Unmittelbar neben ihr wurde 1493 Paracelsus geboren.

Ein bedeutender Nebenfluss ist die Alp, die bei Biberbrugg mündet. Etwas unterhalb von Schindellegi verlässt die Sihl den Kanton Schwyz, fliesst ein Stück weit durch den Kanton Zürich und begrenzt ihn dann von Hütten bis Sihlbrugg gegen den Kanton Zug. In diesem Abschnitt liegen bei Schönenberg Stromschnellen, der so genannte Sihlsprung.

Ab Sihlbrugg fliesst die Sihl durch das Zürcher Sihltal, das links von der Bergkette des Albis und rechts vom flacheren Hügelzug des Zimmerbergs begleitet wird. Zwischen Sihlbrugg und Langnau am Albis liegt der Sihlwald, ein Naturschutzgebiet im Besitz der Stadt Zürich und früher der für die Holzversorgung der Stadt bedeutsame Stadtwald.[8] Die Strecke oberhalb Sihlbrugg war für die Holztrift weniger geeignet, so dass es dabei immer zu hohen Verlusten kam.[9] Danach passiert die Sihl Adliswil und erreicht bei Leimbach die Stadt Zürich. In diesem Abschnitt verliert sie einen grossen Teil ihres Wassers, da sich im 19. Jahrhundert viele Fabriken «auf ewige Zeit» ein Wassernutzungsrecht gesichert haben, zur Energiegewinnung oder als Prozesswasser. Durch zahlreiche Korrekturen des Flussbettes wurde in dieser Zeit die grosse Strömungsgeschwindigkeit reduziert.

In Zürich-Brunau legt sich über den Flusslauf auf Brücken eine Stadtautobahn, die Sihlhochstrasse der A3. Ab dem Sihlhölzli fliesst das Gewässer wieder offen und wird nebst anderen von der Stauffacherbrücke gequert. Auf den letzten hundert Metern vereinigt sie sich mit dem Wasser des Schanzengrabens, einem Grabenrest der südlichen Stadtbefestigung von Zürich. Danach zieht sie unter den 16 oberirdischen Geleisen des Hauptbahnhofs durch und mündet am Platzspitz beim Landesmuseum in die Limmat.

Frühere Mündungsarme

Die Sihl transportierte früher 18'000 Kubikmeter und mehr Geschiebe pro Jahr aus den Alpen ins Gebiet der Stadt Zürich, wo diese Ablagerungen den Untergrund prägten. Das Delta der Sihl umfasste in frühgeschichtlicher Zeit aber nicht nur das heutige Mündungsgebiet in die Limmat, sondern erstreckte sich mit vielen Mündungsarmen auch südlich des Lindenhof-Hügels, die sich in den Zürichsee ergossen.

Im 1. Jahrtausend vor Christus staute das von der Sihl herangeführte Geröll den Abfluss der Limmat auf. Dadurch stieg der Spiegel des Zürichsees deutlich an. Damals dürften weite Bereiche am heutigen Ufer Schwemmgebiet gewesen sein, darunter auch der Bereich der ganzen Oberen Bahnhofstrasse und des Paradeplatzes. Durch Beseitigung des Gerölls bei der Sihlmündung in die Limmat in römischer Zeit sank der Wasserspiegel des Zürichsees stark, weshalb damals Bauten auch auf heute wieder überschwemmtem Gebiet errichtet werden konnten. Auch damals floss ein Arm der Sihl beim Münsterhof in die Limmat.

In spät- oder nachrömischer Zeit wurde kein Geröll mehr entfernt, der Seespiegel stieg rasch wieder für mehrere Jahrhunderte und erneut ergossen sich mehrere Sihlarme in den Zürichsee. Im Verlaufe des Frühmittelalters regulierte man die Sihl wieder. Spätestens seit dem Jahr 853, als das Fraumünster gegründet wurde, muss der Seespiegel auf heutigem Niveau gelegen haben. Alles Sihlwasser wird seither nördlich des Lindenhofhügels in die Limmat geleitet, anstauendes Geröll wurde entfernt.[10]

Noch bis ins 20. Jahrhundert wurde ein Sihlarm – in Quellen aus dem 15. Jahrhundert im Gegensatz zum Hauptarm Wilde Sihl Zahme Sihl genannt, später Sihlkanal,[11] anfangs noch durch die Stadtbefestigung hindurch und über den Schanzengraben in die Innenstadt nördlich des Rennwegs geleitet. Er trieb in der Stadt Wasserräder an und mündete beim Gedeckten Brüggli in die Limmat.

Einzugsgebiet

Das 344,26 km² grosse Einzugsgebiet der Sihl erstreckt sich von den Schwyzer Voralpen bis zum Schweizer Mittelland. Es wird durch sie über die Limmat, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es besteht zu 42,0 % aus bestockter Fläche, zu 41,3 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 8,0 % aus Siedlungsflächen und zu 8,7 % aus unproduktiven Flächen.[12]

Flächenverteilung

Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 1042,4 m ü. M., die minimale liegt bei 379 m ü. M. und die maximale bei 2268 m ü. M..

Zuflüsse

Grössere Zuflüsse sind die Minster, der Grossbach und die Alp.

Direkte Zuflüsse der Sihl[Z 1]
f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten der Zuflüsse: OSM | WikiMap
NameGKZLageLänge
in km
EZG
in km²
MQ
in m³/s
Mündungs­ort
Koordinaten
Mündungs­höhe
in m
Bemerkungen
Namenloser BachSZ241261links0001,60000001,8000  Welt-Icon bei Gripschli, Studen1173,600000
Namenloser BachSZ241269rechts000,90000000,5200  Welt-Icon bei Fläschen, Studen1096,300000
Namenloser BachSZ241275rechts001,50000001,2500  Welt-Icon bei Aueli, Studen1015,100000
TurnerbachCH002909rechts002,20000001,9800  Welt-Icon bei Wäniblätz, Studen973,700000
TierfäderenbachCH002908links0001,90000001,9100  Welt-Icon bei Ochsenboden, Studen948,600000
RappenbachSZ241283links0000,6000  Welt-Icon bei Ochsenboden, Studen932,700000
WisstannenbachCH002906rechts003,30000005,11000000,2400 Welt-Icon bei Chalchboden, Studen919,000000
SennenriedbachCH002905rechts002,00000002,9400  Welt-Icon bei Sennenried, Studen892,100000Alternativname: Sännenriedbach
MinsterCH000586links0013,10000062,72000002,9500 Welt-Icon bei Rüti, Euthal889,000000Zweitgrösster Nebenfluss der Sihl
Mündet in den Sihlsee
EubachCH000581rechts005,20000009,53000000,4700 Welt-Icon beim Campingplatz, Euthal889,000000Mündet in den Sihlsee
SteinbachCH002903links0003,20000003,2400  Welt-Icon bei Steinbach, Euthal889,000000Alternativname: Wellchessibach
Mündet in den Sihlsee
GrossbachCH000582links0007,20000010,60000000,5200 Welt-Icon bei Gross889,000000Drittgrösster Nebenfluss der Sihl
Mündet in den Sihlsee
Namenloser BachSZ241715rechts001,40000000,5200  Welt-Icon bei Stöfeli, Willerzell889,000000Mündet in den Sihlsee
Namenloser BachSZ241712rechts001,10000000,6500  Welt-Icon bei Erlen, Willerzell889,000000Mündet in den Sihlsee
DimmerbachCH002898rechts003,30000001,6300  Welt-Icon bei Tschuppmoos, Willerzell889,000000Mündet in den Sihlsee
RickentalbachCH002894rechts004,80000009,57000000,4300 Welt-Icon bei Bodenmattli, Willerzell889,000000Mündet in den Sihlsee
Namenloser BachSZ24170rechts001,50000000,5800  Welt-Icon bei Grüene Aff, Willerzell889,000000Mündet in den Sihlsee
SulzelbachCH004871rechts002,50000001,5400  Welt-Icon bei Eikergütsch, Willerzell889,000000Mündet in den Sihlsee
BrandeggbachCH008844rechts003,50000003,72000000,1500 Welt-Icon bei Egg847,200000
Namenloser BachSZ240156rechts001,00000000,6300  Welt-Icon bei Burg, Egg840,400000
Namenloser BachSZ240178rechts000,90000000,5000  Welt-Icon nach der Teufelsbrücke am Etzel, Egg823,800000
Namenloser BachSZ240180links0000,90000000,5200  Welt-Icon bei Siileren, Egg821,700000
AlpCH000583links0020,10000083,38000002,7300 Welt-Icon bei Dreiwässern, Schindellegi782,800000Grösster Nebenfluss der Sihl
Namenloser BachSZ240188rechts001,20000000,9600  Welt-Icon bei Unter-Geissboden, Schindellegi777,100000
Namenloser BachSZ240214links0000,80000000,9700  Welt-Icon bei Alti Fabrik, Schindellegi757,200000
Namenloser BachSZ240192links0001,70000001,1900  Welt-Icon bei Sihl-Höfe, Schindellegi737,700000
Hüttener SagenbachCH002881links0002,00000001,1700  Welt-Icon bei Sihlau, Hütten691,500000Alternativname: Örischwandbach
BrandbachZH101462links0001,60000000,6600  Welt-Icon bei Sagi, Hütten687,900000
GripbachCH012370links0001,50000000,9100  Welt-Icon bei Schönau, Hütten676,900000Grenzfluss zwischen den Kantonen Zug und Zürich
NettenbachCH002880links0003,60000002,1700  Welt-Icon bei Boden, Finstersee655,000000Alternativname: Nättenbach
MülibachCH000752links0002,90000002,3600  Welt-Icon bei Bostadel, Menzingen634,300000
TeufenbachCH002879rechts002,00000001,8000  Welt-Icon bei Haslaub, Schönenberg613,400000Entwässert den Teufenbachweiher
SagenbachZH101473rechts003,00000001,9600  Welt-Icon bei Rain, Schönenberg603,300000
ChrebsbachCH012368rechts003,70000005,7200  Welt-Icon bei Fabrikrain, Hirzel569,200000Alternativname: Mülibach
SchwellibachCH330185links0002,00000001,3400  Welt-Icon bei Unterschwelli, Menzingen565,600000
SarbachCH002877links0006,60000008,3400  Welt-Icon bei Tal, Neuheim542,900000
TalbachCH002874links0002,00000000,9400  Welt-Icon bei Sihlbrugg528,700000
TobelmülibachZH101499rechts001,20000000,8900  Welt-Icon bei Tobelmüli, Hirzel521,400000
WüeribachCH002873rechts004,20000002,5800  Welt-Icon bei Mürg503,200000
EichbachZH101540links0001,40000001,1900  Welt-Icon bei Rossloch, Horgen486,900000Alternativname: Hinterer Eichbach
SchlegeltobelbachCH002876rechts002,50000001,2100  Welt-Icon bei Sihlwald481,300000
BachtobelbachZH101547links0001,4000  Welt-Icon bei Sihlwald481,000000
RossspaltibachZH101458links0001,7000  Welt-Icon bei Sihlwald478,500000
TomenrainbachZH101551links0002,10000000,9500  Welt-Icon bei Tomenrain, Langnau am Albis474,200000
TobelbachCH002871links0002,30000001,5300  Welt-Icon bei Geissau, Langnau am Albis468,200000
ChrebsbachCH002875rechts005,20000001,5300  Welt-Icon bei Gattikon462,800000Entwässert den Waldweiher
DorfbachCH013326links0003,40000002,7200  Welt-Icon beim Bahnhof Langnau Gattikon, Langnau am Albis460,900000
WaldibachCH002870links0002,60000001,7100  Welt-Icon bei Wildpark-Höfli, Langnau am Albis452,700000Alternativname: Gontenbach
RütlibachZH101571links0001,80000001,1700  Welt-Icon bei Sihlau, Adliswil450,500000
LangenbachZH101577links0001,2000  Welt-Icon bei Wanneten, Adliswil450,400000
RellstenbachZH101580links0001,2000  Welt-Icon nach der Bahnhofbrücke, Adliswil445,300000
GrütbachZH101581rechts000,5000  Welt-Icon bei Grüt, Adliswil437,300000
SchwarzbachZH101585links0001,90000001,7300  Welt-Icon bei ARA Sihltal, Zürich-Leimbach435,600000
RisbachZH101811links0001,4000  Welt-Icon bei ARA Sihltal, Zürich-Leimbach435,500000
HüslibachZH101809links0001,50000000,7300  Welt-Icon bei Im Hüsli, Zürich-Leimbach432,900000
RütschlibachZH101807links0001,2000  Welt-Icon in Zürich-Leimbach430,400000
HöcklerbachZH101812links0001,4000  Welt-Icon bei Gänziloo, Zürich-Friesenberg423,500000
SarbentalbachZH101814links0001,5000  Welt-Icon vor der Gänziloobrücke, Zürich-Friesenberg422,800000
AlbisgüetlibachZH101808links0001,80000000,6100  Welt-Icon nach der Gänziloobrücke, Zürich-Friesenberg422,200000
DöltschibachZH101816links0003,0000  Welt-Icon bei Zürich-Wiedikon413,200000Alternativname: Kolbenhofbach
SchanzengrabenCH005492rechts001,7000  Welt-Icon bei Gessnerallee, Zürich-Altstadt404,300000Abfluss aus dem Zürichsee
Sihl[Z 2]069,00000344,26000006,8000 beim Platzspitz in Zürich402,000000Mündet in die Limmat

Anmerkungen zur Tabelle

  1. Von der Quelle zur Mündung. Daten von Swisstopo (map.geo.admin.ch) und Geoportal Kanton Zürich (geoportal.ch/ktzh)
  2. Die Daten der Sihl zum Vergleich

Hochwassergefahr

Zum letzten grossen Hochwasser in der Stadt Zürich wegen der Sihl kam es 1910. Noch immer geht für die Stadt eine grosse Gefahr aus: Starke Unwetter in den Schwyzer Voralpen könnten zu Überschwemmungen in Zürich führen.[13] Bei einem Bruch der Sihlsee-Talsperre würden Teile der Stadt Zürich mehrere Meter hoch überschwemmt werden. Die Flutwelle würde die obere Stadtgrenze in Leimbach nach eineinhalb Stunden, das Stadtzentrum nach knapp zwei und die untere Stadtgrenze bei Altstetten nach knapp drei Stunden erreichen.[14] Ein Hochwasser hätte in der Stadt Zürich, aber auch im Limmattal und im Sihltal ein riesiges Schadenspotenzial.[15]

Es standen mehrere Varianten zur Diskussion, mit denen in Notfällen eine Entlastung erreicht werden könnte: Eine Vergrösserung des Druckstollens des Etzelstauwerks, womit – nebst der Stromproduktion – der Sihlsee zu einem grossen Rückhaltebecken würde, sowie ein Entlastungsstollen zwischen Langnau am Albis und dem Zürichsee.[16] Bis 2024 soll letzterer realisiert werden. Er ist rund zwei Kilometer lang, füllt sich nur bei Hochwasser und soll rund 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Zürichsee ableiten.[15][17][18]

Bereits fertiggestellt wurde 2017 im Sihlwald bei einer scharfen Flussbiegung ein riesiger Schwemmholzrechen. Der 350 Meter lange Rechen ist im unteren Teil mit 68 bis 4,5 Meter hohen, massiven Stahlpfosten gesichert. Er fasst 12'000 Tonnen Schwemmholz, rund 1200 Lastwagenladungen. Mit dem Rechen soll verhindert werden, dass mitgerissenes Holz, darunter ganze Baumstämme, sich an einer Brücke verkeilen, eine Sperre bilden und so eine Überschwemmung verursachen.[19]

Als weitere Massnahme kann vor Unwettern der Pegel des Sihlsees vorab abgesenkt werden.[18]

Ein allfälliges extremes Hochwasser der Sihl droht auch, den Hauptbahnhof Zürich – speziell die unterirdischen Durchgangsbahnhöfe – unter Wasser zu setzen. Die SBB planen, das Eindringen des Wassers zu verhindern mit Schlauchdämmen bei der Europaallee, die mit Wasser gefüllt sind.[20]

Industrielle Nutzung

Früher wurde die Sihl genutzt, um Holz vom Sihlwald in die Stadt zu flössen. Später entstanden entlang des Flusses zahlreiche Fabriken, die die Wasserkraft des Flusses als Energielieferant nutzten. Im 20. Jahrhundert wurden auch mehrere Wasserkraftwerke erbaut.

Brücken

Teufelsbrücke am Etzel über die Sihl, Egg SZ

Auf ihrem Weg wird die Sihl von rund 80 Brücken überspannt.

Neun denkmalgeschützte Brücken überqueren den Fluss, erwähnenswert sind die Teufelsbrücke am Etzel (Steinbogenbrücke mit hölzernem Überbau von 1699), die Babenwaag-Brücke (gedeckte Holzbrücke von 1849), der Sparrenau-Steg (Stahlbetonbrücke von 1902), die Höcklerbrücke (Eisenstabbogenbrücke von 1866) sowie die Stauffacherbrücke (Betonbogenbrücke von 1899).

Der Steinbach-Viadukt (gebaut 2011–2014) und der Willerzeller-Viadukt (eröffnet 1937) überqueren den Sihlsee.

Neun Eisenbahnbrücken überspannen die Sihl, wobei die Sihltalbahn den Fluss fünfmal überquert.

Die nicht fertiggestellte über die Sihl verlaufende Sihlhochstrasse-Brücke (eröffnet 1974) führt etwa 1,5 km von Zürich-Brunau bis Zürich-Sihlhölzli.

Die SBB-Geleisebrücke (gebaut 1929/30) des Zürich Hauptbahnhofs überspannt die Sihl kurz vor ihrem Zusammenfluss mit der Limmat.

Bilder

Weblinks

Commons: Sihl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Auswertungen zum Gewässernetz. (XLSX) BAFU, Dezember 2013, abgerufen am 9. August 2017 (Auflistung Fliessgewässer der Schweiz >30km).
  3. Modellierter mittlerer jährlicher Abfluss. In: Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 9. August 2017.
  4. Messstation Sihlhölzli Zürich 1938–2016 (PDF) Bundesamt für Umwelt BAFU
  5. Sihlbrücke. In: Gang dur Züri. Abgerufen am 26. Oktober 2010.
  6. Etzelwerk 2006. (PDF; 947 kB) Abgerufen am 25. Oktober 2010.
  7. Ur-Sihlsee. In: Sihlsee.ch.vu. Abgerufen am 25. Oktober 2010.
  8. Gartenbauamt der Stadt Zürich über den Sihlwald (Memento des Originals vom 16. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-zuerich.ch
  9. Daniel Bitterli: Flösserei auf der Sihl zwischen der Region Einsiedeln und Zürich. In: Historischer Verein Zentralschweiz (Hrsg.): Der Geschichtsfreund. Nr. 161. Luzern 2008, S. 63–75 (Kopie des Artikels [PDF]).
  10. Dölf Wild: Die Zürcher City unter Wasser – Interaktion zwischen Natur und Mensch in der Frühzeit Zürichs. In: Stadt Zürich, Amt für Städtebau (Hrsg.): Archäologie und Denkmalpflege. Bericht 2006–2008. gta Verlag, Zürich 2008, ISBN 978-3-85676-238-4, S. 21–23 (Online-Version, PDF, 507 kB).
  11. Kupferstich (evtl. 1834) Die Schlacht bey St. Jakob an der Sihl d. 22. July 1443
  12. Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Sihl
  13. Kanton Zürich: Hochwasserschutz-Konzepte für Sihl, Zürichsee und Limmat
  14. Schutz und Rettung Stadt Zürich (PDF; 396 kB)
  15. a b nzz.chStefan Hotz: Der Hochwasserstollen hat das ETH-Siegel. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 66, 20. März 2019, S. 17.
  16. Adi Kälin: Die Sihl bleibt ein wilder Fluss. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 146, 27. Juni 2015, S. 16 (Artikel online).
  17. Wie ein Tunnel durch den Zimmerberg Zürich schützen soll In: Tagesanzeiger. 19. März 2019.
  18. a b Stefan Hotz: Der Stollen Thalwil wird teurer als geplant. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. August 2020, S. 15 (nzz.ch [abgerufen am 1. September 2020]).
  19. Stefan Hotz: Hochwasserschutz: Zürich ist jetzt sicherer. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Juni 2017
  20. SBB proben den Ernstfall: Hochwasser-Übung an der Europaallee In: Limmataler Zeitung. 8. August 2019.

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Platzspitz Sihl Limmat.jpg
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Zusammenfluss des Restwassers der zur Energieerzeugung gestauten Limmat mit der Sihl (vorne) beim Platzspitz in Zürich.
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Sihl beim Sihlsprung. Blick flussaufwärts.
Sihl zuerich.jpg
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Die Sihl in Zürich, kurz vor ihrem Zusammenfluss mit der Limmat
Sihlhochstrasse Brunau.jpg
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Sihl und Sihlhochstrasse in Zürich
Sihl Unterhalb Sihlsprung 1.JPG
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Sihl unterhalb des Sihlsprungs.
Teufelsbrücke am Etzel über die Sihl, Egg SZ 20180708-jag9889.jpg
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Teufelsbrücke am Etzel über die Sihl, Egg SZ
Sihlsee Fluebrig.jpg
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Sihlsee with Steinbach-Ruestel viaduct and Fluebrig, Canton of Schwyz, Switzerland
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