Südkoreanische Fußballnationalmannschaft

Republik Korea
Daehan Minguk
Spitzname(n)Taegeuk Warriors
Tigers of Asia,
Red Devils
VerbandKorea Football Association
KonföderationAFC
Technischer SponsorNike
CheftrainerDeutschland Jürgen Klinsmann
(seit 2023)
KapitänSon Heung-min
RekordspielerHong Myung-bo (136)
Cha Bum-kun (136)
RekordtorschützeCha Bum-kun (58[1])
FIFA-CodeKOR
FIFA-Rang23. (1550,65 Punkte)
(Stand: 30. November 2023)[2]
Heim
Auswärts
Bilanz
1121 Spiele
606 Siege
268 Unentschieden
247 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
Korea Sud 1948 Südkorea 5:1 Hongkong Hongkong 1876
(Hongkong; 6. Juli 1948)
Höchster Sieg
Korea Sud 1949 Südkorea 16:0 Nepal Nepal
(Incheon, Südkorea; 29. September 2003)
Höchste Niederlage
Schweden Schweden 12:0 Südkorea Korea Sud 1948
(London, England; 5. August 1948)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen11 (Erste: 1954)
Beste Ergebnisse4. Platz 2002
Asienmeisterschaft
Endrundenteilnahmen14 (Erste: 1956)
Beste ErgebnisseSieger 1956, 1960
Konföderationen-Pokal
Endrundenteilnahmen1 (Erste: 2001)
Beste ErgebnisseGruppenphase 2001
Nord- und Zentralamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen2
Beste ErgebnisseVierter 2002
(Stand: 21. November 2023)

Die südkoreanische Fußballnationalmannschaft (koreanisch 대한민국 축구 국가대표팀Daehan Min'guk Chukgu Gukga Daepyo Tim) ist die Fußballauswahl der Korea Football Association aus der ostasiatischen Republik Korea. Sie ist eine der erfolgreichsten asiatischen Mannschaften seit ihrem internationalen Debüt bei den Olympischen Sommerspielen 1948.

Geschichte

Korea hatte in früherer Zeit ein Ballspiel mit dem Namen chuk-gu, das dem damaligen Fußball sehr ähnlich war. Zum ersten Mal sahen die Koreaner 1882 eine Version des Fußballs, als britische Schiffsmitglieder im Hafen von Incheon spielten.

Im Jahr 1921 wurde das erste koreanische Fußballturnier ausgetragen. 1928 wurde der Koreanische Fußball-Bund gegründet, um die Grundlage für die Verbreitung und Entwicklung des Fußballs in Korea zu schaffen. Während der Jahrzehnte der kolonialen Herrschaft unter den Japanern stellte Fußball eine Möglichkeit dar, um Frustrationen abzubauen und die Hoffnung auf Unabhängigkeit zu verstärken.

Der Koreanische Fußball-Bund wurde 1948 in Südkorea wiedergegründet. 1948 trat der KFB der FIFA bei, 1954 wurde man zudem Mitglied der AFC.

Seit den 1960ern entwickelte sich Südkorea zu einer asiatischen Fußballmacht und gewann mehrere Turniere in Asien, unter anderem zweimal die Asienmeisterschaft. Die südkoreanische Nationalmannschaft nahm bislang an elf WM-Endrunden teil, seit 1986 ununterbrochen. Eine professionelle Fußballliga wurde 1983 als erste ihrer Art im asiatischen Raum gegründet. Sie half dabei den südkoreanischen Fußball nochmals zu stärken.

Die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 zusammen mit Japan war ein äußeres Zeichen für den Fortschritt des südkoreanischen Fußballs. Unter Führung des niederländischen Trainers Guus Hiddink gelang es dem Nationalteam erstmals, die Gruppenrunde zu überstehen. Durch Siege über Italien und Spanien erreichte zum ersten Mal in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft eine asiatische Mannschaft das Halbfinale.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 startete Südkorea mit Frankreich, Schweiz und Togo in der Gruppe G, schied jedoch in der Vorrunde aus. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 verlor Südkorea 1:2 gegen Uruguay im Achtelfinale und schied damit aus dem Turnier aus. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 schied Südkorea in Vorrunde mit nur einem Punkt aus. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 war Südkorea in der Gruppe mit Schweden, Mexiko und Deutschland, im letzten Spiel der Vorrunde gewann Südkorea das einzige Spiel gegen Deutschland mit 2:0, aber verpasste das Achtelfinale.

2003, 2008 und 2015 gewann Südkorea die Ostasienmeisterschaft.

Teilnahme Südkoreas an den Olympischen Spielen

Das erste Länderspiel Südkoreas fand 1948 bei den Olympischen Spielen in London statt.

1948 in LondonViertelfinale
1952 in Helsinkinicht teilgenommen
1956 in Melbournenicht qualifiziert (Losentscheid)
1960 in Romnicht qualifiziert
1964 in TokioVorrunde
1968 in Mexiko-Stadtnicht qualifiziert
1972 in Münchennicht qualifiziert
1976 in Montrealnicht qualifiziert
1980 in Moskaunicht qualifiziert
1984 in Los Angelesnicht qualifiziert
1988 in SeoulVorrunde

Seit 1992 nahm die A-Nationalmannschaft nicht mehr an den Olympischen Spielen bzw. Qualifikationsspielen dazu teil.

Teilnahme Südkoreas an der Fußballweltmeisterschaft

Südkorea nahm am häufigsten von allen asiatischen Mannschaften an Fußballweltmeisterschaften teil. Seit 1986 ist Südkorea Stammgast bei den WM-Endrunden.

JahrGastgeberlandTeilnahme bis …Letzte(r) GegnerErgebnis[3]TrainerBemerkungen und Besonderheiten
1930–1938nicht teilgenommen1. Länderspiel erst 1948; Korea noch Teil Japans, das ebenfalls nicht teilnahm
1950Brasiliennicht teilgenommen
1954SchweizVorrundeUngarn, Türkei16.Kim Yong-sikNach zwei Niederlagen (0:9 gegen Ungarn und 0:7 gegen die Türkei) ausgeschieden. Das 0:9 war bis 1982, als ebenfalls Ungarn mit 10:1 gegen El Salvador gewann, die höchste Niederlage bei einer WM
1958SchwedenAnmeldung durch die FIFA abgelehnt[4]
1962Chilenicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs Europa/Ostasien an Jugoslawien gescheitert.
1966Englandzurückgezogen Südkorea zog sich ebenso wie alle 15 gemeldeten afrikanischen Mannschaften aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand.
1970Mexikonicht qualifiziertIn der Qualifikation an Australien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1974Deutschlandnicht qualifiziertIn der Qualifikation in den Entscheidungsspielen an Australien gescheitert.
1978Argentiniennicht qualifiziertIn der Qualifikation am Iran gescheitert.
1982Spaniennicht qualifiziertIn der Qualifikation in der 1. Runde an Kuwait gescheitert.
1986MexikoVorrundeArgentinien, Bulgarien, Italien20.Kim Jung-namAls Gruppenletzter ausgeschieden.
1990ItalienVorrundeBelgien, Spanien, Uruguay22.Lee Hoe-taikOhne Punkt als Gruppenletzter ausgeschieden.
1994USAVorrundeSpanien, Bolivien, Deutschland20.Kim HoAls Gruppendritter nach zwei Remis gegen Spanien und Bolivien, sowie einer Niederlage gegen Deutschland ausgeschieden.
1998FrankreichVorrundeMexiko, Niederlande, Belgien30.Cha Bum-kunAls Gruppenletzter ausgeschieden.
2002Südkorea/JapanSpiel um Platz DreiTürkeiVierterGuus HiddinkIm Spiel um Platz 3 erzielte Hakan Şükür gegen Südkorea das schnellste Tor der WM-Geschichte, als er nach 11 Sekunden zum 1:0 traf.
2006DeutschlandVorrundeTogo, Frankreich, Schweiz17.Dick AdvocaatAls Gruppendritter ausgeschieden
2010SüdafrikaAchtelfinaleUruguay15.Huh Jung-mooNach einem Sieg gegen Griechenland, einer Niederlage gegen Argentinien und einem Unentschieden gegen Nigeria schied Südkorea im Achtelfinale gegen Uruguay aus.
2014BrasilienVorrundeRussland, Algerien, Belgien27.Hong Myung-boAls Gruppenletzter ausgeschieden.
2018RusslandVorrundeSchweden, Mexiko, Deutschland19.Shin Tae-yongNach Niederlagen gegen Schweden und Mexiko sowie einem Sieg gegen Deutschland als Gruppendritter ausgeschieden.
2022KatarAchtelfinaleBrasilien16.Paulo BentoDie Mannschaft qualifizierte sich am drittletzten Spieltag der 3. Qualifikationsrunde. Nach einem Sieg gegen Portugal, einem Unentschieden gegen Uruguay und einer Niederlage gegen Ghana schied Südkorea im Achtelfinale gegen Brasilien aus.

Teilnahme Südkoreas an der Asienmeisterschaft

  • 1956Asienmeister
  • 1960Asienmeister
  • 1964 – Dritter
  • 1968Nicht qualifiziert
  • 1972 – Vizemeister
  • 1976Nicht qualifiziert
  • 1980 – Vizemeister
  • 1984 – Vorrunde
  • 1988 – Vizemeister
  • 1992Nicht qualifiziert
  • 1996 – Viertelfinale
  • 2000 – Dritter
  • 2004 – Viertelfinale
  • 2007 – Dritter
  • 2011 – Dritter
  • 2015 – Vizemeister
  • 2019Viertelfinale
  • 2024 – qualifiziert

Teilnahme Südkoreas an der Ostasienmeisterschaft

  • 2003Ostasienmeister
  • 2005 – Vierter
  • 2008Ostasienmeister
  • 2010 – Zweiter
  • 2013 – Dritter
  • 2015Ostasienmeister
  • 2017Ostasienmeister
  • 2019Ostasienmeister
  • 2022 – Zweiter

Als inoffizielles Vorläuferturnier gilt der Dynasty Cup:

  • 1990 – Gewinner
  • 1992 – Zweiter
  • 1995 – Zweiter
  • 1998 – Dritter

Kader

Siehe: Südkoreanischer Kader bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022

Rekordspieler

(Stand: 20. Juni 2023)[5] Von der FIFA berücksichtigte Spiele – wenn abweichend und bekannt – in Klammern.[6]

SpieleSpielerZeitraumTore
136Hong Myung-bo1990–200210
136[7] (130)Cha Bum-kun1972–198658[1] (54)
131 (132)Lee Woon-jae1994–20100
127Lee Young-pyo1999–20115
124 (117)Kim Ho-kon1971–19745
122 (120)Yu Sang-cheol1994–200518
116Son Heung-min2010–41
113 (102)Cho Young-jeung1975–19861
110 (112)Ki Sung-yong2008–201910
107 (101)Park Sung-hwa1975–198426
105 (104)Lee Dong-gook1998–201433
Kim Tae-young1992–20043
103 (95)Choi Soon-ho1980–199130
103 (102)Hwang Sun-hong1993–200250
100Park Ji-sung2000–201113
098Kim Nam-il1998–20132
094Ha Seok-ju1991–200123

Rekordtorschützen

ToreSpielerZeitraumSpiele
58 (54)Cha Bum-kun1972–1986136 (130)
50Hwang Sun-hong1993–2002103
41Son Heung-min2010–116
40 (39)Park Lee-chun1969–1974089
35Kim Jae-han1972–1979057
33Lee Dong-gook1998–2014104
30Choi Soon-ho1980–1991103 (95)
29Huh Jung-moo1974–1986084
Kim Do-hoon1994–2003072
27Choi Yong-soo1995–2003067
Kim Jin-kook1972–1978088
Lee Tae-ho1980–1991072
26Park Sung-hwa1975–1984107 (101)
24Lee Young-moo1974–1982070
Park Chu-young2005–2014068
23Ha Seok-ju1991–2001094

Bekannte Trainer

Mannschaftssymbole

Auf der Brust der Trikots der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft ist ein Tiger abgebildet, der für Stolz und Status steht. Auf dem Rücken ist der Spruch „Tu-Hon“ aufgedruckt, was „Kampfgeist“ bedeutet.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Südkoreanische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Davon 2 Tore in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 1976 und 2 Tore bei den Asienspielen 1978.
  2. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com. 30. November 2023, abgerufen am 30. November 2023. (Mannschaften ohne Platz und Punkte sind seit mehr als 48 Monaten inaktiv.)
  3. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930–2014 (Memento desOriginals vom 12. August 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.fifa.com (PDF; 200 kB).
  4. fifa.com: History of the FIFA World Cup Preliminary Competition (by year) (Memento desOriginals vom 9. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fifa.com (PDF; 325 kB), S. 12.
  5. rsssf.com: South Korea – Record International Players
  6. fifa.com: FIFA Hunderterklub (Stand: 20. Juli 2023)
  7. Inkl. 6 Spiele in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 1976 und 7 Spiele bei den Asienspielen 1978.
  8. Kicker: Cho Kwang Rae beerbt Huh erschienen am 21. Juli 2010.
  9. Choi neuer Trainer der „Taeguk Warriors“. (Memento desOriginals vom 20. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.fifa.com FIFA.com
  10. Südkorea trennt sich von Trainer. Meldung auf sport1.de, 19. Juni 2013. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  11. Enrico Barz: Neuer Trainer für Südkorea. In: fussball-wm-total.de. FUSSBALL-WM-total, 24. Juni 2013, abgerufen am 20. August 2013.

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