Salzgitter AG

Salzgitter AG

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RechtsformAktiengesellschaft
ISINDE0006202005
Gründung1998
SitzSalzgitter, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
  • Burkhard Becker, Finanzen
  • Michael Kieckbusch, Personal
Mitarbeiterzahl25.227[1]
Umsatz8,547 Mrd. Euro[1]
BrancheStahlindustrie
Websitewww.salzgitter-ag.de
Stand: 31. Dezember 2019

Das Kraftwerk der Salzgitter AG in Salzgitter
(c) Bundesarchiv, B 145 Bild-F010140-0001 / Steiner, Egon / CC-BY-SA 3.0
Hochofen B bei Nacht

Die Salzgitter AG ist ein börsennotierter deutscher Stahlkonzern mit Sitz in Salzgitter. Die Salzgitter-Gruppe besteht aus mehr als 100 einzelnen Unternehmen, darunter die Salzgitter Flachstahl-, die Ilsenburger Grobblech-, die Peiner Träger GmbH sowie die Mannesmannröhren-Werke. Im Jahr 2018 erzielte die Gruppe einen Umsatz von rund 9,3 Milliarden Euro. Die Salzgitter-Gruppe beschäftigt weltweit über 25.000 Mitarbeiter, sie ist in den Bereichen Flach- und Profilstahl der fünftgrößte europäische Hersteller und nimmt eine weltweite Spitzenposition im Röhrenbereich ein. Gemessen an der Wertschöpfung ist sie damit unter den 5 größten Unternehmen in Niedersachsen.[2]

Die Firmierung Salzgitter AG steht für zwei unterschiedliche Unternehmen: Zunächst für die 1962 aus der vormaligen Reichswerke AG für Berg- und Hüttenbetriebe hervorgegangene Salzgitter AG, die 1989 von der damaligen Preussag übernommen wurde; danach für die 1998 neu gegründete Salzgitter AG, die aus der Ausgliederung des Stahlbereichs der Preussag (Preussag Stahl AG) entstand.

Geschichte

Die heutige Salzgitter AG führt ihre Geschichte auf die Ilseder Hütte in Groß Ilsede bei Peine zurück. Die am 6. September 1858 gegründete AG ist eine der ältesten deutschen Aktiengesellschaften. 1937 begannen die Reichswerke Hermann Göring im NS-Staat ihre Stahlaktivitäten am namensgebenden Standort Salzgitter. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der deutsche Teil der Reichswerke in der staatlichen Salzgitter AG auf. Nachdem die ursprünglichen Werksanlagen in Salzgitter nach Kriegsende von den Alliierten fast vollständig demontiert und abtransportiert worden waren, begann in den 1950er Jahren ein Neuaufbau. Der Salzgitter-Konzern umfasste später neben der Stahlproduktion noch weitere Aktivitäten, vor allem in den Bereichen Bergbau, Schiffbau, Anlagenbau und Baustoffe. In der Nachkriegszeit wurde die Stadt Salzgitter der zentrale Standort der Salzgitter AG. In der noch jungen Bundesrepublik befanden sich dort neben der Salzgitter AG Firmen wie VW, Büssing, Bosch und der Waggon- und Triebwagenhersteller Linke-Hofmann-Busch. 1962 beschäftigte der staatliche Salzgitter-Konzern 81.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 2,3 Milliarden DM.

1970 wurde der Stahlbereich der staatlichen Salzgitter AG in die Ilseder Hütte eingebracht, die daraufhin in Stahlwerke Peine-Salzgitter AG mit Sitz in Peine umfirmierte; Mehrheitsaktionär war nun die Salzgitter AG.[3] 1995 wurde der Standort Groß Ilsede aufgegeben.

Zum 1. Oktober 1989 wurde die bis dahin bundeseigene Salzgitter AG, die neben der Stahlproduktion noch weitere Aktivitäten umfasste, an die Preussag verkauft. Mit dem Privatisierungs-Erlös der Salzgitter AG in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro gründete die Bundesregierung die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU Stiftung). Diese gehört zu den größten Stiftungen in Europa. Die Erträge aus dem Stiftungsvermögen von jährlich etwa 50 Millionen Euro stehen für Förderaufgaben zur Verfügung. Der Stahlbereich wurde in Preussag Stahl umbenannt, andere Salzgitter-Unternehmen wurden in den Folgejahren von der Preussag verkauft. Bis 1998 war die Preussag Stahl Teil der Preussag. Im Frühjahr 1998 wurde der Konzern von der Niedersächsischen Landesregierung und der Norddeutschen Landesbank (NORD/LB) übergangsweise übernommen und am 2. Juni 1998 wurden 60,2 % der Aktien des in Salzgitter AG umbenannten Stahlunternehmens an die Börse gebracht. Zuvor waren nur 0,232 % der Aktien im öffentlichen Handel befindlich.

Im Frühjahr 1999 verhandelte die Salzgitter AG mit der luxemburgischen Arbed-Gruppe über einen Zusammenschluss.[4] Die Salzgitter AG beteiligte sich 1999/2000 am Entschädigungsfonds für ehemalige NS-Zwangsarbeiter. Nachdem Mannesmann im Jahr 2000 von Vodafone übernommen worden war, erwarb die Salzgitter-Gruppe die Mannesmannröhren-Werke, einen weltweit führenden Anbieter von nahtlosen und geschweißten Stahlrohren, für den symbolischen Preis von einem Euro.

Im Juni 2006 wurde das zum Arcelor-Konzern gehörige Stahlservice-Center Flachform Stahl GmbH, Schwerte durch das Salzgitter-Unternehmen Stahl-Service-Center (SSC) Hövelmann & Lueg GmbH (jetzt Salzgitter Mannesmann Stahlservice GmbH[5]) übernommen. Mit diesem Schritt wurden die Stahlhandelsaktivitäten der Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, dem weltweit agierenden Vertriebsnetz des Salzgitter-Konzerns im Inland ausgebaut. Am 8. August 2006 wurde die Minderheitsbeteiligung an dem französischen Rohrhersteller Vallourec über die Börse verkauft und dabei ein Gewinn von mehr als 900 Mio. Euro erzielt. Mit der im März 2007 angekündigten Übernahme eines 78-Prozent-Anteils an den Klöckner-Werken beabsichtigte der Konzern, seine Abhängigkeit von der stark zyklischen Stahlbranche zu reduzieren und sich durch eine Ergänzung mit neuen Aktivitäten noch breiter aufzustellen.[6]

Im Rahmen der Strategie 2021 investiert die Salzgitter AG einen dreistelligen Millionenbetrag in die Ilsenburger Grobblech GmbH für eine neue Wärmebehandlungslinie sowie in die Salzgitter Flachstahl GmbH für eine neue Feuerverzinkungsanlage. Die 2017 verkündigten Investitionen sollen mit Fertigstellung der Anlagen bis 2020 abgeschlossen werden.[7][8]

Im Juni 2020 hat die Salzgitter AG die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für eine Eisenerz-Direktreduktionsanlage mit vorgeschalteter Wasserstoff-Elektrolyse am Tiefwasserhafen Wilhelmshaven bekanntgegeben.[9]

Im November 2020 hat die Salzgitter AG im Werk Peine die erste „grüne“ Stahlbramme produziert.[10] Der Konzern wollte seinen Kunden damit noch vor Ende 2020 grüne Flachstahlprodukte anbieten. Der CO2-Fußabdruck dieser Produkte soll 75 % kleiner als derjenige aus konventioneller Produktion sein.[11] Für die Herstellung wird ein neues Verfahren zur Direktreduktion von Eisenerz genutzt, um damit auch den politischen Forderungen nachzukommen, die eine CO²-Neutralität ab 2050 fordert.

Aktie und Anteilseigner

Die durch die Salzgitter AG selbst gehaltenen Aktien und der Anteil des Landes Niedersachsen werden als Festbesitz angesehen, die übrigen rund 63,5 % der Stammaktien gelten als Streubesitz.[12] Aktionäre mit meldepflichtigen Anteilen zum Jahresende 2017 siehe Tabelle:[13]

AnteilAnteilseigner
26,5 %Land Niedersachsen
10,0 %eigene Aktien
4,80 %Deutsche Asset Management Investment GmbH
3,0 %Dimensional Holdings Inc.
3,0 %Wellington Management Group LLP

Am 22. Dezember 2008 stieg die Salzgitter-Aktie in den DAX auf,[14] kehrte am 21. Juni 2010 in den MDAX zurück[15] und stieg am 18. März 2019 in den SDAX ab.[16]

Beteiligungen (Auswahl)

Stand: April 2019[18][19]

Weblinks

Commons: Salzgitter AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b [1], abgerufen am 17. Juli 2020
  2. https://www.nordlb.de/fileadmin/redaktion/analysen_prognosen/regionalanalysen/niedersachsen/2019/Die_100_groessten_Unternehmen_in_Niedersachsen_2018.pdf
  3. Salzgitter AG: Von der Ilseder Hütte zur Salzgitter AG – Modernisierung, Wachstum und Kooperation
  4. Manager-Magazin vom 12. Februar 1999. Online verfügbar: MM-Archiv
  5. Salzgitter AG: Konzernbericht 2013, Abschnitt Strategische Ausrichtung nach Geschäftsbereichen (Memento vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive)
  6. Salzgitter übernimmt 78 % der Klöckner-Werke Aktien und erhöht Beteiligung auf 83 % 5. Juli 2007
  7. Großinvestition: Salzgitter AG investiert 150 Millionen in Grobblech - Braunschweiger Zeitung, abgerufen am 5. Juni 2018
  8. Großinvestition: Bau dritter Feuerverzinkungsanlage - Pressemeldung Salzgitter AG, abgerufen am 5. Juni 2018
  9. https://www.onvista.de/news/dgap-news-salzgitter-ag-salzgitter-ag-vereinbart-machbarkeitsstudie-fuer-eisenerz-direktreduktion-am-standort-wilhelmshaven-deutsch-372503573
  10. PresseBox (c) 2002–2020: Erste Bramme für Grünen Flachstahl erfolgreich produziert, Salzgitter AG, Pressemitteilung - PresseBox. Abgerufen am 10. Dezember 2020 (deutsch).
  11. Olivia Höner: Wie die Salzgitter AG ihr Stahlwerk auf grünen Wasserstoff umrüsten will. Abgerufen am 10. Dezember 2020.
  12. Aktionärsstruktur. Abgerufen am 13. Dezember 2018.
  13. Jahresabschluss 2017, Stimmrechtsmitteilungen nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG ab Seite 73. In: salzgitter-ag.com. Abgerufen am 13. Dezember 2018.
  14. Handelsblatt vom 3. Dezember 2008. Archiv (abgerufen am 4. Dezember 2008)
  15. Wirtschaftswoche vom 21. Juni 2010 WiWo.de
  16. Salzgitter und Schaeffler steigen aus dem M-Dax ab. In: faz.net. 6. März 2019, abgerufen am 19. März 2019.
  17. universal-stahl.de: Firmendaten
  18. Konzernstruktur. Salzgitter AG, abgerufen am 5. Februar 2020.
  19. Geschäftsbericht 2017. Salzgitter AG, abgerufen am 27. April 2018.

Koordinaten: 52° 9′ 39,5″ N, 10° 25′ 52,5″ O

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Es folgt die historische Originalbeschreibung, die das Bundesarchiv aus dokumentarischen Gründen übernommen hat. Diese kann allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch extrem sein. Info non-talk.svg
Salzgitter AG

Über die Erzhochbahn wird das Erz von der Sinteranlage in die Hochofenbunker gebracht. Von dort gelangen die einzelnen Chargen aus Erz und Koks über den Schrägaufzug mit Hilfe von Hunten in den Hochofen.

Das Hüttenwerk Salzgitter verfügt insgesamt über 7 Hochöfen, von denen 6 ständig in Betrieb sind.
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The steel factory in Salzgitter, Germany