Ruinenarchitektur

Ruinenarchitektur ist Architektur unter Einbezug von Ruinen oder Kunstruinen. Die Ruine kann als Schauruine einbezogen werden oder als Substanz zum weiteren Ausbau dienen, um die Ruine zu beleben, wie zum Beispiel die Burg Landskron, oder ein Kriegsmahnmal sein, wie zum Beispiel die Kirche St. Christoph in Mainz.
Einen Höhepunkt erreichte die Ruinenarchitektur zur Zeit des Historismus. Sie diente zur Sicherung und Umnutzung vom Zerfall bedrohter Bauwerke. Es wurden auch völlige Umgestaltungen unter dem Vorwand statischer Sicherungen vorgenommen. Aus Denkmalschutzgründen ist das heutzutage nicht mehr möglich. In neuzeitlichen Gartenanlagen gibt es einen Trend zur Ruinenarchitektur, die bis in die Angebote von Baumärkten vorgedrungen ist.

Literatur
- Ulrich Schulze: Auferstanden aus Ruinen. Die romantische Ruinenarchitektur als Zeugnis deutschen Geschichtssinns. In: Ernst Piper, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Bauen und Zeitgeist. Ein Längsschnitt durch das 19. und 20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5947-1, S. 11–33.
- Zimmermann, Reinhard: Künstliche Ruinen. Studien zu ihrer Bedeutung und Form. Verlag Wiesbaden, Reichert, 1989.
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Burg Landskron/Villach, Detail
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Je nach Perspektive schafft die architektonische Ausarbeitung beim Betrachter ein atmosphärisches Reflexgeschehen. Sichtbar wird die Verschränkung von Natur und Ruinenarchitektur. Die künstliche Ruine wird zur Allegorie für alle materiellen und sozialen Phänomene. Bei genauem Betrachten wird die Opposition zwischen Konservierung und Restaurierung sichtbar.