Sigmund Freud

Sigmund Freud (geboren am 6. Mai 1856 in Freiberg in Mähren als Sigismund Schlomo Freud; gestorben am 23. September 1939 in London) war ein österreichischer Neurophysiologe, Tiefenpsychologe, Kulturtheoretiker und Religionskritiker. Er ist der Begründer der Psychoanalyse und gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Seine Theorien und Methoden werden bis heute diskutiert, angewendet und kritisiert.

Sigmund Freud (Fotografie von Max Halberstadt, 1921)
Unterschrift Sigmund Freud

Leben

Familie und Herkunft

Freuds Geburtshaus in Freiberg (heute Sigmund Freud Museum Příbor)

Freud, Sohn galizischer Eltern jüdischer Abstammung, wurde als Sigismund Schlomo Freud in Freiberg in Mähren (tschechisch Příbor), damals Teil des Kaisertums Österreich, heute in Tschechien, geboren.[1] Er wurde „ohne Religion erzogen“ und „war immer ein Ungläubiger“.[2] Trotz seiner atheistischen und religionskritischen Einstellung fühlte er sich zeit seines Lebens dem Judentum zugehörig.[3] Was ihn ans Judentum band, war „nicht der Glaube, auch nicht der nationale Stolz“, sondern „die klare Bewußtheit der inneren Identität, die Heimlichkeit der gleichen seelischen Konstruktion“.[2]

Sein Vater, der Wollhändler (Kallamon) Jacob (Jakob) Freud (* 18. Dezember 1815 in Tysmenitz im damals österreichischen Galizien, heute Ukraine; † 23. Oktober 1896 in Wien), entstammte einer chassidischen Familie. Jacob Freud war bei Sigmunds Geburt bereits 40 Jahre alt und in dritter Ehe verheiratet mit Freuds Mutter Amalia Nathansohn Freud (1835–1930), geboren in Brody im damals österreichischen Galizien und im damals russischen Odessa aufgewachsen. Seine Eltern wurden im Jahre 1855 vom dänisch geborenen Wiener Rabbiner Isaak Noah Mannheimer getraut.[4] Mannheimer hatte bemerkenswerterweise im Jahre 1841 eine Debatte über das Reformjudentum mit dem Hamburger Oberrabbiner Isaak Bernays, dem Großvater der späteren Ehefrau von Freud, Martha Bernays, eröffnet.[5]

Sigmund Freud hatte zwei ca. 20 Jahre ältere Halbbrüder aus der ersten Ehe seines Vaters. Ihm folgten sieben jüngere Geschwister aus der Ehe seiner Eltern, von denen das erste (Julius) starb, als Freud noch nicht ganz zwei Jahre alt war.[6]

Umzug der Familie Freud – 1859 nach Leipzig – 1860 nach Wien

Als Jacob Freuds bis dahin florierendes Wollhandelgeschäft in der 1857 einsetzenden Wirtschaftskrise insolvent wurde, bedeutete dies für die bisher wohlhabende Familie einen sozialen Abstieg. Aus wirtschaftlicher Bedrängnis zog sie 1859 zunächst nach Leipzig und kurze Zeit später nach Wien. Dort besuchte Freud ab 1865 das Leopoldstädter Communal-Realgymnasium. Freud war ein sehr guter Schüler und bestand seine Matura 1873 mit Auszeichnung.

Medizinstudium in Wien – Forschungsstipendium in Triest

Freud verwarf seine ursprünglichen Pläne, Rechtswissenschaft (österr. Jus, deutsch Jura) zu studieren, und immatrikulierte sich 1873 an der Universität Wien zum Studium der Medizin. Seit 1874 begleitete Carl Claus, Professor für Zoologie in Wien, Freuds Forschungsarbeiten und ermöglichte ihm ein Stipendium. Während dieses Forschungsstipendiums ab 1876 an der Zoologischen Versuchsstation in Triest unternahm Freud Untersuchungen an Aal-Hoden und legte damit seine erste wissenschaftliche Arbeit bei Carl Claus vor. Noch im selben Jahr kehrte er nach Wien zurück und wechselte an das Physiologische Institut unter der Leitung von Ernst Wilhelm von Brücke. Unterbrochen von seinem einjährigen Militärdienst im Jahr 1879 wurde Freud 1881 nach erfolgreicher Disputation über seine Dissertation zum Thema Über das Rückenmark niederer Fischarten zum Doktor der Medizin promoviert.

Das Haus Berggasse 19 in Wien. Hier lebte Freud mit seiner Familie 47 Jahre lang von 1891 bis zur Emigration nach London 1938
Aufgang zu Freuds Wohnung und Praxis in der Berggasse 19. Hier kamen und gingen fast ein halbes Jahrhundert die Patienten zu Freuds Arbeitsraum mit der berühmten Couch. Die Couch und die meisten Bücher, Sammlungsstücke und Möbel stehen heute im Freud Museum (London), der Exilwohnung der Freuds.

Neurophysiologie und Pharmakologie – Untersuchungen mit Kokain

Im Jahre 1882 trat Freud eine Stelle im Wiener Allgemeinen Krankenhaus unter dem Internisten Hermann Nothnagel[7] und dem Psychiater Theodor Meynert an, die er bis 1885 innehatte. Dort arbeitete er im Laboratorium für Gehirnanatomie im Bereich der Neurophysiologie. Von 1884 bis 1887 befasste sich Freud eingehend mit der Pharmakologie des Stimulans Kokain, einer damals noch wenig bekannten Droge, die ein deutscher Militärarzt eingesetzt hatte, um die körperliche Ausdauer seiner Männer zu steigern.[8] Seine Studie über Kokain, für die Freud auch Selbstversuche unternommen hatte, wurde 1884 veröffentlicht und war Grundlage der damals revolutionären Entdeckung der lokalanästhetischen Wirkung des Kokains am Auge, nachgewiesen durch Versuche von Carl Koller.[9] Versuche, seinen morphiumsüchtigen Freund und Kollegen Ernst von Fleischl mit Kokain zu heilen, misslangen, und Fleischl wurde kokainabhängig.[10] Allerdings hatte Freud ihm geraten, das Kokain nur intern (also oral) anzuwenden und von anderweitiger Verwendung abzusehen. Gegen seinen Rat begann Fleischl, sich Kokaininjektionen zu verabreichen. Freud gab das jedoch nicht sofort in seinen Publikationen an, sondern erst 1899 in seinem späteren Werk Die Traumdeutung. Bekannt wurde dies durch Freuds Freund und Biographen Ernest Jones, der den Briefwechsel ausgewertet hat. Freud selbst nutzte über Jahre die therapeutische Wirkung des Kokains ohne eine Toleranzentwicklung.[11] Seine inzwischen vollständig veröffentlichte Korrespondenz mit Wilhelm Fließ bestätigt, dass er bis 1895 Kokain, das Fließ ihm verschrieb, zur lokalen Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen verwendete.[12] Da er Kokain nur gelegentlich und nicht hochdosiert konsumierte, konnte er problemlos wieder darauf verzichten.[13]

Jean-Martin Charcot – Hysterie und Hypnose

Charcot demonstriert die Wirkung der Hypnose an einer „Hysterikerin“, der Patientin Blanche Wittman, Gemälde von André Brouillet (1887)

Während einer Studienreise nach Paris 1885 besuchte er u. a. die psychiatrische Klinik am Hôpital Salpêtrière, wo Jean-Martin Charcot wirkte, ein bekannter Professor für Pathologische Anatomie, der die Hysterie als echte Krankheit diagnostiziert hatte und Hypnose für ernste Zwecke der psychischen Heilung einsetzte.[14] Dieser gab ihm Anschauungsunterricht über Hysterie, und vermittelte ihm die Auswirkung von Hypnose und Suggestion. Schon einige Jahre zuvor hatte der junge Freud auch den österreichisch-jüdischen Arzt Josef Breuer kennengelernt. Der Fall der „Anna O.“ (Bertha Pappenheim), die bei Breuer seit 1880 in Behandlung war, führte zur gemeinsamen Erarbeitung der sogenannten „Sprechtherapie“, einer Art Vorstufe der Psychoanalyse.

Freud erforschte und benutzte den hypnotischen Zustand zunächst, um den „Zensor“ zu umgehen, der den Analytiker daran hindert, unterdrückte Erfahrungen aufzudecken, die seines Erachtens die Neurosen hervorbringen. Nach einem im Oktober 1886 gehaltenen Vortrag über männliche Hysterie schlug Freud heftige Kritik entgegen. Zu den Kritikern gehörte auch Theodor Meynert, der sich mit dem mit Freud zusammenarbeitenden Hypnosearzt Maximilian Leidesdorf überworfen hatte. Meynert behandelte Freud, als sei er „nur“ ein Hypnotiseur, der „als ausgebildeter Hypnosearzt arbeitet.“ Freud wandte sich nach seinem Besuch bei Bernheim 1889 von Charcot ab. Nun sprach er sich gegen eine materialistische Interpretation der Hypnose aus, verteidigte sie gegen Verleumdungen ihrer Gegner und übersetzte Bernheims Buch über die Suggestion.[15]

Abwendung von der Hypnose

Schließlich wandte sich Freud von der Hypnose u. a. wegen der peinlichen Entdeckung ab, dass sich seine Patientinnen, als Nebenwirkung der hypnotischen Trance, in den Therapeuten verliebten. Im Anschluss entwickelte er als alternative Methode, um in unbewusste Bereiche vorzudringen, seine Behandlungsform, die vor allem auf freien Assoziationen der Patienten und Traumdeutung beruhte, um die seelische Struktur des Menschen zu verstehen und zu behandeln (Psychoanalyse).[16]

Nach ihm ist der „Freudsche Versprecher“ als offensichtlichstes Beispiel einer Fehlleistung benannt.[17]

Habilitation – Privatdozentur an der Universität Wien

Nach seiner Habilitation 1885 erhielt Freud im September eine Privatdozentur für Neuropathologie an der Universität Wien. Parallel dazu ließ er sich am 25. April 1886 in Wien als Arzt nieder. Unter der Leitung von Max Kassowitz wurde Sigmund Freud Vorstand der Abteilung für Neurologie am Ersten öffentlichen Kinder-Krankeninstitut im 1. Wiener Gemeindebezirk und leitete die Abteilung von 1886 bis 1896. Dort arbeitete er drei Nachmittage in der Woche mit „hysterischen“ Kindern.[18] Sein Vortrag Über männliche Hysterie 1886 vor dem Publikum der Gesellschaft der Ärzte traf in diesem Kreis auf Ablehnung.

1889 besuchte Freud Hippolyte Bernheim in Nancy, der Versuche mit der sogenannten posthypnotischen Suggestion durchführte. Aus diesen Versuchen schloss Freud, dass es ein Unbewusstes geben müsse, welches verantwortlich für einen Großteil menschlicher Handlungen sei.

Private Wege

Nach vierjähriger Verlobungszeit heirateten Sigmund Freud und Martha Bernays am 13. September 1886 standesamtlich im Rathaus von Wandsbek bei Hamburg.[19] Am nächsten Tag folgte die Trauung nach jüdischem Ritus.[20] Martha stammte aus einer angesehenen Hamburger Rabbiner- und Gelehrtenfamilie, ihr Großvater Isaak Bernays war 1821 als Oberrabbiner nach Hamburg berufen worden; sie war väterlicherseits auch mit dem deutschen Dichter Heinrich Heine entfernt verwandt.[21] Freuds Schwester Anna heiratete Marthas Bruder Ely Bernays. Edward Bernays (1891 in Wien–1995 in New York City), der „Vater der Public Relations“, war ein Sohn aus dieser Ehe und somit ein Neffe von Sigmund Freud.

Martha Bernays und Sigmund Freud hatten gemeinsam sechs Kinder:

  • Mathilde (1887–1978)
  • Jean-Martin (1889–1967)
  • Oliver (1891–1969)
  • Ernst (Ernst Ludwig) (1892–1970)
  • Sophie (1893–1920)
  • Anna (1895–1982).

Den Söhnen gab Freud die Vornamen historischer Persönlichkeiten: Martin (Jean Martin), nach seinem berühmtesten Lehrer, dem Pariser Hysteriespezialisten Jean-Martin Charcot. Oliver, nach Oliver Cromwell, der England für die Juden geöffnet hatte. Ernst (Ernst Ludwig), nach dem Physiologen Ernst Wilhelm von Brücke. Der Architekt Ernst L. Freud (1892–1970) ist der Vater des bedeutenden Porträtmalers Lucian Freud aus London (1922–2011). Der älteste Enkel Freuds, W. Ernest Freud (1914–2008), Sohn der früh verstorbenen Sophie Freud, setzte die psychoanalytische Familientradition fort.

Zu seinen Söhnen hatte Freud ein distanziertes Verhältnis, während er seinen Töchtern eher nahestand. Mathilde und Anna Freud waren ihm auch intellektuell ähnlicher als die Söhne. Er konnte mit ihnen besser diskutieren, tat dies letztlich doch nur in Maßen. Manche Biographen meinen, er sei kein warmherziger, liebevoller Vater gewesen, sondern auch für seine Kinder, insbesondere seine Söhne, unnahbar geblieben. Die mittlerweile veröffentlichten Briefe an die Familie ergeben allerdings ein helleres Bild.[22] Freud fiel es insgesamt eher schwer, warmherzige Beziehungen zu Freunden (etwa dem Psychiater und Psychoanalytiker Ludwig Binswanger) und Kollegen aufzubauen bzw. dauerhaft aufrechtzuerhalten.

1891 bezog Freud die später legendär gewordene Wohnung in der Wiener Berggasse 19.[23] Im Vorgängergebäude auf diesem Grundstück hatte 1882 bis 1889 Victor Adler, ursprünglich Eigentümer des Hauses und Begründer der österreichischen Sozialdemokratie, als Armenarzt praktiziert.[24] Freud wohnte und wirkte die nächsten 47 Jahre hier.

Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert trat er der jüdischen B’nai-B’rith-Loge in Wien bei.[25]

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges ließ sich Freud von der allgemeinen Kriegseuphorie mitreißen und verstieg sich sogar zu der Bemerkung, seine „ganze Libido“ gehöre Österreich-Ungarn.[26] Später wich seine Begeisterung allmählich Ernüchterung und Resignation angesichts des Kriegsverlaufs.

Jahrzehntelang rauchte Freud ungefähr 20 Zigarren pro Tag.[27] 1922 erkrankte Freud an Gaumenkrebs. 1923 wurden deshalb der rechte Oberkiefer und Gaumen operativ entfernt, und es musste eine Prothese eingesetzt werden. Im Laufe der folgenden fünfzehn Jahre wurden dreiunddreißig weitere, unterschiedlich schwere Operationen durchgeführt. Die Erkrankung verschlimmerte sich gleichwohl beständig bis zu seinem Tod.[28]

Entstehung der Psychoanalyse

Von „Psychoanalyse“ sprach Sigmund Freud erstmals im Jahr 1896, und zwar als „dem etwas subtilen Ausforschungsverfahren von Josef Breuer“; diesem war es in der Behandlung von Bertha Pappenheim gelungen, deren Symptome aufzulösen, indem er Pappenheim die eigentlichen Traumatisierungen, die sich hinter ihren Symptomen verbargen, aufspüren und aussprechen ließ. Es ging um die Benennung dessen, was sie tatsächlich an Verletzung, Kränkung, Ekel, Entwertung, Gewalt usw. erlebt hatte, jedoch aufgrund der „guten Erziehung“ nicht benennen durfte.

Breuers Vorgehen entsprach ziemlich exakt demjenigen des König Ödipus im Theaterstück von Sophokles: Ödipus durchdringt mit großer Aufrichtigkeit am Ende die wahren Zusammenhänge. Schiller hatte 1797 in einem Brief an Goethe den König Ödipus eine „tragische Analysis“ genannt, weil aus der Rückschau die Zusammenhänge aufgelöst werden. Möglicherweise schlug Breuer Freud vor, zur Betonung dieser Parallele das entwickelte Verfahren „Psychoanalyse“ zu nennen.

Sigmund-Freud-Stele am Cobenzl in Grinzing

Bis zum September 1897 nannte Freud sein Verfahren mehrfach „Psychoanalyse“, hielt aber dabei immerhin an dem Prinzip der Breuerschen Behandlung fest, indem er seine Patienten Gewalterfahrungen erforschen und benennen ließ. Jedoch war er in dieser Zeit einseitig fixiert auf Gewalt sexueller Natur, konkretisiert zuletzt als Vergewaltigung durch den Vater im Alter zwischen zwei und acht Jahren (siehe Verführungstheorie). Diesen Ansatz verwarf er dann im September 1897 (Brief vom 21. September 1897 an Fließ) und verkehrte ihn quasi in sein Gegenteil: Jetzt erwog er, die außer Kontrolle geratenen triebhaften Wünsche und Phantasien des Kindes gegenüber seinen Eltern seien der Ursprung zahlreicher Störungen. Einen Monat später formulierte er gegenüber Wilhelm Fließ (Brief vom 15. Oktober 1897) nach selbstanalytischen Betrachtungen erstmals die These vom „Ödipus-Komplex“: Er postulierte das Phänomen unbewusster libidinöser Bindungen an die eigene Mutter bei einem gleichzeitigen Rivalitätsverhältnis zum Vater: „Ich habe die Verliebtheit in die Mutter und die Eifersucht gegen den Vater auch bei mir gefunden und halte sie jetzt für ein allgemeines Ereignis früher Kindheit […]. Wenn das so ist, so versteht man die packende Macht des König Ödipus“.[29]

1895 verbrachte Freud den Sommer bei der Familie Ritter von Schlag in deren Schloss Belle Vue am Cobenzl, oberhalb Grinzings, in Wien. Am 24. Juli enthüllte sich ihm in der Deutung des Traumes von ‚Irmas Injektion‘, wie er es mit einer gewissen Selbstironie in einem Brief an Wilhelm Fließ ausdrückte, „das Geheimnis des Traumes“,[30] woran eine Stele mit Inschrift an der Stelle des 1963 abgerissenen Schlosses erinnert.

„Glaubst Du eigentlich, daß an dem Hause dereinst auf einer Marmortafel zu lesen sein wird?: ‚Hier enthüllte sich am 24 Juli 1895 dem Dr. Sigm. Freud das Geheimnis des Traumes‘ Die Aussichten sind bis jetzt hiefür gering.“

Sigmund Freud, 12. Juni 1900
Sigmund Freud auf einer Porträt-Fotografie um 1905 von Ludwig Grillich

Am 4. November 1899[31] erschien Freuds frühes Hauptwerk, Die Traumdeutung, vordatiert auf 1900.[32] Es folgten in kurzen Abständen die Schriften Zur Psychopathologie des Alltagslebens (1904), Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten (1905) und Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905).

Zum 1. April 1902 wurde Freud zum außerordentlichen Titularprofessor ernannt, nachdem seine Patientin Baronin Marie von Ferstel den zuständigen Minister Wilhelm von Hartel mit der Schenkung eines Kunstwerks dazu 'angeregt' hatte.[33] Im gleichen Jahr gründete Freud die „Psychologische Mittwoch-Gesellschaft“, aus der 1908 die Wiener Psychoanalytische Vereinigung hervorging: Alfred Adler, Wilhelm Stekel und andere Kollegen und Schüler versammelten sich jede Woche in seiner Wohnung, um die neue Methode zu erlernen und zu diskutieren. Im Laufe der nächsten Jahre schlossen sich Paul Federn, Carl Gustav Jung, Otto Rank, Sándor Ferenczi und andere dem Kreis um Freud an.

Im Jahre 1908 berief Freud den ersten psychoanalytischen Kongress nach Salzburg ein. Hier kam es zu einem leisen Eklat: Otto Gross, ein Psychiater, der sich schon seit einigen Jahren öffentlich für Freuds Lehre eingesetzt hatte, zog gesellschaftspolitische Schlussfolgerungen aus ihr. Freud, der sich kurz zuvor in seiner Schrift Die ‚kulturelle‘ Sexualmoral und die moderne Nervosität konträr geäußert hatte, setzte dem entgegen, dass eine Veränderung der Gesellschaft nicht die Aufgabe von Ärzten sei, und sorgte dafür, dass Gross aus der Gruppe gedrängt und aus ihren Annalen getilgt wurde.[34] 1910 gründete Freud die „Internationale Psychoanalytische Vereinigung“ (IPV), es folgten 1911 die „amerikanische psychoanalytische Vereinigung“ sowie 1919 die „britische psychoanalytische Vereinigung“.

Im Jahre 1913 erschien die Schrift Totem und Tabu, in der sich Freud mit dem kulturgeschichtlichen Phänomen des Inzestverbots auseinandersetzte.

1917 stellte er im 18. Kapitel der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse seine Entdeckung der Macht des Unbewussten in eine Reihe mit den Theorien von Nikolaus Kopernikus und Charles Darwin und bezeichnete alle drei Theorien als „Kränkungen der Menschheit“.

1920 wurde Freud zum ordentlichen Professor ernannt.[33]

Freud als Religionskritiker

(c) Foto H.-P.Haack, CC BY-SA 3.0
Das Unbehagen in der Kultur, Erstdruck
„Eine besondere Bedeutung beansprucht der Fall, daß eine größere Anzahl von Menschen gemeinsam den Versuch unternimmt, sich Glückversicherung und Leidensschutz durch wahnhafte Umbildung der Wirklichkeit zu schaffen. Als solchen Massenwahn müssen wir auch die Religionen der Menschheit kennzeichnen. Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.“ (S. 33)

Freud stand als Atheist und Religionskritiker in einem zwiespältigen Verhältnis zur Religion seiner Familie.[35] Erst der gegen Ende des 19. Jahrhunderts verstärkte Antisemitismus ließ ihn zur Rückbesinnung auf die jüdische Tradition kommen, die auch in der Mitgliedschaft in einer Loge der B’nai B’rith ihren Ausdruck fand. Auch stand er später den zionistischen Aktivitäten in Palästina wohlwollend gegenüber, ohne sich selbst als Zionist zu verstehen.[36] Am 18. Februar 1926 schrieb Freud an Enrico Morselli: „Obwohl der Religion meiner Voreltern längst entfremdet, habe ich das Gefühl für die Zusammengehörigkeit mit meinem Volk nie aufgegeben“. Eine Relevanz seiner jüdischen Herkunft für seine Wissenschaft verneinte er hingegen, ohne die Gefahr zu verkennen, dass eine solche von seinen Gegnern postuliert werden könne, was später auch geschah.[25][37]

Freud bezeichnet sich selbst als einen Feind der Religion „in jeder Form und Verdünnung“ und steht somit in der Tradition Ludwig Feuerbachs (dessen Thesen er als seine philosophische Grundlage ansieht) und Friedrich Nietzsches (dem er zugesteht, etliche Einsichten der Psychoanalyse intuitiv vorweggenommen zu haben). Auch Arthur Schopenhauers Schriften hatten großen Einfluss auf den jungen Freud.

Freud bekräftigt die Religionskritik der Philosophen durch Einsichten, die er als naturwissenschaftlich geprägter Mediziner bei der Entwicklung der klinischen Psychoanalyse gewonnen hat. Dabei drängte sich ihm die Auffassung auf, dass die Religion einer Kindheitsneurose vergleichbar sei. Hierbei argumentiert er anthropologisch, ontogenetisch und phylogenetisch:

Das anthropologische Argument definiert die Religion als infantiles (= kindliches) Abwehrverhalten gegen die menschliche Unterlegenheit: Der Mensch habe die Naturkräfte personalisiert und zu schützenden Mächten erhoben. Somit helfen sie ihm in seiner Hilflosigkeit. Das zugrunde liegende Verhaltensmuster knüpfe an die frühkindliche Erfahrung mit den schützenden Eltern, besonders mit dem Vater, an.[38]

In seiner Schrift Zwangshandlungen und Religionsübungen (1907) entdeckte Freud Parallellen zwischen den Zwangshandlungen psychisch Kranker mit Religionsübungen, da in beiden Fällen die Nichtausführung oder ungenaue Ausführung Angst auslöse. In beiden Fällen handle es sich um verdrängte Triebstrebungen.[39]

Auf die frühkindlichen Erfahrungen geht auch Freuds ontogenetischer Ansatz ein: Das ambivalente Verhältnis des Kindes gegenüber dem Vater setzt sich im Glauben des Erwachsenen fort. Er erkennt, dass er auch als solcher sich nicht völlig gegen fremde Übermächte wehren kann, weswegen er seinen Schutz im Gottesglauben sucht. Die Götter fürchtet er, trotzdem überträgt er ihnen seinen Schutz.

Das Motiv der Vatersehnsucht setzt sich bei der stammesgeschichtlichen (phylogenetischen) Erklärung fort. Freud greift in Totem und Tabu (1913) das von Charles Darwin eingeführte Modell einer Urhorde auf, deren Stammesvater als absoluter Despot von den Söhnen sowohl verehrt als auch gehasst wurde, insbesondere aufgrund seines Anspruches, alle Frauen der Horde zu besitzen. Aus Eifersucht hätten sie ihr Oberhaupt gemeinsam umgebracht (Ödipuskomplex). Eine Nachfolge sei aufgrund der wechselseitigen Blockade der Söhne und der nachträglichen Idealisierung des ermordeten Urvaters nicht möglich gewesen. Als Gemeinschaft sollen sich die Söhne der Urhorde darauf verständigt haben, sich die Endogamie, den Besitz der Frauen der eigenen Gruppe zu versagen, so dass lediglich Frauen fremder Stämme und Sippen geheiratet werden durften (Exogamie-Gebot). Anschließende rituelle Mahlzeiten sollen an den vorangegangenen Mord bzw. die darauf folgende Etablierung elementarer Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens erinnern. Das menschliche Schuldbewusstsein sei somit der Anfang sozialer Organisation, von Moral, Religion, sittlicher Beschränkung und damit der Kultur überhaupt.

Freud setzte sich bis zu seinem Lebensende mit dem Thema Religion auseinander. In Die Zukunft einer Illusion (1927) bezweifelte er, ob die Religion weiterhin in der Lage sei, die für eine Kultur unabdingbaren Zivilisierungsleistungen zu gewährleisten, woran sich Das Unbehagen in der Kultur (1930) anschloss. Sein letztes Werk (1939), wenige Tage vor seinem Tod veröffentlicht, war eine Studie über den Religionsgründer Moses: Der Mann Moses und die monotheistische Religion.

Freud und Jung

Gruppenfoto 1909 vor der Clark University. Vorne: Sigmund Freud, Granville Stanley Hall, C. G. Jung. Hinten: Abraham A. Brill, Ernest Jones, Sandor Ferenczi
Sigmund Freud 1926 auf einem Porträt-Foto von Ferdinand Schmutzer

Im Jahre 1906 trat Freud in einen Briefwechsel mit seinem Fachkollegen Carl Gustav Jung ein. Bei einem Treffen 1907 redeten beide 13 Stunden lang ohne Unterbrechung. Freud wollte in Jung seinen „Kronprinzen“ sehen, schon deshalb, damit man seine ohnehin stark angefeindete Lehre nicht als eine jüdische Angelegenheit abtun konnte. Im Jahre 1909 reiste Freud mit Jung und Ferenczi auf Einladung dortiger Interessenten an seiner Lehre in die USA. Im Jahre 1910 wurde Jung zum Präsidenten der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung gewählt. Im Zeitraum 1913/14, nachdem sich schon 1911 Alfred Adler von Freud getrennt hatte, kam es auch zum Bruch mit Jung. Freud veröffentlichte seine Sicht der beiden Trennungen in der Schrift Zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung.

Auf dem Höhepunkt des Schaffens

In den 1920er Jahren erscheinen weitere von Freuds zentralen Werken, die seinen – bereits durch die Traumdeutung begründeten – internationalen Ruhm als Begründer und wichtigster Vertreter der Psychoanalyse festigen. Zu nennen sind insbesondere:

Im Jahre 1930 verlieh die Stadt Frankfurt, mit nur knapper Kuratoriumsmehrheit, Freud „für die besonderen sprachlichen Qualitäten seiner Werke“ den Goethepreis.[40] 1932 untersuchte er in einem Briefwechsel mit Albert Einstein auf Anregung des Völkerbunds die Möglichkeiten der Wissenschaft, Kriege zu verhüten: „Warum Krieg?“. Im Jahre 1935 wurde er Ehrenmitglied der British Royal Society of Medicine. Zu Freuds 80. Geburtstag hielt Thomas Mann 1936 den Festvortrag „Freud und die Zukunft“. Ebenso gratulierten die Alten Herren der jüdischen Studentenverbindung Kadimah Wien, der Freuds Sohn Martin angehörte, Freud zu diesem Jubiläum; er wurde kurz darauf selbst Ehrenmitglied.[41][42]

Verfolgung, Emigration und Tod im Exil

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten in Deutschland fielen auch Freuds Werke der Bücherverbrennung vom Mai 1933 anheim. Ein Jahr später wurde in Österreich die Demokratie in einen klerikalfaschistischen Ständestaat transformiert. Freud schien die Gefahr, die ihm drohte, nicht ausreichend wahrgenommen zu haben. Er meinte zunächst, der reaktionäre Katholizismus in Österreich sei der damals beste Schutz gegen die Nazis. In Verkennung des Ernstes der Lage ließ er sich sogar zwecks Fortbestands der Psychoanalyse in Deutschland auf allerlei organisatorische Kompromisse mit den Nationalsozialisten ein.[43]

In dieser Zeit verschärfte sich auch Freuds Konflikt mit dem – zu dieser Zeit – kommunistisch orientierten Wilhelm Reich, einem ursprünglich von ihm geschätzten Schüler, der 1930 in die KPD eintrat und in Wort und Schrift gegen den Nationalsozialismus agitierte. Freud ließ Reich 1934 aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausschließen. Ob dies als Bauernopfer zwecks Appeasement gegenüber den Nationalsozialisten geschah, wie einige Historiker meinen,[44] oder doch primär aus „wissenschaftlichen Gründen“, wie Freud selbst in einem privaten Brief angab, ist bislang offen.[45]

„Anschluss“ Österreichs

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich am 12. März 1938 wurde seine Tochter Anna Freud durch die Gestapo verhört. Sie war vom Hausarzt Max Schur für den Notfall mit dem Barbiturat Veronal ausgestattet worden. Als Anna durch Glück wieder heimkommen konnte, war ihr Vater schließlich überzeugt, dass es Zeit sei, das Land zu verlassen. Einflussreiche Anhänger wie sein späterer Biograph Ernest Jones und seine Patientin und Schülerin Marie Bonaparte initiierten diplomatischen Druck von Seiten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten, sodass Freud und die meisten seiner Familienmitglieder nach Zahlung der von Marie Bonaparte vorgestreckten „Reichsfluchtsteuer“ ausreisen konnten.[46] Freud erstattete den Betrag später in London zurück. Um ausreisen zu dürfen, musste Freud folgende Erklärung unterschreiben: „Ich bestätige gerne, dass bis heute, den 4. Juni 1938, keinerlei Behelligung meiner Person oder meiner Hausgenossen vorgekommen ist. Behörden und Funktionäre der Partei sind mir und meinen Hausgenossen ständig korrekt und rücksichtsvoll entgegen getreten.“[47] Eine berühmte, heute allerdings angezweifelte Anekdote[47] lautet, er habe angeblich handschriftlich ergänzt: „Ich kann die Gestapo jedermann auf das beste empfehlen“.[48] Am 4. Juni 1938 emigrierte Freud mit seiner Familie über Paris nach London, wo er zunächst das Haus 39, Elsworthy Road, Primrose Hill, mietete und im September 1938 das Haus 20, Maresfield Gardens, Hampstead kaufte, das er am 27. September 1938 bezog. Anna Freud begann in London, eine Werkausgabe in der von John Rodker für diesen Zweck gegründeten Imago Publishing Company herauszugeben.

Die Schwestern Freuds

Gedenktafel für Marie Freud aus der Reihe Mit Freud in Berlin, Berlin-Schöneberg, enthüllt am 9. Januar 2005

Vier der fünf Schwestern Freuds, Regine Debora (Rosa), Marie (Mitzi), Esther Adolfine (Dolfi) und Pauline Regina (Paula), blieben in Wien zurück. Nach gescheiterten Versuchen, auch ihnen die Flucht zu ermöglichen, wurden sie in Konzentrationslagern interniert und in den Jahren 1942 und 1943 von Nationalsozialisten ermordet.[49]

Tod im Exil

Nach gut einem Jahr im Londoner Exil ließ Freud seinem Leben durch seinen Hausarzt ein Ende setzen. Er war vom Krebs schwer gezeichnet, konnte kaum noch sprechen und verlangte von seinem Arzt Sterbehilfe. Am 23. September 1939 um 3 Uhr morgens stellte Max Schur nach einer von Freud gewünschten tödlichen Dosis Morphin dessen Tod fest.[50] Sigmund Freud ist mit seiner Frau Martha und seiner Tochter Anna im Kolumbarium des Golders Green Crematorium im Nordwesten von London beigesetzt.

Erbe

Sigmund Freud war der Begründer und unbestritten der bestimmende Theoretiker der Psychoanalyse. Er hat dadurch auf nahezu alle Vertreter dieses Fachs und darüber hinaus auf viele Humanwissenschaftler einen starken Einfluss ausgeübt. Schon zu Lebzeiten Freuds hat sich die Psychoanalyse in zahlreiche Schulen diversifiziert. Sie ist heute durch eine Pluralität der Konzepte und Konstrukte gekennzeichnet. In psychoanalytischen Diskussionen und Veröffentlichungen ist es gleichwohl üblich, sich auf das Werk Freuds als gemeinsame Referenz zu beziehen. Auf diese Weise haben Freuds Schriften trotz zahlreicher Korrekturen, Modifikationen und Weiterentwicklungen auch heute noch eine hohe Bedeutung.

Auszeichnungen zu Lebzeiten

Postume Ehrungen

Sigmund Freud auf der österreichischen 50-Schilling Banknote 1987
50-Schilling-Münze (2000)
Sigmund-Freud-Statue im Innenhof der Meduni Wien
  • Am 4. Februar 1955 wurde auf Vorschlag von Professor Hans Hoff im Arkadenhof der Universität Wien ein Denkmal errichtet. Dabei wurde die Kopie jener 1920 von David Paul Königsberger gefertigten Porträtbüste aufgestellt, die Freud ein Jahr später zu seinem 65. Geburtstag geschenkt worden war. Der Marmorsockel gibt die Jahre von Freuds Lehrtätigkeit an (1885–1934) und würdigt ihn in Anspielung auf die Psychoanalyse und den Ödipuskomplex mit einem Zitat aus den Schlussversen der Tragödie König Ödipus des Sophokles im altgriechischen Original; in Übersetzung: „der die berühmten Rätsel löste und ein hochbedeutender Mann war“.
  • Am University College London wurde ein Freud Memorial Chair, ein Lehrstuhl für einen namhaften Psychoanalytiker, eingerichtet. Er besteht bis heute. Sein erster Inhaber Joseph Sandler hat die Einrichtung einer Psychoanalytic Unit an dieser Universität angeregt und durchgesetzt. Es folgten 1982 Janine Chasseguet-Smirgel und 1987 Hanna Segal. Heute ist Peter Fonagy Inhaber des Freud Memorial Chairs und Leiter der Unit.
  • 1964 wurde in Frankfurt das Sigmund-Freud-Institut für Forschung und Lehre gegründet. 1995 wurde die Lehre ausgegliedert und dem Frankfurter Psychoanalytischen Institut übertragen.
  • Seit 1964 wird alljährlich der Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen.
  • 1971 wurde in Freuds langjähriger Wohnung und Praxis in der Berggasse 19 in Wien 9 das Sigmund Freud Museum eröffnet.
  • Die Mehrzahl von Freuds Büchern, Sammlungsstücken und Möbeln (einschließlich der berühmten Couch) befindet sich im Freud Museum London, das von seiner Tochter Anna in seiner Exilwohnung eingerichtet wurde.
  • In Wien findet alljährlich am 6. Mai die Sigmund-Freud-Vorlesung statt, zu der namhafte Vortragende weltweit eingeladen werden.
  • Sigmund Freud ist auf der österreichischen 50-Schilling-Banknote von 1987 zu sehen, der letzten mit diesem Wert herausgegebenen vor der Euroeinführung.
  • Seit 1989 heißt die Schule, an der Freud maturierte, Sigmund-Freud-Gymnasium.
  • In den 1990er Jahren wurde das Landesnervenkrankenhaus in Graz, eine 1874 errichtete Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, in Landesnervenklinik Sigmund Freud umbenannt.
  • Seit 1999 wird der Internationale Sigmund-Freud-Preis für Psychotherapie von der Stadt Wien gestiftet und vom World Council for Psychotherapy verliehen.
  • Im Jahr 2005 wurde die Sigmund Freud Privatuniversität Wien gegründet. An dieser Universität wurde weltweit zum ersten Mal die Psychotherapiewissenschaft als Vollstudium angeboten. 2015 wurde ihr neuer Sitz eröffnet, der auf dem ehemaligen Weltausstellungs- bzw. Messegelände erbaut wurde.[51] Er befindet sich in der Leopoldstadt (2. Bezirk) am Freudplatz, der im Jahr 2014 nach Freud und seiner Tochter Anna Freud benannt wurde.
  • In den Jahren 2004 bis 2006 wurde in Berlin unter dem Titel Mit Freud in Berlin eine Gedenktafelreihe etabliert, die an 19 wichtige Vertreter der Gründergeneration – von Karl Abraham über Edith Jacobson und Melanie Klein bis René A. Spitz – erinnert. Diese Aktion wurde von der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft initiiert.
  • Anlässlich seines 150. Geburtstags wurde im Mai 2006 in Südtirol eine Promenade von Oberbozen nach Klobenstein eröffnet und nach ihm benannt. Freud hatte mehrmals seinen Urlaub in Klobenstein verbracht und 1911 auch seine silberne Hochzeit dort gefeiert.[52]
  • Nach Sigmund Freud sind auch der Mondkrater Freud und der Asteroid (4342) Freud benannt.[53]
  • Sigmund Freuds Handschrift wurde in einem Kunstprojekt des Typografen Harald Geisler als Font digitalisiert.[54] Dieser ermöglicht es auf dem Computer oder Smartphone Texte in Freuds Handschrift zu verfassen.[55] Das Projekt wurde 2013 in Zusammenarbeit mit dem Sigmund Freud Museum Wien und dem Freud Museum (London) auf der Crowdfunding Plattform Kickstarter vorgestellt und von 1481 Unterstützern finanziert.[56] Der Font enthält mehrere Varianten von jedem Buchstaben, die jeweils auf Vorlagen von Freuds Manuskripten basieren, diese unterschiedlichen Buchstabenvarianten werden automatisch während des Schreibens angepasst und erzeugen ein natürliches Schriftbild.[57]
  • Am 4. Juni 2018, 80 Jahre nachdem Freud Wien vom Westbahnhof aus in Richtung Paris verlassen hatte, wurde an der Medizinischen Universität Wien eine Freud-Statue enthüllt, in Anwesenheit von Stephan Doering, Vorstand der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie, Universitätsrektor Markus Müller, David Freud, Urenkel von Sigmund Freud, Aurelia Young, Tochter des Künstlers Oscar Nemon, und Bildungsminister Heinz Faßmann. Die Statue wurde vom kroatischen Künstler Oscar Nemon gestaltet; bereits 1970 wurde eine größere Variante der Statue in London-Hampstead in der Nähe von Freuds Wohnhaus und heutigem Freud-Museum aufgestellt.[58]

Lebenswerk

Der psychische Apparat nach Freud
Über-Ich, Ich und Es

Um zu klären, wie die menschliche Psyche funktioniert, entwickelte Freud eine damals ungewöhnliche Technik, bei der er die Träume seiner Patienten und deren Assoziationen dazu analysierte und hermeneutisch (textauslegend) deutete. Aus diesen Beobachtungen und Interpretationen entwickelte er sein Modell einer dreiteiligen psychischen Struktur. Seinem Vorschlag zufolge setzt sich die Struktur der Psyche eines Menschen aus drei Teilen (Instanzen) zusammen, dem Es, dem Ich und dem Über-Ich. Er vertrat die Ansicht, dass der überwiegende Teil der menschlichen Entscheidungen „unbewusst“ und nur ein geringer Teil „bewusst“ motiviert ist.

Sein „Strukturmodell der Psyche“ entwickelte Freud in zwei Schritten. So veröffentlichte er im Laufe seiner Forschungen verschiedene topische Modelle über die Struktur und die Dynamik (siehe auch Dynamische Psychiatrie) des psychischen Apparates.

Es, Ich und Über-Ich

In der ersten Topik unterschied er das „Bewusste“ vom größeren und einflussreicheren „Unbewussten“ und legte dar, wie das Unbewusste das Bewusstsein beeinflusst. In der zweiten Topik, die er vor allem in seiner Schrift Das Ich und das Es (1923) entwickelte, führte Freud erstmals seine Theorie über das Es, das Ich und das Über-Ich näher aus. Den Begriff Es übernahm Freud von dem Arzt und Wegbereiter der Psychosomatik Georg Groddeck, allerdings mit einer veränderten Bedeutung.

  • Das Es bildet das triebhafte Element der Psyche und kennt weder Verneinung noch Zeit oder Widerspruch. Damit bezeichnet Freud jene psychische Struktur, in der die Triebe (z. B. Hunger, Sexualtrieb), Bedürfnisse und Affekte wie Neid, Hass, Vertrauen oder Liebe gründen. Die Triebe, Bedürfnisse und Affekte sind auch Muster (psychische „Organe“), mittels derer wir weitgehend unwillentlich bzw. unbewusst wahrnehmen, und durch die unser Handeln geleitet wird.
  • Das Ich, Randgebiet des „Es“, bezeichnet jene psychische Instanz, die mittels des vernünftigen und selbstkritischen Denkens sowie mittels kritisch-rational gesicherter Normen, Wertvorstellungen und Weltbild-Elemente realitätsgerecht vermittelt „zwischen den Ansprüchen des Es, des Über-Ich und der sozialen Umwelt mit dem Ziel, psychische und soziale Konflikte konstruktiv aufzulösen (= zum Verschwinden zu bringen).“ (Rupert Lay: Vom Sinn des Lebens, 212)
    • Denken, Erinnern, Fühlen, Ausführen von Willkürbewegungen
    • Vermittler zwischen impulsiven Wünschen des Es und des Über-Ich
    • sucht nach rationalen Lösungen
    • ist zum größten Teil bewusst
  • Das Über-Ich schließlich bezeichnet jene psychische Struktur, in der die aus der erzieherischen Umwelt verinnerlichten Handlungsnormen, Ich-Ideale, Rollen und Weltbilder gründen.

Das Ich und das Über-Ich entstehen aus dem Es. Die Verdrängung von Vorstellungen (insbesondere solchen aus dem Es) wird dem Über-Ich zugeschrieben. Dieses ist ein Teil des Ich und beurteilt seine Gedanken, Gefühle und Handlungen. Das Über-Ich entsteht nach Freud mit der Auflösung des Ödipus-Komplexes (ca. im 5. Lebensjahr). Nach Freud entsteht ein Großteil der Motivation menschlichen Verhaltens aus dem unbewussten Konflikt zwischen den triebhaften Impulsen des Es und dem strengen, bewertenden Über-Ich (vgl. die Konzepte zur Abwehr und Sublimierung). Nach Freud unterliegen auch manche Aspekte der Gesellschaft einer solchen Triebdynamik.

Entwicklungsmodell der Psyche

Nach den ersten Lebensmonaten erfahre ein Neugeborenes immer deutlicher, dass es von Dingen und anderen Menschen unterschieden ist. Es entwickle ein erstes Bewusstsein von den eigenen Körpergrenzen und Selbstwahrnehmungen. „In den folgenden vier Lebensjahren lernt ein Kind (vorsprachlich und deshalb auch unbewusst) die Fragen zu beantworten: ‚Wer bin ich?‘ – ‚Was kann ich?‘ und somit sein Selbstbewusstsein auch inhaltlich zu füllen.“[59] Um das Es herum wird also eine Zone aufgebaut, die man als frühes Ich bezeichnen kann. Das frühe Ich, das sich wie eine Hülle um das Es legt, wird somit von den frühen Körperrepräsentanzen und den frühen Selbstrepräsentanzen gebildet. Die frühen Körperrepräsentanzen seien die kindlich grundgelegten Bewusstseins- und Gefühlsinhalte über Körperbereiche. Zu den frühen Selbstrepräsentanzen zählen die kindlich grundgelegten Bewusstseins- und Gefühlsinhalte bezüglich der eigenen Person. Sie bestimmten den Sozialcharakter und all unsere später erworbenen Selbstvorstellungen (wer wir sind, was wir fürchten und erhoffen, was wir uns zutrauen etc.) auf unterschiedliche Weise mit.

Diese Theorien werden heutzutage von den kognitiven Neurowissenschaften herausgefordert.

Fallgeschichten

Sigmund Freud soll seine psychoanalytischen Theorien und Erkenntnisse größtenteils auf seinen behandelten Fällen aufgebaut haben.[60] Folgende Fälle sind dabei besonders bekannt geworden (in chronologischer Reihenfolge des jeweiligen Publikationszeitpunkts):

Bertha Pappenheim

Bertha Pappenheim, „Anna O.“ genannt (damals etwa 21 Jahre alt) gehört zu den berühmtesten Fällen und wurde von Josef Breuer behandelt und später von Breuer und Freud zusammen publiziert. Pappenheims Vater erkrankte im Sommer 1880 an einer fiebrigen Brustfellentzündung und sie übernahm die Nachtwache an seinem Bett. Während dieser Nachtwachen soll sie dann Symptome entwickelt haben: Sprachstörungen, Neuralgien, Lähmungserscheinungen, Sehstörungen, Stimmungsschwankungen, Amnesien und Essstörungen. Die Familie reagierte einige Monate nicht auf diese Symptome, im November dann kam Josef Breuer hinzu, der mit der Familie befreundet war. Breuer soll sie unter Hypnose motiviert haben, ihre Geschichte zu erzählen. Zitat aus dem Wikipedia-Artikel zu Anna O.: „Die Kranke bemerkte die Erleichterung, die ihr das „Aberzählen“ brachte und prägte dafür die Ausdrücke chimney-sweeping („Kamin-Ausfegen“) und talking cure („Redekur“).“ Ihr Zustand habe sich dann aber nochmal verschlechtert. Ab Dezember 1880 war sie sogar bettlägerig. Im April 1881 starb ihr Vater, woraufhin sich ihr Zustand so drastisch verschlechterte (Erstarrung und keine Nahrungsaufnahme mehr), dass sie gegen ihren Willen eingewiesen werden musste. Breuer meinte im 7. Juni 1882, dass sie wieder vollständig genesen sei. Am 12. Juni 1882 überwies er sie dennoch in ein anderes Krankenhaus. Dort wurde sie am 29. Oktober 1882 entlassen. Danach seien drei „Aufenthalte in Inzersdorf [...] für diese Zeit belegt, ihre Erkrankung war nicht überwunden.“ Im Jahre 1895 wurde ihre Geschichte von Josef Breuer und Sigmund Freud zusammen unter dem Titel „Anna O.“ publiziert (in: Studien über Hysterie).

Fräulein Katharina

Fräulein Katharina (damals 18 Jahre alt) war wahrscheinlich „eine Tochter oder Verwandte der Wirtin eines Schutzhauses“ und sprach Sigmund Freud aus eigener Initiative ungefähr im Jahre 1890 auf einer seiner Bergtouren an, als er eigentlich eine Ruhepause machen und von seinem Beruf Abstand nehmen wollte[61]. Sie hatte ihm (anscheinend als Kellnerin des Schutzhauses) eine Mahlzeit gebracht (ihn dann wegen seines Doktortitels ins Fremdenbuch angesprochen) und dann geklagt, nervenkrank zu sein, unter Atemnot, ersticken zu leiden; auch Schwindel und Erbrechen nannte sie später im Zusammenhang mit dem Auslöser ihrer Symptome. Freud nannte ihre Beschwerden zusammenfassend „hysterischen Angstanfall“. Katharina erzählte dann davon, wie sie ihren Onkel beim Geschlechtsverkehr mit einer Anderen gesehen habe, daraufhin Angstanfälle entwickelt habe und sich für die Scheidung ihres Onkels und Tante verantwortlich fühlte. Jedoch entpuppte sich dieser Anblick nicht als eigentlicher Auslöser ihrer Symptome, sondern nur als „Trigger“ für eine frühere, wieder erweckte Erinnerung ihrer Vergangenheit, in der dieser Onkel damals versucht hatte, mit ihr zu schlafen. Der Anblick in der Gegenwart habe diese frühere Erinnerung (vielleicht auch mehrere Erinnerungen) wachgerufen und wegen der Ähnlichkeit der Erlebnisse besonders heftige Reaktionen ausgelöst. Freud schreibt: „Die Angst, an der Katharina in ihrer Anfällen leidet, ist eine hysterische, d. h. eine Reproduction jener Angst, die bei jedem der sexuellen Traumen auftrat.“ Die „Behandlungsdauer“ mit Freud, wenn man es so nennen will, dürfte nur diesen einen Tag umfassen (ein Gespräch). Sie soll insgesamt eine Besserung erreicht haben, Freud schreibt: „Sie ist wie verwandelt, das mürrische, leidende Gesicht hat sich belebt, die Augen sehen frisch drein, sie ist erleichtert und gehoben. (…) Ich hoffe, die Aussprache mit mir hat dem in seinem sexuellen Empfinden so frühzeitig verletzten Mädchen in etwas wohlgethan; ich habe sie nicht wiedergesehen“ (wikisource). Im Jahre 1895 wurde der Fall dann unter dem Titel „IV. Katharina...“ publiziert (in: Studien über Hysterie).

Ida Bauer

Ida Bauer, „Dora“ genannt (damals 17 Jahre alt), kam im Jahre 1900 durch Druck ihres Vaters in Behandlung. Sie sei zu „widerspenstig“[62], verstimmt, gereizt und habe sogar Selbstmordideen[63]. Grund dieser Symptome war, aus Freuds Sicht, eine klassische Hysterie mit einer unbewussten Krankheitsabsicht (zwei Jahre zuvor habe er sie schon mit nervösem Husten und Heiserkeit gesehen und damals auch eine Behandlung empfohlen); aus Doras Sicht ist der Auslöser ihre aktuelle familiäre Situation: Doras Vater hat eine Liebhaberin neben seiner Frau. Er liebt seine Frau nicht, Freud meint, diese sei ein „krankhafter Putzteufel“[63]. Die Liebhaberin wiederum hat selbst einen Mann, Herr K. Als Dora 9, 13 und 15 Jahre alt war, machte Herr K. gegenüber Dora Annäherungsversuche: Mit 9 erhielt sie Geschenke. Mit 13 erlitt sie einen aufgezwungenen Kuss, auf den sie mit Flucht und Verschweigen reagierte. Mit 15 stellte Herr K. ihr einen Liebesantrag, den sie mit einer Ohrfeige quittierte und ihren Eltern offenbarte. Herr K. reagierte auf die offene Beschuldigung mit Verleugnung und wirft Dora vor, zu viel Sexuelles im Kopf zu haben, weil sie zu viel Literatur darüber gelesen habe[63]. Die beiden Männer (Herr K. und ihr Vater) planten offenbar eine ménage à quatre (die Rolle von Doras Mutter und ihres Vaters Geliebten bleiben dabei relativ unklar). Möglicherweise gab es, als Dora 17 Jahre alt war, einen erneuten aufgedrängten Liebesantrag von Herrn K. (ebd., Rebing spricht von einem „zweiten Liebesantrag“, der nur nach dem Vorfall in ihrem 15. Lebensjahr gewesen sein kann). Dieses Arrangement lehnte Dora ab; sie wollte, dass ihr Vater den Kontakt zur Familie K. abbricht. Ihr Vater lehnte ihre Idee ab. Dora schien daraufhin Selbstmordgedanken zu entwickeln und zu verzweifeln. Doras Vater schickte sie dann in Freuds Behandlung. Die Behandlung dauerte von Oktober 1900 bis Ende Dezember 1900. Dora sträubte sich immer wieder gegen die Deutung, dass sie sich ihre Liebe gegenüber Herrn K. nicht eingestehen wolle und daher hysterisch geworden wäre, oder, dass sie im Unbewussten nicht eingestandene sexuelle Begierden gegenüber mehreren Männern hätte. Dora brach dann schließlich ihre Behandlung ab. Ihren Abbruch interpretierte Freud so, als seien seine Hypothesen alle richtig gewesen[64]. „Sie besuchte jedoch nach einiger Zeit Freud und berichtete, die meisten ihrer Symptome hätten sich gelegt, nachdem sie ihren Vater, seine Geliebte und deren Mann mit ihren Erfahrungen konfrontiert habe und diese alles zugegeben hätten“. Im Jahre 1905 wurde der Fall dann unter dem Titel „Bruchstücke einer Hysterie-Analyse“ publiziert.

Ernst Lanzer

Ernst Lanzer, „der Rattenmann“ genannt (damals 29 Jahre alt), war ein Reserveoffizier und Jurist, der sein Examen frisch erworben hatte und nun vor der ersten Anstellung stand. Er kam eigeninitiativ am 1. Oktober 1907 zu Freud, weil er schon seit Jahren (vielleicht schon seit seinem 6. Lebensjahr) von widersinnigen Zwangsvorstellungen (und -handlungen) verfolgt würde und nun durch einen aktuellen Auslöser überfordert sei. Im August 1907 soll der Patient gehört haben, wie ein Hauptmann von einer grausamen orientalischen Strafe erzählt. Diese bestünde darin, dass der Verurteilte einen Topf ans Gesäß befestigt bekomme, in das hungrige Ratten eingelassen würden, die sich dann in den After einbohren würden. Der Patient entwickelte daraufhin die Befürchtung, dass zwei seiner geliebten Personen genau diese Strafe ereilen würde (diese entpuppen sich als sein toter Vater und seine aktuelle Geliebte). Hinzu kommt die Nachricht, dass ein Offizierskamerad die Bagatellsumme von drei Kronen achtzig ausgelegt habe, und der Patient solle diese Schuldsumme nun begleichen. Der Rattenmann reagiert aber, statt mit einem Zurückzahlen, mit einer weiteren Zwangsvorstellung: Nur dann, wenn er das nicht bezahlt, würde er seinen (toten) Vater und seine Geliebte retten. Der Patient litt insgesamt unter einer „nicht enden wollenden quälende Kette von Hemmungen [und] verzweifelte[n] Versuche[n], diese Hemmungen zu überwinden“[65]. Freud versuchte, alle Varianten der vielen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen auf den (einzigen gemeinsamen) Nenner zu bringen, dass der Patient mit seinem Vater eine Hassliebe verbinde, die er sich nicht eingestehen könne; dies wachse alles auf dem Boden des Ödipuskomplexes[66]. Die Behandlung dauerte vom 1907 bis April 1908 und soll u. a. dadurch erfolgreich gewesen sein, weil Herr Lanzer wieder arbeitsfähig wurde. Im Jahre 1909 wurde der Fall dann unter dem Titel „Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurose“ publiziert.

Herbert Graf

Herbert Graf, „der kleine Hans“ genannt (damals 5 Jahre alt), erlitt im Frühjahr 1908 einen Schock, dadurch, dass vor seinen Augen ein Pferd, das einen Stellwagen zog, umstürzte und wild mit den Hufen um sich schlug. Hans erschrak und entwickelte in den darauffolgenden Wochen eine Pferdephobie. Der Vater, Dr. Max Graf, soll ein sehr enger Anhänger von Freud gewesen sein. Die Initiative zur Zusammenarbeit bzw. Behandlung des kleinen Hans soll von Freud gekommen sein, als Auftrag/Appell an Max Graf, Beweise für den Ödipuskomplex zu sammeln (die Absicht, dem Kleinen zu helfen, stand dabei eher im Hintergrund). Das Aufzeichnungsmaterial für diese Beweise waren Protokolle von Vater-Sohn-Interaktionen zwischen Januar und Mai 1908, die der Vater in enger Zusammenarbeit mit Freud anfertigte. Der Vater verfolgte dabei deutlich spürbar die Absicht, in den Äußerungen seines Sohnes immer wieder sexuelle und ödipale Konflikte (den Ödipuskomplex und kindliche Sexualität) aufzudecken. Die Protokolle umfassen also einige Monate Dauer, während Freud selbst den kleinen Jungen nur ein einziges Mal (am 30.03.1908) gesehen und mit ihm gesprochen hat. Freud meint, er habe durch seine Deutung des Ödipuskomplexes (dass das Pferd für den Vater stehe, und dass Hans eigentlich den Vater fürchte, weil er seine Mutter heimlich liebe und weil der Vater ihn dafür kastrieren würde, wenn er das wüsste [etc.]) den stärksten Effekt auf den Jungen ausgeübt[67]. Die Phobie soll nach etwa vier Monaten wieder abgeklungen sein. Im Jahre 1909 wurde der Fall dann unter dem Titel „Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben“ publiziert.

Daniel Paul Schreber

Daniel Paul Schreber (1842–1911) war Jurist, Schriftsteller und ehemaliger sächsischer Senatspräsident. Schreber brachte in den Jahren 1884 bis 1911 14 Jahre in Nervenheilanstalten zu. Schreber selbst schrieb: Die ersten beiden Erkrankungsfälle seien durch Überanstrengung ausgelöst worden. Im ersten Falle erlitt er aus seiner Sicht einen schweren Fall von Hypochondrie. Im zweiten Falle habe es erneut mit hypochondrischen Ängsten begonnen und dies sei dann in paranoide und Verfolgungsideen, religiösen Wahn, Stimmenhören und in mehrfache Suizidversuche exazerbiert[68]. Schreber wehrte sich gegen die vollstationäre, gesetzliche Zwangsunterbringung erfolgreich, sodass im Juli 1902 die Entmündigung trotz bestehender Restsymptome aufgehoben wurde. 1903 veröffentliche er die Beschreibung seiner Krankheit unter dem Titel „Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken“, welche Freud dann zur Grundlage seiner Deutungen machte. Mario Erdheim wies in seiner Einleitung zu Freuds paranoiden Fällen (Schreber und Haitzmann) darauf hin, dass Schrebers Wahninhalte auch mit den pädagogischen Ideen seines Vaters zusammenhingen (es gab einen Geradehalter, der den Sohn zum Gradesitzen zwingen sollte;[69] ein Bettriemen, der zum Gradeliegen auf dem Rücken zwingen sollte). Der Vater soll auch sadistisch und gewalttätig gegen die Identität und die Masturbation des Sohnes vorgegangen sein (ebd.) Freud habe das nicht gewusst, er wusste scheinbar nur, dass Schreber 19 Jahre alt war, als sein Vater (mit 53 Jahren) verstarb[70]. „Nicht die Liebe des Sohnes zum Vater, sondern die reale Verfolgung durch den Vater ließ […] die Paranoia von Schreber ausbrechen […] Für Schatzmann waren zur Erklärung von Schrebers Paranoia vor allem die äußeren Faktoren entscheidend […] während die innere, triebhafte Welt des Sohnes einer eigenen Gesetzmäßigkeit entbehrte [dies sei dann Ausdruck der] Kontroverse zwischen dem Trauma- und Trieb-Modell […] Das Trauma-Modell ist immer auch ein paranoides Modell: das verfolgende Böse wird hier nach außen verlegt. Das Trieb-Modell hingegen macht aus dem Verfolgten einen Getriebenen: die inneren Kräfte, Sexualität und Aggression, sind nun der Motor […] Das Trauma-Modell ermöglicht dann Erklärungen, was verleugnet werden muß, und das Trieb-Modell Erklärungen, wie etwas verleugnet werden muß. Die Frage nach dem warum läßt sich nur durch die Kombination von beiden Modellen beantworten“[71]. Freud hat in diesem Fall, wie auch bei Haitzmann, deutlich das Trieb-Modell, also die innere Welt, betont (ebd., S. 60). Er deutete Schrebers Wahnvorstellungen u. a. als verdeckte unterdrückte Liebe (homosexuelle Wunschphantasien) gegenüber mehreren Männern, u. a. Bruder, Vater und dem Arzt Flechsig[72] und als Verdrängung der dem Wahn vorausgegangenen entsetzlichen Einsamkeit.[73] Schreber soll die letzten Jahre bis zu seinem Tod im Jahre 1911 wieder in einer Nervenheilanstalt verbracht haben (wikipedia Schreber-Artikel). Im Fall Schreber versucht Freud insgesamt, den Kernkonflikt der Paranoia auf die unbewusste „Wahrheit“, „ich (ein Mann) liebe ihn (einen Mann)“ herunterzubrechen[74]. Alle Bestandteile dieses Satzes können dann unbewusst auf vier Arten psychotisch verarbeitet werden, erstens als umgedrehtes „ich hasse ihn“ und nach außen projiziertes, „er hasst und verfolgt mich“; zweitens als verschobenes „ich liebe sie, sie liebt mich“ (Beziehungswahn); drittens als (verzerrtes Subjekt in Gestalt des) Eifersuchtswahn (ein Anderer liebt ihn / Erotomanie) und viertens als „ich liebe nur mich und sonst nichts und niemanden“ (Größenwahn). Schreber selbst berichtete an einigen Stellen von einem Seelenmord Flechsigs und Entmannungsangst (also eine verfolgende Verarbeitung). Im Jahre 1911 wurde die Interpretation der Schrift Schrebers dann unter dem Titel „Psychoanalytische Bemerkungen über einen autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (Dementia paranoides)“ publiziert.

Sergej Konstantinowitsch Pankejeff

Sergej Konstantinowitsch Pankejeff, genannt „der Wolfsmann“ (damals 24 Jahre alt und wohlhabender Russe) hatte vor seiner Behandlung bei Freud schon verschiedene Diagnosen erhalten, darunter: als Vierjähriger eine Angsthysterie (Tierphobie) und dann später als Zehnjähriger eine Zwangsvorstellung mit religiösen Ritualen. Als Erwachsener wurde sein Problem manisch-depressives „Irresein“, Existenzunfähigkeit und Abhängigkeit genannt. Der Grund, warum der Patient im Februar 1910 als 24-Jähriger bei Freud Hilfe suchte, wirkt unklar (Rebing spricht von einer angedeuteten Therapiesucht.[75]). Freud selbst vermutet eine „mit Defekt ausgeheilte Zwangsneurose“ (er sah nichts Depressives) und Freud wollte explizit die kindliche Neurose behandeln, die „fünfzehn Jahre nach ihrem Ablauf analysiert worden ist“[76]. Daher bezeichnete er diesen Fall als Wolfsmann – weil Freud einen Schwerpunkt auf den angsthysterischen Traum legte, den der Patient als Vierjähriger berichtet hat (in dem Traum kommen weiße Wölfe vor – diese seien, wie vorher, Symbole für Vaterkonflikte und sexuelle Themen). Aktuelle Probleme des Patienten seien u. a. ein nervöser Darm, der nur durch Lavements zu kontrollieren war, und die Klage, dass der Patient die Welt wie durch einen Schleier sehe (eine angedeutete Derealisationsstörung). Das Problem, dass der Patient sich massiv abhängig von der Behandlung machte, vermochte Freud – nach Jahren des Stillstands und einer sehr langen Serie aus negativen therapeutischen Reaktionen – nur dadurch zu lösen, ihn unter Termindruck zu setzen und ihn durch ein angekündigtes Therapie-Ende zur Eigenständigkeit quasi zu zwingen. Auch den nervösen Darm soll er (allerdings schon nach wenigen Wochen) geheilt haben, da er ihn als hysterisch affiziertes Organ aufdeckte und durch die bloße Ankündigung, bald geheilt zu sein, kurierte. Die Behandlung dauerte von Februar 1910 bis Juli 1914. Im Jahre 1918 wurde der Fall dann unter dem Titel „Aus der Geschichte einer infantilen Neurose“ publiziert.

Christoph Haitzmann

Christoph Haitzmann war ein Maler (1651/1652–1700), dessen aufgeschriebener „Teufelspakt“ über den Hofrat Dr. R. Payer-Thurn in Wien als Manuskript an Freud weiter gereicht wurde. Am 29.08.1677 habe Haitzmann mehrere Krämpfe erlitten und sei gefragt worden, ob er mit dem bösen Geist Verkehr gehabt hätte[77]. Haitzmann habe geantwortet, dass er das wirklich vor neun Jahren (also 1668) gemacht habe, als Reaktion auf „Verzagtheit in seiner Kunst, Zweifel an seiner Selbsterhaltung“. Der Teufel habe ihn neunmal „versucht und nachgegeben“ und schließlich hieß es, nach neun Jahren müsse Haitzmann sich ihm mit Leib und Seele verschreiben. Haitzmann habe gesagt, dass er das zutiefst bereue. Nur die Gnade der Mutter Gottes von Mariazell könne ihm jetzt noch helfen. Freud fragte sich, wieso der Maler sich mit dem Teufel einließ, und stellte fest: „melancholische Depression mit Arbeitshemmung und (berechtigter) Lebenssorge“,[78] die durch den Tod seines Vaters ausgelöst worden sei[79]. Überraschend sei dann aber, dass der Maler es (mit Tinte) so darstellte, als habe er dem Teufel etwas zu leisten, statt andersherum (ebd.) und (mit seinem Blut) so, als sei er nun neun Jahre lang der Sohn des Teufels. Freud erklärt dieser Widersprüche durch unbewusste Verzerrungen: Der Teufel soll nach dem Tod des Vaters nun den Vater-Ersatz für Haitzmann sein. Dass der Maler nach Ablauf der neun Jahre dem Teufel verfällt, sei üblich (als Preis anzusehen). Dennoch wundert er sich, dass ein Sohn, der seinen Vater offenbar liebte und um den Verlust trauerte, sich ausgerechnet dem Teufel verschreibt (als Vater-Ersatz). Außerdem gab es Widersprüche in den Details der Darstellung, die Freud sich so erklärte, dass Haitzmann einen zweiten Pakt erfinden „musste“, um in Mariazell weiterhin willkommen zu sein (statt dass seine Nöte zurückgewiesen werden, weil ja die erste Heilung offenbar nicht angehalten hat – angedeutet ist hier also ein Schamgefühl bei Haitzmann über die missglückte Heilung seiner Probleme, die er anscheinend durch die Notlüge, es habe noch einen weiteren Pakt gegeben, bewältigte). Am 13. Januar 1678 sei Haitzmann (von seinen Krämpfen, Schmerzen, Lähmungen, Teufelsgestalten, quälende Christus- und Maria-Erscheinungen) erlöst worden. Sein Manuskript bestehe aus drei Teilen, einem farbigen Titelblatt, dann ein lateinisches Trophaeum Mariano-Cellense und drittens das in deutsch gefasste Tagebuch des Malers Haitzmann, in dem er seinen Erlösungsprozess beschreibt (u. a. erhält er den mit seinem Blut geschriebenen Pakt zurück). Er habe einen teuflischen Drachen gesehen (halluziniert), der ihm den Pakt zurückgegeben hätte, in Anwesenheit mehrerer Geistlicher (und Exorzisten, die das nicht gesehen hätten). Einige Monate später, im Mai 1678 kehrte er nach Mariazell zurück, mit der Begründung, einen zweiten Pakt zurückholen zu müssen (einen mit Tinte geschriebenen). Die Geistlichen hätten ihm hier auch geholfen. Freud schließt seine Bemerkungen mit dem Kommentar: „Nachdem aber die Melancholie und der Teufel abgetan waren, kam es bei ihm noch zum Kampf zwischen der libidinösen Lebenslust und der Einsicht, daß das Interesse der Lebenserhaltung gebieterisch Verzicht und Askese fordere“, ein Konflikt, bei dem unbekannt ist, wie er ihn gelöst hat.[80] Im Jahre 1923 wurde der Fall dann unter dem Titel „Eine Teufelsneurose im siebzehnten Jahrhundert“ publiziert.

Gesellschaftliche Wertung und Kritik

Ein historisches Verdienst Freuds besteht darin, die Bedeutung der Subjektivität (Persönlichkeit, Gefühle, Konflikte) und des Unbewussten wissenschaftlicher Betrachtung zugänglich gemacht zu haben. Darüber hinaus begründete er mit der Psychoanalyse eine neue medizinische und psychologische Disziplin und stellte grundlegende therapeutische Vorgehensweisen vor, die auch heute noch in abgewandelter Form in der psychotherapeutischen Behandlung von Neurosen und Psychosen eingesetzt werden. Die Psychoanalyse wird von vielen Anhängern als eine umfassende Theorie betrachtet, die das komplexe menschliche Erleben und Handeln umfassend beschreiben und erklären kann.

Dessen ungeachtet waren die Freudschen Theorien von Anfang an unterschiedlichster Kritik ausgesetzt. Diese Kritik hält bis heute an, wobei allerdings zu beachten ist, dass die Psychoanalyse seit Freud in vielfältige Richtungen weiterentwickelt wurde und in ihrer aktuellen Ausprägung nicht in allen Punkten mit den Auffassungen Freuds übereinstimmt. Zu erwähnen sind die Ich-Psychologie von Anna Freud, die Objektbeziehungstheorie Melanie Kleins, die Selbstpsychologie Heinz Kohuts und die Theorie Jacques Lacans mit besonderem Augenmerk auf die Funktion des Sprechens und der Sprache in der Psychoanalyse.

Für am Kritischen Rationalismus orientierte Wissenschaftler sind die Aussagen Freuds zu wenig wissenschaftlich fundiert, d. h. zu wenig empirisch. So sei auch festzustellen, dass einige Versuche, die Aussagen der Psychoanalyse empirisch zu überprüfen, gescheitert seien. Eine ähnliche Kritik an der Psychoanalyse besagt, dass sie nicht in hinreichendem Maße (natur-)wissenschaftlich formuliert sei, um überhaupt empirisch überprüfbar zu sein (vgl. Falsifikationismus). Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass verschiedene Annahmen der Psychoanalyse empirisch nicht bestätigt werden konnten, beispielsweise der Ödipuskomplex als zentrales Modell der Entwicklungskrise der Kindheit und der kindlichen Sexualität. Die Existenz eines Todestriebs, den der späte Freud 1920 postulierte, wurde noch zu Freuds Lebzeiten von einigen (marxistischen) Psychoanalytikern bestritten oder stark angezweifelt.[81] Er wurde jedoch außerhalb der Psychoanalyse, etwa von dem Soziologen Franz Borkenau oder dem Philosophen Herbert Marcuse, zum Ausgangspunkt umfassender Kulturtheorien gemacht bzw. uminterpretiert.

Auch die klassische Triebtheorie, die von einem Antagonismus zwischen Libido und Aggression ausging, wurde um die Annahme zusätzlicher menschlicher Grundbedürfnisse erweitert, z. B. Bindung, Individuation und Exploration.[82] Der Pansexualismusvorwurf, d. h. die Behauptung, die Psychoanalyse führe alles auf Sexualität zurück, übersieht zum einen, dass Freud einen sehr viel umfassenderen Begriff von „Sexualität“ hatte, als es heute üblicherweise der Fall ist, und zum anderen, dass die Sexualtheorie in manchen Versionen der modernen Psychoanalyse nur eine Randstellung innehat.

Das vielleicht größte ungelöste Problem der Theorie Freuds ist, dass er sich oft widerspricht, manchmal sogar in derselben Publikation. Beispielsweise in der Traumdeutung, die immer noch als ein Eckpfeiler der Psychoanalyse gilt und vielleicht am wenigsten umstritten ist, behauptet Freud kategorisch, dass alle Träume immer auf infantilen Wünschen beruhen und meistens sexuell motiviert seien. Gleichzeitig sind seine Beispiele und Deutungen (vor allem eigener Träume) gemäß Mackenthun oft weder infantil noch sexuell motiviert.[83]

Freuds Werk zeigt deutliche Prägungen seiner Kindheits- und Jugendzeit im bürgerlichen Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts und seiner humanistischen Bildung. So benannte er viele innerpsychische Komplexe nach Vorbildern der griechischen Mythologie. Manche seiner Beschreibungen über den Zwiespalt zwischen den triebhaften und als bedrohlich erlebten Impulsen des Es auf der einen und den harten moralischen Vorgaben des Über-Ich auf der anderen Seite werden aus heutiger Sicht als Ausdruck der damals vorherrschenden gesellschaftlichen Tabuisierung bzw. strengen Normierung von Sexualität verstanden.

Seine Theorien und später auch seine Behandlungsmethoden erregten zunehmend Aufsehen, so dass er im Laufe der Zeit auch andere Ärzte in seiner Psychoanalyse ausbildete. Unter ihnen war auch C. G. Jung, der sich später von seinem Lehrer abwandte und mit der analytischen Psychologie eine veränderte Form der Tiefenpsychologie entwickelte. Im inzwischen publizierten Briefwechsel von Freud und Jung wird die anfängliche enthusiastische Annäherung und spätere Entfremdung bis hin zum Bruch deutlich.[84]

Freuds Aussagen zum Thema des sexuellen Missbrauchs, auf den er in seinen Analysen immer wieder durch Erinnerungen, Träume und andere Hinweise seiner Patientinnen gestoßen war, wurden von Anfang an kritisiert. Er ordnete die Aussagen seiner Patientinnen in späteren Veröffentlichungen oftmals als ‚ödipal gefärbte Wunschphantasien‘ ein. In diesem Punkt unterscheidet sich die Psychoanalyse von anderen Theorien: Unbewussten sexuellen Phantasien, Vorstellungen und Wünschen wird kein geringerer Stellenwert eingeräumt als manifesten Erlebnissen.

Häufig bezweifelt wird auch Freuds Theorie vom sogenannten „Penisneid“: Dieser stehe in der psychischen Entwicklung mancher Mädchen symmetrisch der „Kastrationsangst“ der Jungen gegenüber. Freud vertrat die Auffassung, dass psychisch fehlgeleitete Handlungen von Frauen oft auf eine mangelhafte psychische Verarbeitung der Beobachtung zurückgingen, dass ihnen der Penis eines Jungen unerreichbar fehle, woraus ein Gefühl des Neides resultiere. Auch Freuds Aussage, dass Frauen, die durch Stimulation der Klitoris Orgasmen erleben könnten, unreif seien, ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aus nicht mehr haltbar.[85]

Obwohl Freuds Theorien und Behandlungsmethoden in späteren Jahrzehnten von anderen Ärzten und Psychotherapeuten immer wieder kritisiert worden sind, wird sein Beitrag zum Verständnis des menschlichen Erlebens und Handelns meistens als außergewöhnliche Leistung eingeordnet. Viele von ihm geprägte Begriffe wie „das Unbewusste“ oder der „Ödipuskomplex“ finden sich heute im allgemeinen Sprachgebrauch.

Von der Religionswissenschaft und der Theologie wurden Freuds Thesen, von einigen Ausnahmen wie Eugen Drewermann und Günter Krinetzki abgesehen, in der Regel zurückhaltend aufgenommen. Dennoch fanden viele seiner Begriffe und Überlegungen, zum Teil ohne genaue Identifikation ihrer Herkunft, Eingang in die Religionswissenschaft.[86]

Schriften

Veröffentlichungen

Zu Freuds Veröffentlichungen zählen, in chronologischer Reihenfolge:

Unveröffentlichte Schriften: Das Freud-Archiv

Eine sehr große Sammlung von Originalschriften und Briefen Freuds befindet sich in der Sigmund Freud Collection der Library of Congress in Washington. Das sogenannte Freud-Archiv wurde 1951 auf Betreiben von Anna Freud und vor allem Kurt Eissler gegründet.[87] Zu den ursprünglichen Kuratoren gehörten neben Eissler als Direktor, Ernst Kris und Heinz Hartmann.[88] Es umfasst ca. 80.000 Dokumente zur Frühgeschichte der Psychoanalyse, davon etwa 35.000 Briefe und 45.000 Manuskripte. Ein zweites Archiv dieser Art befindet sich in Sigmund und Anna Freuds letztem Wohnsitz Maresfield Gardens, dem heutigen Freud Museum in London.[89]

Die restriktive Zugangspolitik des Archivs war Gegenstand der Kritik seitens der historischen Forschung. Insbesondere sind Briefe, die Freud verfasst hat, teilweise bis über das Jahr 2060 hinaus unter Verschluss gehalten.[90] Für die Einsicht in bestimmte Dokumente benötigt man eine Sondergenehmigung des Leiters der Handschriftenabteilung nach Absprache mit den Sigmund Freud Archives in New York, welche aber nur in Ausnahmefällen erteilt wird. Für eine Reihe von Briefen gibt es kein Freigabedatum.[91]

Für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Freud ergibt sich daraus ein Problem: Zu Korrekturen und Auslassungen in früheren Veröffentlichungen seiner Schriften, wie etwa in den 1950 erschienenen Briefen von Freud an Wilhelm Fließ, bestand lange Zeit kein Zugang. In der Erstveröffentlichung dieser Schriften[92] hatten seine Tochter Anna Freud und Ernst Kris zahlreiche Retuschen vorgenommen, wie Jeffrey Masson, Herausgeber der 1985 erschienenen, vollständigen Briefsammlung, nachweisen konnte.

Im Februar 2017 wurden ca. 20.000 Dokumente der Sigmund Freud Papers in digitalisierter Form öffentlich zugänglich gemacht.[93] Es handelt sich dabei vornehmlich um Briefdokumente.[94]

Gesamtausgaben

  • Gesammelte Schriften. 12 Bde., Hrsg. v. Anna Freud, Psychoanalytischer Verlag, Leipzig 1924–1934.
  • Gesammelte Werke. Chronologisch geordnet. 17 Bände, dazu ein Registerband (Band 18) und ein Band mit Nachträgen (Band 19). Hrsg. v. Anna Freud u. a. Zuerst erschienen bei Imago, London 1940–1952, Registerband 1968, Nachtragsband Texte aus den Jahren 1885 bis 1938 1987, mehrere Auflagen; Nachdruck beim Fischer Taschenbuch-Verlag 1999, ISBN 3-596-50300-0 („Imago-Ausgabe“; umfassendste Edition von Freuds Schriften, nach dieser Ausgabe wird am häufigsten zitiert).
  • Standard Edition of the Complete Psychological Works of Sigmund Freud. 24 Bände Hrsg. v. James Strachey in Zusammenarbeit mit Anna Freud. Hogarth Press, London 1953–1974 (englische Übersetzung; die Ausgabe mit dem ausführlichsten editorischen Material).
  • Studienausgabe. 10 Bände und ein Ergänzungsband. Hrsg. von Alexander Mitscherlich, Angela Richards, James Strachey. S. Fischer, Frankfurt am Main. Die Bände 1 bis 10 erschienen zuerst 1969 bis 1975. Der Ergänzungsband mit Freuds technischen Schriften wurde von Ilse Grubrich-Simitis herausgegeben und erschien 1975. (Die Studienausgabe enthält etwa zwei Drittel der Standard Edition. Die Studienausgabe ist die philologisch beste Ausgabe in deutscher Sprache, mit editorischen Vorbemerkungen zu jedem Text, Anmerkungen der Herausgeber zu Entwicklungen von Freuds Denken sowie dem Nachweis wichtiger Änderungen, die Freud in verschiedenen Auflagen seiner Schriften vorgenommen hat; jeder Band enthält eine Bibliographie sowie ein ausführliches Register. Der editorische Apparat dieser Ausgabe beruht überwiegend auf der von Strachey ab 1953 herausgegebenen Standard Edition.)
    • 1977 wurde die Studienausgabe um eine bereits 1975 außer der Reihe erschienene Arbeit von Ingeborg Meyer-Palmedo erweitert: Sigmund-Freud-Konkordanz und -Gesamt-Bibliographie, so dass die Studienausgabe vorübergehend zwei Ergänzungsbände umfasste, insgesamt also 12 Bände. Ein Nachdruck der 12-bändigen Studienausgabe erschien 1982 im Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main, ISBN des ersten Bandes, ISBN 3-596-27301-3.
    • 1989 veröffentlichte der S. Fischer-Verlag eine revidierte Neuausgabe der Studienausgabe, jetzt wieder ohne die Bibliographie, also in 11 Bänden, ISBN 3-10-822732-7. Im Jahr 2000 erschien im Fischer Taschenbuch-Verlag eine Lizenzausgabe der revidierten Neuausgabe der Studienausgabe von 1989, ISBN 3-596-50360-4 (Die Revision besteht vor allem in der Beseitigung von Druckfehlern und in der Verbesserung der Querverweise zu seitengenauen Querverweisen innerhalb der Ausgabe.)
    • Parallel zur revidierten Neuausgabe der Studienausgabe im Jahr 1989, aber außerhalb dieser Reihe, erschien im selben Jahr eine revidierte und erweiterte Version der Bibliographie; der Titel wurde dabei verändert in Freud-Bibliographie mit Werkkonkordanz. ISBN 3-10-022742-5; 1999 erschien eine verbesserte und erweiterte Auflage. dieser Bibliographie, ISBN 3-10-022742-5.
  • Werkausgabe in zwei Bänden. Band 1: Elemente der Psychoanalyse. Band 2: Anwendungen der Psychoanalyse. Herausgegeben und kommentiert von Anna Freud und Ilse Grubrich-Simitis. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-17216-0.
  • Das Lesebuch. Schriften aus vier Jahrzehnten. Herausgegeben und kommentiert von Cordelia Schmidt-Hellerau. Fischer, Frankfurt 2006, ISBN 3-10-073302-9.

Briefe

  • Mit Carl Gustav Jung: Briefwechsel. Herausgegeben von W. McGuire, W. Sauerländer. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1974.
  • Briefe 1873–1939. Ausgewählt und herausgegeben von Ernst u. Lucie Freud. Frankfurt am Main 1960; 3. Auflage. S. Fischer, Frankfurt am Main 1980.
  • Briefe an Wilhelm Fließ 1887–1904. Ungekürzte Ausgabe, herausgegeben von Jeffrey Moussaieff Masson. (Deutsche Fassung von Michael Schröter, Transkription von Gerhard Fichtner). Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag 1986, ISBN 3-10-022802-2.
  • Brautbriefe: Briefe an Martha Bernays aus d. Jahren 1882–1886. Ausgew., hrsg. u. mit e. Vorw. vers. von Ernst L. Freud. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-596-26733-1.
  • Mit Max Eitingon: Briefwechsel (1906–1939). edition diskord 2004.
  • Mit Anna Freud: Briefwechsel. Herausgegeben von Ingeborg Meyer-Palmedo. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-022750-6.
  • Unterdeß halten wir zusammen. Briefe an die Kinder. Herausgegeben von Michael Schroeter unter Mitwirkung von Ingeborg Meyer-Palmedo und Ernst Falzeder. Aufbau Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-351-03302-6.

Literatur

Biografien

  • Andreas Mayer: Sigmund Freud. Zur Einführung. Junius Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-88506-090-1.
  • John Forrester, Laura Cameron: Freud in Cambridge. Cambridge University Press, Cambridge, England 2017, ISBN 978-0-521-86190-8.
  • Peter-André Alt: Sigmund Freud. Der Arzt der Moderne. Eine Biographie. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69688-6 (über das Buch).
  • Irene Berkel: Sigmund Freud. Wilhelm Fink, Paderborn 2008, ISBN 978-3-7705-4605-3.
  • Birgit Lahann: Als Psyche auf die Couch kam. Das rätselvolle Leben des Sigmund Freud. Aufbau Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-351-02631-5.
  • Eva Weissweiler: Die Freuds. Biografie einer Familie. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2006, ISBN 3-462-03617-3.
  • Christian Moser: Sigmund Freud – Die ganze Wahrheit. Carlsen, Hamburg 2006, ISBN 3-551-78195-8 (Comic).
  • Linde Salber: Der dunkle Kontinent. Freud und die Frauen. Rowohlt Taschenbuch-Verlag, Reinbek 2006, ISBN 3-499-62138-X.
  • Hans-Martin Lohmann: Sigmund Freud. Rowohlt Taschenbuch-Verlag, Reinbek 1998, ISBN 3-499-50601-7. (Neuausgabe: 2006, ISBN 3-499-50693-9)
  • Charles Rojzman: Freud. Un humanisme de l'avenir. Desclée de Brouwer, Paris 1998. (Freud, the humanist. Open Gate, London 1999, ISBN 1-871871-46-8)
  • Peter Gay: Freud. A life for our time. Norton, New York 1988, ISBN 0-393-02517-9. (Eine Biographie für unsere Zeit. Übersetzt von Joachim A. Frank. S. Fischer, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-596-17170-9, Lizenzausgabe im Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-12913-3)
  • Marianne Krüll: Freud und sein Vater. Die Entstehung der Psychoanalyse und Freuds ungelöste Vaterbindung. Psychosozial, Gießen 1979. (3. Auflage. 2004, ISBN 3-89806-361-5)
  • Ronald W. Clark: Sigmund Freud. The man and the cause. Cape, London 1980, ISBN 0-224-01745-4. (deutsch: Sigmund Freud. Übersetzt von Joachim A. Frank. S. Fischer, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-10-010802-7)
  • Max Schur: Freud. Living and dying. International University Press, New York 1972. (Sigmund Freud. Leben und Sterben. Übersetzt von Gert Müller. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-37278-5; Schur war Freuds letzter Arzt)
  • Ernest Jones: Sigmund Freud. Life and work. 3 Bände. Hogarth, London 1954–1957. (Spätere Auflagen erschienen unter dem Titel The life and work of Sigmund Freud. Vollständige deutsche Übersetzung: Das Leben und Werk von Sigmund Freud. 3 Bände Übers. v. Katherine Jones und Gertrud Meili-Doretzki. Huber, Bern 1960–1962. Ein Nachdruck dieser vollständigen Übersetzung erschien 1984 bei dtv, München, ISBN 3-423-04426-8, der Titel wurde hierbei verändert in Sigmund Freud. Leben und Werk. Jones' Freud-Biographie umfasst im englischen Original etwas mehr als 1500 Seiten. 1961 erschien bei Hogarth, London, eine von Lionel Trilling und Steven Marcus auf etwa die Hälfte gekürzte Fassung unter dem Titel The life and work of Sigmund Freud, mit einem Vorwort von Lionel Trilling. Die Übersetzung dieser gekürzten Fassung erschien 1969 unter dem Titel Sigmund Freud. Leben und Werk bei S. Fischer, Frankfurt am Main).
  • Siegfried Bernfeld, Suzanne Cassirer Bernfeld: Freuds frühe Kindheit (1944). In: Dieselben: Bausteine der Freud-Biographik. Hrsg. v. Ilse Grubrich-Simitis. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-07577-2, S. 78–92.
  • Werner LeibbrandFreud, Sigmund. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 407–409 (Digitalisat).

Lexika

  • Nador Fodor, Frank Gaynor (Hrsg.): Freud: Dictionary of psychoanalysis. A compilation of selections from Freud's work. Philosophical Library, New York 1950, Nachdruck Greenwood, New York 1969.
  • Jean Laplanche, Jean-Bertrand Pontalis: Das Vokabular der Psychoanalyse. Übersetzt von Emma Moersch. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972, zahlreiche unveränderte Auflagen, ISBN 3-518-07607-8. (Freud-Lexikon mit detaillierter Darstellung der Entwicklung der einzelnen Begriffe und mit Seitenverweisen auf die Gesammelten Werke und die Standard Edition; zuerst auf Französisch Paris 1967).
  • Wolfgang Mertens, Bruno Waldvogel (Hrsg.): Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe. Kohlhammer, Stuttgart, 3., überarbeitete und erweiterte Ausgabe, ebenda 2008, ISBN 978-3-17-018844-0.
  • Alain de Mijolla (Hrsg.): Dictionnaire international de la psychanalyse. 2 Bde., Calmann-Lévy, Paris 2002, ISBN 2-7021-2530-1 (erweiterte englische Übersetzung: International dictionary of psychoanalysis. 3 Bde., Thomson/Gale, Detroit 2005, ISBN 0-02-865924-4; die englische Übersetzung im Internet unter enotes.com).
  • Humberto Nagera (Hrsg.): Psychoanalytische Grundbegriffe. Eine Einführung in Sigmund Freuds Terminologie und Theoriebildung. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1977 (zuerst englisch 1969 und 1970), ISBN 3-596-42288-4.
  • Elisabeth Roudinesco, Michel Plon: Dictionnaire de la psychanalyse. Fayard, Paris 1997 (Übersetzung: Wörterbuch der Psychoanalyse. Namen, Länder, Werke, Begriffe. Springer, Heidelberg/New York 2004, ISBN 3-211-83748-5).
  • Helmut Siefert: Freud, Sigmund. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. de Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 438 f.
  • Ross M. Skelton (Hrsg.): The Edinburgh International Encyclopaedia of Psychoanalysis. Edinburgh University Press, Edinburgh 2006, ISBN 0-7486-1265-3.

Literatur

  • Thomas Ballhausen, Günter Krenn, Lydia Marinelli (Hrsg.): Psyche im Kino. Sigmund Freud und der Film. Filmarchiv Austria, Wien 2006, ISBN 3-901932-89-5.
  • Raymond Battegay: Psychologie: Freud und das Judentum. Ambivalenz und Zugehörigkeit. Freud und seine ambivalente Beziehung zum Judentum sowie seine Einstellung zu den Religionen im Allgemeinen. In: Aufbau. Das jüdische Monatsmagazin. Mai 2006, S. 6–11. ISSN 0004-7813.
  • Micha Brumlik: Sigmund Freud. Der Denker des 20. Jahrhunderts. Beltz, Weinheim 2006, ISBN 3-407-85780-2.
  • Frederick Crews: Freud: The Making of an Illusion. Metropolitan Books, New York 2017, ISBN 978-1-62779-717-7.
  • Mark Edmundson: The Death of Sigmund Freud: The Legacy of His Last Days. Bloomsbury, New York 2007, ISBN 978-1-58234-537-6 (engl.)
  • Lydia Flem: Der Mann Freud. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 1993, ISBN 3-593-34907-8.
  • Werner Greve, Jeanette Roos: Der Untergang des Ödipuskomplexes – Argumente gegen einen Mythos. Huber, Bern 1996, ISBN 3-456-82724-5.
  • Horst Gundlach: Sigmund Freud und die Lauterkeit. In: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. 27, 3, 204, S. 175–185, ISSN 0170-6233.
  • Albrecht Hirschmüller: Freuds Begegnung mit der Psychiatrie. Von der Hirnmythologie zur Neurosenlehre. Edition diskord, Tübingen 1991.
  • Han Israëls: Der Fall Freud. Die Geburt der Psychoanalyse aus der Lüge. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1999, ISBN 3-434-50454-0.
  • Roland Kaufhold, Hans-Jürgen Wirth: Vor 70 Jahren emigrierte Sigmund Freud nach London. www.hagalil.com.
  • Christine Kirchhoff, Falko Schmieder (Hrsg.): Freud und Adorno. Zur Urgeschichte der Moderne. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2014, LiteraturForschung Band 19, ISBN 978-3-86599-212-3.
  • Adriaan de Klerk: Die Bedeutung der Kastrationsangst und der Beschneidung in Freuds Werk und Leben. In: Matthias Franz (Hrsg.): Die Beschneidung von Jungen. Ein trauriges Vermächtnis. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-525-40455-3, S. 190–210.
  • Jürg Koller: Der kranke Freud. Klett-Cotta, Stuttgart 2001, ISBN 3-608-91032-8.
  • Anton Leitner, Hilarion G. Petzold (Hrsg.): Sigmund Freud heute. Der Vater der Psychoanalyse im Blick der Wissenschaft und der psychotherapeutischen Schulen. Krammer, Wien 2009, ISBN 978-3-901811-52-4.
  • Jacques Le Rider: Das Ende der Illusion. Die Wiener Moderne und die Krisen der Identität. Wien 1990, ISBN 3-215-07492-3.
  • Hans-Martin Lohmann: Sigmund Freud zur Einführung. Junius, Hamburg 1986. (5. Auflage. 2002, ISBN 3-88506-362-X)
  • Hans-Martin Lohmann, Joachim Pfeiffer (Hrsg.): Freud-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart u. a. 2006, ISBN 3-476-01896-2.
  • Zvi Lothane: Mit Schreber Freud die Stirn geboten. (1), In: Psychoanalyse im Widerspruch. 40/2008.
  • Lydia Marinelli, Andreas Mayer: Träume nach Freud. Die Traumdeutung und die Geschichte der psychoanalytischen Bewegung. Wien/ Berlin 2002. (3. Auflage. 2011)
  • Andreas Mayer: Sigmund Freud zur Einführung. Junius, Hamburg 2016, ISBN 978-3-88506-090-1.
  • Joachim Pfeiffer: Sigmund Freud. In: Matías Martínez, Michael Scheffel (Hrsg.): Klassiker der modernen Literaturtheorie. Von Sigmund Freud bis Judith Butler (= Beck'sche Reihe. 1822). Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60829-2, S. 11–32.
  • Josef Rattner: Sigmund Freud. In: Klassiker der Psychoanalyse. 2. Auflage. Beltz/Psychologie Verlags Union, Weinheim 1995, ISBN 3-621-27285-2. (Erstauflage 1990 u. d. T. Klassiker der Tiefenpsychologie), S. 3–27.
  • Josef Rattner: Sigmund Freud als Schöpfer einer neuen Seelenkunde. In: J. Rattner, G. Danzer: Europäisches Österreich - Literatur- und geistesgeschichtliche Essays über den Zeitraum 1800–1980. Königshausen & Neumann, Würzburg 2004, ISBN 3-8260-3026-5, S. 97–118.
  • Günter Rebing: Freuds Phantasiestücke. Die Fallgeschichten Dora, Hans, Rattenmann, Wolfsmann. Athena Verlag Oberhausen 2019, ISBN 978-3-7455--1044-7.
  • Paul Roazen: Sigmund Freud und sein Kreis. Eine biografische Geschichte der Psychoanalyse. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1976. (1996, ISBN 3-930096-77-3)
  • Wilhelm Salber: Entwicklungen der Psychologie Sigmund Freuds. Drei Bände. Bouvier, Bonn 1973/74, ISBN 3-416-03351-5.
  • Max Schur: Freud: Living and Dying. Hogarth, London 1972. (Deutsche Ausgabe: Sigmund Freud. Leben und Sterben. Übersetzt von Gert Müller, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-07273-0)
  • Sieglinde Eva Tömmel: Wer hat Angst vor Sigmund Freud? Wie und warum die Psychoanalyse heilt. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-86099-827-7.
  • Samuel M. Weber: Freud-Legende. Vier Studien zum psychoanalytischen Denken. Passagen-Verlag, Wien 2002, ISBN 3-85165-547-8.
  • Heinrich Zankl: Sigmund Freud - süchtiger Vater der Psychoanalyse. In: Zankl H., Betz K.: Trotzdem genial. Wiley-VCH, Weinheim 2014, ISBN 978-3527334100, S. 157–168.
  • Eli Zaretsky: Freuds Jahrhundert. Die Geschichte der Psychoanalyse. Zsolnay, München 2006, ISBN 3-552-05372-7.

Literarische Rezeption

  • Das Theaterstück Le Visiteur (1993) von Éric-Emmanuel Schmitt spielt 1938 in Sigmund Freuds Arbeitszimmer.
  • Der Roman Und Nietzsche weinte des amerikanischen Psychiaters Irvin D. Yalom spielt 1882 in Wien und handelt von einer fiktiven Behandlung des Philosophen Friedrich Nietzsche durch Josef Breuer. Dabei berät der Arzt sich mit seinem jungen Kollegen und Schüler Sigmund Freud und erörtert mit ihm die im Fall Bertha Pappenheims angewandten Methoden der Redekur (chimney-sweeping) und der Erinnerungsarbeit unter Hypnose. Unterschiedlicher Meinung sind beide über Freuds Traumdeutungshypothesen.
  • In Robert Seethalers Roman Der Trafikant lässt der Autor seinen Protagonisten Franz Huchel dem alten und kranken Sigmund Freud 1937, kurz vor dessen Emigration, beim Kauf seiner Zigarren begegnen und mit ihm Freundschaft schließen. Der junge, unerfahrene Mann sucht beim berühmten Psychoanalytiker Orientierungshilfe, doch der verweist ihn in dieser Zeit politischer Unsicherheit auf sich selbst: „Wir tasten uns mühselig durch die Dunkelheit, um wenigstens hie und da auf etwas Brauchbares zu stoßen.“ Im besten Fall seien es Träume und er empfiehlt Franz, die seinen aufzuschreiben. „In den entscheidenden Dingen sind wir von Anfang an auf uns selbst gestellt. […] Du musst deinen eigenen Kopf bemühen. Und wenn dir der keine Antworten gibt, frag dein Herz!“
  • Die in Deutschland unter dem Titel „Die Max-Liebermann-Krimis“ publizierten Romane des britischen Autors Frank Tallis spielen in Wien um 1900. Der Psychiater Max Liebermann, Freund und Berater des Wiener Polizeiinspektors, ist ein Schüler Freuds und geht in dessen Haus in der Berggasse 19 ein und aus.

Filme

Weblinks

Commons: Sigmund Freud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Sigmund Freud – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Heinz Schott: Sigmund Freud. In: Wolfgang U. Eckart, Christoph Gradmann: Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart. Beck, München 1995 (Ärztelexikon 2006).
  2. a b S. Freud: Brief an die Mitglieder des Vereins B'nai B'rith. 6. Mai 1926.
  3. Vgl. seine Selbstdarstellung von 1925: „... auch ich bin Jude geblieben“ (z. B. in Sigmund Freud: Selbstdarstellung – Schriften zur Geschichte der Psychoanalyse. Frankfurt am Main 1971 ff, S. 40); Peter Gay gab seiner Freud-Biographie den Titel Ein gottloser Jude (Frankfurt am Main 1988).
  4. Emanuel Rice: Freud and Moses: The Long Journey Home. SUNY Press, 1990, ISBN 0-7914-0453-6, S. 55.
  5. W. Aron: Farzeichnungen wegen opshtam fun Sigmund Freud un wegen sein Yiddishkeit. In: Yivo Bleter. Band 40, S. 169.
  6. Christfried Tögel: Bahnstation Treblinka. Zum Schicksal von Sigmund Freuds Schwester Rosa Graf.
  7. Helmut Siefert: Freud, Sigmund. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. de Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 438 f.
  8. Peter Gay: Freud – Eine Biographie für unsere Zeit. Fischer, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-17170-9, S. 55.
  9. Ernest Jones: Sigmund Freud Leben und Werk. Band 1, dtv, 1984, ISBN 3-423-04426-8, S. 110–111.
  10. Freuds Näschen für Kokain
  11. Peter Gay: Freud – Eine Biographie für unsere Zeit. Fischer, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-17170-9, S. 57.
    Max Schur: Sigmund Freund. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-37278-5, S. 43, S. 191.
  12. Max Schur: Sigmund Freund. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-37278-5, S. 43.
  13. Gerhard Fichtner (Hrsg.): Sigmund Freud, Martha Bernays: Die Brautbriefe. 1882–1886. 5 Bände, Band 1: Sei mein, wie ich mir's denke. Juni 1882–Juli 1883. Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 9783100228079, S. 50.
  14. Peter Gay: Freud – Eine Biographie für unsere Zeit. Fischer, 2006, ISBN 3-596-17170-9, S. 62.
  15. James Webb: Das Zeitalter des Irrationalen. Politik, Kultur & Okkultismus im 20. Jahrhundert. Marix, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-86539-152-0, S. 411, 413.
  16. James Webb: Das Zeitalter des Irrationalen. Politik, Kultur & Okkultismus im 20. Jahrhundert. Marix, Wiesbaden 2008, S. 413.
  17. Vgl. zur Theorie der Fehlleistungen: Sigmund Freud: Zur Psychopathologie des Alltagslebens. 1901. In: A. Freud u. a. (Hrsg.): Gesammelte Werke. Chronologisch geordnet. Band 4, Fischer, Frankfurt am Main 1999.
  18. Elisabeth Roudinesco, Michel Plon: Wörterbuch der Psychoanalyse. Namen, Länder, Werke, Begriffe. Springer, Wien/New York 2004, ISBN 3-211-83748-5, S. 302.
    Hans-Martin Lohmann, Joachim Pfeiffer (Hrsg.): Freud-Handbuch. Metzler, Stuttgart/Weimar 2006, S. 77.
  19. Chronologie Sigmund Freud (Memento vom 14. Dezember 2007 im Internet Archive)
  20. Albrecht Hirschmüller (Hrsg.): Sigmund Freud, Minna Bernays. Briefwechsel 1882–1938. (= Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Psychoanalyse. Band 3). Edition Diskord, Tübingen 2005, ISBN 3-89295-757-6, S. 171.
  21. David Bakan: Sigmund Freud and the Jewish Mystical Tradition. Princeton 1958, S. 196.
  22. Sigmund Freud: Unterdeß halten wir zusammen. Briefe an die Kinder. Herausgegeben von Michael Schroeter unter Mitwirkung von Ingeborg Meyer-Palmedo und Ernst Falzeder. Aufbau Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-351-03302-6.
  23. Chronologie Sigmund Freud (Memento vom 14. Dezember 2007 im Internet Archive)
  24. Julius Braunthal: Victor und Friedrich Adler – zwei Generationen Arbeiterbewegung. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, Wien 1965, S. 29ff.
  25. a b Sigmund Freuds Verhältnis zum Judentum blieb zeitlebens ambivalent. Jude wurde er erst durch den Antisemitismus. auf: taz.de, 16. Dezember 2006.
  26. Bernd Ulrich: Sigmund Freud. In: G. Hirschfeld, G. Krumeich, I. Renz (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Paderborn 2003, S. 505 f.
    Peter Büttner: Freud und der Erste Weltkrieg. Heidelberg 1975.
  27. M. Greaves: Krebs – der blinde Passagier der Evolution. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-43669-3, S. 14. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  28. André Bourguignon: Geschichte der Psychoanalyse – Sigmund Freud. In: Illustrierte Geschichte der Medizin. Andreas & Andreas, Vaduz 1986.
  29. Brief vom 15. Oktober 1897 an Wilhelm Fließ, in: M. Bonaparte, A. Freud, E. Kris (Hrsg.): Sigmund Freud: Aus den Anfängen der Psychoanalyse. Briefe an Wilhelm Fließ, Abhandlungen und Notizen aus den Jahren 1897–1902. Imago Publishing, London 1950, S. 238.
  30. Brief vom 12. Juni 1900 an Wilhelm Fließ, in: Sigmund Freud: Aus den Anfängen der Psychoanalyse. Briefe an Wilhelm Fließ, Abhandlungen und Notizen aus den Jahren 1897–1902. London 1950, S. 344.
  31. Ludger Lütkehaus: Literaturkritik.de: Freuds Jahrhundertbuch, abgefragt am 20. Jänner 2020.
  32. Wolfgang U. Eckart: Geschichte der Medizin. 6. Auflage, Springer Medizin Verlag Heidelberg 2009, S. 228–229, katalog.ub.uni-heidelberg.de Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Springer, Berlin/Heidelberg 2013 katalog.ub.uni-heidelberg.de.
  33. a b Freuds Hassliebe zu Wien, abgefragt am 6. November 2011.
  34. Bernd A. Laska: Otto Gross zwischen Max Stirner und Wilhelm Reich. In: Raimund Dehmlow, Gottfried Heuer (Hrsg.): 3. Internationaler Otto-Gross-Kongress. LiteraturWissenschaft.de, Marburg 2003, S. 125–162.
  35. Christfried Tögel: Die Bedeutung der Religion im Leben von Sigmund Freud. 2006 (PDF).
  36. Klaus Hödl: Als Bettler in die Leopoldstraße – Galizische Juden auf dem Weg nach Wien. Wien 1993, S. 197.
  37. Sigmund Freud und die Religion. Gastbeitrag von Susanne Heine am 21. April 2006.
  38. Sigmund Freud: Totem und Tabu. S. Fischer, Frankfurt am Main 1913 (1956).
  39. Hartmut Zinser: Sigmund Freud (1856–1939). In: Axel Michaels (Hrsg.): Klassiker der Religionswissenschaft. 3. Auflage, München 2010, S. 97.
  40. Die Stadt Frankfurt gibt die Nominierung des Psychoanalytikers Sigmund Freud für den Goethepreis bekannt, 6. August 1930. Zeitgeschichte in Hessen. (Stand: 5. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  41. Martin Freud: Sigmund Freud: man and father. Vanguard Press, 1958, S. 165.
  42. Michael Molnar (Hrsg.), Sigmund Freud: The diary of Sigmund Freud, 1929–1939. A record of the final decade. Hogarth, 1992, ISBN 0-7012-0924-0, S. 206.
  43. Hans-Martin Lohmann, Joachim Pfeiffer (Hrsg.): Freud-Handbuch. Metzler, Stuttgart/Weimar 2006, S. 72–73.
  44. Karl Fallend, Bernd Nitzschke (Hrsg.): Der „Fall“ Wilhelm Reich. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.
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  90. Dazu kritisch: Jacques Bénesteau, Das Freud Archiv und die Library of Congress
  91. Siehe Sigmund Freud. A Register of His Papers in the Sigmund Freud Collection in the Library of Congress (PDF; 312 kB).
  92. Aus den Anfängen der Psychoanalyse: Briefe an Wilhelm Fliess, Abhandlungen und Notizen aus den Jahren 1887–1902, (1950 im S. Fischer-Verlag) herausgegeben und kommentiert von Anna Freud, Ernst Kris u. Marie Bonaparte
  93. Sigmund Freud Papers in der Library of Congress
  94. US Library Of Congress Releases Sigmund Freud's Digitized Letters, University Herald, 4. Februar 2017 (abgerufen am 16. Februar 2017).
  95. Das Burghölzli liegt am Bodensee. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Tages-Anzeiger. 3. September 2011, archiviert vom Original am 12. März 2016; abgerufen am 22. Januar 2016.

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Sigmund Freuds Zeichnung der "oberflächlichen Schichten des seelischen Apparates" in seinem Buch "Das Ich und das Es" (1923), Kapitel 2 (Name ebenfalls "Das Ich und das Es") veröffentlicht.

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Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur. Titelblatt des Erstdrucks
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