Saint-Jodard

Saint-Jodard
Saint-Jodard (Frankreich)
StaatFrankreich Frankreich
RegionAuvergne-Rhône-Alpes
Département (Nr.)Loire (42)
ArrondissementRoanne
KantonLe Coteau
GemeindeverbandForez-Est
Koordinaten45° 53′ N, 4° 8′ O
Höhe300–464 m
Fläche6,65 km²
Einwohner393 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte59 Einw./km²
Postleitzahl42590
INSEE-Code
Websitehttps://www.saint-jodard.fr/

Blick auf Saint-Jodard
Im Vordergrund: die Seminar-Gebäude der Frères de Saint Jean

Saint-Jodard ist eine französische Gemeinde mit 393 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Loire in der Region Auvergne-Rhône-Alpes (vor 2016 Rhône-Alpes). Sie gehört zum Arrondissement Roanne und zum Kanton Le Coteau. Die Einwohner werden Gildariens genannt.

Geographie

Die Gemeinde Saint-Jodard liegt 18 Kilometer südlich von Roanne und etwa 55 Kilometer westnordwestlich von Lyon. Die zum Lac de Villerest aufgestaute Loire begrenzt die Gemeinde im Westen. Nachbargemeinden von Saint-Jodard sind Saint-Priest-la-Roche im Nordwesten und Norden, Neulise im Osten, Pinay im Süden sowie Vézelin-sur-Loire im Westen. Die Gemeinde hatte ab 1857 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Moret-Veneux-les-Sablons–Lyon-Perrache. Dieser ist heute zu einem Haltepunkt zurückgestuft und wird von Zügen des TER Auvergne-Rhône-Alpes der Verbindung Roanne–Saint-Étienne-Châteaucreux bedient.

Geschichte

Internierungslager Saint-Jodard

In einem zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichteten kirchlichen Seminargebäude, das im Ersten Weltkrieg als Lazarett diente und anschließend bis 1937 als Sanatorium, wurden 1939 tuberkulosekranke spanische Bürgerkriegsflüchtlinge untergebracht.[1] Zusätzlich zu diesen 200 Kranken wurden im Jubi 1940 in dem 1.000 Personen ausgelegten Gebäude 1.800 Italiener interniert. Diese Internierungen von in Frankreich lebenden italienischen Zivilisten war die französische Reaktion darauf, dass Benito Mussolini am 10. Juni 1940 Frankreich den Krieg erklärt hatte.[2]

Nach Frankreichs Niederlage gegen die deutsche Wehrmacht und ihre Verbündeten wurden die italienischen Staatsangehörigen von den Deutschen bald darauf freigelassen.[1] Über das Schicksal der kranken Spanier ist nichts bekannt und auch nicht über die weitere Nutzung des Gebäudes bis zur Befreiung Frankreichs.

Von 1946 bis 1982 beherbergte das Gebäude ein Institut d'éducation surveillance (Erziehungsanstalt), in der zeitweilig bis zu 200 Insassen untergebracht waren. Nach der Schließung der Anstalt im Juli 1982 kehrte die Anlage zu ihrer ursprünglichen Nutzung zurück: 1983 wurde sie an die Gemeinschaft der Frères de Saint Jean vermietet und in eine Ausbildungsstätte der Glaubensgemeinschaft umgewandelt.[1]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr196219681975198219901999200620142022
Einwohner606508438345421604636455392
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Gildas

Gemeindepartnerschaft

Mit der italienischen Gemeinde Piana Crixia in der Provinz Savona (Ligurien) besteht seit 2001 eine Partnerschaft.

Commons: Saint-Jodard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Mairie de Saint Jodard: Histoire
  2. Denis Peschanski: Les camps français d’internement (1938-1946) - Doctorat d’Etat. Histoire. Univer-sité Panthéon-Sorbonne - Paris I, 2000, S. 254. (Online1 oder Online2)

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Église Saint-Gildas de Saint-Jodard
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Blasonnement : De gueules à la fasce abaissée et ondée d’argent chargée de deux ondes d'azur; à quatre épis de blé d’or les tiges appointées en croix, brochant sur le tout et accompagnés en chef de deux alouettes affrontées d’or.
Saint Jodard (France).jpg
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