Scheibenfibel

Eine Scheibenfibel ist europaweit eine Form der Gewandspange zum Zusammenhalten der Kleidung, mit einer scheibenförmigen, oft reichverzierten Platte als Abdeckung über der Nadel. Bis über fünf Zentimeter durchmessende Scheibenfibeln sind im Frühmittelalter in der Regel Bestandteile der Frauentracht, deutlich kleinere Exemplare wurden ab der Karolingerzeit auch von Männern getragen. Bekannte Fibeln dieser Art stammen aus der Völkerwanderungszeit und den angrenzenden Jahrhunderten, so die Scheibenfibeln aus Soest oder aus der niedersächsischen Gemeinde Holle.
Viele Scheibenfibeln haben goldverzierte Einlegearbeiten mit Schmucksteinen, sind emailliert bzw. tauschiert oder haben eine Auflage aus Gold- oder Silberblech. Die bekannte Reiterscheibe von Pliezhausen war ehemals die Auflage einer Scheibenfibel. Ein Beispiel aus römischer Zeit ist die Scheibenfibel von Tangendorf. Die frühmittelalterliche Scheibenfibel von Maschen zeigt eine Gestalt mit Heiligenschein.
Scheibenfibel aus dem Galloway Hoard
Alamannische Scheibenfibel des 6. Jahrhunderts mit Almandin- und Beineinlagen
Scheibenfibelpaar aus dem Arnegundegrab ca. 6. Jhd.
Merowingerzeitliche Scheibenfibeln des 6. und 7. Jahrhunderts mit Edelstein- und Filigranauflage
Goldscheibenfibeln aus dem Fürstengrabhügel Sonnenbühl (La-Tène-Zeit)
Das Wappen der Gemeinde Holle zeigt eine Scheibenfibel.
Scheibenfibel, bronze, emailliert, 180–220 A.D., gefunden in Tongeren Gallo-Römisches Museum Tongeren
Merowingische Scheibenfibel auf einer Briefmarke von 1987
Literatur
- Martina-Johanna Bode: Germanische Scheibenfibeln. Ein kurzer Überblick über den Forschungsstand ausgewählter Formen. In: Jürgen Kunow (Hrsg.): 100 Jahre Fibelformen nach Oskar Almgren. Wünsdorf 1998, S. 321–338, ISBN 3-910011-17-9.
- Heinrich Beck (Hrsg.): Fibel und Fibeltracht. Sonderdruck aus Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Berlin, 2000, ISBN 3-11-016858-8.
Weblinks
- Suche nach Scheibenfibel im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (Achtung: Die Datenbasis hat sich geändert; bitte Ergebnis überprüfen und
SBB=1
setzen) - Suche nach Scheibenfibel. In: Deutsche Digitale Bibliothek
- Soester Fibel
Auf dieser Seite verwendete Medien
Wohlfahrtsmarken 1987, historische Gold- und Silberschmiedekunst
Pair of fibulae from the finery set of Queen Aregund (ca. 515–573), wife of Clotaire I (511–561), king of the Franks. Gold and garnets, Merovingian Gaul, ca. 570. Found in a tomb of Saint-Denis in 1959.
Autor/Urheber: Photographed by User:Bullenwächter, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Scheibenfibel 6. Jahrhunderts aus dem Gräberfeld von Weingarten Grab 511. Goldzellwerk gefüllt mit Almandin und Perlmutt.
Uetliberg / Uitikon-Waldegg : Zwei Früh-La-Tène-zeitliche Goldscheiben-Fibeln (Scheibenfibel) und eine goldene Rosette aus dem Fürstengrabhügel Sonnenbühl.
Goldscheibenfibel mit «Palmendekor» (links oben), Goldscheibenfibel mit «Arkadenmuster» und Goldrosette (unten), ausgestellt im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich.
Beschreibung adaptiert von erratiker.ch.
Autor/Urheber: unknown, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Fibules
Fibules mérovingiennesSchijffibula in geëmailleerd brons, 150 tot 225 NC, vindplaats: Tongeren, Kielenstraat, 2006, werkput 1, vlak 3, mogelijk uit graf 2, collectie Gallo-Romeins Museum Tongeren, GRM 9391.
Autor/Urheber: National Museums Scotland, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Large disc brooch consisting of two discs riveted together, the decorative front disc pierced silver, the back disc copper alloy with possible gilt surface on one side, visible through the pierced upper disc, from the Viking age Galloway Hoard.