Sacha

Subjekt der Russischen Föderation
Republik Sacha (Jakutien)
Республика Саха (Якутия) (russisch)
Саха Өрөспүүбүлүкэтэ (jakutisch)
FlaggeWappen
Flagge
Wappen
FöderationskreisFerner Osten
Fläche3.083.523 km²[1]
Bevölkerung958.528 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte0,3 Einw./km²
HauptstadtJakutsk
Offizielle SprachenJakutisch, Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Jakuten (48,7 %)
Russen (36,9 %)
Ewenken (2,2 %)
Ukrainer (2,1 %)
Ewenen (1,6 %)
Tataren (0,8 %)
(Stand: 2010)[3]
OberhauptAissen Nikolajew
Gegründet27. April 1922
ZeitzonenUTC+9 bis UTC+11
Telefonvorwahlen(+7) 411xx
Postleitzahlen677000–678999
Kfz-Kennzeichen14
OKATO98
ISO 3166-2RU-SA
Websitesakha.gov.ru
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Über dieses Bild

Koordinaten: 67° 0′ N, 127° 0′ O

Der Fluss Amga

Sacha (auch Jakutien, russisch Якутия, jakutisch Саха Сирэ) ist eine Republik im nordöstlichen Teil des asiatischen Russlands. Sacha ist das flächenmäßig größte Föderationssubjekt der Russischen Föderation und die größte unterstaatliche Territorialeinheit der Welt. Die amtliche Bezeichnung ist Republik Sacha (Jakutien) (russisch Республика Саха (Якутия), jakutisch Саха Өрөспүүбүлүкэтэ).

Geografie

Die Fläche der Republik Sacha ist mit 3.083.523 km² etwas kleiner als Indien. Im Norden wird die Republik vom Arktischen Ozean begrenzt, wo sie am Kap Paksa zwischen Nordwik-Bucht und Anabargolf ihren nördlichsten Festlandspunkt bei 73° 59′ 31″ N[4][5] erreicht, ca. 400 km südlich von Kap Tscheljuskin, dem zur Region Krasnojarsk gehörenden nördlichsten Festlandspunkt der Alten Welt. Die nördlichste Landfläche Sachas bildet die zum Neusibirischen Archipel gehörende Henrietta-Insel bei 77° 6′ 0″ N. Nach Süden reicht Sacha im Aldanhochland bis auf die geografische Breite Kopenhagens. Das Territorium erstreckt sich vom Mittelsibirischen Bergland im Westen über das Tal der Lena (Mitteljakutische Niederung), das Werchojansker Gebirge, das Tscherskigebirge über das Jana-Indigirka-Tiefland bis zum Kolyma-Tiefland (West- und Ostteil des Ostsibirischen Tieflands) im Nordosten.

Der größte Teil der Republik gehört zum Einzugsbereich der Lena. Die wichtigsten Flüsse neben der Lena sind ihre Nebenflüsse Wiljui und Aldan sowie die Ströme Indigirka und die Kolyma.

Das gesamte Territorium wird von Permafrostboden eingenommen. Wenn dieser im Sommer antaut und Schnee und Eis schmelzen, entstehen in den Flussniederungen und insbesondere in den Tiefländern regelmäßig Hochwasser.

Verwaltungsgliederung und Städte

Die Republik Sacha gliedert sich in 34 Rajons und die Stadtkreise Jakutsk und Schatai.

Hauptstadt und einzige Großstadt ist Jakutsk. Mehr als 20.000 Einwohner zählen noch Nerjungri, Mirny, Lensk und Aldan. Überregionale Bekanntheit haben die „KältepoleWerchojansk und Oimjakon erlangt.

Größte Städte
StadtRussischJakutischEinwohner
(14. Oktober 2010)[2]
JakutskЯкутскДьокуускай269.601
NerjungriНерюнгриНүөрүҥгүрү61.747
MirnyМирныйМирнэй37.188
LenskЛенскЛенскэй24.966
AldanАлданАлдан21.275
Aichal*АйхалАйхал13.727
UdatschnyУдачныйУдачнай12.613
WiljuiskВилюйскБүлүү10.234
NjurbaНюрбаНьурба10.157

* städtische Siedlung

Bevölkerung

Jakutien – Bevölkerungsentwicklung
nach Nationalitäten:
schwarz mit Gipfel = Russen
dunkelblau = Jakuten
grün mit Gipfel = Ukrainer

Die Bevölkerungszahl hatte sich von 1939 bis 1989 verzweieinhalbfacht, war dann bis Anfang des 21. Jahrhunderts um gut 140.000 abgefallen, hat sich aber seither gehalten.

JahrEinwohner
1939413.876
1959487.372
1970666.746
1979851.840
19891.094.065
2002949.280
2010949.347

Die Jakuten sind ein jakutischsprachiges Turkvolk. Um 1900 waren die sibirischen Volksgruppen der Region, neben den Jakuten die Ewenken, Ewenen, Dolganen, Tschuktschen und Jukagiren, noch fast unter sich. In der Sowjetzeit strömten dann Hunderttausende Neusiedler ins Land, um die Bodenschätze auszubeuten. So wuchs die Zahl der anderen Ethnien (vor allem Russen, Ukrainer, Weißrussen, Moldauer, Burjaten und Tataren) von 30.315 Personen im Jahr 1926 auf 637.277 Personen im Jahr 1989 an, und die Jakuten wurden zur Minderheit im Land. Heute stellt die Titularnation aber wieder fast die Hälfte der Einwohnerschaft, weil viele der Zugewanderten vor allem die früheren Bergbauzentren der Region wegen der Arbeitslosigkeit wieder verließen. Auch die Russlanddeutschen haben die Region überwiegend verlassen. Allerdings gibt es auch wenige Zuwanderergruppen – vor allem aus den zentralasiatischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion – die wachsen. Zu ihnen gehören die Kirgisen (2002 1454 und 2010 5022 Personen), die Usbeken (2002 1207 und 2010 3332 Personen) und die Tadschiken (2002 1105 und 2010 2696 Personen). Daneben leben in Jakutien noch zahlreiche kleinere Ethnien, darunter die Jukagiren.

VolksgruppeVZ 1926VZ 1939VZ 1959VZ 1970VZ 1979VZ 1989VZ 2002VZ 2010 2
Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl%
Jakuten235.92681,6 %233.27356,5 %226.05346,4 %285.74943,0 %313.91736,9 %365.23633,4 %432.29045,5 %466.49248,7 %
Russen30.15610,4 %146.74135,5 %215.32844,2 %314.30847,3 %429.58850,4 %550.26350,3 %390.67141,2 %353.64936,9 %
Ewenken13.1454,7 %10.4322,5 %9.5052,0 %9.0971,4 %11.5841,4 %14.4281,3 %18.2321,9 %21.0082,2 %
Ukrainer1380,0 %4.2291,0 %12.1822,5 %20.2533,0 %46.3265,4 %77.1147,0 %34.6333,6 %20.3412,1 %
Ewenen7380,3 %3.1330,8 %3.5370,7 %6.4711,0 %5.7630,7 %8.6680,8 %11.6571,2 %15.0711,6 %
Tataren1.6710,6 %4.4201,1 %5.1721,1 %7.6781,2 %10.9761,3 %17.4781,6 %10.7681,1 %8.1220,8 %
Burjaten110,0 %6990,2 %7570,2 %2.1260,3 %4.5080,5 %8.4710,8 %7.2660,8 %7.0110,7 %
Weißrussen210,0 %1.5720,4 %2.5480,5 %4.0900,6 %6.7690,8 %9.9000,9 %4.2360,4 %2.5270,3 %
Deutsche170,0 %2500,06 %1.7540,4 %1.5400,2 %2.4160,3 %4.0990,4 %2.2830,2 %1.5400,2 %
Dolganen100,0 %k.Ang.?,?%k.Ang.?,?%100,0 %640,01 %4080,04 %1.2720,13 %1.9060,2 %
Jukagiren3960,14 %2670,06 %2850,06 %4000,06 %5260,06 %6970,06 %1.0970,12 %1.2810,13 %
Tschuktschen1.2810,4 %4000,1 %3250,07 %3870,06 %3770,04 %4730,04 %6020,06 %6700,07 %
Andere5.5851,9 %7.7821,9 %9.8972,0 %12.0141,8 %19.0262,2 %36.8303,4 %34.2733,6 %58.9106,1 %
Einwohner289.085100 %413.198100 %487.343100 %664.123100 %851.840100 %1.094.065100 %949.280100 %958.528100 %
1 die Dolganen wurden 1939 und 1959 als Jakuten gezählt 2 23.864 Personen konnten keiner Volksgruppe zugeteilt werden. Diese Leute verteilen sich vermutlich anteilmässig gleich wie die ethnisch zugeteilten Einwohner.[6]

Amtssprachen sind Jakutisch und Russisch. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Christen; nach grober Schätzung bis zu zwei Drittel der Bevölkerung. Einige der Jakuten, Burjaten, Ewenen und Ewenken praktizieren Schamanismus.

Geschichte

Sacha-Gebiet

Im 14. Jahrhundert wanderten die Jakuten aus dem südlichen Baikalgebiet nach Sacha (Jakutien) ein.

Im 17. Jahrhundert begann die russische Einwanderung, die heutige Hauptstadt Jakutsk wurde 1632 gegründet.

Sacha war zu Zeiten der Sowjetunion eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR) innerhalb der russischen Teilrepublik, die Jakutische ASSR. Zu sowjetischer Zeit wurde in Teilen der Republik Industrie angesiedelt, was die Zuwanderung einer größeren Zahl von Russen nach sich zog. Mehrere Hundert Studenten protestierten zu Beginn der Perestroika im April 1986 gegen die wahrgenommene Rechtsungleichheit von Russen und Jakuten.[7][8]

Mit Auflösung der Sowjetunion wurden Sacha weitreichende Autonomierechte zugestanden. Daraufhin installierte dessen Präsident Michael Nikolajew als Gegner von Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin und des Putinismus und zur Vorbereitung der Unabhängigkeit von Russland eigene Gold- und Devisenreserven.[9] Über ein Klientel-System kontrollierte er das Gebiet, bis ihn 2001 ein Gericht – nach mehrmaligem Umentscheiden – aufgrund des Drucks des russischen Zentralstaates von der Wiederwahl ausschloss.[10]

Politik

  • Oberhaupt (Glawa): Aissen Nikolajew (seit dem 28. September 2018)
  • Premierminister: Wladimir Wiktorowitsch Solodow (Seit Juni 2018)
  • Parlament bzw. Staatsversammlung (Il Tumen) ist eine aus 70 Abgeordneten bestehende Einkammer-Legislative: 1. Einiges Russland (50 Abgeordnete), 2. KPRF (7 Abgeordnete), Gerechtes Russland (5 Abgeordnete), Bürgerplattform (2 Abgeordnete), Soglassije (2 Abgeordnete). Seit dem 2. Oktober 2013 ist Alexander Nikolajewitsch Schirkow Vorsitzender von Il Tumen.[11]

Wirtschaft

Diamantenmine Udatschnaja

Sacha ist reich an Bodenschätzen wie Edelmetallen, Erdöl, Erdgas, Kohle und Diamanten. Sein Anteil an der weltweiten Diamantenförderung liegt bei über 13 %, wobei Jakuten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion selbst das Recht besitzen, die Rohdiamanten zu verarbeiten. Zu Zeiten der Sowjetunion wurden die Rohdiamanten nach Moskau geliefert.

Das größte Gasfeld Mastach versorgt über eine 400 km lange Pipeline die Hauptstadt.[12]

Schon zu Sowjetzeiten wurden verschiedene Exportpipelines geplant, bisher wurde jedoch kein Projekt begonnen.[13]

Mythologie

Eine Sage erzählt, dass Gott, als er die Erde erschuf, einen Engel mit einem Sack voller Reichtümer über Sibirien geschickt hat. Als dieser Jakutien überflog, wurden ihm vor Kälte die Finger steif, und er ließ alles fallen. Die ganzen Reichtümer, Gold, Silber und Platin fielen auf die Erde. Aus Zorn über seinen Verlust strafte er jedoch diese Region mit ewigem Winter.

Kultur

In Sacha ist die Maultrommel Chomus ein wesentliches Element der nationalen Musikkultur.

Siehe auch

  • Nationalbibliothek der Republik Sacha (Jakutien)

Weblinks

Commons: Republik Sacha (Jakutien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Nacional'nyj sostav naselenija po sub"ektam Rossijskoj Federacii. (XLS) In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Rosstat, abgerufen am 30. Juni 2016 (russisch, Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung nach Föderationssubjekten, Ergebnisse der Volkszählung 2010).
  4. Topographische Karte (1:1.000.000, Bl. S-49,50, Ausg. 1987) mit dem Kap Paksa bei 113° O
  5. Koordinaten vom Kap Paksa bei getamap.net
  6. Bevölkerung der russischen Gebietseinheiten nach Nationalität 2010 (russisch) http://demoscope.ru/weekly/ssp/rus_etn_10.php?reg=76
  7. Ed A. Hewett, Victor H. Winston: Milestones in Glasnost and Perestroyka: Politics and People, Band 2, Brookings Institution Press, 2010 ISBN 9780815719144
  8. Leokadia Drobizheva, Rose Gottemoeller, Catherine McArdle Kelleher, Lee Walker: Ethnic Conflict in the Post-Soviet World: Case Studies and Analysis: Case Studies and Analysis, Routledge, 2015, ISBN 9781317470991, S. 166
  9. Kreml schickt Vize-Generalstaatsanwalt in die Tundra, aktuell.ru, 12. Oktober 2017
  10. Lilia Shevtsova: Putin's Russia, Verlag Carnegie Endowment, 2010, ISBN 9780870032936, Seite 195
  11. Жирков Александр Николаевич | Государственное Собрание (Ил Тумэн) Республики Саха (Якутия). Abgerufen am 26. September 2020.
  12. R. A. French, Alan Wood, Christian R. Thauer, Helen Routledge: The Development of Siberia: People and Resources. Springer, 1989, ISBN 978-1-349-20378-9, S. 240 (Google Books).
  13. John Tichotsky: Russia's Diamond Colony: The Republic of Sakha. Routledge, 2000, ISBN 978-1-134-41393-5, S. 293 ff. (Google Books).

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Flag of Sakha
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Lage von XY (siehe Dateiname) in Russland.
Sakha graph pop.png
Graph of Sakha Republic's population as measured over several years by the Russian/Soviet census.