Schweizer Radio und Fernsehen

Schweizer Radio und Fernsehen

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RechtsformZweigniederlassung der SRG SSR[1]
Gründung1. Januar 2011
SitzZürich, SchweizSchweiz Schweiz
LeitungNathalie Wappler[2]
Mitarbeiterzahl2295[3] (1. Januar 2020)
BrancheRundfunk
Websitewww.srf.ch

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) ist ein Unternehmen, das am 1. Januar 2011 durch die Zusammenlegung von Schweizer Radio DRS und Schweizer Fernsehen entstand. Die neue Unternehmenseinheit der SRG SSR wurde damit zum grössten elektronischen Medienhaus der Deutschschweiz. SRF verfügt über vier Hauptstudios, zwei in Zürich und je eins in Basel und Bern.

Geschichte

Das Unternehmen Schweizer Radio und Fernsehen entstand am 1. Januar 2011 durch die Zusammenlegung der ehemals unabhängigen Unternehmen Schweizer Radio DRS[4] und Schweizer Fernsehen. Zunächst wurden jedoch im Fernsehen und Radio weiterhin die Namen SF und SR DRS weiterverwendet. Eine Umstellung auf den Namen SRF erfolgte schrittweise. Seit dem 16. Dezember 2012 treten die Fernseh- und Radiosender unter der Marke SRF auf.

Organisation

Der unter dem Projektnamen «Medienkonvergenz SRG.D» durchgeführte Zusammenschluss ist der Deutschschweizer Teil des im März 2009 von der SRG SSR beschlossenen Projekts «Medienkonvergenz und Wirtschaftlichkeit». Mit dem Projekt soll die Zusammenlegung der Unternehmenseinheiten je Sprachregion sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Radio, Fernsehen und Online umgesetzt werden.[5][6]

Das Unternehmen verfügt insgesamt über sechs Programmabteilungen. Während die vier Abteilungen «Programme», «Kultur», «Sport» und «Unterhaltung» medienübergreifend organisiert sind, wurden im publizistischen Kernbereich für Radio und Fernsehen aus medienpolitischen Überlegungen zwei separate Chefredaktionen geschaffen. Ferner wurde die Produktion der Radio- und Fernsehsendungen sowie die bisher separat geführten IT-Bereiche im Technology and production center switzerland (tpc) konzentriert. Mit dem Kinderprogramm Zambo entstand im Unterhaltungsbereich bereits im August 2010 die erste Konvergenzproduktion.

Als Direktor des neuen Unternehmens wurde der bisherige Chefredaktor von Schweizer Radio DRS (Radiogesellschaft der deutschen und rätoromanischen Schweiz), Rudolf Matter, gewählt.[7][8] Am 5. November 2018 wählte der Verwaltungsrat der SRG SSR Nathalie Wappler, damals Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), zur neuen Direktorin von SRF. Wappler ist nach Ingrid Deltenre, die das Schweizer Fernsehen (SF) von 2004 bis 2009 führte, die zweite Frau an der Spitze des (inzwischen mit dem Radio fusionierten) Schweizer Fernsehens sein.[9] Im März 2019 trat Wappler ihre Stelle an.[10]

Sender

Fernsehsender

SRF Fernsehstudio Zürich Leutschenbach

Schweizer Radio und Fernsehen betreibt drei Fernsehsender:

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
ProgrammnameLogoProgrammtyp
SRF 1
Logo SRF 1.svg
Hauptsender
SRF zwei
Logo SRF zwei.svg
Vor allem Sport und Unterhaltung
SRF info
Logo SRF info.svg
Wiederholungskanal, insbesondere für Informationssendungen sowie Ereigniskanal auch für Sport
  • SRF 1, Hauptsender
  • SRF zwei, vor allem Sport und Unterhaltung
  • SRF info, Wiederholungskanal, insbesondere für Informationssendungen sowie Ereigniskanal auch für Sport

Radiosender

SRF Radiostudio Zürich Brunnenhof

Zum Unternehmen gehören sechs Radiosender:

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
ProgrammnameLogoProgrammtyp
Radio SRF 1
Logo of Radio SRF 1.svg
Programmschema, das in etwa einem Vollprogramm gleicht, der Fokus liegt auf (regionalen) Nachrichten, Unterhaltung und Popmusik
Radio SRF 2 Kultur
Radio SRF 2 Kultur.svg
Kultur mit kultur- und bildungsnahem Publikum
Radio SRF 3
Radio SRF 3.svg
Pop, Sport und Wirtschaft, Fokus auf jüngere Erwachsene
Radio SRF 4 News
Radio SRF 4 News.svg
Aktuelle Nachrichten alle 30 Minuten, Tageszusammenfassungen, Wiederholungen von Dokus und Interviews
Radio SRF Virus
Radio SRF Virus.svg
Jugendkulturprogramm mit alternativer Musikfarbe
Radio SRF Musikwelle
Radio SRF Musikwelle.svg
Volksmusik (vor allem Ländlermusik), Schlager

Zusätzlich strahlt SRF über Swiss Satellite Radio die drei Musikspartenprogramme aus, die über DAB+, Satellit, Kabel und Internetradio, empfangbar sind.

Swiss Satellite Radio (SSatR)
ProgrammnameLogoProgrammtyp
Radio Swiss Pop
Radio Swiss Pop Logo 2018.svg
Pop
Radio Swiss Classic
Radio Swiss Classic Logo 2018.svg
Klassik
Radio Swiss Jazz
Radio Swiss Jazz Logo 2018.svg
Jazz

Regionaljournal

Seit 1978[11] werden auf SRF1 täglich mehrere Ausgaben der Regionaljournale ausgestrahlt. Sie berichten über Ereignisse in den Regionen und Kantone in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Es werden folgende Regionaljournals ausgestrahlt:

  • Regionaljournal Zürich und Schaffhausen (Radiostudio Zürich)
  • Regionaljournal Ostschweiz (Regionalstudio St. Gallen)
  • Regionaljournal Zentralschweiz (Regionalstudio Luzern)
  • Regionaljournal Basel (Radiostudio Basel)
  • Regionaljournal Aargau und Solothurn (Regionalstudio Aarau)
  • Regionaljournal Bern, Freiburg und Wallis (Radiostudio Bern)
  • Regionaljournal Graubünden (Regionalstudio Chur)

Während der Ausstrahlung der Regionaljournale wird das UKW-Sendernetz regional gesplittet. Über DAB+ werden alle Regionaljournale parallel in der ganzen Deutschschweiz ausgestrahlt. Es gibt somit ein SRF1 Ostschweiz, SRF1 Zentralschweiz etc.[12]

Kooperationen

SRF betreibt mit der ARD, dem ZDF und dem ORF den Fernsehsender 3sat. Im Nachrichten- und Unterhaltungsbereich arbeitet SRF eng mit ARD und ZDF zusammen. SRF liefert auch einzelne Sendungen für das deutsch-französische Kulturprogramm Arte. SRF beteiligt sich an mehreren Eurovisions-Sendungen.

Externe TV-Anbieter

SRF bietet auch Sendezeiten für weitere TV-Anbieter in der Schweiz an:[13]

  • Radiotelevisiun Svizra Rumantscha sendet wöchentlich eineinhalb Stunden Programme in rätoromanischer Sprache mit Blick auf die rätoromanischen Schweizer vor allem im sprachlich aufgesplitterten Graubünden sowie zum rätoromanischen Publikum in der übrigen Schweiz und im Ausland.
  • PresseTV (PTV) ist eine 1995 gegründete Aktiengesellschaft mit mehreren Sendefenstern beim SRF. Die Programminhalte werden von den schweizerischen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen Neue Zürcher Zeitung, Basler Zeitung, Ringier Axel Springer sowie von Development Company for Television Program produziert.
  • Das gemeinsam von ERF Medien und Alphavision produzierte Fenster zum Sonntag und außerdem eine regelmäßige Magazin- sowie eine Interview- und Portrait-Sendung.

YouTube-Kanäle

Bei YouTube betreibt SRF ein Multi-Channel-Network mit rund 9'000 Videos auf 18 Kanälen mit den Namen SRF Einstein, Zwei am Morge, Clip und klar, Deville, Late Update, Nr. 47, SRF 3, SRF Archiv, SRF Comedy, SRF Digital, SRF DOK, SRF Kassensturz, SRF Kultur, SRF Musik, SRF Sport, SRF Virus, Tama Gotcha! sowie True Talk, SRG Insider und SRF Forward (Stand Februar 2020).[14] Der Kanal Clip und klar ist vor allem für Kinder und die Kanäle Youngbulanz und Zwei am Morge richten sich vorwiegend an Jugendliche, die Themen reichen von aktuellen Ereignissen über Comedy und Talk bis Sexualität.

Empfang

Alle Fernseh- und Radiosender sind in fast der gesamten Schweiz über Kabel empfangbar und sind per Livestream in der Schweiz abrufbar. Ferner sind die Radiosender auch ausserhalb der Schweiz per Livestream zu hören. Über den Satelliten Hotbird werden die Sender europaweit ausgestrahlt, SRF 1 und SRF zwei senden jedoch verschlüsselt.

Über UKW werden Radio SRF 2 Kultur und Radio SRF 3 in der Deutschschweiz gesendet, Radio SRF 1 wird in der gesamten Schweiz gesendet. Die restlichen Radiosender werden nicht über UKW gesendet. Seit 2012 werden alle SRF-Radioprogramme auch auf DAB+ ausgestrahlt.

Einige Informationssendungen von SRF werden auch auf Kurzwelle über den Sender Kall-Krekel ausgestrahlt.

Die SRG wird im Laufe des Jahres 2021 ihre Fernsehprogramme über Satellit im UHD-Standard (auch 4K genannt) ausstrahlen. Die Programme werden dann in einer Auflösung vom 3840×2160 Pixeln zu sehen sein – bisher sendete die SRG in HD, also mit 720 Pixeln. Dadurch werden die Bilder deutlich schärfer und die Farben authentischer. Wann die SRG-Sender auch in den Kabelnetzen von Swisscom, UPC und Co. in UHD verbreitet werden, ist noch unklar. Diese dürften allerdings schnell reagieren und die SRG-Programme gleichzeitig in UHD und HD anbieten.[15]

Studios

Stefan Reinhart, Deutschland-Korrespondent Chefredaktion TV für SRF, hier vor dem Landgericht Hannover am Tag des Freispruchs des deutschen Bundespräsidenten a. D. Christian Wulff

SRF verfügt über mehrere Studios.[16] Die Fernsehproduktionen werden in den Studios Zürich Leutschenbach hergestellt. Diese Studios im Norden der Stadt wurden in den 1970er Jahren errichtet.

Die Radioproduktionen werden in drei Hauptstudios, die sich in Basel,[17] Bern und Zürich Brunnenhof befinden, sowie in vier Regionalstudios in Aarau, Chur, St. Gallen und Luzern produziert. Die Radiosender Radio SRF 1, Radio SRF 3, Radio SRF Musikwelle und Radio SRF Virus werden grösstenteils in Zürich produziert. Radio SRF 2 Kultur wird im Studio Basel produziert. Die Radio-Nachrichtensendungen und Radio SRF 4 News werden im Studio Bern hergestellt. Aus allen sieben Radiostudios werden die Regionaljournale von Radio SRF 1 gesendet.

Mit den SRG-Schwesterneinheiten betreibt SRF das Studio Bundeshaus in Bern. Es ist ein modern eingerichtetes Fernseh- und Radiostudio für die Bundeshaus- und Regionalkorrespondenten.[18]

TPC Switzerland AG

Für die gesamte Technik und Produktion der Fernseh-, Radio- und Multimediabeiträge von Schweizer Radio und Fernsehen SRF in allen SRF-Studios war die SRG-Tochtergesellschaft TPC Switzerland AG verantwortlich.

Korrespondenten

Rund 40 fest stationierte und reisende Auslandkorrespondenten berichten für Radio und Fernsehen SRF aus sechs Kontinenten. Weitere 25 Korrespondenten berichten aus allen Teilen der Schweiz. Ein Teil der Korrespondenten ist freischaffend.[19]

Siehe auch

Weblinks

Commons: Schweizer Radio und Fernsehen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Porträt Schweizer Radio und Fernsehen. In: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Abgerufen am 24. Januar 2016.
  2. Unternehmen. Geschäftsleitung. Abgerufen am 25. April 2020: „Direktorin Schweizer Radio und Fernsehen und stellvertretende Generaldirektorin SRG“
  3. Mitarbeitende. In: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). 2020, abgerufen am 14. Januar 2020.
  4. SRF: Die Geschichte des Radios in der Schweiz von 1911–2008
  5. Medienkonvergenz und Wirtschaftlichkeit (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.srgssr.ch, SRG SSR idée suisse, 18. März 2008.
  6. Zusammenlegung der Unternehmenseinheiten je Sprachregion beschlossen (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.srgssr.ch, SRG SSR idée suisse, Medienmitteilung vom 19. März 2010.
  7. Medienkonvergenz SRG SSR: Detailkonzept für die SRG Deutschschweiz verabschiedet (Memento vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive), SRG SSR idée suisse, Medienmitteilung vom 21. Juni 2010.
  8. Abteilungsleiterinnen und -leiter von SRF ernannt (Memento vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive), SRG SSR idée suisse, Medienmitteilung vom 30. August 2010.
  9. Nathalie Wappler wird neue SRF-Direktorin. In: SRF News. 5. November 2018.
  10. Nathalie Wappler auf der Website von SRG SSR, abgerufen am 25. April 2019.
  11. 40 Jahre Regi – Erst war die Kakofonie auf: srgd.ch
  12. SRF1 Regionaljournale
  13. SRF – Publizistisches Angebot – Fernsehprogramme, www.srf.ch, Abruf 2. Mai 2017.
  14. SRF-YouTube-Kanäle, YouTube, Abruf 11. Februar 2020.
  15. Ab nächstem Jahr sendet die SRG in Ultra UD In: onlinepc.ch vom 12. Mai 2020.
  16. SRG.G: Zweck vor Prunk – ein Blick in die Geschichte der SRG-Studios
  17. SRG.D: Das Radiostudio Basel
  18. SRG Studio Bundeshaus
  19. Schweiz- und weltweit – Dichtes Korrespondentennetz. Abgerufen am 14. Januar 2020.

Koordinaten: 47° 25′ 3,2″ N, 8° 33′ 37,6″ O; CH1903: 684654 / 252466

Auf dieser Seite verwendete Medien

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Die quadratische Nationalfahne der Schweiz, in transparentem rechteckigem (2:3) Feld.
Radio SRF Musikwelle.svg
Logo von Radio SRF Musikwelle, ehemals DRS Musikwelle
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Logo von Radio SRF 2 Kultur, dem Nachfolger von DRS 2
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Logo von Radio SRF Virus, ehemals DRS Virus
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Logo von SRF 1 ab Ende 2012
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Logo von Radio SRF 1, dem Nachfolger von DRS 1
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Logo von Radio SRF 4 News, dem Nachfolger von DRS4 News
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